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Dokumentenidentifikation DE102004026897A1 10.02.2005
Titel Armatur
Anmelder R. Nussbaum AG, Olten, CH
Erfinder Gysin, Balthasar, Olten, CH;
Zeiter, Patrik, Zürich, CH
Vertreter Bergen, K., Dipl.-Ing., Pat.-Anw., 40547 Düsseldorf
DE-Anmeldedatum 02.06.2004
DE-Aktenzeichen 102004026897
Offenlegungstag 10.02.2005
Veröffentlichungstag im Patentblatt 10.02.2005
IPC-Hauptklasse F16L 19/00
Zusammenfassung Bei einer Armatur (201) für fluide Medien, insbesondere mit einer Absperr-, Regel- oder Ventilfunktion, mit einem Armaturengehäuse (202) und einem Anschlussteil (203) für ein Rohr (204) aus Metall und/oder Kunststoff ist der Anschlussteil (203) in das Armaturengehäuse (202) integriert und so ausgebildet, dass die Armatur (201) mit dem auf oder in den Anschlussteil geschobenen Rohr (204) durch axiales Aufschieben einer das Rohr (204) umschließenden Hülse (205) fluiddicht verbindbar ist. Eine derartige Verbindungsanordnung benötigt kein Dichtelement, wie z. B. einen Dichtungsring, die Abdichtung erfolgt direkt zwischen dem Anschlussteil und dem Rohr. Es wird im Weiteren auch kein zusätzliches Element, wie ein Fitting, eingesetzt. Dadurch wird sowohl die Lebensdauer der Verbindung erhöht als auch deren Herstellung vereinfacht.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Armatur für fluide Medien, insbesondere mit einer Absperr-, Regel- oder Ventilfunktion, mit einem Armaturengehäuse und einem Anschlussteil für ein Rohr aus Metall und/oder Kunststoff. Die Erfindung betrifft weiter eine Verbindungsanordnung zum Verbinden einer Armatur für fluide Medien mit einem Rohr aus Metall und/oder Kunststoff und ein Verfahren zur Herstellung einer fluiddichten Verbindung zwischen einer Armatur und einem Rohr aus Metall und/oder Kunststoff.

Armaturen wie z. B. Absperrhahnen, Sicherheits-, Regel und Stellventile oder Pumpen für fluide, also flüssige oder gasförmige Medien bedürfen einer dichten und dauerhaften Verbindung mit den daran angeschlossenen Rohren. Herkömmlich werden zu diesem Zweck zusätzliche Verbindungselemente, sogenannte Fittings, eingesetzt, welche die Verbindung zwischen dem Anschlussstutzen der Armatur und einem Rohrende schaffen. Weil solche Fittings für jede gewünschte Kombination von Rohr und Armatur-Anschlussstutzen verfügbar sein müssen, werden jeweils eine grosse Anzahl unterschiedlicher Fittings beschafft und gelagert. Dies bedeutet einen hohen Aufwand und erzeugt erhebliche Kosten. Beim Herstellen der Verbindung müssen zudem eigentlich zwei Verbindungen, nämlich sowohl eine Verbindung zwischen dem Fitting und dem Anschlussstück als auch eine Verbindung zwischen dem Fitting und dem Rohr, hergestellt werden.

Die EP 0 343 395 B1 (Nussbaum/Viegener) zeigt eine Armatur mit einem Anschlussstutzen, in welchen ein Rohr einschiebbar ist. Der Anschlussstutzen weist auf seiner Aussenseite einen Ringwulst und auf seiner Innenseite eine in diesen hineinragende Ringnut, in welche ein Dichtring eingelegt wird. Mittels einer Zange wird der Anschlussstutzen bei dem Ringwulst auf das Rohr aufgepresst, so dass unter Verformung des Anschlussstutzens und des Rohrs eine dichte sowie dreh-, zug- und druckfeste Verbindung geschaffen wird.

Die DE 200 23 023 U1 (Kemper) beschreibt eine Armatur für fluide Medien, deren Armaturengehäuse kraftschlüssig wirkende Steckverbindungsanschlüsse für Rohre aufweist. Die Einzelteile der Anschlüsse sind in das Armaturengehäuse integriert. Auf Ihrer Innenseite umfassen die Steckverbindungsanschlüsse einen Dichtring zur Abdichtung des Rohrs gegenüber der Armatur.

Bei diesen bekannten Armaturen mit integrierten Anschlüssen für Rohre werden zur Abdichtung der Rohre gegenüber den Armaturen Dichtringe eingesetzt. Diese Dichtringe bilden in der Regel aber die schwächste Komponente der Verbindung, bestimmen also letztlich deren Lebensdauer.

Darstellung der Erfindung

Aufgabe der Erfindung ist es, eine dem eingangs genannten technischen Gebiet zugehörende Armatur zu schaffen, welche den Aufwand zur Herstellung einer Verbindung verringert und deren Verbindungen mit den angeschlossenen Rohren eine lange Lebensdauer besitzen.

Die Lösung der Aufgabe ist durch die Merkmale des Anspruchs 1 definiert. Gemäss der Erfindung ist der Anschlussteil in das Armaturengehäuse integriert und so ausgebildet, dass die Armatur mit dem auf oder in den Anschlussteil geschobenen Rohr durch axiales Aufschieben einer das Rohr umschliessenden Hülse fluiddicht verbindbar ist.

Eine derartige Verbindungsanordnung benötigt kein Dichtelement wie z. B. einen Dichtungsring, die Abdichtung erfolgt direkt zwischen dem Anschlussteil und dem Rohr. Durch das axiale Aufschieben der Hülse wird ein Element der Verbindungsanordnung verpresst. Durch die dadurch erfolgende Verformung ergeben sich elastische Rückstellkräfte, welche die Abdichtung bewirken. Es wird im Rahmen der Verbindungsanordnung kein zusätzliches Element, wie ein Fitting, eingesetzt. Dadurch wird sowohl die Lebensdauer der Verbindung erhöht als auch deren Herstellung vereinfacht.

Herkömmliche Verbindungen mit Dichtring scheinen oft dicht zu sein, obwohl sie irrtümlich nicht verpresst wurden. Bei einer ersten Überprüfung nach Fertigstellen der Installationen, der sogenannten Druckprobe, werden also keine Mängel festgestellt. Erst später beginnen solche unverpressten Verbindungen zu lecken und bleiben oft längere Zeit unentdeckt, was zu erheblichen Schäden führen kann. Demgegenüber ergibt sich für die erfindungsgemässe Verbindungsanordnung der Vorteil, dass eine irrtümlich nicht verpresste Verbindung mit Sicherheit undicht ist, weil ohne Verpressung keinerlei Abdichtung besteht. Mängel werden also schon bei der ersten Kontrolle entdeckt.

Die Erfindung erstreckt sich auf alle Armaturen, die fluiddicht mit einem Rohr verbunden werden müssen, z. B. Spindel- oder Membranventile, Kugel- und Reiberhahnen, Schieber, Klappen oder Pumpen. Die Armaturen können manuell oder elektrisch gesteuert sein. Die fluiden Medien umfassen insbesondere Trinkwasser und Gas, die erfindungsgemässe Verbindungsanordnung ist aber auch anwendbar in der Vakuum-, Hochdruck-, Hochtemperatur- und Kältetechnik.

Die Hülse besteht mit Vorteil aus Metall, insbesondere aus Messing (gegebenenfalls vernickelt oder verchromt) oder aus Edelstahl. Vorteilhaft sind aber auch Hülsen aus einem Verbund aus Metall und Kunststoff, z. B. vernickeltes Messing mit einer Polyamid-Umhüllung, oder einem Verbund aus Metall und einem Elastomer wie z. B. Gummi, Kautschuk oder EPDM. Metalle, eingeschlossen Sintermetalle, weisen eine hohe Festigkeit und Dauerhaftigkeit auf, was besonders bei hohem Druck und/oder hoher Temperatur des fluiden Mediums entscheidend ist. Die Elastizität der metallischen Stoffe bleibt überdies über einen langen Zeitraum unverändert erhalten. Kunststoffe oder Elastomere sind korrosionsresistent, werden aber auch z. B. deshalb mit Vorteil verwendet, weil sie eine bessere Haftung an dem darunterliegenden Element, z. B. dem Rohr aufweisen, weil sie die einfache Anbringung einer Beschriftung erlauben, oder aus ästhetischen Gründen. Kunststoffe sind zudem einfach und rationell bearbeitbar. Durch die Wahl einer Kombination aus einem metallischen und einem nicht-metallischen Material können die jeweiligen Vorteile der Stoffe genutzt werden. Bei der Materialwahl ist zu beachten, dass die Hülse keinen Mediumkontakt hat. Allfällige chemische Reaktionen mit dem Medium sind also nicht zu erwarten. Der Innendurchmesser der Hülse soll den Aussendurchmesser des Rohrs nur geringfügig übersteigen.

Bevorzugt umfasst der Anschlussteil einen Nippel, welcher so ausgebildet ist, dass das Rohr darauf aufschiebbar ist. Der Innendurchmesser des Rohrs ist kleiner, gleich oder leicht grösser als der Aussendurchmesser des Nippels. Ist der Rohr-Innendurchmesser kleiner als der Aussendurchmesser des Nippels, ist beim Aufschieben ein (geringfügiges) Aufweiten des Rohrs notwendig. Dies lässt sich bei einem Kunststoffrohr, besonders bei kleineren Wandstärken, aber problemlos, ohne grossen Kraftaufwand erreichen. Der Nippel unterstützt das Rohr im Bereich der Verbindung und erlaubt dauerhafte Verbindungen auch bei dünnen oder leicht verformbaren Rohren. Durch die Integration des Nippels in das Armaturengehäuse ergibt sich gleichzeitig eine mechanisch stabile Verbindung zwischen dem auf dem Nippel gehaltenen Rohr und der Armatur.

Mit Vorteil ist der Nippel aus Kunststoff, insbesondere Polyvinylidenfluorid (PVDF), Polysulphon (PSU), bevorzugt Polyphenylsulfon (PPSU), aus Metall, insbesondere Metallguss, bevorzugt Rotguss oder Edelstahlguss, oder einer Kombination aus Metall und Kunststoff gefertigt. Kunststoffe sind verhältnismässig einfach zu verarbeiten, und es sind Kunststoffe verfügbar, welche mit den üblichsten fluiden Medien chemisch praktisch nicht reagieren. Besonders PVDF ist praktisch mediumneutral und eignet sich somit auch für chemische Anwendungen. PPSU weist eine hohe Schlagfestigkeit auf, ist sehr dauerhaft, auch bei höheren Temperaturen formbeständig und zeigt eine geringe thermische Ausdehnung. PSU ist eine Alternative zu PPSU. Der Nippel kann auch aus einem Verbund von Kunststoffen hergestellt werden, indem z. B. ein Nippelkörper aus PPSU mit einer Schicht aus PVDF überzogen wird.

Ein Nippel kann aber z. B. auch aus Metall aufgebaut und mit einem Kunststoffmantel (z. B. aus einem Polypropylen) umhüllt werden. Dadurch kann die Stabilität des Metalls mit den chemischen Vorteilen des Kunststoffs verbunden werden.

Der Nippel kann auch ganz aus Metall, z. B. aus Rotguss, bzw. einer Rotguss-Legierung, Edelstahl oder Edelstahlguss, Messing oder Kupfer gefertigt werden. Bei der Auswahl des zu verwendenden Metalls ist insbesondere den zu transportierenden Medien Rechnung zu tragen, weil der Nippel zumindest mit seiner Innenseite in Kontakt zum Medium steht. Wird Trinkwasser transportiert, darf z. B. dessen Qualität nicht beeinträchtigt werden. Der Werkstoff muss zudem für die Anwendung korrosionsfrei sein und es sollten keine ökologisch bedenklichen Stoffe abgegeben werden. Gussmaterialien wie Rotguss oder Edelstahlguss bieten den Vorteil, dass sie rationell, mit wenig Restmaterial verarbeitet werden können und eine Vielzahl von Formen erlauben. Eine spanabhebende Bearbeitung erfolgt erst in einem letzten Schritt, wenn die Oberflächen des gegossenen Formkörpers endbearbeitet werden.

Bevorzugt umfasst der Anschlussteil eine Quetschzone, welche so ausgebildet ist, dass sie das Rohr umschliessend aufnehmen und beim Aufschieben der Hülse eine metallische Dichtung mit dem Rohr schaffen kann. Das Material für die Quetschzone kann so gewählt werden, dass sich eine optimale Abdichtung mit dem Material des davon umschlossenen Rohrs ergibt. Durch die Integration der Quetschzone in das Armaturengehäuse entfällt ein zusätzliches Element wie ein spezieller Quetschring, ausserdem besteht automatisch eine Abdichtung zwischen der Quetschzone und dem Gehäuse. Der Innendurchmesser der Quetschzone ist dem Aussendurchmesser des Rohrs angepasst.

Eine Armatur mit integriertem Nippel und Quetschzone, bei welcher das zu verbindende Rohr in den radialen Zwischenraum zwischen den Nippel und die Quetschzone eingeschoben wird, wobei die radiale Ausdehnung des Zwischenraums der Wandstärke des Rohrs entspricht, gewährleistet eine maximale Stützung des Rohrs. Auf diese Weise können auch dünnwandige Rohre stabil und sicher mit der Armatur verbunden werden.

Wird ein Rohr mit einer gewissen Stabilität, z. B. ein Rohr mit einer Wandstärke von mindestens 2 mm, verwendet, kann bei einer Verbindungsanordnung mit einer am Armaturengehäuse angeordneten Quetschzone auf einen Nippel verzichtet werden. Das Rohr erfüllt in diesem Fall durch seine Formstabilität gleichzeitig die Abstützfunktion. Ausserdem kann ein Rohr mit beliebigem Rohr-Innendurchmesser mit der Armatur verbunden werden, und es müssen nicht innengeglättete Rohre verwendet werden.

Anstelle einer Quetschzone am Anschlussteil kann die Verbindungsanordnung einen Quetschring umfassen, welcher auf das Rohr aufschiebbar ist und welcher beim Aufschieben der Hülse auf den Quetschring eine metallische Dichtung mit dem Rohr schafft. Dies erlaubt eine einfache Anpassung des Quetschelements an unterschiedliche Rohre, welche mit derselben Armatur verbunden werden sollen, insbesondere an deren Material und deren Aussendurchmesser.

Als Material für die Quetschzone oder den Quetschring geeignet ist Metall, insbesondere Metallguss, bevorzugt Rotguss oder Edelstahlguss, alternativ aber auch z. B. Messing. Die Quetschzone oder der Quetschring kann aber auch aus einer Kombination aus Metall und Kunststoff oder einer Kombination aus Metall und einem Elastomer wie Gummi, Kautschuk oder EPDM gebildet sein. Die Zone oder der Ring kann z. B. einen metallischen Kern aufweisen, welcher mit Elementen aus Kunststoff und/oder einem Elastomer ergänzt wird. Die nichtmetallischen Elemente können als (z. B. hülsen- oder ringförmige) Schichten innerhalb und/oder ausserhalb des Metallkerns ausgeformt sein.

Der Anschlussteil kann einstückig mit dem Gehäuse der Armatur ausgebildet sein. Dies erlaubt die Herstellung der wesentlichen Teile des Armaturengehäuses sowie des Anschlussteiles in demselben Arbeitsgang, z. B. durch Giessen, Pressen oder Spritzen. Der Nippel kann durch spanabhebende Verfahren bearbeitet werden. Es ergeben sich zudem keine chemischen oder mechanischen Probleme, wie sie an Übergängen zwischen unterschiedlichen Materialien auftreten können.

Der Anschlussteil kann formschlüssig am Gehäuse der Armatur gehalten, insbesondere eingespritzt oder eingegossen sein. Dies erlaubt die Wahl unterschiedlicher Materialien für den Anschlussteil und das Armaturengehäuse. Trotzdem werden keine zusätzlichen Befestigungselemente benötigt. Ein metallisches Anschlussteil kann z. B. in ein Armaturengehäuse aus Kunststoff eingegossen sein, oder ein Anschlussteil aus Kunststoff kann in ein metallisches Armaturengehäuse eingespritzt werden.

Der Anschlussteil kann auch mit dem Gehäuse der Armatur verschweisst sein. Dies empfiehlt sich für die Kombination eines Anschlussteils aus einem ersten Metall mit einem Armaturengehäuse aus einem anderen Metall.

Alternativ kann der Anschlussteil z. B. mit dem Gehäuse verklebt sein.

Ein auf den Nippel aufgeschobenes Ende des Rohrs kann aufgeweitet sein. In diesem Fall ist der Rohrinnendurchmesser des unbearbeiteten Rohrs kleiner als der Aussendurchmesser des Nippels. Durch das Aufweiten wird der Innendurchmesser in einem Endbereich des Rohrs derart vergrössert, dass das Rohr auf den Nippel aufgeschoben werden kann. Dadurch wird der effektive Rohrinnendurchmesser beim Nippel vergrössert und der Durchfluss des Mediums verbessert. Gleichzeitig erübrigt sich ein verdickendes Element (wie ein Quetschring oder eine Quetschzone) auf der Aussenseite des Rohrs. Die Hülse kann über den nicht aufgeweiteten Bereich des Rohrs direkt auf die Aufweitung geschoben werden und bewirkt so eine Abdichtung zwischen dem Rohr und dem Nippel.

Der Nippel kann so ausgebildet sein, dass das Rohr beim Aufschieben gleichzeitig aufgeweitet wird. Dadurch erübrigt sich das vorgängige Aufweiten und ein Arbeitsschritt kann eingespart werden.

In diesem Fall wird mit Vorteil ein Kunststoffrohr, insbesondere aus PE-X, eingesetzt. PE-X zeigt einen Memory-Effekt, d. h., es hat die Tendenz, wieder in seine ursprüngliche Form zurückzukehren. Nach dem Aufschieben des Rohrs auf den Nippel und dem gleichzeitigen Aufweiten führt dieser Effekt dazu, dass sich das Rohr durch seinen Rückstelleffekt dicht um den Nippel schliesst und so eine Abdichtung stattfindet. Eine Hülse kann unterstützend auf das Rohr aufgeschoben werden, ist aber nicht unbedingt notwendig. Anstelle von PE-X können auch andere Materialien verwendet werden, welche einen derartigen Memory-Effekt zeigen.

Bevorzugt weisen eines oder mehrere Elemente (Nippel, Quetschring oder -zone, Schiebehülse) der erfindungsgemässen Verbindungsanordnung eine oder mehrere Bereiche mit Verzahnungen auf. Einerseits wird dadurch die (insbesondere metallische) Abdichtung zwischen diesem Element und einem benachbarten Element verbessert. Andererseits wirkt die Verzahnung als axiale Sicherung, so dass das mit der Armatur fluiddicht verbundene Rohr nicht mehr abgezogen werden kann. Die Verzahnung wird durch aus dem Element herausragende Zähne, Vorsprünge oder Zacken gebildet, welche z. B. einen dreieckigen, trapezförmigen, sägezahnartigen oder rechteckigen Querschnitt haben können. Beim Aufschieben der Schiebehülse dringen die Zacken in das benachbarte (bevorzugt aus einem weicherem Material hergestellte) Element ein, wodurch die Verbindung der Elemente sowie die Abdichtung verbessert werden.

Bei einem Verfahren zur Herstellung einer fluiddichten Verbindung zwischen einer Armatur und einem Rohr aus Metall und/oder Kunststoff wird das Rohr auf oder in einen mit der Armatur fest verbundenen Anschlussteil geschoben, worauf eine das Rohr umschliessende Hülse entlang des Rohrs zur Armatur hin aufgeschoben wird. Das Aufschieben und dadurch das Verpressen erfolgt mit einer elektrisch, pneumatisch oder manuell, vorzugsweise aber hydraulisch betätigten Zange oder Maschine. Die auftretenden Kräfte beim Aufschieben der Hülse sind durch die geometrischen und mechanischen Randbedingungen vorgegeben, dies im Gegensatz zum radialen Verpressen, bei welchem die Presskraft kontrolliert werden muss. Die Verpressung erfolgt zudem gleichmässig und allmählich.

Mit Vorteil wird zwischen dem Rohr und der Hülse ein Quetschelement angeordnet, welches beim Aufschieben der Hülse zusammen mit dem Rohr deformiert wird, so dass die fluiddichte Verbindung geschaffen wird. Das Quetschelement kann als mit der Armatur fest verbundene Quetschzone oder als gesonderter Quetschring ausgebildet sein. Bei Quetschelementen mit einer geringen Wandstärke kann das Aufschieben der Hülse und dadurch das Verpressen mit einer einfachen und kompakten manuell betätigten Zange erfolgen. Dadurch können auch Engstellen gut erreicht werden.

Das Rohr kann vor dem Schieben in oder auf den Anschlussteil aufgeweitet werden. Dadurch erübrigt sich ein Quetschelement, weil das aufgeweitete Rohr selbst eine Verdickung bildet und durch die Hülse zusammengedrückt wird.

Alternativ kann das Rohr auf einen Nippel des Anschlussteils geschoben und gleichzeitig aufgeweitet werden. Diese Verfahrensweise ist besonders dann von Vorteil, wenn das Rohr aus einem Material (z. B. PE-X) gefertigt ist, welches einen Memory-Effekt aufweist, also nach dem Aufweiten zumindest teilweise wieder in seine ursprüngliche Form zurückkehrt.

Aus der nachfolgenden Detailbeschreibung und der Gesamtheit der Patentansprüche ergeben sich weitere vorteilhafte Ausführungsformen und Merkmalskombinationen der Erfindung.

Kurze Beschreibung der Zeichnungen

Die zur Erläuterung des Ausführungsbeispiels verwendeten Zeichnungen zeigen:

1A Eine schematische Darstellung einer erfindungsgemässen Armatur mit Nippel, welche mittels Quetschring und Schiebehülse mit einem Rohr verbunden ist, im unverpressten Zustand;

1B eine schematische Darstellung der Armatur in verpresstem Zustand;

2 eine schematische Darstellung einer weiteren erfindungsgemässen Armatur mit Nippel und Quetschzone, welche mittels Schiebehülse mit einem Rohr verbunden ist;

3 eine schematische Darstellung einer weiteren erfindungsgemässen Armatur mit Nippel, welche mittels Schiebehülse mit einem aufgeweiteten Rohr verbunden ist;

4 eine schematische Darstellung einer weiteren erfindungsgemässen Armatur mit Nippel, welche mit einem aufgeweiteten Rohr mit Rückstelleffekt verbunden ist;

5 eine schematische Darstellung einer weiteren erfindungsgemässen Armatur ohne Nippel mit Quetschzone, welche mittels Schiebehülse mit einem Rohr verbunden ist;

6A–D schematische Darstellungen erfindungsgemässer Armaturen mit unterschiedlich angeordneten Verzahnungen.

Grundsätzlich sind in den Figuren gleiche Teile mit gleichen Bezugszeichen versehen.

Wege zur Ausführung der Erfindung

Die 1A zeigt eine schematische Darstellung einer erfindungsgemässen Armatur mit Nippel, welche mittels Quetschring und Schiebehülse mit einem Rohr verbunden ist, in unverpresstem Zustand. Die Armatur 101 ist nicht näher dargestellt, die Erfindung ist für alle Armaturen, welche mit einem Rohr fluiddicht verbunden werden sollen, gleichermassen anwendbar. Die Armatur 101 umfasst ein Armaturengehäuse 102 und einen Anschlussteil 103, welcher als Nippel 106 ausgebildet ist. Das Armaturengehäuse 102 und der Anschlussteil 103 sind einstückig aus demselben Material, z. B. Edelstahl, geformt. Innerhalb des Armaturengehäuses 102 ist ein Funktionselement 109 angeordnet, z. B. ein Absperr- oder Regelventil. Dieses Funktionselement 109 ist lediglich schematisch angedeutet. Seine Funktion ist an sich bekannt. Die Erfindung ist auch auf Armaturen mit einem anderen Funktionselement, z. B. einem Kugelhahn, einem Sicherheits- oder Spindelventil, einem Schieber, einer Klappe oder einer Pumpe, anwendbar. Das Funktionselement 109 kann manuell, elektrisch oder pneumatisch betätigt werden.

Der Nippel 106 erstreckt sich senkrecht zum Armaturengehäuse 102 und umfasst mehrere radiale Wülste. Das Rohr 104, z. B. ebenfalls aus Edelstahl, ist auf den Nippel 106 aufgeschoben. Der Innendurchmesser des Rohrs 104 entspricht dem grössten Aussendurchmesser des Nippels 106 bei dessen radialen Wülsten, so dass das Rohr 104 bereits im dargestellten, noch unverpressten Zustand bei den Wülsten unmittelbar auf dem Nippel 106 allseitig aufliegt.

Auf das Rohr 104 ist ein bezüglich seiner Achse rotationssymmetrischer Quetschring 107 aus Messing aufgeschoben. Dieser weist einen Querschnitt auf, welcher sich in Richtung des Armaturengehäuses 102 ungleichmässig erweitert. Auf das Rohr ist auf der dem Armaturengehäuse 102 abgewandten Seite eine Schiebehülse 105 aus Messing aufgeschoben. Deren kleinster Innendurchmesser ist grösser als der Aussendurchmesser des Rohrs, die Schiebehülse 105 kann also frei entlang des Rohrs verschoben werden. Die Öffnung der Schiebehülse 105 erweitert sich in Richtung des Armaturengehäuses 102, im dem Armaturengehäuse 102 abgewandten Endbereich 105a der Schiebehülse 105 ist der Querschnitt im Wesentlichen konstant und der Innendurchmesser ist nur geringfügig grösser als der Aussendurchmesser des Rohrs 104. Die Länge der Schiebehülse 105 entspricht ungefähr der Länge des Quetschrings 107.

Ausgehend von der in der 1A dargestellten Situation wird nun die Schiebehülse 105 in Richtung des Armaturengehäuses 102 über den Quetschring 107 aufgeschoben. Dies geschieht mit einer manuell oder elektrisch betätigten Zange. Kräfte zwischen der Schiebehülse 105 und dem Quetschring 107 treten erst dann auf, wenn der verengte Endbereich 105a der Schiebehülse mit dem erweiterten Querschnitt des Quetschrings 107 in Kontakt tritt. Im weiteren Verlauf werden sowohl der Quetschring 107 als auch das darunterliegende Rohr 104 verformt, wobei Material einerseits radial zum Rohr hin und andererseits tendenziell axial in Richtung des Armaturengehäuses 102 verschoben wird. Der Nippel 106 ist so ausgelegt, dass er höchstens geringfügige Verformungen erfährt.

Der unregelmässige Querschnitt des Quetschrings 107 ist dem Querschnitt des Nippels 106 derart angepasst, dass er beim Aufschieben der Schiebehülse 105 so verformt wird, dass im fertig verpressten Zustand sowohl bei den Wülsten des Nippels 106 als auch bei den dazwischen liegenden engeren Abschnitten ungefähr derselbe Druck auf das Rohr 104 ausgeübt wird. Dies wird dadurch erreicht, dass der Quetschring 107 an jenen Stellen, welche im verpressten Zustand über den engeren Abschnitten zu liegen kommen, mehr Material aufweist als bei den Stellen, welche über den Wülsten zu liegen kommen.

Die 1B zeigt nun die Armatur in verpresstem Zustand. Die Schiebehülse 105 ist ganz bis an das Armaturengehäuse 102 aufgeschoben. Das Rohr 104 schliesst dicht an den Nippel 106 an und folgt dessen Wülsten und engeren Abschnitten. Dadurch ergibt sich neben der fluiddichten Verbindung eine axiale Sicherung des Rohrs 104 auf dem Anschlussteil 103.

Die 2 zeigt eine schematische Darstellung einer weiteren erfindungsgemässen Armatur mit Nippel und Quetschzone, welche mittels Schiebehülse mit einem Rohr verbunden ist. Prinzipiell ist der Aufbau der Armatur 201 derselbe wie der in der 1 dargestellte, mit dem Unterschied, dass das Armaturengehäuse 202 nun aus Kunststoff hergestellt ist und dass der Anschlussteil 203 koaxial und ausserhalb des Nippels 206 auch eine Quetschzone 208 aus Messing umfasst. Diese Quetschzone 208, welche ihrer Form und Funktion nach dem oben dargestellten Quetschring 107 entspricht, ist mit einem Endteil 208a formschlüssig am Armaturengehäuse 202 gehalten. Dazu ist der Endteil 208a nach innen abgekröpft und zapfenförmig. Gehalten wird er in einer Ringnut 202a des Armaturengehäuses 202. Dies lässt sich durch Einpressen der metallischen Quetschzone 208 bei der Herstellung des Armaturengehäuses 202 erreichen.

Der radiale Abstand zwischen dem Nippel 206 und der Quetschzone 208 entspricht der Wandstärke des Rohrs 204. Dieses kann also zwischen den Nippel 206 und die Quetschzone 208 praktisch spielfrei in den Anschlussteil 203 eingeschoben und anschliessend wie oben dargestellt durch Aufschieben der Schiebehülse 205 verpresst werden. Die fest mit dem Armaturengehäuse 202 verbundene Quetschzone 208 führt gegenüber einem losen Quetschring zu einer verbesserten Stabilität der Verbindung und zu einer geringeren Anzahl von Elementen der Verbindungsanordnung, was das Herstellen der Verbindung vereinfacht.

Die Länge der in der 2 dargestellten Schiebehülse 205 entspricht – im Gegensatz zu der in der 1 dargestellten Schiebehülse 105 – nur ungefähr der Hälfte der Länge der Quetschzone 208. Die Länge der Schiebehülse kann dem Einsatzgebiet entsprechend gewählt werden und die Länge der Quetschzone oder des Quetschrings gar übersteigen. Eine fluiddichte Verbindung kann sowohl mit kurzen als auch mit langen Schiebehülsen hergestellt werden.

Die 3 zeigt eine schematische Darstellung einer weiteren erfindungsgemässen Armatur mit Nippel, welche mittels Schiebehülse mit einem aufgeweiteten Rohr verbunden ist. Die Armatur 301 mit dem Armaturengehäuse 302 und dem Anschlussteil 302 in Form des Nippels 306 entspricht im Prinzip der Armatur 101 in der 1.

Das Kunststoffrohr 304, z. B. aus Polyethylen, ist nun vor dem Aufschieben auf den Nippel 306 aufgeweitet worden, d. h. sowohl der Innen- als auch der Aussendurchmesser eines Abschnitts 304b wurden gegenüber dem ursprünglichen Rohrdurchmesser im Hauptteil 304a des Rohres erweitert. Die Änderung des Durchmessers erfolgt in einem Übergang 304c, welcher so positioniert ist, dass die Länge des aufgeweiteten Abschnitts 304b des Rohrs 304 der Länge des Nippels 306 entspricht, so dass das Rohr genau bis zum Armaturengehäuse 302 aufgeschoben werden kann.

Dadurch, dass das Rohr aufgeweitet worden ist, ergibt sich im Abschnitt 304b ein gegenüber dem Hauptteil 304a des Rohrs verdicktes Element, so dass kein Quetschring und keine Quetschzone notwendig sind. Wird die Schiebehülse 305 in Richtung des Armaturengehäuses 302 geschoben, wirken Kräfte zwischen der Schiebehülse 305 und dem Rohr 304, sobald der Übergang 304c zwischen dem Hauptteil 304a und dem aufgeweiteten Abschnitt 304b des Rohrs 304 passiert wird.

Die Schiebehülse 305 ist mit Vorteil aus PE-X hergestellt oder umfasst einen Abschnitt aus PE-X. PE-X ist ein Polyethylenmaterial mit einer hohen Dichte, wobei zwischen den einzelnen Polymerketten chemische Bindungen bestehen, so dass sich eine dreidimensionale gitterartige Struktur ergibt. Diese Struktur verleiht dem Material einen sog. Memory-Effekt, d. h. ein Formteil aus dem Material nimmt nach einer erzwungenen Deformation allmählich möglichst wieder seine ursprüngliche Form an. Dadurch ergibt sich beim Aufschieben der Schiebehülse 305 ein zusätzlicher elastischer Rückstelleffekt, welcher die Abdichtung weiter verbessert. Besonders vorteilhaft ist die Kombination einer Schiebehülse aus PE-X mit einem Rohr aus PE-X.

Die 4 ist eine schematische Darstellung einer weiteren erfindungsgemässen Armatur mit Nippel, welche mit einem aufgeweiteten Rohr mit Rückstelleffekt verbunden ist. Die Armatur 401 umfasst wiederum ein Armaturengehäuse 402, an welches einstückig ein Anschlussteil 403 in der Form eines Nippels 406 anschliesst. Das vordere, dem Armaturengehäuse 402 abgewandte Ende des Nippels 406 ist so geformt, dass ein Rohr 404 aus PE-X beim Aufschieben auf den Nippel 406 gleichzeitig aufgeweitet wird, indem das Rohr an seiner Innenseite durch den Nippel 406, dessen Aussendurchmesser grösser ist als der Innendurchmesser des Rohrs 404, nach aussen gedrückt wird.

Das Rohr 404 wird nun (bei Umgebungstemperatur) über den Nippel 406 geschoben, wodurch es ausgeweitet wird. Es ergibt sich eine Situation ähnlich derjenigen in 3. Bei Umgebungstemperatur kehrt nun das Material aufgrund des Memory-Effekts bestmöglich in seine ursprüngliche Form zurück, ein Rohr mit einem Innendurchmesser, der kleiner ist als der Aussendurchmesser des Nippels 406. Der Nippel 406 verhindert aber eine vollständige Rückkehr. Es ergibt sich die in der 4 dargestellte Situation, dass sich das Rohr 406 eng an den Nippel 404 anschmiegt, so dass eine fluiddichte Verbindung geschaffen wird. Eine Schiebehülse wird bei dieser Ausführungsform der Erfindung nicht benötigt.

Die 5 zeigt eine schematische Darstellung einer weiteren erfindungsgemässen Armatur ohne Nippel mit Quetschzone, welche mittels Schiebehülse mit einem Rohr verbunden ist. Die Armatur 501 umfasst ein Armaturengehäuse 502 und einen Anschlussteil 503, welcher als Quetschzone 508 ausgebildet ist. Die Quetschzone 508 ist einstückig mit dem Armaturengehäuse 502 aus Rotguss ausgeführt. Ein Rohr 504 aus Metall mit einer Wandstärke von 2 mm wird in den Anschlussteil 503 eingeschoben, wobei der Aussendurchmesser des Rohrs 504 im Wesentlichen dem Innendurchmesser des Anschlussteils 503 entspricht.

Das Aufschieben der Schiebehülse 505 führt nun wiederum zu einer Verformung der Quetschzone 508 und geringfügig auch des Rohrs 504. Durch den von der Schiebehülse 505 auf die Quetschzone 508 ausgeübten Druck ergibt sich eine rein metallische Dichtung zwischen der Quetschzone 508 aus Messing und dem metallischen Rohr 504, welche eine fluiddichte Verbindung zwischen der Armatur 501 und dem Rohr 504 gewährleistet.

Die 6A–D sind schematische Darstellungen erfindungsgemässer Armaturen mit unterschiedlich angeordneten Verzahnungen. Die metallische Abdichtung zwischen den einzelnen Elementen der Verbindungsanordnung kann durch Anbringen einer Verzahnung noch verbessert werden, indem die Verzahnung die Kontaktfläche zwischen angrenzenden Elementen vergrössert und als Sperre gegen ein Austreten von Stoff aus dem Rohr wirkt. Gleichzeitig bildet die Verzahnung eine Art Kralle und schafft dadurch eine axiale Sicherung, so dass nach Herstellung der Verbindung das Rohr fest an der Armatur gehalten ist und nicht mehr zurückgezogen werden kann. Die 6A–D zeigen im Prinzip die bereits in der 1 dargestellte Verbindungsanordnung mit dem Nippel 106, dem Quetschring 107 und der Schiebehülse 105. Das im Folgenden über die Anordnung und Ausführung der Verzahnung Gesagte lässt sich aber auf alle anderen dargestellten Ausführungsformen der Erfindung entsprechend übertragen.

Bei der 6A sind an der Aussenseite des Nippels 106, jeweils auf der ansteigenden Flanke der radialen Wülste, Verzahnungen 106a angeordnet. Sie sind durch eine Vielzahl von Zacken gebildet, welche einen im Wesentlichen dreieckigen Querschnitt aufweisen. Die Verzahnung 106a wirkt beim Aufschieben der Schiebehülse 105 mit der Innenseite des Rohrs 104 zusammen, indem die einzelnen Zähne in das Rohr eingreifen.

Bei der 6B ist eine Verzahnung 107a auf der Innenseite des Quetschrings 107, nahe des der Armatur zugewandten Endes, angeordnet. Die Zähne der Verzahnung 107a wirken mit der Aussenseite des Rohrs 104 zusammen.

Bei der 6C ist eine Verzahnung 107b an der Aussenseite des Quetschrings 107, entlang dessen aufsteigender Flanke, angeordnet. Die Zähne wirken mit der Schiebehülse 105 zusammen.

Bei der 6D ist schliesslich eine Verzahnung 105b auf der Innenseite der Schiebehülse 105 angeordnet. Die Zähne weisen einen sägezahnartigen Querschnitt auf, wobei die steile Flanke von der Armatur weg weist. Dadurch wird die axiale Sicherung verbessert, ohne dass das Aufschieben der Schiebehülse 105 auf den Quetschring 107 erschwert wird.

Beim Nippel 106 kann alternativ ganz auf Wülste verzichtet werden, die Verzahnungen können überdies auch einen anderen, z. B. einen trapezförmigen oder rechteckigen, Querschnitt aufweisen. Die Anordnung der Verzahnung entlang des Nippels 106, des Quetschrings 107 oder der Schiebehülse 105 sowie die Querschnitte der einzelnen Zacken können anders gewählt werden. Mehrere Verzahnungen an denselben oder verschiedenen Elementen können überdies kombiniert werden. Eine Verzahnung, welche die Abdichtung zwischen zwei Elementen verbessern soll, wird bevorzugt an jenem Element ausgebildet, dessen Material die grössere Härte besitzt. Üblicherweise wird eine Verzahnung also an den metallischen Elementen der Verbindungsanordnung angebracht.

Bei jeder der dargestellten Ausführungen der Erfindung kann der Anschlussteil einstückig mit dem Armaturengehäuse ausgebildet sein. Der Anschlussteil kann aber ganz oder teilweise auch aus einem anderen Material als das Armaturengehäuse gefertigt und mit dem Armaturengehäuse fest verbunden, z. B. verschweisst, verklebt oder formschlüssig eingespritzt oder eingegossen sein.

Das Material der Schiebehülse kann weitgehend unabhängig von der weiteren Ausführung der Verbindungsanordnung gewählt werden. Neben Messing und Edelstahl kommen z. B. auch Kunststoffe wie PE-X in Betracht oder Verbundteile aus Metall und Kunststoff.

Das Anwendungsgebiet der erfindungsgemässen Verbindungsanordnungen erstreckt sich insbesondere auf Kunstoffrohre, Metallrohre und Verbundrohre, wobei Verbundrohre aus mehreren unterschiedlichen Kunststoffen oder aus Kunststoffen und Metallen gefertigt sein können.

Zusammenfassend ist festzustellen, dass die Erfindung eine Armatur für fluide Medien, eine Verbindungsanordnung zum Verbinden der Armatur mit einem Rohr sowie ein Verfahren zur Herstellung einer fluiddichten Verbindung zwischen einer Armatur und einem Rohr schafft, welche den Aufwand zur Herstellung einer Verbindung verringern und Verbindungen mit einer langen Lebensdauer ermöglichen.


Anspruch[de]
  1. Armatur für fluide Medien, insbesondere mit einer Absperr-, Regel- oder Ventilfunktion, mit einem Armaturengehäuse (102; 202; 302; 402; 502) und einem Anschlussteil (103; 203; 303; 403; 503) für ein Rohr (104; 204; 304; 404; 504) aus Metall und/oder Kunststoff, wobei der Anschlussteil (103; 203; 303; 403; 503) in das Armaturengehäuse (102; 202; 302; 402; 502) integriert und so ausgebildet ist, dass die Armatur (101; 201; 301; 401; 501) mit dem auf oder in den Anschlussteil (103; 203; 303; 403; 503) geschobenen Rohr (104; 204; 304; 404; 504) durch axiales Aufschieben einer das Rohr umschliessenden Hülse (105; 205; 305; 505) fluiddicht verbindbar ist.
  2. Armatur nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Anschlussteil (103; 203; 303; 403; 503) einen Nippel (106; 206; 306; 406) umfasst, welcher so ausgebildet ist, dass das Rohr (104; 204; 304; 404; 504) darauf aufschiebbar ist.
  3. Armatur nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Nippel (106; 206; 306; 406) eine Verzahnung (106a) aufweist.
  4. Armatur nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Nippel (106; 206; 306; 406) aus einem der folgenden Materialien oder aus einer Kombination davon gefertigt ist:

    a) Kunststoff, insbesondere Polyvinylidenfluorid (PVDF), Polysulphon (PSU), bevorzugt Polyphenylsulfon (PPSU),

    b) Metall, insbesondere Metallguss, bevorzugt Rotguss oder Edelstahlguss.
  5. Armatur nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Anschlussteil (203; 503) eine Quetschzone (208; 508) umfasst, welche so ausgebildet ist, dass sie das Rohr (204; 504) umschliessend aufnehmen und beim Aufschieben der Hülse (205; 505) eine metallische Dichtung mit dem Rohr (204; 504) schaffen kann.
  6. Armatur nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Quetschzone (208, 508) aus einem der folgenden Materialien gebildet ist:

    a) Metall, insbesondere Metallguss, bevorzugt Rotguss oder Edelstahlguss;

    b) einer Kombination aus Metall und Kunststoff;

    c) einer Kombination aus Metall und einem Elastomer, insbesondere Gummi, Kautschuk oder EPDM.
  7. Armatur nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Anschlussteil (103; 303; 403; 503) einstückig mit dem Gehäuse (102; 302; 402; 502) der Armatur (101; 301; 401; 501) ausgebildet ist.
  8. Armatur nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Anschlussteil (203) formschlüssig am Gehäuse (202) der Armatur (201) gehalten, insbesondere eingespritzt oder eingegossen, ist.
  9. Armatur nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Anschlussteil mit dem Gehäuse der Armatur verschweisst ist.
  10. Verbindungsanordnung zum Verbinden einer Armatur (101; 201; 301; 401; 501) für fluide Medien, insbesondere für eine Absperr-, Regel- oder Ventilfunktion, mit einem Rohr (104; 204; 304; 404; 504) aus Metall und/oder Kunststoff, wobei ein Anschlussteil (103; 203; 303; 403; 503) in ein Gehäuse (102; 202; 302; 402; 502) der Armatur (101; 201; 301; 401; 501) integriert und so ausgebildet ist, dass die Armatur (101; 201; 301; 401; 501) mit dem auf oder in den Anschlussteil (103; 203; 303; 403; 503) geschobenen Rohr (104; 204; 304; 404; 504) durch axiales Aufschieben einer das Rohr (104; 204; 304; 404; 504) umschliessenden Hülse (105; 205; 305; 505) fluiddicht verbindbar ist.
  11. Verbindungsanordnung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Hülse (105; 205; 305; 505) eine Verzahnung (105b) aufweist.
  12. Verbindungsanordnung nach Anspruch 10 oder 1 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Hülse (105; 205; 305; 505) aus einem der folgenden Materialien gefertigt ist:

    a) Metall, insbesondere Messing oder Edelstahl;

    b) einer Kombination aus Metall und Kunststoff;

    c) einer Kombination aus Metall und einem Elastomer, insbesondere Gummi, Kautschuk oder EPDM.
  13. Verbindungsanordnung nach einem der Ansprüche 10 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass der Anschlussteil (103; 203; 303; 403) einen Nippel (106; 206; 306; 406) umfasst, welcher so ausgebildet ist, dass das Rohr (104; 204; 304; 404) darauf aufschiebbar ist.
  14. Verbindungsanordnung nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass der Nippel (106; 206; 306; 406) eine Verzahnung (106a) aufweist.
  15. Verbindungsanordnung nach Anspruch 13 oder 14, dadurch gekennzeichnet, dass der Nippel (106; 206; 306; 406) aus einem der folgenden Materialien oder aus einer Kombination davon gefertigt ist:

    a) Kunststoff, insbesondere Polyvinylidenfluorid (PVDF), Polysulphon (PSU), bevorzugt Polyphenylsulfon (PPSU),

    b) Metall, insbesondere Metallguss, bevorzugt Rotguss oder Edelstahlguss.
  16. Verbindungsanordnung nach einem der Ansprüche 13 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass ein auf den Nippel (306; 406) aufgeschobenes Ende des Rohrs (304; 404) aufgeweitet ist.
  17. Verbindungsanordnung nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, dass der Nippel (406) so ausgebildet ist, dass das Rohr (404) beim Aufschieben gleichzeitig aufgeweitet wird.
  18. Verbindungsanordnung nach Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, dass das Rohr (404) ein Kunststoffrohr, insbesondere aus PE-X, ist.
  19. Verbindungsanordnung nach einem der Ansprüche 10 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass der Anschlussteil (203; 503) eine Quetschzone (208; 508) umfasst, welche so ausgebildet ist, dass sie das Rohr (204; 504) umschliessend aufnehmen und beim Aufschieben der Hülse (205; 505) auf die Quetschzone (208; 508) eine metallische Dichtung mit dem Rohr (204; 504) schafft.
  20. Verbindungsanordnung nach Anspruch 19, dadurch gekennzeichnet, dass die Quetschzone (208; 508) eine Verzahnung aufweist.
  21. Verbindungsanordnung nach Anspruch 19 oder 20, dadurch gekennzeichnet, dass die Quetschzone (208, 508) aus einem der folgenden Materialien gebildet ist:

    a) Metall, insbesondere Metallguss, bevorzugt Rotguss oder Edelstahlguss;

    b) einer Kombination aus Metall und Kunststoff;

    c) einer Kombination aus Metall und einem Elastomer, insbesondere Gummi, Kautschuk oder EPDM.
  22. Verbindungsanordnung nach einem der Ansprüche 10 bis 15, gekennzeichnet durch einen Quetschring (107), welcher auf das Rohr (104) aufschiebbar ist und welcher beim Aufschieben der Hülse (105) auf den Quetschring (107) eine metallische Dichtung mit dem Rohr (104) schafft.
  23. Verbindungsanordnung nach Anspruch 22, dadurch gekennzeichnet, dass der Quetschring (107) eine Verzahnung (107a; 107b) aufweist.
  24. Verbindungsanordnung nach Anspruch 22 oder 23, dadurch gekennzeichnet, dass der Quetschring (107) aus einem der folgenden Materialien gebildet ist:

    a) Metall, insbesondere Metallguss, bevorzugt Rotguss oder Edelstahlguss;

    b) einer Kombination aus Metall und Kunststoff;

    c) einer Kombination aus Metall und einem Elastomer, insbesondere Gummi, Kautschuk oder EPDM.
  25. Verbindungsanordnung nach einem der Ansprüche 10 bis 24, dadurch gekennzeichnet, dass der Anschlussteil (103; 303; 403; 503) einstückig mit dem Gehäuse (102; 302; 402; 502) der Armatur (101; 301; 401; 501) ausgebildet ist.
  26. Verbindungsanordnung nach einem der Ansprüche 10 bis 24, dadurch gekennzeichnet, dass der Anschlussteil (203) formschlüssig am Gehäuse (202) der Armatur (201) gehalten, insbesondere eingespritzt oder eingegossen, ist.
  27. Verbindungsanordnung nach einem der Ansprüche 10 bis 24, dadurch gekennzeichnet, dass der Anschlussteil mit dem Gehäuse der Armatur verschweisst ist.
  28. Verfahren zur Herstellung einer fluiddichten Verbindung zwischen einer Armatur (101; 201; 301; 401; 501) und einem Rohr (104; 204; 304; 404; 504) aus Metall und/oder Kunststoff, wobei das Rohr (104; 204; 304; 404; 504) auf oder in einen mit der Armatur (101; 201; 301; 401; 501) fest verbundenen Anschlussteil (103; 203; 303; 403; 503) geschoben wird, worauf eine das Rohr (104; 204; 304; 404; 504) umschliessende Hülse (105; 205; 305; 405; 505) entlang des Rohrs (104; 204; 304; 404; 504) zur Armatur (101; 201; 301; 401; 501) hin aufgeschoben wird.
  29. Verfahren nach Anspruch 28, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen dem Rohr (104; 204; 504) und der Hülse (105; 205; 505) ein Quetschelement (107; 208; 508) angeordnet wird, welches beim Aufschieben der Hülse (105; 205; 505) zusammen mit dem Rohr (104; 204; 504) deformiert wird, so dass die fluiddichte Verbindung geschaffen wird.
  30. Verfahren nach Anspruch 28 oder 29, dadurch gekennzeichnet, dass das Rohr (304; 404) vor dem Schieben in oder auf den Anschlussteil (303; 403) aufgeweitet wird.
  31. Verfahren nach Anspruch 28 oder 29, dadurch gekennzeichnet, dass das Rohr (404) auf einen Nippel (406) des Anschlussteils (403) geschoben und gleichzeitig aufgeweitet wird.
Es folgen 3 Blatt Zeichnungen






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