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Dokumentenidentifikation DE10060332B4 24.02.2005
Titel Verfahren und Vorrichtung zur Millimeterwellen-Leistungsregelung bei einem V-Band-TR-Modul
Anmelder EADS Deutschland GmbH, 85521 Ottobrunn, DE
Erfinder Filleböck, Marion, Dr., 89081 Ulm, DE;
Schroth, Joerg, 89081 Ulm, DE
Vertreter Meel, T., Dipl.-Phys., Pat.-Ass., 88709 Meersburg
DE-Anmeldedatum 04.12.2000
DE-Aktenzeichen 10060332
Offenlegungstag 11.07.2002
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 24.02.2005
Veröffentlichungstag im Patentblatt 24.02.2005
IPC-Hauptklasse H03L 5/02
IPC-Nebenklasse H04B 1/40   H04B 7/005   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Millimeterwellen-Leistungsregelung bei einem V-Band-TR-Modul.

Die Ausgangsleistung insbesondere bei mobilen Kommunikationsgeräten sollte möglichst konstant sein, und zwar unabhängig von individuellen Eigenschaften der in großen Stückzahlen produzierten Bauelemente und Geräte. Bei Frequenzen < 50GHz werden regelbare Dämpfungsglieder auf MMICs mit PIN-Dioden oder als MESFET Schalter realisiert. Aus US 5,103,195 ist ein regelbares Dämpfungsglied mit MMIC-Schaltern für eine Frequenz von bis zu 6GHz bekannt. Auch andere Leistungsregelkonzepte für niedrigere Frequenzen sind aus dem Stand der Technik bekannt. Ein V-Band TR-Modul mit geregelter Ausgangsleistung ist jedoch derzeit nicht bekannt. Auch ein regelbares Dämpfungsglied bei 60GHz als MMIC ist derzeit auf dem Markt nicht erhältlich.

Die individuelle Einstellung der gefertigten Geräte ist sehr kostenintensiv; deshalb ist es erwünscht, diese durch entsprechende Auslegung zu vermeiden. Gleichzeitig sollen möglichst wenig zusätzliche Komponenten erforderlich sein, da diese einerseits selbst wieder individuell streuen und andererseits Kosten verursachen.

Seitens der Firma United Monolithic Semiconductors S.A.S., 91401 Orsay Cedex France wird unter der Typbezeichnung "CHS2190a" ein 50–60GHz SPDT (=Single Pole Double Throw)-Schalter für Kommunikationssysteme angeboten, der bereits bisher als Sende-Empfangsumschalter in Sende- Empfangsmodulen eingesetzt wurde. Eine weitere Sende-Empfangsumschaltung mit einem regelbaren Dämpfungsglied ist aus DE 196 44 448 A1 bekannt. Es ist die Aufgabe der Erfindung, unter Verwen- dung dieses oder eines entsprechenden Schalters eine Leistungsregelung mit den genannten Merkmalen zu schaffen.

Diese Aufgabe wird durch ein Verfahren gemäß Ansprüch 1 bzw. durch eine Vorrichtung zur Millimeterwellen-Leistungsregelung gemäß Anspruch 2 gelöst.

Der Einsatz des SPDT MMIC als regelbares Dämpfungsglied ermöglicht die Einstellung einer gewünschten Sendeleistung und die Kompensation von Chipstreuungen. Er bildet die Kernkomponente für eine Leistungsregelung (Stellglied). Wegen der Doppelfunktion des Chips ergibt sich eine beträchtliche Kostenersparnis.

Auch die Verwendung des zweiten SPDT MMIC als Leistungsdetektor ergibt aufgrund der Doppelfunktion eine Kostenersparnis.

Insgesamt führt die Leistungsregelung für das gesamte TR-Modul zu einer Steigerung der Modulausbeute durch Kompensation von Chipstreuungen und Temperatureffekten. Die Mehrfachnutzung der SPDT MMICs als Schalter, Dämpfungsglied und Leistungsdetektor führt zu den genannten Vorteilen.

Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen und der Beschreibung, in der ein Ausführungsbeispiel anhand der Zeichnung erörtert wird. Es zeigen

1 ein Blockschaltbild der Sendeleistungsregelung nach der Erfindung

2 das Layout und die Padbezeichnung des bekannten SPDT MMIC,

3 das Prinzipschaltbild

4 das Dämpfungsverhalten in Abhängigkeit von der Kontrollspannung

5 die Verwendung des SPDT MMIC als Detektor

6 die maximal verfügbare und geregelte Sendeleistung

Das bekannte MMIC kann gemäß der Erfindung entweder als Schottkydiodenschalter vom Typ SPDT (Single Pole Double Throw) oder durch Wahl anderer Versorgungsspannungen als regelbares Dämpfungsglied betrieben werden. Die 2 und 3 zeigen das Layout des SPDT MMICs und ein Prinzipschaltbild. Im Schaltbetrieb wird die Eingangsleistung am Port IN entweder auf Port O1 oder O2 durchgeschaltet. Zum Betrieb als variables Dämpfungsglied wird Tor O2 reflexionsfrei abgeschlossen und der Schaltarm IN-O2 wird in Durchlaßrichtung betrieben. Zwischen den Toren IN und O1 läßt sich über die DC Versorgungsspannung eine variable Dämpfung zwischen 3.5 und 25 dB einstellen (siehe 4).

Die Betriebsarten sind folgende:

Schaltbetrieb:
  • Schaltarm IN-O1 in ON-Zustand, Schaltarm IN-O2 in OFF-Zustand:

    Pads A1, A2: –2.5 V

    Pads B1, B2: 12 mA
  • OFF-Zustand: Schaltarm sperrt
  • ON-Zustand: Schaltarm läßt durch

Die externe Spannungsversorgung erfolgt über Serienwiderstände von ca 250 Ohm in Serie zu den Pads A1, A2, B1, B2.

Detektorbetrieb:
  • Schaltarm IN-O1 als Detektor, Schaltarm IN-O2 in OFF-Zustand:

    Pads A1, A2: 0 V, (1 kOhm in Serie zu Pads)

    Pads B1, B2: 12 mA
Betrieb als variables Dämpfungsglied:
  • Schaltarm IN-O1 in ON-Zustand (Tor O1 reflexionsfrei abgeschlossen),
  • Schaltarm IN-O2 in Dämpfungsbetrieb:

    Pads A1, A2: –2.5V

    Pads B1, B2: 0–12 mA (entspricht 0–4V nach Serienwiderstand 250 Ohm)

Auf dem SPDT MMIC sind auf jedem Schaltarm je zwei Diodenpaare 4/5 bzw. 6/7 zwischen die HF-Leitung und Masse geschaltet. Beim Betrieb des SPDT MMICs als Leistungsdetektor wird ein Arm gesperrt (z.B. IN-O2), der zweite Arm wird mit einer Vorspannung von 0V auf Durchgang geschaltet. Die durch den ON-Arm fließende HF-Leistung wird an den parallel geschalteten Dioden gleichgerichtet. Die an den Pads A1 bzw A2 meßbare Richtspannung ist ein Maß für die durchfließende Leistung, wie in 5 dargestellt ist. Für die Leistungsmessung wird die Richtspannung am Pad A2 herangezogen. Eine Leistungdetektion am SPDT MMIC ist für Pegel 3dBm < P < 10dBm möglich.

4 zeigt das Dämpfungsverhalten in Abhängigkeit von der Kontrollspannung. Dabei gelten folgende Werte:

DC Beschaltung und Spannungsversorgung:
  • Pads A1, A1: –2.5V
  • Pads B1, B2: Kontrollspannung angelegt über 250 Ohm Serienwiderstand
HF Konfiguration:
  • Messung am Waferprober bei 58 GHz
  • Eingangsleistung am Tor IN, Ausgangsleistung am Tor O2, Tor O1 war mit einem 10dB Dämpfungsglied abgeschlossen

5 zeigt die Verwendung des SPDT MMIC als Detektor. Im Diagramm ist die Detektorspannung in Abhängigkeit von der gemessenen Ausgangsleistung dargestellt. Dabei gelten:

DC Beschaltung und Spannungsversorgung:
  • Pads A1, A2: 0V zugeführt über 1kOhm Serienwiderstand
  • Kontrollspannung
  • Pads B1, B2: 12mA
HF Konfiguration:
  • Messung am Waferprober bei 58 GHz
  • Eingangsleistung am Tor O1, Ausgangsleistung am Tor IN, Tor O2 war mit einem 10dB Dämpfungsglied abgeschlossen

Mit den beschriebenen Komponenten wurde die erfindungsgemäße Sendeleistungsregelung für ein Sendeempfangsmodul entwickelt, wie sie im Blockschaltbild 1 zusammengestellt gezeigt wird. Im Empfangsfall werden beide SPDT MMICs (1 und 2) als Schalter verwendet. LO Leistung (Pin_LO) und Empfangsleistung (Pin_RX) werden auf den Mischer geschaltet. Im Sendefall fungiert SPDT MMIC 2 als regelbares Dämpfungsglied und SPDT MMIC 1 als Leistungsdetektor. Der Leistungsregelkreis wird über eine analoge Elektronik geschlossen. Über den Sollwert an der Elektronik wird der gewünschte Ausgangspegel eingestellt. 6 zeigt die am Spektrumanalysator gemessene Ausgangsleistung für den ungeregelten Fall (maximal verfügbare Leistung) und den geregelten Fall (Pout=5dBm=const).


Anspruch[de]
  1. Verfahren zur Millimeterwellen-Leistungsregelung bei einem V-Band-TR-Modul bei einer Frequenz im Bereich von 50 GHz und höher, bei dem Sende- und Empfangspfad mit Hilfe von zwei SPDT (Single Pole Double Throw) MMIC Schaltern getrennt werden, dadurch gekennzeichnet, daß im Sendefall der erste SPDT MMIC Schalter als regelbares Dämpfungsglied und der zweite SPDT MMIC-Schalter als Detektor für die Ausgangsleistung verwendet wird und daßüber eine Elektronik die Regelung der Ausgangsleistung auf einen vorgegebenen Pegel erfolgt.
  2. Vorrichtung zur Millimeterwellen-Leistungsregelung bei einem V-Band-TR-Modul bei einer Frequenz im Bereich von 50 GHz und höher mit zwei SPDT (Single Pole Double Throw) MMIC Schaltern zur Trennung von Sende- und Empfangspfad, dadurch gekennzeichnet, daß im Sendefall der erste SPDT MMIC Schalter als regelbares Dämpfungsglied und der zweite SPDT MMIC-Schalter als Detektor für die Ausgangsleistung verwendbar und zum Durchführen der Regelung eine elektronische Einrichtung vorgesehen ist.
  3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass beim zwei Schaltarme aufweisenden SPDT MMIC im Schaltbetrieb die Eingangsleistung am Port IN wahlweise auf ein Port O1 oder O2 durchschaltbar ist und dass beim Betrieb als regelbares Dämpfungsglied das Tor O2 reflexionsfrei abgeschlossen und zwischen den Toren IN und O1 über die Versorgungsspannung eine variable Dämpfung einstellbar ist.
  4. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass beim zwei Schaltarme aufweisenden SPDT MMIC auf jedem Schaltarm je zwei parallel geschaltete Diodenpaare zwischen die HF-Leitung und Masse geschaltet sind und dass beim Betrieb als Leistungsdetektor ein Arm gesperrt und der zweite mit einer Vorspannung von 0V auf Durchgang geschaltet ist, dass die durch letzteren Arm fließende HF-Leistung an den Dioden gleichgerichtet wird und die messbare Richtspannung als Maß für die durchfließende Leistung dient.
Es folgen 4 Blatt Zeichnungen






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