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Dokumentenidentifikation DE202004017780U1 24.02.2005
Titel Keramischer Gegenstand mit einer Verpackung
Anmelder Westerwälder Blumentopf-Fabrik Spang GmbH & Co KG, 56235 Ransbach-Baumbach, DE
Vertreter Wenzel & Kalkoff, 58452 Witten
DE-Aktenzeichen 202004017780
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 24.02.2005
Registration date 20.01.2005
Application date from patent application 16.11.2004
IPC-Hauptklasse B65D 85/44
IPC-Nebenklasse B65D 63/10   B65D 65/14   C09J 7/02   

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf einen keramischen Gegenstand mit einer Verpackung sowie auf ein Verpackungsmittel für einen keramischen Gegenstand.

Keramische Gegenstände mit einer Verpackung und Verpackungsmittel für keramische Gegenstände sind im Stand der Technik bekannt. Eine erste Verpackung wird mittels einer Schrumpffolie hergestellt. Hierbei wird der keramische Gegenstand, wie bspw. ein Keramiktopf, durch einen Folienvorhang transportiert. Nach Umhüllung des keramischen Gegenstandes erfolgt das Zusammenschweißen der Folie und der Weitertransport durch einen aufgeheizten Tunnel, um die Folie zu erweichen. Während der anschließenden Abkühlung der Folie schrumpft diese und schmiegt sich fest an den keramischen Gegenstand an. Um einen sicheren Halt der Verpackung an dem keramischen Gegenstand zu gewährleisten, muß die Folie breiter als der Durchmesser des keramischen Gegenstands sein.

Eine zweite Verpackung für keramische Gegenstände wird durch Umreifung mit einem in der Regel 12 mm breiten steifen Kunststoffband hergestellt, das entsprechend dem zu umreifenden Umfang des keramischen Gegenstands mit kurzem Überstand zugeschnitten wird und anschließend unter Spannung um den keramischen Gegenstand gelegt wird. Unter Beibehaltung der Zugspannung wird das Kunststoffband an dem Überstand thermisch verbunden.

Diese bekannten Verpackungen haben jedoch Nachteile. So ist bei der Verpackung mittels Schrumpffolie der gesamte keramische Gegenstand von der Folie umgeben. Dies stört beim Ausstellen und beim Verkauf, da der keramische Gegenstand nur durch die Verpackung hindurch zu erkennen ist. Des weiteren ist das Herstellen dieser Verpackung zeit- und energieintensiv. Mit der zweiten Verpackung läßt sich keine sichere Verbindung zwischen dem keramischen Gegenstand und der Verpackung erreichen. Die Kunststoffbänder sind gewöhnlich sehr steif und passen sich nicht an die Form des keramischen Gegenstands an. Hierdurch löst sich die Verpackung leicht während des Transports von dem keramischen Gegenstand.

Es besteht daher die Aufgabe, einen keramischen Gegenstand mit einer Verpackung zu schaffen, bei dem die Verpackung die Sicht auf den keramischen Gegenstand nicht beeinträchtigt und sich nicht leicht von dem Gegenstand löst.

Die Aufgabe wird dadurch gelöst, daß ein Band in Form einer geschlossenen Schleife mit festem Sitz um den keramischen Gegenstand gespannt ist.

Durch den festen Sitz des den Gegenstand als geschlossene Schleife umschließenden Bandes wird erreicht, daß sich die Verpackung nicht von selbst von dem Gegenstand lösen kann. Der feste Sitz ergibt sich hierbei – je nach besonderer Art und Form des Gegenstands - als Ergebnis der Auswahl des Bandes im Hinblick auf das Material und die Abmessungen, insbesondere die Breitenabmessung, sowie der Spannung des Bandes um den keramischen Gegenstand. Als Materialien für das Band kommen grundsätzlich alle Materialien in Betracht, die eine ausreichende Festigkeit aufweisen, gut verarbeitbar sind und einen festen Sitz an einem keramischen Gegenstand, vorzugsweise auch an Rundungen, zulassen. Das Band muß ferner zur Bildung einer geschlossenen Schleife geeignet sein. Bspw. kommen hier Materialien in Betracht, die durch Klebung, Verrastung oder ähnliche Verbindungen zu einer geschlossenen Schleife verbindbar sind oder bereits in Schleifenform vorliegen. Die Länge des Bandes sollte so gewählt sein, daß mindestens eine Windung einer geschlossenen Schleife um den keramischen Gegenstand bildbar ist. Die Breite des Bandes sollte einen festen Sitz an dem keramischen Gegenstand zulassen, jedoch nicht so breit sein, daß das Band die Sicht auf den keramischen Gegenstand wesentlich beeinträchtigt. Unter einem festen Sitz wird verstanden, daß das Band, auch im Falle einer Beanspruchung möglichst nicht leicht verschiebbar ist, wie z. B. bei einer Benutzung des Bandes als Tragegriff. Hierzu sollte das Band ein geeignetes Maß an Reibung an dem keramischen Gegenstand erzeugen. Als keramischer Gegenstand kommen ein- oder mehrteilige Körper in Betracht, wie bspw. Gefäße, insbesondere Vasen, Töpfe, Kästen, Kannen, aber auch sonstige keramische Körper und mehrteilige Sets wie z.B. Töpfe mit Untersetzern. Dabei müssen nicht alle Teile notwendigerweise aus Keramikwerkstoff bestehen.

Bevorzugt ist das Band mindestens in Längsrichtung elastisch, insbesondere hochelastisch (Anspruch 2). Durch die Elastizität des Bandes wird ein besonders enger Sitz an dem keramischen Gegenstand erreicht. Als Längsrichtung ist hierbei die Wickelrichtung des Bandes zu verstehen. Vorteilhafterweise wird durch die Elastizität und insbesondere die Hochelastizität eine Anpassung an die äußere Formgebung des keramischen Gegenstandes, bspw. an Rundungen, erreicht. Gerade bei Rundungen ergibt sich hierdurch ein besonders guter Sitz, da bei einer Anpassung an die Rundung eine Selbsthemmung des Bandes gegen Abrutschen eintritt. Die Umreifung des keramischen Gegenstandes mit dem Band sollte eine geeignete Spannung aufweisen, so daß das Band bei der Umreifung in dem erforderlichen Maße gedehnt ist. Hochelastische Bänder weisen hierbei eine Elastizität von mindestens 50% Zuwachs gegenüber dem Zustand ohne Spannung auf.

Nach einer besonders vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung besteht das Band aus Kunststoff, insbesondere aus Stretchfolienmaterial (Anspruch 3). Kunststoffbänder weisen allgemein gute Verarbeitungseigenschaften als Verpackungsmaterial auf. Insbesondere bevorzugt sind hierbei thermoplastische Kunststoffe, da sich die geschlossene Schleife durch Verschweißen überlappender Bandlagen erreichen läßt. Insbesondere Stretchfolienmaterial verfügt über ausreichende elastische Eigenschaften, um bei ausgeführter Umreifung einen besonders festen Sitz an dem keramischen Gegenstand zu erreichen. Das Band sollte so ausgeführt sein, daß es über ausreichende mechanische Festigkeit verfügt.

Vorzugsweise besteht das Band aus Polyethylen (Anspruch 4). Polyethylen ist vorteilhafterweise industriell verfügbar und preiswert.

Nach einer anderen Weiterbildung der Erfindung weist das Band auf einer Seite eine Klebstoffschicht auf oder weist mindestens eine Oberfläche des Bandes Klebeigenschaften auf (Anspruch 5). Eine Klebstoffschicht auf mindestens einer Oberfläche oder eine Ausgestaltung einer Oberfläche mit Klebeigenschaften führt zu einem besonders guten Halt des Bandes an dem keramischen Gegenstand einerseits und auch auf den einzelnen Lagen der Umreifung. So ist zum Schließen der Schleife kein Verschweißen oder ein anderes Verbindungsverfahren erforderlich. Es wird vielmehr durch ein Überlappen des Materials in Längsrichtung des Bandes durch Haftung der einzelnen Lagen aufeinander eine sichere Verbindung zu einer geschlossenen Schleife erreicht. Die Klebstoffschicht ist bevorzugt vollflächig aufgetragen, ein punkt- oder streifenförmiger Auftrag ist, abhängig von den gewünschten Klebeigenschaften, ebenfalls möglich. Weiterhin ist die Klebstoffschicht bevorzugt möglichst dünn aufgetragen, was besonders wirtschaftlich ist.

Bevorzugt umreift das Band den keramischen Gegenstand mehrlagig (Anspruch 6). Durch eine derartige Anordnung ist der Einsatz schmalerer Bänder bei gleicher mechanischer Festigkeit möglich. Dies ist insbesondere dafür vorteilhaft, daß bei schweren keramischen Gegenständen die Sicht auf den keramischen Gegenstand nicht durch ein breites Band behindert wird.

Vorzugsweise liegt für zu verpackende Gefäße mit einer im wesentlichen runden Öffnung das Verhältnis der Breite des Bandes zum Durchmesser des Außenrandes der Öffnung des Gefäßes zwischen 0,5 und 0,05, vorzugsweise zwischen 0,3 und 0,10 (Anspruch 7). Versuche haben gezeigt, daß derartige Bandabmessungen einen optimalen festen Sitz am keramischen Gegenstand bei gleichzeitiger nur unwesentlich gehinderter Sicht auf diesen bieten.

Vorzugsweise ist der keramische Gegenstand ein Blumentopf oder eine Pflanzschale (Anspruch 8). Bevorzugt besteht der keramische Gegenstand aus mehreren Teilen (Anspruch 9). Das Band dient hierbei vorteilhafterweise gleichzeitig als Verpackung zum sicheren Transport des keramischen Gegenstandes und andererseits auch als Verbindungsmittel für die Teile des keramischen Gegenstands. Insbesondere bei Verwendung eines elastischen Bandes und besonders bevorzugt bei Verwendung einer Stretchfolie, ist durch die genaue Anpassung des Bandes an die Formgebung der Teile vorteilhafterweise eine besonders gute Verbindung zu erreichen.

Gemäß einer Weiterbildung der Erfindung ist der keramische Gegenstand ein Set, das einen Blumentopf oder eine Pflanzschale oder ein anderweitiges Gefäß auf einem Untersetzer aufweist (Anspruch 10). Insbesondere bei Verpackung eines Sets mit einem Band ergeben sich die oben genannten Vorteile.

Das erfindungsgemäße Verpackungsmittel besteht aus einem Band, das eine erfindungsgemäße Verwendung, wie geschildert, zuläßt.

Die vorliegende Erfindung wird nachstehend anhand eines Ausführungsbeispiels mit Bezug auf die Zeichnung erläutert.

Hierbei zeigt die Abbildung eine Frontansicht eines verpackten Sets aus Blumentopf 1 und Untersetzer 2. Der Blumentopf 1 und ein entsprechender Untersetzer 2 sind mittels eines als Stretchband ausgebildeten Bandes 3 verpackt und miteinander verbunden. Der Blumentopf 1 hat einen Außendurchmesser an der Öffnung 4 von 40 cm und besteht aus gebranntem Ton. Das Band 3 weist eine Breite von 8 cm auf und besteht aus Polyethylen (PE). Es umreift das Set in vier Lagen. Die Unterseite des Bandes 3 ist mit einem dünnen Klebstoff versehen, so daß die unterste Lage des Bandes 3 einen festen Sitz an dem Topf 1 und dem Untersetzer 2 hat. Die oberen Lagen des Bandes 3 haften auf der jeweils darunterliegenden Lage und bilden dadurch eine mechanische Verbindung gegen ein Verrutschen der Bandlagen.

Das Aufbringen einer solchen Verpackung kann manuell oder maschinell geschehen. Hierzu wird das zusammengesetzte Topfset mit einem entsprechendem Band 3 unter Zugspannung umreift. Üblicherweise liegt derartiges Band in Rollenform vor. Durch die Zugspannung wird das Band 3 gedehnt, was zu einer Anpassung des Bandes 3 an die Formgebung des Topfsets führt, wie die Darstellung zeigt. Hierdurch wird ein fester Sitz des Bandes 3 an dem Topf 1 und dem Untersetzer 2 erreicht. Nach erstmaliger Umreifung können, je nach Gewicht des Topfsets, weitere Lagen des Bandes 3 unter Zugspannung aufgebracht werden. Nach vollständiger Umreifung wird das Band 3 entsprechend abgeschnitten. Das Ende 5 des Bandes 3 wird auf der letzten Lage des Bandes 3 glattgestrichen. Durch den Klebstoff-Film auf der Unterseite des Bandes 3 haftet dieses auf der darunterliegenden Lage des Bandes 3. Eine weitere Befestigung ist nicht erforderlich. Die gewünschte geschlossene Schleife ist hergestellt und haftet mit festem Sitz unter Spannung an dem Topfset. Die so hergestellte Verpackung gewährleistet eine stabile, fest an dem Set sitzende Verbindung, insbesondere auch für Transportzwecke. Der die Öffnung des Topfes 1 überquerende Teil des Bandes 3 kann als Handgriff benutzt werden.


Anspruch[de]
  1. Keramischer Gegenstand mit einer Verpackung dadurch gekennzeichnet, daß ein Band (3) in Form einer geschlossenen Schleife mit festem Sitz um den keramischen Gegenstand gespannt ist.
  2. Keramischer Gegenstand mit einer Verpackung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Band (3) mindestens in Längsrichtung elastisch, insbesondere hochelastisch ist.
  3. Keramischer Gegenstand mit einer Verpackung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Band (3) aus Kunststoff, insbesondere aus Stretchfolienmaterial besteht.
  4. Keramischer Gegenstand mit einer Verpackung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Band (3) aus Polyethylen (PE) besteht.
  5. Keramischer Gegenstand mit einer Verpackung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Band (3) auf einer Seite eine Klebstoffschicht aufweist oder daß mindestens eine Oberfläche des Bandes Klebeigenschaften aufweist.
  6. Keramischer Gegenstand mit einer Verpackung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Band (3) den keramischen Gegenstand mehrlagig umreift.
  7. Keramischer Gegenstand mit einer Verpackung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der keramische Gegenstand ein Gefäß mit einer im wesentlichen runden Öffnung ist und das Verhältnis der Breite des Bandes (3) zum Durchmesser des Außenrandes der Öffnung zwischen 0,5 und 0,05, vorzugsweise zwischen 0,3 und 0,10 liegt.
  8. Keramischer Gegenstand mit einer Verpackung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der keramische Gegenstand ein Blumentopf oder eine Pflanzschale ist.
  9. Keramischer Gegenstand mit einer Verpackung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der keramische Gegenstand aus mehreren Teilen besteht.
  10. Keramischer Gegenstand mit einer Verpackung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß der keramische Gegenstand ein Set ist, das einen Blumentopf oder eine Pflanzschale oder ein anderweitiges Gefäß auf einem Untersetzer aufweist.
Es folgt ein Blatt Zeichnungen






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