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Dokumentenidentifikation DE202004017999U1 24.02.2005
Titel Verbundfolie
Anmelder Lenzing Plastics GmbH & Co. KG, Lenzing, AT
Vertreter Kroher, Strobel Rechts- und Patentanwälte, 80336 München
DE-Aktenzeichen 202004017999
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 24.02.2005
Registration date 20.01.2005
Application date from patent application 19.11.2004
IPC-Hauptklasse B32B 7/00
IPC-Nebenklasse B32B 15/08   C08J 5/18   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Verbundfolie, die aus mehreren schichtförmigen Materialien aufgebaut ist.

Insbesondere betrifft die Erfindung eine Verbundfolie, die zum Kaschieren bzw. Bekleiden von Dämmstoffen, insbesondere von Dämmstoffen für Installationsrohre, Dämmstoffen zur Ummantelung von Behältern verschiedenster Natur, und Dämmstoffen zur Beschichtung von Paneelen geeignet ist.

Solche Dämmstoffe werden derzeit beispielsweise mit Aluminium oder verzinkten Stahlblechen mit einer Dicke von ca. 0,6 bis 1,00 mm bekleidet. Der Nachteil dieser dicken Bleche ist deren Unflexibilität. Mechanische Beschädigungen der Bleche, wie z.B. Dellen, bleiben auf Dauer im Material bestehen. Die Materialkosten sind relativ hoch, auch bei der Verarbeitung solcher Materialien gibt es insbesondere aufgrund des hohen Gewichtes Probleme. Als weiterer Nachteil ist zu nennen, dass die Bleche immer erst nachträglich, z.B. auf der Baustelle, auf den Dämmstoff aufgebracht werden können.

Bekannt ist auch eine Ummantelung mit Hartfolien aus PVC; diese ist jedoch nicht witterungsstabil. Eine ebenfalls bekannte Ummantelung mit einer Aluminiumfolie zeigt den gleichen Nachteil einer geringen Witterungsstabilität.

Zur Isolierung von Dämmstoffen wurde weiters bereits eine Verbundfolie zur Verfügung gestellt, welche als Außenschicht eine Folie aus Polyethylenterephthalat (PET), eine Innenschicht aus Polypropylenmaterial (PP) und eine zwischen Innen- und Außenschicht befindliche Folie aus Aluminium beinhaltet. Auch diese Verbundfolie weist den Nachteil geringer Witterungsstabilität auf.

Die vorliegende Erfindung stellt sich zur Aufgabe, die Nachteile des Standes der Technik zu überwinden und ein Material zur Verfügung zu stellen, welches sich besser zum Aufbringen auf Dämmstoffe im Außenbereich eignet.

Diese Aufgabe wird mit der Verbundfolie gemäß den Ansprüchen 1 bis 10 bzw. mit dem Dämmstoff nach Anspruch 12 gelöst.

Die erfindungsgemäße Verbundfolie weist aufgrund der Kombination mehrerer Schichten zahlreiche Vorteile auf: Aufgrund der Außenschicht a) ist die Folie beständig gegen Lichteinfall und auch witterungsbeständig. Damit wirkt die Außenschicht a) auch als Korrosionsschutz für die Schicht c).

Diese Schicht c) dient als Wasserdampfsperre und damit als weiterer Schutz für den Dämmstoff auf welchen die Verbundfolie aufgebracht wird.

Die Schicht b) verleiht der Verbundfolie die notwendige Rückstellkraft und Festigkeit gegenüber mechanischen Einflüssen. Aufgrund des bei Kunststofffolien an sich bekannten „Memory"- oder „Recovery"-Effektes sind etwaige z.B. bei der Montage der Verbundfolie bzw. des Dämmstoffes entstehende Dellen u.ä. nicht bleibend, sondern werden wieder ausgeglichen.

Besonders bevorzugt besteht die Schicht b) im Wesentlichen aus Polyvinylchlorid (PVC)-Hartfolien. Solche Folien haben gegenüber Polypropylenfolien (PP) den Vorteil, dass keine zusätzliche flammhemmende Ausrüstung erforderlich ist.

Polyvinylchloridfolien können in an sich bekannter Weise auf einen Verbund der übrigen Schichten der Verbundfolie kalandriert werden.

In einer bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Verbundfolie beträgt die Dicke der Schichten aus thermoplastischen Kunststoffen zumindest 70%, bevorzugt zumindest 90% der Gesamtdicke der Verbundfolie. Damit kann die erforderliche Dimensionsstabilität, insbesondere gegen Dellen, Steifigkeit, Reißfestigkeit, Durchstoßfestigkeit und Schlagzugzähigkeit in besonders guter Weise sichergestellt werden.

Mit der Dicke der Schichten aus thermoplastischen Kunststoffen ist die Dicke der Schicht b), zuzüglich der Dicke der Schicht a), sofern diese aus thermoplastischen Kunststoffen aufgebaut ist, gemeint.

Die Dicke der Schicht b) kann bevorzugt über 20 bis 500 &mgr;m, besonders bevorzugt 100 bis 300 &mgr;m, betragen.

Die Dicke der Schicht c) kann bevorzugt 5 bis 50 &mgr;m, besonders bevorzugt bis 20 um, betragen.

Die Dicke der Schicht a) kann bevorzugt 10 bis 35 &mgr;m bzw. 5 bis 30 g/m2 betragen.

Bevorzugt besteht die Verbundfolie im Wesentlichen aus den Schichten a), b) und c). Darunter ist zu verstehen, dass die Verbundfolie abgesehen von etwaigen notwendigen Klebstoffschichten zwischen den Schichten a), b) und c) keine weiteren Materialschichten aufweist.

Die Gesamtdicke einer Verbundfolie bestehend aus den Schichten a), b) und c) beträgt bevorzugt 50 &mgr;m bis 800 &mgr;m.

Die erfindungsgemäße Verbundfolie kann aber auch weitere Schichten aufweisen. So kann z.B. eine zusätzliche Siegelschicht oder dämmstoffseitig unterhalb der Schicht b) eine Schicht aus Klebstoff angebracht sein, die gegebenenfalls mit einer abziehbaren Folie versehen ist, um die erfindungsgemäße Verbundfolie auf den Dämmstoff aufbringen zu können.

Die einzelnen Schichten der erfindungsgemäßen Verbundfolie können mittels üblicher Kleber, z.B. Hotmelt-Kleber, miteinander verbunden werden. Ebenso kann die erfindungsgemäße Verbundfolie beispielsweise durch Beschichtung eines vorgefertigten Verbundes aus den Schichten a) und c) mit der thermoplastischen Schicht b) hergestellt werden.

Beim Aufbringen der erfindungsgemäßen Verbundfolie auf einen Dämmstoff bzw. beim Aufbringen eines mit der erfindungsgemäßen Verbundfolie versehenen Dämmstoffes auf ein Rohr können einzelne Abschnitte der Folie bzw. des Dämmstoffes auf an sich bekannte Weise, z.B. durch Überlappen der Randbereiche und Verkleben bzw. Verschweißen derselben, miteinander verbunden werden.

1 zeigt schematisch und stark vergrößert eine Ausführungsform der erfindungsgemäßen Verbundfolie, wobei eine Verbundfolie 1, im Wesentlichen bestehend aus der witterungsbeständigen Außenschicht a, der Hauptschicht b und der wasserdampfsperrenden Schicht c, dargestellt ist.

Beispiel 1

Eine bevorzugte Ausführungsform der erfindungsgemäßen Verbundfolie weist eine Außenschicht a) aus UV-beständig ausgerüstetem PET mit einer Dicke von 19 &mgr;m, eine Schicht c) aus Aluminiumfolie von 12 &mgr;m Dicke und eine Schicht b) aus PP-Folie mit einer Dicke von 250 &mgr;m auf. Die Schichten sind miteinander auf an sich bekannte Weise verklebt.

Beispiel 2

Eine weitere bevorzugte Ausführungsform der erfindungsgemäßen Verbundfolie weist eine Außenschicht a) aus einem UV-Schutzlack mit einer Dicke von 7 g/m2, eine Schicht c) aus Aluminiumfolie von 9 &mgr;m Dicke und eine Schicht b) aus PVC-Hartfolie mit einer Dicke von 250 &mgr;m auf. Die Schichten sind miteinander auf an sich bekannte Weise verklebt.


Anspruch[de]
  1. Verbundfolie, die aus mehreren schichtförmigen Materialien aufgebaut ist, enthaltend zumindest

    a) eine die Außenseite der Folie bildende Schicht aus licht- und witterungsbeständigem Kunststoff,

    b) eine Hauptschicht aus thermoplastischem Kunststoff und

    c) eine zwischen der Schicht a) und der Schicht b) angeordnete Schicht mit wasserdampfsperrenden Eigenschaften.
  2. Verbundfolie gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Schicht a) eine Beschichtung, Lackierung oder eine Folie ist.
  3. Verbundfolie gemäß einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Schicht a) im Wesentlichen aus einem Material ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus Beschichtungen auf Siliconbasis, Acryllacken, Nitrocelluloselacken und Folien aus UV-beständig ausgerüstetem Polyethylenterephthalat und Hochdruckpolyethylen bzw. Mischungen daraus besteht.
  4. Verbundfolie gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Schicht b) im Wesentlichen aus einem Material ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus Polypropylen, Polyvinylchlorid, Hochdruck-Polyethylen, Polyethylenterephthalat und Polystyrol bzw. Mischungen daraus besteht.
  5. Verbundfolie gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Schicht b) im Wesentlichen aus einer Polyvinylchlorid-Hartfolie besteht.
  6. Verbundfolie gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Schicht b) flammhemmende Eigenschaften aufweist.
  7. Verbundfolie gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Schicht c) eine Metallfolie und/oder eine metallisierte Folie aus Kunststoff ist.
  8. Verbundfolie gemäß Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Schicht c) eine Aluminiumfolie ist.
  9. Verbundfolie gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Dicke der Schichten aus thermoplastischen Kunststoffen zumindest 70%, bevorzugt zumindest 90% der Gesamtdicke der Verbundfolie beträgt.
  10. Verbundfolie gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass sie im Wesentlichen aus den Schichten a), b) und c) besteht.
  11. Dämmstoff der auf der Außenseite eine Verbundfolie gemäß einem der Ansprüche 1 bis 10 aufweist.
Es folgt ein Blatt Zeichnungen






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