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Dokumentenidentifikation DE202004018313U1 24.02.2005
Titel Greifersystem für einen Druckzylinder einer Bogendruckmaschine
Anmelder MAN Roland Druckmaschinen AG, 63075 Offenbach, DE
DE-Aktenzeichen 202004018313
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 24.02.2005
Registration date 20.01.2005
Application date from patent application 26.11.2004
IPC-Hauptklasse B41F 21/04
IPC-Nebenklasse B41F 21/10   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Greifersystem für einen Bogen führenden Zylinder einer Bogendruckmaschine nach dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.

In der DE 30 49 067 C2 wird eine Greifeinrichtung am Bogen führenden Zylinder einer Bogenrotationstiefdruckmaschine zum Erfassen der Druckbogen beschrieben. Die Greifeinrichtung wird mittels einer Schwenkeinrichtung um einen am Zylinderumfang angeordneten Drehpunkt verdreht und ist dadurch so in den Zylinderkanal des Bogen führenden Zylinders einschwenkbar, dass sich die Greifer nach dem Einschwenken in vollem Umfang innerhalb der Kontur des Bogen führenden Zylinders befinden. Auf der Greiferwelle der Greifeinrichtung ist außerhalb der Zylinderstirnseiten jeweils eine Kurvenrolle vorgesehen, welche auf einer gestellfesten Kurvenscheibe abrollend die Greifereinrichtung entgegen der Kraft einer Feder je nach Stellung des Zylinders in eine eingetauchte Position zwingt. Die Eintauchbewegung wird durch die Form der Kurvenscheibe und durch im Zylinderkanal ausgebildete Führungen bestimmt.

Werden bei der beschriebenen Greifeinrichtung die Zylinder einzeln angetrieben, beispielsweise durch Elektroantriebe, besteht in Druckwerken die Gefahr einer Kollision zwischen den Zylindern, wenn die korrekte Zuordnung hinsichtlich der Drehlage zwischen den Arbeitsorganen verloren geht, wobei die Greifer des Bogen führenden Zylinders dann beispielsweise ein Gummituch eines Gummizylinders beschädigen können oder der Gummizylinder die Greifer verstellen oder beschädigen kann. Hierbei kommen auch Relativverschiebungen in Betracht, die in Druckwerken zwischen Plattenzylinder und Gummizylinder oder zwischen Druckzylinder und Transferzylinder auftreten, ebenso sind diese zwischen Formzylinder und Druckzylinder in einem Lackiermodul möglich. Eine Phasenverschiebung zwischen den Arbeitsorganen kann beispielsweise bei einem Stromausfall auftreten.

Es ist Aufgabe der Erfindung ein Greifersystem für einen Bogen führenden Zylinder einer Bogendruckmaschine zur Verfügung zu stellen, welches einen Schaden bei Verlust der Synchronität nahezu vermeidet.

Die Erfindung löst diese Aufgabe durch Bereitstellung eines Greifersystems für einen Bogen führenden Zylinder einer Bogendruckmaschine mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1.

Vorteilhafte Ausführungsformen und Weiterbildungen der Erfindung sind in den abhängigen Ansprüchen angegeben.

Erfindungsgemäß ist ein Greifersystem für einen Bogen führenden Zylinder einer Bogendruckmaschine bei einer Zylinderphasenverschiebung radial verschiebbar ausgeführt, sodass Greifer des Greifersystems in eine Eintauchvertiefung eintauchen und auf einer federnd gelagerten Greiferaufschlagleiste aufschlagen, welche bei der radialen Verschiebung des Greifersystems ein Eintauchen der Greifer ermöglicht. Da die federnd gelagerte Greiferaufschlagleiste abtaucht, kann eine Greiferwelle mit den Greifern in vorteilhafter Weise unter die Peripherie des Bogen führenden Zylinders gedrückt werden und damit aus der Kollisionszone gebracht werden. Dadurch werden bei einem Verlust der Synchronität zwischen den Zylindern in vorteilhafter Weise Schäden bei einer Druckmaschine mit separat angetriebenen Zylindern vermieden. Die Zuordnung zwischen den Arbeitsorganen kann beispielsweise bei einem Stromausfall verloren gehen.

In Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Greifersystems ist die federnde Lagerung der Greiferaufschlagleiste beispielsweise durch Führungsbolzen und Druckfedern umgesetzt.

In weiterer Ausgestaltung umfasst das erfindungsgemäße Greifersystem eine seitlich an einem Gummizylinder angebrachte Kurve, deren Radius in den Bogen führenden Zylinder hineinragt, wobei die Kurve im Bereich der Greifer ausgespart ist. Durch die Aussparung wird in einem synchronisierten Normalbbetrieb ein bestimmungsgemäßer Gebrauch der Greifer ermöglicht, da die Greifer im Bereich der Aussparung über die Kontur des Bogen führenden Zylinders zum Erfassen der Druckbogen hinausragen können. Liegt eine Phasenverschiebung zwischen den Zylindern vor, dann bewirkt die Kurvenform, dass das Greifersystem radial verschoben wird und die Greifer aus der Kollisionszone gebracht werden.

In weiterer Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Greifersystems weist die Greiferaufschlagleiste eine Gegenkurve auf, welche im Bereich der Greifer über den Radius des Bogen führenden Zylinders hinausragt und mit der Kurve des kooperierenden Zylinders, beispielsweise eines Gummizylinders, so zusammenwirkt, dass die Greiferaufschlagleiste bei einer Phasenverschiebung abtaucht.

In weiterer Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Greifersystems weist die Greiferwelle einen-Rollenhebel auf, welcher bei einem synchronisierten Normalbetrieb in eine Vertiefung an der Kurve des kooperierenden Zylinders, beispielsweise eines Gummizylinders, eintaucht und bei einer Phasenverschiebung zwischen dem Gummizylinder und dem Bogen führenden Zylinder durch die Kurve ein Abtauchen der Greiferaufschlagleiste und ein anschließendes Eintauchen der Greifer in die Eintauchvertiefung bewirkt.

Die beschriebenen Komponenten des erfindungsgemäßen Greifersystems sind so ausgeführt und angeordnet, dass ein synchronisierter Normalbetrieb der Druckmaschine möglich ist und bei einem Verlust der Synchronität durch ein Zusammenspiel der einzelnen Komponenten ein Abtauchen der Greifer bewirkt wird, um Kollisionen und Beschädigungen zu vermeiden.

Die Zylinder des Greifersystems sind vorzugsweise mit Elektroantrieben einzeln antreibbar ausgeführt.

Eine vorteilhafte Ausführungsform der Erfindung ist in den Zeichnungen dargestellt und wird nachfolgend beschrieben.

Es zeigen:

1 ein schematischer Schnitt eines Druckwerkes einer Bogenrotationsdruckmaschine zur Darstellung der erfindungswesentlichen-Komponenten,

2 eine schematische Detaildarstellung eines Druckzylinders aus 1 während eines synchronisierten Normalbetriebs, und

3 eine schematische Detaildarstellung des Druckzylinders aus 1 während einer Zylinderphasenverschiebung.

Wie aus 1 ersichtlich ist, umfasst eine Bogendruckmaschine 1 als erfindungswesentliche Komponenten eine Gummizylinder 2 mit einer Kurve 4 und einen Druckzylinder 3 mit einem Greifersystem 100, welches eine Greiferaufschlagleiste 10, eine Greiferwelle 9 und an der Greiferwelle 9 angeordnete Greifer 8 umfasst. Wie weiter aus 1 ersichtlich ist, wirkt der Gummizylinder 2 mit einem Plattenzylinder 7 zusammen und der Druckzylinder 3 ist mit einem Transferter 6 verzahnt ausgeführt. Der Radius der seitlich am Gummizylinder 2 angebrachten Kurve 4 ragt in den Druckzylinder 3 hinein, wobei die Kurve 4 im Bereich der Greifer 8 ausgespart ist, wodurch ein synchronisierter Normalbbetrieb der Druckmaschine möglich ist.

Wie aus den schematischen Detaildarstellungen der 2 und 3 ersichtlich ist, umfasst ein Greifersystem 100 für den Druckzylinder 3 zum Erfassen von Druckbogen, die Greiferwelle 9, an der Greiferwelle 9 angeordnete Greifer 8, eine federnd gelagerten Greiferaufschlagleiste 10 und einen Rollenhebel 11, welcher zur radialen Verschiebung der Greifern 8 mit der Kurve 4 des Gummizylinders 2 und mit der Greiferwelle 9 zusammenwirkt. Durch eine Vertiefung an der Kurve 4 wird in einem synchronisierten Normalbbetrieb ein bestimmungsgemäßer Gebrauch der Greifer 8 ermöglicht, da die Greifer 8 über die Kontur des Druckzylinders 3 zum Erfassen der Druckbogen hinausragen können, wenn der Rollenhebel 11 in den Bereich die Vertiefung der Kurve 4 eingreift. Dieser Zustand des Greifersystems 100 ist in 2 dargestellt. Zudem sind die Greifer 8 während eines synchronisierten Normalbetriebs mittels einer Schwenkbewegung der Greiferwelle 9 derart in einen Zylinderkanal des Druckzylinders 3 einschwenkbar, dass sich die Greifer 8 nach dem Einschwenken in vollem Umfang innerhalb der Kontur des Druckzylinders 3 befinden.

Bei einer Zylinderphasenverschiebung wird das Greifersystem 100 radial verschoben, sodass die Greifer 8 des Greifersystems 100 in eine Eintauchvertiefung 14 eintauchen und auf einer federnd gelagerten Greiferaufschlagleiste 10 aufschlagen, welche bei der radialen Verschiebung des Greifersystems 100 ein Eintauchen der Greifer 8 ermöglicht. Wie aus 3 ersichtlich ist, liegt der Rollenhebel 11 bei einer Phasenverschiebung zwischen dem Gummizylinder 2 und dem Druckzylinder 3, welche beispielsweise durch einen Stromausfall verursacht wird, nicht in der Vertiefung an der Kurve 4 sondern auf der Kurve 4 auf. Dadurch taucht die federnd gelagerte Greiferaufschlagleiste 10 ab und der Rollenhebel 11 bewirkt über die Greiferwelle 9 ein anschließendes Eintauchen der Greifer 8 in die Eintauchvertiefung 14. Die federnde Lagerung der Greiferaufschlagleiste 10 ist beispielsweise durch Führungsbolzen 13 und Druckfedern 12 umgesetzt.

1Druckmaschine 2Gummizylinder 3Druckzylinder 4Kurve 6Transferter 7Plattenzylinder 8Greifer 9Greiferwelle 10Greiferaufschlagleiste 11Rollenhebel 12Druckfeder 13Führungsbolzen 14Eintauchvertiefung 100Greifersystem

Anspruch[de]
  1. Greifersystem für einen Bogen führenden Zylinder einer Bogendruckmaschine (1) zum Erfassen von Druckbogen, mit einer Greiferwelle (9) und mit an der Greiferwelle angeordneten Greifern (8), welche während eines synchronisierten Normalbetriebs mittels einer Schwenkbewegung der Greiferwelle (9) derart in einen Zylinderkanal des Bogen führenden Zylinders (3) einschwenkbar sind, dass sich die Greifer (8) nach dem Einschwenken in vollem Umfang innerhalb der Zylinderkontur befinden, dadurch gekennzeichnet, dass bei einer Zylinderphasenverschiebung das Greifersystem (100) radial verschiebbar ausgeführt ist, sodass die Greifer (8) des Greifersystems (100) in eine Eintauchvertiefung (14) eintauchen und auf einer federnd gelagerten Greiferaufschlagleiste (10) aufschlagen, welche bei der radialen Verschiebung des Greifersystems (100) ein Eintauchen der Greifer (8) ermöglicht.
  2. Greifersystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die federnde Lagerung der Greiferaufschlagleiste (10) durch Führungsbolzen (13) und Druckfedern (12) umgesetzt ist.
  3. Greifersystem nach Anspruch 1 oder 2, gekennzeichnet durch eine seitlich an einem kooperierenden Zylinder, beispielsweise einem Gummizylinder (2), angebrachte Kurve (4), deren Radius in den Bogen führenden Zylinder (3) hineinragt, wobei die Kurve (4) bei einem synchronisierten Normalbbetrieb im Bereich der Greifer (8) ausgespart ist.
  4. Greifersystem nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Greiferaufschlagleiste (10) eine Gegenkurve aufweist, welche im Bereich der Greifer (8) über den Radius des Bogen führenden Zylinders (3) hinausragt.
  5. Greifersystem nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Greiferwelle (9) einen zusätzlichen Rollenhebel (11) aufweist, welcher bei einem synchronisierten Normalbetrieb in eine Vertiefung an der Kurve (4) des Gummizylinders (2) eintaucht und bei einer Phasenverschiebung zwischen dem Gummizylinder (2) und dem Bogen führenden Zylinder (3) durch die Kurve (4) ein Abtauchen der Greiferaufschlagleiste (10) und ein anschließendes Eintauchen der Greifer (8) in die Eintauchvertiefung (14) bewirkt.
  6. Greifersystem nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Zylinder (2, 3) einzeln vorzugsweise mit Elektroantrieben antreibbar ausgeführt sind.
Es folgen 2 Blatt Zeichnungen






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