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Dokumentenidentifikation DE102004035704A1 03.03.2005
Titel Drucktuch-Kombination
Anmelder MAN Roland Druckmaschinen AG, 63075 Offenbach, DE
Erfinder Walther, Thomas, 65719 Hofheim, DE
DE-Anmeldedatum 22.07.2004
DE-Aktenzeichen 102004035704
Offenlegungstag 03.03.2005
Veröffentlichungstag im Patentblatt 03.03.2005
IPC-Hauptklasse B41N 10/00
Zusammenfassung Ein zweiteiliges Drucktuch, bestehend aus einem farbführenden Oberteil und einem eine Elastizität aufweisenden Unterteil, ist so an einem Drucktuchzylinder einer Offsetdruckmaschine angebracht, dass das Oberteil unabhängig von dem Unterteil austauschbar ist.
Zur Verbesserung der Gleiteigenschaften zwischen dem Ober- und dem Unterteil ist vorgesehen, eine Gleitschicht zwischen den Drucktuchelementen vorzusehen oder eine Elektrostatik ableitende Vorrichtung im Bereich der Berührfläche der Drucktuchelemente anzuordnen.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Drucktuchkombination.

Drucktücher werden üblicherweise in Offsetdruckmaschinen benutzt, um ein Druckbild von der Druckform auf einem Formzylinder auf einen Druckträger, z.B. einen Papierbogen zu übertragen. Drucktücher bzw. sogenannten Gummitücher bestehen aus einer farbführenden Oberfläche, die glatt ausgeführt ist und aus einem elastischen Werkstoff wie Gummi oder Kunststoff besteht. Der Oberfläche untergeordnet sind Schichten, die Funktionen der Festigkeit in der Flächenausdehnung und/oder der Elastizität in Dickenrichtung erfüllen.

Bekannt sind aber auch Drucktuchkombinationen, in denen die Oberflächenschicht von der Festigkeitsschicht separat gehalten wird. Derartige Drucktuchkombinationen bestehen aus zwei unabhängigen, nicht miteinander verbundenen Flächengebilden, dem Ober- und dem Unterteil. Das Oberteil besteht aus dem Festigkeitsträger und der farbübertragenden Platte und eventuell weiteren Funktionsschichten. Der Unterteil besteht aus dem Kompressibilitäts- und einem Maßhaltigkeitselement. Das Oberteil wird mittels Spannelemente des Gummizylinders, zwischen den Spannschienen über den Gummizylinder bzw. den Gummizylinderunterbau, den Aufzug, gespannt. Der Unterteil ist haftend und nicht verschieblich mit dem Gummizylinder, dem Unterdrucktuch oder dem obersten Unterlagepapier bzw. der obersten Unterlagefolie verbunden. Zwischen den beiden Teilen wird ein Gleiten zur Verhinderung von Walkarbeit ermöglicht und dadurch die Streifenbildung verhindert, die bei einem starren Verbund auftreten kann.

Eine vergleichbare Drucktuchkombination ist in der DE 44 37 025 A1 beschrieben, wobei der Oberteil eine farbführende Schicht auf einem Festigkeitsträger ist. Mit dieser Erfindung soll die DE 44 37 025 A1 weiterentwickelt werden, wobei wesentliche Elemente aus produktionstechnischen oder technischen Gründen verändert werden.

Ein Gleiten zwischen der nichtdruckenden Oberfläche des Oberteils und der oben liegenden Oberfläche des Unterteils ist ausdrücklich in der DE 44 37 025 A1 erwünscht, da dadurch ein Walken und die damit verbundene Tendenz zur Streifenbildung und anderen ähnlich gelagerten Druckstörungen vermieden wird. Ein Gleiten zwischen zwei Isolatoren, die die beiden beschriebenen Folienoberflächen darstellen, kann zur elektrostatischer Aufladung führen. Auch kann elektrostatische Energie, die in den Spaltstellen Gummituch-Bedruckstoff entsteht, nur schwerlich abfließen. Dies kann zu Bogenlauf- und Farbübertragungsstörungen führen.

Ein anderer Aspekt, der in der DE 44 37 025 A1 nicht optimal gelöst ist, ist der Verbund einer farbführenden Schicht mit einer Folie. In dem Fall, dass die farbführende Schicht eine Gummimischung darstellt, erweist sich die Herstellung in einem Arbeitsgang als sehr schwierig, da bei der Vulkanisation des Gummis sehr hohe Temperaturen auftreten können, die zu einem Verzug der Trägerfolie führen. Deshalb wird in der Regel die Gummischicht auf den Folienträger in einem zusätzlichen Arbeitsgang kaschiert.

Bei der traditionellen Gummituchherstellung wird daher die farbführende Gummischicht auf einem Gewebeträger appliziert, auf den dieser dann Gummibelag aufvulkanisiert wird.

Aufgabe der Erfindung ist es daher, eine Drucktuchkombination nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1 einfacher und sicherer in der Herstellung zu gestalten.

Im Sinne der Erfindung wird daher empfohlen, diesen Fertigungsweg beizubehalten und das Oberteil eines zweiteiligen Gummituchs so zu gestalten, dass der Festigkeitsträger ein Gewebe ist und die farbführende Schicht eine Gummimischung ist. Die Gleiteigenschaften zu dem Unterteil können erzielt werden, indem auf das Gewebe eine Gleitflüssigkeit (Öl, Silicon etc.), ein Gleitanstrich, ein Gleitmittel (Graphit etc.), ein Wachs oder ein Elastomer mit Gleiteigenschaften appliziert wird.

Erfindungsgemäß wird das weitere Problem dadurch gelöst, dass die Oberfläche des Unterteils eine Metallfolie ist, die mit dem Gummizylinderkörper oder einem anderen geerdeten Bauteil verbunden ist und/oder der Festigkeitsträger des Oberteils leitend ist. Dies könnte z.B. durch Zumischung von Kohlefasern, Metallen oder Metalloxiden in die Trägerfolie erzielt werden.

Die Erfindung wird im Folgenden anhand einer einzigen Zeichnung weitergehend beschrieben.

In der Figur ist eine zweiteilige Drucktuch-Kombination dargestellt. Diese besteht aus einem Oberteil 1 und einem Unterteil 2. Das Unterteil 2 ist ein kompressibles Element in Form eines Elastomers, einer Gummi- oder Kunststoffschicht mit Blasseneinlagerungen oder einer Schaumschicht oder eine Kombination aus den genannten Elementen. Das Unterteil 2, in Form eines Unterdrucktuches, ist masshaltig und gleichmäßig in einer bestimmten Dicke ausgeführt. Es kann auf einem Gummizylinder 3 mittels einer der Maßhaltigkeit dienenden Zwischenschicht aufgebracht werden. Hierbei ist vorzugsweise eine haftende Verbindung in Form einer Verklebung 6 vorgesehen. Dabei kann die hier nicht gezeigte Zwischenschicht durch eine selbstklebende Folie, z. B. auch in definierter Dicke, gebildet werden. Das Oberteil 1 besteht aus einer mit einer Gummimischung beschichteten, ein- oder mehrlagigen Gewebelage und weist keine weiteren Zwischenschichten auf. Das Oberteil 1 ist mittels Spannvorrichtungen 5 (hier als Pfeile angedeutet) auf dem Gummizylinder 3 oberhalb des Unterteils 2 in bekannter Weise festgespannt.

Zwischen dem Oberteil 1 und dem Unterteil 2 ist eine Unterlagefolie 4 vorgesehen. Es kann auch vorgesehen sein, dass auf dem Gummizylinder 3, das Unterteil 2 mit einem obersten Unterlagepapier und der Unterlagefolie 4 fest verbunden ist,

Zur Sicherstellung einer Beweglichkeit zwischen dem Oberteil 1 und dem Unterteil 2 ist vorgesehen, dass auf die Gewebelage auf der Unterseite des Oberteils 1 eine Gleitflüssigkeit wie z.B. Öl, Silicon etc., ein Gleitanstrich, ein Gleitmittel wie z.B. Graphit etc., ein Wachs oder ein Elastomer mit Gleiteigenschaften aufgetragen wird.

Alternativ kann auf die Gewebelage auf der Unterseite des Oberteils 1 eine Metall- oder Kunststofffolie kaschiert werden, die dann die Unterlagefolie 4 bildet.

Weiterhin kann die oberste dem Oberteil 1 zugewandte Seite des Unterteils 2 aus einer Metallfolie oder einer leitfähigen Kunststofffolie bestehen, die dann die Unterlagefolie 4 bildet.

Die Unterlagefolie 4 als oberste, leitfähige Lage des Unterteils 2 kann mit einem elektrisch leitfähigen Maschinenbestandteil direkt oder über eine elektrische Verbindung 6 in Kontakt gebracht werden. Dadurch wird es möglich, elektrostatische Effekte durch Reibung im Bereich zwischen dem Oberteil 1 und dem Unterteil 2 aus der Unterlagefolie 4 abzuleiten.

Alternativ hierzu kann auch der Festigkeitsträger innerhalb des Oberteils 1 elektrisch leitend ausgeführt werden, womit ebenfalls die Ableitung elektrischer Aufladung abgeleitet werden kann. Hierzu kann der der Festigkeitsträger des Oberteils 1 eine Metallfolie oder ein Metallgeflecht sein. Einsetzbar sind auch leitfähige Kunstofffolieen, z.B. eine Kohlefaser enthaltende Folie.

Im Sinne der Erfindung wird also empfohlen, den bekannte Fertigungsweg der zweiteiligen Ausführung eines Gummituches beizubehalten. Hierbei ist das Oberteil 1 eines zweiteiligen Gummituchs so ausgeführt, dass der Festigkeitsträger ein Gewebe und die farbführende Schicht eine Gummimischung ist. Die Gleiteigenschaften zu dem Unterteil können erzielt werden, indem auf das Gewebe eine Gleitflüssigkeit (Öl, Silicon etc.), ein Gleitanstrich, ein Gleitmittel (Graphit etc.) , ein Wachs oder ein Elastomer mit Gleiteigenschaften aufgetragen wird.

Das weitere Problem der elektrostatischen Aufladung und der daraus resultierenden Anhaftung zwischen Oberteil 1 und Unterteil 2 wird dadurch gelöst, dass die Oberfläche des Unterteils 1 eine Unterlagefolie 4 in Form einer Metallfolie ist. Die Unterlagefolie 4 wird zur Ableitung der elektrischen Aufladungen mit dem Körper des Gummizylinders 3 oder einem anderen geerdeten Bauteil verbunden.

Weiterhin kann auch der Festigkeitsträger des Oberteils 1 leitend sein. Dies könnte z.B. durch Zumischung von Kohlefasern, Metallen oder Metalloxiden in die Trägerfolie erzielt werden.

Mit diesen Maßnahmen wird sichergestellt, dass die Beweglichkeit des Oberteils 1 des zweigeteilten Gummituches gegenüber dem zugeordneten Unterteil 3 stets ausreichend erhalten bleibt.

1Oberteil 2Unterteil 3Gummizylinder 4Unterlagefolie 5Spannvorrichtungen 6Verklebung

Anspruch[de]
  1. Zweiteilige Drucktuch-Kombination, bestehend aus einem eine farbführende Oberfläche aufweisenden Oberteil, das eine in seiner Flächenausdehnung zugfeste Struktur beinhaltet, und einem davon getrennten Unterteil, das eine elastische Struktur und eine definierte Dicke aufweist, wobei wenigstens das Oberteil abnehmbar auf einem Drucktuchzylinder oder einem Lackformzylinder einer Druckmaschine aufspannbar ist, während das Unterteil unabhängig davon am Drucktuchzylinder bzw. dem Lackformzylinder befestigbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass der Unterteil (1) kompressibel ist und als Unterdrucktuch mit dem Drucktuchzylinder (3) und/oder einem obersten Unterlagepapier und/oder einer obersten Unterlagefolie (4) fest verbunden ist, und dass der Oberteil (2) aus einer mit einer Gummimischung beschichteten, ein- oder mehrlagigen Gewebelage ohne weitere Zwischenschichten besteht, wobei das Oberteil (2) auf dem Gummizylinder (3) festspannbar ist.
  2. Drucktuch-Kombination nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Unterteil (1) kompressibel und mit dem Drucktuchzylinder (3), einem Unterdrucktuch und/oder einem obersten Unterlagepapier bzw. einer obersten Unterlagefolie (4) fest verbunden ist, und dass der Oberteil (2) aus einer mit einer Gummimischung beschichteten, ein- oder mehrlagigen Gewebelage ohne weitere Zwischenschichten besteht.
  3. Drucktuch-Kombination nach Anspruch 1, gekennzeichnet dadurch, dass auf die Gewebelage auf der Unterseite des Oberteils (2) das Gewebe eine Gleitflüssigkeit (Öl, Silicon etc.), ein Gleitanstrich, ein Gleitmittel (Graphit etc.), ein Wachs oder ein Elastomer mit Gleiteigenschaften appliziert wird.
  4. Drucktuch-Kombination nach Anspruch 1, gekennzeichnet dadurch, dass auf die Gewebelage auf der Unterseite des Oberteils (2) eine Metall- oder Kunststofffolie kaschiert wurde.
  5. Zweiteilige Drucktuch-Kombination, bestehend aus einem eine farbführende Oberfläche aufweisenden Oberteil, das eine in seiner Flächenausdehnung zugfeste Struktur beinhaltet, und einem davon getrennten Unterteil, das eine elastische Struktur und eine definierte Dicke aufweist, wobei wenigstens das Oberteil abnehmbar auf einem Drucktuchzylinder oder einem Lackformzylinder einer Druckmaschine aufspannbar ist, während das Unterteil unabhängig davon am Drucktuchzylinder bzw. dem Lackformzylinder befestigbar ist, gekennzeichnet dadurch, dass die oberste Lage auf der einem Oberteil (1) zugewandte Seite des Unterteils (2) aus einer Metallfolie oder einer leitfähigen Kunststofffolie besteht.
  6. Zweiteilige Drucktuch-Kombination nach Anspruch 4, gekennzeichnet dadurch, dass die oberste, leitfähige Lage des Unterteils (2) mit einem elektrisch leitfähigen Maschinenbestandteil direkt oder über eine elektrische Verbindung in Kontakt gebracht wird.
  7. Zweiteilige Drucktuch-Kombination bestehend aus einem Ober- und einem Unterteil, gekennzeichnet dadurch, dass der Festigkeitsträger des Oberteils (2) elektrisch leitend ist.
  8. Zweiteilige Drucktuch-Kombination nach Anspruch 6, gekennzeichnet dadurch, dass der Festigkeitsträger des Oberteils (2) eine Metallfolie oder ein Metallgeflecht ist.
  9. Zweiteilige Drucktuch-Kombination nach Anspruch 6, gekennzeichnet dadurch, dass der Festigkeitsträger des Oberteils (2) eine leitfähige Kunstofffolie, z.B. eine Kohlefaser enthaltende Folie, ist.
Es folgt ein Blatt Zeichnungen






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