PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE202004013454U1 03.03.2005
Titel Fassadenstein mit speziell geformten Isolierkörper
Anmelder Prelle, Jürgen, 22846 Norderstedt, DE
DE-Aktenzeichen 202004013454
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 03.03.2005
Registration date 27.01.2005
Application date from patent application 26.08.2004
IPC-Hauptklasse E04C 1/40
IPC-Nebenklasse E04F 13/08   

Beschreibung[de]
Fassadenstein mit speziell geformten Isolierkörper

Fassadenstein, insbesondere zum nachträglichen Verblenden eines Mauerwerks (1; 11) oder zum Einsetzen in ein Fachwerk, mit einem Isolierkörper (1; 12) aus einem mineralischen Fasermaterial und mit einem Verblendriemchen (1; 14) aus einem Steinmaterial, das fest mit dem Isolierkörper verbunden ist, dadurch gekennzeichnet, dass der Isolierkörper nicht als Quader ausgebildet ist, sondern eine besondere Formgebung aufweist.

Beschreibung

Die Erfindung betrifft einen Fassadenstein, insbesondere zum nachträglichen Verblenden eines Mauerwerks oder zum Einsatz in ein Fachwerk, mit einem Isolierkörper aus einem mineralischen Fasermaterial und mit einem Verblendriemchen aus einem Steinmaterial, das fest mit dem Isolierkörper verbunden ist. Insbesondere betrifft die Erfindung einen Fassadenstein mit ähnlichen Abmessungen wie ein normaler Verblendklinker, der schichtweise und unregelmäßig aufgebracht werden kann und dessen gleichbleibende Fugenbreite durch entsprechende Wahl der Größe des Randüberstandes des Isolierkörpers in Bezug auf das Verblendriemchen gleich beim Aufbau der Fassade erzeugt wird.

Es ist allgemein bekannt, dass viele ältere Fassaden den heutigen Anforderungen an eine ausreichende Wärmedämmung nicht mehr genügen. Es ist aber auch unbestritten, dass ein unkontrollierter Feuchtigkeitstransport von Außen nach Innen und umgekehrt unter ungünstigen Bedingungen erhebliche Schäden an Fassaden verursachen und die Fähigkeit zur Wärmedämmung von geeigneten Materialien deutlich herabsetzen kann.

Es ist aus der DE-90 13 146.0 U1 bekannt, eine Dämmstoffmatte auf das Hintermauerwerk aufzubringen, die aus einem Fasermaterial besteht, dessen Fasern senkrecht zum Hintermauerwerk verlaufen. Durch den senkrechten Faserverlauf erhöht sich die Abreißfestigkeit gegenüber der Standardausführung mit quer liegender Faser. Auf die Dämmstoffmatte können dann beispielsweise Verblendriemchen geklebt werden. Der Nachteil eines solchen Fassadenaufbaus ist darin zu sehen, dass der schwierige und aufwendige Vorgang zum Ausbringen der Verblendriemchen mit gleichbleibender Fugenbreite vor Ort selten ohne Mängel durchzuführen ist und einen hohen Zeitaufwand erfordert.

Es ist weiterhin ein Fassadenstein der eingangs geschilderten Art in der Baubranche bekannt, der vorwiegend dazu dient, ältere Mauerwerke optisch aufzubessern und mit einer Wärmedämmung zu versehen, die heutigen Anforderungen genügt. Der Fassadenstein wird hierzu mit dem zu verblendenden Hintermauerwerk verklebt.

Aus der DE 200 06100 U1 ist ferner ein Fassadenstein bekannt, dessen Isolierkörper eine besonders hohe Dichte von über 150 kg/cbm aufweist, um die Abreißfestigkeit des Fassadensteins noch weiter zu erhöhen.

Der Nachteil dieser bekannten Fassadensteine liegt darin, dass durch die schichtweise Aufbringung sehr viele Trennflächen (2; 20) im Bereich der Isolierkörper entstehen, die aufgrund üblicher Maßtoleranzen des Isolierkörpers und der Verblendriemchen sichtbare und bleibende Zwischenräume (3; 21) entstehen lassen können. Diese Zwischenräume sind kaum nachträglich mit Isoliermaterial aufzufüllen und liegen aufgrund der Konstruktion der Fassadensteine immer im Bereich der späteren Zementfuge (3; 22).

Es ist allgemein bekannt, dass übliche Zementfugen eine hohe Wasserdurchlässigkeit aufweisen, die z.B. bei Schlagregen dazu führt, dass Wasser in erheblichen Mengen durch die Fuge dringt. Wenn dieses Wasser auf die zuvor genannten Zwischenräume trifft, besteht die Gefahr, dass es durch einen hohen Winddruck bis an das Hintermauerwerk gelangt und dieses durchnässt.

Besonders kritisch hinsichtlich der Wasserdurchlässigkeit und der Optik einer derart aufgebauten Fassade ist die sog. Lagerfuge (4; 19) Um trotz der Toleranzen von Verblendriemchen und auch den Isolierklötzen zumindest die untere Kante einzelner Reihen in einer Flucht verlegen zu können, muss es möglich sein, einzelne Fassadensteine gegenüber den Nachbarn anzuheben oder abzusenken, ohne einen durchgängigen Zwischenraum zum Hintermauerwerk entstehen zu lassen (4).

Ein weiterer Nachteil liegt in der üblichen Ausformung des Isolierkörpers als Quader: Ein quaderförmiger Isolierkörper kann sich aus verschiedenen Gründen von der Kleberschicht lösen, da der Isolierkörper nur durch kurzzeitigen Anpressdruck mit dem auf das Hintermauerwerk aufgetragenen Kleber eine Verbindung eingeht und keine dauerhaft wirksame Kraftkomponente den Fassadenstein gegen das Hintermauerwerk drückt.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Fassadenstein der eingangs geschilderten Art so zu verbessern, dass die zuvor genannten Nachteile beseitigt oder zumindest deutlich reduziert werden.

Die Aufgabe wird gemäß der Erfindung dadurch gelöst, dass der Isolierkörper nicht quaderförmig ausgebildet ist, sondern durch seine Formgebung dafür sorgt, dass

  • a) das Eigengewicht eine Kraftkomponente in Richtung des Hintermauerwerks erzeugt.
  • b) durch die Fugen dringendes Wasser einen zum Hintermauerwerk erschwerten Weg findet.
  • c) eine formschlüssige Verbindung der einzelnen Fassadensteine entsteht, die ein Herauslösen einzelner Elemente erschwert.

Eine Möglichkeit der Formgebung sei hier zur Verdeutlichung skizziert (5), wobei es durchaus sinnvoll sein kann, die Form des Isolierkörpers in Abhängigkeit von der Stärke desselben und dem Gewicht des Verblendriemchens zu berechnen und auszuführen. Da insbesondere die Lagerfuge (4; 19) durch Wassereinfall gefährdet ist, ist eine besondere Formgebung in Längsrichtung des Fassadensteins wichtig, kann aber auch die Stoßfuge ( 4; 23) betreffend ausgeführt sein. Im Gegensatz zur Basisfläche eines Quaders oder Basislinie (3; 15) im Querschnitt zeichnet sich die besondere Formgebung durch zwei oder mehr Basisflächen bzw. Basislinien (5; 15a, b, c) aus.

Der Winkel Alpha bestimmt die aus dem Gewicht resultierende Kraftkomponente (6; KW) in Richtung der Wand, wenn dafür gesorgt wird, dass der Gesamtschwerpunkt (6; GS) hinter dem Schnittpunkt (6; SP1) der Basislinien 1 und 2 liegt. Je größer Alpha, desto größer wird die Kraftkomponente KW. Da die Gesamthöhe (5; H) des Systems mit wachsendem Winkel größer wird, ist hier ein Optimum zu finden.

Wenn ein quaderförmiges Fassadenelement z.B. angehoben werden muss, um mit den Nachbarelementen eine Flucht zu bilden, wird zwangsläufig ein mehr oder weniger durchgängiger Zwischenraum (3; 21) entstehen und das Anheben während der Montage nur durch einen Abstandshalter möglich sein. Durch die bereits erwähnte Basisfläche (5; 15a) oder eine weitere Basisfläche (5; 15b) kann eine Anhebung des Fassadensteins ermöglicht werden, ohne diesen Abstandshalter einsetzen zu müssen: Die Position wird durch die Reibungskräfte (7; R) zwischen den Basisflächen gehalten.

Der Winkel Beta (8) bestimmt die Lageveränderung in X-Richtung (Delta X ) – und damit die Aufbaustärke (8; AS) des Fassadenelementes – bei Verschiebung in Y-Richtung (Delta Y) – also Höhenveränderung der Lagerfuge. Je größer Beta, desto größer ist das Verhältnis Delta X/Delta Y. Da die Aufbaustärke des verlegten Systems zum einen nicht so kritisch ist hinsichtlich der Maßhaltigkeit und zum anderen durch den rückseitig aufgetragenen Kleber (7; K) variabel ist, ist die Veränderung in der Stärke des Elementes bei Veränderung in der Höhe recht einfach zu kompensieren. Wird der Winkel Beta negativ, so ist mit einer Anhebung eine Verringerung der Aufbaustärke des Fassadenelementes verbunden.

Gleichzeitig bestimmt Beta die Durchlässigkeit des Isolierkörperzwischenraumes für Wasser.

Die Erfindung wird im Folgenden anhand der schematischen Zeichnung näher erläutert. Es zeigen

1 einen Querschnitt durch ein Element laut Erfindungsbeschreibung

2 eine Draufsicht auf einen Verband herkömmlicher Fassadensteine

3 einen seitl. Querschnitt von herkömmlichen Fassadensteinen

4 eine Draufsicht nebeneinanderliegender Fassadensteine herkömmlicher Art

5 Querschnitt eines Fassadensteines gemäß Erfindung

6 Kraftkomponenten an einem Fassadenstein gemäß Erfindung

7 einen Querschnitt von Fassadensteinen gemäß der Erfindung bei Anhebung eines Elementes

8 Querschnitt eines Fassadensteines gemäß Erfindung mit Darstellung des Winkels Beta

Der in der 5 skizzierte Fassadenstein weist einen Isolierkörper (12) aus einem Fasermaterial auf, welches beispielsweise Basaltfilz, Mineralwolle, Steinwolle o.ä. sein kann. Auf der einen Flachseite (13) ist der Isolierkörper (12) fest mit einem Verblendriemchen (14) verbunden, z.B. verklebt. Das Verblendriemchen kann beliebig ausgebildet sein. Im Einzelnen ist die Anordnung so getroffen, dass der Isolierkörper das Verblendriemchen an den Längs- (4; 16) und Stirnseiten (4; 17) um jeweils die halbe Fugenbreite überragt. Es kann aber auch eine Anordnung gewählt werden, bei der das Verblendriemchen exakt mit einer Längs- und Stirnseite des Isolierkörpers abschließt oder diesen sogar an den genannten Seiten überragt, um eine Abdeckung der Fugen mit dem Verblendriemchen zu erlangen.

Der Fassadenstein weist in etwa die Abmaße eines herkömmlichen Verblendklinkers auf. Lediglich die Dicke des Isolierkörpers kann größer als die Breite eines solchen Klinkers sein, um die erforderlichen Isoliereigenschaften zu erzielen.

Es ist offensichtlich, dass durch die Erfindung ein Fassadenstein bereitgestellt wird, der leicht zu montieren ist und trotz der Vielzahl von Grenzflächen zwischen den Isolierkörpern auch bei Schlagregen ein Eindringen von Wasser bis an das Hintermauerwerk weitgehend verhindert sowie aufgrund seiner Formgebung eine sichere Verklebung und einen stabilen Gesamtverband ermöglicht.


Anspruch[de]
  1. Fassadenstein, insbesondere zum nachträglichen Verblenden eines Mauerwerks ( 1; 11) oder zum Einsatz in ein Fachwerk, mit einem Isolierkörper (1; 12) aus einem mineralischen Fasermaterial und mit einem Verblendriemchen (1; 14) aus einem Steinmaterial, das fest mit dem Isolierkörper verbunden ist, dadurch gekennzeichnet, dass der Isolierkörper nicht als Quader ausgebildet ist, sondern eine besonders vorteilhafte Formgebung mit zwei oder mehr Basisflächen aufweist.
  2. Fassadenstein nach dem Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Fassadenstein in der Draufsicht etwa die Abmaße eines herkömmlichen Verblendmauersteins aufweist.
  3. Fassadenstein nach dem Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass auf einem größeren Isolierkörper mehrere Verblendriemchen im Fugenabstand angeordnet sind, wobei die vertikalen Anschlusskanten derartiger Fassadenplatten links und rechts jeweils zueinander korrespondierend ausgebildet sind.
  4. Fassadenstein nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Isolierkörper in der Draufsicht das Verblendriemchen an jeweils einer Längs- und Stirnseite um insgesamt die Fugenbreite und einen frei wählbaren Überstand überragt, so dass beim Aufbau der Fassade aus den einzelnen Fassadensteinen zwischen den Verblendriemchen der gewünschte Fugenabstand erzeugt wird und die Fugen gleichzeitig mit den Verblendriemchen abschließen oder von diesen überdeckt werden.
  5. Fassadenstein nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Isolierkörper in der Draufsicht das Verblendriemchen an allen Längs- und Stirnseiten um jeweils die halbe Fugenbreite überragt, so dass beim Aufbau der Fassade aus den einzelnen Fassadensteinen zwischen den Verblendriemchen der gewünschte Fugenabstand erzeugt wird.
  6. Fassadenstein nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass Ecksteinelemente vorgesehen sind, bei welchen das Verblendriemchen den Isolierkörper an einer Ecke umfasst.
Es folgen 3 Blatt Zeichnungen






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

Patent Zeichnungen (PDF)

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com