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Dokumentenidentifikation DE202004013820U1 03.03.2005
Titel Wärmegedämmter Zulüfter für Wintergärten
Anmelder Harz-Wintergarten GmbH, 38889 Blankenburg, DE
Vertreter Voigt, W., Ing. Pat.-Ing., Pat.-Anw., 06108 Halle
DE-Aktenzeichen 202004013820
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 03.03.2005
Registration date 27.01.2005
Application date from patent application 02.09.2004
IPC-Hauptklasse F24F 7/00
IPC-Nebenklasse F24F 13/14   E06B 7/02   

Beschreibung[de]

Bei verglasten Wintergärten soll durch die Verwendung von hochwertigem Wärmeschutzglas ein guter Dämmwert erreicht werden. Die Erfindung betrifft einen wärmegedämmten Zulüfter für Wintergärten, welcher sich in das Gesamtkonzept, Wintergärten mit guten Dämmeigenschaften anzubieten, schlüssig einordnet, denn die bekannten Zulüfter haben einen schlechten Dämmwert.

Bekanntlich kommt es bei verglasten Konstruktionen im Sommer durch Wärmeeinstrahlung zu Überhitzungen des Innenraumes. Üblicherweise soll die Überhitzung durch die Verwendung mechanischer Belüftungsanlagen vermieden werden. Diese bewirken einen Austausch des Raumluftvolumens mehrmals in der Stunde, wobei die erhitzte Raumluft gegen kühlere Außenluft ausgetauscht wird. Dieser Luftaustausch erfolgt, indem an der höchsten Stelle des Raumes ein motorisch betriebener Axial- oder Radiallüfter in die Verglasung eingebaut wird, der die warme Luft auf dem Raum herauszieht. Um eine optimale Durchströmung des Raumes zu gewährleisten, werden nahe dem Boden des Raumes Zulüfter angeordnet, durch die die kühlere Außenluft nachströmt. Um einen gleichmäßigen Luftaustausch im Raum zu erreichen, werden mehrere Zulüfter – möglichst gleichmäßig verteilt – angeordnet.

Im Winter bzw. an kühlen Tagen ist ein mechanischer Luftwechsel in der verglasten Konstruktion nicht notwendig.

Die Zulüfter werden in dieser Zeit, erfahrungsgemäß an ca. 200 Tagen im Jahr, geschlossen. Eine Überhitzung des Innenraumes ist nicht zu erwarten.

An vielen Tagen muss in dieser Zeit Heizenergie aufgewendet werden, um eine angenehme Tagestemperatur im Wintergarten zu erreichen.

Hier zeigt sich bereits das Problem, auf welches später noch näher eingegangen wird: Die Zulüfter weisen schlechte Dämmeigenschaften auf, wodurch erheblich Heizenergie verloren geht.

Die derzeitig den Stand der Technik repräsentierenden Zulüfter bestehen aus einem Gehäuse aus Blech oder Kunststoff. Im Inneren befindet sich als Schließmechanismus entweder eine Klappe mit eine Gummilippe, die durch einen Hebelmechanismus in eine offene oder in eine geschlossene Stellung gebracht werden kann oder es werden zwei gestanzte Bleche. die jeweils ein Gitter aufweisen, voreinander verschoben.

Diese Zulüfter sind einfach zu betätigen und erfüllen ihre Aufgabe, soweit es lediglich um den Mechanismus für das Öffnen und Schließen geht. Es darf jedoch nicht übersehen werden, dass einerseits für einen Wintergarten hochwertige Thermogläser verwendet werden, die als Wärmeschutzgläser eine gute Wärmedämmung aufweisen, andererseits die bekannten Zulüfter einen sehr schlechten Wärmedämmwert haben. Der Wärmedämmwert der bekannten Zulüfter bewegt sich im Bereich von 3,0 Wm2 · K, was schlechter ist als bei einer Einfachverglasung. Gute Wärmeschutzglasscheiben haben einen Wärmedurchgangskoeffizienten von 1,1 Wm2 · K. Dem Stand der Technik entsprechend werden nun unter die hochwertigen Wärmeschutzglasscheiben die Zulüfter mit schlechten Wärmedämmeigenschaften gebaut. Es muss kritisch angemerkt werden, dass damit die Wirkung des Wärmeschutzglases hinfällig ist.

Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, einen Zulüfter vorzuschlagen, welcher Dämmeigenschaften besitzt, die mindestens denen guter Wärmeschutzglasscheiben entsprechen. Dementsprechend sollte der Wärmedurchgangskoeffizient des neuen Zulüfters bei ca. 1,1 Wm2 · K liegen, evtl. noch unter diesem Wert.

Erfindungsgemäß wird die Aufgabe wie folgt gelöst, wobei hinsichtlich des grundlegenden erfinderischen Gedankes auf Schutzanspruch 1 verwiesen wird. Die weitere Ausgestaltung der Erfindung ergibt sich aus den Schutzansprüchen 2 bis 5.

Zur Darlegung der Erfindung sollen weitere Erläuterungen folgen.

Grundsätzlich wird davon ausgegangen, dass der neue Zulüfter unter Verwendung von wärmedämmendem Material für die wesentlichen Bauteile, nämlich Einspannrahmen und Lüfterklappe, einen sehr niedrigen Wärmedurchgangskoeffizienten aufweisen soll.

Als dämmendes Material ist beispielsweise Styrodur geeignet, welches mit einer Ummantelung versehen wird, z. B. aus Aluminium oder Kunststoff. Die zu wählende Dämmstoffdicke muss so bemessen sein, dass die erforderliche Wärmedämmung sicher gegeben ist und somit der Zulüfter mit den verschiedenen Thermogläsern (auch bei hochdämmender Ureifachverglasung) sinnvoll kombinierbar ist.

Selbstverständlich wird der Fachmann nach Kenntnis dieser generellen Lösung auch Ablüfter mit Rahmen und Klappe oder bei motorisch angetriebenen Zulüttern / Ablüftern den Rahmen und die Verschlussklappe mit Dämmstoffen versehen. Eine sinngemäße Übertragung der erfindungsgemäßen Lösung auf derartige Zu- / Abluftkonstruktionen wird ausdrücklich mit beansprucht.

Die Erfindung soll nunmehr anhand eines Ausführungsbeispiels näher erläutert werden.

Die Zeichnungen zeigen einen Zulüfter, welcher in eine Passivhausfassade eingespannt ist.

1: Vertikalschnitt

2: Horizontalschnitt

Die verwendeten Bezugszeichen bedeuten:

1Rahmen des Zulüfters 2Klappe des Zulüfters 3Anschlagdichtung 4Wärmeschutzglasscheibe 5Einspannung in Passivhausfassade 6Klappenbeschlag 7Ziehgriff für Klappe 8Wetterschutzkasten 9Abtropfkante 10Insektenschutzgitter

Der Zulüfter mit Rahmen 1 und Klappe 2 ist in der Einspannung 5 einer Passivhausfassade befestigt. Die Wärmeschutzglasscheiben mit dem Bezugszeichen 4 bilden die verglaste Konstruktion eines Wintergartens. Im vorliegenden Ausführungsbeispiel wird, wie ersichtlich, eine hochdämmende Dreifachverglasung verwendet. Damit der Zulüfter ebenfalls hochdämmend wirkt, bestehen der Rahmen 1 und die Klappe 2 aus sehr gut wärmedämmendem Material, beispielsweise Styrodur. Das Material Styrodur stellt für den Rahmen 1 und die Klappe 2 einen Dämmkern dar. Materialbedingt (wegen der Dichte) und damit der Rahmen 1 und die Klappe 2 ein ansprechendes Design aufweisen, wird der Dämmkern mit Aluminium-Blech oder Hartplase ummantelt. Daher kann man den Rahmen 1 als Einspannblendrahmen bezeichnen. Im Randbereich der Klappe 2 wird eine doppelte Anschlagdichtung 3 mit Randnut angeordnet, welche die Dämmeigenschaften im Randbereich erheblich verbessert.

Die Klappenfunktion wird im vorliegenden Fall durch einen Lift-Klappenbeschlag 6, wie er im Möbelbau üblich ist, ermöglicht. Der Klappenbeschlag 6 hält durch einen Federmechanismus die Klappe 2 in geöffneter bzw. in geschlossener Stellung. Der Ziehgriff für die Klappe 2 ist mit dem Positionszeichen 7 versehen.

Im Bereich des Zulüfters ist außen ein Wetterschutzkasten 8 plaziert, welcher eine Abtropfkante 9 aufweist und mit einem Insektenschutzgitter 10 versehen ist.

Die grundsätzliche Idee, die Dämmeigenschaften des Zulüfters wenigstens auf das Niveau der Verglasung zu bringen, wurde somit umfassend im Sinne der eingangs formulierten Aufgabenstellung gelöst.

Bedingt durch die erfinderische Lösung steht der gesamte Zulüfterquerschnitt für die Dämmung zur Verfügung, was einen sehr guten Dämmwert zur Folge hat.

Als Vorteil ist auch die Variabilität der Dämmstoffdicke und damit eine problemlose Anpassung an die verschiedenen Verglasungsstärken hervorzuheben.

Durch die bessere Dämmung des Zulüfters oder – wie bereits ausgeführt – der äquivalenten Dämmung von Ablüftern, werden erhebliche Mengen an Heizenergie gespart. Außerdem werden Tauwasserprobleme durch einen sehr günstigen Istothermenverlauf im Wintergarten vermieden.


Anspruch[de]
  1. Wärmegedämmter Zulüfter, für Wintergärten, welcher sinnvollerweise im Zusammenhang mit der Verwendung von Wärmeschutzglasscheiben (4) mit gutem Dämmwert zur Anwendung kommt, dadurch gekennzeichnet, dass die wesentlichen Bauteile des Zulüfters, der Rahmen (1) und die Klappe (2) aus wärmedämmendem Material bestehen und diese Bauteile mit Blech sowie mit Kunststoff höherer Dichte ummantelt sind.
  2. Wärmegedämmter Zulüfter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass im Randbereich der Klappe (2) mindestens eine Anschlagdichtung (3) angeordnet ist.
  3. Wärmegedämmter Zulüfter nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Anschlagdichtung (3) unter Verwendung einer an sich bekannten Dichtung mit analoger Nut ausgeführt ist.
  4. Wärmegedämmter Zulüfter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Zulüfter mit Rahmen (1) und Klappe (2) durch Auswahl entsprechender Dämmstoffe und deren Bemessung (Dicke des Dämmstoffs) einen Dämmwert aufweist. der dem Dämmwert, den die verwendeten Wärmeschutzglasscheiben (4) haben, mindestens entspricht.
  5. Verwendung des Prinzips des wärmegedämmten Zulüfters gemäß Anspruch 1 (oder gemäß Anspruch 1 und einem weiteren Anspruch oder mehreren der Ansprüche 2 bis 4), dadurch gekennzeichnet, dass Ablüfter oder motorisch angetriebene Zu- und Ablüfter derart ausgeführt sind, dass Rahmen und Klappe gute Dämmeigenschaften aufweisen.
Es folgen 2 Blatt Zeichnungen






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