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Dokumentenidentifikation DE202004019649U1 31.03.2005
Titel Kompakte Intonierlade
Anmelder Kurt, Felix, 32351 Stemwede, DE
DE-Aktenzeichen 202004019649
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 31.03.2005
Registration date 24.02.2005
Application date from patent application 10.12.2004
IPC-Hauptklasse G10B 3/10

Beschreibung[de]
Technisches Gebiet, auf das sich die Erfindung bezieht

Die Erfindung betrifft das Intonieren von Orgelpfeifen mit Hilfe einer speziellen Intonierlade.

Die Intonation umfaßt das eigentliche Stimmen der Einzelpfeifen und das Abstimmen jeder Einzelpfeife auf die gesamte Orgel. Die Intonation ist der letzte technische Teil den der Service

  • – meist am Einsatzort der Orgel – auszuführen hat, damit individuelle Klanganforderungen den Vorstellungen des Auftraggebers möglichst nahe kommen. Die Klanganforderungen sind subjektiv geprägt, tangieren den künstlerischen Bereich und entziehen sich daher einer Normierung. Es sind drei Intonationsarten gut zu unterscheiden:
  • – Bei der Vorintonation sind die Orgelpfeifen noch im Rohzustand und müssen vom Intonator bearbeitet und zum Erklingen gebracht werden.
  • – Bei der Intonation erfolgt eine Anpassung der Orgelpfeifen an das Gewünschte Klangbild der Orgel.
  • – Bei der Nachintonation werden die schon klingenden Orgelpfeifen entweder nach der Ausreinigung klanglich überholt oder durch Umintonieren einem bestimmten musikalischen Klanggeschmack angepaßt.

Die Vorintonation, Intonation und Nachintonation sind technisch gesehen Klang- Justierungen deren Maßstab dem individuellen Empfinden des Intonators unterliegt.

Einschlägiger Stand der Technik

Um die bei der Intonation vor sich gehenden Veränderungen an den Orgel-Pfeifen hörbar zu machen, werden sie außerhalb der Orgel entweder mit Intonierladen oder durch den Intonator mit dem Mund angeblasen.

Bei bekannten Intonierladen, deren wichtigste Baugruppen ein Motor mit Gebläse, ein Balg, eine Kondukte, eine Windlade, eine Rasta und eine Klaviatur sind, können alle Pfeifen eines Registers aufgestellt und über die Klaviatur zum Erklingen gebracht werden.

Die Vorteile des Arbeitens mit der Intonierlade sind die dem Bedarfsfall angepaßten gleichbleibenden Luftdruckverhältnisse und daß Metallpfeifen, die aus einer giftigen Metall-Legierung bestehen können, nicht mit dem Mund angeblasen werden müssen.

Nachteilig ist, daß bei bekannten Intonierladen kurzfristige starke Druckschwankungen, wie das bei der Intonation mit dem Mund durch gezieltes Überblasen möglich ist, nicht zu realisieren sind. Nachteilig ist auch, daß während des Anblasens die feinere Windregulierung für einzelne Pfeifen nicht möglich ist. Auch verlangt die Aufstellung bekannter Intonierladen wegen ihres hohen Gewichtes und des hohen Platzbedarfes große Montagevor- und – nachbereitungszeiten, die insbesondere bei Kleinreparaturen zu unverhältnismäßig hohen Anwenderkosten führen.

Dem Vorteil, daß beim Anblasen kleiner Pfeifen mit dem Mund unterschiedliche Luftdrücke leicht zu realisieren sind, steht außer der Giftgkeit des Pfeifenmateriales auch der Nachteil entgegen, daß während dieses Vorganges Wärmeenergie der Anblasluft und der Hände auf den Pfeifenkörper übergeht und daß die Feuchtigkeit der Anblasluft der Lunge meist weit über die der Außenluft liegt, so daß im Normalfall Kondensat an der Pfeifeninnenwand entsteht, das bei Holzpfeifen zum Aufquellen des Kernspaltes bis zum Zuquellen führt, und das bei Zangenpfeifen am Messing zu vermehrter Grünspanbildung führt; um diesen Umstand zu berücksichtigen, benötigen diese Pfeifen nach dem Zurückstellen in die Orgel vor dem Anspielen eine Aklimatisationszeit. Die Dauer der Zeit wird dabei nur geschätzt.

Zu lösende technische Aufgabe

Gegenstand der Erfindung ist eine kompakte Intonierlade (KIL) für Orgelpfeifen, die klein, leicht handbar, manuell bedienbar, unabhängig von fremden Energieträgern und transpotabel ist. Mit ihr sollen in einem kurzen Zeitraum sowohl große Druckdifferenzen des Anlaufluftstromes, als auch geringe Druckluftschwankungen per Fuß erzeugt werden. Es soll dabei nicht auf den Vorteil einer Taste verzichtet werden müssen; die Kombination von Taste und Pedal ist so zu gestalten, daß sie es dem Intonateur erlaubt ausser zur einfachen Tonfindung vor allem über die Einschwing- und Ausschwinggeräusche seinen individuellen Klanganforderungen an einer Einzelpfeife bereits ausserhalb der Orgel effektiv zu überprüfen und anzupassen.

Darstellung der Erfindung

Erfindungsgemäß wird bei einer KIL über einen Tretschemel 2 Luft in den Balg 5 gedrückt, die durch mindestens ein Schaltelement 14 zugeführt werden kann.

Das Schaltelement, vorzugsweise als Taste 14 ausgeführt, kann – in Verbindung mit dem variierbaren Druck auf den Tretschemel – die Luftmenge, die durch die auf den Stock 11 aufgesetzte Pfeife fließen soll, beeinflussen, so daß der Intonateur die Orgelpfeife sowohl über ihr Einschwinggeräusch als auch durch bewußtes Überspielen auf ihre individuelle Eignung beurteilen kann.

Vorteilhafte Wirkung der Erfindung

Die vorgeschlagene KIL ist transportabel, handlich, leicht und daher für Kleinreparaturen geignet. Sie erlaubt, wegen Ihres geringeren Gewichtes, eine bessere Handhabung als herkömmliche Intonierladen.

Mit einer gezielten Erzeugung des Ein- und Ausschwingvorganges an einer einzelnen Pfeife kann während der Intonation durch technische Eingriffe an ihr besser auf ihre Klangeigenschaft eingewirkt werden. Dadurch ist es möglich, diese Pfeife außerhalb der Orgel objektiver beurteilen zu können, ohne daß eine Berührung mit den Atmungsorganen – mit all ihren Nachteilen – erfolgen muß.

Auch kleinere giftige Pfeifen müssen nicht mehr mit dem Mund berührt werden. Außerdem wird die Pfeife nicht durch Körperwärme erwärmt, so daß Abkühlzeiten entfallen. Gleichfalls entfallen Trocknungszeiten, die als Folge des Atemluftkondensates notwendig werden können. Der Kontakt des Intonators mit der Einzelpfeife bleibt mit dem Fuß und der Handtaste – bzw. einem anderen handbetätigtem Schaltelement für die Pfeifenluft – ganzkörperlich erhalten.

Im Ausführungsbeispiel entspricht die Arbeitsergonomie der eines Orgelspielers.

Die gezielte Luftbereitstellung, d.h. in ihrer Menge und ihrem Druck, beim Anspielen bzw. Überspielen einer Orgelpfeife zur Beurteilung ihres Klanges erfolgt über das Fußpedal.

Der alleinige Einfluß durch Tastendruck mit der Hand ist gering, erst in Kombination mit dem Fußpedal sind die gewünschten Effekte möglich und erlauben es dem Intonateur, Ton und Pfeifenqualität so zu beurteilen, als würden sie mit dem Mund angeblasen, so daß individuelle Klangkomponenten besser eingebracht werden können. Das anschwellende Anspielen einer Einzelpfeife als auch ihr gezieltes Überblasen erlauben es, unterschiedliche Klangsituationen der Orgel besser nachzustellen. Ein erheblicher Vorteil der KIL wird dadurch angestrebt, daß wesentlich größere Pfeifen angeblasen werden können, als die, die mit dem Mund anblasbar sind.

Beschreibung eines Weges zur Ausführung der Erfindung

Im Folgenden wird die Erfindung an einem Beispiel mit Bezug auf die Abbildungen erläutert. 1 zeigt die Hauptansicht der erfindungsmäßigen KIL. 2 ist der Schnitt A–A in der Seitenansicht und 3 die Draufsicht.

Im Gestell 1 liegt ein Tretschemel 2 , der mit dem Trittband 3 , mit der Umlenkrolle mit Übersetzung 4, einer Einfachumlenkrolle 7 mit einem Kraftband 3a und dem Balg 5 verbunden ist. Eine Windlade 13, bestehend aus dem Windkasten 12 und dem Stock 11, nimmt bis fünf Pfeifen auf. Die Druckluft wird über eine Taste 14 – der hier fünf möglichen – freigegeben, indem das Ventil 16 betätigt wird. Die Taste 14 arbeitet gegen die Feder 6 des Ventiles 16 und gegen den Luftdruck aus dem Balg 5 . Wird auf Tastendruck über die Stechermechanik 18, bestehend aus Stecher und Umlenkhebel, mit dem Stecher 15 das Ventil geöffnet, so daß Luft in die – mit dem Fuß auf dem Stock 11 aufsitzende und mit dem Rasta 8 gehaltenen – Pfeife einströmen kann, ertönt diese. Die Rastastütze 9 ist mit Nuten 10 versehen, so daß sie in der Höhe verstellbar ist. Das Rasta 8 nach 3 ist drehbar, so daß Pfeifen unterschiedlichen Durchmessers in die Rastalöcher 17 eingestellt werden können. Im vorliegenden Beispiel können maximal fünf Pfeifen aufgestellt und einzeln geprüft bzw. untereinander abgestimmt werden. Durch Drehen der Rasta kann eine andere Kombination von auch höchstens fünf Pfeifen eingestellt werden.

Inhalt/ Zusammenfassung der Erfindung

Es wird eine "Kompakte Intonierlade" (KIL) für Orgelpfeifen beschrieben , die klein, leicht, transportabel und leicht aufzubauen ist und trotzdem ausreichend variable Winddrücke zu erzeugen erlaubt. Dadurch kann der Mundkontakt mit giftigem Pfeifenmaterial auch für kleine Pfeifen entfallen. Gleichzeitig bleibt der direkte Kontakt mit kleinen Pfeifen erhalten und wird für größere Pfeifen verbessert. Aus den gezielt produzierten Anlaufgeräuschen und dem gezielten Überblasen kann der Intonator verbessert Schlußfolgerungen auf die Eignung für den gewünschten Einsatzbereich ziehen.

Entgegenhaltungen
  • DE 203 02 240 U1
  • G 90 11 929.0
  • DE 100 51 700 A1
  • EP 1 164 572 A2

Anspruch[de]
  1. Eine kompakte Intonierlade für Orgelpfeifen, bestehend aus einem Rahmen 1, einem Tretschemel 2, einem Balg 5, einer Windlade 13, einem Rasta 8 und einem Tastensystem aus Taste 14, Ventil 16 und Stechermechanik 18 dadurch gekennzeiehnet, daß der Tretschemel 2 so angeordnet ist, daß mit ihm bei gedrücktem Stecher gezielt Druckluft über die Windlade in den Pfeifenkörper gelangen kann.
  2. Eine KIL nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, daß sie für mindestens eine Pfeife und mindestens ein Tastensystem ausgelegt ist.
  3. Eine KIL nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, daß vorzugsweise eine einzelne Orgelpfeife geprüft wird.
  4. Eine KIL nach Anspruch 1 und 2 dadurch gekennzeichnet, daß die Orgelpfeife senkrecht auf den Orgelfuß aufgesetzt wird und von dem Rasta gehalten wird, die einer gewünschten Pfeifenkombination angepaßt ist.
  5. Eine KIL nach Anspruch 1 bis 4 dadurch gekennzeichnet, daß das Rasta 8 drehbar in die Rastastütze 9 eingesetzt werden kann, so daß sich die Zahl der Aufnahmeprofile für die einstellbaren Pfeifenprüflinge erhöht.
  6. Eine KIL nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, daß der Tretschemel 2 herrausziehbar gestaltet sein kann, so daß er nicht mehr einen senkrechten Abschluß mit dem Rahmen hat.
  7. Eine KIL nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, daß sie vorzugsweise in Leichtbauweise ausgeführt wird.
  8. Eine KIL nach Anspruch 1 bis 7 , dadurch gekennzeichnet, daß vorzugsweise Karbonmaterial eingesetzt wird.
Es folgt ein Blatt Zeichnungen






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