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Dokumentenidentifikation EP1436103 31.03.2005
EP-Veröffentlichungsnummer 0001436103
Titel VERFAHREN ZUR AUFARBEITUNG VON WALZEN
Anmelder Aluminium Norf GmbH, 41468 Neuss, DE
Erfinder ESCHNER, Peter, 40670 Meerbusch-Strümp, DE
DE-Aktenzeichen 50202340
Vertragsstaaten AT, BE, CH, CY, DE, DK, ES, FI, FR, GB, GR, IE, IT, LI, LU, MC, NL, PT, SE, TR
Sprache des Dokument DE
EP-Anmeldetag 29.06.2002
EP-Aktenzeichen 027602085
WO-Anmeldetag 29.06.2002
PCT-Aktenzeichen PCT/EP02/07214
WO-Veröffentlichungsnummer 0003035292
WO-Veröffentlichungsdatum 01.05.2003
EP-Offenlegungsdatum 14.07.2004
EP date of grant 23.02.2005
Veröffentlichungstag im Patentblatt 31.03.2005
IPC-Hauptklasse B21B 28/04

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Aufarbeitung von Walzen eines Warmwalzgerüstes für Aluminiumwerkstoffe für die Herstellung von Walzwerkserzeugnissen, bei welchem die Walze nach oder während der Benutzung durch Bearbeitung der Walzenoberfläche aufgearbeitet wird, (siehe z.B. DE-A-19848174).

Es ist aus dem Stand der Technik bekannt, dass Walzen für die Herstellung von Walzwerkserzeugnissen eine an den jeweiligen Einsatzzweck angepasste Walzenoberfläche aufweisen. Zum Beispiel weisen Arbeitswalzen zum Warmoder Kaltwalzen von Metallbändern eine Walzenoberfläche mit einer definierten Rauhigkeit auf, um ein sicheres Greifen des Walzgutes durch die Walzen und die Herstellung einer definierten Oberfläche des Walzgutes zu gewährleisten. Auch andere Arten von Walzen, wie beispielsweise Stützwalzen, Bandzugwalzen oder dergleichen weisen eine definierte Walzenoberfläche auf, die die einwandfreie Funktion dieser Walzen gewährleistet.

Durch die beim Walzen von Walzwerkserzeugnissen, wie beispielsweise Bändern, Blechen, etc. auftretenden hohen Drücke bilden sich auf der Walzenoberfläche regelmäßig Ablagerungen, die nach einem gewissen Zeitraum der Benutzung der Walzen dazu führen, dass der Walzvorgang nicht mehr einwandfrei ablaufen kann bzw. das Walzergebnis nicht länger zufriedenstellend ist.

Insbesondere beim Warmwalzen von Aluminiumbändern entstehen besonders hartnäckige Ablagerungen . Die beim Warmwalzen von Aluminiumbändern eingesetzten Arbeitswalzen weisen auf ihrer Oberfläche eine Schliffstruktur auf, die einerseits die Herstellung gewünschter Oberflächeneigenschaften des Walzgutes gewährleistet und andererseits zum sicheren Greifen des Walzgutes durch die Walzen beiträgt, wodurch ein Rutschen im Walzspalt vermieden wird. In den Vertiefungen dieser Schliffstruktur setzen sich bei der Benutzung der Walzen Aluminiumoxid- oder Aluminiumpartikel oder - je nach gewalzter Legierung - Magnesiumoxid- oder Magnesiumpartikel ab. Diese Partikel werden in den Vertiefungen durch die hohe Walzdruckkraft derart verdichtet, dass sie die Vertiefungen der Schliffstruktur kompakt und sehr widerstandsfähig ausfüllen. Dies wiederum führt dazu, dass die Schliffstruktur an der Walzenoberfläche nach einer gewissen Benutzungsdauer der Walze beim Walzen nicht mehr wirksam ist. Die auf der Walzenoberfläche gebildeten Ablagerungen bezeichnet man auch als Walzhemd.

Das Auffüllen der Schliffstruktur der Walzenoberfläche führt zu verschiedenen Effekten. Zum einen ist ein sicheres Greifen des Walzgutes durch die Walzen nicht mehr gesichert und die Walzen beginnen zu rutschen. Auch sammeln sich an einigen Stellen der Walzenoberfläche der Arbeitswalzen verstärkt die oben genannten Partikel an und führen zu unerwünschten Abdrücken auf der gewalzten Bandoberfläche. Teilweise lösen sich auch die angesammelten und kompaktierten Partikel in größeren Einheiten und verbleiben auf der Oberfläche der Bänder als sogenanntes Pickup.

Die genannten Effekte treten in unterschiedlicher Ausprägung beim Warmwalzen verschiedener Walzwerkserzeugnisse aus unterschiedlichen Aluminiumlegierungen auf.

Da es sich bei Walzen um kostenintensiv herzustellende Erzeugnisse handelt, werden diese, wie aus dem Stand der Technik bekannt, nach der Bildung eines Walzhemdes oder dergleichen nicht komplett ausgetauscht sondern ausgebaut und durch Bearbeitung der Walzoberfläche aufgearbeitet. Nach der Aufarbeitung weisen die Walzen an ihrer Walzenoberfläche wieder die gewünschten Eigenschaften auf und können weiter verwendet werden. Aus dem Stand der Technik ist es bekannt, die Walzen dadurch aufzuarbeiten, dass die Walzenoberfläche mit mechanisch abrasiven Verfahren, wie beispielsweise Schleifen, bearbeitet wird. Bei diesem Verfahren werden von der Walzenoberfläche definiert die abgelagerten Verunreinigungen und das Material der Walze selbst abgenommen, um eine unverbrauchte Walzenoberfläche herzustellen. Teilweise werden die Walzenoberflächen nach der mechanisch abrasiven Behandlung auch einer erneuten Beschichtung oder Härtung unterzogen.

Da die Walzendurchmesser bei wiederholter Aufarbeitung aufgrund der Abnahme von Walzenmaterial bei der mechanisch abrasiven Bearbeitung kontinuierlich abnimmt, sind die Walzen nach einer bestimmten Anzahl von Aufarbeitungen endgültig verbraucht, d.h. auch nach Aufarbeitung nicht wiederverwendbar. Dies ist einerseits in der Veränderung der geometrischen Eigenschaften bedingt andererseits aber auch in dem Erreichen von Materialschichten des Walzenmaterials, die sich für eine weitere Aufarbeitung aufgrund fehlender Festigkeit oder dergleichen nicht mehr eignen.

Diese aus dem Stand der Technik bekannten Verfahren zur Aufarbeitung von Walzen weisen verschiedene Probleme auf. Zum einen müssen die Walzen zur Aufarbeitung demontiert und durch neue bzw. aufgearbeitete Walzen ersetzt werden. Hieraus resultieren mit erheblichen Kosten verbundenen Stillstandszeiten der Walzwerke. Weiter ist eine Aufarbeitung der Walzen vor Ort in aller Regel nicht möglich, so dass die aufzuarbeitenden Walzen über weitere Entfernungen transportiert werden müssen. Schließlich führt die Bearbeitung der Walzen mit mechanisch abrasiven Verfahren zu einer relativ schnellen Abnutzung der kostspieligen Walzen. Dabei ist insbesondere zu beachten, dass beispielsweise Arbeitswalzen in Warmwalzgerüsten aufgrund der genannten Effekte mehrfach pro Woche aufgearbeitet werden müssen.

Weiter ist es bekannt zur Verlängerung der Standzeiten von Walzen in einem Warmwalzgerüst für Aluminiumwerkstoffe Reinigungsbürsten vorzusehen, mit Hilfe derer die Oberfläche der Walzen im eingebauten Zustand, vorzugsweise kontinuierlich, gebürstet werden. Hierdurch wird die Bildung eines Walzhemdes auf der Walzenoberfläche zumindest reduziert. Bei den genannten Bürsten handelt es sich um Stahl- oder Kunststoffbürsten. deren Verwendung auf Dauer zu einer Veränderung der Walzenoberfläche - ähnlich einer Politur - führt, wodurch sich die Eignung der Walzen zu einem sicheren Greifen des Walzgutes durch die Walzen verringert.

Ausgehend von dem zuvor beschriebenen Stand der Technik und den hiermit verbundenen Problemen liegt der vorliegenden Erfindung die Aufgabe zu Grunde, ein Verfahren zur Aufarbeitung von Walzen für die Herstellung von Walzerzeugnissen anzugeben, welches eine einfache, schnelle und kostengünstige Aufarbeitung der Walzen gewährleistet.

Erfindungsgemäß ist die zuvor hergeleitete und aufgezeigte Aufgabe dadurch gelöst, dass die Walzenoberfläche mit Hilfe eines Flüssigkeitsstrahls bearbeitet wird und der Flüssigkeitsdruck bei Erzeugung des Flüssigkeitsstrahls auf etwa 50 bis 250 MPa, vorzugsweise 70 bis 150 MPa, eingestellt wird.

Es hat sich überraschenderweise gezeigt, dass die sich auf der Walzenoberfläche ansammelnden, hochverdichteten Partikel und Ablagerungen mit Hilfe eines Flüssigkeitsstrahls nahezu rückstandsfrei entfernt werden können. Die Bearbeitung der Walzenoberfläche mit Hilfe eines Flüssigkeitsstrahls ist insbesondere dahingehend vorteilhaft, dass die ursprüngliche Walzenoberfläche hierdurch nahezu nicht verändert wird, so dass beispielsweise keine Abnahme des Walzendurchmessers bei der Aufarbeitung auftritt. Dadurch, dass die eigentliche Walzenoberfläche bei der Bearbeitung mit Hilfe eines Flüssigkeitsstrahls nahezu nicht verändert wird, bleibt die Walze auch nach der Aufarbeitung maßhaltig. Die Anforderungen an die Bearbeitung mit Hilfe eines Flüssigkeitsstrahls sind also im Vergleich zu mechanisch abrasiven Verfahren, bei denen die Maßhaltigkeit gewährleistet werden muss, sehr viel geringer. Schließlich kann die Bearbeitung der Walzenoberfläche mit Hilfe eines Flüssigkeitsstrahls deutlich schneller erfolgen als die Bearbeitung der Walzenoberfläche mit mechanisch abrasiven Verfahren wie dem Schleifen. Das erfindungsgemäße Verfahren lässt sich jedoch auch mit den aus dem Stand der Technik bekannten mechanisch abrasiven Verfahren kombinieren.

Dadurch, dass der Flüssigkeitsdruck bei der Erzeugung des Flüssigkeitsstrahls erfindungsgemäß auf etwa 50 bis 250 MPa (106 Pa), vorzugsweise 70 bis 150 MPa, eingestellt wird, ist ein sicheres Ablösen der Rückstände und Verschmutzungen auf den Walzen gewährleistet. Zur Herstellung derartiger Drücke werden in der überwiegenden Zahl der Fälle mechanisch angetriebene Kolbenpumpen (Plungerpumpen) zum Teil unter zusätzlicher Verwendung von hydraulischen Druckübersetzern eingesetzt.

Eine erste vorteilhafte Ausgestaltung erfährt das erfindungsgemäße Verfahren dadurch, dass die Walzenoberfläche zur Aufarbeitung ausschließlich mit Hilfe eines Flüssigkeitsstrahls bearbeitet wird. Es hat sich herausgestellt, dass die Bearbeitung der Walzenoberfläche mit Hilfe eines Flüssigkeitsstrahls zur Aufarbeitung von Walzen derartig gründlich ist, dass sich eine weitere Bearbeitung der Walzenoberfläche insbesondere durch Bürsten erübrigt. Insbesondere bleiben in der Regel auch Beschichtungen der Walzenoberfläche, die beispielsweise zur Erhöhung der Festigkeit der Walzenoberfläche aufgetragen worden sind, in der Regel bei der Bearbeitung mit Hilfe eines Flüssigkeitsstrahls erhalten.

Die bereits beschriebenen Eigenschaften des erfindungsgemäßen Verfahrens lassen eine im Hinblick auf die Stillstandszeiten und den Arbeitsablauf hin optimale Weiterentwicklung des Verfahrens dadurch zu, dass die Walzenoberfläche im eingebauten Zustand der Walze mit Hilfe eines Flüssigkeitsstrahls bearbeitet wird. Durch diese Aufarbeitung einer Walze im eingebauten Zustand mit der bereits erwähnten hohen Geschwindigkeit der Bearbeitung der Walzenoberfläche mit Hilfe eines Flüssigkeitsstrahls lassen sich die durch die Aufarbeitung bedingten Stillstandszeiten eines Walzwerkes drastisch reduzieren.

Dadurch, dass die Bearbeitung kontinuierlich oder mit Unterbrechungen während des Walzens vorgenommen wird, werden Stillstandszeiten zur Aufarbeitung von Walzen vollständig vermieden.

Alternativ zu der soeben beschriebenen Ausgestaltung wird die Erfindungsgemäße Lehre vorteilhaft dadurch weitergebildet, dass die Bearbeitung innerhalb von Walzpausen vorgenommen wird. Im Walzprozess kommt es regelmäßig zu Walzpausen, die systembedingt beispielsweise aus dem Transport eines neuen Barrens zum Walzgerüst oder ähnliches resultieren. Diese Walzpausen können ohne weiteres genutzt werden, um die Walzen erfindungsgemäß aufzuarbeiten.

Beide Maßnahmen ermöglichen es, dass eine Aufarbeitung durch, wie aus dem Stand der Technik bekannt, die Walzen während des Walzens bürstende Stahl- oder Kunststoffbürsten entfallen kann. Hierdurch wird die Standzeit der Walzen weiter verbessert, da die Walzenoberfläche nicht durch die Stahlbürsten "poliert" wird.

Dadurch, dass als Flüssigkeit Wasser verwendet wird, wird das erfindungsgemäße Verfahren im Hinblick auf Umweltverträglichkeit, Arbeitssicherheit und die mit dem Verfahren verbundenen Kosten weiter optimiert. Mit der Verwendung von Wasser ist eine problemlose Einhaltung der Explosionssicherheit gewährleistet. Darüber hinaus lässt sich das bei der Aufarbeitung anfallende Wasser ohne weiteres im Rahmen üblicher Entsorgungsmaßnahmen behandeln bzw. kann in einem Wasserkreislauf, beispielsweise dem Emulsionswasserkreislauf einer Warmwalze, verbleiben. Grundsätzlich ist jedoch, je nach Anwendung, der Einsatz von alternativen Flüssigkeiten zur Herstellung des zur Bearbeitung eingesetzten Flüssigkeitsstrahls möglich. Die Qualität des eingesetzten Wassers ist der jeweiligen Anwendung anzupassen. Für bestimmte Anwendungen ist auch der Zusatz von Partikeln in angepasster Dosierung denkbar, um die Reinigungskraft zu erhöhen, bzw. die Walzenoberfläche formändernd zu bearbeiten.

Es existieren eine Vielzahl von Möglichkeiten der Ausgestaltung und Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens zur Aufarbeitung von Walzen für die Herstellung von Walzwerkserzeugnissen. Hierzu wird beispielsweise verwiesen einerseits auf die dem Patentanspruch 1 nachgeordneten Patentansprüche andererseits auf die Beschreibung eines Ausführungsbeispiels in Verbindung mit der Zeichnung. In der Zeichnung zeigt

Fig. 1
schematisch einen stark vergrößerten Schnitt durch die Walzenoberfläche einer Arbeitswalze und
Fig. 2
eine perspektivische Ansicht auf eine Walze bei der Aufarbeitung mit Hilfe des erfindungsgemäßen Verfahrens.

Der in Fig. 1 schematisch dargestellte stark vergrößerte Schnitt zeigt das Profil einer Arbeitswalze eines Warmwalzgerüstes für Aluminiumlegierungen.

Bei dem in Fig. 1 dargestellten Schnitt ist der eigentliche Walzenwerkstoff 1 schraffiert dargestellt. Im vorliegenden Fall handelt es sich um eine Stahlwalze. Für andere Anwendungen kommen z.B. auch Walzen aus Gußeisen zum Einsatz. Es ist deutlich erkennbar, dass die Walzenoberfläche in dem dargestellten Maßstab konturiert ist und eine Vielzahl von Erhebungen 2 und Vertiefungen 3 aufweist. Diese im Walzenwerkstoff 1 vorgesehenen Erhebungen 2 und Vertiefungen 3, im allgemeinen als Rauhigkeit bezeichnet, gewährleisten bei der Benutzung der dargestellten Arbeitswalze, wie bereits erwähnt, unter anderem ein zuverlässiges Greifen des Walzgutes durch die Walzen und eine gewünschte Oberflächenformgebung des Walzgutes. Dies wird durch den zwischen den Erhebungen 2 und den Vertiefungen 3 und dem gewalzten Aluminiumband entstehenden Reibschluss gewährleistet.

In Fig. 1 ist weiter dargestellt, dass auf der Walzenoberfläche eine Verchromung 4 hergestellt worden ist. Diese vollflächige Verchromung 4 dient der Erhöhung der Härte der Walzenoberfläche und damit der Beständigkeit der Erhebungen 2.

Die in Fig. 1 dargestellte Walzenoberfläche gehört zu einer Walze, die bereits in erheblichem Umfang benutzt worden ist. Im Rahmen dieser Benutzung haben sich beim Warmwalzen von Aluminiumbändern in den Vertiefungen 3 Aluminiumoxid- und Aluminiumpartikel angesammelt, die durch den hohen Walzdruck zu Ablagerungen 5 verdichtet worden sind. Wie deutlich erkennbar ist, decken die in Fig. 1 dargestellten Ablagerungen 5 bereits einen Teil der Erhebungen 2 ab, wodurch der Griff zwischen der Walzenoberfläche und dem Walzgut reduziert ist. Hierdurch kommt es zunehmend zu Effekten wie dem Rutschen der Walzen, der Ablösung von Ablagerungen 5, die auf der Walzgutoberfläche verbleiben und zur punktuell stärkeren Ansammlungen von Ablagerungen 5, die auf der Walzgutoberfläche Abdrücke hinterlassen.

Die in Fig. 1 dargestellte Walzenoberfläche muss zur Herstellung von weiterhin einwandfreiem Walzgut aufgearbeitet werden. Nach dem erfindungsgemäßen Verfahren erfolgt die Aufarbeitung dadurch, dass die Walzenoberfläche mit Hilfe eines Flüssigkeitsstrahls, wie in Fig. 2 dargestellt, bearbeitet wird. Bei einer Arbeitswalze eines Warmwalzgerüstes für Aluminium wird als Flüssigkeit vorzugsweise Wasser eingesetzt, da beim Warmwalzen selber eine Wasser/Öl-Emulsion verwendet wird, das Wasser also im Prozeß keinen Fremdstoff darstellt.

Eine in Fig. 2 dargestellte Walze 6 weist nach einer gewissen Benutzung ein aus den in Fig. 1 dargestellten Ablagerungen 5 bestehendes Walzhemd 7 auf, welches bei der Aufarbeitung entfernt werden muss.

Nach dem erfindungsgemäßen Verfahren erfolgt die Aufarbeitung dadurch, dass die Walzenoberfläche 8 mit Hilfe eines Flüssigkeitsstrahls 9, der aus einer Strahllanze 10 austritt, bearbeitet wird. In dem bereits mit Hilfe des Flüssigkeitsstrahls 9 bearbeiteten Oberflächenbereich 11 ist das Walzhemd entfernt worden.

Die in Fig. 2 dargestellte erfindungsgemäße Aufarbeitung kann sowohl im eingebauten als auch im ausgebauten Zustand der Walze 6 erfolgen. Darüber hinaus kann die Strahllanze 10 von Hand oder automatisch geführt werden. Es bietet sich an, innerhalb des Walzgerüstes eine Vorrichtung anzuordnen, die die Strahllanze 10 bei der Aufarbeitung der Walze 6 automatisch definiert über die Walzenoberfläche 8 führt, um das Walzhemd - sobald dies notwendig ist - zu entfernen. Dies ist auch während des Walzvorgangs möglich.

Bei der erfindungsgemäßen Aufarbeitung einer Arbeitswalze eines Warmwalzgerüstes für Aluminiumlegierungen war folgendes zu beobachten. Die Rauhigkeit einer mit Hilfe von aus dem Stand der Technik bekannten Verfahren durch Schleifen aufgearbeiteten Walze hat im Laufe der Benutzung auf etwa 55% abgenommen, bevor die beschriebenen unerwünschten Effekte wie Rutschen oder dergleichen auftraten. Eine erfindungsgemäße Bearbeitung der Walzenoberfläche mit Hilfe eines Wasserstrahls hat zu einer Anhebung der Rauhigkeit auf etwa 95% des ursprünglichen Wertes geführt. Damit konnte eine einwandfreie Weiterbenutzung der aufgearbeiteten Walze hergestellt werden.

Zur Bearbeitung wurde bei der beschriebenen Aufarbeitung ein Wasserstrahl mit einem Druck von etwa 200 MPa ohne den Zusatz von Partikeln verwendet.

Bei dem beschriebenen Ausführungsbeispiel, also einer Arbeitswalze zum Warmwalzen von Aluminium, hat sich gezeigt, dass die Walze nach mehrfacher Aufarbeitung mit Hilfe des erfindungsgemäßen Verfahrens konventionell, d.h. durch mechanisch abrasive Verfahren wie Schleifen und anschließende Verchromung, aufgearbeitet werden sollte, um die Walzenoberfläche grundlegend aufzuarbeiten. Diese konventionelle Aufarbeitung ist bei dem beschriebenen Ausführungsbeispiel nach mehrmaliger erfindungsgemäßer Aufarbeitung erforderlich.


Anspruch[de]
  1. Verfahren zur Aufarbeitung von Walzen eines Warmwalzgerüstes für Aluminiumwerkstoffe für die Herstellung von Walzwerkserzeugnissen, bei welchem die Walze nach oder während der Benutzung durch Bearbeitung der Walzenoberfläche aufgearbeitet wird,

    dadurch gekennzeichnet, dass die Walzenoberfläche mit Hilfe eines Flüssigkeitsstrahls bearbeitet wird und der Flüssigkeitsdruck bei Erzeugung des Flüssigkeitsstrahls auf etwa 50 bis 250 MPa, vorzugsweise 70 bis 150 MPa, eingestellt wird.
  2. Verfahren nach Anspruch 1,

    dadurch gekennzeichnet, dass die Walzenoberfläche zur Aufarbeitung ausschließlich mit Hilfe eines Flüssigkeitsstrahls bearbeitet wird.
  3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,

    dadurch gekennzeichnet, dass die Walzenoberfläche im eingebauten Zustand der Walze mit Hilfe eines Flüssigkeitsstrahls bearbeitet wird.
  4. Verfahren nach Anspruch 3,

    dadurch gekennzeichnet, dass die Bearbeitung kontinuierlich oder mit Unterbrechungen während des Walzens vorgenommen wird.
  5. Verfahren nach Anspruch 3,

    dadurch gekennzeichnet, dass die Bearbeitung innerhalb von Walzpausen vorgenommen wird.
  6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5,

    dadurch gekennzeichnet, dass als Flüssigkeit Wasser verwendet wird.
Anspruch[en]
  1. A method for refurbishing rolls of a hot rolling stand for aluminum materials for the production of rolling mill products, in which the rolls are refurbished after or during usage by processing the roll surface,

    characterized in that the roll surface is processed by means of a liquid jet and the pressure of the liquid for generating the liquid jet is set to approximately 50 to 250 MPa, preferably 70 to 150 MPa.
  2. The method according to Claim 1,

    characterized in that the roll surface is processed exclusively by means of a liquid jet for refurbishment.
  3. The method according to Claim 1 or 2,

    characterized in that the roll surface is processed by means of a liquid jet with the roll built-in.
  4. The method according to Claim 3,

    characterized in that the processing is performed continuously or with interruptions during rolling.
  5. The method according to Claim 3,

    characterized in that the processing is performed during rolling breaks.
  6. The method according to one of Claims 1 through 5,

    characterized in that water is used as the liquid.
Anspruch[fr]
  1. Procédé de remise en état de cylindres d'une cage de laminoir à chaud pour des matériaux à base d'aluminium, pour la fabrication de produits laminés, pour lequel le cylindre, après ou pendant l'utilisation, est remis en état par usinage de la surface du cylindre,

    caractérisé en ce que la surface de cylindre est usinée à l'aide d'un jet de liquide, et la pression de liquide, lors de la projection du jet de liquide, est réglée à une valeur d'environ 50 à 250 MPa, de préférence de 70 à 150 MPa.
  2. Procédé selon la revendication 1,

    caractérisé en ce que la surface de cylindre, pour la remise en état, est usinée exclusivement à l'aide d'un jet de liquide.
  3. Procédé selon la revendication 1 ou 2,

    caractérisé en ce que la surface de cylindre est usinée à l'aide d'un jet de liquide lorsque le cylindre se trouve à l'état monté.
  4. Procédé selon la revendication 3,

    caractérisé en ce que l'usinage est effectué de façon continue ou avec des interruptions pendant le laminage.
  5. Procédé selon la revendication 3,

    caractérisé en ce que l'usinage est effectué pendant les pauses entre laminages.
  6. Procédé selon l'une des revendications 1 à 5,

    caractérisé en ce que l'on utilise de l'eau comme liquide.






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