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Dokumentenidentifikation DE202004014163U1 07.04.2005
Titel Autonom be- und entladbarer Abtrommelbock vorzugsweise für Zweiwegefahrzeuge zum Auswechseln von Fahrdrähten und/oder Tragseilen von Gleisoberleitungen
Anmelder Schörling-Brock GmbH, 30989 Gehrden, DE
DE-Aktenzeichen 202004014163
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 07.04.2005
Registration date 03.03.2005
Application date from patent application 09.09.2004
IPC-Hauptklasse B60M 1/28
IPC-Nebenklasse B61D 15/00   

Beschreibung[de]

Zur Verlegung von Fahrdrähten bzw. des Tragseils von Gleis-Oberleitungen sind unterschiedliche, im Regelfall gleisverfahrbare Vorrichtungen bekanntgeworden.

Solche Einrichtungen bestehen in der Regel aus einem Schienenfahrwerk mit darauf angeordnetem Fahrantrieb, einem Maschinenrahmen, Speichertrommel für den Fahrdraht sowie Stütz- und Führungsrollen aufweisende Hubvorrichtungen, um den Fahrdraht oder das Tragseil auf die Montagehöhe über dem Gleis anzuheben sowie Zugspannungsvorrichtungen, um die zur Verlegung des Fahrdrahtes erforderliche Zugspannung aufzubringen.

Der recht dicke Fahrdraht unterliegt vor seiner Verlegung verschiedensten Biegebeanspruchungen, z.B. durch mehrfache Umlenkung auf Speichertrommel, durch Umlenktrommel usw., so daß bleibende Verformungen vorhanden sind. Es muß deshalb sichergestellt werden, daß der Draht mit ausreichender Zugkraft während des Verlegevorgangs beaufschlagt wird.

Viele der bereits bekannten Problemlösungen beschäftigen sich hauptsächlich mit diesem Problem. So ist eine auf einem Eisenbahnwagen montierte Vorrichtung zum gleichzeitigen Verlegen von Fahrdraht und Tragseilen von Oberleitungen unter vorgegebener Verlegespannung, dadurch gekennzeichnet, daß es sich um eine nicht selbst fahrende Einheit mit 2 Winden zur Aufnahme von Fahrdraht bzw. Tragseilen bevorratenden Trommeln handelt, von denen wenigstens eine mit einem nachgeschalteten Spill ausgerüstet ist und mit Zugeinrichtungen für die Winden und das Spill zur Aufrechterhaltung der gewünschten Abzugskräfte ausgestattet ist.

Die zur Verlegung des Fahrdrahtes erforderliche Zugspannung wird hier hauptsächlich über das Spill als Zugspannungsvorrichtung aufgebracht. Eine Vorwegnahme des Erfindungsgedankens ist jedoch aufgrund der spezialisierten Zielrichtung dieser Veröffentlichung nicht erkennbar.

Bei einer anderen Verlegeeinheit liegt der Schwerpunkt ebenfalls auf einer Zugspannungsvorrichtung, die aus 2 Drahttrommeln sowie der in Maschinenlängsrichtung beabstandeten Umlenkrollen, wobei die Umlenkrollen einen verhältnismäßig großen Durchmesser aufweisen. Zur Anhebung des Fahrdrahtes ist eine Führungseinrichtung mit einer auf einem Tragmast angeordneten höhenverstellbaren Führungsrolle zur Führung des von der Speichertrommel abgewickelten Fahrdrahtes gelagert. Auch hier sind keine Lösungsansätze für die vorliegende Erfindung zu erkennen.

Bei einer anderen vorveröffentlichten Beschreibung zu einer Fahrleitungs-Instandsetzungsvorrichtung zum kontinuierlichen Verlegen bzw. Abnehmen des Fahrdrahtes wird mit einer auf einem schienengebundenen Fahrgestell montierbaren Installationsplattform gearbeitet, welche wenigstens 2 Trommelböcke zur Aufnahme von Speichertrommeln für Tragseil bzw. Fahrdraht besitzt und mit wenigstens einem Hubmast zum Anheben des von den Speichertrommeln ablaufenden Drahtes auf die Montagehöhe oberhalb der Fahrstrecke, wobei die Installationsplattform als auf einem Containerwagen montierbare, transportable Einheit ausgebildet ist, die Trommelböcke mit darauf angeordneten Speichertrommeln jeweils eine angetriebene Winde bilden, der Antrieb als hydraulischer Antrieb ausgebildet ist, wobei der Antrieb der Winde so ausgelegt wurde, daß nahezu die gesamte Zugspannung über den Vorschub der Einrichtung auf dem Gleis aufbringbar ist.

Es wurde zwar hier erkannt, daß es zweckmäßig ist, die Abmessungen der Installationsplattform im Grundriß etwa derjenigen eines genormten Frachtcontainers anzupassen, so daß die gesamte Einrichtung einfach transportierbar, lagerbar und abstellbar ist. Eine sinnvolle gewichts-, raum- und zeitsparende Lösung wie bei der vorliegenden Erfindung wurde jedoch auch hier nicht beschrieben.

Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein System zum Auswechseln von Fahrdrähten bzw. Tragseilen von Gleisoberleitungen zu schaffen, bei dem zum Be- und Entladen der Trommel auf einen externen Kran verzichtet werden kann und zusätzlich eine Mehrfachnutzung des Fahrzeuges problemlos, schnell und preiswert realisierbar ist.

Die Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß der autonom be- und entladbare Trommelbock – einsetzbar vorzugsweise in Verbindung mit Zweiwegefahrzeugen – zum Auswechseln von Fahrdrähten bzw. Tragseilen von Gleisoberleitungen als Wechselsystem ausgeführt ist, wobei dieser auf dem Fahrzeug nach jeder Seite um 90° schwenkbar ausgeführt ist.

Bei der erfindungsgemäßen Lösung erfolgt die Be- und Entladung mit einer systemintegrierten Schwenk-, Hub- und Absenk- bzw. Kippvorrichtung erfolgt.

Bei einer erfindungsgemäßen Variante sind auf dem Fahrzeughilfsrahmen 2 Trommelböcke installiert, z.B. zur Aufnahme bzw. Abgabe von Fahrdrähten bzw. Drahtseilen.

Bei einer anderen Variante befindet sich auf dem Grundrahmen eine Dreheinrichtung, welche die Verbindung zwischen Grundrahmen und Drehrahmen herstellt und die beidseitige 90°-Schwenkbewegung sicherstellt, wobei üblicherweise der Hebel um ca. 140° schwenkbar ausgeführt ist.

Bei der vorteilhaften erfindungsgemäßen Lösung befindet sich nach Abschluß des Hebel-Rückschwenkvorgangs die Trommel in Funktionsposition, wobei diese Trommel durch 2 Mitnehmer auf der Welle drehungssicher zentriert ist.

Bei einer weiteren erfindungsgemäßen Variante ist der Wicklungsdurchmesser der Trommel von einem Ultraschallsensor erfaßt, wobei über die Weiterführung der Meßimpulse an die Steuerung und die Bremse die gewünschte Drahtvorspannung sichergestellt ist. Hierbei ist der funktionssichere Draht-Wickelvorgang durch Verriegelung der Wellenlagerung realisiert.

Bei einer anderen erfindungsgemäßen Variante ist der Grundrahmen des Trommelbocks über die Containerverriegelung auf dem Fahrzeughilfsrahmen arettierbar und somit montier- bzw. demontierbar.

Eine Ausführungsform der erfindungsgemäßen Lösung ist in den Zeichnungen dargestellt. Es zeigen:

1: Vorderansicht des Abtrommelbocks (1) ohne die Trommel (3). Die Trommel (3) wird auf der Welle (23) sowie über die Mitnehmer (17) geführt. Dargestellt sind weiter die Wellenlagerung (24) sowie Bremse (13). Im unteren Bereich sind die Kugeldrehverbindung (16) sowie Containerverriegelung (Twist-Lock) (2) sowie der Grundrahmen (8) und der Fahrzeughilfsrahmen (7) dargestellt.

2: Seitenansicht des Abtrommelbocks (1), die Trommel (3) mit dem Hebel (10) sowie der elektrischen Steuerung (18). Erkennbar ist der Hydraulikzylinder (12) zur Durchführung der Bewegung (12) mit dem Drehrahmen (4) sowie der Dreheinrichtung (5).

3: Draufsicht auf die Containerverriegelung (Twist-Lock) (2) sowie die Kugeldrehverbindung (16)

4: Ein Zweiwege-Fahrzeug (26) mit der Trommel (3) sowie der Kette mit Haken (14) sowie Containerverriegelung (Twist-Lock) (2) und Fahrzeughilfsrahmen (7).

1Abtrommelbock 2Containerverriegelung (Twist-Lock) 3Trommel 4Drehrahmen 5Dreheinrichtung 7Fahrzeughilfsrahmen 8Grundrahmen 9Grundrahmen des Trommelbocks 10Hebel 12Hydraulikzylinder 13Bremse 14Kette mit Haken 15Kippmechanismus 16Kugeldrehverbindung 17Mitnehmer 18Steuerung 19Ultraschallsensor 20Unterrahmen 23Welle 24Wellenlagerung 26Zweiwege-Fahrzeug

Anspruch[de]
  1. Autonom be- und entladbarer Abtrommelbock (1) vorzugsweise für Zweiwegefahrzeuge (26) zum Auswechseln von Fahrdrähten und/oder Tragseilen von Gleisoberleitungen, dadurch gekennzeichnet, daß der Abtrommelbock (1) als Wechselsystem ausgeführt ist.
  2. Autonom be- und entladbarer Abtrommelbock (1) vorzugsweise für Zweiwegefahrzeuge (26) zum Auswechseln von Fahrdrähten und/oder Tragseilen von Gleisoberleitungen, nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Be- und Entladung mit einer systemintegrierten Schwenk-, Hub- und Absenk- bzw. Kippvorrichtung (4, 10) erfolgt.
  3. Autonom be- und entladbarer Abtrommelbock (1) vorzugsweise für Zweiwegefahrzeuge (26) zum Auswechseln von Fahrdrähten und/oder Tragseilen von Gleisoberleitungen, nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Abtrommelbock (1) auf dem Fahrzeug (26) nach jeder Seite um 90° schwenkbar ausgeführt ist.
  4. Autonom be- und entladbarer Abtrommelbock (1) vorzugsweise für Zweiwegefahrzeuge (26) zum Auswechseln von Fahrdrähten und/oder Tragseilen von Gleisoberleitungen, nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 – 3, dadurch gekennzeichnet, daß die erforderliche, funktionsbestimmt definierte, Drahtspannkraft durch Abbremsung der Welle (23) über die Bremse (13) sichergestellt ist.
  5. Autonom be- und entladbarer Abtrommelbock (1) vorzugsweise für Zweiwegefahrzeuge (26) zum Auswechseln von Fahrdrähten und/oder Tragseilen von Gleisoberleitungen, nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 – 4, dadurch gekennzeichnet, daß auf dem Fahrzeughilfsrahmen (7) 2 Trommelböcke (1) z.B. zur Aufnahme bzw. Abgabe von Fahrdrähten bzw. Tragseilen vorgesehen sind.
  6. Autonom be- und entladbarer Abtrommelbock (1) vorzugsweise für Zweiwegefahrzeuge (26) zum Auswechseln von Fahrdrähten und/oder Tragseilen von Gleisoberleitungen, nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 – 5, dadurch gekennzeichnet, daß sich auf dem Grundrahmen (8) eine Dreheinrichtung (5) befindet, welche die Verbindung zwischen Grundrahmen (8) und Drehrahmen (4) herstellt und die beidseitige 90°-Schwenkbewegung sicherstellt.
  7. Autonom be- und entladbarer Abtrommelbock (1) vorzugsweise für Zweiwegefahrzeuge (26) zum Auswechseln von Fahrdrähten und/oder Tragseilen von Gleisoberleitungen, nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 – 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Hebel (10) um 140° schwenkbar ausgeführt ist.
  8. Autonom be- und entladbarer Abtrommelbock (1) vorzugsweise für Zweiwegefahrzeuge (26) zum Auswechseln von Fahrdrähten und/oder Tragseilen von Gleisoberleitungen, nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß nach Abschluß des Hebelrückschwenkvorgangs sich die Trommel (3) in Funktionsposition befindet.
  9. Autonom be- und entladbarer Abtrommelbock (1) vorzugsweise für Zweiwegefahrzeuge (26) zum Auswechseln von Fahrdrähten und/oder Tragseilen von Gleisoberleitungen, nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 – 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Trommel (3) durch 2 Mitnehmer (17) auf der Welle (23) drehungssicher zentriert ist.
  10. Autonom be- und entladbarer Abtrommelbock (1) vorzugsweise für Zweiwegefahrzeuge (26) zum Auswechseln von Fahrdrähten und/oder Tragseilen von Gleisoberleitungen, nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 – 9, dadurch gekennzeichnet, daß der funktionssichere Draht-Wickelvorgang durch Verriegelung der Wellenlagerung (24) sichergestellt ist.
  11. Autonom be- und entladbarer Abtrommelbock (1) vorzugsweise für Zweiwegefahrzeuge (26) zum Auswechseln von Fahrdrähten und/oder Tragseilen von Gleisoberleitungen, nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 – 10, dadurch gekennzeichnet, daß der Wicklungsdurchmesser auf der Trommel (3) von einem Ultraschallsensor (19) erfaßt wird und über die Weiterführung der Meßimpulse an die Steuerung (18) und der Bremse (13) die erwünschte Drahtvorspannung sichergestellt ist.
  12. Autonom be- und entladbarer Abtrommelbock (1) vorzugsweise für Zweiwegefahrzeuge (26) zum Auswechseln von Fahrdrähten und/oder Tragseilen von Gleisoberleitungen, nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 – 11, dadurch gekennzeichnet, daß der Hebel (10) über ein Gelenk mit dem Drehrahmen (4) verbunden ist.
  13. Autonom be- und entladbarer Abtrommelbock (1) vorzugsweise für Zweiwegefahrzeuge (26) zum Auswechseln von Fahrdrähten und/oder Tragseilen von Gleisoberleitungen, nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß zur Sicherstellung der 140°-Schwenkbewegung aus der Arbeitsposition der Hydraulikzylinder (12) vorgesehen ist.
  14. Autonom be- und entladbarer Abtrommelbock (1) vorzugsweise für Zweiwegefahrzeuge (26) zum Auswechseln von Fahrdrähten und/oder Tragseilen von Gleisoberleitungen, nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 – 13, dadurch gekennzeichnet, daß der Grundrahmen (8) des Trommelbocks (1) über die Containerverriegelung (2) auf dem Fahrzeughilfsrahmen (7) arretierbar und somit montier- bzw. demontierbar ist.
Es folgen 2 Blatt Zeichnungen






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