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Dokumentenidentifikation DE4123456B4 07.04.2005
Titel Öffnungsfähige Stirnwand für geschlossene doppelstöckige Eisenbahngüterwagen
Anmelder Greenbrier Germany GmbH, 31789 Hameln, DE
Erfinder Ahlborn, Günter, 57076 Siegen, DE;
Filk, Eberhard, 57250 Netphen, DE
Vertreter Luderschmidt, Schüler & Partner GbR, 65189 Wiesbaden
DE-Anmeldedatum 16.07.1991
DE-Aktenzeichen 4123456
Offenlegungstag 28.01.1993
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 07.04.2005
Veröffentlichungstag im Patentblatt 07.04.2005
IPC-Hauptklasse B61D 3/18
IPC-Nebenklasse B61D 3/02   B61D 47/00   B61D 19/00   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine öffnungsfähige Stirnwand für geschlossene doppelstöckige Eisenbahngüterwagen.

Für den Transport von Personenkraftwagen sind doppelstöckige offene Eisenbahngüterwagen bekannt, deren untere Ladeebene unterhalb der Puffer- ebene liegt. Zum Entladen dieser unteren Ladeebene über die offene Stirnwand ist die Ladeebene im Bereich der Kopfstücke des Eisenbahngüterwagens mit einer Neigung versehen, über die die Automobile über die Zug- und Stoßeinrichtung des Eisenbahngüterwagens entweder über dicht an die Kopfstücke stirnseitig angesetzte Rampen oder über die Puffer ragende Überfahrklappen verfahrbar sind. Derartige Eisenbahngüterwagen sind beispielsweise aus der DE 25 01 036 A1 der der DE 24 23 322 B2 bekannt.

Die obere Ladeebene des Eisenbahngüterwagens weist dabei entweder an ihrem Längsende einen auf die Überfahrklappen oder die Rampen abschwenkbaren Bereich auf oder die obere Ladeebene ist, wie in der DE 24 23 322 B2 beschrieben, insgesamt. auf die untere Ladeebene absenkbar. Diese Eisenbahngüterwagen weisen den Nachteil auf, daß die auf ihnen zu transportierenden Automobile vor äußeren Einflüssen ungeschützt sind und, wie aus der Praxis ersichtlich, sehr leicht beschädigt werden können.

Es sind auch geschlossene Eisenbahngüterwagen der eingangs genannten Art beispielsweise aus der DE 22 41 601 A bekannt, deren Laderaum allseitig verschließbar ist und bei denen die zu transportierenden Automobile während des Transportes geschützt sind. Nachteilig bei diesen vorbekannten Eisenbahngüterwagen ist die Be- und Entladung über Seitenwandtüren, die entweder schwenkbare Ladeplattformen innerhalb des Eisenbahngüterwagens oder spezielle Be- und Entladeeinrichtungen an der stationären Entladeanlage erfordern.

Aus der Praxis sind weiter geschlossene Eisenbahngüterwagen der eingangs genannten Art bekannt, bei denen die Be- und Entladung über Stirnwandtüren erfolgt. Bei diesen Eisenbahngüterwagen sind an den Stirnwänden jeweils vertikal mittig geteilte und an den seitlichen Eckpfosten der Eisenbahngüterwagen über Scharniere oder eine Schwenkvorrichtung angeschlagene Türen vorgesehen, die während der Fahrt geschlossen sind und zum Be- und Entladen der Fahrzeuge geöffnet werden können. Nachteilig bei diesen Eisenbahngüterwagen ist, daß zum Be- und Entladen der Fahrzeuge der Zugverband aufgelöst und jeder einzelne Eisenbahngüterwagen stirnseitig vor eine Rampe zum Be- und Entladen gefahren werden muß.

Aus der US 30 17 840 ist ein Eisenbahngüterwagen für den Transport von Automobilen mit zwei übereinander angeordneten Ladeebenen bekannt, wobei die Beladung/Entladung über bahnsteigseitige Rampen erfolgt, welche zwischen dem Bahnsteig und der Stirnseite des ersten/letzten Güterwagens anzuordnen sind. Zwischen den einzelnen Wagen vorgesehene Rampen ermöglichen die stirnseitige Be-/Entladung aller Wagen des gesamtes Zuverbandes.

Aus der FR 764 055 ist ein Eisenbahngüterwagen für den Transport von Automobilen mit nur einer Ladeebene bekannt. Zur Beladung werden in Wagenquerrichtung schwenkbare Klappen heruntergeklappt, und zwar sowohl zwischen erstem/letztem Güterwagen und dem Bahnsteig als auch zwischen den einzelnen Eisenbahngüterwagen des Zuges. Oberhalb der Klappen sind jeweils vertikal geteilte und mit Scharniergelenken versehene Schwenktüren horizontal schwenkbar gelagert. Es wird die stirnseitige Be/Entladung aller Wagen des Zugverbandes ermöglicht.

Aus der FR 14 62 411 ist eine Vorrichtung zum Be- und Entladen von Straßenfahrzeugen auf Güterwagen bekannt, bei der das die Zug- und Stoßeinrichtung tragende Kopfstück des Eisenbahngüterwagens zum stirnseitigen Be- und Entladen absenkbar ist.

Aus der DE 11 84 788 B ist ein zweistöckiges Schienen- oder Straßenfahrzeug für den Transport von Kraftwagen bekannt, dessen untere Ladefläche zweireihig beladen wird und dessen obere Ladefläche aus beiderseits der vertikalen Fahrzeuglängsmittelebene liegenden Teilbühnen besteht. Die Endstücke der Rollbahnen der Teilbühnen sind hochschwenkbar ausgebildet. Zum Be- und Entladen dienen Laderampen am jeweiligen Fahrzeugende, die sich auf dem Boden abstützen und an den Endstücken verankert sind. Es wird die stirnseitige Be/Entladung aller Wagen des Zugverbandes ermöglicht.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen doppelstöckigen, geschlossenen Eisenbahngüterwagen zum Transport von Automobilen, insbesondere Personenkraftwagen zu schaffen, bei dem der gesamte Zugverband für das Be- und Entladen erhalten bleiben kann und lediglich eine Kopframpe vor einen Endwagen verfahren werden muß.

Diese Aufgabe wird durch eine öffnungsfähige Stirnwand für doppelstöckige, geschlossene Eisenbahngüterwagen mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.

Gemäß der Erfindung liegt in Fahrtstellung des Eisenbahngüterwagens bei angehobenem Kopfstück das freie Ende der Klappe dicht unter den Schwenktüren an. Vorteilhaft wird durch die Erfindung ein Eisenbahngüterwagen geschaffen, der in Transportstellung allseitig geschlossen ist und bei dem zum Be- und Entladen in geschlossenem Zugverband lediglich die Kopfstücke abgesenkt und die stirnseitigen Klappen und Schwenktüren geöffnet werden müssen. In Fahrtstellung ist der Eisenbahngüterwagen auf seiner Stirnwand im unteren Bereich durch die vertikal stehende Klappe und in seinem oberen Bereich durch die Schwenktüren verschlossen. Zum Be- und Entladen werden die Kopfstücke abgesenkt, und die Klappen in horizontale Stellung auf die Puffer verschwenkt. Hierdurch ist die untere Ladeebene des gesamten Zugverbandes durchgehend befahrbar. Einzelne Wagen brauchen aus dem Zugverband nicht gelöst zu werden. Zum Be- und Entladen der oberen Ladeebene sind vorteilhaft lediglich die Schwenktüren bei ebenfalls geschlossenem Zugverband zu öffnen und die an der Schwenktür gelagerten Überfahrklappen in ihre horizontale Lage zu verschwenken. Die obere Ladeebene ist dann ebenfalls im Bereich des ganzen Zugverbandes durchgehend befahrbar.

Vorteilhaft sind gemäß der Erfindung die Überfahrklappen bei geschlossener Schwenktür hochgeklappt und an der Schwenktür verriegelt. Vorteilhaft sind weiter die Überfahrklappen bei geöffneter Schwenktür in eine horizontale Stellung schwenkbar und dort verriegelbar, wobei die Oberseite der Überfahrklappen in der horizontalen Stellung in gleicher Ebene mit der oberen Ladeeben des Eisenbahnwagens liegt.

Einzelheiten der Erfindung sind anhand eines Ausführungsbeispiels in der Zeichnung erläutert.

Es zeigen

1 die Stirnansicht eines Eisenbahngüterwagens mit der öffnungsfähigen Stirnwand, ½ mit geöffneter Stirnwand und abgesenktem Kopfstück,

2 den Schnitt nach Linie II-II der 1 um 180° gedreht,

3 den Schnitt nach Linie III-III der 1.

Der in der Zeichnung dargestellte geschlossene Eisenbahngüterwagen weist eine untere Ladeebene 1 und eine obere Ladeebene 2 auf. Das die Zug- und Stoßeinrichtung (Puffer 3) tragende Kopfstück 4 des Eisenbahngüterwagens ist über bekannte, in der Zeichnung nicht dargestellte Mittel an der Stirnseite des Untergestells 5 des Eisenbahngüterwagens höhenverstellbar angelenkt. Auf dem Kopfstück 4 ist um eine horizontale Achse 6 eine über die gesamte Breite des Kopfstücks 4 verlaufende Klappe 7 schwenkbar gelagert, die in ihrer vertikalen Schwenkstellung seitlich dicht gegen Stirnwandpfosten 8 des Eisenbahngüterwagens anliegt. In ihrer horizontalen Schwenkstellung liegt die Klappe 7 mit Stützfüßen 9 sich auf dem Puffer 3 sich abstützend auf.

Oberhalb der in vertikaler Schwenkstellung stehenden Klappe 7 ist an jedem Stirnwandpfosten 8 eine vertikal geteilte Schwenktür 10 über Scharniergelenke 11 horizontal schwenkbar gelagert. Die Klappe 7 liegt in vertikaler Schwenkstellung mit ihrer freien Längsseite dicht unter den Schwenktüren 10 an. Die Schwenktürteile 10a und 10b der Schwenktür 10 sind durch Scharniergelenke 12 gegeneinander schwenkbar verbunden. An dem äußeren Schwenktürteil 10a und dem inneren Schwenktürteil 10b der Schwenktür 10 sind außen Verriegelungen 13 angeordnet, die die Schwenktür 10 in ihrer Schließstellung oben an dem Stirnwandobergurt 14 des Eisenbahngüterwagens und unten an der Unterseite der Klappe 7 verriegeln. Auf der Innenseite des äußeren Schwenktürteiles 10a ist eine um eine horizontale Achse 15 schwenkbare Überfahrklappe 16 gelagert, die in ihrer vertikalen Schwenkstellung an der Innenseite des äußeren Schiebewandteiles 10a verriegelbar ist und die in ihrer horizontalen Schwenkstellung eine Verlängerung der oberen Fahrebene 2 des Eisenbahngüterwagens bildet.

Bei in Fahrstellung stehendem Eisenbahngüterwagen ist dessen Stirnwand vollflächig unten durch die Klappe 7 und in ihrem oberen Teil durch die Schwenktüren 10 verschlossen. Zum Öffnen der Stirnwand und zum Be- oder Entladen des Eisenbahngüterwagens werden die Verriegelungen 13 der Schwenktür 10 gelöst und die Schwenktürenteile 10a und 10b der Schwenktür 10 in eine Schwenkstellung parallel zu den Längsseiten des Eisenbahngüterwagens verschwenkt. Anschließend wird die Überfahrklappe 16 manuell oder mit mechanischer oder hydraulischer Unterstützung in ihre horizontale Schwenkstellung verschwenkt und dort verriegelt. Nach Lösen der Verriegelung 17 der Klappe 7 von den Stirnwandpfosten 8 ist die Klappe 7 ebenfalls in ihre horizontale Schwenkstellung auf die Puffer 3 verschwenkbar. Anschließend ist das Kopfstück 4 des Eisenbahngüterwagens mechanisch oder hydraulisch soweit absenkbar, daß die Oberseite der Klappe 7 etwa in Höhe der unteren Ladeebene 1 des Eisenbahngüterwagens liegt. Höhendifferenzen zwischen der unteren Ladeebene 1 und der Oberseite der Klappe 7 werden durch ein auf dem Kopfstück 4 angeordnetes Überfahrblech 18 ausgeglichen. Bei geschlossenem Zugverband werden die Kopfstücke jeweils zweier voreinander stehender Eisenbahngüterwagen gleichzeitig abgesenkt, so daß der Zugverband nicht gelöst zu werden braucht. Die die untere Ladeebene verlängernden Klappen 7 zweier benachbarter Eisenbahngüterwagen liegen dabei so dicht voreinander, daß ein problemloses Überfahren durch die zu be- oder entladenden Automobile sicher gewährleistet ist. Die Überfahrklappen 16 der Schwenktüren 10 sind ebenfalls so dimensioniert, daß bei geöffneter Schwenktür 10 die Überfahrklappen 16 zweier benachbarter Eisenbahngüterwagen so dicht voreinander stehen, daß ein durchgehendes Befahren der oberen Ladeebene benachbarter Eisenbahngüterwagen sicher gewährleistet ist.


Anspruch[de]
  1. Öffnungsfähige Stirnwand für doppelstöckige, geschlossene Eisenbahngüterwagen, insbesondere für den Transport von Automobilen,

    – wobei eine untere Ladeebene unterhalb der Pufferebene angeordnet ist und das die Zug- und Stoßeinrichtung tragende Kopfstück (4) des Eisenbahngüterwagens zum stirnseitigen Be- und Entladen absenkbar ist,

    – wobei auf dem Kopfstück (4) in Wagenquerrichtung eine Klappe (7) schwenkbar gelagert ist, die in ihrer vertikalen Schwenkstellung dicht gegen Stirnwandpfosten (8) des Wagenkastens und in ihrer horizontalen Schwenkstellung mit ihrem freien Ende auf den Puffer abgestützt ist,

    – wobei oberhalb der Klappe (7) an jedem Stirnwandpfosten (8) eine vertikal geteilte und dort mit Scharniergelenken (12) versehene Schwenktür (10) horizontal schwenkbar gelagert ist und

    – wobei auf der Innenseite des äußeren Teiles (10a) jeder Schwenktür (10) eine um eine horizontale Achse schwenkbare Überfahrklappe (16) in Höhe der oberen Ladeebene (2) angeordnet ist.
  2. Öffnungsfähige Stirnwand nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß in Fahrstellung des Eisenbahngüterwagens bei angehobenem Kopfstück (4) das freie Ende der Klappe (7) dicht unter den Schwenktüren (10) anliegt.
  3. Öffnungsfähige Stirnwand nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Überfahrklappe (16) bei geschlossener Schwenktür (10) hochgeklappt an der Schwenktür (10) verriegelt ist.
  4. Öffnungsfähige Stirnwand nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Überfahrklappe (16) bei geöffneter Schwenktür (10) in eine horizontale Stellung schwenkbar und dort verriegelbar ist und die Oberseite der Überfahrklappe (16) in der horizontalen Stellung in gleicher Ebene mit der oberen Ladeebene (2) des Eisenbahngüterwagens liegt.
Es folgen 3 Blatt Zeichnungen






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