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Dokumentenidentifikation DE202004019430U1 14.04.2005
Titel Handschutz für Kreismesserhalter
Anmelder Wilhelm Bilstein KG Spezialfabrik für Maschinenmesser und Kompressorventile, 51491 Overath, DE
DE-Aktenzeichen 202004019430
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 14.04.2005
Registration date 10.03.2005
Application date from patent application 16.12.2004
IPC-Hauptklasse B26D 7/22
IPC-Nebenklasse B26B 25/00   B26B 29/00   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen Handschutz für einen Kreismesserhalter in Längsschneidemaschinen, der im wesentlichen aus einem an einem Messerbalken befestigbaren Grundkörper besteht mit einem Stellantrieb für ein daran gelagertes Kreismesser, das zwischen einer Ruhe- und einer Schneidposition hin- und her bewegbar gelagert ist. In der Ruheposition ist hierbei das Kreismesser als Oberwerkzeug vom Unterwerkzeug abgehoben und zumindest die Kreismesserschneide vollständig abgedeckt, sodass der Werker ohne Verletzungsgefahr an der Messerschneide Einstellarbeiten am Messerhalter und/oder am Kreismesser vornehmen oder eine Materialbahn in den Spalt zwischen Ober- und Unterwerkzeug einführen kann.

Im Scherenschnittsystem ist im Kreismesserhalter ein sogen. Obermesser als Oberwerkzeug und ein Nutmesser bzw. eine Nutmesserbüchse als Unterwerkzeug und im Quetschschnittsystem ein Quetschmesser als Oberwerkzeug und eine glasharte Welle als Unterwerkzeug definiert.

In der GM 200 11 320 ist eine Handschutzhaube beschrieben, die mit dein Grundkörper eines pneumatischen Scherenschnittmesserhalters fest verbunden ist und den Messerkopf vollkommen umschliesst und die eine Öffnung aufweist, durch die das Kreismesser mit seiner Schneide in die Schneidposition herausführbar ist. Diese Konstruktion ist starr und löst nur die Schutzfunktion in Ruheposition.

In der angemeldeten GM 20 2004 017 934.2 ist ein Handschutz beschrieben, der als einheitliches, im Wesentlichen aus zwei miteinander verbundenen Platinen bestehenden Bauteil am Grundkörper manuell in Richtung Unterwerkzeug verschiebbar und an einem oberen Festanschlag für die Ruheposition und an einem unteren Festanschlag für die Schneidposition arretierbar befestigt ist.

Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, einen automatisch betätigten Handschutz zu schaffen, der einen vollständigen Schutz vor Verletzungen an der Kreismesserschneide bietet und zwar sowohl in Ruheposition für allgemeine Einstellarbeiten insbesondere mit ausreichendem Raum zur Einführung einer neuen Materialbahn, als auch in Schneidposition zur Sicherung der Einzugsstelle zwischen Ober- und Unterwerkzeug durch Einhalten eines konstanten Sicherheitsabstandes auch bei im Durchmesser nachgeschliffenen Kreismessern.

Die Lösung dieser Aufgabe wird erfindungsgemäss dadurch erreicht, dass der Handschutz als einheitliches, im Wesentlichen aus zwei miteinander verbundenen Platinen bestehendem Bauteil am Grundkörper und/oder am Stellantrieb in Richtung Unterwerkzeug verschiebbar befestigt ist und über eine vorgespannte Antriebsfeder permanent in Richtung Unterwerkzeug gedrückt wird, wobei er in seiner oberen Schutzposition durch den Stellantrieb gehalten wird und mit diesem durch die Antriebsfeder gleichzeitig in seine untere Schutzposition bis zu einem Festanschlag am Grundkörper verschoben wird, wonach sich der Stellantrieb mit Kreismesser weiter in die untere Schneidposition bewegt und das Kreismesser durch einen Schlitz im unteren Teil des Handschutzes hindurchtritt und so in seine endgültige Schneidposition gelangt.

Ein weiterer Vorteil wird erreicht, indem die entstehende Quetschstelle zwischen Schutzhaube und Unterwerkzeug abgefedert wird.

Die Erfindung wird im Folgenden anhand schematischer Zeichnungen näher erläutert.

Das Ausführungsbeispiel zeigt einen pneumatischen Quetschmesserhalter mit Handschutz, wobei alle wesentlichen Funktionsteile grob vereinfacht in einer Ebene dargestellt sind, und zwar in:

1 mit neuem Kreismesser in Ruheposition und Handschutz in oberer Schutzposition,

2 mit neuem Kreismesser in Schneidposition und Handschutz in unterer Schutzposition,

3 mit nachgeschliffenem Kreismesser in Schneidposition und Handschutz in unterer Schutzposition.

1 zeigt den Kreismesserhalter mit Handschutz 3 in oberer Schutzposition und mit neuem, noch nicht nachgeschliffenem Kreismesser 5, der den Durchmesser D-max aufweist, in Ruheposition. Der Kolben 6 des Stellantriebes 2 mit Messerkopf 4 und daran gelagertem Kreismesser 5 befindet sich ebenfalls in der nicht im einzelnen dargestellten Kolben-/Zylindereinheit 7 mit Rückstellfeder in der oberen Endlage, d.h. in abgehobener Stellung vorn Unterwerkzeug 16. Der Handschutz 3 als einheit-liches Bauteil wird an den Führungsschlitzen 9.1/2 und Führungsstiften 10.1/2 sowie 11.1/2 am Grundköper 1 durch den Mitnehmerstift 12 am Stellantrieb 2 und Schlitz 13 am Handschutz gegen die Federkraft der Antriebsfedern 14.1/2 in seiner oberen Schutzposition gehalten.

2 zeigt den Kreismesserhalter mit Handschutz 3 in der unteren Schutzposition und mit ebenfalls neuem, noch nicht nachgeschliffenem Kreismesser 5 in Schneidposition. Der Kolben des Stellantriebes mit Messerkopf und daran gelagertem Kreismesser befindet sich nach Erreichen des Hubes H-min in Schneidposition. Der Handschutz befindet sich durch die vorgespannten Antriebsfedern 14.1/2 gegen die Festanschläge 10.1/2 in der unteren Schutzposition nach Zurücklegen der konstanten Strecke S-fix.

3 zeigt den Kreismesserhalter mit Handschutz 3 in der unteren Schutzposition und jetzt mit nachgeschliffenem Kreismesser 5. Die Lage von Stellantrieb mit Messerkopf und daran gelagertem Kreismesser sowie der Handschutz entspricht ansonsten der 2 mit dem Unterschied, dass der Stellantrieb den grösseren Hub H-max als Ausgleich des kleineren Kreismesserdurchmesser D-min zurückgelegt hat.

Der Bewegungsablauf von 1 nach 2 stellt sich wie folgt dar: Sobald sich der Stellantrieb mit Messerkopf und daran gelagertem Kreismesser in Richtung auf das Unterwerkzeug zubewegt, wird der Handschutz durch die Federkraft der Antriebsfedern 14 gleichzeitig bis zu den Festanschlägen 10 am Grundkörper mitbewegt. Damit hat der Handschutz nach Zurücklegen der festen Strecke S-fix seine untere Schutzposition erreicht, indem ein konstanter Sicherheitsabstand "a" eingehalten wird. Erst dann folgt der Durchtritt des Kreismessers 5 durch den Schlitz 15 im unteren Bereich des Handschutzes 3, der hier in Form einer Schutzhaube ausgebildet ist, bis zum Unterwerkzeug 16, wonach der Stellantrieb den Hub H-min zurückgelegt hat.

Der Bewegungsablauf von 1 nach 3 erfolgt in der gleichen Weise wie von 1 nach 2 nur mit dem Unterschied, dass der Stellantrieb den Hub H-max zurückgelegt hat.

In umgekehrter Folge von Schneid- in Ruheposition tritt das Kreismesser zuerst in die Schutzhaube zurück, sobald sich der Stellantrieb in die Ruheposition bewegt. Erst dann wird der Handschutz vom Mitnehmerstift 12 am Stellantrieb 2 und Schlitz 13, der zusätzlich eine Führungsfunktion hat, am Handschutz 3 gegen die Federkraft der Antriebsfedern gleichzeitig in die obere Schutzposition geschoben.

Insbesondere bei schmal bauenden Kreismesserhaltern können die Platinen des Handschutzes durch Distanzhülsen miteinander verbunden werden, die dann in Schlitzen im Grundkörper geführt werden.

Anstelle von Führungselementen in Form von Stiften und Schlitzen sind insbesondere bei breiter bauenden Messerhaltern auch Nuten mit Feder, z.B. als Schwalbenschwanzführung einsetzbar.

Die vorgespannten Antriebsfedern zwischen Grundkörper und Handschutz, wie in den Abbildungen dargestellt, oder als Variante zwischen Stellantrieb und Handschutz kann auch als Zugfeder ausgebildet sein. Ebenso sind andere Federarten einsetzbar.

Um die Schutzfunktion zu erhöhen, kann die Zuluft in der Kolben-/Zylindereinheit für den Stellantieb gedrosselt werden, damit der Durchtritt des Kreismessers nach Erreichen der Sicherheitsstellung des Handschutzes relativ spät und langsam einsetzt.

Dies kann weiterhin durch eine Zwangssteuerung bei Betätigen eines Steuerventils am Festanschlag des Handschutzes gewährleistet werden, indem die weitere Bewegung des Stellantriebes erst dann freigegeben wird, wenn der Handschutz die untere Schutzposition erreicht und danach das Kreismesser mit einstellbarer Zeit durch den Schlitz in die Schneidposition geschoben wird.

Die hier beschriebene Konstruktion ist ebenso einsetzbar, wenn der Kreismesserhalter an Stelle eines Kreismessers mit Rasierklingen z.B. an einem Revolver bestückt ist.

Das Konstruktionsprizip ist ebenso bei anderen Stellantrieben in der gleichen Weise einsetzbar, wenn z.B. der Antrieb an Stelle einer Kolben-/Zylindereinheit durch einen elektrischen Stellantrieb erfolgt.


Anspruch[de]
  1. Handschutz für Kreismesserhalter, wobei der Kreismesserhalter im wesentlichen aus einem an einem Messerbalken befestigbaren Grundkörper besteht mit einem Stellantrieb für ein daran gelagertes Kreismesser, das zwischen einer Ruhe- und einer Schneidposition hin- und her bewegbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass der Handschutz als einheitliches Bauteil am Grundkörper und/oder am Stellantrieb des Kreismesserhalters verschiebbar befestigt ist und über eine vorgespannte Antriebsfeder bis zu einem Festanschlag am Grundkörper permanent in die untere Schutzposition gedrückt wird, und dass der Handschutz gegen den Federdruck in die obere Schutzposition durch den Stellantrieb verschoben und dort gehalten wird.
  2. Handschutz nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, dass die vorgespannte Antriebsfeder zwischen Handschutz und Grundkörper angebracht ist.
  3. Handschutz nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, dass die vorgespannte Antriebsfeder zwischen Handschutz und Stellantrieb angebracht ist.
  4. Handschutz nach Anspruch 1 bis 3 dadurch gekennzeichnet, dass dieser im Bereich des Kreismessers in Form einer Schutzhaube ausgebildet ist und in Richtung Unterwerkzeug einen Schlitz für den Durchtritt des Kreismessers aufweist.
Es folgt ein Blatt Zeichnungen






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