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Dokumentenidentifikation DE19959624B4 21.04.2005
Titel Tonhaltevorrichtung für ein Saiten aufweisendes Tastenistrument
Anmelder Carl SAUTER Pianofortemanufaktur GmbH & Co. KG, 78549 Spaichingen, DE
Erfinder Kaiser, Karl, 78589 Dürbheim, DE
Vertreter Westphal, Mussgnug & Partner, 80336 München
DE-Anmeldedatum 10.12.1999
DE-Aktenzeichen 19959624
Offenlegungstag 05.07.2001
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 21.04.2005
Veröffentlichungstag im Patentblatt 21.04.2005
IPC-Hauptklasse G10C 3/16

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Tonhaltevorrichtung für ein Saiten aufweisendes Tasteninstrument, bei dem zum Bedämpfen eines Tons Dämpfungselemente mit den Saiten unter Vorspannung Kontakt haben und bei dem zum Halten eines Tons die Dämpfungselemente durch Drehen einer in mindestens zwei Lagern gelagerten, mit einer Mitnehmeranordnung gekoppelten Welle von den Saiten abhebbar sind.

Ähnliche Vorrichtungen sind bekannt aus den Druckschriften:

US 1 184 181, GB 475 009, EP 0 964 384 A2 sowie US 5 022 302.

Gattungsgemäße Tonhaltevorrrichtungen (Sostenuto) werden insbesondere bei Flügeln und Klavieren (Pianos) eingesetzt. Durch Treten eines entsprechenden Pedals wird über eine Getriebeanordnung eine mit einer Mitnehmeranordnung gekoppelte Welle entsprechend um die Längsachse gedreht. Die Mitnehmeranordnung bewirkt dabei, dass die Drehung der Welle in eine entsprechende, von der Saite weg gerichtete Bewegung der Dämpfungselemente umgesetzt wird. Durch Wegnahme der Dämpfungselemente und der demzufolge erheblich geringeren Dämpfung der Saite verlängert sich der Ausschwingvorgang der Saite deutlich, so daß der Ton über einen wesentlich längeren Zeitraum gehalten werden kann.

Da an jede Saite mindestens ein Dämpfungselement einzeln unter Vorspannung andrückt und alle Dämpfungselemente zusammen durch eine einzige Welle bedient werden sollen, ist eine genaue Justierung der Welle erforderlich, um. ein einwandfreie Funktion sowohl beim Bedämpfen der Saiten als auch beim Tonhalten zu gewährleisten. Zum einen kann nämlich aufgrund unterschiedlicher räumlicher Toleranzen der einzelnen Dämpfungselemente die Mitnehmeranordnung bei einigen Dämpfungselementen nicht mehr angreifen, so dass beim Treten des Tonhaltepedals ein Teil der Saiten bedämpft und ein anderer Teil nicht bedämpft würde. Zum anderen müssen alle Dämpfungselemente bei nicht getretenem Pedal von den Dämpfungselementen vollständig entkoppelt sein, um eine akustische Übertragung der Saitenschwingungen über die Mitnehmeranordnung auf die Welle und die damit unter Umständen verbundene Erzeugung und Ausbreitung von Störgeräuschen zu unterbinden.

Darüber hinaus spielt die Lagerung der Welle auch eine entscheidende Rolle im Hinblick auf Einkopplungen von Saitenschwingungen über die Rahmenelemente auf die Welle, was wiederum zur Erzeugung und Ausbreitung von Störgeräuschen führen kann. Um eben dies zu verhindern, wurden bisher die Lagerbuchsen der Welle gegebenfalls unter Zuhilfenahme von dämpfenden Beilegeelementen (zum Beispiel aus Filz oder Papier) fest mit einzelnen Rahmenelementen verbunden, wobei alle Rahmenelemente zusammen einen stationären, starren Rahmen bilden, an dem alle wesentlichen Elemente wie etwa auch die Saiten selbst befestigt sind. Auf diese Weise kann etwa ein Klappern oder Mitschwingen der Welle und deren Lager weitgehend vermieden werden.

Allerdings gestaltet sich bei einer festen, starren Anordnung ein Justieren beziehungsweise Nachjustieren der Welle für den oben beschriebenen Zweck sehr schwierig. Bisher wurden dazu die Welle und/oder die Lager mit einem Hammer entsprechend umgeformt oder Beilegestücke (bevorzugt aus Papier) mit unterschiedlicher Stärke nach dem Lösen der Verbindung zwischen Lager und Rahmenelement geschoben, so dass nach dem Anziehen der Verbindung mit etwas Glück in etwa die gewünschte Position der Welle erzielt wurde. Der Justiervorgang erfordert nach gängiger Methode also einen erheblichen zeitlichen Aufwand, der umso stärker wiegt, da neben dem Justieren bei der Herstellung insbesondere auch nach einem Transport, bei größeren klimatischen Schwankungen oder nach längerem Gebrauch ein erneutes Justieren notwendig ist. Hinzu kommt, dass vor allem bei Klavieren durch die senkrechte Anordnung der Saiten sowie deren kompakten Aufbau das Justieren der Welle durch den schlechteren Zugang zur Welle weiter erschwert wird.

Aufgabe der Erfindung ist es daher, eine Tonhaltevorrichtung für ein Saiten aufweisendes Tasteninstrument anzugeben, bei der die Feineinstellung (Regulierung) der Welle einfacher durchzuführen ist.

Die Aufgabe wird durch eine Tonhaltevorrichtung gemäss Patentanspruch 1 gelöst. Ausgestaltungen und Weiterbildungen des Erfindungsgedankens sind Gegenstand von Unteransprüchen.

Vorteil der Erfindung ist es, dass beim Feineinstellen keine Eingriffe in den konstruktiven Aufbau der Tonhaltevorrichtung (wie zum Beispiel Umformen der Welle oder Lösen von tragenden Schrauben) notwendig sind. Darüber hinaus kann bei entsprechender Auslegung der erfindungsgemässen Tonhaltevorrichtung die Justierung von der Vorderseite her vorgenommen werden, so dass eine Demontage des Klaviergehäuses sowie ein Verrücken des Klaviers nicht erforderlich sind.

Erreicht wird dies bei einer Tonhaltevorrichtung der eingangs genannten Art insbesondere dadurch, dass mindestens ein Lager mittels eines elastischen Elements an einem Rahmenelement befestigt ist und dass zudem das elastische Element mit einem stationären Rahmenelement mittels einer Gewindestange gekoppelt ist, wobei die Position des elastischen Elements gegenüber dem Rahmenelement durch Drehen der Gewindestange veränderbar ist.

Die Gewindestange ist dabei bevorzugt so angeordnet, dass sie leicht (beispielsweise von der Vorderseite her) zugänglich ist. Der Antrieb der Welle erfolgt insbesondere durch ein Pedal, dessen Bewegung mittels einer Getriebeanordnung zur Welle übertragen und in die Drehbewegung der Welle umgesetzt wird. Dazu kann beispielsweise die Pedalbewegung im Umfeld des Pedals in eine Drebewegung umgesetzt werden und die Drehbewegung mittels einer biegsamen Welle zur Welle der Tonhaltevorrichtung übertragen werden. Alternativ kann aber auch die Pedalbewegung mittels eines Seilzuges zur Welle übertragen werden und dort beispielsweise mittels eines Hebels in eine Drehbewegung der Welle umgesetzt werden. Die Mitnehmeranordnung kann beispielsweise derart ausgeführt sein, dass ein hakenförmiger Ausleger der Welle in lippenförmige Ausleger der Dämpfungselemente eingreift und die Dämpfungselemente in Richtung der Welle mitnimmt. Alternativ kann die Welle einen als Exzenter ausgebildeten Ausleger aufweisen, der bei Drehung der Welle die Dämpfungselemente von der Welle wegschiebt. Als Dämpfungselemente können mit Filz besetzte, hammerförmige Körper verwendet werden, die beispielsweise durch eine Blattfeder gehalten und durch deren mechanische Spannung gegen die Saiten gedrückt werden (Vorspannung).

Bei einer bevorzugten Ausgestaltung einer erfindungsgemässen Tonhaltevorrichtung ist die Gewindestange in ein Gegengewinde beim elastischen Element eingedreht. Die Gewindestange drückt dabei mit einem Ende gegen ein Rahmenelement, wobei der Abstand zwischen elastischem Element und Rahmenelement durch Drehen der Gewindestange veränderbar ist.

Bei einer dazu alternativen Ausgestaltung kann vorgesehen werden, dass die Gewindestange in ein Gegengewinde bei einem Rahmenelement eingedreht ist und die Gewindestange mit einem Ende gegen das elastische Element drückt. Dabei ist ebenfalls der Abstand zwischen elastischem Element und Rahmenelement durch Drehen der Gewindestange veränderbar.

Eine weitere Alternative ist schliesslich dadurch gegeben, dass die Gewindestange in ein Gegengewinde bei einem Rahmenelement eingedreht ist und die Gewindestange an ihrem einen Ende an dem elastischen Element axial drehbar befestigt ist, wobei der Abstand zwischen elastischem Element und stationärem Rahmenelement wiederum durch Drehen der Gewindestange veränderbar ist.

Um durch die Bewegung des elastischen Elements hervorgerufene Kippbewegungen der Gewindestange um den Befestigungspunkt der Gewindestange am Rahmenelement auszugleichen, kann das Gegengewinde drehbar um eine zur Drehachse der Gewindestange senkrechte Achse angeordnet werden.

Bei einer Weiterbildung der Erfindung ist das elastische Element aus Federstahl gefertigt. Bevorzugt wird zudem das elastische Element als Blattfeder ausgebildet. Es wird also insbesondere bei der Kombination beider Massnahmen ohne größeren Aufwand ein elastisches Element geschaffen, das sowohl den Anforderungen in mechanischer (Steifigkeit) als auch akustischer Hinsicht (Störgeräusche) erfüllt.

Um auch eine Einstellung in einer zweiten Dimension zu ermöglichen kann vorgesehen werden, dass mindestens ein Lager im wesentlichen senkrecht zur Gewindestangenachse auf dem elastischen Element verschiebbar angeordnet wird oder dass alternativ das elastische Element im wesentlichen senkrecht zur Gewindestangenachse auf dem Rahmenelement verschiebbar angeordnet wird. Die jeweilige Verschiebung ist dabei bevorzugt durch eine Exzenterwelle einstellbar, da diese auf einfache Weise eine Drehbewegung der Exzenterwelle in eine Längsbewegung umsetzt und zudem eine einfache Befestigung des Lagers beispielsweise mittels Schrauben auf dem elastischen Element ohne weiteres zulässt.

Die Erfindung wird nachfolgend anhand der in den Figuren der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiele näher erläutert. Es zeigt:

1 eine erste Ausführungsform einer erfindungsgemässen Tonhaltevorrichtung und

2 eine zweite Ausführungsform einer erfindungsgemässen Tonhaltevorrichtung.

Bei der in 1 gezeigten Ausführungsform ist an einem als Rahmenelement dienenden Mechanikbacken 1, der mit anderen (in der Zeichnung nicht dargestellten) Rahmenelementen mittelbar oder unmittelbar starr verbunden ist, eine erfindungsgemässe Tonhaltevorrichtung befestigt. Die Tonhaltevorrichtung umfasst unter anderem ein Dämpfungselement 2 in Form eines hammerartigen Gebildes, dessen "Stiel" durch einen Dämpferdraht 3 und dessen "Kopf" beispielsweise durch einen Holzkörper 4 (oder Messingkörper etc.) mit einer dem Mechanikbacken abgewandten flächigen Ausformung 5 gebildet wird. An der Ausformung 5 sind mehrere (beispielsweise drei) kissenartige Püschel 6 aus weichem Material (wie beispielsweise Filz) befestigt. Die Püschel 6 stehen mit einer in ein nicht dargestelltes Rahmenelement eingespannten Saite 7 in Kontakt. Der Anpressdruck der Püschel 6 auf die Saite 7 wird durch einen an geeigneter Stelle wie beispielsweise einem Hebelarm 8 angebrachten (nicht gezeigten) Federmechanismus erzeugt.

Der Dämpferdraht 3 ist an ihrem dem Holzkörper 4 abgewandten Ende an dem Hebelarm 8 befestigt. Der Hebelarm 8 ist seinerseits mit einem Mechanikbalken 9 gelenkig verbunden derart, dass die Püschel 6 von der Saite 7 in Richtung des Mechanikbackens 1 abgehoben werden können. Der Mechanikbalken 9 ist schliesslich an dem Mechanikbacken 1 fest angebracht.

Zum Abheben der Püschel 6 von der Saite 7 dient eine als Welle vorgesehene Tonhaltestange 10, die mit einem nasenförmigen Mitnehmer 11 versehen ist. Der Mitnehmer 11 greift bei der Drehung der Tonhaltestange 10 an eine in den Weg des Mitnehmers 11 ragenden, lippenförmigen Ausformung 12 dem Hebelarm 8 an und nimmt diese bei der Drehung mit in Richtung zum Mechanikbacken 1. Er bewegt damit auch den Dämpferdraht 3, den Holzkörper 4, die flächige Ausformung 5 sowie die Püschel 6 weg von der Saite 7. Der Antrieb der Tonhaltestange 10 erfolgt durch ein nicht dargestelltes Pedal über einen nicht dargestellten Seilzug, wobei der Seilzug an einem Hebelarm der Tonhaltestange 10 angreift und beim Treten des Pedals den Hebelarm zu sich her zieht und damit die Drehung der Tonhaltestange 10 hervorruft. Beim Ausführungsbeispiel ist der Hebelarm einstückig an der Tonhaltestange 10 angeformt, er kann jedoch in gleicher Weise auch separat gefertigt werden und in geeigneter Weise mit der Tonhaltestange 10 starr verbunden werden.

Die Lagerung der Tonhaltestange 10 erfolgt in mehreren (beispielsweise vier) Punkten, von denen in der Zeichnung allerdings nur einer dargestellt ist. Die Lager der einzelnen Lagerpunkte sind beim Ausführungsbeispiel jeweils gleich aufgebaut. Ein Lager besteht dabei aus einer Lagerbuchse 14 zur Aufnahme der Tonhaltestange 10. Die Lagerbuchse 14 ist an einer ein elastisches Element bildenden Blattfeder 15 aus Federstahl befestigt. Die Blattfeder 15 ist über einen Exzentermechanismus am Mechanikbalken 9 befestigt und in vertikaler Richtung beweglich. Die Blattfeder 15 ist darüber hinaus durch eine Gewindestange 16 mit dem Mechanikbacken 1 verbunden derart, dass das der Blattfeder 15 zugewandte Ende der Gewindestange 16 mit dieser drehbar verbunden ist. Dazu ist beim Ausführungsbeispiel durch eine Bohrung in der Blattfeder 15 eine Niete 17 geführt, welche in einer Innenbohrung 18 der Gewindestange 16 befestigt ist, wobei die Blattfeder 15 so viel Spiel gegenüber der Niete 17 und der Gewindestange 16 hat, dass die Gewindestange 16 relativ zur Blattfeder 15 ohne weiteres gedreht werden kann.

Das andere Ende der Gewindestange 16 weist ein Aussengewinde 19 auf, das in ein Innengewinde 20 eines mit dem Mechanikbacken 1 drehbar verbundenen Zapfens 21 eingedreht ist. Durch Drehlagerung des Zapfens 21 können durch den Exzentermechanismus bedingte vertikale Verschiebungen der Blattfeder 15 ausgeglichen werden. Wird nun die Gewindestange 16 gedreht, dann wird die Blattfeder 15 entsprechend in vertikaler Richtung bewegt, d. h. von der Saite 7 weg zum Mechanikbacken 1 hin bzw. in umgekehrter Richtung verschoben. Zum Drehen der Gewindestange 16 kann (wie beim Ausführungsbeispiel) diese an dem der Blattfeder 15 gegenüber liegenden Ende einen Schlitz 22 aufweisen, in den ein Schraubendreher eingeführt wird. Alternativ kann die Gewindestange aber auch mit einem Drehknopf versehen werden. Der Schlitz (oder der Drehknopf) ist dabei so angeordnet, dass er von der Klaviervorderseite zugänglich ist.

Die Blattfeder 15 weist zwei Langlöcher 23 zur Befestigung am Mechanikbalken 9 auf, durch die Schrauben 24 geführt und mit dem Mechanikbalken 9 verschraubt sind, wobei die Schrauben 24 so fest gedreht sind, dass ein Verschieben der Blattfeder 15 in vertikaler Richtung mit etwas Kraftaufwand möglich ist, jedoch ein Spiel zwischen Blattfeder 15 und Mechanikbalken 9 im wesentlichen nicht auftritt. Dadurch wird zum einen eine ausreichende Befestigung der Blattfeder 15 erreicht, um die eingestellte Position auch sicher zu halten, und zum anderen werden störende Geräusche am Übergang zwischen Blattfeder 15 und Mechanikbalken 9 unterbunden. Zwischen den beiden Langlöchern 23 ist eine ovale Bohrung 25 angeordnet, in die eine Exzenterwelle 26 eingreift. Die Exzenterwelle 26 hat an ihrem der Blattfeder 15 zugewandten Ende eine exzentrische Ausformung und ist ansonsten rund. In Höhe des runden Abschnitts ist sie in einer Bohrung des Mechanikbalkens 9 gelagert und kann von der Vorderseite des Klaviers aus mittels eines Schraubendrehers (die Exzenterwelle weist dazu einen Schlitz an der frontalen Querschnittsfläche auf) gedreht werden. Die Exzenterwelle 26 wird dabei mittels eines Sicherungsrings in horizontaler Richtung gehalten.

Die Einstellung der vertikalen und horizontalen Position erfolgt dann (je nach Anwendungsfall auch an mehreren Lagerpunkten) mittels der Gewindestange 16 und der Exzenterwelle 26 derart, dass alle Dämpfungselemente zusammen in der gleichen Weise – wie beispielsweise das in 1 stellvertretend für alle anderen Dämpfungselemente gezeigte Dämpfungselement – durch die Tonhaltestange 10 bedient werden. Das bedeutet, dass sowohl beim Bedämpfen der Saiten als auch beim Tonhalten immer alle Dämpfungselemente "synchron" arbeiten. Damit wird verhindert, dass aufgrund unterschiedlicher räumlicher Toleranzen der einzelnen Dämpfungsglieder und der Mitnehmeranordnung nach dem Treten des Tonhaltepedals ein Teil der Saiten bedämpft und ein anderer Teil nicht bedämpft wird. Dementsprechend sind alle Dämpfungselemente bei nicht getretenem Pedal von den Dämpfungselementen vollständig entkoppelt, um eine akustische Übertragung der Saitenschwingungen über die Mitnehmeranordnung auf die Welle und die damit unter Umständen verbundene Erzeugung und Ausbreitung von Störgeräuschen zu unterbinden.

In 2 ist eine alternative Ausführungsform zu der Anordnung von Blattfeder, Welle und Exzentermechanismus aus 1 gezeigt. Am Mechanikbalken 9 (entsprechend 1) sind eine Blattfeder 27 aus Federstahl sowie ein starres Profilelement 28 gemeinsam mittels zweier Schrauben 29 fest angeschraubt, wobei die Blattfeder 27 zwischen Profilelement 28 und Mechanikbalken 9 angeordnet ist. Blattfeder 27 und Profilelement 28 stehen dabei in einem bestimmten Winkel zueinander, der mittels einer Gewindestange 30 eingestellt werden kann. Die Gewindestange 30 weist dazu ein Aussengewinde 31 auf, das in ein Innengewinde 32 bei der Blattfeder 27 eingedreht ist derart, dass die Gewindestange 30 mit einem Ende gegen das ein Rahmenelement bildende Profilelement 28 drückt. Der Abstand zwischen Blattfeder 27 und Profilelement 28 ist dabei durch Drehen der Gewindestange 30 veränderbar, indem durch die beiden Gewinde 31 und 32 die Drehbewegung in eine entsprechende Längsbewegung umgesetzt wird. Neben der in 2 gezeigten Ausführungsform, bei der das Innengewinde 32 sich in der Blattfeder 27 befindet und die Gewindestange 30 gegen das Profilelement 28 drückt, könnte in gleicher Weise das Innengewinde 32 auch in dem Profilelement 28 vorgesehen werden, wobei dann die Gewindestange 30 auf die Blattfeder 27 drückt. Die Gewindestange 30 wird vorzugsweise jedenfalls so angeordnet, dass sie leicht – beispielsweise von der Vorderseite eines Klaviers – zugänglich ist.

Zur vertikalen Positionierung der Tonhaltestange 10 (entsprechend 1) ist ebenfalls ein Exzentermechanismus vorgesehen. Eine Lagerbuchse 33 für die Tonhaltestange 10 ist dabei auf einem U-Profil-element 34 befestigt, das ein Langloch 35 aufweist. Das U-Profilelement 34 ist dabei derart über die Blattfeder 27 geschoben, dass das U-Profilelement 34 seitlich über seine Schenkel von der Blattfeder 27 geführt wird. Durch das Langloch 35 des U-Profilelementes 34 sowie durch ein Rundloch 36 in der Blattfeder 27 führt eine Schraube 37, die so fest gedreht sind, dass ein Verschieben der Blattfeder 27 in vertikaler Richtung mit etwas Kraftaufwand möglich ist, jedoch ein Spiel zwischen Blattfeder 27 und U-Profilelement 34 im wesentlichen nicht auftritt. Dadurch wird zum einen eine ausreichende Befestigung des und U-Profilelementes 34 an der Blattfeder 27 erreicht, um die eingestellte Position auch sicher zu halten, und zum anderen werden störende Geräusche am Übergang zwischen Blattfeder 27 und U-Profilelement 34 unterbunden. Weiterhin ist bei dem U-Profilelement 34 eine ovale Bohrung 38 vorgesehen, in die eine Exzenterwelle 39 eingreift. Die Exzenterwelle 39 hat an ihrem der Blattfeder 27 zugewandten Ende eine exzentrische Ausformung und ist ansonsten rund. Die Exzenterwelle 39 ist an der Blattfeder drehbar gelagert und kann von der Vorderseite des Klaviers aus mittels eines Schraubendrehers (die Exzenterwelle weist dazu einen Schlitz an der frontalen Querschnittsfläche auf) gedreht werden.

Obwohl nicht ausdrücklich erwähnt, können bei jeder Verbindung einzelner Elemente dämpfende Beilegestücke (zum Beispiel aus Papier, Filz, Kunststoff etc.) zwischen die Elemente eingebracht werden. Selbstverständlich können anstelle eines Exzentermechanismus auch nur Langlöcher mit den zugehörigen Schrauben vorgesehen werden, die zum Einstellen gelöst und dann wieder festgezogen werden.

1Mechanikbacken 2Dämpfungselement 3Dämpferdraht 4Holzkörper 5Ausformung 6Püschel 7Saite 8Hebelarm 9Mechanikbalken 10Tonhaltestange 11Mitnehmer 12Lippenförmige Ausformung 14Lagerbuchse 15Blattfeder 16Gewindestange 17Niete 18Innenbohrung 19Aussengewinde 20Innengewinde 21Zapfen 22Schlitz 23Langlöcher 24Schrauben 25Ovale Bohrung 26Exzenterwelle 27Blattfeder 28Profilelement 29Schrauben 30Gewindestange 31Aussengewinde 32Innengewinde 33Lagerbuchse 34U-Profilelement 35Langloch 36Rundloch 37Schraube 38Ovale Bohrung 39Exzenterwelle

Anspruch[de]
  1. Tonhaltevorrichtung für ein Saiten aufweisendes Tasteninstrument, bei dem

    zum Dämpfen eines Tons Dämpfungselemente (2) mit den Saiten (7) unter Vorspannung Kontakt haben und

    zum Halten eines Tons die Dämpfungselemente (2) durch Drehen einer in mindestens zwei Lagern (14, 33) gelagerten, mit einer Mitnehmeranordnung (11, 12) gekoppelten Welle (10) von den Saiten (7) abhebbar sind,

    dadurch gekennzeichnet,

    dass mindestens ein Lager (14, 33) mittels eines elastischen Elements (15, 27) an einem Rahmenelement (9) befestigt ist und

    dass zudem das elastische Element (15, 27) mit einem Rahmenelement (1, 9, 28) zumindest mittels einer Gewindestange (16, 30) gekoppelt ist derart,

    dass die Position des elastischen Elements (15, 27) gegenüber dem Rahmenelement (1, 9, 28) durch Drehen der Gewindestange (16, 30) veränderbar ist.
  2. Tonhaltevorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Gewindestange (30) in ein Gegengewinde beim elastischen Element (32) eingedreht ist und die Gewindestange (30) mit einem Ende gegen ein Rahmenelement (28) drückt, wobei der Abstand zwischen elastischem Element (27) und Rahmenelement (28) durch Drehen der Gewindestange (30) veränderbar ist.
  3. Tonhaltevorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Gewindestange (16) in ein Gegengewinde (20) bei einem Rahmenelement (1) eingedreht ist und die Gewindestange (16) mit einem Ende gegen das elastische Element (15) drückt, wobei der Abstand zwischen elastischem Element (15) und Rahmenelement (1) durch Drehen der Gewindestange (16) veränderbar ist.
  4. Tonhaltevorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet dass, die Gewindestange (16) in ein Gegengewinde (20) bei einem Rahmenelement (1, 21) eingedreht ist und die Gewindestange (16) an ihrem einen Ende an dem elastischen Element axial drehbar befestigt ist, wobei der Abstand zwischen elastischem Element (15) und Rahmenelement (1, 21) durch Drehen der Gewindestange (16) veränderbar ist.
  5. Tonhaltevorrichtung nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Gegengewinde (20) drehbar um eine zur Drehachse der Gewindestange (16) senkrechte Achse angeordnet ist.
  6. Tonhaltevorrichtung nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das elastische Element (15, 27) aus Federstahl gefertigt ist.
  7. Tonhaltevorrichtung nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass als elastisches Element (15, 27) eine Blattfeder (15, 27) vorgesehen ist.
  8. Tonhaltevorrichtung nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens ein Lager (33) senkrecht zur Gewindestangenachse (30) auf dem elastischen Element (27) verschiebbar angeordnet ist.
  9. Tonhaltevorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass das elastische Element (15) senkrecht zur Gewindestangenachse (16) auf dem Rahmenelement (9) verschiebbar angeordnet ist.
  10. Tonhaltevorrichtung nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass die jeweilige Verschiebung durch eine Exzenterwelle (26, 39) einstellbar ist.
Es folgen 2 Blatt Zeichnungen






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