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Dokumentenidentifikation DE10344157A1 28.04.2005
Titel Abreißwerk in einer Beutelmaschine
Anmelder Windmöller & Hölscher KG, 49525 Lengerich, DE
DE-Anmeldedatum 22.09.2003
DE-Aktenzeichen 10344157
Offenlegungstag 28.04.2005
Veröffentlichungstag im Patentblatt 28.04.2005
IPC-Hauptklasse B31B 1/14
IPC-Nebenklasse B31B 23/14   B31B 27/74   
Zusammenfassung Die vorliegende Erfindung betrifft ein Abreißwerk (1) zum Abreißen von Schlauchstücken (8) von einem vorperforierten Schlauch (6), bei welchem der Abriss des vorperforierten Schlauchstücks (8) zwischen mit einer höheren Geschwindigkeit betriebenen Abrisswalzen- (3) und Vorzugswalzenpaaren (2a, 2b, 2c) erfolgt. Der Abstand zwischen dem Abrisswalzenpaar (3) und dem letzten Vorzugswalzenpaar (2, 2a) ist durch eine Positionsveränderung einer Walze einstellbar.
Neu und erfinderisch ist, dass die Position zumindest einer Abriss- (3) oder Vorzugswalze (2a, 2b, 2c) in Transportrichtung (z) der Beutelbestandteile (6, 8) veränderbar ist.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Abreißwerk zum Abreißen von Schlauchstücken von einem vorperforierten Schlauch, bei welchem der Abriss des vorperforierten Schlauchstücks zwischen mit einer höheren Geschwindigkeit betriebenen Abrisswalzen- und Vorzugswalzenpaaren erfolgt und bei welchem der Abstand zwischen dem Abrisswalzenpaar dem letzten Vorzugswalzenpaar durch eine Positionsveränderung einer Walze einstellbar ist.

Derartige Abreißwerke finden vor allem bei Beutelmaschinen Verwendung. Zahlreiche Druckschriften befassen sich bereits mit solchen Papierbeutelmaschinen. Beispielhaft seien die DE 41 15 161 A1, die DE 42 05 062 A1 und die DE 25 48 161 genannt. In solchen Maschinen finden Abreißwerke Verwendung, welche einen Papierschlauch zu Papierschlauchabschnitten vereinzeln. An solchen Maschinen werden des öfteren Formatwechsel, das heißt Änderungen der Beutelhöhe beziehungsweise der Papierschlauchabschnittlänge, vorgenommen. Zu diesem Zweck wird einmal der Abstand zwischen zwei Perforationslinien auf dem Papierschlauch verändert. In der Regel erfolgt dies durch eine Einstellung an einen dafür gedachten Perforationszylinder. Des weiteren werden insbesondere bei Papierbeutelmaschinen Einstellungen an dem Abreißwerk vorgenommen. Mit einem solchen Abreißwerk befasst sich unter anderem auch die DE 35 42 923 A1, wobei die in dieser Anmeldung behandelten Fragestellungen nicht beleuchtet werden. Daher wird in der gegenständlichen Beschreibung noch einmal auf den zugrundeliegenden Stand der Technik eingegangen.

An dieser Stelle kann jedoch bereits ausgeführt werden, dass die Anpassung in dem Abreißwerk darin besteht, dass der Abstand zwischen dem Abrisswalzen- und Vorzugswalzenpaar entsprechend der gewünschten Abschnittfänge eingestellt wird, indem eine Positionsänderung an zumindest einer zu einem Abrisswalzenpaar gehörenden Abrisswalze geschieht.

Beim Stand der Technik geschieht das dadurch, dass die dem Abrisswalzenpaar in Transportrichtung z der Beutelbestandteile vorgelagerten Vorzugswalzen eingestellt werden. Hierzu wird zumindest eine der Vorzugswalzen von dem transportierten Beutelbestandteilen abgehoben, so dass keine Fixierung der Beutelbestandteile zwischen dem betroffenen Vorzugswalzenpaar mehr besteht. Bei besonders langen Beuteln betrifft diese Maßnahme nicht nur das letzte der Abrisswalze vorgelagerte Vorzugswalzenpaar, sondern kann mehrere dieser Vorzugswalzenpaare betreffen. Die Abhebung einer der Vorzugswalzen des Vorzugswalzenpaares geschieht über eine kurvengesteuerte Differentialverstellung. Daher sind in der Regel bei Formatänderungen Wechsel dieser Kurven notwendig. Die zur Formatänderung notwendigen Einstellarbeiten sind aus diesem Grund aufwändig.

Daher besteht die Aufgabe der vorliegenden Erfindung darin, ein Abreißwerk vorzuschlagen, bei dem sich mit geringerem Aufwand Formatänderungen durchführen lassen.

Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, dass die Position zumindest einer Abriss- oder Vorzugswalze in Transportrichtung z der Beutelbestandteile veränderbar ist. Diese Erfindung ist besonders vorteilhaft ausführbar, wenn diese eine Walze die letzte Vorzugswalze ist, welche dem Abrisswalzenpaar in Transportrichtung der Beutelbestandteile vorgelagert ist. Dann lässt sich unmittelbar der Abstand zwischen dem letzten Vorzugswalzenpaar, welches das Papiermaterial tatsächlich greift, und der Abreißwalze einstellen. Aufgrund der erfindungsgemäßen Maßnahme kann auf eine Vielzahl von Vorzugswalzen verzichtet werden. Daher ist es besonders vorteilhaft, wenn mehrere Vorzugswalzen einen Transportriemen führen, der dafür sorgt, dass das Beutelmaterial über eine längere Strecke in dem Abreißwerk geführt werden kann, ohne in Zwischenräume zwischen Walzen zu fallen. Des weiteren ist diese Maßnahme vorteilhaft in Verbindung mit einer Verstellbarkeit des letzten oder vorletzten Transportwalzenpaares vor dem Abreißwalzenpaar, da eine Weiterverstellung in Richtung der Beutelbestandteile nicht mehr zu Lücken zwischen Walzen führen kann.

Wie eingangs erwähnt ist die Verwendung des erfindungsgemäßen Abreißwerkes, insbesondere bei der Beutelherstellung, von Vorteil. Erfindungsgemäße Abreißwerke können jedoch auch zum Abriss von Schlauchstücken genutzt werden, die zu anderen Zwecken weiterverarbeitet werden. Als Haupteinsatzort erfindungsgemäßer Abreißwerke empfehlen sich jedoch die eingangs anhand von Druckschriften identifizierten Papierbeutelmaschinen, welche typischerweise zumindest eine Abwicklung für das Papierschlauchmaterial, einer Abreißstation und einer Bodenbildungs- und Verleimungsstation umfassen. Die Bodenbildungsstationen dieser Vorrichtungen umfassen typischerweise einen Bodenmacherzylinder. Besonders vorteilhaft ist die erfindungsgemäße Ausprägung des Abreißwerkes dann, wenn diese Maschinen in kontinuierlichem Betrieb arbeiten.

Weitere Einzelheiten und Ausführungsbeispiele der vorliegenden Erfindung gehen aus der gegenständlichen Beschreibung und den Ansprüchen hervor.

Die einzelnen Figuren zeigen:

1 Eine Skizze einer erfindungsgemäßen Vorrichtung mit einem Transportriemen.

2 Eine Skizze eines Abreißwerkes nach dem Stand der Technik.

1 zeigt ein erfindungsgemäßes Abreißwerk 1 in einer Skizze von der Seite. Entlang dem Transportweg 4 der Beutelbestandteile 6, 8 wird in der Transportrichtung z der Sackbestandteile ein Schlauch 6 zugeführt. Dieser Schlauch 6 durchläuft zuerst eine Perforierstation 9. Diese 9 besteht aus der Perforierwalze 10, der Gegenlage 11 und den diesen beiden Elemente zugeordneten Perforiermessern 12, 13. Durch die Einstellung des Perforiermessers 13 beziehungsweise durch den Abstand zwischen zwei quer zur Transportrichtung z verlaufenden Querperforierschnitten wird die Länge der einzelnen Schlauchabschnitte und damit die Länge der Beutel vorbestimmt. Doch zunächst wird der Schlauch 6 entlang der Transportrichtung z weiter in das Abreißwerk 1 transportiert. Er 6 erreicht dort ein Gebiet, in dem er zwischen dem oberen und unteren Transportriemen 14 und 15 eingeklemmt und von diesen transportiert wird. In der Raumrichtung x quer zur Transportrichtung z der Sackbestandteile findet sich ein weiterer, in der Zeichnung nicht sichtbarer Riemen. Alle Riemen werden von den verschiedenen Abzugswalzen 2a, 2b, 2 geführt und/oder angetrieben. In der Regel bestehen erfindungsgemäße Abreißwerke 1 aus einer solchen Doppelriemenkonstruktion, bei der jeweils zwei Riemen je eine Seite der Sackbestandteile greifen und in der quer zur Transportrichtung z der Sackbestandteile verlaufenden Raumrichtung x zwei solche Riemensysteme vorgesehen sind. Je nach Breite des Schlauches 6 kann der Abstand der Riemenpaare in Richtung x verändert werden. Die unteren Riemen können auch als ein breiter Riemen ausgebildet werden, der dann mindestens die Breite der größten, in der gesamten Beutelmaschine verarbeitbaren Schlauchbreite aufweist.

Die in der Transportrichtung z der Sackbestandteile dem aus den Walzen 3 bestehenden Abreißwalzenpaar vorgelagerten Abzugswalzen 2a und 2b sind verschieblich gelagert. Die Abzugswalze 2a ist so angeordnet, dass der Riemen 14 in diesem Bereich nicht mehr am Schlauchabschnitt 8 anliegt. In Transportrichtung z entsteht hinter der Abzugswalze 2b zwischen den Transportriemen 14, 15 eine trichterförmige Öffnung. In dem Bereich dieser trichterförmigen Öffnung wird der betreffende Schlauchabschnitt 8 nicht mehr klemmend geführt. Wird der Schlauchabschnitt 8 von den Abreißwalzen 3 ergriffen und befindet sich die nächstfolgende Perforierlinie P bereits im Bereich der trichterförmigen Öffnung, so wird der Schlauchabschnitt 8 von dem Schlauch 6 abgetrennt. Um eine zuverlässige Abtrennung des Schlauchabschnittes zu gewährleisten, ist die Abzugwalze 2b in Transportrichtung z verschiebbar. Dadurch lässt sich die Länge der trichterförmigen Öffnung gemäß der gewünschten Länge des Schlauchabschnittes 8 so einstellen, dass der abzutrennende Schlauchabschnitt 8 mit seiner Perforierlinie gerade eben den trichterförmigen Abschnitt erreicht. Der Bereich des Schlauchs 6 unmittelbar an der Perforierlinie P wird dann im Moment des Abtrennens noch nahezu vollständig klemmend zwischen den Riemen 14, 15 gehalten. Der abgerissene Schlauchabschnitt 8 erlangt durch die etwas schnellere Rotation der Abreißwalzen einen gewissen Vorlauf. Auf diese Weise kann der entlang seines Transportweges 4 transportierte Schlauchabschnitt 8 unabhängig von allen anderen Schlauchabschnitten weiter verarbeitet werden. Eine Weiterverarbeitung erfolgt in der Regel in dem sich anschließenden Bodenmacher.

Die Abzugswalzen 2a und 2b lassen sich in die Richtung y senkrecht zur Transportrichtung z verschieben. Auf diese Weise lässt sich der gesamte Riementransport auf die Stärke des Schlauches 6 einstellen. In diesem Zusammenhang ist es erwähnenswert, dass ich die Abzugswalzen für jede der zuvor beschriebenen Riementransportkonstruktionen vorteilhafterweise separat verschieben lassen, um so auch Schläuche, die über ihre Breite verschiedene Stärken aufweisen, zuverlässig und genau verarbeiten zu können. Verschiedene Dicken über die Schlauchbreite kommen beispielsweise durch die für Schlauchbildung notwendige Überlappung und Verklebung zustande.

2 zeigt ein Abreißwerk nach dem Stand der Technik. Natürlich erfolgt auch nach dem Stand der Technik eine Vorperforation in einem dafür vorgesehenen Perforationswerk 9, welches wieder aus der Perforationswalze 10, der Gegenlage 11 und den diesen beiden Elementen zugeordneten Messern 12 und 13 besteht. Wieder erfolgt der Transport entlang des Beutelbestandteiltransportweges 4, wobei auf die Darstellung der Beutelbestandteile 6, 8 verzichtet wurde. Der eigentliche Transport erfolgt wieder durch die Abzugswalzen 2 und 2a, wobei die Beutelbestandteile nicht kleiner sein sollten als der Abstand zwischen zwei solchen Walzenpaaren, um die Beutelbestandteile vernünftig transportieren zu können. Wieder ist davon auszugehen, dass in der quer zu den beiden Raumrichtungen z und y dargestellten Raumrichtung x, welche in die Zeichenebene hineinragt, noch einmal die gleiche Anordnung von Walzen vorgesehen ist, um die Beutelbestandteile an ihrer anderen Seite zu halten. Wieder erfolgt der Abriss der vorperforierten Sackabschnitte dadurch, dass die Abreißwalzen 3 mit größerer Umfangsgeschwindigkeit betrieben werden. Die Einstellung der Abzugswalzen auf die beabsichtigte Schlauchabschnittslänge erfolgt jedoch dadurch, dass die einstellbaren Abzugswalzen 2a durch kurvengesteuertes Abheben Sackbestandteile freigeben. Das heißt bei sehr langen Schlauchabschnitten ist davon auszugehen, dass sowohl die Abzugswalze 2a als auch die Abzugswalze 2b angehoben werden müssen, um den Sackabschnitt rechtzeitig freizugeben. Das Abreißen des Schlauchabschnittes erfolgt dann zwischen dem Walzenspalt zwischen der Abzugswalze 2c und der nicht-einstellbaren Abzugswalze 2 sowie dem Spalt zwischen den Abreißwalzen 3. Bei kürzeren Schlauchabschnitten kann es vorkommen, dass lediglich die Abzugswalze 2a angehoben werden muss. Um die entsprechenden Änderungen in der Funktionsweise vorzunehmen, ist es notwendig, dass die Kurvenpakete bei Formateinstellungen ausgetauscht werden. Diese Arbeit ist aufwändig. Ähnlich wie bei der erfindungsgemäßen Abreißvorrichtung werden die Sackbestandteile in der Regel, wenn das Abreißwerk Bestandteil einer Beutelmaschine ist, im Anschluss an die Abreißstation einem Bodenmacherzylinder zugeführt. Wie erwähnt wurden bei 2 keine Sackbestandteile aus darstellerischen Gründen gezeigt.


Anspruch[de]
  1. Abreißwerk (1) zum Abreißen von Schlauchstücken von einem vorperforierten Schlauch (6),

    • bei welchem der Abriss des vorperforierten Schlauchstücks (8) zwischen mit einer höheren Geschwindigkeit betriebenen Abrisswalzen(3)- und Vorzugswalzenpaaren (2a, 2b, 2c) erfolgt und

    • bei welchem der Abstand zwischen dem Abrisswalzenpaar (3) und dem letzten Vorzugswalzenpaar (2, 2a) durch eine Positionsveränderung einer Walze einstellbar ist,

    dadurch gekennzeichnet, dass

    die Position zumindest einer Abriss(3)- oder Vorzugswalze (2a, 2b, 2c) in Transportrichtung (z) der Beutelbestandteile (6, 8) veränderbar ist.
  2. Abreißwerk (1) nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, dass die zumindest eine Walze die letzte (2) oder vorletzte Vorzugswalze (2a) ist, welche dem Abreißwalzenpaar (3) in Transportrichtung (z) der Beutelbestandteile vorgelagert ist.
  3. Abreißwerk (1) nach einem der vorstehenden Ansprüche dadurch gekennzeichnet, dass mehrere Vorzugswalzen (2, 2a) einen Transportriemen (14, 15) führen.
  4. Abreißwerk (1) nach Anspruch 2 und 3 dadurch gekennzeichnet, dass auch die zumindest eine Walze, die die letzte (2) oder vorletzte (2a) Vorzugswalze ist, welche dem Abreißwalzenpaar (3) in Transportrichtung (z) der Beutelbestandteile (8) vorgelagert ist und welche in dieser Richtung (z) verstellbar ist, den Transportriemen führt.
  5. Verwendung eines Abreißwerks (1) nach einem der vorstehenden Ansprüche zur Herstellung von Papierbeuteln.
  6. Verwendung eines Abreißwerkes (1) nach dem vorstehenden Anspruch dadurch gekennzeichnet, dass

    die Herstellung von Papierbeuteln in einer Papierbeutelmaschine erfolgt, in der zumindest die folgenden zur Herstellung des Beutels nötigen Arbeitsgänge durchgeführt werden:

    • Abwickelung von Papier oder Papierschlauchmaterial

    • Vereinzelung eines Schlauches zu Schlauchstücken in einem Abreißwerk

    • Ausbildung und Verleimung der Beutelböden.
  7. Verwendung eines Abreißwerkes (1) nach dem vorstehenden Anspruch dadurch gekennzeichnet, dass die Papierbeutel von der Papierbeutelmaschine in kontinuierlichem Betrieb gefertigt werden.
Es folgen 2 Blatt Zeichnungen






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