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Dokumentenidentifikation DE202005000129U1 04.05.2005
Titel Wärmedämmplatte
Anmelder PRIMA Bau- und Dämmsysteme Ges. m.b.H. & Co. KG, Gleiß/Sonntagberg, AT
Vertreter Stippl Patentanwälte, 90482 Nürnberg
DE-Aktenzeichen 202005000129
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 04.05.2005
Registration date 31.03.2005
Application date from patent application 05.01.2005
IPC-Hauptklasse E04B 1/80

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft eine Wärmedämmplatte, insbesondere eine sogenannte „Brandriegelkonstruktion", aus insbesondere geschäumtem Dämmmaterial zur Wandverkleidung mit einer insbesondere riegelförmig geformten Einlage.

Aus der AT 005 285 U 1 ist eine entsprechende Wärmedämmplatte bekannt. Bei dieser bekannten Wärmedämmplatte ist an der der Wand zugekehrten Seite eine Ausnehmung vorgesehen, die mit nicht brennbarem Dämmmaterial, vorzugsweise Mineralwolle, ausgefüllt wird. Hierzu sind die Seitenwandungen der Ausnehmung hinterschnitten, damit das nicht brennbare Dämmmaterial innerhalb der Ausnehmung der Wärmedämmplatte gehalten wird. Das Raumgewicht des Dämmmaterials (z. B. EPS) liegt bei ca. 10 bis 30 kg/m3, wohingegen das Raumgewicht des nicht brennbaren Dämmmaterials (z. B. Mineralwolle) bei 50 bis 160 kg/m3 liegt. Dies führt dazu, dass der einseitig angelenkte untere Bereich der Wärmedämmplatte üblicherweise Verformungen unterliegt und sich daraus Verarbeitungsschwierigkeiten ergeben.

Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, eine erfindungsgemäße Wärmedämmplatte zur Verfügung zu stellen, die eine verbesserte Verarbeitungsfreundlichkeit gewährleistet.

Die vorstehende Aufgabe wird bei der gattungsgemäßen Wärmedämmplatte dadurch gelöst, dass die Einlage zumindest im Bereich der Hauptflächen sowie an der Unterseite der Wärmedämmplatte im wesentlichen vollständig vom Dämmmaterial umschlossen ist. Hierdurch wird die Einlage sicher getragen, ohne dass es zu Verformungen kommt. Es kommt zu keinen Wölbungen der Wärmedämmplatte oder zu überstehenden Bereichen, die nachbearbeitet werden müssen.

Zweckmäßigerweise ist die Einlage allseitig von Dämmmaterial umschlossen. Alternativ hierzu kann die Einlage auch an der Stirnseite offenliegen.

Die Umschließung erfolgt zweckmäßigerweise dergestalt, dass die Einlage in einer Form während der Herstellung der Wärmedämmplatte umschäumt wird. Da hierbei keine Keile in eine Ausnehmung eingesetzt, d. h. eingeschoben werden müssen, kann die Einlage konsequenterweise zur Erfüllung der technischen Wirkung beliebig geformt werden. Das heißt, es bestehen bei der Formgebung erheblich mehr Freiheitsgrade als beim Stand der Technik.

Zweckmäßigerweise ist die Einlage derart geformt, dass sie eine Sammelfunktion für geschmolzenes Dämmmaterial im Brandfall an ihrer Oberseite gewährleistet.

In besonderer Ausgestaltung der vorstehenden Idee kann die Einlage aufgrund der Erfindung eine Ausnehmung an der Oberseite der Wärmedämmplatte aufweisen, in der sich geschmolzenes Dämmmaterial im Brandfall sammelt.

Alternativ hierzu kann die Einlage auch eine zur Wandseite hin abfallende, deutlich ausgeprägte Schräge aufweisen, die ebenfalls dazu dient, zusammen mit der Wand einen Sammelraum für geschmolzenes Dämmmaterial zu bilden.

Zweckmäßigerweise liegt die Schräge des Winkel &agr; in einem Winkelbereich von 50° bis 85°, vorzugsweise von 60° bis 85° bezogen auf die horizontale Ebene der Wärmedämmplatte.

Gemäß einer weiteren Ausgestaltung können an der der Wand zugeordneten Seite und/oder der der Putzschicht zugeordneten Seite vorspringende Stege vorgesehen sein, die ebenfalls geschmolzenes Dämmmaterial auffangen. Die Form der Stege kann beliebig ausgestaltet werden. Beispielsweise können die Stege auch als Vorsprünge mit gekrümmter Kontur ausgebildet sein. Die Stege können entweder bis zur jeweiligen Außenseite der Wärmedämmplatte verlaufen oder aber sich nur über einen Teilbereich von der Einlage zur Außenseite erstrecken.

Die Einlage besteht zweckmäßigerweise aus nicht brennbarem Material wie z. B. aus Mineralwolle.

Alternativ hierzu kann die Einlage auch aus brennbarem Material bestehen, welches allerdings unter Hitzewirkung seine Raumstruktur im wesentlichen beibehält. Hierbei handelt es sich z. B. um Polyurethan-Hartschaumstoff (PUR) oder Polyisocyanurat-Hartschaumstoff (PIR). Diese Stoffe sind zwar im herkömmlichen Sinn brennbar, sie haben allerdings eine Raumstruktur, die auch bei Hitzeeinwirkung bestehen bleibt und die Schmelze in der Lage ist aufzufangen.

Zweckmäßigerweise weist die Einlage randseitig mindestens eine Ausnehmung auf, mit der eine Verzahnung mit dem Dämmmaterial erreicht wird.

Zweckmäßigerweise hat die Ausnehmung Schwalbenschwanzform, wodurch der Effekt der Verzahnung noch verstärkt wird.

Nachstehend werden verschiedene Ausgestaltungen der vorliegenden Erfindung anhand von Zeichnungsfiguren näher erläutert. Es zeigen:

1 eine Schnittdarstellung einer ersten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Wärmedämmplatte in eingebautem Zustand;

2 eine Schnittdarstellung einer weiteren Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Wärmedämmplatte sowie

3 eine Schnittdarstellung einer weiteren Ausführungsform der erfindungsgemäßen Wärmedämmplatte.

Bezugsziffer 1 bezeichnet die erfindungsgemäße Wärmedämmplatte, welche über (in den Zeichnungen nicht dargestellte) Befestigungsmittel an einer Wand 2 befestigt werden kann. In der vorerwähnten Wand 2 ist eine Fensteröffnung 3 angeordnet, in welcher sich ein Fensterrahmen 4 mit Fensterflügel 5 befindet. Bezugsziffer 16 bezeichnet eine Wärmedämmplatte, die an der Oberseite der Fensteraussparung vorgesehen ist.

An der Außenseite der Wärmedämmplatte 1 befindet sich eine Putzschicht 14.

Die Wärmedämmplatte 1 ist aus Dämmmaterial 6, insbesondere aus expandiertem Polystyrol, hergestellt. Sie umfasst in dem der Fensteröffnung 3 zugeordneten, unteren Bereich eine Einlage 7, welche vollumfänglich von Dämmmaterial 6 umschlossen ist.

Die Einlage 7 besteht aus einem nicht brennbaren aber isolierenden Material 8 wie z. B. Mineralwolle. Alternativ kann die Einlage 7 auch aus einem zwar brennbaren aber unter Hitzeeinwirkung die Raumstruktur beibehaltenden Schaumstoff, vorzugsweise PUR oder PIR, hergestellt sein.

An der Oberseite der Einlage 7 befindet sich eine gut ausgebildete, von der Seite der Putzschicht 14 zur Wandseite hin abfallende Schräge 11 des Winkel &agr;, die im Brandfall dazu dient, das oberhalb derselben angefallene, geschmolzene Dämmmaterial 6 aufzufangen, d. h. eine mechanische Barriere für die Schmelze zu erzeugen. Durch die Schräge 11 wird gewährleistet, dass sich die Schmelze zwischen der Einlage 7 und der Wand 2 fängt.

An der Unterseite ist ebenfalls eine Schräge 15 der Einlage, von der Putzseite zur Wandseite hin leicht nach oben verlaufend vorgesehen.

Die erfindungsgemäße Wärmedämmplatte 1 wird dadurch hergestellt, dass die Einlage 7 in einer Form von dem Dämmmaterial 6 allseitig umschäumt wird.

Dieses allseitige Umschäumen der Einlage 7 ermöglicht eine Strukturierung des Grenzbereichs zwischen Einlage 7 und Dämmmaterial 6 an der Außen- und/oder Innenseite. Bei der Ausgestaltung gemäß 1 sind in der Einlage 7 sowohl an der Außenseite als auch an der Innenseite eine Mehrzahl von schwalbenschwanzförmigen Ausnehmungen 9 vorgesehen, die von entsprechendem Dämmmaterial 6 ausgefüllt sind.

2 zeigt eine weitere Ausgestaltung der vorliegenden Erfindung, die sich von der Ausgestaltung nach 1 dadurch unterscheidet, dass an der Oberseite der Einlage 7 eine Ausnehmung 10 in die Einlage 7 eingeformt ist, welche wiederum der Aufnahme von Schmelze dient.

Durch die besondere Herstellung können unterschiedlichste Formen der Einlage 7 vorgesehen sein, da die Einlage nicht in eine entsprechende Ausnehmung eingesteckt zu werden braucht. In der in 3 dargestellten Ausgestaltung der vorliegenden Erfindung sind an der Vorder- sowie Rückseite jeweils ein Steg 12 bzw. 13 an der Einlage 7 vorgesehen, so dass die Einlage 7 sich in diesem Fall über die gesamte Breite der Wärmedämmplatte 1 erstreckt. Die Stege 12, 13 gewährleisten ebenfalls einen zusätzlichen Halteeffekt für an der Oberseite auftretende Schmelze.

1Wärmedämmplatte 2Wand 3Fensteröffnung 4Fensterrahmen 5Fensterflügel 6Dämmmaterial 7Einlage 8Material 9Ausnehmung 10Ausnehmung 11Schräge 12Steg 13Steg 14Putzschicht 15Schräge 16Wärmedämmplatte

Anspruch[de]
  1. Wärmedämmplatte aus insbesondere geschäumtem Dämmmaterial (6) zur Wandverkleidung mit einer insbesondere riegelförmigen Einlage (7), dadurch gekennzeichnet, dass die Einlage (7) zumindest im Bereich der Hauptflächen sowie an der Unterseite der Wärmedämmplatte (1) im wesentlichen vollständig von Dämmmaterial (6) umschlossen ist.
  2. Wärmedämmplatte nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Einlage (7) allseitig von Dämmmaterial (6) umschlossen ist.
  3. Wärmedämmplatte nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Einlage (7) bei der Herstellung der Wärmedämmplatte (1) umschäumt wird.
  4. Wärmedämmplatte nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Einlage (7) derart geformt ist, dass sie eine Sammelfunktion für geschmolzenes Dämmmaterial (6) im Brandfall an ihrer Oberseite gewährleistet.
  5. Wärmedämmplatte nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Einlage (7) eine Ausnehmung (10) an deren Oberseite aufweist.
  6. Wärmedämmplatte nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Einlage (7) eine zur Wandseite abfallende Schräge (11) aufweist.
  7. Wärmedämmplatte nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Schräge (11) des Winkel &agr; in einem Winkelbereich bezogen auf die horizontale Ebene der Wärmedämmplatte von 50° bis 85°, vorzugsweise von 60° bis 85° liegt.
  8. Wärmedämmplatte nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest im Wandbereich der Wärmedämmplatte (1) mindestens ein zur Wand (2) hin verlaufender Steg (13) der Einlage (7) vorgesehen ist.
  9. Wärmedämmplatte nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest im Putzbereich der Wärmedämmplatte (1) mindestens ein zur Putzschicht (14) hin verlaufender Steg (12) der Einlage (7) vorgesehen ist.
  10. Wärmedämmplatte nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Einlage (7) aus nicht brennbarem Material (8), insbesondere aus Mineralwolle, besteht.
  11. Wärmedämmplatte nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Einlage (7) aus brennbarem Material besteht, welches unter Hitzewirkung allerdings seine Raumstruktur im wesentlichen beibehält.
  12. Wärmedämmplatte nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Einlage (7) randseitig mindestens eine Ausnehmung (9) aufweist.
  13. Wärmedämmplatte nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Ausnehmung (9) schwalbenschwanzförmig ausgebildet ist.
Es folgen 3 Blatt Zeichnungen






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