PatentDe  


Dokumentenidentifikation EP1519058 04.05.2005
EP-Veröffentlichungsnummer 0001519058
Titel Lagerung für den Rotor einer Windkraftanlage
Anmelder AB SKF, Göteborg/Gotenburg, SE
Erfinder Pickel, Edgar, 97334 Sommerach, DE
Vertreter derzeit kein Vertreter bestellt
Vertragsstaaten AT, BE, BG, CH, CY, CZ, DE, DK, EE, ES, FI, FR, GB, GR, HU, IE, IT, LI, LU, MC, NL, PL, PT, RO, SE
Sprache des Dokument DE
EP-Anmeldetag 01.09.2004
EP-Aktenzeichen 040207045
EP-Offenlegungsdatum 30.03.2005
Veröffentlichungstag im Patentblatt 04.05.2005
IPC-Hauptklasse F16C 19/38
IPC-Nebenklasse F03D 11/00   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Lagerung für den Rotor einer Windkraftanlage mit mindestens einem Außenring, mindestens einem Innenring und Wälzkörpern, die zwischen Außenring und Innenring angeordnet sind, wobei der Außenring und der Innenring mindestens zwei Laufbahnen aufweisen, wobei die beiden Laufbahnen einen Winkel einschließen und wobei die Wälzkörper rollenförmig ausgebildet sind.

Lagerungen für den Rotor einer Windkraftanlage sind im Stand der Technik bekannt. Verwiesen wird auf die DE 101 02 255 A1, die eine Windenergieanlage mit einem an der Spitze eines Turmes zu befestigenden Maschinenträger offenbart. Dort ist vorgesehen, dass zur Lagerung ein Wälzlager zum Einsatz kommt, das ein einziges auch Momente aufnehmendes Lager zwischen einer Achshülse und einer Hohlwelle darstellt. Das Lager ist bevorzugt als zweireihiges Schrägrollenlager mit winkelig zueinander angeordneten Rollenreihen ausgebildet. Jede Rollenreihe kann dabei einen Winkel von etwa 45° mit der Achse der Achshülse und der Hohlwelle einschließen.

Eine ähnliche Lagerung ist aus der WO 02/079644 A1 bekannt. Dort wird eine Windkraftanlage offenbart, bei der zur Übertragung der Drehung des Rotors auf einen Generator ein Planetengetriebe zum Einsatz kommt. Die Planetengetriebeanordnung ist dabei gleichermaßen in einem zweireihigen Lager gelagert.

Mit den vorbekannten Lösungen ist es möglich, sowohl Kräfte als auch Momente durch ein einziges Lager vom Rotor auf den Turm einer Windkraftanlage zu übertragen. Die zweireihigen Lager gemäß dem Stand der Technik, die die Übertragung der Kräfte und Momente bewerkstelligen, sind dabei stets in sogenannter O-Anordnung ausgebildet. Dies hat den Vorteil, dass sich ein recht großer Stützabstand der Lager-Druckmittelpunkte zur Aufnahme der Momentenbelastung ergibt.

Je größer die Windkraftanlage und damit das Lager wird, desto geringer fällt jedoch dieser Vorteil aus, da - relativ gesehen - der Unterschied der Stützabstände immer kleiner wird.

Die vorbekannte Lagerung als zweireihige Lagerung in O-Anordnung hat darüber hinaus auch einige Nachteile. Problematisch ist insbesondere, dass das Eingangsdrehmoment nicht über einen einteiligen Lagerinnenring übertragen werden kann. Deshalb ist es schwierig, den Rotor direkt an den Lagerinnenring anzuflanschen. Gleichermaßen ist keine Direktanflanschung des Generators möglich.

Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Lageranordnung der eingangs beschriebenen Art zu schaffen, die die genannten Nachteile überwindet.

Die Lösung dieser Aufgabe durch die Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, dass die Laufbahnen des Außenrings den Winkel einschließend einander zugeneigt angeordnet sind und dass die Laufbahnen des Innenrings den Winkel einschließend einander abgewendet angeordnet sind.

Bevorzugt sind die Wälzkörper als Kegelrollen oder als Zylinderrollen ausgebildet.

Gemäß einer bevorzugten Ausgestaltung kann vorgesehen werden, dass mindestens einer der beiden Lagerringe in einzelne Lagersegmente unterteilt ausgebildet ist. Eine Unterteilung zumindest einer der Lagerringe kann auch in axialer Richtung gegeben sein.

Der Winkel, den die Laufbahnen einschließen, liegt mit Vorteil zwischen 10° und 70°, besonders bevorzugt zwischen 35° und 55°.

Im Betrieb der Windkraftanlage kann vorgesehen werden, dass sich der Außenring dreht; alternativ hierzu kann im Betrieb der Windkraftanlage auch der Innenring drehbar sein.

Mit der vorgeschlagenen Lageranordnung werden im Vergleich zum vorbekannten Stand der Technik verschiedene Vorteile erreicht:

Nunmehr ist es möglich, die Eingangs-Drehmomentenübertragung über einen einteiligen Lagerinnenring zu bewerkstelligen. Eine Welle ist hierfür nicht erforderlich.

Weiterhin ist es möglich, den Rotor direkt an den Lagerinnenring anzuflanschen. Ebenso ist eine direkte Anflanschung abtriebsseitig zum Getriebe bzw. zum Generator möglich.

Der kritische, feste Innenring-Sitz auf der Welle, der bei sich drehendem Innenring (bei Umfangslast am Innenring) erforderlich ist, kann entfallen. Somit ergibt sich nicht mehr das Risiko, dass Passungsrost entsteht.

Weiterhin findet keine zusätzliche Systemverformung über die Welle statt.

Durch das Entfallen des erforderlichen festen Innenring-Sitzes gibt es keinerlei Einfluss auf die Montage und damit auf die im Produktionswerk eingeschliffene Lagerluft bzw. Vorspannung. Damit ist sichergestellt, dass der Wert der Lagerluft bzw. Vorspannung auch nach der Montage klar definiert und in der Toleranz reduziert ist.

In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt. Es zeigen:

Figur 1
schematisch eine Windkraftanlage in der Seitenansicht und
Figur 2
den Schnitt durch die Lagerung des Rotors der Windkraftanlage.

In Figur 1 ist eine Windkraftanlage 3 dargestellt, die einen Rotor 2 aufweist. Dieser muss in einer Lagerung 1 relativ zum Turm der Windkraftanlage 3 gelagert werden. Insbesondere müssen die Kräfte F und die Momente M, die vom Rotor 2 auf den Turm der Windkraftanlage 3 wirken, durch die Lagerung 1 aufgenommen werden.

Der Aufbau der Lagerung 1 geht aus Figur 2 hervor. Die Lagerung besteht aus einem zweireihigen Kegelrollenlager. Hierzu sind Wälzkörper 8 in Form von Kegelrollen zwischen einem Außenring 4 und einem Innenring 5 angeordnet.

Sowohl der Außenring 4 als auch der Innenring 5 weisen jeweils zwei Laufbahnen 6, 7 auf. Die Laufbahnen 6, 7 schließen jeweils zueinander einen Winkel α bzw. β ein, der in Figur 2 eingetragen ist.

Wie weiter zu sehen ist, sind dabei die Laufbahnen 6 des Außenrings 4 so zueinander angeordnet, dass sie den Winkel α zueinander einschließen und dabei die Laufbahnen und namentlich deren Oberflächen einander zugeneigt sind. Demgegenüber schließen die Laufbahnen 7 des Innenrings 5 zwar auch einen Winkel β ein, allerdings sind die Laufbahnen 7 bzw. deren Oberfläche einander abgewandt.

Hierdurch ergibt sich, dass die zweireihige Kegelrollenlagerung als X-Lagerung ausgebildet ist.

Nicht dargestellt ist, dass der Außenring 4 und/oder der Innenring 5 aus einzelnen Ringsegmenten zusammengesetzt sein kann. Gleichermaßen ist es möglich, den Außenring 4 und/oder den Innenring 5 in Lagerachsrichtung geteilt auszubilden.

Beim Ausführungsbeispiel gemäß Figur 2 ist zu sehen, dass der Außenring 4 aus zwei axial geteilten Teilringen zusammengesetzt ist.

Im oberen Teil von Figur 2 ist illustriert, dass der Außenring 4 geklemmt werden kann. Alternativ hierzu zeigt der untere Teil in Figur 2, dass der Außenring 4 an ein Trägerelement angeschraubt sein kann.

Zur Führung der einzelnen Kegelrollen 8 sind gleichermaßen verschiedene Möglichkeiten denkbar. Beispielsweise können die Rollen außenbordgeführt sein. Alternativ hierzu können sie auch innenbordgeführt sein.

Bezugszeichenliste

1
Lagerung
2
Rotor
3
Windkraftanlage
4
Außenring
5
Innenring
6
Laufbahnen des Außenrings
7
Laufbahnen des Innenrings
8
Wälzkörper
α
Winkel
β
Winkel
F
Kraft
M
Moment


Anspruch[de]
  1. Lagerung (1) für den Rotor (2) einer Windkraftanlage (3), die aufweist:
    • mindestens einen Außenring (4),
    • mindestens einen Innenring (5) und
    • Wälzkörper (8), die zwischen Außenring (4) und Innenring (5) angeordnet sind,
    wobei der Außenring (4) und der Innenring (5) mindestens zwei Laufbahnen (6, 7) aufweisen,

    wobei die beiden Laufbahnen (6, 7) einen Winkel (α, β) einschließen und

    wobei die Wälzkörper (8) rollenförmig ausgebildet sind,

    dadurch gekennzeichnet, dass

    die Laufbahnen (6) des Außenrings (4) den Winkel (α) einschließend einander zugeneigt angeordnet sind und dass die Laufbahnen (7) des Innenrings (5) den Winkel (β) einschließend einander abgewendet angeordnet sind.
  2. Lagerung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Wälzkörper (8) Kegelrollen sind.
  3. Lagerung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Wälzkörper (8) Zylinderrollen sind.
  4. Lagerung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens einer der beiden Lagerringe (4, 5) in einzelne Lagersegmente unterteilt ausgebildet ist.
  5. Lagerung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens einer der Lagerringe (4, 5) in axialer Richtung unterteilt ausgebildet ist.
  6. Lagerung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Winkel (α, β) zwischen 10° und 70°, vorzugsweise zwischen 35° und 55° liegt.
  7. Lagerung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass sich im Betrieb der Windkraftanlage (3) der Außenring (4) dreht.
  8. Lagerung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass sich im Betrieb der Windkraftanlage (3) der Innenring (5) dreht.






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

Patent Zeichnungen (PDF)

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com