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Dokumentenidentifikation DE202005000593U1 12.05.2005
Titel Geräteeinheit zur Anzeige des Belastungszustandes von Hebezeugen der Bühnentechnik
Anmelder ChainMaster Bühnentechnik GmbH, 04838 Eilenburg, DE
Vertreter M. Köhler und Kollegen, 04315 Leipzig
DE-Aktenzeichen 202005000593
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 12.05.2005
Registration date 07.04.2005
Application date from patent application 18.01.2005
IPC-Hauptklasse G01G 19/08

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Geräteeinheit zur Anzeige des Belastungszustandes von mehr als einem Hebezeug der Bühnentechnik, auch Lastanzeige genannt.

In der Bühnentechnik, beispielsweise für Theater und Showbühnen, sind Traversen und dgl. zu manipulieren. Auch größere Traversen mit einem entsprechenden Gewicht müssen in ihre Arbeitsposition bzw. entsprechend der jeweiligen Regieanweisung genau und sicher in die gewünschte Position gebracht werden. Insbesondere bei größeren Traversen kommen in Abhängigkeit vom Gesamtgewicht und den vorhandenen Lastaufnahmepunkten der Bühne, die der Aufnahme jeweils eines Hebezeuges dienen, mehrere Hebezeuge, insbesondere Elektrokettenzüge, zum Einsatz.

Kommen beispielsweise aus vorgenannten Gründen bei einer Linienlast mehr als 2 bzw. einer Flächenlast, d. h. die Lastaufnahmepunkte liegen nicht auf einer gedachten Linie, mehr als 3 Hebezeuge zum Einsatz, ist eine gleichmäßige (Idealfall) bzw. nahe zu gleichmäßige Lastverteilung auf alle Hebezeuge schwierig zu gewährleisten.

Beispielsweise bei einer aufzunehmenden Gesamtlast (Flächenlast) eines starren Körpers von 1000 kg und 4 Hebezeugen mit jeweils einer maximalen Traglast von 250 kg und 4 Lastaufnahmepunkten mit jeweils einer maximalen Traglast von 400 kg würden bei einer gleichmäßigen Lastverteilung (im Idealfall) auch auf jedes Hebezeug ein Anteil von 250 kg entfallen.

Hingegen bei einer ungleichmäßigen Lastverteilung, regelmäßig bei einer Lastverteilung auf nur 3 Hebezeuge, würden auf die belasteten Hebezeuge beispielsweise jeweils ca. 330 kg entfallen. Damit würde die tatsächliche über der maximalen Traglast der 3 belasteten Hebezeuge liegen, was regelmäßig unerwünscht ist.

Bei der Verbringung der Last, d. h. durch Anheben und/ oder Absenken, von der Ausgangsposition hin zur bzw. bis zur gewünschten Arbeitsposition wird somit eine möglichst gleichmäßige Lastverteilung angestrebt; die in vielen Fällen aus sicherheitstechnischen Gründen auch notwendig sein wird.

Zumindest mit Erreichen der Endposition ist eine gleichmäßige Lastverteilung im vorgenannten Sinne erwünscht. Um diese gleichmäßige Lastverteilung zu erreichen, ist vorher die tatsächliche Belastung aller eingesetzten Hebezeuge zu ermitteln und durch Anheben bzw. Absenken solange zu manipulieren bis die gewünschte Lastverteilung mit der tatsächlichen übereinstimmt. Dies wird regelmäßig nur durch iteratives Handeln erreichbar sein.

Selbst beim Verbringen einer Last aus einer Position mit einer gleichmäßigen Lastverteilung in eine andere Position ist vorgenanntes iteratives Handeln notwendig, da ein synchrones Manipulieren aller beteiligen Hebezeuge oft nicht möglich ist. Dies ist beispielsweise bei üblichen Elektrokettenzügen anzutreffen, wo ein synchrones Manipulieren angestrebt wird, in der Praxis aber funktionsbedingt oft nicht erreicht wird.

Dieses vorgenannte unerwünschte Überschreiten der maximalen Traglast, zumindest eines der eingesetzten Hebezeuge, wird derzeit u. a. dadurch vermieden, dass solche Hebezeuge eingesetzt werden, deren maximale Traglast auch bei einer ungleichmäßigen Belastung nicht erreicht wird. Diese Sicherheit ist durch leistungsfähigere und damit regelmäßig kostenintensivere Hebezeuge oft erreichbar. Dieses Anbeben der maximalen Traglast des jeweiligen Hebezeuges wird jedoch auch durch die maximale Traglast der jeweiligen Lastaufnahmepunkte der Bühne begrenzt, so dass bei bestimmten Gesamtlasten vorgenanntes Vorgehen nicht möglich ist.

Vorgenanntes Problem einer Lastüberschreitung nach dem Erreichen der Endposition bzw. bei der nachfolgenden Realisierung von Regieanweisungen wird u. a. auch durch komplexe Lastüberwachungssysteme, beispielsweise der Firma ChainMaster, zumindest teilweise gelöst. Dabei wird im Rahmen einer Lastüberwachung über einen bestimmten Zeitraum der Belastungsanfall aller im System eingesetzten Hebezeuge protokolliert und ggf. bei Auftreten eines Überlastzustandes das System automatisch abgeschaltet. Alle Lastaufnahmepunkte bzw. eingesetzte Hebezeuge werden dabei beispielsweise jeweils mit einem herkömmlichen Kraftsensor ausgerüstet und über übliche BUS-Systeme mit einer Auswerteeinheit, beispielsweise einem Personalcomputer, vernetzt.

Für einfache Bühnensysteme mit einer Handsteuerung für beispielsweise 8 Elektrokettenzüge ist der Einsatz des vorgenannten Lastüberwachungssystems zu aufwendig, nicht bzw. nur bedingt geeignet.

Auch für andere Anwendungsfälle, beispielsweise bei stationären Bühnenanlagen mit Hebezeugen, besteht für den Betreiber regelmäßig ein Bedarf den Belastungszustand der eingebauten Bühnentechnik möglichst einfach und preiswert zu überprüfen, ohne das eine permanente Protokollierung notwendig wäre.

Aufgabe der Erfindung ist es, ein Gerät bereit zu stellen, welches die Anzeige des tatsächlichen Belastungszustandes der eingesetzten Hebezeuge in technisch einfacher Art und Weise realisiert und/ oder bei Einsatz von Bühnensystemen mit einer Handsteuerung das Manipulieren in einer möglichst gleichmäßigen Lastverteilung ermöglicht.

Die Aufgabe der Erfindung wird durch die Merkmale des Anspruch 1 gelöst.

Erfindungswesentlich ist dabei, dass die erfindungsgemäße Geräteeinheit zur Anzeige des Belastungszustandes von mehr als einem Hebezeug der Bühnentechnik zumindest besteht aus mehreren Meßeinheiten zur Ermittlung des Belastungszustandes eines Hebezeuges, einer Schalteinheit und einer Ausgabeeinheit, wobei zu einem Zeitpunkt der Belastungszustand nur eines der Hebezeuge an der Ausgabeeinheit anzeigbar ist und die Meßdaten der jeweiligen Meßeinheit zur Ermittlung des Belastungszustandes dieses Hebezeuges an die Schalteinheit übertragbar sind.

Mit dieser technischen Lösung wird in überraschend einfachen Art und Weise eine Geräteeinheit zur Verfügung gestellt, welche ein seit langem bestehendes Bedürfnis im Bereich der Bühnentechnik realisiert.

Die eingesetzten technischen Mittel sind an sich seit geraumer Zeit bekannt, ohne dass die Fachwelt diese Lösung fand.

Bei dieser Erfindung wird jeweils der aktuelle Belastungszustand eines von mehreren belasteten Hebezeugen, welche jeweils ein elektrisches, elektronisches oder elektromechanisches Mittel zur Lastmessung besitzt, über eine Ausgabeeinheit, insbesondere optisch, auslesbar.

Die gewählte Gerätekomposition ist technisch einfach und somit preiswert, wobei sie den vorgenannten Anforderungen gerecht wird.

Die Schalteinheit dient insbesondere dazu, die von den Meßeinheiten zur Ermittlung des Belastungszustandes der Hebezeuge anliegenden Meßdaten jeweils einzeln, d. h. für jedes Hebezeug gesondert, aber insbesondere in beliebiger Reihenfolge, hin zur Ausgabeeinheit aufschalten zu können.

Die erfindungsgemäße Geräteeinheit kann sowohl gesondert, wie auch als Bestandteil eines komplexen Lastüberwachungssystem der Bühnentechnik, eingesetzt werden.

Die Unteransprüche haben vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung zum Inhalt.

Bevorzugt ist, dass das Hebezeug ein Elektrokettenzug oder eine Seilwinde ist, welches insbesondere eine Handsteuerung besitzt.

Außerdem ist bevorzugt, dass zumindest die Ausgabeeinheit der erfindungsgemäßen Geräteeinheit integraler Bestandteil einer Handsteuerung eines Hebezeuges ist.

Die Aufgabe der Erfindung wird außerdem durch ein Überwachungssystem für mehrere Hebezeuge der Bühnentechnik gemäß der Merkmale des Anspruchs 10 gelöst.

Weitere Einzelheiten, Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der folgenden Beschreibung einer bevorzugten Ausführungsform anhand der Zeichnung.

Es zeigen:

1 eine schematische Darstellung einer Überwachungssystem für vier Hebezeuge mit einer erfindungsgemäßen Geräteeinheit zur Anzeige des Belastungszustandes für mehrere Hebezeuge und

2 eine schematische Darstellung des Überwachungssystems gemäß 1 mit einem Schaltzustand.

In 1 ist eine schematische Darstellung eines Überwachungssystems für vier Hebezeuge mit einer erfindungsgemäßen Geräteeinheit 7 zur Anzeige des Belastungszustandes für mehrere Hebezeuge dargestellt. Die vier Hebezeuge sind hier an sich bekannte Elektrokettenzüge 6.1, 6.2, 6.3 und 6.4.

In der Praxis wird die Geräteeinheit 7 zur Anzeige des Belastungszustandes für mehrere Hebezeuge in Kombination mit einer Handsteuerung (in 1 nicht dargestellt) für einen oder mehrere Kettenzüge eingesetzt.

Die Geräteeinheit 7 besitzt u. a. eine Steuereinheit 5, die als 19“ Einschubgehäuse ausgeführt ist. Außerdem besitzt diese, neben den Anschlusssteckern (in 1 nicht dargestellt) zum Anschluss der vier Elektrokettenzüge 6.1, 6.2, 6.3 und 6.4, zusätzliche Anschlussstecker (in 1 nicht dargestellt) zum Anschluss der Messleitungen 2.1, 2.2, 2.3 und 2.4 von den Kraftsensoren 1.1, 1.2, 1.3 und 1.4. Die elektrischen Bauelemente zur Lastanzeige, wie u. a. Schalteinheit 3 und Ausgabeeinheit 4, sind in diesem Ausführungsbeispiel im Gehäuse der Kettenzugsteuerung integriert. Die Anzeige der Ausgabeeinheit 4 ist auf der Frontseite der Steuerung angeordnet.

In 2 ist eine schematische Darstellung des Überwachungssystems gemäß 1 mit einem konkreten Schaltzustand, nämlich des Kraftsensors 1.1, dargestellt. Im Kraftsensor 1.1 erfolgt die Erfassung der mechanischen Belastung des Kettenzuges 6.1 als Messgröße, und deren Umwandlung in ein elektrisches Signal. Über eine Messleitung 2.1 wird das elektrische Signal zur Steuereinheit 5 übertragen. In der Steuereinheit 5 wird dieses einzelne elektrische Messsignal des Kraftsensors 1.1 einer Schalteinheit 3 zugeführt.

Mit Hilfe dieser Schalteinheit 3 erfolgt die Auswahl des anzuzeigenden Messsignals von dem jeweiligen Kettenzug 6.1, 6.2, 6.3 oder 6.4. Die optische Anzeige des Messsignals, welches von der Schalteinheit 3 kommt, erfolgt durch die Ausgabeeinheit 4, welche in Form einer Digitalanzeige realisiert ist.

Die Anzeige der Belastung kann grundsätzlich im Stillstand und auch während der Hubbewegung der Elektrokettenzüge 6.1, 6.2, 6.3 und 6.4 erfolgen, wobei die Umschaltung auf die einzelnen Messsignale wahlweise erfolgen kann, und unabhängig von den eigentlichen Steuerfunktionen des Kettenzuges funktioniert.

1.1, 1.2, 1.3, 1.4Messeinheit 2.1, 2.2, 2.3, 2.4Messleitungen 3Schalteinheit 4Ausgabeeinheit 5Steuereinheit 6.1, 6.2, 6.3, 6.4Elektrokettenzüge 7Geräteeinheit

Anspruch[de]
  1. Geräteeinheit zur Anzeige des Belastungszustandes von mehr als einem Hebezeug der Bühnentechnik zumindest bestehend aus mehreren Meßeinheiten zur Ermittlung des Belastungszustandes eines Hebezeuges, einer Schalteinheit und einer Ausgabeeinheit, wobei zu einem Zeitpunkt der Belastungszustand nur eines der Hebezeuge an der Ausgabeeinheit anzeigbar ist und die Meßdaten der jeweiligen Meßeinheit zur Ermittlung des Belastungszustandes dieses Hebezeuges an die Schalteinheit übertragbar sind.
  2. Geräteeinheit nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Hebezeug ein Elektrokettenzug ist.
  3. Geräteeinheit nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Hebezeug eine Handsteuerung besitzt.
  4. Geräteeinheit nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Meßeinheit zur Ermittlung des Belastungszustandes eines Hebezeuges ein Kraftsensor ist.
  5. Geräteeinheit nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Schalteinheit eine elektrische, elektro-mechanische oder elektronische ist.
  6. Geräteeinheit nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Ausgabeeinheit ein Display ist.
  7. Geräteeinheit nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Meßdaten der jeweiligen Meßeinheit zur Ermittlung des Belastungszustandes dieses Hebezeuges an die Schalteinheit drahtlos oder drahtgebunden übertragbar sind.
  8. Geräteeinheit nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest die Ausgabeeinheit und die Schalteinheit in einer Teileinheit der Geräteeinheit angeordnet sind.
  9. Geräteeinheit nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest die Ausgabeeinheit integraler Bestandteil einer Handsteuerung eines Hebezeuges ist.
  10. Überwachungssystem für mehrere Hebezeuge der Bühnentechnik mit zumindest einer Geräteeinheit zur Anzeige des Belastungszustandes von mehr als einem Hebezeug der Bühnentechnik gemäß einem der Ansprüche 1 bis 9.
Es folgen 2 Blatt Zeichnungen






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