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Dokumentenidentifikation DE10207208B4 25.05.2005
Titel Klammerverbindung für Polstermöbel, Verfahren zur Herstellung einer derartigen Klammerverbindung sowie Verfahren zum Lösen einer derartigen Klammerverbindung
Anmelder IHD Institut für Holztechnologie Dresden gGmbH, 01217 Dresden, DE
Erfinder Hänel, Winfried, 01326 Dresden, DE;
Schardt, Gregor, 01307 Dresden, DE;
Weinert, Matthias, 01277 Dresden, DE
Vertreter Kaufmann, S., Doz., Dr.-Ing., habil., Pat.-Anw., 01309 Dresden
DE-Anmeldedatum 21.02.2002
DE-Aktenzeichen 10207208
Offenlegungstag 25.09.2003
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 25.05.2005
Veröffentlichungstag im Patentblatt 25.05.2005
IPC-Hauptklasse B68G 15/00

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Klammerverbindung für Polstermöbel sowie ein Verfahren zur Herstellung einer derartigen Klammerverbindung. Darüber betrifft sie ein Verfahren zum Lösen einer derartigen Klammerbindung.

Klammern sind bei der Polstermöbelfertigung ein weit verbreitetes Verbindungsmittel, um Bezugsstoffe an einem Polstermöbelgestell aus Holz oder Holzwerkstoffen zu befestigen. Ebenso werden auch Abdeck- oder Formteile aus Pappe oder Kunststoff an einem Gestell befestigt. In der Regel sind solche Klammerverbindungen linienförmig, d.h. die Klammern sind in einer Linie mit meist geringem Abstand voneinander eingebracht. Generell werden Klammerverbindungen im nicht direkt sichtbaren Bereich angebracht, beispielsweise indem sie vom Polsterstoff überdeckt werden.

Mittels Klammerverbindung werden darüber hinaus auch textile Gurte und Metall- oder Plastlaschen von Flachfedern an den Gestellen von Polstermöbeln befestigt.

Allerdings ist eine derartige Klammerverbindung mit einfachen Mitteln nicht oder nur sehr schwer lösbar. Das Lösen der Klammerverbindung ist jedoch dann notwendig, wenn die Materialien, aus denen die Polstermöbel bestehen, durch Recycling wiederaufbereitet werden sollen. Das setzt jedoch voraus, daß die Polstermöbel leicht in ihre Grundbestandteile zerlegt werden können.

DE 27 07 466 A1 offenbart eine Vorrichtung zum Entfernen von Heftklammern, die zum Befestigen des Bezugsstoffs von Polstermöbeln verwendet werden. Dabei ist ein mit einer Spitze versehener Hebelarm vorgesehen, wobei mit dem die Spitze tragenden Ende des Hebelarms ein um einen ersten Drehpunkt drehbarer Zangenschuh verbunden ist, der aus zwei, die Spitze und das vordere Ende des Hebelarms einschließenden Zangenbacken besteht, und die Zangenbacken an ihrem der Spitze entgegengesetzten Ende einen zweiten Drehpunkt aufweisen. Mit Hilfe dieser Vorrichtung sollen Klammerverbindungen leicht gelöst werden können. Allerdings ist es noch immer erforderlich, jede Klammer einzeln manuell zu entfernen, was einer großtechnischen Anwendung dieser Vorrichtung beim Recycling von Polstermöbeln entgegensteht.

Andere Möglichkeiten als das Zerlegen der Möbel in ihre Bestandteile können ebenso wenig angewendet wenden. Sie können in der Regel nicht geschreddert werden, da die textilen Bänder und Bezugsstoffe die Schredderwellen umwickeln und aufgrund ihrer hohen Zugfestigkeit zum Stillstand bringen können. Auch eine thermische Verwertung von Polstermöbeln, die nur von kompletten Teilen möglich ist, ist aufgrund der unterschiedlichen Materialien, aus denen die Polstermöbel bestehen, nur schwer möglich. Besondere Probleme bereiten dabei die zur Polsterung verwendeten Materialien.

Aufgrund der fehlenden Möglichkeit, Polstermöbel einfach und schnell in seine Bestandteile zu zerlegen, ist ein Recycling derartiger Möbel bisher wirtschaftlich nicht sinnvoll. Es ist in der Praxis auch nicht üblich.

Aufgabe der Erfindung ist es, die Nachteile nach dem Stand der Technik zu beseitigen. Es soll insbesondere eine Klammerverbindung für Polstermöbel angegeben werden, die ebenso dauerhaft und sicher wie bisherige Klammerverbindungen ist, aber leicht gelöst und entfernt werden können. Überdies soll ein Verfahren angegeben werden, mit dem solche Klammerverbindungen hergestellt werden können. Weiterhin sollen ein Verfahren zur Herstellung einer derartigen Klammerverbindung sowie ein Verfahren zum Lösen einer derartigen Klammerverbindung vorgeschlagen werden.

Diese Aufgabe wird durch die Merkmale der Ansprüche 1, 5 und 7 gelöst. Zweckmäßige Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus den Merkmalen der Ansprüche 2 bis 4, 6 und 8 bis 10.

Nach Maßgabe der Erfindung ist eine Klammerverbindung für Polstermöbel vorgesehen, bei der ein Obermaterial beispielsweise der Bezugstoff, auf einem Untermaterial, beispielsweise dem Gestellmaterial, mit einer Vielzahl von Klammern befestigt ist, wobei zwischen dem Obermaterial und dem Klammerrücken ein Band angeordnet ist.

Das Band ist vorzugsweise 3 bis 6 mm breit. Seine Länge entspricht im wesentlichen der Länge der Klammerverbindung. An einem Ende der Klammerverbindung sollte ein Teil des Bandes über das Ober- und Untermaterial frei überstehen, um so ein leichtes Lösen der Klammerverbindung zu ermöglichen, indem das Abziehen des Bandes an dieser Stelle des Bandes begonnen wird.

Das Band kann aus unterschiedlichen Materialien wie beispielsweise textilen Materialien oder Kunststoffmaterialien gefertigt sein. Vorzugweise ist es so fest, daß beim Abziehen des Bandes von dem Obermaterial die Schenkel der Klammern vollständig aus dem Ober- und Untermaterial herausgezogen werden, wobei die Klammern in dem Band verbleiben. Werden Bänder aus einem weniger festen (flexiblem) Material verwendet, muß dies so fest sein, daß zumindest jeweils ein Schenkel jeder Klammer beim Abziehen des Bandes aus dem Ober- und Untermaterial herausgezogen wird. Demgemäß sollte die Festigkeit des Bandes so hoch sein, daß sie einer Klammerausziehkraft von mindestens 300 N widersteht, um ein Reißen des Bandes während des Abziehens zu verhindern.

Ein Band aus flexiblem Material wird zweckmäßigerweise dann verwendet, wenn Klammerverbindungen mit engen Radien hergestellt werden sollen.

Bei dem Obermaterial kann es sich, abgesehen von dem oben erwähnten Bezugsstoffen, auch um Polsterstoffe oder um Abdeck- oder Formteile aus Pappe oder Kunststoff handeln, die an einem Untermaterial, insbesondere dem Gestellmaterial, durch eine Klammerverbindung befestigt werden sollen. Das Untermaterial, das in der Regel das Gestell des Möbelstücks bildet, besteht vorzugsweise aus Holz oder holzähnlichen Materialien wie beispielsweise Holzverbundstoffen.

Die erfindungsgemäße Klammerverbindung bietet die Vorteile der herkömmlichen Klammerverbindung, nämlich hohe Festigkeit und Dauerhaftigkeit der Verbindung und leichte Herstellbarkeit dieser Verbindung. Darüber hinaus weist sie den wesentlichen Vorteil auf, daß die an sich feste und haltbare Verbindung leicht durch Abziehen des Bandes gelöst werden kann, wodurch es möglich ist, auf einfache Art und Weise Polstermöbel in ihre einzelnen Bestandteile, und zwar das Obermaterial und das Untermaterial, zerlegt werden können. Die einzelnen Materialien können getrennt der Wiederverwertung zugeführt werden, so daß ein wirtschaftlich sinnvolles Recycling von Polstermöbeln möglich ist.

Die erfindungsgemäße Klammerverbindung kann durch ein Verfahren hergestellt werden, das folgende Schritte umfaßt:

  • (i) Aufbringen des Obermaterials auf das Untermaterial;
  • (ii) Aufbringen des Bandes im Bereich der herzustellenden Klammerverbindung auf das Obermaterial und
  • (iii) Anbringen von Klammern in Längsrichtung in bezug auf das Band, wobei die Schenkel der Klammern das Band und das Obermaterial durchdringen sowie in das Untermaterial eindringen und der Rücken der Klammern auf dem Band aufliegt.

Zweckmäßigerweise wird dabei das Band so aufgebracht, daß ein Teil des Bandes über das Ober- und Untermaterial frei übersteht, um so ein leichtes Lösen der Klammerverbindung zu ermöglichen, indem das Abziehen des Bandes an dieser Stelle des Bandes begonnen wird.

Vorzugsweise wird das Verfahren mit Hilfe eines pneumatischen Klammergerätes durchgeführt, wobei in dieses Gerät eine Bandzuführ- und -schneideeinheit integriert ist, so daß das Band paßgenau beim Einschlagen der Klammer durch Band und Obermaterial in das Untermaterial auf dem Obermaterial positioniert wird.

Die erfindungsgemäße Klammerverbindung kann durch Abziehen des Bandes von dem Obermaterial gelöst werden, wobei die Klammern entweder vollständig aus dem Ober- und Untermaterial herausgezogen werden oder zumindest ein Schenkel jeder Klammer aus dem Ober- und Untermaterial herausgezogen wird.

Das Abziehen des Bandes beginnt zweckmäßigerweise an dessen frei überstehenden Ende und sollte vorzugsweise entgegen der ursprünglichen Verarbeitungslinie erfolgen. Unter „ursprünglicher Verarbeitungslinie" wird in diesem Zusammenhand die Richtung verstanden, mit der die Klammerverbindung durch aufeinanderfolgendes Einschlagen der Klammern hergestellt wurde.

Das Abziehen des Bandes kann maschinell erfolgen. Dazu wird das frei überstehende Ende an einer Aufrolleinheit festgeklemmt. Die Aufrolleinheit kann um eine Achse rotieren, die parallel zu der Klammerverbindung durch eine Translationsbewegung geführt wird. Dabei wird das Band auf die Aufrolleinheit gewickelt. Die Aufrolleinheit kann elektrisch angetrieben werden.

Wird ein festes Band verwendet, werden die Klammern aus dem Unter- und Obermaterial herausgezogen, wobei sie an dem Band hängenbleiben. Wird ein flexibles Band verwendet, wird durch das Anziehen des Bandes erreicht, daß zumindest ein Schenkel jeder Klammer der Klammerverbindung aus dem Unter- und Obermaterial herausgezogen wird, wodurch die Klammerverbindung jedoch soweit gelöst wird, daß im Anschluß an das Abziehen des Bandes Ober- und Untermaterial ohne weiteres voneinander getrennt werden können. Im letzteren Fall reißt das Band im Bereich der Klammer. Die Festigkeit des Bandes muß jedoch in jedem Fall so hoch sein, daß das Band nicht vollständig zerreißt.

Nachfolgend wird die Erfindung anhand von Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen:

1 eine schematische Schnittdarstellung einer erfindungsgemäßen Klammerverbindung;

2 eine schematische Schnittdarstellung der in 1 gezeigten Klammerverbindung während des Ablösens des Bandes aus einem festen Material und

3 eine schematische Schnittdarstellung der in 1 gezeigten Klammerverbindung während des Ablösens des aus einem flexiblem Material, bestehenden Bandes.

1. zeigt einen Ausschnitt einer Klammerverbindung bei Polstermöbeln, bei der das Band 1 als oberste Lage über dem Bezugsstoff 3, der das Obermaterial bildet, durch eine Reihe Klammern 2 gemeinsam mit dem Bezugsstoff 2 am Gestell 4 fixiert ist. Die Klammern 2 sind so eingebracht, daß deren Schenkel 2.2 das Band 1, den Bezugsstoff 3 und das Gestellmaterial 4 durchdringen, während der Rücken 2.1 der Klammern 2 auf der Oberseite des Bandes 1 aufliegt.

Zur Trennung der Klammerverbindung wird das freie Ende des Bandes 1 ergriffen und gegebenenfalls unter Zuhilfenahme von mechanischen und/oder elektrischen Aufrolleinheiten entgegen der ursprünglichen Verarbeitungsrichtung von dem Bezugsstoff 3 und dem Gestellmaterial 4 abgezogen. Besitzt das Band 1, wie in 2 gezeigt, eine ausreichende Festigkeit, werden dabei die Klammern 2 vollständig aus dem Bezugsstoff 3 und dem Gestellmaterial 4 herausgezogen. Wird ein weniger festes, d. h. flexibles Band verwendet, werden die Klammern 2, wie in 3 gezeigt, nicht vollständig aus dem Bezugsstoff 3 und dem Gestellmaterial 4 herausgezogen. Sie werden jedoch einseitig geöffnet, indem ein Schenkel 2.2 jeder Klammer 2 unter Verformung der Klammern 2 aus dem Bezugsstoff 3 und dem Gestellmaterial 4 herausgezogen wird. Dabei ist wesentlich, daß das Band 1 nicht vollständig reißt, sondern die Rißbildung auf die Klammerrücken 2.1 beschränkt ist.

1Band 2Klammer 2.1Klammerrücken 2.2Klammerschenkel 3Bezugsstoff 4Gestellmaterial

Anspruch[de]
  1. Klammerverbindung für Polstermöbel, bei dem ein Obermaterial (3), beispielsweise der Bezugstoff, auf einem Untermaterial (4), beispielsweise dem Gestellmaterial, mit einer Vielzahl von Klammern (2) befestigt ist, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen dem Obermaterial (3) und den Klammerrücken (2.1) ein Band (1) angeordnet ist.
  2. Klammerverbindung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Breite des Bandes (1) 3 bis 6 mm beträgt.
  3. Klammerverbindung nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß an einem Ende der Klammerverbindung ein Teil des Bandes (1) über das Ober- und Untermaterial (3, 4) frei übersteht.
  4. Klammerverbindung nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Band (1) aus einem Material mit einer Festigkeit, die einer Klammerausziehkraft von mindestens 300 N widersteht, besteht.
  5. Verfahren zum Herstellen einer Klammerverbindung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß (i) das Obermaterial (3) auf das Untermaterial (4) aufgebracht wird;

    (ii) im Bereich der herzustellenden Klammerverbindung das Band (1) auf das Obermaterial (3) aufgebracht wird und

    (iii) in Längsrichtung in bezug auf das Band (1) Klammern (2) angebracht werden, deren Schenkel (2.2) Band (1) und Obermaterial (3) durchdringen sowie in Untermaterial (4) eindringen und deren Rücken (2.1) auf dem Band (2) aufliegt.
  6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß das Band (2) so aufgebracht wird, daß ein Teil des Bandes (1) über das Ober- und Untermaterial (3, 4) frei übersteht.
  7. Verfahren zum Lösen einer Klammerverbindung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß durch Abziehen des Bandes (1) von dem Obermaterial (3) die Klammerverbindung gelöst wird, wobei die Klammer (2) entweder vollständig aus dem Ober- und Untermaterial (3, 4) herausgezogen werden oder zumindest ein Schenkel (2.2) jeder Klammer (2) aus dem Ober- und Untermaterial (3, 4) herausgezogen wird.
  8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß das Band (2) entgegen der ursprünglichen Verarbeitungslinien abgezogen wird.
  9. Verfahren nach einem der Ansprüche 7 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß das Band beim Abziehen auf eine Aufrolleinheit gewickelt wird.
  10. Verfahren nach einem der Ansprüche 7 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Aufrolleinheit elektrisch angetrieben ist.
Es folgen 3 Blatt Zeichnungen






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