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Dokumentenidentifikation DE20319073U1 25.05.2005
Titel Kran, insbesondere Mobilkran
Anmelder Liebherr-Werk Ehingen GmbH, 89584 Ehingen, DE
Vertreter Rechts- und Patentanwälte Lorenz Seidler Gossel, 80538 München
DE-Aktenzeichen 20319073
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 25.05.2005
Registration date 21.04.2005
Application date from patent application 28.11.2003
IPC-Hauptklasse B66D 1/36

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft einen Kran, insbesondere einen Mobilkran, mit wenigstens einem Seil zum Heben einer Last sowie mit wenigstens einer Winde, auf die das Seil aufwickelbar ist.

Unter anderem im Bereich der Mobilkrane werden Winden mit Mehrlagenwicklung eingesetzt. Dabei kann die Anzahl der Lagen bis zu zehn betragen. Um eine gute Wickelqualität zu gewährleisten, ist es erforderlich, dass das Seil mit ausreichender Vorspannung aufgewickelt wird.

Der minimale Seilzug sollte 2,5 % der rechnerischen Seilbruchkraft nicht unterschreiten. Dies bedeutet, dass beispielsweise bei einem Seil mit 25 mm Durchmesser ein minimaler Seilzug von 14 kN erforderlich ist. Bei einer zehn-fachen Einscherung müsste die Hakenflasche somit 14 t wiegen, um die genannte Forderung zu erfüllen. Das Gewicht der Hakenflaschen ist jedoch durch die Forderung begrenzt, dass der Haken in jeder Auslegerstellung auf den Boden abgelassen werden kann. Jegliches Mehrgewicht über diese Forderung hinaus reduziert die Nutzlast.

Daraus ergibt sich in der Praxis, dass an der Seilwinde nur ein sehr geringer Seilzug vorhanden ist, der sich bei diesem Beispiel im Bereich von 1 kN bewegt. Das Aufwickeln des Seils mit zu geringem Seilzug kann sehr nachteilige Konsequenzen haben. Insbesondere bei der Demontage von Windkraftanlagen müssen Lasten in sehr großer Höhe übernommnen werden. In diesem Fall wird der Haken bis an die Auslegerspitze gezogen, wobei das Seil auf der Winde nur sehr locker aufgespult wird. Wird nun die Last übernommen, so können die locker gewickelten Seile in den unteren Lagen die hohe Seilzugkraft nicht aufnehmen und werden beim Anziehen der Last zur Seite weggedrückt. Die Folge davon ist, dass das hochbelastete Hubseil bis in die unteren Lagen durchgezogen wird. Die oberen Lagen schließen sich wieder, so dass unter Umständen auch ein Senken nicht mehr möglich ist.

Es ist daher die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, beim Aufwickeln des Seils auch im Leerhakenbetrieb eine gute Wickelqualität zu gewährleisten.

Diese Aufgabe wird durch einen Kran, insbesondere einen Mobilkran, mit den Merkmalen gemäß Anspruch 1 gelöst. Danach weist der Kran Mittel auf, durch die der Seilzug beim Aufwickeln des Seils auf die Winde steigerbar ist. Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.

Durch die erfindungsgemäßen Mittel lässt sich der Seilzug beim Aufwickeln des Seils auf die Winde gegenüber dem üblichen Betrieb ohne den Einsatz derartiger Mittel steigern, d. h. auch im Leerhakenbetrieb kann ein zur Erzielung einer guten Wickelqualität erforderlicher Seilzug erreicht werden. Damit lässt sich nicht nur beim Heben einer Last, sondern auch im Leerhakenbetrieb stets eine gute Wickelqualität erreichen, und die vorgenannten Nachteile einer mangelnden Wickelqualität, die unter Umständen dazu führen können, dass ein Senken nicht mehr möglich ist, vermeiden.

In bevorzugter Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass die Mittel zur Steigerung des Seilzuges einen Freilauf umfassen, mittels dessen die Mittel beim Abwickeln des Seils von der Winde ausschaltbar sind, so dass das Seil beim Senken frei laufen kann.

In bevorzugter Ausgestaltung der vorliegenden Erfindung umfassen die Mittel eine oder mehrere Winden, Rollen oder Kettentriebe, die beim Aufwickeln des Seils in eine Drehbewegung versetzt werden, wobei die Winden oder die Rollen oder die Kettentriebe mit Bremsmitteln in Verbindung stehen, die ein der Drehbewegung der Winden oder Rollen oder der Kettentriebe entgegengerichtetes Bremsmoment aufbringen. Auf diese Weise wird die zum Aufwickeln des Seils auf die Seilwinde benötigte Kraft gesteigert und ein zur Erzielung einer guten Wickelqualität erforderlicher Seilzug erreicht.

Bei den Bremsmitteln kann es sich um eine mechanisch wirkende Bremseinrichtung handeln. Diese kann öldurchspült sein, so dass die Wärme insbesondere über einen hydraulisch angetriebenen Ölkühler in die Luft abgegeben werden kann.

In bevorzugter Ausgestaltung der vorliegenden Erfindung ist es alternativ dazu vorgesehen, dass die Bremsmittel eine oder mehrere Pumpen aufweisen. Die Vernichtung der Energie kann somit auch über vorzugsweise hydraulische Pumpen erfolgen. Diese können druckseitig mit einem Ventil in Verbindung stehen, dessen Strömungswiderstand variabel ist. Dabei kann vorgesehen sein, dass der Strömungswiderstand dieses Ventils bei größerem Seilzug geringer ist als bei demgegenüber kleinerem Seilzug. Somit lässt sich der auf der Druckseite der Pumpen herrschende Druck und damit das Bremsmoment in Abhängigkeit vom Seilzug einstellen.

In weiterer Ausgestaltung der vorliegenden Erfindung ist eine mit dem Seil sowie mit dem Ventil in Verbindung stehende, verschieblich gelagerte Rolle vorgesehen, mittels deren vom Seilzug abhängiger Position der Strömungswiderstand des Ventils veränderbar ist. Die Rolle ist vorzugsweise federbelastet und drückt auf ein oder mehrere Seile. Dabei kann vorgesehen sein, dass bei einem Seilzug oberhalb eines bestimmten Grenzwertes der Strömungswiderstand des Ventils im wesentlichen auf Null zurückgeführt wird, so dass die Pumpen drucklos fördern.

In weiterer Ausgestaltung der vorliegenden Erfindung ist vorgesehen, dass das Ventil mit einer Druckleitung derart verschaltet ist, dass der durch das Ventil hervorgerufene Strömungswiderstand bei größerem in der Druckleitung herrschenden Druck größer ist als bei demgegenüber geringerem Druck. Der Strömungswiderstand des druckseitig vorgesehenen Ventils und somit der Förderdruck der Pumpen ist somit in Abhängigkeit von dem in der Druckleitung herrschenden Druck variierbar. Bei größerem Druck in der Druckleitung wird der Ölablauf der Pumpen gedrosselt, wodurch der Förderdruck und damit die Bremsleistung ansteigt.

Dabei ist vorzugsweise vorgesehen, dass der Druck in der Druckleitung ab einem bestimmten Seilzug begrenzt wird.

In weiterer Ausgestaltung der vorliegenden Erfindung ist eine bei Bewegung des Seils in eine Drehbewegung versetzte Rolle vorgesehen, die mit einer Pumpe in Verbindung steht, die bei Rotation der Rolle in die Druckleitung fördert.

Es können in weiterer Ausgestaltung der Erfindung eine Hydraulikzylindereinheit oder eine federbelastete Druckstange vorgesehen sein, die derart angeordnet sind, dass ein in dem Hydraulikzylinder der Hydraulikzylindereinheit geführter Kolben oder die Druckstange bei zunehmendem Seilzug einfährt.

Um den Druck in der Druckleitung zu begrenzen, kann ein Ventil vorgesehen sein, dass mit der Druckleitung in Verbindung steht und durch das der Druck in der Druckleitung im geöffneten Zustand des Ventils verringerbar ist.

Die Rolle kann derart verschieblich gelagert sein, dass deren Position vom Seilzug abhängt. Die Rolle oder der Hydraulikzylinder oder die federbelastete Druckstange können derart mit dem Ventil in Verbindung stehen, dass das Ventil bei einer vorgegebenen Position der Rolle oder des in dem Hydraulikzylinder geführten Kolbens oder der federbelasteten Druckstange öffnet. Bei der genannten Rolle kann es sich um die Rolle handeln, die die Pumpe antreibt. Jedoch ist zur Erfassung des Seilzuges auch eine andere Rolle einsetzbar, deren Position vom Seilzug anhängt.

Auf diese Weise kann erreicht werden, dass bei Überschreitung eines vorgegebenen Seilzuges von beispielsweise 20 kN der Druck in der Druckleitung entsprechend abgesenkt wird. Bei noch weiter ansteigendem Seilzug (beim Heben von Lasten) wird der Druck in der Druckleitung bis auf Null abgesenkt.

In bevorzugter Ausgestaltung der vorliegenden Erfindung ist wenigstens eine Kolben-Zylinder-Einheit vorgesehen, deren Kolben mit der oder den Rollen in Verbindung stehen. Der Zylinderraum der Kolbenzylindereinheit steht in bevorzugter Ausgestaltung der Erfindung mit der Druckleitung in Verbindung. Sobald ein bestimmter Druck in der Druckleitung vorliegt, werden mittels der Kolben-Zylinder-Einheiten die Rollen auf das Seil angedrückt, so dass genügend Reibung zwischen der Lauffläche und dem Seil vorhanden ist, um zu gewährleisten, dass bei der Bewegung des Seils die Pumpe bzw. die Pumpen angetrieben werden.

Vorzugsweise sind ein oder mehrere Paare von jeweils gegenüberliegend angeordneten Kolben-Zylinder-Einheiten vorgesehen.

In weiterer Ausgestaltung der Erfindung sind mehrere Rollen vorgesehen, die durch eine bei der Rotation der Rollen bewegten Kette miteinander verbunden sind, wobei die Pumpe oder die Pumpen mittels der Kette antreibbar sind.

In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung sind zwei sich gegenüberliegende Ketten vorgesehen, die über einen oder mehrere Hydraulikzylinder auf das Seil aufgedrückt werden. Der Vorteil dieser Ausführung ist die geringe Flächenpressung auf dem Seil.

Um bei stillstehendem Seil den Druck in der Druckleitung zügig abbauen zu können, ist in einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung vorgesehen, dass die Druckleitung eine Drosselblende aufweist.

Weitere Einzelheiten und Vorteile der Erfindung werden anhand eines in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiels näher erläutert.

Es zeigen:

1: eine schematische Seitenansicht eines Mobilkrans mit im Bereich der Auslegerspitze angeordneten Mitteln zur Steigerung des Seilzuges,

2: eine Detaildarstellung der im Bereich der Auslegerspitze gemäß 1 angeordneten, eine Spillwinde aufweisenden Mittel zur Steigerung des Seilzuges,

3: eine schematische Darstellung des Aufbaus der Mittel zur Steigerung des Seilzuges gemäß 2,

4: eine schematische Darstellung der Mittel zur Steigerung des Seilzuges in einer weiteren Ausführungsform;

5: eine Detaildarstellung zweier gegenüberliegend angeordneter Kolben-Zylinder-Einheiten mit daran angeordneten Rollen gemäß 4.

6: eine schematische Seitenansicht eines Kettentriebes zur Erhöhung des Seilzuges;

7, 8: Ansichten gemäß 6 mit entfernter Vorderwandung des Kettentriebes zur Darstellung der Ketten und

9: eine perspektivische Darstellung des Kettentriebes gemäß 6.

1 zeigt in einer schematischen Seitenansicht einen Mobilkran 10 mit einem Ausleger und einem Seil 20, das den Haken 32 trägt und das in seinem einem Endbereich auf die Seilwinde 30 gewickelt ist. Wie aus 1 weiter ersichtlich, sind im Bereich der Auslegerspitze Mittel zur Steigerung des Seilzuges beim Aufwickeln des Seils 20 vorgesehen, die im Folgenden als Seilbremse bezeichnet werden.

Die Seilbremse gemäß 1 ist vergrößert in 2 dargestellt. Sie besteht aus einer Spillwinde 40, um die das Seil 20 mehrfach geschlungen ist. Im vorliegenden Ausführungsbeispiel beträgt die Anfangszugkraft, um das Seil 20 auf der Spillwinde 40 zu spannen, ca. 1 kN und wird durch das Gewicht der Hakenflasche aufgebracht.

Auf der anderen Seite der Spillwinde 40, auf der das Seil 20 in Richtung der Seilwinde 30 läuft, kann die Bremskraft bis zu 20 kN betragen.

Wie aus 3 ersichtlich wird die Bremskraft durch zwei Hydraulikpumpen 60, 62 erzeugt, die an den Getrieben der Spillwinde 40 angeflanscht sind.

Die Pumpen 60, 62 saugen Öl aus einem integrierten Hydraulikbehälter. Auf der Druckseite der Pumpen ist ein geregeltes Überdruckventil 70 vorgesehen, mittels dessen der Druck auf der Druckseite der Pumpen 60, 62 in Abhängigkeit vom Seilzug geregelt wird.

Das Ventil 70 wird über die Rolle 42 gemäß 2 und 3 betätigt. Die Rolle 42 ist längsverschieblich ausgeführt und derart federbelastet, dass sie gegen das oder die Seile drückt.

Ist der Seilzug gering, wird mittels der Rolle 42 ein verhältnismäßig hoher Strömungswiderstand in dem Ventil 70 eingestellt. Daraus resultiert ein verhältnismäßig großes über die Pumpen 60, 62 auf die Spillwinde 40 übertragenes Bremsmoment, wodurch der Seilzug ansteigt. Das Überdruckventil 70 kann beispielsweise so eingestellt werden, dass es bei einem Seilzug von mehr als 2 t ganz öffnet, so dass die Pumpen 60, 62 drucklos in den Tank zurückfördern und keine Bremskraft aufbringen.

An die Pumpe 60 ist zusätzlich die Pumpe 68 angeflanscht, durch die ein Lüfter angetrieben wird, so dass die entstehende Wärme über den Ölkühler 69 in die Luft abgegeben werden kann.

Gemäß dem in 2 und 3 dargestellten Ausführungsbeispiel ist in Senkenrichtung bei beiden Pumpenantrieben vor dem Getriebe ein Freilauf vorgesehen, so dass in Senkenrichtung die Wirkungsgrade des Getriebes nicht maßgebend sind.

Um bei großen Seilzügen Verluste aus dem Antrieb der drucklos umlaufenden Pumpen 60, 62 zu vermeiden, ist zusätzlich in beiden Antrieben eine mechanische Lamellenkupplung vorgesehen, die durch einen in Abhängigkeit vom Seilzug betätigten Kabelmechanismus geöffnet werden kann.

Die 4 und 5 zeigen eine weitere Ausführungsform einer Seilbremse. Das Ausführungsbeispiel gemäß 4 unterscheidet sich zunächst gegenüber dem Ausführungsbeispiel gemäß 2 und 3 dadurch, dass das Seil 20 nur am einfachen Strang gebremst wird. Dadurch ergibt sich eine wesentlich leichtere Bauweise als bei der Ausführung gemäß 2, bei der die Kraft zwischen den beiden Spillwinden 40, z. B. bei 10 t Seilzug und 6-facher Einscherung, 60 t beträgt.

Die Seilbremse gemäß 4 weist Umlenkrollen 90, 92, auf wobei die obere Umlenkrolle 90 mit einer Pumpe 100 derart in Verbindung steht, dass die Pumpe 100 bei Rotation der Rolle 90 angetrieben wird. Der Antrieb der Pumpe 100 ist z. B. durch einen Freilauf so ausgelegt, dass im Senkenbetrieb die Pumpe 100 nicht angetrieben wird.

Wie aus 4 ersichtlich, wird das Seil 20 des Weiteren durch jeweils gegenüberliegende Paare von Rollen 50 geführt, die mit Kolben 124 von jeweils paarweise gegenüberliegend angeordneten Kolben-Zylinder-Einheiten 120 in Verbindung stehen. 5 zeigt eine Detaildarstellung zweier gegenüberliegend angeordneter Kolben-Zylinder-Einheiten 120, mit Kolben 124, Zylinderraum 122 und Rollen 50 mit Ritzeln 200, wobei zwischen den Rollen 50 das Seil 20 eingefasst ist.

Die Rollen 50 stehen über Ketten 140 miteinander in Verbindung, die bei Rotation der Rollen 50 bewegt werden. Jeweils eine der Ketten 140 treibt die Pumpen 64 bzw. 66 an. Die Pumpen 64, 66 stehen druckseitig mit dem Druckbegrenzungsventil 72 in Verbindung, das seinerseits mit der Druckleitung 80 der Pumpe 100 in Verbindung steht, wie dies durch den Anschluss „A" in 5 gekennzeichnet ist. Auf der Auslassseite des Ventils 72 befindet sich der Ölkühler 180.

Die Druckleitung 80 der Pumpe 100 steht mit den Zylinderräumen 122 der Kolben-Zylinder-Einheiten 120 in Verbindung. In der Druckleitung 80 ist ferner das Ventil 110 vorgesehen, mittels dessen der Druck in der Druckleitung 80 begrenzbar ist. Des Weiteren ist eine Drosselblende 150 sowie ein weiteres Überdruckventil 160 vorgesehen. Auf der Auslassseite des Überdruckventils 160 befindet sich die Pumpe 170, die den Ölkühlerantrieb bildet und die mit einem Lüfter zur Kühlung des Öls in Verbindung steht.

Die Rolle 90 ist längsverschieblich gelagert und wird mittels einer Feder in ihre obere Position gedrückt. Mit steigendem Seilzug des Seils 20 wird die obere Umlenkrolle 90 nach unten gedrückt. Bei einem vorgegebenen Seilzug wird mittels der oberen Umlenkrolle 90 das Ventil 110 geöffnet, so dass auf diese Weise der Druck in der Druckleitung 80 begrenzt wird bzw. bei weiter ansteigendem Seilzug durch eine angehängte Last vollständig entlastet wird.

Wie oben ausgeführt, wirkt der Druck der Pumpe 100 auf mehrere, sich gegenüberliegende einfach wirkende Zylinderräume 122, in denen Kolben 124 längsverschieblich geführt sind. Die Kolben 124 werden über eine Feder in ihre eingefahrene Stellung zurückgeholt. Mittels des in dem Zylinder 122 herrschenden Druckes werden die Rollen 50 auf das Seil 20 gedrückt. Jeweils die unteren und oberen Rollen 50 sind über eine Kette 140 miteinander verbunden, so dass die Pumpen 64 und 66 angetrieben werden können. Diese fördern Öl aus einem gemeinsamen Hydraulikbehälter über das regelbare Druck-Begrenzungsventil 72 und über einen Ölkühler 180 zum Tank.

Das Ventil 72 wird über den in der Druckleitung 80 herrschenden und durch die Pumpe 100 aufgebrachten Druck geregelt. Mit steigendem, in der Leitung 80 vorliegenden Druck steigt der Strömungswiderstand des Ventils 72 und somit die Bremswirkung der Pumpen 64 und 66.

Sobald die Pumpe 100 bei Bewegung der Umlenkrolle 90 fördert, d. h. Druck erzeugt und damit sichergestellt ist, dass die Rollen 50 auf das Seil 20 angedrückt sind und damit genügend Reibung zwischen der Lauffläche der Rollen 50 und dem Seil 20 vorhanden ist, um die Pumpen 64 und 66 antreiben zu können, wird der Ölablauf der Pumpen mittels des Ventils 72 gedrosselt, wodurch der Druck und damit die Bremsleistung ansteigt.

Sobald ausreichender Druck in der Druckleitung 80 vorhanden ist, wird das Überdruckventil 160 vor dem Ölkühlerantrieb 170 geöffnet, so dass der Ölkühler 180 betrieben wird.

Über die Drosselblende 150 wird sichergestellt, dass sich der Druck in den Zylinderräumen 122 der Kolben-Zylinder-Einheiten 120 bei stillstehendem Seil 20 nach kurzer Zeit abbauen kann, so dass sich die Rollen 50 vom Seil 20 ausreichend weit abheben, um ein ungehindertes Durchziehen des Seils 20 bei Montagevorgängen zu gewährleisten.

Die Funktionsweise der in 4 dargestellten Seilbremse gestaltet sich wie folgt:

Beim Heben des leeren Hakens ist die Umlenkrolle 90 mittels der Feder in ihre oberste Position gedrückt. Das Ventil 110 ist geschlossen, wie dies in 4 dargestellt ist. Sobald sich das Seil 20 bewegt, rotiert die Umlenkrolle 90 und treibt die Pumpe 100 an. Dadurch wird in der Druckleitung 80 ein steigender Druck erzeugt, was dazu führt, dass die Rollen 50 auf das Seil 20 gepresst werden. Mit zunehmendem Druck in der Druckleitung 80 wird über den Anschluss „A" der Strömungswiderstand des Ventils 72 erhöht, wodurch auch der Druck im Bremssystem steigt. Dadurch wird der Seilzug an der Winde 30 erhöht, bis die Umlenkrolle 90 soweit nach unten gedrückt wird, bis das Ventil 110 öffnet und auf diese Weise den Druck im System begrenzt. Dies ist beispielsweise bei einem Seilzug von 20 kN der Fall.

Ist beim Ziehen einer Last der Seilzug größer als 20 kN, so wird mittels der Umlenkrolle 90 das Ventil 110 vollständig geöffnet, so dass die Pumpe 100 drucklos in den unterhalb des Ventils dargestellten Tank fördert. In diesem Zustand werden die Rollen 50 nicht auf das Seil gepresst, da in den Zylinderräumen 122 kein Druck vorliegt. Die Kolben 124 werden mittels der Federn in ihre eingefahrene Stellung zurückbewegt.

Dadurch, dass die Pumpe 100 ohne Getriebe direkt an der Umlenkrolle 90 angeflanscht ist, entstehen keine Getriebeleerlaufverluste, wodurch die zusätzliche Last, die sich zur Hublast addiert, nur sehr gering ist.

Beim Senken des Leerhakens wird die Pumpe 100 durch den vorhandenen Freilauf nicht angetrieben. Damit werden auch in diesem Fall die Kolben-Zylinder-Einheiten 120 nicht betätigt, d h. das Seil 20 kann frei durch die Rollensätze durchlaufen.

Gemäß der in 4 dargestellten Ausführungsform ist es möglich, anstelle von mehreren Anpressrollen 50 beidseitig ein Kettenlaufwerk einzusetzen, so dass die Belastung auf dem Seil 20 nicht punktuell durch Rollen 50, sondern gleichmäßig erfolgt.

Eine derartige Ausgestaltung der Erfindung ergibt sich aus 6 bis 9. Diese Darstellungen zeigen in unterschiedlichen Ansichten zwei sich gegenüberliegende über Ritzel geführte Ketten 52, zwischen denen das Seil 20 läuft. Um die Ketten 52 auf das Seil 20 aufdrücken zu können, sind Kolben-Zylinder-Einheiten 120' vorgesehen, deren Zylinderräume mit der Druckleitung 80 gemäß 4 in Verbindung stehen. Bei ausreichendem Druck in den Zylinderräumen werden die Ketten 52 mittels der Kolben-Zylinder-Einheiten 120' auf das Seil 20 gedrückt.

Wie aus den 6 bis 9 weiter ersichtlich befindet sich der Kettentrieb zwischen zwei Umlenkrollen 93, 93', von denen die jeweils rechts dargestellte Rolle 93 ortsfest angeordnet ist. Die linke Umlenkrolle 93' steht mit einer schwenkbar gelagerten Hydraulikzylindereinheit 94 in Verbindung. Bei zunehmendem Seilzug wird der an beiden Umlenkrollen 93, 93' angelenkte Kettentrieb gegen den Uhrzeigersinn verschwenkt und die Umlenkrolle 93' auf die Hydraulikzylindereinheit 94 zubewegt, wodurch ein in der Hydraulikzylindereinheit 94 vorgesehener Kolben eingeschoben wird. Anstelle einer Hydraulikzylindereinheit kann beispielsweise auch eine federbelastete Druckstange zum Einsatz kommen.

Durch das Einfahren des Kolbens bzw. einer Druckstange wird das in 4 dargestellte Ventil 110 betätigt, was zu der oben beschriebenen Begrenzung des Druckes im System führt. Das Öffnen des Ventils 110 kann beispielsweise bei einem Seilzug von 20 kN erfolgen.

Die vorliegende Erfindung bringt den Vorteil mit sich, dass auch im Leerhakenbetrieb stets eine gute Wickelqualität erreichbar ist. Darüber hinaus ergibt sich als Vorteil, dass die Seilbremse keinen Steuerungsaufwand benötigt und nur eingebolzt werden muss.


Anspruch[de]
  1. Kran, insbesondere Mobilkran (10), mit wenigstens einem Seil (20) zum Heben einer Last sowie mit wenigstens einer Winde (30), auf die das Seil (20) aufwickelbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass der Kran Mittel aufweist, durch die der Seilzug beim Aufwickeln des Seils (20) auf die Winde (30) steigerbar ist.
  2. Kran nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Mittel zur Steigerung des Seilzuges einen Freilauf umfassen, mittels dessen die Mittel beim Abwickeln des Seils (20) von der Winde (30) ausschaltbar sind.
  3. Kran nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Mittel eine oder mehrere Winden (40), Rollen (50) oder Kettentriebe (52) umfassen, die beim Aufwickeln des Seils (20) in eine Drehbewegung versetzt werden, wobei die Winden (40), Rollen (50) oder die Kettentriebe (52) mit Bremsmitteln in Verbindung stehen, die ein der Drehbewegung der Winden (40), Rollen (50) oder der Kettentriebe (52) entgegengerichtetes Bremsmoment aufbringen.
  4. Kran nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass es sich bei dem Bremsmittel um eine mechanisch wirkende Bremseinrichtung handelt.
  5. Kran nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Bremseinrichtung öldurchspült ist.
  6. Kran nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Bremsmittel eine oder mehrere Pumpen (60, 62, 64, 66) umfasst.
  7. Kran nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Pumpe oder die Pumpen (60, 62, 64, 66) druckseitig mit einem Ventil (70, 72) in Verbindung stehen, dessen Strömungswiderstand variabel ist.
  8. Kran nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Strömungswiderstand des Ventils (70, 72) bei größerem Seilzug geringer ist als bei demgegenüber kleinerem Seilzug.
  9. Kran nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass eine mit dem Seil (20) sowie mit dem Ventil (70) in Verbindung stehende, verschieblich gelagerte Rolle (42) vorgesehen ist, mittels deren vom Seilzug abhängiger Position der Strömungswiderstand des Ventils (70) veränderbar ist.
  10. Kran nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Ventil (72) mit einer Druckleitung (80) derart verschaltet ist, dass der durch das Ventil (72) hervorgerufene Strömungswiderstand bei größerem in der Druckleitung (80) herrschenden Druck größer ist als bei demgegenüber geringerem Druck.
  11. Kran nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass eine bei Bewegung des Seils (20) in eine Drehbewegung versetzte Rolle (90) vorgesehen ist, die mit einer Pumpe (100) in Verbindung steht, die bei Rotation der Rolle (90) in die Druckleitung (80) fördert.
  12. Kran nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass eine Hydraulikzylindereinheit (94) oder eine federbelastete Druckstange vorgesehen ist, die derart angeordnet sind, dass ein in dem Hydraulikzylinder der Hydraulikzylindereinheit (94) geführter Kolben oder die Druckstange bei zunehmendem Seilzug einfährt.
  13. Kran nach einem der Ansprüche 10 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass ein Ventil (110) vorgesehen ist, das mit der Druckleitung (80) in Verbindung steht und durch das der Druck in der Druckleitung (80) im geöffneten Zustand des Ventils (110) verringerbar ist.
  14. Kran nach Anspruch 11 und 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Rolle (90) derart verschieblich gelagert ist, dass deren Position vom Seilzug abhängt, wobei die Rolle (90) derart dem Ventil (110) in Verbindung steht, dass das Ventil (110) bei einer vorgegebenen Position der Rolle (90) öffnet.
  15. Kran nach Anspruch 12 und 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Hydraulikzylindereinheit (94) oder die federbelastete Druckstange derart mit dem Ventil (110) in Verbindung steht, dass das Ventil (110) bei einer vorgegebenen Position des in dem Hydraulikzylinder der Hydraulikzylindereinheit (94) geführten Kolbens oder der federbelasteten Druckstange öffnet.
  16. Kran nach einem der Ansprüche 3 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens eine Kolben-Zylinder-Einheit (120) vorgesehen ist, deren Kolben (124) mit der oder den Rollen (50) in Verbindung steht.
  17. Kran nach Anspruch 16 sowie nach einem der Ansprüche 10 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass der Zylinderraum (122) der Kolben-Zylinder-Einheit (120) mit der Druckleitung (80) in Verbindung steht.
  18. Kran nach Anspruch 16 oder 17, dadurch gekennzeichnet, dass ein oder mehrere Paare von jeweils gegenüberliegend angeordneten Kolben-Zylinder-Einheiten (120) vorgesehen sind.
  19. Kran nach einem der Ansprüche 3 bis 18, dadurch gekennzeichnet, dass mehrere Rollen (50) vorgesehen sind, die durch eine bei einer Rotation der Rollen (50) bewegte Kette (140) miteinander verbunden sind, wobei die Pumpe oder die Pumpen (64, 66) mittels der Kette (140) antreibbar sind.
  20. Kran nach einem der Ansprüche 3 bis 19, dadurch gekennzeichnet, dass zwei sich gegenüberliegende Ketten (52) vorgesehen sind, die über einen oder mehrere Kolben-Zylinder-Einheiten (120') auf das Seil aufgedrückt werden.
  21. Kran nach einem der Ansprüche 10 bis 20, dadurch gekennzeichnet, dass die Druckleitung (80) eine Drosselblende (150) aufweist, mittels derer der in der Druckleitung (80) herrschende Druck bei stillstehendem Seil (20) abbaubar ist.
Es folgen 6 Blatt Zeichnungen






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