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Dokumentenidentifikation DE202004019289U1 02.06.2005
Titel Dreidimensionales Dekorelement
Anmelder Halm, Klaus, 49163 Bohmte, DE
Vertreter Busse & Busse Patentanwälte, 49084 Osnabrück
DE-Aktenzeichen 202004019289
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 02.06.2005
Registration date 28.04.2005
Application date from patent application 14.12.2004
IPC-Hauptklasse E04C 1/40
IPC-Nebenklasse E04C 1/39   E06B 3/70   E04F 19/04   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein dreidimensionales Dekorelement mit einer Ansichtsfläche.

Derartige Dekorelemente sind insbesondere als Dekorleisten im Übergangsbereich von Wänden zur Decke bekannt. Die Dekorelemente werden dabei preislich abfallend aus Marmor, Gips, Polyurethan, Hartpolystyrol oder Weichpolystyrol hergestellt. Mit der Abnahme des Preises geht jedoch auch eine Abnahme der Qualität einher. Zudem sind die Dekorelemente aus Kunststoff weniger umweltfreundlich.

Es ist daher Aufgabe der Erfindung, Dekorelemente der eingangs genannten Art mit einer guten Qualität trotz geringer Herstellungskosten bereitzustellen, die zudem umweltfreundlicher als herkömmliche Dekorelemente aus Kunststoff sind.

Die Erfindung löst diese Aufgabe durch ein Dekorelement mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1.

Das Dekorelement weist einen Grundkörper aus im wesentlichen cellulosehaltigem Fasermaterial auf, das mit einem Grundkörperbindemittel vernetzt ist. Zusätzlich weist das Dekorelement eine Veredelungsschicht auf, die zumindest die Ansichtsfläche des Dekorelements bedeckt. Der Grundkörper ist kostengünstig herzustellen und bildet einen stabilen dreidimensionalen Körper als Basis des Dekorelements. Mit Hilfe der Veredelungsschicht wird eben die Oberfläche des Grundkörpers optisch veredelt, die dem Betrachter des z.B. im Wohnraum eingebauten Dekorelements zugewandt ist. Das cellulosehaltige Fasermaterial ist sehr umweltfreundlich, da dieses aus nachwachsenden Rohrstoffen gewonnen wird und zudem biologisch abbaubar ist. Insgesamt ist ein derartiges Dekorelement in einfacher Weise aus kostengünstigen Materialien herzustellen und erfüllt trotz geringerer Herstellungskosten den ihm zugedachten Zweck weitaus besser als herkömmliche Dekorelemente aus reinem Kunststoff. Dadurch, daß der Grundkörper aus cellulosehaltigem Fasermaterial gebildet ist, entstehen auch bei einem etwaigen Brand wesentlich weniger gesundheitsschädliche Gase. Diese Eigenschaft rückt bei Baumaterialien zunehmend in den Vordergrund.

Das Dekorelement ist bevorzugt als Dekorprofil ausgebildet und wird als solches im Wohninnenraum im Übergangsbereich von Wänden zur Decke angebracht, um eine aufwendige Stuckarbeit zu imitieren. Ebenso kann das Dekorelement jedoch auch als Paneel, insbesondere Türpaneel, ausgebildet sein. Dieses wird dann auf herkömmlichen Türen fixiert und erweckt beim Betrachter der Tür den Eindruck einer aufwendigen Tischlerarbeit.

In einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung wird das cellulosehaltige Fasermaterial zumindest teilweise von zerkleinertem Altpapier und/oder Holzschliff gebildet. Das zerkleinerte Material wird dabei zu einem wässrigen, im Falle von Altpapier als Ausgangsmaterial als Papierpulpe bezeichneten Brei verarbeitet, der mit dem Grundkörperbindemittel vermengt und in die gewünschte dreidimensionale Form des Dekorelements gepreßt wird.

Das Grundkörperbindemittel enthält in einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung Lignin. Die Mischung aus cellulosehaltigem Fasermaterial und Grundkörperbindemittel wird dabei auf etwa 170°C erhitzt. Die dabei entstehende zähflüssige Mischung wird in Formteile gepreßt und dort ausgehärtet. Als Grundkörperbindemittel kann jedoch auch gewöhnlicher Kleister, z.B. Tapetenkleister, verwendet werden. Eine erhöhte Temperatur während der Herstellung des Grundkörpers ist dann nicht erforderlich.

Der Grundkörper weist vorzugsweise eine Oberflächenporosität auf, in die das Material der Veredelungsschicht und/oder ein zwischen dem Grundkörper und der Veredelungsschicht befindlicher Klebstoff zumindest bereichsweise eingedrungen ist. Hierdurch wird eine sehr gute Haftung der Veredelungsschicht auf dem Grundkörper erreicht.

Die mit der Veredelungsschicht versehene Ansichtsfläche weist bevorzugt eine glattere Oberfläche auf als eine rückwärtige und/oder seitliche Befestigungsfläche zur Fixierung des Dekorelements. Durch die rauhere Oberfläche der Befestigungsfläche wird erreicht, daß insbesondere ein auf der Befestigungsfläche aufgebrachter Klebstoff besser haftet. Die glatte und bevorzugt gleichmäßig ausgebildete Ansichtsfläche unterstützt den exklusiven Eindruck, den das Dekorelement an seinem Bestimmungsort beim Betrachter erweckt. Selbstverständlich kann die mit der Veredelungsschicht versehene Ansichtsfläche auch den Eindruck einer Stuckarbeit imitieren.

In einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung enthält die Veredelungsschicht eine Farbschicht. Diese kann als Sprühfarbe auf den Grundkörper aufgesprüht werden oder der Grundkörper wird zur Bildung der Farbschicht in eine Farbe eingetaucht. Die Farbschicht enthält vorzugsweise einen Dispersionsfarbstoff oder auch einen Pigmentfarbstoff und insbesondere einen organischen Pigmentfarbstoff. Die Partikelgröße dieses Pigmentfarbstoffs liegt dabei bevorzugt zwischen 0,15 &mgr;m und 0,3 &mgr;m. Durch diese außergewöhnlich kleine Partikelgröße der Pigmente ist die Deckkraft der Farbschicht erheblich erhöht. Gleichzeitig ist das Versprühen der Farbe deutlich verbessert. Mit Vorteil enthält die Farbschicht ein wasserlösliches Polymer als Bindemittel.

In einer besonderen Ausgestaltung der Efindung enthält die Farbschicht ein Wachs, vorzugsweise ein mikronisiertes Polyethylenwachs. Der Wachsanteil in der Farbe liegt dabei bevorzugt zwischen 0,1 Gew.-% und 2 Gew.-% und beträgt insbesondere 0,5 Gew.-%. Durch den Wachsanteil dringt weniger Farbe in den Grundkörper ein. Hierdurch wird verhindert, daß das cellulosehaltige Fasermaterial aufquillt und dadurch die Oberfläche des Grundkörpers nachteilig beeinflußt. Zudem wird durch den Wachsanteil eine zusätzliche Glättung der Oberfläche der Farbschicht erzielt. Auch der Glanz der Farbschicht wird durch den Wachsanteil erhöht, so daß teils sogar ein Endanstrich erspart werden kann.

Auf der Farbschicht können zumindest bereichsweise eine oder mehrere weitere Farbschichten aufgebracht werden. Hierdurch kann das äußere Erscheinungsbild der mit der Veredelungsschicht versehenen Ansichtsfläche individuell variiert werden.

In einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung enthält die Veredelungsschicht Gips. Dabei besteht die Veredelungsschicht bevorzugt vollständig aus Gips und wird z.B. durch Tauchen des Dekorelements in ein Gipsbad oder durch Aufsprühen einer Gipsschicht auf die Ansichtsfläche aufgetragen. Das Dekorelement erhält damit insgesamt den Anschein, vollständig aus Gips hergestellt zu sein. Ist jedoch gegenüber einer Stuckarbeit aus Gips deutlich günstiger herzustellen.

Die Veredelungsschicht kann auch ein Polyurethan und/oder ein Polystyrol und/oder ein Polyvinylchlorid enthalten oder vollständig aus einem dieser Kunststoffe bestehen. Die Veredelungsschicht läßt sich in diesen Fällen kostengünstig herstellen und haftet gut an dem Grundkörper.

Die Veredelungsschicht besteht in einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung aus einem Überzug, insbesondere mit einer Dicke von 0,1 mm bis 3 mm. Der Überzug wird entweder auf den Grundkörper aufgetragen bzw. der Grundkörper wird in ein das Material der Veredelungsschicht enthaltenes Bad eingetaucht oder der Überzug wird als fertiges Vorprodukt auf dem Grundkörper fixiert, insbesondere aufgeklebt.

Alternativ zum Überzug kann die Veredelungsschicht auch von einer Dekorfolie gebildet werden, die insbesondere eine Dicke von 5 &mgr;m bis 100 &mgr;m aufweist. Durch die sehr dünne Ausbildung der Dekorfolie wird Material gespart, so daß das damit hergestellte Dekorelement insgesamt kostengünstiger herzustellen ist.

Weitere Einzelheiten und Vorteile der Erfindung sind den Unteransprüchen und den schematisch dargestellten Ausführungsbeispielen entnehmbar, die nachfolgend beschrieben werden; es zeigen:

1 ein erfindungsgemäßes Dekorelement ausgebildet als Dekorprofil in dreidimensionaler Darstellung und

2 der Gegenstand aus 1 im Schnitt nach der Linie II–II, in einer Raumecke befestigt.

1 und 2 zeigen ein erfindungsgemäßes Dekorelement 2, das als Dekorprofil ausgebildet ist. Das Dekorelement 2 weist einen Grundkörper 4 auf, der eine Ansichtsfläche 6 und zwei Befestigungsflächen 8, 10 hat. Die Ansichtsfläche 6 ist von einer Veredelungsschicht 12 bedeckt. Die Ansichtsfläche 6 bzw. die Veredelungsschicht 12 ist am Bestimmungsort des Dekorelements 2, z.B. im Übergangsbereich einer Wand 14 zu einer Decke 16 im Wohninnenraum 18, dem Wohninnenraum 18 zugewandt. Die Befestigungsflächen 8, 10 sind hingegen der Wand 14 oder der Decke 16 zugewandt.

Die Befestigungsflächen 8, 10 liegen bevorzugt in senkrecht aufeinander stehenden Ebenen und flankieren eine Materialaussparung des Grundkörpers 4. Die Lage der Materialaussparung ist in den Figuren durch einen Pfeil 20 veranschaulicht. Die Materialaussparung vereinfacht das Befestigen der Dekorleiste 2 bei leicht gerundeten Übergängen zwischen Wand 14 und Decke 16, wie dies häufig anzutreffen ist. Die Befestigungsflächen 8, 10 können jedoch auch derart angeordnet sein, daß sie sich berühren. Dies ist in den Figuren jedoch nicht dargestellt.


Anspruch[de]
  1. Dreidimensionales Dekorelement mit einer Ansichtsfläche (6), dadurch gekennzeichnet, daß das Dekorelement (2) einen Grundkörper (4) aus im wesentlichen cellulosehaltigem Fasermaterial, das mit einem Grundkörperbindemittel vernetzt ist, und eine Veredelungsschicht (12) aufweist, die zumindest die Ansichtsfläche (6) bedeckt.
  2. Dekorelement nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Dekorelement (2) als Dekorprofil ausgebildet ist.
  3. Dekorelement nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Dekorelement (2) als Paneel, insbesondere als Türpaneel, ausgebildet ist.
  4. Dekorelement nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das cellulosehaltige Fasermaterial zumindest teilweise von zerkleinertem Altpapier gebildet wird.
  5. Dekorelement nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das cellulosehaltige Fasermaterial zumindest teilweise von entwässertem Holzschliff gebildet wird.
  6. Dekorelement nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß daß das Grundkörperbindemittel im wesentlichen Lignin enthält.
  7. Dekorelement nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Grundkörper (4) eine Oberflächenporosität aufweist, in die das Material der Veredelungsschicht (12) zumindest bereichsweise eingedrungen ist.
  8. Dekorelement nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die mit der Veredelungsschicht (12) versehene Ansichtsfläche (6) eine glattere Oberfläche als eine rückwärtige und/oder seitliche Befestigungsfläche (8, 10) aufweist.
  9. Dekorelement nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Veredelungsschicht (12) eine Farbschicht enthält.
  10. Dekorelement nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Farbschicht einen Pigmentfarbstoff, insbesondere organischen Pigmentfarbstoff, enthält.
  11. Dekorelement nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Partikelgröße des Pigmentfarbstoffs zwischen 0,15 &mgr;m und 0,3 &mgr;m liegt.
  12. Dekorelement nach einem der Ansprüche 9 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß die Farbe einen Dispersionsfarbstoff enthält.
  13. Dekorelement nach einem der Ansprüche 9 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß die Farbschicht ein wasserlösliches Polymer als Bindemittel enthält.
  14. Dekorelement nach einem der Ansprüche 9 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß die Farbschicht ein Wachs, vorzugsweise ein mikronisiertes Polyethylenwachs, enthält.
  15. Dekorelement nach einem der Ansprüche 9 bis 14, dadurch gekennzeichnet, daß auf der Farbschicht zumindest bereichsweise wenigstens eine weitere Farbschicht aufgebracht ist.
  16. Dekorelement nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Veredelungsschicht (12) Gips enthält.
  17. Dekorelement nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Veredelungsschicht (12) ein Polyurethan enthält.
  18. Dekorelement nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Veredelungsschicht (12) ein Polystyrol enthält.
  19. Dekorelement nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Veredelungsschicht (12) ein Polyvinylchlorid enthält.
  20. Dekorelement nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Veredelungsschicht (12) aus einem Überzug, inbesondere mit einer Dicke von 0,1 mm bis 3 mm, besteht.
  21. Dekorelement nach einem der Ansprüche 1 bis 20, dadurch gekennzeichnet, daß die Veredelungsschicht (12) von einer Dekorfolie, insbesondere mit einer Dicke von 5 &mgr;m bis 100 &mgr;m, gebildet wird.
Es folgt ein Blatt Zeichnungen






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