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Dokumentenidentifikation DE10351918A1 09.06.2005
Titel Sicherheitsvorrichtung für einen Kindersitz in einem Fahrzeug
Anmelder Volkswagen AG, 38440 Wolfsburg, DE
Erfinder Gevers, Dennis, 38106 Braunschweig, DE;
Wykowski, Ellen, Dr., 39116 Magdeburg, DE;
Sinnhuber, Ruprecht, 38518 Gifhorn, DE
DE-Anmeldedatum 07.11.2003
DE-Aktenzeichen 10351918
Offenlegungstag 09.06.2005
Veröffentlichungstag im Patentblatt 09.06.2005
IPC-Hauptklasse B60N 2/26
Zusammenfassung Es wird eine Sicherheitsvorrichtung für einen Kindersitz in einem Fahrzeug mit zumindest einem Fangelement vorgeschlagen, welches etwa oberhalb der Oberschenkel eines in dem Kindersitz sitzenden Kindes angeordnet ist, wobei das Fangelement bewegbar mit dem Kindersitz verbunden ist, sodass im Fall einer Verzögerung des Fahrzeuges eine auf das Kind gerichtete Bewegung des Fangelements ausführbar ist, und wobei das Fangelement mit einer Halteeinrichtung gekoppelt ist, welche die auf das Kind gerichtete Bewegung des Fangelements im Fall einer Verzögerung des Fahrzeuges durch eine Vorverlagerung des Kindersitzes und/oder durch eine Vorverlagerung des Kindes einleitet.

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft eine Sicherheitsvorrichtung für einen Kindersitz in einem Fahrzeug mit zumindest einem Fangelement, welches etwa oberhalb der Oberschenkel eines in dem Kindersitz sitzenden Kindes angeordnet ist, wobei das Fangelement bewegbar mit dem Kindersitz verbunden ist, sodass im Fall einer Verzögerung des Fahrzeuges eine auf das Kind gerichtete Bewegung des Fangelements ausführbar ist.

Aus den Druckschriften DE 26 35 094, DE 43 34 324 und US 4,159,127 sind Insassen-Sicherheitsvorrichtungen in Kraftfahrzeugen bekannt. Insbesondere für Kinder sind derartige Sicherheitsvorrichtungen, wie z. B. Kindersitze und entsprechende Gurtanbindungen, besonders wichtig, um Verletzungen bei den Kindern zu vermeiden. Übliche Kindersitze sind beispielsweise auf der hinteren Sitzanordnung in einem Fahrzeug durch den an dieser Sitzanordnung vorgesehenen Sicherheitsgurt befestigbar. Durch eine starke Verzögerung des Fahrzeuges, z. B. während eines Frontalcrashs des Fahrzeuges, kann das Kind in dem Kindersitz nach vorne, also in Fahrzeugrichtung, beschleunigt werden. Um zu verhindern, dass das Kind z. B. mit seinem Kopf auf seine Beine bei einem Crash auftrifft, sind Sicherheitsvorrichtungen für den Kindersitz bekannt, bei denen ein Fangelement etwa oberhalb der Oberschenkel eines in dem Kindersitz sitzenden Kindes angeordnet ist.

Ferner ist aus der Druckschrift DE 25 51 843 eine weitere Sicherheitsvorrichtung für Personen in Kraftfahrzeugen mit einem die zu sichernde Person beim Unfall zurückhaltenden Fangkörper bekannt. Bei der bekannten Sicherheitsvorrichtung ist der Fangkörper schwenkbar ausgebildet, wobei der Fangkörper in einer Normalsituation in Bauchhöhe vor der zu sichernden Person angeordnet und in einer Unfallsituation aus der horizontalen Lage aufwärts in eine ansteigende Schräglage schwenkbar ist.

Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Sicherheitsvorrichtung für einen Kindersitz der eingangs genannten Gattung vorzuschlagen, welche möglichst einfach aufgebaut ist und bei der das Sicherheitspotential weiter erhöht wird, indem die Bewegung bzw. die Nickbewegung des Kinderkörpers im Fall einer erheblichen Verzögerung des Fahrzeuges bzw. in einer Unfallsituation weiter eingeschränkt bzw. vermieden wird.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale des Patentanspruchs 1 gelöst. Weitere Vorteile und vorteilhafte Ausgestaltungen ergeben sich aus den Unteransprüchen.

Durch die vorliegende Erfindung kann eine Sicherheitsvorrichtung für einen Kindersitz in einem Fahrzeug mit zumindest einem Fangelement vorgeschlagen werden, welches etwa oberhalb der Oberschenkel eines in dem Kindersitz sitzenden Kindes angeordnet und bewegbar mit dem Kindersitz verbunden ist, sodass im Fall einer Verzögerung des Fahrzeuges eine auf das Kind gerichtete Bewegung des Fangkörpers bzw. Fangelements vorgesehen ist, wobei das Fangelement oder dergleichen mit einer Halteeinrichtung gekoppelt ist, welche die auf das Kind gerichtete Bewegung des Fangkörpers im Fall einer Verzögerung des Fahrzeuges durch eine Vorverlagerung des Kindersitzes und/oder durch eine Vorverlagerung des Kindes einleitet. Auf diese Weise kann bei der erfindungsgemäßen Sicherheitsvorrichtung die aktive Halteeinrichtung eine Kinematik bei dem Fangelement auslösen, sodass eine Beschleunigung des Kindes während einer Unfallsituation noch schneller eingeschränkt werden kann, um Verletzungen zu vermeiden, da der freie Abstand zwischen dem Kind und dem Fangelement, insbesondere bei einem Frontalaufprall des Fahrzeuges, reduziert wird. Durch die verwendete Halteeinrichtung kann die Kinematik des Fangelements besonders einfach bei der erfindungsgemäßen Sicherheitsvorrichtung realisiert werden, ohne dass aufwendige Verbindungskonstruktionen erforderlich sind.

Ein weiterer Vorteil der erfindungsgemäßen Sicherheitsvorrichtung liegt darin, dass auch die Abstützfläche für den Körper und den Kopf des Kindes begrenzt wird, um Nickbewegungen zu vermeiden. Folglich wird durch ein kraftbegrenztes Nachgeben und Deformieren, insbesondere des Fangelementes, die Bewegungsenergie des Kindes bei einer auftretenden Verzögerung des Fahrzeuges in vorteilhafter Weise abgebaut bzw. reduziert, um den Oberkörper des Kindes insgesamt zu einem früheren Zeitpunkt während des Unfalles zu verzögern.

Vorzugsweise kann das zumindest gepolsterte Fangelement über die Halteeinrichtung gehalten werden, wobei die Halteeinrichtung zumindest seitliche Abstützungen oder dergleichen zum Halten des Fangelements und wenigstens ein Rückhalteelement umfasst. Es ist jedoch auch möglich, dass das Fangelement einen anderen konstruktiven Aufbau aufweist, um die vorgenannten Funktionen der erfindungsgemäßen Sicherheitsvorrichtung weiter zu verbessern.

Im Rahmen einer vorteilhaften Weiterbildung der vorliegenden Erfindung kann vorgesehen sein, dass die seitlichen Abstützungen an dem Kindersitz befestigt sind. Bei dieser Ausgestaltung kann die Halteeinrichtung wenigstens ein Rückhalteelement zum Übertragen der Rückhaltekräfte aufweisen, wobei bevorzugt zumindest ein Band und/oder wenigstens ein Stangenelement oder dergleichen als Rückhalteelement vorgesehen sind. Somit kann das Fangelement mit den Rückhalteelementen fahrzeugseitig z. B. am Fahrzeugsitz oder an einer anderen beliebigen Position im Innenraum des Fahrzeuges befestigt werden. Beispielsweise kann der Kindersitz an den sogenannten Isofixpunkten am Fahrzeug befestigt werden. Bei einer Unfallsituation bzw. bei einer starken Verzögerung des Fahrzeuges kann durch die Vorverlagerung und Kippbewegung des Kindersitzes dieser nach vorne bewegt und nach unten gedreht werden. Aus dieser Vorverlagerung entsteht eine Relativbewegung zwischen dem Kindersitz und dem Fahrzeugsitz, wobei die Halteeinrichtung eine Rotation des Fangelementes in vorteilhafter Weise einleiten kann. Als Rückhalteelemente können statt der Bänder und der Stangen auch andere Elemente verwendet werden.

Eine andere mögliche Weiterbildung der Erfindung kann vorsehen, dass die seitlichen Abstützungen fahrzeugseitig z. B. an dem jeweiligen Fahrzeugsitz oder an dem Fahrzeugaufbau befestigt sind. Bei dieser Variante der Erfindung kann vorgesehen sein, dass wenigstens ein Stangenelement zum gelenkigen Befestigen des Fangelements an den Abstützungen vorgesehen ist. Vorzugsweise können an jeder Abstützung zwei Stangenelemente angeordnet sein. Bei dieser alternativen Ausgestaltung wird die auf das Kind gerichtete Bewegung des Fangkörpers im Fall einer Verzögerung des Fahrzeuges insbesondere bei einer Vorverlagerung des Kindes eingeleitet.

Im Rahmen einer nächsten Weiterbildung kann die Halteeinrichtung zumindest eine Schienenführung oder dergleichen aufweisen, um das Fangelement an den Abstützungen bewegbar anzuordnen. Zusätzlich oder alternativ kann die Halteeinrichtung zumindest eine Schienenführung aufweisen, um den Kindersitz bewegbar an dem Fahrzeugsitz zu befestigen, wobei die zuletzt genannte Schienenführung vorzugsweise einerseits fahrzeugseitig an den Gurtbefestigungspunkten und andererseits an dem Kindersitz befestigt ist. Es sind jedoch auch andere Verbindungskonstruktionen denkbar.

Besonders vorteilhaft ist es bei der vorgenannten Ausgestaltung, wenn die Schienenführung eine Kraftbegrenzungseinrichtung oder dergleichen zum Begrenzen der Relativbewegung zwischen dem Fahrzeugsitz und dem Kindersitz aufweist. Auf diese Weise kann das Kind noch schonender bei einem Crash abgebremst werden, so dass Verletzungen vermieden werden. Die Kraftbegrenzungseinrichtung kann als Kolbenzylindereinheit ausgebildet sein und einen Airbag des Fangelements betätigen.

Eine weitere Ausführungsform der vorliegenden Erfindung kann vorsehen, dass das Fangelement an dem dem Kind zugewandten Bereich zumindest einen Airbag oder dergleichen als Polsterung aufweist. Als Airbag kann auch ein sogenannter Mehrkammer-Airbag mit z. B. Schnur- oder Mehrstufengeneratoren verwendet werden. Dieser Airbag hat den Vorteil, dass er aufgrund des geringen Gewichts die angekoppelte Masse des Fangelements reduziert. Beispielsweise kann je eine Kammer z. B. für den Kopf-, für den Brust- und für den Oberschenkelbereich verwendet werden. Es ist auch denkbar, dass die Kopfbeschleunigung in Z-Richtung mit einem weiteren Airbag minimiert wird. Die zum Aufblasen des jeweiligen Airbags in dem Fangelement vorgesehene Einheit kann z. B. als Kolbenzylindereinheit ausgebildet sein, welche in der als Verbindung zwischen dem Fahrzeugsitz und dem Kindersitz vorgesehenen Schiene eingebaut sind. Diese Einheit kann dann einerseits für die einstellbare Kraftbegrenzung bei der Bewegung des Kindersitzes und andererseits für das reversible Aufblasen des Fangelement-Airbags verwendet werden. Als Material für den Airbag kann vorzugsweise ein elastisches Gewebe oder dergleichen Material verwendet werden.

Besonders vorteilhaft ist es, bei der erfindungsgemäßen Sicherheitsvorrichtung, dass sowohl die Rückhalteelemente als auch das Fangelement kraftbegrenzt nachgeben. Dazu kann das Fangelement z. B. Reibelemente, Zylinder, Deformationsbleche oder dergleichen aufweisen, welche bewirken, dass sich das Fangelement kraftbegrenzt nach unten bewegen lässt. Nach einem Crash kann vorgesehen sein, dass das Fangelement nicht wieder in seine Ausgangsposition zurückgeführt wird, da das Kind zunächst in der zurückgehaltenen Haltung verbleiben soll.

Vorzugsweise kann der bei der erfindungsgemäßen Sicherheitsvorrichtung verwendete Kindersitz derart ausgebildet sein, dass ein in dem Sitz sitzendes Kind über das Gurtsystem des jeweiligen Fahrzeugsitzes angegurtet ist. Es ist jedoch auch denkbar, dass das Kind über einen zusätzlichen Gurt, welcher an dem Kindersitz vorgesehen ist, angeschnallt wird. Ferner kann vorgesehen sein, dass jedes vorzugsweise als Stange ausgebildetes Rückhalteelement z. B. längenveränderbar ist.

Die hier vorgestellte Erfindung wird anhand verschiedener Ausführungsbeispiele unter Bezugnahme der dazugehörigen Zeichnungen nachfolgend beschrieben, wobei in den einzelnen Figuren jeweils eine normale Situation und eine Unfallsituation vergleichend gegenüber gestellt ist. Es zeigen:

1 schematische Seitenansichten eines Fahrzeugsitzes mit einem ersten Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Sicherheitsvorrichtung an einem Kindersitz;

2 schematische Seitenansichten mit einem zweiten Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Sicherheitsvorrichtung;

3 schematische Seitenansichten mit einem dritten Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Sicherheitsvorrichtung;

4 schematische Seitenansichten mit einem vierten Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Sicherheitsvorrichtung;

5 schematische Seitenansichten mit einem fünften Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Sicherheitsvorrichtung; und

6 schematische Seitenansichten, bei denen das Aufblasen eines Airbags durch eine Kolbenzylindereinheit verdeutlicht ist.

In den 1 bis 5 sind verschiedene Ausführungsbeispiele einer erfindungsgemäßen Sicherheitsvorrichtung dargestellt. Die erfindungsgemäße Sicherheitsvorrichtung ist insbesondere für einen Kindersitz 1 in einem Fahrzeug vorgesehen. Die Sicherheitsvorrichtung weist ein gepolstertes Fangelement 2 auf, welches über eine Halteeinrichtung sowohl mit dem Kindersitz 1 als auch mit dem Fahrzeugsitz 4 gekoppelt ist. Sobald ein Kind in dem Kindersitz 1 sitzt, kann das Fangelement 2 oberhalb der Oberschenkel des Kindes an seitlichen Abstützungen 3 befestigt werden. Dazu kann z. B. eine Verrastung oder dergleichen verwendet werden. Das in dem Kindersitz 1 sitzende Kind kann vorzugsweise über das dem Fahrzeugsitz 4 zugeordnete Gurtsystem angegurtet werden.

In 1 ist ein erstes Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Sicherheitsvorrichtung in einer normalen Situation und in einer Unfallsituation gezeigt. Bei diesem Ausführungsbeispiel weist die Halteeinrichtung die seitlichen Abstützungen 3 zum Halten des Fangelements 2 und mehrere Rückhalteelemente auf, wobei die seitlichen Abstützungen 3 an dem Kindersitz 1 befestigt sind. Das Fangelement 2 ist über die Rückhalteelemente an dem jeweiligen Fahrzeugsitz 4 oder an dem Fahrzeug selbst befestigt. Als Rückhalteelemente sind bei diesem Ausführungsbeispiel zwei Bänder 5, 6 vorgesehen, welche eine Verbindung zwischen der Kopfstütze 7 des Fahrzeugsitzes 4 und dem Fangelement 2 der Sicherheitsvorrichtung vorsehen. Als weiteres Rückhalteelement ist eine Stange 8 vorgesehen, welche einerseits an der Lehne des Fahrzeugsitzes 4 und andererseits an dem Fangelement 2 befestigt ist.

Bei einer erheblichen Verzögerung des Fahrzeuges bzw. bei einer Unfallsituation wird der Kindersitz 1 um den Abstand A vorverlagert und führt eine Drehbewegung nach unten durch, wie dies aus der rechten Darstellung in 1 ersichtlich ist. Durch diese Vorverlagerung entsteht eine Relativbewegung zwischen dem Kindersitz 1 und dem Fahrzeugsitz 4, wodurch die Rückhalteelemente der Halteeinrichtung eine Rotation des Fangelementes 2 auslösen, welches durch den Pfeil B angedeutet ist. Somit wird der Abstand zwischen dem Fangelement 2 und dem Körper des Kindes verringert. Die Rückhalteelemente geben dabei kraftbegrenzend nach.

In 2 ist ein zweites Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung gezeigt, wobei der Unterschied zu dem ersten Ausführungsbeispiel gemäß 1 darin liegt, dass bei dem zweiten Ausführungsbeispiel als Rückhalteelement ein Stangenelement 9 vorgesehen ist, welches das Fangelement 2 mit dem Fahrzeugboden verbindet. Auch bei diesem Ausführungsbeispiel wird im Crashfall eine Vorverlagerung um den Abstand A bei dem Kindersitz realisiert, wodurch eine Rotation des Fangelementes nach oben um den Anbindungspunkt der Stange 9 ermöglicht wird. Das Stangenelement 9 ist bei diesem Ausführungsbeispiel starr ausgebildet, jedoch kann dieses auch begrenzt teleskopierbar sein.

In 3 ist ein drittes Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung gezeigt, bei dem die Halteeinrichtung die seitlichen Abstützungen 3 aufweist, welche jedoch bei dieser Ausgestaltungsform fahrzeugseitig befestigt sind. Ferner umfasst die Halteeinrichtung ein Stangenelement 12 zum gelenkigen Befestigen des Fangelements 2 an den Abstützungen 3. Der Kindersitz 1 ist über eine Schienenführung 10 an sogenannten Isofixpunkten am Fahrzeug, wie z. B. den Gurtpunkten, befestigt. Die Halteeinrichtung weist eine weitere Schienenführung 11 auf, um das Fangelement 2 an den seitlichen Abstützungen 3 schwenkbar zu halten. Aufgrund der Massenträgheit wird im Crashfall auch bei diesem Ausführungsbeispiel eine Vorverlagerung des Kindersitzes 1 erreicht, wodurch auch hier eine Relativbewegung zwischen dem Sitz 1 und dem Fangelement 2 ermöglicht wird. Der Abstand, um den der Kindersitz 1 vorverlagert wird, wird wieder mit A bezeichnet. Der Kindersitz 1 bewegt sich dabei kraftbegrenzt über die Schiene 10 nach vorne und absorbiert dabei die durch die Verzögerung des Fahrzeuges auftretende Energie. Der vorhandene Platz vor dem Kindersitz 1 wird somit in vorteilhafter Weise ausgenutzt. Auch bei diesem Ausführungsbeispiel wird der Abstand zwischen dem Kind und dem Fangelement 2 durch die Aufwärtsbewegung des Fangelementes 2 reduziert. Nach dem Berühren des Fangelementes 2 durch den Körper des Kindes kann das Fangelement 2 kraftbegrenzt heruntergedrückt werden.

In 4 ist ein viertes Ausführungsbeispiel der Erfindung gezeigt, bei dem die Halteeinrichtung ebenfalls seitliche Abstützungen 3 aufweist, welche wieder fahrzeugseitig befestigt sind. Ferner umfasst die Halteeinrichtung zwei Gelenkstangen 13, 14, welche auch als Viergelenk bezeichnet wird. Durch die Gelenkstangen 13, 14 ist das Fangelement schwenkbar an dem Kindersitz gehalten. Bei diesem Ausführungsbeispiel wird insbesondere die auf das Kind gerichtete Bewegung des Fangelements 2 im Fall einer Verzögerung des Fahrzeuges durch eine Vorverlagerung des Kindes eingeleitet, sodass das Fangelement 2 zum Kind nach oben klappt.

In 5 ist ein fünftes Ausführungsbeispiel der Erfindung gezeigt, bei dem die Verbindung zwischen dem Fangelement 2 und den seitlichen Abstützungen 3 auch durch zwei Gelenkstangen 13, 14 realisiert wird. Jedoch ist bei diesem Ausführungsbeispiel zusätzlich die Schienenführung 10 als Verbindung zwischen dem Kindersitz 1 und dem Fahrzeug vorgesehen. Auch hier sorgt die Vorverlagerung des Kindersitzes 1 und die Vorverlagerung des Kindes für die erfindungsgemäße Kinematik der Sicherheitsvorrichtung.

In 6 ist ebenfalls die normale Situation und die Crashsituation an der erfindungsgemäßen Sicherheitsvorrichtung gezeigt, wobei gleiche Bauteile mit denselben Bezugszahlen wie in den 1 bis 5 bezeichnet sind. Bei dieser Darstellung sind an dem Fangelement 2 aufgeblasene Airbags 15 zum Polstern und Abfangen des Kindes bei einem Crash vorgesehen. Die Airbags 15 werden durch eine Kolbenzylindereinheit 16 aufgeblasen, welche bei diesem Ausführungsbeispiel mit der Schiene 10 zum Bewegen des Kindersitzes 1 relativ zu dem Fahrzeugsitz 4 gekoppelt ist. Die Kolbenzylindereinheit 16 wird durch die Bewegung des Kindersitzes 1 betätigt. Die Airbags 15 sind über einen Verbindungsschlauch 17 mit der Kolbenzylindereinheit 16 verbunden.

1Kindersitz 2Fangelement 3Abstützungen 4Fahrzeugsitz 5Band 6Band 7Kopfstütze 8Stangenelement 9Stangenelement 10Schienenführung 11Schienenführung 12Stangenelement 13Gelenkstange 14Gelenkstange 15Airbag 16Kolbenzylindereinheit 17Verbindungsschlauch

Anspruch[de]
  1. Sicherheitsvorrichtung für einen Kindersitz in einem Fahrzeug mit zumindest einem Fangelement, welches etwa oberhalb der Oberschenkel eines in dem Kindersitz sitzenden Kindes angeordnet ist, wobei das Fangelement bewegbar mit dem Kindersitz verbunden ist, sodass im Fall einer Verzögerung des Fahrzeuges eine auf das Kind gerichtete Bewegung des Fangelements (2) ausführbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass das Fangelement (2) mit einer Halteeinrichtung gekoppelt ist, welche die auf das Kind gerichtete Bewegung des Fangelements (2) im Fall einer Verzögerung des Fahrzeuges bei einer Vorverlagerung des Kindersitzes (1) und/oder bei einer Vorverlagerung des Kindes einleitet.
  2. Sicherheitsvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Halteeinrichtung zumindest seitliche Abstützungen (3) zum Halten des Fangelements (2) und wenigstens ein Rückhalteelement umfasst.
  3. Sicherheitsvorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die seitlichen Abstützungen (3) an dem Kindersitz (1) befestigt sind.
  4. Sicherheitsvorrichtung nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Fangelement (2) über das Rückhalteelement fahrzeugseitig befestigt ist.
  5. Sicherheitsvorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass als Rückhalteelemente zumindest ein Band (5, 6) und/oder wenigstens ein Stangenelement (8, 9) vorgesehen sind.
  6. Sicherheitsvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Halteeinrichtung zumindest seitliche Abstützungen (3), welche fahrzeugseitig befestigt sind, und wenigstens ein Stangenelement (12) zum gelenkigen Befestigen des Fangelements (2) an den Abstützungen (3) aufweist.
  7. Sicherheitsvorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Fangelement (2) über zumindest zwei Stangenelemente (13, 14) an jeder Abstützung (3) bewegbar aufgenommen ist.
  8. Sicherheitsvorrichtung nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Halteeinrichtung zumindest eine Schienenführung (11) aufweist, um das Fangelement (2) an den Abstützungen (3) bewegbar anzuordnen und/oder dass die Halteeinrichtung zumindest eine Schienenführung (10) aufweist, um den Kindersitz (1) bewegbar an dem Fahrzeugsitz (4) zu befestigen.
  9. Sicherheitsvorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Schienenführung (10) an den Gurtbefestigungspunkten befestigt ist.
  10. Sicherheitsvorrichtung nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Schienenführung (10) eine Kraftbegrenzungseinrichtung zum Begrenzen der Relativbewegung zwischen dem Fahrzeugsitz (4) und dem Kindersitz (1) zugeordnet ist.
  11. Sicherheitsvorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Fangelement an dem dem Kind zugewandten Bereich zumindest einen Airbag (15) aufweist.
  12. Sicherheitsvorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Bewegung des Fangelements (2) und/oder des Kindersitzes (1) beim Auftreffen des Kindes auf das Fangelement (2) kraftbegrenzt durch Reibelemente, Zylinder und/oder Deformationsbleche verzögerbar ist.
Es folgen 6 Blatt Zeichnungen






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