PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE10351982A1 09.06.2005
Titel Betonprodukt
Anmelder Gessner, Hans-Jürgen, 90443 Nürnberg, DE
Erfinder Gessner, Hans-Jürgen, 90443 Nürnberg, DE
Vertreter Zipse & Habersack, 80639 München
DE-Anmeldedatum 07.11.2003
DE-Aktenzeichen 10351982
Offenlegungstag 09.06.2005
Veröffentlichungstag im Patentblatt 09.06.2005
IPC-Hauptklasse B28B 23/02
IPC-Nebenklasse E04C 1/00   
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von bewehrten Betonprodukten sowie derartige Betonprodukte. In einem ersten Schritt des Verfahrens wird eine Bewehrung aus Metall mit runden Hohlkörpern und/oder runden Körpern aus Kunststoff oder geschäumtem Kunststoff versehen und in einem zweiten Schritt wird diese Bewehrung mit den Körpern in einer Form mit Beton vergossen. Das Betonprodukt ist dadurch gekennzeichnet, dass an der Bewehrung runde Hohlkörper und/oder runde Körper aus Kunststoff oder geschäumtem Kunststoff angeordnet sind.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von bewehrten Betonprodukten nach Anspruch 1 sowie ein derartiges Betonprodukt.

Bewehrte Betonprodukte und ihre Herstellung sind aus dem Stand der Technik wohl bekannt. Beton ist ein künstlicher Stein, der aus einem Gemisch von Zement, Betonzuschlag und Wasser durch Erhärten des Zementleims entsteht. Gegebenenfalls werden dem Beton Zusatzmittel und/oder Zusatzstoffe zugesetzt. Das Gemisch aus Zement, Betonzuschlag und Wasser wird in verschiedenen Geräten gemischt und auf der Baustelle oder im Betonwerk in die Bauteile in ihre vorgesehene Lage eingebracht und erhärtet dort. Beton ist ein Baustoff, der Druck-, aber keine Zugkräfte aufnehmen kann. Zur Aufnahme der Zugkräfte ist deshalb der Einsatz von Betonstahl erforderlich. Zur Herstellung von bewehrten Betonprodukten wird in eine Form oder Schalung eine geeignete Eisenbewehrung, z.B. Baustahlmatten oder ähnliches, eingelegt. Anschließend wird die Betonmischung in die Form gegossen und erhärtet dort. Betonprodukte lassen sich sehr gut im Betonwerk vorfertigen. Derartige bewehrte Betonprodukte haben unter anderem die Vorzüge hoher Festigkeit, beliebiger Formgebung und Langlebigkeit. Nachteilig ist jedoch das extrem hohe Gewicht und teilweise auch schlechte Wärmedämmeigenschaften, so dass bei Verwendung von Beton im Hausbau teilweise eine zusätzliche Isolierung nötig ist.

Es ist ein Ziel der vorliegenden Erfindung einige der Nachteile von bewehrten Betonprodukten aus dem Stand der Technik auszuräumen und ein Betonprodukt zu schaffen, das leichter ist als herkömmliche Betonprodukte nach dem Stand der Technik, und welches gleichzeitig kostengünstig und einfach herzustellen ist. Dieses Ziel wird mit einem Verfahren zur Herstellung von bewehrten Betonprodukten nach Anspruch 1 und einem Betonprodukt nach Anspruch 6 erreicht.

In dem erfindungsgemäßen Verfahren wird in einem ersten Schritt eine oder mehrere Bewehrungen) aus Metall mit runden Hohlkörpern und/oder runden Körpern aus insbesondere Kunststoff oder geschäumten Kunststoff, wie z.B. Styropor® oder Polyurethanschaum, versehen. In einem zweiten Schritt wird diese Bewehrung zusammen mit den Körpern in einer Form oder Schalung mit Beton vergossen. Da die Dichte der Körper aus Kunststoff oder geschäumten Kunststoff wesentlich geringer ist als die von Beton, ist das Gesamtgewicht des fertigen Betonprodukts niedriger als das eines herkömmlichen Betonprodukts. Die Gewichtsersparnis hängt dabei von dem Gesamtvolumen der verwendeten Körper ab; je mehr Körper verwendet werden und je größer die Körper, umso größer ist die Gewichtsersparnis. Da runde, vorzugsweise kugelige Körper verwendet werden, wird die Struktur des Betonprodukts aufgrund der guten Kraftumleitung um die Körper nur geringfügig geschwächt. Demnach kann die Anzahl und Größe der, vorzugsweise kugelförmigen Körper je nach Anwendungsfall variiert werden.

Als Bewehrung bzw. Bewehrungen kommen vorzugsweise Baustahlmatten oder Baustahldrähte zum Einsatz. Baustahlmatten bestehen aus zwei sich kreuzenden Lagen von Stahlstäben, die i.d.R. durch Punktschweißung miteinander verbunden sind. Das Betonprodukt kann eine Vielzahl von verschiedenen Bewehrungen aufweisen, wie. z.B. Bewehrungskörbe oder -Gestelle, Baustahlmatten oder Bewehrungsrahmen etc. Nicht alle Bewehrungen müssen mit den Körpern versehen sein; einige Bewehrungen können völlig frei bleiben und andere nur an einem Teilbereich oder komplett mit Körpern versehen sein. Die Körper, insbesondere aus Kunststoff oder geschäumten Kunststoff werden an zumindest einer der Bewehrungen befestigt, z.B. durch Verklebung. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, die Bewehrungen mit Befestigungselementen zu versehen. Vorteilhaft bestehen diese Befestigungselemente aus von der Bewehrungsoberfläche abstehenden Stiften oder Dornen. Diese Stifte oder Dorne sind vorteilhaft ein integraler Bestandteil der Bewehrungen und werden zusammen mit der Bewehrung hergestellt. Alternativ können die Stifte oder Dorne auch nachträglich an der Bewehung bzw. den Bewehrungen angeschweißt werden. Die Stifte oder Dorne sind vorteilhaft aus Metall, insbesondere aus demselben Material wie die Bewehrung selbst. Die Körper werden auf die Stifte oder Dorne aufgesteckt. Zu diesem Zweck können die Körper mit entsprechenden Bohrungen versehen sein, in die die Stifte oder Dorne eingeführt werden. Alternativ können die Körper auch ohne Bohrung auf die Stifte oder Dorne aufgesteckt werden. Die Stifte oder Dorne können hierbei vorteilhaft angespitzt sein, um das Aufstecken zu erleichtern.

Bei einer weiteren Befestigungsmöglichkeit sind die Körper mit wenigstens einer durchgehenden Bohrung versehen. Die Stäbe der Bewehrung werden vor dem Verbinden der Stäbe zu Matten durch diese Bohrungen geführt. Wenn die Stäbe übereinandergelegt werden, um die sich kreuzenden Stäbe zu Matten zu verschweißen, befinden sich die Körper auf den freien Abschnitten zwischen den Kreuzungspunkten oder auf den Kreuzungspunkten, was eine sehr gute Fixierung der Körper bewirkt. Dabei ist die Anzahl der Körper je nach Bedarf wählbar, es können z.B. zwischen jedem Kreuzungspunkt eine oder auch mehr Körper vorgesehen sein oder aber auch nur zwischen jedem zweiten oder dritten Kreuzungspunkt, etc.

Die Körper sind vorteilhaft an der Bewehrung bzw. den Bewehrungen voneinander beabstandet angeordnet. Dadurch ist es dem weitgehend flüssigen Beton möglich die Körper völlig zu umschließen, so dass der den zwischen den Körpern verbleibende Raum ausfüllende Beton weiterhin ausreichende Trageigenschaften aufweist. Somit ist es trotz einer relativ hohen Anzahl an Körpern aus insbesondere Kunststoff oder geschäumten Kunststoff möglich, ein relativ festes und strapazierfähiges Betonprodukt zu erhalten. Die runden, vorzugsweise kugelförmigen Körper können vorteilhaft hohl sein, um eine besonders hohe Gewichtsersparnis zu erreichen. Unter „rund" können in diesem Zusammenhang auch Formen verstanden werden, die z.B. ellipsenförmig oder eiförmig, im günstigsten Fall jedoch kugelförmig sind und daher eine gute Umleitung der Kraftlinien im umgebenden Beton bei Beaufschlagung mit der konzipierten Druckbeanspruchung gestatten. Bei runder Ausbildungsform ist ein Durchmesser von 2 bis 20 cm vorteilhaft. Wichtig ist auch, dass die Körper relativ kostengünstig und einfach herstellbar sind. Die geschäumten Kunststoffe müssen eine gewisse mechanische Festigkeit aufweisen, um dem Druck des sie beim Giessen umschließenden Betons standhalten zu können. Besonders geeignet sind hierfür Hartschaumstoffe aus z.B. Polystyrol, d.h. Styropor®, Polyurethan, Polyvinylchlorid und ähnliches.

Die Erfindung lässt sich besonders vorteilhaft bei der Herstellung von Betonfertigelementen wie z.B. Betonfertigplatten anwenden.


Anspruch[de]
  1. Verfahren zur Herstellung von bewehrten Betonprodukten, dadurch gekennzeichnet, dass in einem ersten Schritt eine Bewehrung aus Metall mit runden Hohlkörpern und/oder runden Körpern aus Kunststoff oder geschäumten Kunststoff versehen wird und in einem zweiten Schritt diese Bewehrung mit den Körpern in einer Form mit Beton vergossen wird.
  2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Körper kugelförmig sind.
  3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass als Bewehrung Baustahlmatten verwendet werden.
  4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die runden Körper an der Bewehrung mittels dafür an der Bewehrung vorgesehenen Befestigungselementen befestigt werden.
  5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die runden Körper an der Bewehrung voneinander beabstandet angeordnet werden.
  6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass als geschäumter Kunststoff Polystyrol oder Polyurethanschaum verwandt wird.
  7. Metallbewehrtes Betonprodukt, dadurch gekennzeichnet, dass an der zumindest einen Bewehrung runde Hohlkörper und/oder runde Körper aus Kunststoff oder geschäumten Kunststoff angeordnet sind.
  8. Metallbewehrtes Betonprodukt nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die verwendeten Körper kugelförmig sind.
  9. Metallbewehrtes Betonprodukt nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Bewehrung eine bzw. mehrere Baustahlmatten umfasst.
  10. Metallbewehrtes Betonprodukt nach einem der Ansprüche 7 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Bewehrung mit Befestigungselementen zur Befestigung der Körper versehen ist.
  11. Metallbewehrtes Betonprodukt nach einem der Ansprüche 7 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass das Betonprodukt ein Betonfertigelement, z.B. eine Platte ist.
  12. Metallbewehrtes Betonprodukt nach einem der Ansprüche 7 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Körper voneinander beabstandet an der Bewehrung angeordnet sind.
  13. Metallbewehrtes Betonprodukt nach einem der Ansprüche 7 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass der geschäumte Kunststoff ein Polystyrolschaum oder Polyurethanschaum ist.
Es folgt kein Blatt Zeichnungen






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

Patent Zeichnungen (PDF)

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com