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Dokumentenidentifikation DE19631203B4 09.06.2005
Titel Bremseinrichtung für Fahrzeuge, vorzugsweise für Kraftfahrzeuge
Anmelder Hydraulik-Ring Antriebs- und Steuerungstechnik GmbH, 72622 Nürtingen, DE
Erfinder Trzmiel, Alfred, 72661 Grafenberg, DE;
Schmid, Gerhard, Dr., 72622 Nürtingen, DE
Vertreter Jackisch-Kohl und Kollegen, 70469 Stuttgart
DE-Anmeldedatum 02.08.1996
DE-Aktenzeichen 19631203
Offenlegungstag 05.02.1998
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 09.06.2005
Veröffentlichungstag im Patentblatt 09.06.2005
IPC-Hauptklasse B60T 7/06
IPC-Nebenklasse B60T 8/32   F15B 21/08   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Bremseinrichtung für Fahrzeuge, vorzugsweise für Kraftfahrzeuge, nach dem Oberbegriff des Anspruches 1.

Bekannte Bremseinrichtungen haben Hydraulikleitungen für Bremsflüssigkeit, die beim Betätigen des Bremspedales unter Druck gesetzt wird. Für die Bremsleitungen sind Ventile sowie ein Bremskraftverstärker erforderlich. Ist das Fahrzeug ein elektro- oder dieselbetriebenes Fahrzeug, ist auch noch eine Unterdruckpumpe erforderlich. Eine solche Bremseinrichtung ist konstruktiv aufwendig ausgebildet, teuer in der Herstellung und in der Montage. Aufgrund der Vielzahl von Einzelkomponenten ergibt sich ein erhöhtes Ausfallrisiko.

Aus der DE 195 48 799 A1 ist eine Vorrichtung zur Ansteuerung eines Drehmomentübertragungssystems bekannt, bei der eine Steuereinheit Systemgrößen und Meßsignale von Sensoren erfaßt und verarbeitet. In Abhängigkeit von einem Signal wird die Ansteuerung eines Aktors durchgeführt. Zumindest ein Sensor, der ein Piezosensor sein kann, ist direkt oder indirekt mit dem Betätigungsmittel verbunden. Zumindest ein Signal zur Ansteuerung kann ein Betriebs-, Brems- und Handbremssignal sein.

Aus der DE 44 45 606 A1 ist eine Betätigungsvorrichtung mit einem mechanischen Verstellelement bekannt, mit dem ein Piezoelement zusammenwirkt.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die gattungsgemäße Bremseinrichtung so auszubilden, daß sie nur aus einer geringen Zahl von Einzelteilen besteht und dadurch kostengünstig hergestellt und in die Fahrzeuge eingebaut werden kann.

Diese Aufgabe wird bei der gattungsgemäßen Bremseinrichtung erfindungsgemäß mit den kennzeichnenden Merkmalen des Anspruches 1 gelöst.

Bei der erfindungsgemäßen Bremseinrichtung entfallen Bremsleitungen mit Hydraulikmedium. Für das Piezoelement sowie den Piezotransformator sind lediglich elektrische Leitungen erforderlich, die einfach und kostengünstig im Fahrzeug verlegt werden können. Wird das Bremspedal gedrückt, wird das Piezoelement unter Druck gesetzt, wodurch es eine Spannung abgibt. Sie wird dem Piezotranslator des Radbremszylinders zugeführt. Aufgrund der zugeführten Ansteuerspannung dehnt sich der Piezotranslator entsprechend der angelegten Höhe der Ansteuerspannung aus, wodurch die Bremsbacken an die Bremsscheibe des jeweiligen Rades des Fahrzeuges angelegt werden. Die erfindungsgemäße Bremseinrichtung bildet ein "Break-by-wire"-System, das gänzlich ohne Bremsflüssigkeit und entsprechende Bremsflüssigkeitsleitungen auskommt. Dadurch ist eine entsprechende Hydraulik nicht erforderlich. Ebenso kann ein Bremskraftverstärker entfallen. Die piezoelektrischen Einrichtungen unterliegen nahezu keinem Verschleiß, so daß das Ausfallrisiko der erfindungsgemäßen Bremseinrichtung sehr niedrig ist.

Weitere Merkmale der Erfindung ergeben sich aus den weiteren Ansprüchen, der Beschreibung und den Zeichnungen.

Der Erfindung wird anhand zweier in den Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispielen näher erläutert. Es zeigen

1 in schematischer und perspektivischer Darstellung eine in ein Kraftfahrzeug eingebaute erfindungsgemäße Bremseinrichtung,

2 eine Betätigungseinrichtung der erfindungsgemäßen Bremseinrichtung im Axialschnitt,

3 eine zweite Ausführungsform einer Betätigungseinrichtung der erfindungsgemäßen Bremseinrichtung.

Das in 1 dargestellte Kraftfahrzeug hat eine Bremsanlage, die in 1 schematisch dargestellt ist. Die Bremsanlage wird durch ein Bremspedal 1 aktiviert, das auf eine piezoelektrische Betätigungseinrichtung 2 einwirkt. Sie ist über Leitungen 3, 4 mit einer Regelelektronik 5 verbunden, an die Drehzahlfühler 6 eines ABS-Systems der Bremsanlage angeschlossen sind. Zur Stromversorgung der Regelelektronik 5 ist die Fahrzeugbatterie 7 vorgesehen, an welche die Regelelektronik angeschlossen ist. Außerdem sind an die Regelelektronik 5 über elektrische Leitungen 8 Radbremszylinder 9 angeschlossen. Sie sind in bekannter Weise ausgebildet und haben (nicht dargestellte) Bremsbacken, die mit Bremsscheiben 10 in bekannter Weise beim Bremsvorgang zusammenwirken.

Das Kraftfahrzeug hat eine Handbremse 11, die im dargestellten Ausführungsbeispiel einen Handbremshebel hat, der, wie anhand von 3 beschrieben werden wird, mit einer Betätigungseinrichtung 12 zusammenwirkt, die einen Piezotranslator aufweist.

Die Betätigungseinrichtung 2 wird durch einen Piezoblock gebildet, der im dargestellten Ausführungsbeispiel aus vier, vorzugsweise aneinander liegenden Einzelstapeln besteht. Der Piezoblock kann aber auch aus einem Piezoelement mit vier Segmenten gebildet sein. Beim Drücken des Bremspedales 1 wird, vorzugsweise über eine Hebelübersetzung, eine Druckkraft auf den Piezoblock aufgebracht, wodurch eine Spannung erzeugt wird, die über die elektrischen Leitungen 3, 4 der Regelelektronik 5 zugeführt wird. Sie verstärkt die Spannungssignale und leitet sie über die elektrischen Leitungen 8 in die jeweiligen Radbremszylinder 9 zu. Anhand der 2 wird einer dieser Radbremszylinder 9 näher erläutert.

Der Radbremszylinder 9 hat ein Gehäuse 13, in dem mindestens ein Piezostapel 14 untergebracht ist. Er besteht aus scheibenförmigen, aufeinanderliegenden Piezoelementen, die auf einem Kolben 15 aufliegen. Er ist in einer Öffnung 16 des Gehäuses 13 untergebracht und hat am Umfang eine Ringnut 17, die einen Dichtring 18 aufnimmt. Mit ihm liegt der Kolben 15 dichtend an der Innenwandung der Gehäuseöffnung 16 an. Der Kolben 15 stützt sich auf einer Druckfeder 19 ab, die ihrerseits an einem Boden 20 der Öffnung 16 abgestützt ist. Der Boden 20 ist vorteilhaft einstückig mit dem Gehäuse 13 ausgebildet, kann aber auch ein gesonderter Teil sein, der in geeigneter Weise am Gehäuse 16 befestigt wird. Unter der Kraft der vorgespannten Druckfeder 19 liegt der Piezostapel 14 an einem gehäuseseitigen Anschlag 21 an. Er wird vorteilhaft durch einen Sicherungsring gebildet, der in eine Ringnut 22 der Wandung der Öffnung 16 nahe dem vom Boden 20 abgewandten Ende des Gehäuses 13 eingesetzt ist. Aus der Gehäuseöffnung 16 ragt ein Stecker 23, an den die von der Regelelektronik 5 kommende elektrische Leitung 8 angeschlossen wird.

Der Kolben 15 weist auf seiner vom Piezostapel 14 abgewandten Seite einen mittig liegenden Ansatz 24 auf, der in die Schraubendruckfeder 19 ragt. Die Druckfeder 19 kann beispielsweise auch durch Tellerfedern gebildet sein. Zwischen dem Kolben 15 und dem Boden 20 ist ein Druckraum 25 gebildet, der durch den Dichtring 18 nach außen abgedichtet ist.

In der Wandung des Gehäuses 13 ist ein Überströmventil 26 angeordnet, durch das eine von einem Hydraulikmedium-Speicher 28 führende Leitung 27 gegen den Druckraum 25 abgesperrt ist. In den Druckraum 25 mündet außerdem mindestens eine Bohrung 29, die den Druckraum 25 mit einem Druckraum 30 verbindet, der in der Wandung des Gehäuses 13 vorgesehen ist. Der Druckraum 30 wird durch einen Bremskolben 31 begrenzt, der in einer nach außen offenen Bohrung 32 in der Gehäusewandung verschiebbar gelagert ist. Der Bremskolben 31 steht über das Gehäuse vor und ist abgedichtet in der Bohrung 32 geführt.

Die beschriebene hydraulische Übersetzung kann natürlich auch durch eine geeignete hydraulisch/mechanische oder eine rein mechanische Übersetzung mit einer Verschleißkompensation (Nachstellung) ersetzt werden.

Wird vom Fahrer des Kraftfahrzeuges das Bremspedal 1 betätigt, wird vorteilhaft über eine Hebelübersetzung ein Druck auf den Piezoblock der Betätigungseinrichtung 2 aufgebracht. Durch diese Druckkraft wird im Piezoblock eine Spannung erzeugt, die über die elektrischen Leitungen 3, 4 der Regelelektronik 5 zugeführt wird. In ihr wird beim normalen Bremsvorgang die Spannung verstärkt und geregelt und als Ansteuerspannung über die elektrischen Leitungen 8 den Radbremszylindern 9 zugeführt. Bei einer Notbremsung bzw. beim Aufbringen einer höheren Pedalkraft kann zum Beispiel beim Ausfall der Elektronik die notwendige Ansteuerspannung auch ohne Verstärkerelektronik aufgebracht werden. Über die Regelelektronik 5 können die Radbremszylinder 9 unabhängig voneinander geregelt werden. Die über die Stecker 23 angelegte, von der Regelelektronik 5 zugeführte Steuerspannung führt dazu, daß sich der aus einzelnen Piezoelementen bestehende Piezostapel 14 ausdehnt. Der Radbremszylinder 9 bildet einen piezoelektrischen Translator, bei dem der inverse Piezoeffekt ausgenutzt wird. Er besteht darin, daß die geometrische Deformation des Piezoelementes proportional zum Betrag und Vorzeichen einer angelegten Spannung ist, wobei der Piezoeffekt linear vom angelegten elektrischen Feld abhängig ist. Aufgrund der über den Stecker 23 zugeführten Steuerspannung dehnt sich der Piezostapel 14 aus und setzt dementsprechend das im Druckraum 25 befindliche Hydraulikmedium unter Druck. Aufgrund dieser hydraulischen Übersetzung wird der Bremskolben 21 des Radbremszylinders 9 entsprechend belastet.

Die Regelelektronik 5 ist so ausgelegt, daß für jedes Rad des Kraftfahrzeuges eine Regelung der Ansteuerspannung durchgeführt wird. Dadurch ist es möglich, durch einfachste Maßnahmen eine Antischlupfregelung, ein ABS-System oder eine Fahrdynamikregelung zu verwirklichen. Darüber hinaus lassen sich für zukünftige Fahrzeugkonzepte mit Abstandssensoren und Funksignalen sehr leicht automatische Sicherheitsabstandsregelungen auf Autobahnen und automatisches Abbremsen in Notsituationen realisieren. Im dargestellten Ausführungsbeispiel gemäß 1 sind die Betätigungseinrichtung 2 mit dem Piezoblock und die Radbremszylinder mit den Piezotranslatoren Bestandteil eines ABS-Systems. Mit den Drehzahlfühlern 6, die jedem Kraftfahrzeugrad zugeordnet sind, wird die jeweilige Drehgeschwindigkeit der Bremsscheiben 10 und damit der Räder des Kraftfahrzeuges gemessen. Wird von den Drehzahlfühlern 6 eine zu starke Drehzahlverzögerung gemeldet, wird der Bremsdruck des entsprechenden Rades zunächst nicht weiter gesteigert, sondern auf dem bis dahin erreichten Wert gehalten. Verzögert sich die Drehbewegung dennoch weiter, wird der Druck im Radbremszylinderraum 25 gesenkt und das Rad dadurch weniger stark abgebremst. Der Druckabbau des Hydraulikmediums im Druckraum 25 kommt dadurch zustande, daß der Piezostapel 14 seine Hubfrequenz, geregelt durch die Regelelektronik 5, verringert. Sollte dies nicht ausreichen, kann die Beaufschlagung des Piezostapels 14 mit der Ansteuerspannung abgeschaltet werden. Die Drehgeschwindigkeit des entsprechenden Rades nimmt wieder zu. Da die Drehzahlfühler 6 weiterhin die Drehgeschwindigkeit der Räder überwachen und entsprechende Signale an die Regelelektronik 5 senden, wird bei Erreichen eines bestimmten Grenzwertes der Drehgeschwindigkeit des Rades der Bremsdruck wieder erhöht, indem der Piezostapel 14 des jeweiligen Radbremszylinders 9 mit Steuerspannung beaufschlagt wird.

Aufgrund der beschriebenen hydraulischen Übersetzung werden die geringen Hübe, die der Piezostapel 14 durchführt, ausreichend verstärkt, um eine optimale Abbremsung zu erhalten. Das Fahrzeug kann ohne die Gefahr des Blockierens der Räder einwandfrei abgebremst werden. Da der Piezostapel 14 mit einer hohen Frequenz arbeitet, kann im Millisekundenbereich im Druckraum 25 der erforderliche Druck aufgebaut werden. Da sich der Piezostapel 14 je nach angelegter Freqenz mehrere tausendmal pro Sekunde verlängern und zusammenziehen kann, kann im ABS-System im Millisekundenbereich der erforderliche Druck aufgebaut werden, so daß eine hochgenaue und schnelle Regelung beim Abbremsen gewährleistet ist. Aufgrund der hohen Betätigungsfrequenz läßt sich eine konstante Haftreibung an den Rädern einstellen, wodurch eine maximale Bremswirkung erzielt wird.

Im dargestellten und beschriebenen Ausführungsbeispiel ist für jedes Rad des Kraftfahrzeuges eine eigene Bremsregelung vorgesehen. Die Räder können dadurch individuell im Bremsvorgang geregelt und gesteuert werden. Es ist aber auch möglich, beispielsweise zwei Räder gemeinsam beim Abbremsvorgang zu überwachen und zu regeln. Die beschriebene Bremseinrichtung kann außerdem auch für Anhänger von Fahrzeugen eingesetzt werden.

3 zeigt die Möglichkeit, auch in Verbindung mit der Handbremse 11 einen Piezotranslator zu verwenden. Die Handbremse 11 hat einen Handbremshebel 33, dessen eines Ende mit einem elliptischen Exzenterteil 34 verbunden ist. Er ist über einen Teil seines Umfanges mit Rastzähnen 35 versehen, in die ein in Richtung auf den Exzenterteil 34 belastetes Rastelement 36 eingreift.

Der Handbremse 11 ist ebenfalls eine piezoelektrische Einrichtung 37 zugeordnet. Sie hat ein Gehäuse 38, in dem wenigstens ein Piezostapel 39 untergebracht ist, der aus aufeinanderliegenden scheibenförmigen Piezoelementen besteht. Der Piezostapel 39 liegt in einer Aufnahme 40, die den Piezostapel 39 teilweise umgibt und ihrerseits im Gehäuse 38 untergebracht ist. Die Aufnahme 40 liegt einem napfförmigen Aufnahmeteil 40' gegenüber, das an einem Boden 41 des Gehäuses 38 anliegt. Der Piezostapel 39 liegt unter der Kraft der Druckfeder 44 am Boden des Aufnahmeteiles 40' an. Die beiden Aufnahmen 40, 40' liegen an der Innenwandung des Gehäuses 38 an und haben Abstand voneinander. Auf der vom Gehäuseboden 41 abgewandten Seite der Aufnahme 40 befindet sich ein Kolben 42, der im Gehäuse 38 verschiebbar gelagert ist. Zwischen der Aufnahme 40. und dem Kolben 42 ist ein Druckraum 43 gebildet, in dem mindestens eine vorgespannte Druckfeder 44 untergebracht ist. Sie stützt sich mit einem Ende an der Aufnahme 40 und mit ihrem anderen Ende am Kolben 42 ab. Der Kolben 42 weist auf seiner von der Aufnahme 40 abgewandten Seite einen Steuerteil 45 auf, der mit dem Exzenterteil 34 zusammenwirkt.

Die Aufnahme 40 weist eine dem Kolben 42 zugewandte Stirnseite 46 auf, die mit Abstand zum Piezostapel 39 angeordnet ist. Der Abstand zwischen der Stirnseite 46 und dem Piezostapel 39 wird durch mindestens ein Ausgleichselement 47, vorzugsweise eine Kugel, überbrückt, das zentrisch auf dem Piezostapel 39 aufliegt. Der Piezostapel 39 ist über elektrische Leitungen 48 an die Regelelektronik 5 angeschlossen.

In der in 3 dargestellten Lage des Handbremshebels 33 ist die Handbremse außer Funktion. Der Steuerteil 45 des Kolbens 42 hat geringen Abstand vom Exzenterteil 34, kann jedoch auch unter der Kraft der Druckfeder 44 an ihm anliegen. Um die Handbremse zu betätigen, wird der Handbremshebel 33 um die exzentrisch in bezug auf den Exzenterteil 34 liegende Achse 49 im Uhrzeigersinn geschwenkt. Dadurch kommt der Exzenterteil 34 mit seinem Umfang am Steuerteil 45 zur Anlage und drückt dadurch den Kolben 42 in das kraftfahrzeugseitig fest angeordnete Gehäuse 38. Die im Druckraum 43 befindliche Druckfeder 44 wird dadurch belastet und verschiebt die Aufnahme 40 in Richtung auf das Aufnahmeteil 40'. Über das Ausgleichselement 47 wird der Piezostapel 39 mit Druck beaufschlagt. Aufgrund des Piezoeffektes gibt der Piezostapel 39 eine Spannung ab, die über die Leitungen 48 der Regelelektronik 5 zugeführt wird. Solange die vom Exzenterteil 34 ausgeübte Vorspannkraft vorhanden ist, gibt der Piezostapel 39 eine entsprechende Steuerspannung ab. Sie gibt diese Spannung an die jeweiligen Piezostapel 14 der als Piezotranslatoren ausgebildeten Radbremszylinder 9 weiter. Aufgrund der Steuerspannung dehnen sich die Piezostapel 14 der Radbremszylinder 9 in der beschriebenen Weise aus, wodurch die entsprechenden Bremsen betätigt werden. Eine Überlastung des Piezostapels 39 wird dadurch zuverlässig verhindert, daß die Aufnahme 40 bei entsprechend hoher Krafteinwirkung am Aufnahmeteil 40' zur Anlage kommt, so daß eine weitere Kraftbeaufschlagung des Piezostapels 39 ausgeschlossen ist.

Es ist auch möglich, die Spannung vom Piezostapel 39 über die elektrischen Leitungen 48 unmittelbar den Radbremszylindern 9 zuzuführen. Die Piezostapel 14 dehnen sich in der beschriebenen Weise aus, wodurch die Räder ebenfalls in der beschriebenen Weise gebremst werden.

Aus Sicherheitsgründen kann die vom Piezoblock 2 erzeugte Spannung durch einen (nicht dargestellten) elektrischen Schalter und ein geeignetes Speicherelement (zum Beispiel Batterie/Kondensatoren) zur Erzeugung einer zusätzlichen Spannung für die Feststellbremsfunktion erzeugt werden. Es kann hierbei auf die Handbremse 11 vollständig verzichtet werden. Stattdessen ist beispielsweise am Armaturenbrett des Kraftfahrzeuges nur ein entsprechender Schalter vorgesehen, der zur Erzielung der Handbremsfunktion betätigt wird.

Am Armaturenbrett des Fahrzeuges kann eine Warnleuchte 50 vorgesehen sein, die mit der Regelelektronik 5 verbunden ist. Die Warnleuchte 50 kann beispielsweise dann aufleuchten, wenn ein Fehler in der Regelelektronik 5 auftritt oder diese ausfällt. Anstelle der optischen Anzeige kann auch ein akustisches Signal verwendet werden, das selbstverständlich auch mit der optischen Anzeige gekoppelt sein kann.

Bei der beschriebenen Bremseinrichtung arbeiten die Bremsen und das ABS-System piezoelektrisch. Ein Hydraulikmedium zur Übertragung der vom Bremspedal ausgeübten Bremskraft auf die Bremsen ist nicht erforderlich. Vielmehr werden die entsprechenden Piezoelemente bzw. Piezotranslatoren elektrisch angesteuert. Ein gesondertes ABS-System ist nicht notwendig; auch ein Bremskraftverstärker erübrigt sich. Insbesondere sind keine Bremsleitungen erforderlich, so daß die hiermit zusammenhängenden Probleme vermieden werden.


Anspruch[de]
  1. Bremseinrichtung für Fahrzeuge, vorzugsweise für Kraftfahrzeuge, mit einem Bremspedal, mit dem Bremsen betätigbar sind, denen mindestens ein Radbremszylinder zugeordnet ist, dadurch gekennzeichnet, daß das Bremspedal (1) mit mindestens einem Piezoelement (2) zusammenwirkt, das eine Ansteuerspannung erzeugt, die mindestens einem Piezotranslator (14) des Radbremszylinders (9) zugeführt wird.
  2. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Ansteuerspannung über eine Ansteuerelektronik (5) dem Piezotranslator (14) zuführbar ist.
  3. Einrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Ansteuerelektronik (5) eine Regeleinrichtung für die Bremskraft oder für ein ABS-System bildet.
  4. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Piezotranslator (14) aus einem Piezoelement oder aus aufeinander liegenden Piezoelementen besteht.
  5. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Piezotranslator (14) auf einem Kolben (15) sitzt, der einen Druckraum (25) für ein Druckmedium, vorzugsweise Hydraulikmedium, begrenzt.
  6. Einrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Kolben (15) gegen den Piezotranslator (14) durch mindestens eine Feder (19) belastet ist.
  7. Einrichtung nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Druckraum (25) an einen Speicher (28) für das Druckmedium angeschlossen ist.
  8. Einrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß mit dem Druckmedium ein Bremskolben (31) betätigbar ist.
  9. Einrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die druckbeaufschlagte Fläche des Bremskolbens (31) um ein Vielfaches kleiner ist als die das Druckmedium im Druckraum (25) beaufschlagende Fläche des Kolbens (15).
  10. Bremseinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Piezotranslator (14) über eine Hebelübersetzung auf den Bremskolben (31) wirkt.
  11. Bremseinrichtung, insbesondere nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Bremseinrichtung eine Handbremse (11) aufweist, die mit mindestens einer piezoelektrischen Einrichtung (37) zusammenwirkt.
  12. Einrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß ein Ausgangssignal der piezoelektrischen Einrichtung (37) dem Piezotranslator (14) des Radbremszylinders (9) zuführbar ist.
  13. Einrichtung nach Anspruch 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet, daß die Handbremse (11) einen Hebel (33) aufweist, der mit einem Exzenterteil (34) die piezoelektrische Einrichtung (37) betätigt.
  14. Einrichtung nach einem der Ansprüche 11 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß die piezoelektrische Einrichtung (37) mindestens ein Piezoelement (39), vorzugsweise einen Piezostapel, aufweist, das durch eine Druckkraft beaufschlagbar ist.
  15. Einrichtung nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, daß das Piezoelement (39) in einer Aufnahme (40) untergebracht ist.
  16. Einrichtung nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, daß die Aufnahme (40) einen Druckraum (43) für ein Druckteil (44), vorzugsweise eine Druckfeder, begrenzt.
  17. Einrichtung nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, daß der Druckraum (43) von einem Kolben (42) begrenzt ist, mit welchem der Exzenterteil (34) der Handbremse (11) zusammenwirkt.
  18. Einrichtung nach einem der Ansprüche 11 bis 17, dadurch gekennzeichnet, daß die piezoelektrische Einrichtung (37) mit dem Radbremszylinder (9), insbesondere dessen Piezotranslator (14), elektrisch verbunden ist.
  19. Einrichtung nach einem der Ansprüche 15 bis 18, dadurch gekennzeichnet, daß das Piezoelement (39) über wenigstens ein zentrisch an ihm anliegendes Ausgleichselement (47), vorzugsweise eine Kugel, an einer Stirnseite (46) der Aufnahme (40) anliegt.
  20. Einrichtung nach einem der Ansprüche 15 bis 19, dadurch gekennzeichnet, daß die Aufnahme (40) in einem Gehäuse (38) der piezoelektrischen Einrichtung (37) verschiebbar ist.
Es folgen 3 Blatt Zeichnungen






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