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Dokumentenidentifikation DE60017443T2 09.06.2005
EP-Veröffentlichungsnummer 0001227734
Titel ZUSAMMENSETZUNGEN MIT ESSBAREN ÖLEN ODER FETTEN UND DARIN AUFGELÖSTEN PHYTOSTEROLEN UND/ODER PHYTOSTANOLEN
Anmelder Forbes Medi-Tech Inc., Vancouver, British Columbia, CA
Erfinder ZAWISTOWSKI, Jerzy, Port Moody, CA
Vertreter Barz, P., Dipl.-Chem. Dr.rer.nat., Pat.-Anw., 80803 München
DE-Aktenzeichen 60017443
Vertragsstaaten AT, BE, CH, CY, DE, DK, ES, FI, FR, GB, GR, IE, IT, LI, LU, MC, NL, PT, SE, TR
Sprache des Dokument EN
EP-Anmeldetag 03.11.2000
EP-Aktenzeichen 009742024
WO-Anmeldetag 03.11.2000
PCT-Aktenzeichen PCT/CA00/01298
WO-Veröffentlichungsnummer 0001032029
WO-Veröffentlichungsdatum 10.05.2001
EP-Offenlegungsdatum 07.08.2002
EP date of grant 12.01.2005
Veröffentlichungstag im Patentblatt 09.06.2005
IPC-Hauptklasse A23D 9/007
IPC-Nebenklasse A23D 9/02   A23L 1/30   A23L 2/52   A61K 31/575   A61P 3/06   

Beschreibung[de]
Gebiet der Erfindung

Die vorliegende Erfindung betrifft das Gebiet der Phytosterole und Phytostanole und deren Zugabe zu Ölen und Fetten.

Hintergrund der Erfindung

Obgleich in letzter Zeit in Wissenschaft und Technik Fortschritte zur Verbesserung der Lebensqualität und zur Verlängerung der Lebensdauer von Menschen gemacht worden sind, hat man sich nicht in ausreichender Weise mit der Prophylaxe von Atherosklerose, der Ursache für kardiovaskuläre Erkrankungen ("CVD") befasst. Atherosklerose ist ein degenerativer Vorgang, der sich aus einer Wechselwirkung von ererbten (genetischen) Faktoren und Umweltfaktoren, wie Ernährung und Lebensweise, ergibt. Die bisherigen Forschungsergebnisse lassen darauf schließen, dass Cholesterol (Cholesterin) eine Rolle bei der Atherosklerose spielt, indem atherosklerotische Plaques in Blutgefäßen gebildet werden, die letztlich die Blutzufuhr zum Herzmuskel oder alternativ zum Gehirn oder den Gliedmaßen abschneiden, je nach der Position der Plaques im Arteriengerüst (1, 2). Es gibt Hinweise dafür, dass eine 1 %ige Verringerung der gesamten Cholesterin-Serumkonzentration bei einem Patienten zu einer 2 %-igen Verringerung der Gefahr eines koronaren arteriellen Ereignisses (3) führt. Statistisch gesehen, kann eine 10 %-ige Verringerung der durchschnittlichen Cholesterolkonzentration im Serum (z. B. von 6,0 mmol/Liter auf 5,3 mmol/Liter) jährlich zu einer Verhinderung von 100 000 Todesfällen in den Vereinigten Staaten führen (4).

Sterole sind natürlicherweise vorkommende Verbindungen, die zahlreiche kritische zelluläre Funktionen ausüben. Phytosterole, wie Campesterol, Stigmasterol und &bgr;-Sitosterol in Pflanzen, Ergosterol in Pilzen und Cholesterol in Tieren stellen jeweils primäre Komponenten von zellulären und subzellulären Membranen in den jeweiligen Zelltypen dar. Die diätetische Quelle von Phytosterolen beim Menschen stammt aus Pflanzenmaterialien, z. B. Gemüsen und pflanzlichen Ölen. Der geschätzte tägliche Phytosterolgehalt bei herkömmlicher westlicher Ernährung beträgt etwa 60–80 mg, im Gegensatz zu einer vegetarischen Ernährung, die etwa 500 mg pro Tag liefert.

Phytosterole haben starke Beachtung gefunden, und zwar aufgrund ihrer Fähigkeit, die Serumkonzentration von Cholesterol bei Verabreichung an Säugetierspezies, einschließlich des Menschen, zu senken. Obgleich der genaue Wirkungsmechanismus weitgehend unbekannt ist, scheint die Beziehung zwischen Cholesterol und Phytosterolen teilweise auf die Ähnlichkeiten zwischen den jeweiligen chemischen Strukturen zurückzuführen zu sein (Unterschiede in den Seitenketten der Moleküle). Es wird angenommen, dass Phytosterole Cholesterol aus der mizellaren Phase verdrängen und dadurch dessen Absorption verringern oder möglicherweise mit Rezeptor- und/oder Trägerstellen im Cholesterol-Absorptionsvorgang konkurrieren.

Vor mehr als vierzig Jahren wurde von der Firma Eli Lilly ein Sterolpräparat aus Tallöl und später aus Sojaöl mit der Bezeichnung Cytellin® auf den Markt gebracht, von dem in einem Bericht (5) festgestellt wurde, dass es das Serumcholesterol um etwa 9 % senkt. Verschiedene Bearbeiter haben im Anschluss daran die Wirkungen von Sitosterolpräparaten auf die Plasmakonzentrationen von Lipiden und Lipoproteinen (6) und die Einflüsse von Sitosterol und Campesterol aus Sojabohnen- und Tallölquellen auf Serumcholesterole (7) untersucht. Eine Zusammensetzung von Phytosterolen, für die eine starke Wirksamkeit bei der Senkung von Serumcholesterol festgestellt wurde, ist im US-Patent 5 770 749 (Kutney et al.) beschrieben. Sie umfasst nicht mehr als 70 Gew.-% &bgr;-Sitosterol, mindestens 10 Gew.-% Campesterol und Stigmastanol (&bgr;-Sitostanol). In diesem Patent wird darauf hingewiesen, dass eine gewisse Form von Synergie zwischen den enthaltenen Phytosterolen besteht, die im Vergleich zu den bisher erreichten Werten zu einer noch besseren Senkung des Cholesterolspiegels führt.

Obgleich die offensichtlichen und nunmehr gut belegten Vorteile von Phytosterolen (nicht nur bei der Behandlung von CVD und der dieser Krankheit zugrundeliegenden Zustände, wie Hypercholesterolämie, Hyperlipidämie, Atherosklerose, Hochdruck und Thrombose, sondern auch bei der Behandlung anderer Krankheiten, wie Diabetes vom Typ II, Demenz, Krebs und Alterserscheinungen) wird die Verabreichung von Phytosterolen und deren Einverleibung in Nahrungsmittel, Getränke, pharmazeutische Präparate und andere Abgabeträger dadurch erschwert, dass diese Verbindungen stark hydrophob und wasserlöslich sind und sich ferner nur sehr schwer in homogener Weise in Ölen und Fetten lösen. Es wurden Untersuchungen durchgeführt, in welcher Weise die Form (z. B. als Kristalle, Suspensionen oder Granulate), in der die Phytosterole dosiert werden, ihre Fähigkeit zur Senkung der Serumkonzentration von Cholesterol beeinflusst. Aufgrund ihrer stark hydrophoben Beschaffenheit weisen Phytosterolkristalle eine schlechte Löslichkeit in der mizellaren Phase im Verdauungstrakt auf und sind daher nicht befähigt, die Resorption von Cholesterol in wirksamer Weise zu blockieren. Da das Löslichmachen von Phytosterolen die Hemmung der Resorption von Cholesterol in erheblicher Weise verbessern kann, müssen diesbezüglich Anpassungen vorgenommen werden.

Frühe Forschungsarbeiten konzentrierten sich auf ein Zerreiben oder Mahlen von Phytosterolen, um ihre Löslichkeit zu erhöhen (US-Patente 3 881 005 und 4 195 084, beide Firma Eli Lilly). Ferner haben Bearbeiter eine Veresterung von Phytosterolen in Betracht gezogen, um ihre Löslichkeit zu verstärken. Das deutsche Patent 20 35 069 (28. Januar 1971; analog zu US-Patent 3 751 569) beschreibt die Zugabe von Phytosterolfettsäureestern zu Speiseöl. Die Veresterung wird zwischen einem freien Sterol und einem Fettsäureanhydrid unter Verwendung von Perchlorsäure als Katalysator durchgeführt. Ein erheblicher Nachteil dieses Verfahrens liegt unter anderem darin, dass Katalysatoren und Reagenzien, die nicht für Nahrungsmittelzwecke geeignet sind, verwendet werden.

Das US-Patent 4 588 717 (David E. Mitchell Medical Research Institute) beschreibt ein Vitamin-Ergänzungsprodukt, das einen Fettsäureester von Phytosterol umfasst, wobei der Fettsäureester etwa 18 bis 20 Kohlenstoffatome in der Hauptkohlenstoffkette aufweist.

Das US-Patent 5 502 045 (Firma Raision Tehtaat Oy AB) beschreibt die Herstellung eines &bgr;-Sitostanolfettsäureestergemisches. Obgleich gemäß diesem Patent versucht wurde, ein lösliches und stabiles Phytostanol-Abgabesystem herzustellen, gibt es einige Schwierigkeiten mit der Langzeitstabilität dieser veresterten "Fettsäure"-Produkte, was auf eine letztendliche Oxidation des ungesättigten Fettsäurerestes zurückzuführen ist.

Das US-Patent 3 865 939 (The Procter & Gamble Company) lehrt Speiseölzusammensetzungen mit einem Gehalt an Pflanzensterolen, bei denen die Sterole mittels Fettsäuren mit einer Länge im Bereich von 6 bis 18 Kohlenstoffatomen gelöst werden. Dieses Patent konzentriert sich auf Pflanzensterole im Gegensatz zu Stanolen, die, wie vorstehend ausgeführt, von Natur aus in Ölen schwieriger in Lösung zu bringen sind.

Demzufolge ist die Bereitstellung eines Verfahrens zum Lösen von Phytosterolen/Phytostanolen in Ölen und Fetten unter Bildung eines Produkts, das als solches verwendet werden kann oder ohne weitere Modifikation Abgabesystemen einverleibt werden kann, in hohem Maße erstrebenswert und wurde bisher noch nicht in zufriedenstellender Weise erreicht.

Eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, die vorerwähnten Nachteile zu umgehen oder abzumildern.

Zusammenfassende Darstellung der Erfindung Die vorliegende Erfindung stellt ein Verfahren zur Herstellung einer Speiseöl- oder Speisefettzusammensetzung bereit, die ein oder mehr Phytosterole und/oder Phytostanole umfasst und in denen diese Phytosterole oder Phytostanole im wesentlichen vollständig gelöst sind, wobei das Verfahren die folgenden Schritte umfasst:

  • a) Erwärmen der Phytosterole und/oder Phytostanole unter Bildung eines geschmolzenen Materials;
  • b) Erwärmen des Speiseöls oder Speisefetts;
  • c) Mischen des geschmolzenen Materials mit dem erwärmten Speiseöl oder Speisefett; und
  • d) Kühlen der auf diese Weise gebildeten Zusammensetzung.

Die vorliegende Erfindung umfasst ferner ein Verfahren zum Lösen von Phytosterolen und/oder Phytostanolen in Speiseölen oder Speisefetten, wobei das Verfahren die vorstehend erwähnten Schritte a) bis d) umfasst.

Ferner umfasst die vorliegende Erfindung eine Speiseöl- oder Speisefettzusammensetzung, die im wesentlichen vollständig gelöste Phytosterole und/oder Phytostanole umfasst, die durch die folgenden Schritte hergestellt worden sind:

  • a) Erwärmen der Phytosterole und/oder Phytostanole unter Bildung eines geschmolzenen Materials;
  • b) Erwärmen des Speiseöls oder Speisefetts;
  • c) Mischen des geschmolzenen Materials mit dem erwärmten Speiseöl oder Speisefett; und
  • d) Kühlen der auf diese Weise gebildeten Zusammensetzung.

Ferner umfasst die vorliegende Erfindung Nahrungsmittel, Getränke, diätetische Ergänzungsprodukte und Ernährungspräparate, die eine Speiseöl- oder Speisefettzusammensetzung umfassen, in denen Phytosterole und/oder Phytostanole im wesentlichen vollständig gelöst sind.

Die vorliegende Erfindung stellt ferner Verfahren zur Therapie oder Prophylaxe von CVD und der dieser Krankheit zugrundeliegenden Zustände bereit, einschließlich Atherosklerose, Hypercholesterolämie, Hyperlipidämie, Hochdruck, Thrombose und verwandte Krankheiten, wie Diabetes vom Typ II, sowie andere Krankheiten, die eine oxidative Schädigung als einen Bestandteil des zugrundeliegenden Krankheitsvorgangs beinhalten, wie Demenz, Alterserscheinungen und Krebs, indem man einem Tier, z. B. einem Menschen, eine Öl- oder Fettzusammensetzung verabreicht, in der Phytosterole und/oder Phytostanole im wesentlichen vollständig gelöst sind, oder indem man einem Tier ein Derivatprodukt, z. B. ein Nahrungsmittel, ein Getränk oder ein Ernährungspräparat verabreicht, das eine Öl- oder Fettzusammensetzung umfasst, in der Phytosterole und/oder Phytostanole im wesentlichen vollständig gelöst sind.

Im Rahmen der vorliegenden Erfindung wird eine stark erhöhte Löslichkeit von Phytosterolen und/oder Phytostanolen in Speiseölen und -fetten durch ein Verfahren erreicht, das einfach und wirtschaftlich ist und keine umfangreichen vorhergehenden Modifikationen der Sterole oder Stanole, z. B. durch Veresterung, erfordert. Natürlich vorkommende und isolierte Phytosterole- und/oder -stanole liegen in einer grobbörnigen, pulvrigen, kristallinen Form vor, die ohne gewisse Modifikationen in Wasser, Ölen oder Fetten nicht in die Form eines homogenen Gemisches gebracht werden kann. Obgleich eine Veresterung von Phytosterolen und -stanolen zu einer erheblich besseren Löslichkeit dieser Produkte in Fetten und Ölen führt und aus praktischen Gründen eine verbreitete Technik darstellt, hemmen diese veresterten Derivate nicht in ebenso wirksamer Weise wie freie Sterole die Resorption von Cholesterol (7b). In einer Anzahl von früheren Patenten werden insbesondere Stanole verestert, um ihre schlechte Löslichkeit zu erhöhen (vergl. das US-Patent 5 502 045, Raision Tehtaat Oy AB). Eine Erwärmung von &bgr;-Sitosterol in Öl wird in PCT/FI99/00121 beschrieben; jedoch sind im erhaltenen Produkt die Sterole nur teilweise gelöst.

Ferner sind im Rahmen der vorliegenden Erfindung keine Lösungsmittel, gegen die beim Menschen zum Teil gesundheitliche Bedenken bestehen, erforderlich, um die Auflösung der Phytosterole/Phytostanole zu verstärken. Der Schlüssel für die erfolgreiche Bildung einer homogenen Lösung, wie sie hier erreicht wird, besteht in der Zubereitung von geschmolzenen Phytosterolen, die unter geeigneten Bedingungen mit Ölen oder Fetten vermischt werden. Diese erhöhte Löslichkeit in Ölen und Fetten ermöglicht die Verwendung dieser Medien an sich ohne weitere Verstärkungsbehandlung oder Modifikationen. Demzufolge lassen sich die erfindungsgemäßen Öl- und Fettzusammensetzungen herstellen und als solche verwenden oder leicht Nahrungsmitteln, Getränken und diätetischen Ergänzungspräparaten und Ernährungspräparaten einverleiben. Diese verstärkte Löslichkeit führt dazu, dass geringere Konzentrationen von Phytosterolen und/oder Phytostanolen im Öl oder Fett bereitgestellt werden müssen, um die angestrebte therapeutische oder diätetische Wirkung zu erzielen.

Bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung

Obgleich der diätetische und therapeutische Nutzen von Phytosterolen und Phytostanolen weitgehend bekannt ist, besteht eine sich hartnäckig haltende Schwierigkeit auf diesem Gebiet in der naturgegebenen, nicht-resorbierbaren Beschaffenheit von Pflanzensteroiden in Speiseölen und Speisefetten. Gemäß einem Aspekt der vorliegenden Erfindung wird ein Verfahren zur Herstellung einer Zusammensetzung bereitgestellt, die ein Speiseöl oder Speisefett und ein oder mehr Phytosterole und/oder Phytostanole umfasst und in der diese Phytosterole oder Phytostanole im wesentlichen vollständig gelöst sind, wobei das Verfahren die folgenden Schritte umfasst:

  • a) Erwärmen der Phytosterole und/oder Phytostanole unter Bildung eines geschmolzenen Materials;
  • b) Erwärmen des Speiseöls oder Speisefetts;
  • c) Mischen des geschmolzenen Materials mit dem erwärmten Speiseöl oder Speisefett; und
  • d) Kühlen der auf diese Weise gebildeten Zusammensetzung.

Die einzelnen Bestandteile der Zusammensetzung, nämlich das Phytosterol oder Phytostanol und das Speisefett oder Speiseöl werden nachstehend ausführlich beschrieben. Ferner werden bevorzugte oder empfohlene Vorgehensweisen zur Erzielung des gewünschten Grads der Steroidlöslichkeit und bevorzugte oder empfohlene Vorgehensweisen zur Einverleibung der Speiseöl/Speisefettzusammensetzungen in Nahrungsmittel-, pharmazeutische oder ernährungstechnische "Abgabe"-Träger beschrieben. Schließlich wird eine Reihe von nicht-beschränkenden Beispielen vorgestellt, die die Herstellung von einigen erfindungsgemäßen Zusammensetzungen erläutern.

Im Rahmen der vorliegenden Erfindung wird gemäß einem Aspekt die Auflösung von Phytosterolen und insbesondere von Phytostanolen in Ölen erreicht, ohne dass die klare Beschaffenheit der Öle beeinträchtigt wird, d. h. die auf diese Weise gebildeten Öle sind bei Raumtemperatur klar. Gemäß einem weiteren Aspekt der vorliegenden Erfindung werden Phytosterole und Phytostanole in tierischen Fetten, die beim Abkühlen auf Raumtemperatur fest werden, in Lösung gebracht. Dieses Verfahren ermöglicht eine gleichmäßige Verteilung der Phytosterole/Phytostanole im festen Fett, was bisher nicht in angemessener Weise erreicht werden konnte, und erhöht gleichzeitig die biologische Verfügbarkeit der Phytosterole/Phytostanole.

Phytosterole/Phytostanole

Der hier verwendete Ausdruck "Phytosterol" umfasst sämtliche Phytosterole ohne Beschränkungen, z. B.: Sitosterol, Campesterol, Stigmasterol, Brassicasterol, Desmosterol, Chalinosterol, Poriferasterol, Clionasterol und sämtliche natürlichen oder synthetisierten Formen und Derivate davon, einschließlich der Isomeren. Der Ausdruck "Phystostanol" umfasst sämtliche gesättigten oder hydrierten Phytosterole und sämtliche natürlichen oder synthetisierten Formen und Derivate davon, einschließlich der Isomeren. Es ist darauf hinzuweisen, dass Modifikationen der Phytosterole und Phytostanole, d. h. Produkte mit modifizierten Seitenketten, ebenfalls unter den Umfang der Erfindung fallen. Ferner ist darauf hinzuweisen, dass der Ausdruck "Phytosterol" im Zweifelsfall in der gesamten Beschreibung sowohl Phytosterol als auch Phytostanol umfasst, d. h. die Ausdrücke können in austauschbarer Weise verwendet werden, sofern nichts anderes angegeben ist.

Die zur Bildung der erfindungsgemäßen Derivate herangezogenen Phytosterole und Phytostanole lassen sich aus einer Vielzahl von natürlichen Quellen erzeugen. Beispielsweise können sie bei der Bearbeitung von Pflanzenölen (einschließlich aus Wasserpflanzen), wie Maisöl und anderen pflanzlichen Öle, Weizenkeimöl, Sojaextrakt, Reisextrakt, Reiskleie, Rapsöl, Sonnenblumenöl, Sesamöl und Fischöle (und Öle aus anderen Meeresquellen), erhalten werden. Die vorliegende Erfindung ist nicht auf irgendwelche Quellen von Phytosterolen oder Phytostanolen beschränkt. Das US-Patent 4 420 427 lehrt die Herstellung von Sterolen aus pflanzlichen Ölschlämmen unter Verwendung von Lösungsmitteln, wie Methanol. Alternativ lassen sich Phytosterole und Phytostanole aus Tallölpech oder -seife, Nebenprodukten von forsttechnischen Bearbeitungen, erhalten, wie es im US-Patent 5 770 749 beschrieben ist.

In einer bevorzugten Ausführungsform handelt es sich bei den Phytosterolen/Phytostanolen, die im Öl oder Fett gelöst werden, um in natürlicher Weise abgeleitetes oder synthetisiertes &bgr;-Sitosterol, Campestanol, Sitostanol und Campestrol. Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform handelt es sich bei den Phytosterolen/Phytostanolen, die im Öl oder Fett gelöst werden, um in natürlicher Weise abgeleitetes oder synthetisiertes Sitostanol oder um in natürlicher Weise abgeleitetes oder synthetisiertes Campestanol oder Gemische davon.

Öle/Fette

Eine Vielzahl von Speiseölen und Speisefetten können erfindungsgemäß zum Lösen der Phytosterole verwendet werden. Hierzu gehören beliebige Öl- oder Fettsubstanzen für Nahrungsmittelzwecke oder Ernährungspräparate pflanzlichen, tierischen oder marinen Ursprungs oder Gemische davon. Ohne die Allgemeingültigkeit der vorstehenden Ausführungen beschränken zu wollen, können sämtliche Öle zur Salatzubereitung und für Kochzwecke, einschließlich Sonnenblumenöl, Rapsöl, Sojaöl, Olivenöl, Maisöl, Saffloröl und Sesamöl, verwendet werden. Öle, die durch eine direkte Umesterung oder Umlagerung von tierischen oder pflanzlichen Fettmaterialien bei niedriger Temperatur unter anschließender Entfernung von höher schmelzenden Feststoffen erhalten worden sind, können ebenfalls verwendet werden. Die Fette umfassen sämtliche tierischen Fette.

Herstellungsverfahren

Das Hauptmerkmal der hier beschriebenen Erfindung besteht in der Erwärmung der Phytosterole zur Bildung eines geschmolzenen Materials, bevor das Mischen mit dem erwärmten Öl oder Fett erfolgt. Im allgemeinen lassen sich Phytosterole/Phytostanole bei einer Temperatur von etwa 120 bis 160 °C und vorzugsweise von etwa 135 bis 145 °C in diesen geschmolzenen Zustand erwärmen. Der Schmelzpunkt der meisten Phytosterole beträgt etwa 138 bis 140 °C, obgleich die vorliegende Erfindung nicht hierauf beschränkt ist. Gemäß einer Ausführungsform brauchen keine zusätzlichen Materialien dem geschmolzenen Phytosterolmaterial zugesetzt werden. Das auf diese Weise gebildete geschmolzene Material wird sodann zum Öl oder Fett gegeben, das vorher auf eine Temperatur von etwa 90 bis 150 °C und vorzugsweise von etwa 100 bis 120 °C erwärmt worden ist. Die Öl/Fett-"Zusammensetzung", die die geschmolzenen Phytosterole umfasst, wird sodann auf Raumtemperatur abgekühlt. Beim erhaltenen Produkt handelt es sich um ein Öl oder Fett, in dem die Phytosterole bei Raumtemperatur im wesentlichen vollständig gelöst sind und in diesem Zustand verbleiben. Die Färbung des "Öl"-Produkts, das flüssig ist, ist gelb (blassgelb oder hellgelb) und durchsichtig, ohne dass ein erkennbarer Kristallniederschlag sichtbar ist. Das "Fett"-Produkt ist bei Raumtemperatur fest.

In einer bevorzugten Ausführungsform umfasst die erfindungsgemäße Zusammensetzung 1 bis 30 % Phytosterol und 99 bis 70 % Öl oder Fett (nachstehend bezieht sich der Ausdruck % oder prozentualer Anteil, sofern nichts anderes angegeben ist, auf Gewichtsprozent oder den gewichtsprozentualen Anteil). Insbesondere umfasst die Zusammensetzung 2 bis 10 % Phytosterol und 98 bis 90 % Öl oder Fett. Im allgemeinen ist bei Speiseölen für Kochzwecke, die gemäß den hier gemachten Angaben so angepasst sind, dass sie Phytosterole umfassen, zu erwarten, dass der Anteil an Phytosterolen 5 % oder weniger und der Anteil an Öl 95 % oder mehr beträgt. Alternativ kann es bei der Verwendung von Ölen oder Fetten zur Herstellung von Abgabeträgern (Nahrungsmittel, Getränke, pharmazeutische Präparate und dergl., gemäß den nachstehenden Ausführungen) erstrebenswert sein, dass Phytosterole darin in höheren Konzentrationen gelöst sind. Beispielsweise können die zur Herstellung von Emulsionen für Aufstriche/Margarinen verwendeten Ölzusammensetzungen mehr als 5 % Phytosterole enthalten. Bei dieser speziellen Ausführungsform ist es bevorzugt, dass ein oder mehr Emulgiermittel in der nachstehend beschriebenen Zusammensetzung enthalten sind.

Emulgiermittel

Gegebenenfalls können vor der Schmelzstufe ein oder mehr Emulgiermittel mit den Phytosterolen oder Phytostanolen vermischt werden. Diese Emulgatoren umfassen (ohne Beschränkung hierauf) (wobei die in Klammern gesetzten Ziffern sich auf die bevorzugten HLB-Werte beziehen): anionische oberflächenaktive Mittel, wie Alkoholethersulfate, Alkylsulfate (30–40), Seifen (12–20) und Sulfosuccinate; kationische oberflächenaktive Mittel, wie quaternäre Ammoniumverbindungen; zwitterionische oberflächenaktive Mittel, wie Alkylbetain-Derivate; amphotere oberflächenaktive Mittel, wie Fettaminsulfate, Difettsäurealkyltriethanolamin-Derivate (16–17); und nicht-ionische oberflächenaktive Mittel, wie Polyglykolether-Derivate von aliphatischen oder cycloaliphatischen Alkoholen, gesättigten Fettsäuren und Alkylphenolen, wasserlösliche Polyethylenoxyaddukte an Propylenglykol und Alkylpolypropylenglykol, Nonylphenolpolyethoxyethanole, Rhizinusöl, Polyglykolether, Polypropylen/Polyethylenoxid-Addukte, Tributylphenoxypolyethoxyethanol, Polyethylenglycol, Octylphenoxypolyethoxyethanol, Lanolinalkohole, polyoxyethylierte (POE) Alkylphenole, POE-Fettamide, POE-Fettalkoholether, POE-Fettamine, POE-Fettsäureester, Poloxamere (7–19), POE-Glycolmonoether (13–16), Polysorbate und Sorbitanester. Insbesondere umfassen die Emulgatoren folgende Produkte: Glycerinfettsäureester, Diglycerinfettsäureester, Polyglycerinfettsäureester, Glycerinfettsäureester mit organischen Säuren, Propylenglykolfettsäureester, Sorbitanfettsäureester und Saccharosefettsäureester. Diese Aufzählung soll nicht als erschöpfend angesehen werden, da auch andere Emulgatoren gleichermaßen geeignet sind. Besonders bevorzugte Emulgatoren sind Lecithin und Phospholipide. Die Zugabe eines Emulgators ist besonders empfehlenswert, wenn die Konzentration an Phytosterolen in der Öl- oder Fettzusammensetzung mehr als 5 % beträgt, während diese Zugabe ansonsten im allgemeinen nicht notwendig ist. Es ist bevorzugt, dass die Menge des zugesetzten Emulgators im Bereich von 0,01 bis 10 % (Gew./Gew.) und insbesondere im Bereich von 0,2 bis 5 % (Gew./Gew.) liegt.

Anwendungsverfahren

Die erfindungsgemäßen Öl- und Fettzusammensetzungen, die im wesentlichen vollständig gelöste Phytosterole umfassen, können direkt und ohne weitere Modifikation beim Kochen, Backen und dergl. als Mittel zur Senkung des Serumcholesterols bei Tieren und insbesondere beim Menschen herangezogen werden. Alternativ kann die Zusammensetzung behandelt werden, um die Abgabe in verschiedene andere Abgabemedien zu verstärken. Beispielsweise kommt erfindungsgemäß die Bildung von ölartigen Gelnahrungsmitteln in Frage, wie Erdnussbutter, Mayonnaise, Eiscreme und Margarineaufstrich mit einem Gehalt an derartigen Zusammensetzungen. Es gibt zahlreiche Arten oder "Träger" zur Abgabe dieser Zusammensetzung. Demzufolge ist die Erfindung nicht auf die nachstehenden Abgabebeispiele beschränkt.

1) Pharmazeutische Dosierungsformen

Es fällt unter den Umfang der vorliegenden Erfindung, dass die erfindungsgemäße Zusammensetzung verschiedenen herkömmlichen pharmazeutischen Präparaten und Dosierungsformen einverleibt werden können, wie Tabletten (einfache und beschichtete) zur oralen, bukkalen oder lingualen Anwendung, Kapseln (harte und weiche Gelatinekapseln mit oder ohne zusätzliche Überzüge), Pulver, Granulate (einschließlich schäumende Granulate), Pellets, Mikroteilchen, Lösungen (z. B. mizellare Produkte, Sirups, Elixiere und Tropfen), Pastillen, Ampullen, Emulsionen, Mikroemulsionen, Salben, Cremes, Suppositorien, Gele und transdermale Pflaster, Dosierungsformen mit modifizierter Freisetzung zusammen mit üblichen Exzipientien und/oder Verdünnungsmitteln und Stabilisatoren.

Die erfindungsgemäße Zusammensetzung, die gemäß den vorstehenden Ausführungen in die geeignete Dosierungsform gebracht worden ist, kann Tieren, einschließlich Menschen, oral, durch Injektion (intravenös, subkutan, intraperitoneal, intradermal oder intramuskulär), topisch oder auf anderen Wegen verabreicht werden. Obgleich der genaue Wirkungsmechanismus, gemäß dem die erfindungsgemäße Zusammensetzung bei intravenöser Verabreichung den Serumcholesterolspiegel senkt, nicht bekannt ist, wird angenommen, dass gewisse Gemische von Phytosterolen zusammenwirken und neben ihrer Rolle als Inhibitor der Cholesterolresorption im Darm eine systemische Wirkung auf die Cholesterol-Homeostase durch Gallensäuresynthese, enterozystische und biliäre Cholesterol-Exkretion, Gallensäure-Exkretion und Veränderungen der Enzymkinetik und des Cholesteroltransports zwischen verschiedenen Kompartimenten innerhalb des Körpers ausüben (PCT/CA97/00474, veröffentlicht am 15. Januar 1998).

Die hier beschriebenen Öl- und Fettzusammensetzungen können sowohl für diätetische als auch therapeutische Zwecke verwendet werden, um eine Therapie und/oder Prophylaxe von CVD, dieser Krankheit zugrundeliegenden Zuständen, wie Hypercholesterolämie, Hyperlipidämie, Arteriosklerose, Hochdruck, Thrombose, verwandte Krankheiten, wie Diabetes vom Typ II, sowie andere Krankheiten, die eine oxidative Schädigung als Teil des zugrundeliegenden Krankheitsvorgangs umfassen, wie Demenz, Alterserscheinungen und Krebs, verwendet werden. Bei Bevölkerungsgruppen, bei denen ein hohes Risiko in bezug auf CVD und beliebige andere, oxidationsbezogene Störungen besteht, kommt es in Betracht, dass die Zusammensetzungen und Nahrungsmittel, in denen sie enthalten sind, in primären, sekundären und tertiären Behandlungsprogrammen verwendet werden.

Um die verschiedenen möglichen Träger für die Abgabe der Zusammensetzungen beurteilen zu können, wird die nachstehende Aufzählung bereitgestellt. Die Dosierungen der Zusammensetzungen variieren neben anderen Faktoren je nach dem Abgabeweg (d. h. auf welche Weise und welchen Nahrungsmitteln, Getränken oder pharmazeutischen Präparaten die Zusammensetzung letztlich einverleibt wird), der Größe und dem Zustand des Patienten, dem zu erzielenden Ergebnis sowie von anderen Faktoren, die dem Fachmann auf dem Gebiet der Nahrungsergänzungsmittel und medizinischen Mittel geläufig sind. Im allgemeinen ist es jedoch bevorzugt, dass die erfindungsgemäßen Zusammensetzungen Menschen in einer Form verabreicht werden, die bis zu 6 g (bezogen auf eine Person mit 70 kg) Phytosterolen und/oder Phytostanolen pro Tag verabreicht werden, vorzugsweise von 1 bis 5 g pro Tag und insbesondere 1,5 g pro Tag. Ferner ist darauf hinzuweisen, dass die Bereitstellung von wesentlich größeren täglichen Dosen der Derivate für den tierischen Wirt nicht schädlich ist, da eine überschüssige Menge einfach die normalen Ausscheidungskanäle durchläuft.

Nahrungsmittel/Getränke/Nahrungsergänzungsmittel

Ein Hauptzweck der vorliegenden Erfindung besteht in der Bereitstellung von modifizierten Speiseöl- und Speisefettzusammensetzungen, die als solche beim Kochen, Braten und dergl. ohne weitere Modifikation verwendet werden können.

Alternativ können die erfindungsgemäßen Zusammensetzungen bei der Herstellung von Nahrungsmitteln und Getränken und Nahrungsergänzungsmitteln zugesetzt oder anderweitig eingesetzt werden, wozu (ohne Beschränkung) die folgenden Möglichkeiten gehören:

  • 1) Produkte auf Fettbasis, wie Margarinen, Aufstriche, Erdnussbutter, Erdnussaufstriche, Mayonnaise (die häufig unter Verwendung von Emulsionen gebildet werden), Backfette, Koch- und Bratöle und Dressings;
  • 2) Produkte auf Getreidebasis, z. B. Brot, Nudeln, Gebäck und Konditoreiwaren, unabhängig davon, ob diese Produkte gekocht, gebacken oder anderweitig verarbeitet worden sind;
  • 3) Süßwaren, wie Schokolade, Bonbons, Kaugummi, Desserts, Garnierungsprodukte auf Nichtmilchbasis (z. B. Cool Whip®, Sorbets, Mixgetränke auf Milch- und Nichtmilchbasis, Zuckerguß und andere Füllungen;
  • 4) Getränke, wie diätetische Ergänzungsgetränke und Getränke zum Ersatz von Mahlzeiten, z. B. Produkte der Handelsbezeichnungen Boost® und Ensure®, sowie beliebige trinkbare Emulsionen, die einen Zusatz von Fetten oder Ölen enthalten;
  • 5) vermischte Produkte, einschließlich verarbeitete Nahrungsmittel, wie Suppen, vorbereitete Nudelsoßen, vorbereitete Mahlzeiten und dergl.; und
  • 6) Molkereiprodukte, wie Butter, Aufstriche auf Milchbasis und Getränke, wie Mixgetränke und Emulsionen mit einem Gehalt an zugesetzten Fetten oder Ölen.

Beispiele

Nachstehend wird die Erfindung anhand der folgenden, nicht-beschränkenden Beispiele beschrieben.

Beispiel 1 Auflösung in Ölen – Phytosterole in Sojaöl

Es wurde eine Anzahl von Zusammensetzungen hergestellt, die in Öl gelöste Phytosterole enthalten, ohne dass Emulgatoren erforderlich sind.

  • A) Ein Gemisch von Phytosterolen (nachstehend als "3P6" bezeichnet), das &bgr;-Sitosterol, Campesterol, Campestanol und Sitostanol (das letztgenannte Produkt in einem Anteil von etwa 33–40 % (Gew./Gew.)) enthielt, wurde zum Auflösen in Sojaöl ausgewählt. 0,5 g 3P6 (5 % (Gew./Gew.)) wurden unter Erwärmen mit einem Ölbad auf etwa 140 °C in einen geschmolzenen Zustand erwärmt. Das geschmolzene Phytosterolgemisch wurde bei etwa 140 °C zu 9,5 g Sojaöl (95 % (Gew./Gew.)) gegeben. Die endgültige Zusammensetzung wurde etwa 2 Minuten gemischt, wobei die Temperatur auf etwa 100–110 °C gesenkt wurde.
  • B) 0,6 g 3P6 (6 % (Gew./Gew.)) wurden unter Erwärmen mit einem Ölbad von etwa 140 °C in einen geschmolzenen Zustand erwärmt. Das geschmolzene Phytosterolgemisch wurde bei etwa 140 °C zu 9,4 g Sojaöl (94 % (Gew./Gew.) gegeben. Die endgültige Zusammensetzung wurde etwa 2 Minuten gemischt, wobei die Temperatur auf 100–110 °C gesenkt wurde.
  • C) 0,7 g 3P6 (7 % (Gew./Gew.)) wurden unter Erwärmen mit einem Ölbad von etwa 140 °C in einen geschmolzenen Zustand erwärmt. Das geschmolzene Phytosterolgemisch wurde bei etwa 140 °C zu 9,3 g Sojaöl (93 % (Gew./Gew.) gegeben. Die endgültige Zusammensetzung wurde etwa 2 Minuten gemischt, wobei die Temperatur auf 100–110 °C gesenkt wurde.
  • D) 0,8 g 3P6 (8 % (Gew./Gew.)) wurden unter Erwärmen mit einem Ölbad von etwa 140 °C in einen geschmolzenen Zustand erwärmt. Das geschmolzene Phytosterolgemisch wurde bei etwa 140 °C zu 9,2 g Sojaöl (92 % (Gew./Gew.) gegeben. Die endgültige Zusammensetzung wurde etwa 2 Minuten gemischt, wobei die Temperatur auf 100–110 °C gesenkt wurde.
  • E) 0,9 g 3P6 (9 % (Gew./Gew.)) wurden unter Erwärmen mit einem Ölbad von etwa 140 °C in einen geschmolzenen Zustand erwärmt. Das geschmolzene Phytosterolgemisch wurde bei etwa 140 °C zu 9,1 g Sojaöl (91 % (Gew./Gew.) gegeben. Die endgültige Zusammensetzung wurde etwa 2 Minuten gemischt, wobei die Temperatur auf 100–110 °C gesenkt wurde.
  • F) 1,0 g 3P6 (10 % (Gew./Gew.)) wurden unter Erwärmen mit einem Ölbad von etwa 140 °C in einen geschmolzenen Zustand erwärmt. Das geschmolzene Phytosterolgemisch wurde bei etwa 140 °C zu 9,0 g Sojaöl (90 % (Gew./Gew.) gegeben. Die endgültige Zusammensetzung wurde etwa 2 Minuten gemischt, wobei die Temperatur auf 100–110 °C gesenkt wurde.

Die auf diese Weise gebildete Zusammensetzung mit einem Gehalt an 5 % (Gew./Gew.) Phytosterol ergab eine klare Lösung ohne einen erkennbaren Niederschlag von Kristallen. Hierbei handelt es sich um die besonders bevorzugte Zusammensetzung ohne Emulgatoren. Kontrollprobenzusammensetzungen wurden mit vergleichbaren prozentualen Anteilen der Komponenten hergestellt, wobei aber lediglich das Öl und die Phytosterole unter etwa 3-minütigem Erwärmen zusammengegeben wurden. Im Vergleich zu den Kontrollproben waren die nach dem erfindungsgemäßen Verfahren hergestellten Zusammensetzungen klarer, was auf eine bessere Auflösung der Phytosterole hinweist.

Beispiel 2 Auflösung in Ölen – Phytosterole und Emulgatoren in Sojaöl

Es wurden drei Typen von Emulgatoren getestet: EMULTOP®, (ein Lyso-PC-angereichertes Lecithin); EPIKURON200® (mit einem Gehalt an mehr als 98 Phospholipiden) und Phosphoderm® (etwa 80 % Phospholipide in Alkohol). Jeder dieser drei Emulgatoren wurde in Mengen von 0,01 % (Gew./Gew.) bis 1 % (Gew./Gew.) getestet. Die Phytosterolmengen lagen im Bereich von 5 bis 10 % (Gew./Gew.). Das nachstehend für Epikuron in den angegebenen Mengen und Phytosterole in einer Menge von 5 % (Gew./Gew.) beschriebene Verfahren gilt für sämtliche Zusammensetzungen, wobei selbstverständlich die unterschiedlichen prozentualen Anteile der drei Komponenten verwendet werden.

  • A) Ein Gemisch von Phytosterolen ("3P6" gemäß den Angaben in Beispiel 1) wurde für die Auflösung in Sojaöl ausgewählt. 0,5 g 3P6 (5 % (Gew./Gew.)) wurden unter Erwärmen mit einem Ölbad von etwa 140 °C in einen geschmolzenen Zustand erwärmt. 0,1 g Epikuron 200 (1 % (Gew./Gew.)), ein Emulgator mit einem Gehalt an mehr als 98 % Phospholipiden, wurde zugegeben und in die geschmolzenen Phytosterole eingerührt. Nach gründlichem Vermischen wurden die Phytosterole/Phospholipide bei etwa 140 °C zu 9,4 g Sojaöl (94 % (Gew./Gew.)) gegeben. Die endgültige Zusammensetzung wurde etwa 2 Minuten gemischt, wobei die Temperatur auf 100–110 °C gesenkt wurde.
  • B) 0,5 g 3P6 (5 % (Gew./Gew.)) wurden unter Erwärmen mit einem Ölbad von etwa 140 °C in einen geschmolzenen Zustand erwärmt. 0,05 g Epikuron 200 (0,5 %) wurden zugegeben und in die geschmolzenen Phytosterole eingerührt. Nach gründlichem Vermischen wurden die Phytosterole/Phospholipide bei etwa 140 °C zu 9,45 g Sojaöl (94,5 %) gegeben. Die endgültige Zusammensetzung wurde etwa 2 Minuten gemischt, wobei die Temperatur auf 100–110 °C gesenkt wurde.
  • C) 0,5 g 3P6 (5 % (Gew./Gew.)) wurden unter Erwärmen mit einem Ölbad von etwa 140 °C in einen geschmolzenen Zustand erwärmt. 0,03 g Epikuron 200 (0,3 %) wurden zugegeben und in die geschmolzenen Phytosterole eingerührt. Nach gründlichem Vermischen wurden die Phytosterole/Phospholipide bei etwa 140 °C zu 9,47 g Sojaöl (94,7 %) gegeben. Die endgültige Zusammensetzung wurde etwa 2 Minuten gemischt, wobei die Temperatur auf 100–110 °C gesenkt wurde.
  • D) 0,5 g 3P6 (5 % (Gew./Gew.)) wurden unter Erwärmen mit einem Ölbad von etwa 140 °C in einen geschmolzenen Zustand erwärmt. 0,01 g Epikuron 200 (0,1 %) wurden zugegeben und in die geschmolzenen Phytosterole eingerührt. Nach gründlichem Vermischen wurden die Phytosterole/Phospholipide bei etwa 140 °C zu 9,49 g Sojaöl (94,9 %) gegeben. Die endgültige Zusammensetzung wurde etwa 2 Minuten gemischt, wobei die Temperatur auf 100–110 °C gesenkt wurde.
  • E) 0,5 g 3P6 (5 % (Gew./Gew.)) wurden unter Erwärmen mit einem Ölbad von etwa 140 °C in einen geschmolzenen Zustand erwärmt. 0,001 g Epikuron 200 (0,01 %) wurden zugegeben und in die geschmolzenen Phytosterole eingerührt. Nach gründlichem Vermischen wurden die Phytosterole/Phospholipide bei etwa 140 °C zu 9,499 g Sojaöl (94,99 %) gegeben. Die endgültige Zusammensetzung wurde etwa 2 Minuten gemischt, wobei die Temperatur auf 100–110 °C gesenkt wurde.
  • F) 0,5 g 3P6 (5 % (Gew./Gew.)) wurden unter Erwärmen mit einem Ölbad von etwa 140 °C in einen geschmolzenen Zustand erwärmt. Das geschmolzene Phytostyrolgemisch wurde bei etwa 140 °C zu 9,5 g Sojaöl (95 %) gegeben. Die endgültige Zusammensetzung wurde etwa 2 Minuten gemischt, wobei die Temperatur auf 100–110 °C gesenkt wurde.

Die besten Ergebnisse, d. h. die klarsten Zusammensetzungen ohne erkennbare Ausfällungen oder Kristallbildung, wurden mit 7 % (Gew./Gew.) Phytosterol oder weniger und 0,30 % (Gew./Gew.) Lecithin (EMULTOP) als Emulgator und mit 8 % (Gew./Gew.) oder weniger Phytosterol und 0,30 (Gew./Gew.) Phospholipiden (PHOSPHODERM) in Alkohol als Emulgator erhalten. Im Vergleich zu Kontrollprobenzusammensetzungen (mit vergleichbaren prozentualen Anteilen an Phytosterolen und Ölen ohne die Emulgatoren) waren die nach dem erfindungsgemäßen Verfahren hergestellten Zusammensetzungen, bei denen Emulgator zugesetzt war, klarer, was auf eine bessere Auflösung der Phytosterole hinweist.

Beispiel 3 Milchgetränke

Ein Phytosterolgemisch, das aus Campesterol, Campestanol, &bgr;-Sitosterol und Sitostanol bestand, wurde gemäß Beispiel 1 in Öl gelöst. Xanthangummi (0,1 %) und Magermilchpulver (8–12 %) wurden mit Magermilch vereinigt und 30 Minuten zur Rehydratisierung des Milchpulvers bei Raumtemperatur belassen. Anschließend wurde unter Verwendung eines von oben eingesetzten Rührers, z. B. eines Caframo-Rührers, der mit einem verdrehten Rührflügel ausgerüstet war, ein Gemisch langsam eingemischt, bis eine gleichmäßige Dispersion erhalten wurde. Phytosterole enthaltendes Öl wurde auf 80 °C erwärmt und unter Rühren zu dem Gemisch gegeben. Das erhaltene Gemisch wurde sodann unter Verwendung eines absatzweise arbeitenden Mischers mit hoher Scherkraft (Ultra-Turrax T50, der mit dem Dispergiergerät S50N ausgerüstet war, IKA Works Inc., Wilmington, NC, USA) homogenisiert. Andere Vorrichtungen, wie einstufige Homogenisiergeräte, zweistufige Homogenisiergeräte oder Hochdruck-Mikrofluidizer-Geräte können alternativ für die Homogenisierung des Milchmischgetränks verwendet werden. Anschließend wurde das Milchmischgetränk einer UHT-Behandlung (4 sec. bei 141 °C) unterzogen und in aseptische Behälter zur Verwendung als Getränk abgepackt oder zur weiteren Verarbeitung pasteurisiert (30 Minuten, 69 °C).

Dieses Milchgetränk kann als "Grundlage" zur Herstellung einer beliebigen Anzahl von Nahrungsmittel- und Getränkeprodukten verwendet werden. Obgleich nachstehend die Herstellung von Joghurt erläutert wird, können auch andere Produkte, wie Käse, gleichermaßen hergestellt werden.

Beispiel 4 Joghurt

Zur Herstellung von Joghurt wurde ein pasteurisiertes Phytrol enthaltendes Milchgetränk (Beispiel 3) verwendet. Milch wurde auf 0,75–1 % Fett, 12–13 % Feststoffe und 0,5–1 % Phytosterolgemisch nach dem Pearsons-Square-Verfahren standardisiert (K. A. Hyde und J. Rothwell, in "Ice Cream", Churchill Livingstone Ltd., London, U.K. (1973)). Etwa 3 Gew.-% aktive Joghurtkultur mit einem Gehalt an Lactobacillus bulgaricus und Streptococcus thermophilus im Verhältnis von 1:1 wurden sorgfältig in das warme Milchmischgetränk eingeführt. Nach mäßigem Mischen wurde die inokulierte Milch auf 125 g-Behälter, die bis nahe an den Rand gefüllt wurden, verteilt. Die Behälter wurden thermisch mit Aluminiumdeckeln gesiegelt und in einen Inkubator (44 °C) gestellt, der mit einer Zirkulationsvorrichtung zur gleichmäßigen Luftverteilung und einer Temperatursteuervorrichtung ausgerüstet war. Die gefüllten Behälter wurden 3 bis 5 Stunden bei 44 °C belassen, bis sich ein festes; glattes Gel bildete. Während der Inkubation wurde der pH-Wert periodisch überwacht. Beim Erreichen eines pH-Werts von etwa 4,5 wurde der Joghurt aus dem Inkubator entnommen, rasch gekühlt und bei 4 °C gelagert.

Beispiel 5 Nicht-Milchgetränk

Ein Phytosterolgemisch, das aus Campesterol, Campestanol, &bgr;-Sitosterol und Sitostanol bestand, wurde gemäß Beispiel 1 in Öl gelöst. Xanthangummi (0,1–0,2 %), Tween 65 (0,5–0,7 %) und Aromastoffe wurden mit Wasser vereinigt und langsam unter Verwendung eines von oben eingesetzten Rührers, z. B. eines Caframo-Geräts, der mit einem verdrehten Rührflügel ausgerüstet war, bei Raumtemperatur vermischt, bis eine gleichmäßige Dispersion erhalten wurde. Öl mit einem Gehalt an Phytosterolen wurde auf 80 °C erwärmt und unter Rühren zu dem wässrigen Gemisch gegeben. Das Gemisch wurde gemäß Beispiel 3 homogenisiert und wärmebehandelt.

Beispiel 6 Brot

Brote mit einem Gehalt an 0,6 % und 1,2 % des Phytosterolgemisches, das Campesterol, Campestanol, &bgr;-Sitosterol und Sitostanol (nachstehend als "Phytrol" bezeichnet) in Lösung in Öl (Crisco®) enthielt (siehe Beispiel 1), wurden unter Verwendung einer Brotherstellvorrichtung (Black & Decker, Modell #B2005) hergestellt. Die Phytosterol-Zusammensetzung (Crisco plus Phytosterole) wurde mit den übrigen Bestandteilen in den nachstehend angegebenen Verhältnissen vermischt.

Die Bestandteile wurden in der Backform des Brotherstellungsgeräts vereinigt. Die Teigbereitung und der Backvorgang wurden gemäß den Anweisungen des Herstellers durchgeführt.

Beispiel 7 Getreideriegel

Getreideriegel mit einem Gesamtgewicht von 20 g und 40 g, die 3 % bzw. 1,5 % Phytrol enthielten, wurden hergestellt. Phytrol® bestand aus Campesterol, Campestanol, &bgr;-Sitosterol und Sitostanol und wurde gemäß dem Verfahren von Beispiel 1 in partiell hydriertem Pflanzenöl gelöst. Das Öl/Phytrol-Gemisch wurde auf 30 °C abgekühlt und unter Verwendung eines absatzweise arbeitenden Mischers mit hoher Scherkraft emulgiert (Ultra-Turrax T50, ausgerüstet mit dem Dispergierelement S50N, IKA Works Inc., Wilmington, NC, USA). Anschließend wurden zwei Ölgemische (9,4 % und 18,8 % Phytrol) unter Verwendung eines Hochdruck-Mikrofluidizer-Geräts bei 20 000 psi weiter emulgiert.

Getreideriegel wurden durch Vereinigen von Bindemittel (40 %), Wasser (5 %) und essbaren Teilchen (55 %) hergestellt. Nachstehend sind zwei typische Beispiele für Bindemittel, das zur Herstellung eines Getreideriegels verwendet wird, angegeben. Saccharose enthaltendes Bindemittel Phytrol (9,4 % oder 18,8 %) enthaltendes Öl% 40 % Saccharose 22 % Wasser 28 % Natriumcaseinat 5 % Lecithin 2 % Glycerin 3 %
Glucose enthaltendes Bindemittel Phytrol (9,4 % oder 18,8 %) enthaltendes Öl 40 % Glucosesirup 50 % Natriumcaseinat 5 %
Lecithin 2 % Glycerin 3 %

Saccharose in Wasser/Glucosesirup wurde auf 100 °C erwärmt, während Phytrol enthaltendes Fett bei 40–80 °C verflüssigt wurde. Eine heiße Zuckerlösung wurde in die Schüssel (Hobart-Mischer, Modell N50) gegeben. Sodann wurden Fett und anschließend die übrigen Bindemittelbestandteile zugesetzt. Sämtliche Bestandteile wurden gründlich und heftig vermischt. Nach Abkühlen auf 40 °C wurden essbare Teilchen unter gründlichem, nicht-heftigem Mischen zugesetzt. Im Anschluß wurden die essbaren Teilchen in typischer Weise den Getreideriegeln einverleibt. Essbare Teilchen Haferflocken 20–40 % Knusperreis 10–20 % Puffgerste 10–20 % Getrocknete Apfelwürfel 10–20 % Zerkleinerte Kokosnüsse 5–10 % Rosinen 5–10 % Verschiedene Nüsse 5–10 %

Nach vollständigem Mischen wurde das gemischte Material in eine Form gegeben und mit einer Walze gepresst. Nach Entnehmen aus der Form wurde das Produkt in essfertige Getreideriegel verschiedener Größen zerschnitten.

Beispiel 8 Aufstrich

Leichte Margarine (60 % Fett) mit einem Gehalt an 6 % Phytrol wurde in Ansätzen von 5–10 kg hergestellt. Phytrol® bestand aus Campesterol, Campestanol, &bgr;-Sitosterol und Sitostanol und wurde gemäß dem in Beispiel 1 beschriebenen Verfahren in den Ölen gelöst. Eine klare Fettlösung wurde in den Einspeisebehälter (20 Liter) gegeben, auf 40–45 °C gekühlt und unter Verwendung eines Ultra-Turrax T50-Geräts, das mit dem Dispergierelement S50N, IKA Works Inc., Wilmington, NC, USA, ausgerüstet war, gerührt. Anschließend wurde der Wasseranteil (40 %) zugesetzt und die Temperatur auf 60 °C eingestellt. Das Gemisch wurde in einen Rotator gegeben und bei 8–10 °C bearbeitet. Nachstehend ist die Zusammensetzung der Margarine angegeben.

Beispiel 9 Schokolade

Milchschokolade mit einem Gehalt an 6 % Phytrol wurde in Ansätzen von 20–50 kg hergestellt. Phytrol®, das aus Campesterol, Campestanol, &bgr;-Sitosterol und Sitostanol bestand, wurde gemäß dem in Beispiel 1 angegebenen Verfahren in Sojaöl gelöst. Das Gemisch (20 % Phytrol) wurde anschließend unter Verwendung eines Hochdruck-Mikrofluidizer-Geräts bei 20 000 psi emulgiert. Die Schokolade bestand aus einem äußeren Mantel (42 Gew.-% ohne Phytrol) und einem Kern (69 %, Phytrol). Der äußere Mantel der Schokolade wurde durch Vermischen von Zucker (45 %), Vollmilchpulver (20 %), Kakaobutter (23 %), Kakaomasse (12 %), Sojalecithin (0,3 %) und reiner Vanille (0,1 %) in einem Heiztank hergestellt. Sämtliche Bestandteile wurden geschmolzen, getempert und in Formen gegeben. Der Kern wurde durch Vermischen von Zucker, Kakaobutter, Vollmilchpulver, Kakaomasse, Sojalecithin und reiner Vanille in den für den äußeren Mantel angegebenen Verhältnissen hergestellt. Das Gemisch wurde geschmolzen und getempert. Anschließend wurde ein Phytrol/Sojaöl-Gemisch mit der Schokolade im Verhältnis 1:1 vermischt und in Formen gegeben, die vorher mit Schokolade ohne Phytrol gefüllt worden waren. Die Schokoladestücke wurden sodann abgekühlt, eingewickelt und in Behälter verpackt. Unter Verwendung des Formgebungssystems wurden Schokoladestücke von 10–12 g hergestellt.

Beispiel 10 Weichgelkapsel-Dosierungsform

Phytosterole wurden in einem Speiseölträger unter Anwendung des in Beispiel 1 angegebenen Verfahrens gelöst und anschließend mit einem dispergierenden/emulgierenden Mittel und Lecithin in Kombination mit Monoglyceriden mittlerer Kettenlänge vermischt (es können auch Di- oder Triglyceride oder Kombinationen davon verwendet werden). Je nach dem Verwendungszweck, für den das Kombinationsprodukt verwendet wird, wird die erforderliche Dosierung in einer oder zwei Kapseln, die mit jeder Mahlzeit eingenommen werden, bereitgestellt.

Beispiel 11 Orale Mikroemulsion

Phytosterole wurden in einem Speiseöl unter Anwendung des Verfahrens von Beispiel 1 gelöst. Anschließend wurde die Zusammensetzung mit entsprechenden Exzipientien unter Bildung eines selbst emulgierenden Arzneistoffabgabesystems vermischt, das sich in gastrointestinalen Flüssigkeiten als Mikroemulsion präsentierte. Geeignete Exzipientien umfassten ein Gemisch von Mono- und Diglyceriden von mittlerer Kettenlänge mit HLB-Werten im Bereich von 2–7, z. B. die CAPMUL-Reihe (Warenbezeichnung); ein Triglycerid mittlerer Kettenlänge, z. B. ein Mitglied der CAPTEX-Reihe (Warenbezeichnung); ein Emulgator mit hohem HLB-Wert (HLB-Wert 10–16), z. B. Polysorbat 20; und Wasser. Geeignete Geschmacksstoffe, Konservierungsmittel und Antioxidationsmittel wurden ebenfalls zugesetzt. Je nach dem Verwendungszweck, für den das Kombinationsprodukt eingesetzt wird, wird die erforderliche Dosierung in Mengen von 5–10 ml bereitgestellt, die mit jeder Mahlzeit eingenommen werden.

Literaturverzeichnis
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Anspruch[de]
  1. Verfahren zur Herstellung einer Zusammensetzung, umfassend ein Speiseöl oder -fett und eines von Phytosterolen und/oder Phytostanolen, in der die Phytosterole und/oder Phytostanole im wesentlichen vollständig darin gelöst sind, umfassend die Schritte:

    a) Erwärmen der Phytosterole und/oder Phytostanole zumindest auf die Schmelztemperatur der Phytosterole und/oder Phytostanole, ohne dass irgendein anderes Material zugegen ist, um ein geschmolzenes Material zu bilden;

    b) Erwärmen des Speiseöls oder -fetts,

    c) Mischen des geschmolzenen Materials mit dem erwärmten Speiseöl oder -fett; und

    d) Kühlen der so gebildeten Zusammensetzung.
  2. Verfahren nach Anspruch 1, worin das Öl irgendein Speiseöl pflanzlichen oder tierischen Ursprungs ist und das Fett irgendein Tierfett ist.
  3. Verfahren nach Anspruch 1, worin das Öl ausgewählt ist aus der Gruppe bestehend aus Sonnenblumenöl, Rapsöl, Sojaöl, Olivenöl, Maisöl, Safloröl, Sesamöl.
  4. Verfahren nach Anspruch 1, worin die Phytosterole ausgewählt sind aus der Gruppe bestehend aus Sitosterol, Campesterol, Stigmasterol, Brassicasterol, Desmosterol, Chalinosterol, Poriferasterol, Clionasterol und allen natürlichen oder künstlichen Formen und Derivaten davon, einschließlich Isomere.
  5. Verfahren nach Anspruch 1, worin die Phytostanole ausgewählt sind aus der Gruppe bestehend aus Sitostanol, Campestanol, Brassicastanol, Desmostanol, Chalinostanol, Poriferastanol, Clionastanol und allen natürlichen oder künstlichen Formen und Derivaten davon, einschließlich Isomere.
  6. Verfahren nach Anspruch 1, worin die Phytosterole und/oder Phytostanole in Schritt a) auf eine Temperatur zwischen 120 und 145°C erwärmt werden.
  7. Verfahren nach Anspruch 1, worin das Speiseöl oder -fett in Schritt b) auf eine Temperatur zwischen 80 und 150°C erwärmt wird.
  8. Zusammensetzung, umfassend ein Speiseöl oder -fett und ein oder mehrere Phytosterole und/oder Phytostanole, wobei die Phytosterole und/oder Phytostanole durch ein Verfahren, bei dem die Phytosterole und/oder Phytostanole zumindest auf die Schmelztemperatur der Phytosterole und/oder Phytostanole erwärmt werden, ohne dass irgendein anderes Material zugegen ist, um ein geschmolzenes Material zu bilden, welches dann zu einem erwärmten Öl oder Fett gegeben wird, und die so gebildete Zusammensetzung gekühlt wird, im wesentlichen vollständig darin gelöst sind.
  9. Zusammensetzung nach Anspruch 8, worin das Öl irgendein Speiseöl pflanzlichen oder tierischen Ursprungs ist und das Fett irgendein Tierfett ist.
  10. Zusammensetzung nach Anspruch 8, worin das Öl ausgewählt ist aus der Gruppe bestehend aus Sonnenblumenöl, Rapsöl, Sojaöl, Olivenöl, Maisöl, Safloröl, Sesamöl.
  11. Zusammensetzung nach Anspruch 8, worin die Phytosterole ausgewählt sind aus der Gruppe bestehend aus Sitosterol, Campesterol, Stigmasterol, Brassicasterol, Desmosterol, Chalinosterol, Poriferasterol, Clionasterol und allen natürlichen oder künstlichen Formen und Derivaten davon, einschließlich Isomere.
  12. Zusammensetzung nach Anspruch 8, worin die Phytostanole ausgewählt sind aus der Gruppe bestehend aus Sitostanol, Campestanol, Brassicastanol, Desmostanol, Chalinostanol, Poriferastanol, Clionastanol und allen natürlichen oder künstlichen Formen und Derivaten davon, einschließlich Isomere.
  13. Zusammensetzung nach Anspruch 8, wobei die Phytosterole und/oder Phytostanole auf eine Temperatur zwischen 120 und 145°C erwärmt werden, um das geschmolzene Material zu bilden.
  14. Zusammensetzung nach Anspruch 8, wobei das Speiseöl oder -fett auf eine Temperatur zwischen 80 und 150°C erwärmt wird, bevor das geschmolzene Material dazu gegeben wird.
  15. Zusammensetzung nach irgendeinem der Ansprüche 8 bis 14, umfassend 1 bis 30 Gew.-% Phytosterol und 99 bis 70% Öl oder Fett.
  16. Zusammensetzung nach Anspruch 14 oder Anspruch 15, umfassend mindestens 5 Gew.-% Phytosterol.
  17. Lebensmittelprodukt, umfassend die Zusammensetzung nach Anspruch 8.
  18. Getränk, umfassend die Zusammensetzung nach Anspruch 8.
  19. Pharmazeutisches Produkt, umfassend die Zusammensetzung nach Anspruch 8.
  20. Verwendung der Zusammensetzung nach irgendeinem der Ansprüche 8 bis 16 bei der Herstellung eines Produkts zur Verabreichung an ein Tier zur Behandlung oder Vermeidung von kardiovaskulärer Erkrankung oder deren zugrundeliegenden Zuständen.
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