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Dokumentenidentifikation DE60103656T2 09.06.2005
EP-Veröffentlichungsnummer 0001330378
Titel ENERGIE AUFNEHMENDE STOSSSTANGENSTRUKTUR
Anmelder Cellbond Ltd., Huntingdon, Cambridgeshire, GB
Erfinder ASHMEAD, Michael, Huntingdon, Cambridgeshire PE29 6EF, GB
Vertreter Richter, Werdermann, Gerbaulet & Hofmann, 20354 Hamburg
DE-Aktenzeichen 60103656
Vertragsstaaten AT, BE, CH, CY, DE, DK, ES, FI, FR, GB, GR, IE, IT, LI, LU, MC, NL, PT, SE, TR
Sprache des Dokument EN
EP-Anmeldetag 23.10.2001
EP-Aktenzeichen 019765049
WO-Anmeldetag 23.10.2001
PCT-Aktenzeichen PCT/GB01/04690
WO-Veröffentlichungsnummer 0002034578
WO-Veröffentlichungsdatum 02.05.2002
EP-Offenlegungsdatum 30.07.2003
EP date of grant 02.06.2004
Veröffentlichungstag im Patentblatt 09.06.2005
IPC-Hauptklasse B60R 19/22
IPC-Nebenklasse B60R 21/34   

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft eine Energie absorbierende Struktur zur Absorption von Stoßenergie oder ein Verfahren zur Herstellung einer solchen Struktur gemäß den Merkmalen des Oberbegriffs von Anspruch 1 oder 18.

Der Stand der Technik ist in der US-A-4029350 gezeigt.

AUSGANGSSITUATION DER ERFINDUNG

Energie absorbierende Strukturen werden vielfach in Fahrzeugen wie zum Beispiel Kraftwagen verwendet, um bei der eventuellen Beteiligung des Fahrzeugs an einem Unfall Energie zu absorbieren. Durch die Absorption von Energie wird die bei dem Unfall erzeugte Stoßkraft in geringerem Maße auf die Fahrzeuginsassen übertragen, was zur Vermeidung ernsthafter Verletzungen beiträgt. Aufgrund des Erfolgs solcher insassenfreundlichen Energie absorbierenden Strukturen gilt die Aufmerksamkeit jetzt Energie absorbierenden Strukturen, die dazu beitragen könnten, das Risiko ernsthafter Verletzungen für Fußgänger zu vermindern, die an Verkehrsunfällen mit Fahrzeugen beteiligt sind.

Fußgängerfreundliche Energie absorbierende Strukturen müssen auf der externen Peripherie von Fahrzeugen angeordnet sein; für die Gestaltung dieses Bereichs des Fahrzeugs sind jedoch ästhetische und bestimmte andere praktische Erwägungen maßgeblich. Es muss daher möglich sein, solche fußgängerfreundlichen Strukturen mit glatter Haut und mit geschwungenen Profilen herzustellen. Darüber hinaus müssen die Strukturen dem üblichen Verschleiß standhalten können und in Opfermanier nachgeben können, wenn die Stoßenergie einen Grenzwert überschreitet. Diese Anforderungen stellen jedoch insofern ein Problem dar, als die Herstellung einer Struktur, die leichten Stößen (z. B. von auffliegenden Steinsplittern oder sogar Autowaschbürsten) standhalten kann, Designkriterien nahelegt, die im Widerspruch zu denjenigen stehen, die für die Herstellung einer Struktur mit der gewünschten Nachgiebigkeit zum Schutz von Fußgängern erforderlich sind.

Die Anmelder der vorliegenden Erfindung haben eine neue, fußgängerfreundliche Energie absorbierende Struktur entwickelt.

OFFENBARUNG DER ERFINDUNG

Erfindungsgemäß wird eine Energie absorbierende Struktur gemäß den Merkmalen von Anspruch 1 bereitgestellt.

Es wird angenommen, dass die punkt- oder linienförmigen Schwachstellen in der Haut die Herstellung von Komponenten mit komplexen, möglicherweise geschwungenen Profilen erleichtern, gleichzeitig jedoch sicherstellen, dass die Haut ausreichend fest ist, um von bestimmten auffliegenden Objekten wie zum Beispiel Steinsplittern, die auf Straßen häufig anzutreffen sind, nicht durchschlagen zu werden. Darüber hinaus wird angenommen, dass die Struktur an sich die erforderliche makroskopische Nachgiebigkeit aufweist, um als Crash-Pad für Fußgänger zu fungieren und so dazu beizutragen, die Fußgänger vor ernsthaften Verletzungen zu schützen.

Linienförmige Schwachstellen in der Haut können durch eine Anordnung von Nuten oder Schlitzen in einer Seite der Haut geschaffen werden. Diese eine Seite kann dem Opferelement benachbart sein.

Die Haut kann eine Schichtstruktur umfassen, wobei die Anordnung von Nuten oder Schlitzen in einer ersten Schicht der Schichtstruktur ausgebildet ist. Eine zweite oder Schutzschicht kann mit der ersten Schicht verbunden sein, wobei die Schutzschicht verhindert, dass sich bei einer stoßbedingten Verformung der ersten Schicht offene Stellen in der Haut bilden. Die Schutzschicht kann nachgiebiger sein als die erste Schicht. Die Schichtstruktur kann als Sandwich-Struktur ausgebildet sein, wobei die erste Schicht zwischen zwei Schutzschichten angeordnet ist, von denen zumindest eine verhindert, dass sich bei einer stoßbedingten Verformung der ersten Schicht offene Stellen in der Haut bilden. Die erste Schicht kann mit der oder jeder Schutzschicht durch eine Klebschicht verbunden sein, die vorzugsweise eine niedrige Dehngrenze aufweist, zum Beispiel Polyurethan- oder Epoxidharzklebstoff. Die Klebschicht kann ein Aufblättern (d. h. das Ablösen der Schichten voneinander) verhindern, indem sie bei einem Stoß eine Verschiebung der Schichten gegeneinander gestattet.

Die Nuten oder Schlitze in der Anordnung können jeweils ein längliches Profil aufweisen. Die länglichen Profile können ausgerichtet sein. Einige der länglichen Profile können in einer ersten Richtung ausgerichtet sein, und andere können in einer zweiten Richtung ausgerichtet sein. Die erste und die zweite Richtung können im Wesentlichen rechtwinklig zueinander verlaufen. Die Nuten oder Schlitze können ein netzartiges oder Kreuzmuster bilden.

In einer Ausführungsform können die linienförmigen Schwachstellen in der Haut durch ein flächiges Verstärkungselement geschaffen werden, das in einem Bereich ein erstes Maß an Verstärkung und in einem anderen Bereich ein zweites Maß an Verstärkung bewirkt, wobei die erste Verstärkung größer ist als die zweite. Die Haut kann eine Verbundstruktur umfassen, die ein flächiges Verstärkungselement in Form eines textilen Gewebes aufweist, möglicherweise eingebettet in eine Harzmatrix. Das textile Gewebe kann verschiedene Webdichten aufweisen, um das erste und das zweite Maß an Verstärkung zu erzielen. Alternativ kann ein Gemisch aus festeren und weniger festen verwebten Fasern verwendet werden.

Die weniger festen Verstärkungsfasern sind schwächer als die festeren Verstärkungsfasern; das Gemisch kann also so angeordnet werden, dass linienförmige Schwachstellen ausgebildet werden. Die linienförmigen Schwachstellen können ein netzartiges Muster bilden. Die Verstärkungsfasern können Glasfasern mit verschiedener Dicke sein, wobei die festeren Fasern eine größere Dicke aufweisen als die weniger festen Fasern.

Das Opferelement kann eine Wabenstruktur umfassen, möglicherweise eine Wabenstruktur, wie sie in der Internationalen Anmeldung WO98/06553 beschrieben ist, deren gesamter Inhalt durch Bezugnahme hierin eingeschlossen ist. Alternativ oder zusätzlich kann das Opferelement eine Druckbelastungsstruktur (oder Eierkarton-Struktur) aufweisen, möglicherweise wie in der Internationalen Anmeldung WO00/31434 beschrieben, deren gesamter Inhalt durch Bezugnahme hierin eingeschlossen ist.

Es wird ebenfalls ein Fahrzeug bereitgestellt (vorzugsweise ein Kraftfahrzeug wie zum Beispiel ein Auto), bei dem zumindest ein externer Teil eine erfindungsgemäße Energie absorbierende Struktur umfasst.

Gemäß einem anderen Aspekt der vorliegenden Erfindung wird eine Energieübertragungsfläche für eine Energie absorbierende Struktur bereitgestellt, die ein flächiges Element aus formbarem Material umfasst, das vorgeformte punkt- oder linienförmige Schwachstellen aufweist. Das flächige Material kann einige oder alle Merkmale der Haut aufweisen, die in der vorstehend beschriebenen Energie absorbierenden Struktur verwendet wird.

Gemäß einem anderen Aspekt der vorliegenden Erfindung wird ein Verfahren zur Herstellung einer Energie absorbierenden Struktur gemäß den Merkmalen von Anspruch 18 bereitgestellt.

Die Haut kann als Schichtstruktur ausgebildet sein, die eine erste Schicht mit punkt- oder linienförmigen Schwachstellen und eine mit der ersten Schicht verbundene Schutzschicht zur Verhinderung der Bildung offener Stellen in der Haut bei einer stoßbedingten Verformung der ersten Schicht umfasst. Die punktoder linienförmigen Schwachstellen können durch Schneiden einer Anordnung von Nuten oder Schlitzen in die Haut geschaffen werden. Die Anordnung kann in die Oberfläche der Haut geschnitten werden, die mit dem Opferelement verbunden ist.

Alternativ können die linienförmigen Schwachstellen in der Haut durch ein flächiges Verstärkungselement geschaffen werden, das in einem Bereich ein erstes Maß an Verstärkung und in einem anderen Bereich ein zweites Maß an Verstärkung bewirkt, wobei die erste Verstärkung größer ist als die zweite. Das erste und das zweite Maß an Verstärkung können durch Weben eines textilen Materials erzielt werden, das Bereiche mit verschiedenen Webdichten aufweist.

Alternativ können das erste und das zweite Maß an Verstärkung durch die Verwendung eines Gemisches aus festeren und weniger festen Fasern erzielt werden. Die weniger festen Verstärkungsfasern sind schwächer als die festeren Verstärkungsfasern; das Gemisch kann also so angeordnet werden, dass linienförmige Schwachstellen ausgebildet werden.

Die eine Seite des Opferelements kann ein Profil aufweisen, und die Haut kann so vorgeformt sein, dass ihre Form dem Profil der einen Seite entspricht, bevor diese bedeckt wird.

KURZE BESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN

Nachfolgend wird unter Bezugnahme auf die beigefügten Zeichnungen und die darin enthaltenen Illustrationen beispielhaft eine Ausführungsform der Erfindung beschrieben. Es zeigt:

1 eine auseinandergezogene Querschnittsansicht einer erfindungsgemäßen Energie absorbierenden Struktur;

2 eine schematische Querschnittsansicht der Energie absorbierenden Struktur aus 1, dargestellt im Kontext mit einem Fahrzeug;

3 einen Ablaufplan, der ein Verfahren zur Herstellung der Energie absorbierenden Struktur aus 1 illustriert;

4a eine Aufsicht auf eine Ausführungsform einer Haut für die Energie absorbierenden Struktur aus 1;

4b einen Schnitt entlang der Linie AA in 4a;

5a eine Aufsicht auf eine andere Ausführungsform einer Haut für die Energie absorbierende Struktur aus 1;

5b einen Schnitt entlang der Linie AA in 5a;

6a eine schematische Aufsicht auf noch eine andere Ausführungsform einer Haut für die Energie absorbierende Struktur aus 1;

6b einen Schnitt entlang der Linie AA in 6a;

7a eine schematische Aufsicht auf noch eine andere Ausführungsform einer Haut für die Energie absorbierende Struktur aus 1;

7b einen Schnitt entlang der Linie AA in 7a;

8a eine Aufsicht auf noch eine andere Ausführungsform einer Haut für die Energie absorbierende Struktur aus 1;

8b einen Schnitt entlang der Linie AA in 8a; und

9 eine perspektivische Ansicht einer anderen Ausführungsform eines Opferelements für die Energie absorbierende Struktur aus 1.

1 zeigt eine auseinandergezogene perspektivische Ansicht einer Energie absorbierenden Struktur 10, die ein Opferelement 12 (teilweise als Durchsicht dargestellt) und eine Haut 14 zum Bedecken einer Seite 16 des Opferelements 12 umfasst. Das Opferelement 12 ist so gestaltet, dass es sich bei der Absorption von Stoßenergie dauerhaft verformt, und ist als Wabenstruktur illustriert, könnte jedoch leicht auch ein „Eierkarton"- oder anderes Design aufweisen. Die Metall (z. B. Aluminium) umfassende Haut 14 weist in der dem Opferelement 12 nächstgelegenen Oberfläche 22 eine Anordnung 18 von Nuten 20 auf. Einige der Nuten 20 sind in einer ersten Richtung (X-Richtung) ausgerichtet und andere sind in einer zweiten Richtung (Y-Richtung), die rechftwinklig zu der ersten Richtung verläuft, ausgerichtet. Die Enden der Nuten 20 in der ersten und der zweiten Richtung sind einander benachbart, so dass sie in der Oberfläche ein netzartiges Muster bilden. Die Nuten 20 schaffen linienförmige Schwachstellen, welche die Nachgiebigkeit der Struktur 10 bei der Kollision mit großen Objekten (z. B. Fußgängern) verbessern, ohne die Widerstandsfähigkeit gegen Schäden durch kleine Objekte, z. B. Steinsplitter, zu beeinträchtigen.

2 zeigt eine vergrößerte Querschnittsansicht der Energie absorbierenden Struktur 10, die einen vorderen Teil 40 eines Kraftfahrzeugs 42 bildet. Die äußerste Oberfläche 44 der Haut 14 ist glatt und kann in der gleichen Weise wie herkömmliche Karosseriebleche von Kraftfahrzeugen hochglanzpoliert oder mit einer Farbschicht versehen werden.

3 ist ein Ablaufplan, der ein Verfahren zum Formen der Energie absorbierenden Struktur 10 illustriert. Bei 50 wird ein Opferelement bereitgestellt, das ein gewünschtes Profil entsprechend der beabsichtigten Verwendung der Struktur 10 aufweist, z. B. das geschwungene Profil der Stoßstange eines Autos. Bei 52 wird eine Haut von passender Größe bereitgestellt, die dann bei 54 (unter Hitzeeinwirkung) so geformt wird, dass sie dem Profil des Opferelements entspricht und exakt um eine Seite desselben herum anliegt. Nach dem Formen wird die Haut in einer Aufspannvorrichtung befestigt, und bei 56 wird eine Anordnung von Nuten in eine Oberfläche der Haut geschnitten. (Die Anordnung von Nuten könnte mittels elektrochemischer Bearbeitung oder sogar durch Funkenerosion ausgebildet werden.) Bei 58 wird die Haut dann mit dem Opferelement verbunden, wobei die Nuten dem Opferelement benachbart sind.

4a bis 8b zeigen Häute mit linienförmigen Schwachstellen, die zum Bedecken einer Seite des Opferelements, z. B. des in 1 gezeigten Elements 16, verwendet werden können. Alternativ können die Häute allein als Energieübertragungsfläche verwendet werden.

In 4a und 4b umfasst die Haut 60 eine einzige Schicht aus Metall, z. B. Aluminium. Die linienförmigen Schwachstellen werden durch längliche Nuten 62a,b geschaffen, die etwa 20 mm bis 30 mm lang und etwa 1 mm breit sind und deren Tiefe etwa der halben Dicke der Haut entspricht. Die Enden der Nuten 62a,b sind jeweils gekrümmt und im Wesentlichen halbkreisförmig. Die Nuten sind in der Oberfläche 64 ausgebildet, die dem (nicht dargestellten) Opferelement am nächsten gelegen ist.

Etwa die Hälfte der Nuten 62a ist in einer ersten Richtung (X-Richtung) ausgerichtet, und die verbleibenden (Nuten 62b) sind in einer zweiten Richtung (Y-Richtung) ausgerichtet, die rechtwinklig zu der ersten Richtung verläuft. Die Nuten 62a,b sind so angeordnet, dass eine in einer Richtung verlaufende Nut den Zwischenraum zwischen einem Paar in der anderen Richtung verlaufenden Nuten in zwei Teile schneidet. Die Nuten 62a,b bilden so ein Kreuzmuster in der Oberfläche.

Die Tendenz zur Bildung von offenen Stellen in der Haut 60 kann durch das Befestigen der Haut 60 auf einer äußeren Schutzschicht 68 aus hoch dehnbarem Material, z. B. Kunststoff oder elastischer Farbe, wodurch die in 5a und 5b gezeigte Haut 66 gebildet wird, vermindert oder ausgeräumt werden. Die Haut 66 ist somit eine Schichtstruktur, wobei die äußere Schicht 68 die Stoßfläche bildet.

In 6a und 6b ist die Haut 70 eine Verbundstruktur, die festere und weniger feste Verstärkungsfasern 72, 74 umfasst, z. B. in eine Harzmatrix 76 eingebettetes Glas. Die weniger festen Verstärkungsfasern 74 sind dünner und daher schwächer als die festeren Verstärkungsfasern 72. Die weniger festen Verstärkungsfasern 74 können auch eine niedrigere Dichte aufweisen als die festeren Verstärkungsfasern 72. Die weniger festen Verstärkungsfasern 74 bilden ein netzartiges Muster von linienförmigen Schwachstellen, die in 6a durch gestrichelte Linien dargestellt sind.

In 7a und 7b ist die Haut 80 ein aus einer ersten und einer zweiten Schicht 82, 84 gebildeter Schichtstoff. Die erste Schicht 82 kann dem (nicht dargestellten) Energieabsorber benachbart sein und ist aus Metall, z. B. Aluminium geformt. Die zweite oder äußere Schutzschicht 84 ist eine dünne, exakt passende Haut aus Metall, z. B. Aluminium. Die zwei Schichten 82, 84 sind mit einer Lage Klebstoff 88 mit niedriger Dehngrenze, z. B. Polyurethan- oder Epoxidharzklebstoff, miteinander verbunden. Die Klebstoffschicht 88 gestattet eine Verschiebung der ersten und der zweiten Schicht 82, 84 gegeneinander, um ein stoßbedingtes Aufblättern zu verhindern.

Die linienförmigen Schwachstellen in der ersten Schicht 82 werden durch Erodieren von Schlitzen 86 gebildet, die durch dieselbe hindurchgehende Öffnungen bilden, z. B. durch elektrochemische Bearbeitung oder Funkenerosion. Die Schlitze können nach dem Verbinden der Schichten erodiert werden, wobei die Klebstoffschicht 88 dann ein Erodieren in die zweite Schicht 84 hinein verhindert. Die Schlitze 86 erstrecken sich über die Länge und Breite der ersten Schicht in zwei senkrecht zueinander verlaufenden Richtungen und bilden so ein netzartiges Muster. Die Schlitze 86 sind etwa 1 mm breit und erstrecken sich durch die erste Schicht 82. Analog zu der Ausführungsform in 5a und 5b verhindert die zweite Schicht 84 die Bildung offener Stellen in der Haut bei einer stoßbedingten Verformung der ersten Schicht 82.

In 8a und 8b ist die Haut 90 ein Schichtstoff, gebildet aus der Haut 80 aus 7a und 7b, die mit einer Klebstoffschicht 88 auf einer zusätzlichen Schutzschicht 92 befestigt wurde. Die zusätzliche oder dritte Schicht 92 ist eine dünne, exakt passende Haut aus Metall, z. B. Aluminium. Der Schichtstoff umfasst somit eine mit Schlitzen versehene Schicht 82, die aus quadratischen oder rechteckigen „Inseln" besteht und zwischen zwei dünnen, exakt passenden Häuten oder Schichten 92, 84 angeordnet ist. Die Schlitze 86 sind in 8a durch gestrichelte Linien dargestellt und können sich beim Verbinden mit der zusätzlichen Schicht mit Klebstoff füllen. Die zusätzliche Schicht 82 kann einem Energieabsorber benachbart befestigt werden.

9 zeigt ein alternatives Opferelement in Form eines nicht ebenen Elements 1, das ein Muster aus einander abwechselnden vorderen Vorsprüngen 3 und hinteren Vorsprüngen 5 aufweist, zwischen denen keine im Wesentlichen flachen Bereiche ausgebildet sind. Die Vorsprünge haben die Form abgeschnittener Kegel, sind hohl und weisen im Wesentlichen flache Spitzen 7 auf.

Die Vorsprünge sind jeweils 30 mm hoch, und ihre flache Spitze 7 hat einen Durchmesser von 10 mm. Der Zwischenraum, d. h. der Abstand zwischen zwei Vorsprüngen, die sich auf derselben Seite des flächigen Materials erstrecken, beträgt 50 mm. Jeder Vorsprung weist einen Zwischenraumbereich auf, d. h. den Abschnitt des Elements zwischen den Spitzen der Vorsprünge. Der Zwischenraumbereich ist in einem Winkel &thgr; von etwa 26,5 Grad gegenüber der Mittelebene geneigt, bei der es sich um eine fiktive Ebene handelt, die lokal die Position des nicht ebenen Elements mit geglätteten Vorsprüngen darstellt. Die flachen Spitzen verlaufen parallel zur Mittelebene.

Die Parameter und Muster der Vorsprünge können durch die Auswahl von Werten aus der folgenden Tabelle variiert werden:

Übersetzung der Zeichnungen Fig. 1
  • Y-RICHTUNG
  • X-RICHTUNG
Fig. 3 (von oben nach unten)
  • BEREITSTELLEN DES OPFERELEMENTS
  • BEREITSTELLEN DER HAUT FÜR DAS OPFERELEMENT
  • FORMEN DER HAUT, SO DASS SIE DEM PROFIL DES OPFERELEMENTS ENTSPRICHT
  • SCHNEIDEN DER ANORDNUNG VON NUTEN IN DIE HAUTOBERFLÄCHE
  • VERBINDEN DER HAUT MIT DEM OPFERELEMENT

Anspruch[de]
  1. Energie absorbierende Struktur (10) zur Verwendung mit einem Fahrzeug, die umfasst: ein Opferelement (12), das so gestaltet ist, dass es sich bei der Absorption von Stoßenergie dauerhaft verformt, und eine Haut (14), die eine Seite des Opferelements bedeckt, dadurch gekennzeichnet, dass die Haut vorgeformte punkt- oder linienförmige Schwachstellen (20) aufweist, die so gestaltet sind, dass sie die makroskopische Nachgiebigkeit der Energie absorbierenden Struktur verbessern, wenn die Stoßenergie einen Grenzwert überschreitet, wobei die Energie absorbierende Struktur bei externer Verwendung auf einem Fahrzeug als Crash-Pad für Fußgänger fungiert.
  2. Energie absorbierende Struktur nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Haut eine Schichtstruktur umfasst, wobei die punkt- oder linienförmigen Schwachstellen in einer ersten Schicht der Schichtstruktur ausgebildet sind.
  3. Energie absorbierende Struktur nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Haut eine weitere Schicht umfasst, die als Schutzschicht gestaltet ist, um zu verhindern, dass sich bei einer stoßbedingten Verformung der ersten Schicht offene Stellen in der Haut bilden.
  4. Energie absorbierende Struktur nach Anspruch 2 oder Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Schichtstruktur als Sandwich-Struktur ausgebildet ist, wobei die erste Schicht zwischen zwei Schutzschichten angeordnet ist, von denen zumindest eine verhindert, dass sich bei einer stoßbedingten Verformung der ersten Schicht offene Stellen in der Haut bilden.
  5. Energie absorbierende Struktur nach einem der Ansprüche 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Schicht mit der oder jeder Schutzschicht mittels einer Klebschicht verbunden ist, die bei einem Stoß eine Verschiebung der Schichten gegeneinander gestattet.
  6. Energie absorbierende Struktur nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die linienförmigen Schwachstellen in der Haut mittels einer Anordnung von Nuten oder Schlitzen in einer Seite der Haut geschaffen werden.
  7. Energie absorbierende Struktur nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die eine Seite der Haut dem Opferelement benachbart ist.
  8. Energie absorbierende Struktur nach Anspruch 6 oder Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Nuten oder Schlitze in der Anordnung jeweils ein längliches Profil aufweisen.
  9. Energie absorbierende Struktur nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest einige der länglichen Profile ausgerichtet sind.
  10. Energie absorbierende Struktur nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass einige der länglichen Profile in einer ersten Richtung ausgerichtet sind und andere in einer zweiten Richtung ausgerichtet sind.
  11. Energie absorbierende Struktur nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die erste und die zweite Richtung im Wesentlichen rechtwinklig zueinander verlaufen.
  12. Energie absorbierende Struktur nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die linienförmigen Schwachstellen in der Haut mittels eines flächigen Verstärkungselements geschaffen werden, das in einem Bereich ein erstes Maß an Verstärkung und in einem anderen Bereich ein zweites Maß an Verstärkung bewirkt, wobei die erste Verstärkung größer ist als die zweite.
  13. Energie absorbierende Struktur nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Haut eine Verbundstruktur umfasst, die ein flächiges Verstärkungselement in Form eines textilen Gewebes aufweist.
  14. Energie absorbierende Struktur nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass das textile Gewebe unterschiedliche Webdichten aufweist, um das erste und das zweite Maß an Verstärkung zu erzielen.
  15. Energie absorbierende Struktur nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass das textile Gewebe ein Gemisch aus festeren und weniger festen Fasern aufweist.
  16. Energie absorbierende Struktur nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Opferelement eine Struktur ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus einer Wabenstruktur und einer Druckbelastungsstruktur aufweist.
  17. Fahrzeug, bei dem zumindest ein externer Teil eine Energie absorbierende Struktur gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche umfasst.
  18. Verfahren zur Herstellung von Crash-Pads für Fußgänger zur externen Verwendung auf einem Fahrzeug, das umfasst: Bereitstellen eines Opferelements, das so gestaltet ist, dass es sich bei der Absorption von Stoßenergie dauerhaft verformt, Bereitstellen einer Haut, die eine Seite des Opferelements bedeckt, dadurch gekennzeichnet, dass die Haut punkt- oder linienförmige Schwachstellen aufweist, die so gestaltet sind, dass sie die makroskopische Nachgiebigkeit der Haut und des Opferelements verbessern, wenn die Stoßenergie einen Grenzwert überschreitet, und Verbinden der Haut mit dem Opferelement, so dass sie eine Seite desselben bedeckt.
  19. Verfahren nach Anspruch 18, das umfasst: Bereitstellen einer Haut in Form einer Schichtstruktur, die eine erste Schicht umfasst, die punkt- oder linienförmige Schwachstellen aufweist, und eine Schutzschicht umfasst, die mit der ersten Schicht verbunden ist, um zu verhindern, dass sich bei einem Stoß offene Stellen in der ersten Schicht bilden.
  20. Verfahren nach Anspruch 18 oder Anspruch 19, das umfasst: Schneiden einer Anordnung von Nuten oder Schlitzen in die Haut, um die punkt- oder linienförmigen Schwachstellen zu schaffen.
  21. Verfahren nach Anspruch 20, das umfasst: Schneiden der Anordnung in die Oberfläche der Haut und anschließendes Verbinden der Haut mit dem Opferelement.
  22. Verfahren nach Anspruch 18, das umfasst: Schaffung von linienförmigen Schwachstellen in der Haut mittels eines flächigen Verstärkungselements, das in einem Bereich ein erstes Maß an Verstärkung und in einem anderen Bereich ein zweites Maß an Verstärkung bewirkt, wobei die erste Verstärkung größer ist als die zweite.
  23. Verfahren nach Anspruch 22, das umfasst: Weben eines textilen Gewebes, das Bereiche mit unterschiedlichen Webdichten aufweist, um das erste und das zweite Maß an Verstärkung zu erzielen.
  24. Verfahren nach Anspruch 22, das umfasst: Weben eines textilen Gewebes, das ein Gemisch aus festeren und weniger festen Fasern aufweist, um das erste und das zweite Maß an Verstärkung zu erzielen.
Es folgen 9 Blatt Zeichnungen






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