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Dokumentenidentifikation DE69422477T3 09.06.2005
EP-Veröffentlichungsnummer 0000653153
Titel Melkmaschine
Anmelder Maasland N.V., Maasland, NL
Erfinder van der Lely, Cornelis, CH-6300 Zug, CH
Vertreter derzeit kein Vertreter bestellt
DE-Aktenzeichen 69422477
Vertragsstaaten DE, FR, GB, NL, SE
Sprache des Dokument EN
EP-Anmeldetag 04.11.1994
EP-Aktenzeichen 942032145
EP-Offenlegungsdatum 17.05.1995
EP date of grant 05.01.2000
EPO date of publication of amended patent 27.10.2004
Veröffentlichungstag im Patentblatt 09.06.2005
IPC-Hauptklasse A01J 7/00
IPC-Nebenklasse A01J 11/06   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Melkmaschine nach dem Oberbegriff des Anspruches 1.

Eine solche Filtervorrichtung für Flüssigkeiten im allgemeinen ist in der US-A-4636306 offenbart.

Eine weitere Filtervorrichtung ist in der DD-A-221 625 offenbart. Diese Vorrichtung umfaßt eine Scheibe mit Filtersegmenten. Bei jedem Melken einer Kuh wird ein Filtersegment zum Filtern der Milch verwendet, indem die Scheibe in eine andere Position bewegt wird. Wenn die ganze Herde gemolken ist, wird die Filterscheibe entfernt, gereinigt und desinfiziert. Die in der DD-A-221 625 offenbarte Filtervorrichtung hat den Nachteil, daß sie manuell ausgetauscht werden muß. Dies ist zeitraubend und umständlich. Außerdem wird durch den Filterwechsel der Melkvorgang unterbrochen. Dies ist besonders unzweckmäßig bei durchgehend arbeitenden Anlagen, wie z. B. Melkanlagen mit Melkroboter. In der NL-A-9300143 ist eine Filtervorrichtung offenbart, bei der die Filter ohne Unterbrechung des Melkvorganges ausgetauscht werden können. Diese Vorrichtung hat den Nachteil, daß die Filter manuell ausgetauscht und gereinigt werden müssen, was wieder zeitraubend, teuer und umständlich ist.

Um eine ununterbrochene Reinigung der Milch zu ermöglichen, weist eine Filtervorrichtung gemäß der Erfindung die Merkmale des Anspruches 1 auf. Auf diese Weise kann der Milchstrom von nacheinander gemolkenen Tieren durch Filtern mit Hilfe eines regelmäßig gereinigten Filters gereinigt werden, ohne daß zusätzliche Zeit zum Reinigen des Filters erforderlich wäre. Während die Milch durch ein erstes Filter geleitet wird, kann ein zweites Filter gereinigt werden.

Im Prinzip ist es ausreichend, in der Filtervorrichtung zwei Filter anzuordnen, so daß beim Leiten der Milch durch ein Filter das andere Filter gereinigt wird und nach dem Reinigen dieses anderen Filters und nach dem anschließenden Melken einer bestimmten Anzahl von Kühen die Milch durch das gereinigte Filter geleitet wird, während dann das erstgenannte Filter gereinigt wird. Zu diesem Zweck sind automatisch betätigte Umschaltvorrichtungen vorgesehen, um zur selben Zeit den Milchstrom in einer Richtung durch ein erstes Filter und eine Reinigungsflüssigkeit in entgegengesetzter Richtung durch ein zweites Filter zu leiten.

Die Umschaltvorrichtungen können durch Mehrwegeventile, insbesondere durch rechnergesteuerte Dreiwegeventile gebildet sein, die in einer ersten Position Milch und in einer zweiten Position eine Reinigungsflüssigkeit durch ein Filter strömen lassen. Die aufwärts gerichteten Filter können rohrförmig ausgebildet und parallel zueinander angeordnet sein. Die Reinigungsflüssigkeit kann aus heißem Wasser bestehen, das pulsierend durch ein zugehöriges Filter geleitet wird.

Eine Filtervorrichtung, bei der ein Milchstrom automatisch von einem ersten Filter zu einem zweiten umgeleitet wird, wobei der/die nicht benutzte(n) Filter gereinigt wird/werden, kann vorteilhaft in einer automatischen Melkmaschine eingesetzt werden. Die Melkmaschine kann dabei einen Melkroboter zum automatischen Anschließen von Zitzenbechern an die Zitzen eines in einem Melkstand befindlichen Tieres und zum anschließenden automatischen Melken dieses Tieres aufweisen, wobei die gewonnene Milch durch eine automatisch arbeitende Filtervorrichtung geleitet und darin gereinigt wird. Dabei ist die Filtervorrichtung vorzugsweise nahe dem Melkstand angeordnet, wobei die Filtervorrichtung in dem Teil des Milchleitungssystems angeordnet sein kann, der zwischen den Zitzenbechern und einem Milchmengenmesser liegt, welcher Teil der Melkmaschine ist.

Die Erfindung ist im folgenden unter Bezugnahme auf ein Ausführungsbeispiel der Erfindung näher erläutert, das in den beigefügten Zeichnungen dargestellt ist. Es zeigen:

1 einen Melkstand und einen schematisch dargestellten Teil einer Melkmaschine gemäß der Erfindung;

2 eine erfindungsgemäße Filtervorrichtung, wie sie in dem Teil der Melkmaschine verwendet wird, der in 1 schematisch dargestellt ist; und

3 eine Draufsicht auf die Filtervorrichtung nach 2.

1 zeigt eine schematische Darstellung eines Melkstandes 1, in dem sich eine Kuh 2 aufhält. Wie üblich, ist der Melkstand durch eine Einfassung 3 gebildet, in der ein Eingang und ein Ausgang für die Kuh angeordnet sind. An der Vorderseite des Melkstandes ist eine automatische Fütterungsvorrichtung angebracht, deren Futtertrog 4 schematisch dargestellt ist. Wie in 1 gezeigt, ist am unteren Träger der Einfassung 3 an der Längsseite des Melkstandes 1 ein Melkroboter 5 angeordnet. Obwohl in den Zeichnungen nicht näher dargestellt, verfügt der Melkroboter 5 über das erforderliche Maß an Bewegungsfreiheit, um die nahe dem Ende eines Roboterarmes 7 des Melkroboters 5 angeordneten Zitzenbecher 6 in eine Position unter den Zitzen der Kuh 2 zu bewegen und die Zitzenbecher 6 an die Zitzen der Kuh 2 anzuschließen. Die Melkmaschine verfügt über einen Melkroboter 5 zum automatischen Anschließen von Zitzenbechern an die Zitzen eines im Melkstand 1 befindlichen Tieres und zum anschließenden automatischen Melken dieses Tieres. Die über die einzelnen Zitzenbecher gewonnene Milch kann jeweils zu einer einzelnen Filtervorrichtung 8 geleitet werden, wo die Milch durch Filtern gereinigt wird. Selbstverständlich ist es auch möglich, die über alle vier Zitzenbecher 6 gewonnene Milch durch eine einzige Leitung zu einer einzigen Filtervorrichtung 8 zu leiten, um den gesamten von der Kuh kommenden Milchstrom zu filtern. Die Melkmaschine kann eine einzige Filtervorrichtung sowie eine Vielzahl von Filtervorrichtungen zum Filtern von Milch aufweisen. Die Filtervorrichtung ist nahe dem Melkstand 1 und in 1 neben diesem Melkstand angeordnet. Dort ist die Filtervorrichtung in dem Teil des Milchleitungssystems angeordnet, der zwischen den Zitzenbechern und der weiteren Melkausrüstung, wie z. B. einem Milchmengenmesser oder dem Milchtank liegt, in dem die gewonnene Milch gesammelt wird. Die Filtervorrichtung 8 ist in den 2 und 3 im einzelnen dargestellt. Die Filtervorrichtung 8 umfaßt zwei Filter 9 und 10. Diese aufwärts gerichteten Filter sind parallel zueinander angeordnet und jeweils durch einen rohrförmigen Außenmantel 11 gebildet, in welchem sich ein Filterelement 12 praktisch über die gesamte Länge erstreckt. An der Unterseite des Außenmantels 11 ist in jedem Filter eine Öffnung 13 ausgebildet, während eine Öffnung 14 am oberen Ende des Filterelementes ausgebildet ist, das den Außenmantel 11 an der Oberseite des Filters durchdringt. Durch die Öffnung 14 kann eine Flüssigkeit, insbesondere Milch, in das Filterelement 12 eingeleitet werden, wobei die Milch durch die Wand des Filterelementes 12 in den Raum zwischen dem Filterelement 12 und dem Außenmantel 11 dringt und von dort über die Öffnung 13 abgeleitet wird. Durch Zuführen von Milch über die Öffnung 14 und Ableiten derselben über die Öffnung 13 bleiben alle in der Milch enthaltenen Verunreinigungen an der Innenseite des Filterelementes 12 zurück. Das Filter kann dadurch gereinigt werden, daß durch die Öffnung 13 eine Reinigungsflüssigkeit in den Raum zwischen dem Außenmantel 11 und dem Filterelement 12 eingeleitet wird. Diese Reinigungsflüssigkeit dringt durch die Wand des Filterelementes 12 in den Innenraum des Filterelementes 12 ein und wird über die Öffnung 14 abgeleitet. Dadurch, daß eine Reinigungsflüssigkeit in dieser Richtung durch das Filter gepreßt wird, werden die Partikel, die sich im Innern des Filterelementes 12 angesammelt haben, weggeschwemmt und aus dem Filter entfernt. Die Filter 9 und 10 in 2 können von der Milch von oben nach unten durchströmt werden, während zum Zwecke der Reinigung eine Reinigungsflüssigkeit von unten zugeführt wird und nach oben durch das Filter strömt. Die Fließrichtung der Reinigungsflüssigkeit verläuft daher entgegengesetzt zu derjenigen der zu reinigenden Flüssigkeit, in diesem Falle der Milch. Als Reinigungsflüssigkeit kann z. B. heißes Wasser verwendet werden, dem bei Bedarf spezielle Reinigungsmittel zugesetzt wurden. Außerdem kann die Reinigungsflüssigkeit pulsierend durch das Filter geleitet werden, wodurch die Reinigungswirkung verbessert wird. Die Öffnungen 13 und 14 der Filter 9 und 10 sind mit automatisch betätigten Umschaltvorrichtungen 15 bis 18 in Form von Mehrwegeventilen, in diesem Fall von Dreiwegeventilen verbunden. In einer ersten Stellung lassen die Dreiwegeventile 15 bis 18 Milch und in einer zweiten Stellung Reinigungsflüssigkeit durch die Filter strömen. Des weiteren sind eine Milchzuflußleitung 19 und eine Reinigungsflüssigkeits-Abflußleitung 20 an die Dreiwegeventile 15 und 17 angeschlossen, während an die Dreiwegeventile 16 und 18 eine Milchabflußleitung 21 und eine Reinigungsflüssigkeits-Zuflußleitung 22 angeschlossen sind. In der in 2 gezeigten Stellung der Dreiwegeventile wird durch die Leitung 21 über das Dreiwegeventil 15, das Filter 9 und das Dreiwegeventil 16 Milch abgeleitet, während gleichzeitig eine Reinigungsflüssigkeit über die Leitung 22, das Dreiwegeventil 18, das Filter 10 und das Dreiwegeventil 17 zur Ableitung in die Leitung 20 geleitet wird. Durch Umschalten der Dreiwegeventile 15 bis 18 kann die Milch durch das Filter 10 und die Reinigungsflüssigkeit durch das Filter 9 geleitet werden. Das Umschalten des Dreiwegeventils wird von einem Computer gesteuert, der hier nicht näher erläutert ist und ansonsten die gesamte Melkmaschine einschließlich des Melkroboters und der zugehörigen Vorrichtungen steuert. Der Computer kann so programmiert sein, daß das Umschalten der Dreiwegeventile nach dem Melken einer vorgegebenen Anzahl von Kühen erfolgt. Insbesondere kann die Filtervorrichtung nach dem Melken jeder einzelnen Kuh umgeschaltet werden, so daß die Milch von jeder Kuh stets durch ein gereinigtes Filter strömt.

Die Erfindung ist keineswegs auf das hier beschriebene Ausführungsbeispiel beschränkt, sondern betrifft auch alle Arten von realisierbaren Varianten und Abwandlungen, selbstverständlich soweit sie in den Schutzbereich der nachfolgenden Ansprüche fallen. Insbesondere können mehr als zwei Filter in einer Filtervorrichtung und, wie oben erwähnt, mehrere Filtervorrichtungen vorgesehen sein.


Anspruch[de]
  1. Melkmaschine zum Melken von Tieren, wie z. B. Kühen, die eine oder mehrere Filtervorrichtungen (8) umfaßt, wobei die Filtervorrichtung mit mindestens zwei Filtern (9, 10) und mit Verbindungen versehen ist, um abwechselnd Milch in einer ersten Richtung durch ein Filter und eine Reinigungsflüssigkeit durch dieses Filter in einer zweiten, zu der ersten Richtung entgegengesetzten Richtung zu leiten, und wobei, wenn die Verbindungen in eine Position eingestellt sind, um Milch durch ein Filter zu leiten, eine Reinigungsflüssigkeit durch ein anderes Filter fließen kann, dadurch gekennzeichnet, daß automatisch betätigte Umschaltvorrichtungen (15 bis 18) vorgesehen sind, um ein Filter zu reinigen, wenn durch das andere Filter Milch geleitet wird, und um nach dem Reinigen des ersten Filters und dem anschließenden Melken einer vorgegebenen Anzahl von Kühen die Milch durch das gereinigte Filter zu leiten, während das andere Filter gereinigt wird.
  2. Melkmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Filtervorrichtung (8) zwei Filter (9, 10) aufweist.
  3. Melkmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß automatisch betätigte Umschaltvorrichtungen (15 bis 18) vorgesehen sind, um zur selben Zeit den Milchstrom in einer Richtung durch ein erstes Filter (9; 10) und eine Reinigungsflüssigkeit in entgegengesetzter Richtung durch ein zweites Filter (10; 9) zu leiten.
  4. Melkmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Umschaltvorrichtungen (15 bis 18) durch Mehrwegeventile gebildet sind.
  5. Melkmaschine nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Mehrwegeventile (15 bis 18) rechnergesteuerte Dreiwegeventile aufweisen, die in einer ersten Position Milch und in einer zweiten Position eine Reinigungsflüssigkeit durch ein Filter (9, 10) strömen lassen.
  6. Melkmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß ein Filter (9, 10) rohrförmig ausgebildet ist.
  7. Melkmaschine nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die aufwärts gerichteten Filter (9, 10) parallel zueinander angeordnet sind.
  8. Melkmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Reinigungsflüssigkeit aus heißem Wasser besteht, das pulsierend durch ein Filter (9, 10) geleitet wird.
  9. Melkmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Melkmaschine einen Melkroboter (5) zum automatischen Anschließen von Zitzenbechern (6) an die Zitzen eines in einem Melkstand (1) befindlichen Tieres und zum anschließenden automatischen Melken dieses Tieres aufweist, wobei die gewonnene Milch durch eine automatisch gereinigte Filtervorrichtung (8) geleitet und darin gereinigt wird.
  10. Melkmaschine nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Filtervorrichtung (8) nahe dem Melkstand (1) angeordnet ist.
  11. Melkmaschine nach Anspruch 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Filtervorrichtung (8) in dem Milchleitungssystem zwischen den Zitzenbechern (6) und einem Milchmengenmesser angeordnet ist, der Teil der Melkmaschine ist.
Es folgen 2 Blatt Zeichnungen






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