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Dokumentenidentifikation DE10133856B4 16.06.2005
Titel Werkzeugkopf insbesondere für Maschinen zur Herstellung von Gewindeanschlüssen an Rohrenden
Anmelder CBS Präzionswerkzeuge GmbH, 40699 Erkrath, DE
Vertreter T. Wilcken und Kollegen, 23554 Lübeck
DE-Anmeldedatum 12.07.2001
DE-Aktenzeichen 10133856
Offenlegungstag 30.01.2003
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 16.06.2005
Veröffentlichungstag im Patentblatt 16.06.2005
IPC-Hauptklasse B23G 5/10

Beschreibung[de]

Werkzeugkopf insbesondere für Maschinen zur Herstellung von Gewindeanschlüssen an Rohrenden.

Beispielsweise Gas- und Ölfeldrohre weisen an ihren Enden konische Gewindeanschlüsse auf. Um diese zu erzeugen werden rotierende Werkzeugköpfe eingesetzt, bei denen während der Bearbeitung an dem Werkzeugkopf angeordnete Werkzeugschieber radial zugestellt werden. Ein derartiger Werkzeugkopf für Rohrgewindeschneidmaschinen ist beispielsweise aus der DE 44 28 049 A1 bekannt. Der dort offenbarte Werkzeugkopf weist drei Paare von miteinander gekoppelten Werkzeugschiebern auf. Innerhalb der Paare von Werkzeugschiebern sind zwei Werkzeugschieber derart miteinander gekoppelt, daß, wenn der eine Werkzeugschieber radial nach innen verstellt wird, der zweite Werkzeugschieber um das gleiche Maß radial nach außen verstellt wird. Die radiale Verstellung der Werkzeugschieber erfolgt durch eine Schubstange, welche über eine Schrägverzahnung mit einem der beiden Werkzeugschieber in Eingriff ist. Der zweite Werkzeugschieber wird durch die Kopplung mit dem ersten Werkzeugschieber entgegengesetzt zu diesem bewegt. Durch die Kopplung der beiden Werkzeugschieber wird erreicht, daß die auf die Werkzeugschieber wirkenden Zentrifugal- bzw. Fliehkräfte in einem gewissen Maß kompensiert werden. Diese Kompensation ist jedoch ungenügend, weil sich bei radialer Verstellung der Werkzeugschieber die auf die Werkzeugschieber wirkenden Fliehkräfte ändern. Da der erste Werkzeugschieber sich radial nach innen bewegt und der zweite Werkzeugschieber sich gleichzeitig radial nach außen bewegt, nimmt die auf den ersten Werkzeugschieber wirkende Fliehkraft ab; während die auf den zweiten Werkzeugschieber wirkende Fliehkraft zunimmt. In diesem Zustand sind die Fliehkräfte somit nicht mehr im Gleichgewicht. Aus diesem Grund sind bei dem bekannten Werkzeugkopf immer noch große Verstellkräfte zum radialen Verstellen der Werkzeugschieber erforderlich, um die auftretenden Fliehkräfte zu überwinden.

Es ist Aufgabe der Erfindung, einen Werkzeugkopf mit einer verbesserten Kompensation einer auf einen Werkzeugschieber wirkenden Zentrifugalkraft zu schaffen.

Diese Aufgabe wird durch einen Werkzeugkopf mit den im Anspruch 1 angegebenen Merkmalen gelöst.

Der erfindungsgemäße Werkzeugkopf eignet sich insbesondere zur Herstellung von Gewindeanschlüssen an Rohrenden und weist zusätzlich zu zumindest einem radial bezüglich der Rotationsachse des Werkzeugkopfes verstellbaren Werkzeugschieber ein Ausgleichsgewicht auf. Das Ausgleichsgewicht ist schwenkbar um eine Drehachse und über eine Getriebeeinrichtung mit dem radial verstellbaren Werkzeugschieber gekoppelt. Die Drehachse des Ausgleichsgewichtes ist beabstandet, d.h. radial beabstandet zu der Rotationsachse des Werkzeugkopfes angeordnet. Das Ausgleichsgewicht weist einen Schwerpunkt auf, der beabstandet zu der Drehachse des Ausgleichsgewichtes ist, d.h. der Schwerpunkt des Ausgleichsgewichtes liegt exzentrisch bezüglich der Drehachse. Das Ausgleichsgewicht ist so angeordnet, daß zumindest in einem Teil seines Schwenkbereiches der Schwerpunkt in seiner Winkellage von der Winkellage der Drehachse bezüglich der Rotationsachse des Werkzeugkopfes um einen Winkel beabstandet ist. Diese Anordnung bewirkt, daß eine Zentrifugal- bzw. Fliehkraft, welche bei Rotation des Werkzeugkopfes um die Rotationsachse an dem Schwerpunkt angreift, um einen Hebel beabstandet von der Drehachse an dem Ausgleichsgewicht angreift. Die Fliehkraft erzeugt somit ein Drehmoment um die Drehachse des Ausgleichsgewichtes. Dieses Drehmoment wird über die Getriebeeinrichtung auf den Werkzeugschieber übertragen. Dabei wird das Drehmoment in eine Kompensationskraft umgesetzt, welche radial bezüglich der Rotationsachse des Werkzeugkopfes wirkt, d.h. in der Verstellrichtung des Werkzeugschiebers. Weiter bewirkt die Kopplung von Werkzeugschieber und Ausgleichsgewicht, daß das Ausgleichsgewicht bei radialer Verstellung des Werkzeugschiebers verschwenkt wird. Beim Verschwenken des Ausgleichsgewichts ändert sich der Winkel zwischen den Winkellagen der Drehachse und des Schwerpunkts bezüglich der Rotationsachse, so daß sich die Länge des wirksamen Hebelarmes zwischen dem Angriffspunkt der Fliehkraft, d.h. dem Schwerpunkt des Ausgleichsgewichtes, und der Drehachse ändert. Daher ändert sich mit radialer Verstellung des Werkzeugschiebers auch das Drehmoment um die Drehachse, welches durch die auf das Ausgleichsgewicht wirkende Zentrifugal- bzw. Fliehkraft erzeugt wird. Auf diese Weise kann in dem erfindungsgemäßen Werkzeugkopf erreicht werden, daß eine Kompensation der auf den Werkzeugschieber wirkenden Fliehkraft in Abhängigkeit der radialen Position des Werkzeugschiebers erfolgt. Wenn sich der Werkzeugschieber in einer radial äußeren Position des Werkzeugkopfes befindet, ist die auf ihn wirkende Fliehkraft größer, als wenn er sich in einer radial innen liegenden Position befindet. Entsprechend ändert sich auch die durch das Ausgleichsgewicht erzeugte Kompensationskraft, um ein Gleichgewicht mit der auf den Werkzeugschieber wirkenden Fliehkraft zu erzeugen. Vorzugsweise wird der Schwenkwinkel des Ausgleichgewichtes möglichst klein gewählt, um beim Verschwenken des Ausgleichsgewichtes eine radiale Verlagerung des Schwerpunktes des Ausgleichsgewichtes bezüglich der Rotationsachse möglichst gering zu halten, da die radiale Verlagerung des Schwerpunktes zu einer Änderung der auf das Ausgleichsgewicht wirkenden Fliehkraft führt.

Bevorzugt ist die Drehachse des Ausgleichsgewichtes parallel zu der Rotationsachse des Werkzeugkopfes angeordnet. Dies ermöglicht einen einfachen Aufbau des Werkzeugkopfes, da die auftretenden Kräfte im wesentlichen in einer Ebene oder in parallel zueinander liegenden Ebenen verlaufen, so daß sie leicht übertragen bzw. umgesetzt werden können.

Vorzugsweise ist die Getriebeeinrichtung ein Zahnradgetriebe. Ein solches Getriebe ermöglicht eine weitgehend spiel- bzw. schlupffreie Kopplung von Ausgleichsgewicht und Werkzeugschieber, welche eine sichere Kraftübertragung bewirkt.

Weiter bevorzugt ist an dem Ausgleichsgewicht zumindest ein Zahnradsegment ausgebildet und an dem Werkzeugschieber ist zumindest eine Zahnstange ausgebildet, welche mit dem Zahnrad zusammenwirkt. Dabei ist das Zahnradsegment vorzugsweise so ausgebildet, daß es einen Bogenabschnitt eines Zahnrades bildet, welcher konzentrisch zu der Drehachse des Ausgleichsgewichtes verläuft. Die Verzahnung kann in Form einer Geradverzahnung oder auch einer Schrägverzahnung ausgebildet sein. Das Zusammenwirken von Zahnradsegment und Zahnstange ermöglicht die Umsetzung des Drehmomentes, welches auf das Ausgleichsgewicht wirkt, in eine annähernd lineare Kompensationskraft, welche auf den Werkzeugschieber wirkt. Entsprechend wird eine lineare Bewegung des Werkzeugschiebers in eine Schwenkbewegung des Ausgleichsgewichtes umgesetzt.

Vorzugsweise ist in dem Werkzeugkopf zumindest ein zweiter Werkzeugschieber vorgesehen, welcher bezüglich der Rotationsachse des Werkzeugkopfes radial verstellbar ist und der mit dem ersten Werkzeugschieber über ein Übertragungselement derart gekoppelt ist, daß eine radiale Verstellung des ersten Werkzeugschiebers eine entgegengesetzt gerichtete radiale Verstellung des zweiten Werkzeugschiebers bewirkt. Diese Anordnung eines Paares von Werkzeugschiebern entspricht der in DE 44 28 049 A1 offenbarten Kopplung zweier Werkzeugschieber. Durch diese Kopplung kann ein zusätzlicher Fliehkraftausgleich zwischen den beiden gekoppelten Werkzeugschiebern erreicht werden. Wenn beide Werkzeugschieber im wesentlichen die gleiche Masse aufweisen und sich in Positionen befinden, in denen sie im wesentlichen denselben radialen Abstand von der Rotationsachse aufweisen, heben sich die auf die beiden Werkzeugschieber wirkenden Fliehkräfte im wesentlichen auf. Wird ein Werkzeugschieber radial zugestellt, d.h. radial nach innen bewegt, bewegt sich der zweite Werkzeugschieber um ein entsprechendes Maß radial nach außen. Durch diese Radiusänderung verändern sich die auf die Werkzeugschieber wirkenden Fliehkräfte. Die auf den radial nach innen zugestellten Werkzeugschieber wirkende Fliehkraft wird geringer, während die auf den anderen Werkzeugschieber wirkende Fliehkraft größer wird. Somit kann keine vollständige Kompensation der Fliehkräfte zwischen den beiden Werkzeugschiebern mehr stattfinden. Dies kann durch eine zusätzliche Kompensation der auftretenden Zentrifugal- bzw. Fliehkräfte mit Hilfe des Ausgleichsgewichts erfolgen. Dabei kompensiert das Ausgleichsgewicht vorzugsweise im wesentlichen nur die Differenz der auf die beiden Werkzeugschieber wirkenden Fliehkräfte. Dadurch, daß das Ausgleichsgewicht abhängig von der radialen Stellung der Werkzeugschieber verschwenkt wird, ändert sich auch die durch das Ausgleichsgewicht aufgebrachte Kompensationskraft. Die gesamte Anordnung kann somit so eingestellt werden, daß die auf die Werkzeugschieber wirkenden Fliehkräfte sowie die von dem Ausgleichsgewicht erzeugte Kompensationskraft immer im wesentlichen im Gleichgewicht sind.

Vorzugsweise ist das Übertragungselement ein Zahnrad und die beiden Werkzeugschieber weisen jeweils eine Zahnstange auf, welche mit dem Zahnrad in Eingriff sind. Dies ermöglicht eine weitgehend schlupffreie Kopplung der beiden Werkzeugschieber miteinander. Das Zahnrad muß dabei nicht als vollständiges Zahnrad ausgebildet sein. Es ist ausreichend, daß das Übertragungselement Bogenabschnitte aufweist, welche mit Zähnen versehen sind, die jeweils mit einer der Zahnstangen kämmen. Das Zahnrad weist somit zumindest ein, vorzugsweise zwei Zahnradsegmente auf, welche konzentrisch zu dem Drehpunkt des Zahnrades bzw. Übertragungselement sind. Eine solche Ausgestaltung ermöglicht eine sehr kompakte Anordnung beider Werkzeugschieber. Das Übertragungselement kann jedoch auch anders ausgebildet sein. Verschiedene Ausgestaltungen derartiger Übertragungselemente sind in der DE 44 28 049 A1 offenbart.

Bevorzugt ist zwischen dem Zahnradsegment an dem Ausgleichsgewicht und der Zahnstange an dem Werkzeugschieber zumindest ein weiteres Zahnrad angeordnet. Die Anordnung eines weiteren Zahnrades ermöglicht die Wirkungsrichtung der von dem Ausgleichsgewicht erzeugten Kompensationskraft umzukehren. Dies ist insbesondere bei der Anordnung von zwei gekoppelten Werkzeugschiebern erforderlich, um eine Kompensation der auf die beiden Werkzeugschieber wirkenden Fliehkräfte zu erreichen.

Bevorzugt ist nur der erste Werkzeugschieber direkt mit einem Zustellantrieb gekoppelt, während der zweite Werkzeugschieber nur indirekt über das Übertragungselement durch den Zustellantrieb bewegbar ist. Diese Anordnung entspricht im wesentlichen der in DE 44 28 049 A1 offenbarten Anordnung. Der Zustellantrieb erfolgt somit vorzugsweise über eine mit einer Schrägverzahnung versehene Zugstange. Je nach Bewegungsrichtung der Schubstange wird der erste Werkzeugschieber zugestellt und gleichzeitig wird der gekoppelte zweite Werkzeugschieber zurückgezogen. Wird die Zugstange in umgekehrter Richtung bewegt, wird der erste Werkzeugschieber zurückgezogen, während er zweite gekoppelte Werkzeugschieber gleichzeitig über das Übertragungselement radial zugestellt wird.

Bevorzugt wirkt das Ausgleichsgewicht über die Getriebeeinrichtung mit dem ersten Werkzeugschieber zusammen. Diese Anordnung hat den Vorteil, daß die durch das Übertragungselement zwischen den beiden Werkzeugschiebern zu übertragenden Kräfte gering gehalten werden können, da die von dem Ausgleichsgewicht erzeugte Kraft direkt an dem ersten Werkzeugschieber angreift. Der erste direkt betätigte Werkzeugschieber ist auch bevorzugt der für die Schlichtbearbeitung verantwortliche Werkzeugschieber. Daher ist bevorzugt, daß sämtliche Zustell- und Ausgleichskräfte vorzugsweise direkt an diesen angreifen, um einen Schlupf und Lageabweichungen so gering wie möglich zu halten. Auf diese Weise kann eine größtmögliche Bearbeitungsgenauigkeit erreicht werden.

Alternativ kann jedoch das Ausgleichsgewicht über die Getriebeeinrichtung auch mit dem zweiten Werkzeugschieber zusammenwirken. Dabei kann lediglich ein Ausgleichsgewicht vorgesehen sein, welches mit dem zweiten Werkzeugschieber zusammenwirkt. Es ist jedoch auch denkbar, zwei Ausgleichsgewichte derart anzuordnen, daß das erste Ausgleichsgewicht mit dem ersten Werkzeugschieber zusammenwirkt, während das zweite Ausgleichsgewicht mit dem zweiten Werkzeugschieber zusammenwirkt. Derart abgewandelte Ausführungsformen ermöglichen es, die Einrichtungen für den Fliehkraftausgleich optimal an den in dem Werkzeugkopf zur Verfügung stehenden Bauraum anzupassen.

Gemäß einer weiteren alternativen Ausführungsform kann das Ausgleichsgewicht auch mit dem Übertragungselement gekoppelt sein. Auch bei dieser Anordnung kann beispielsweise nur ein Ausgleichsgewicht vorgesehen sein, welches mit dem Übertragungselement gekoppelt ist. Diese Kopplung kann dadurch erfolgen, daß das Ausgleichsgewicht in das Übertragungselement integriert ist oder daß das Ausgleichsgewicht über eine Getriebeeinrichtung mit dem Übertragungselement gekoppelt ist. Auch hier ist es denkbar, daß zusätzlich zu dem mit dem Übertragungselement gekoppelten Ausgleichsgewicht auch noch Ausgleichsgewichte vorgesehen werden, welche, wie oben beschrieben, direkt mit dem ersten und/oder dem zweiten Werkzeugschieber zusammenwirken. Da dabei die beiden Werkzeugschieber immer über das Übertragungselement miteinander gekoppelt sind, bilden die beiden Werkzeugschieber mit sämtlichen an diesen angeordneten Ausgleichsgewichten ein Gesamtsystem, in dem die auftretenden Fliehkräfte im wesentlichen kompensiert werden, so daß ein Kräftegleichgewicht zwischen den einzelnen Elementen vorliegt.

Bevorzugt ist das Ausgleichsgewicht derart angeordnet, daß es aus einer Ausgangslage bei einer radialen Verstellung des ersten Werkzeugschiebers so verschwenkt wird, daß der Winkel zwischen den Winkellagen von Schwerpunkt und Drehachse des Ausgleichsgewichts bezüglich der Rotationsachse des Werkzeugkopfes zunimmt. Bei einer derartigen Schwenkbewegung vergrößert sich der wirksame Hebel zwischen dem Schwerpunkt und der Drehachse des Ausgleichgewichtes, so daß das von der Fliehkraft erzeugte Drehmoment bezüglich der Drehachse zunimmt. Auf diese Weise kann eine größer werdende Kompensations- bzw. Ausgleichskraft mit Verstellung des Werkzeugschiebers zur Verfügung gestellt werden. Die Zu- und/oder Abnahme der Ausgleichskraft wird so eingestellt, daß sie im wesentlichen der Änderung der auf den Werkzeugschieber wirkenden Fliehkraft entspricht, welche durch die radiale Verstellung des Werkzeugschiebers hervorgerufen wird. Bei der bevorzugten Anordnung von zwei miteinander gekoppelten Werkzeugschiebern ist das Ausgleichsgewicht so eingestellt, daß es sich in seiner Ausgangslage befindet, wenn sich die beiden Werkzeugschieber in derartigen radialen Positionen befinden, daß sich die auf die Werkzeugschieber wirkenden Fliehkräfte aufgrund der Kopplung der beiden Werkzeugschieber aufheben bzw. gegenseitig kompensieren. Dabei ist die Ausgangslage des Ausgleichsgewichts so gewählt, daß der wirksame Hebel zwischen Angriffspunkt der auf das Ausgleichsgewicht wirkenden Fliehkraft und dem Drehpunkt des Ausgleichsgewichtes im wesentlichen null ist. Somit wird in der Ausgangslage des Ausgleichsgewichts von diesem im wesentlichen kein Drehmoment und somit keine Ausgleichskraft erzeugt. Je nachdem in welche Richtung der erste Werkzeugschieber radial verstellt wird, verschwenkt das Ausgleichsgewicht aus der Ausgangslage in entgegengesetzte Richtungen, wobei der Winkel zwischen den Winkellagen von Schwerpunkt und Drehachse des Ausgleichsgewichts bezüglich der Rotationsachse des Werkzeugkopfes zunimmt. Abhängig von der Schwenkrichtung des Ausgleichsgewichtes ändert sich die Wirkungsrichtung des Drehmomentes und somit der Ausgleichskraft, d.h. je nach Schwenkrichtung des Ausgleichsgewichtes bezüglich der Ausgangslage wird eine radial nach innen oder eine radial nach außen gerichtete Kompensations- bzw. Ausgleichskraft erzeugt.

Vorzugsweise sind drei erste Werkzeugschieber mit jeweils einem Ausgleichsgewicht und einer Getriebeeinrichtung gemäß der obigen Beschreibung in dem Werkzeugkopf vorgesehen. Jede Einheit von Werkzeugschieber mit zugehörigem Ausgleichsgewicht und Getriebeeinrichtung bildet dabei ein System, wie es oben beschrieben wurde. Die drei Werkzeugschieber sind vorzugsweise derart in dem Werkzeugkopf angeordnet, daß ihre Längsachsen, welche radial zu der Rotationsachse verlaufen, jeweils um 120° voneinander beabstandet sind. Diese Anordnung ermöglicht eine gleichmäßige Massenverteilung in dem Werkzeugkopf.

Weiter bevorzugt sind ebenfalls drei zweite Werkzeugschieber vorgesehen, die jeweils mit einem der drei ersten Werkzeugschieber über ein Übertragungselement gekoppelt sind. Es gibt somit in dem Werkzeugkopf drei Einheiten, welche jeweils aus zwei miteinander gekoppelten Werkzeugschiebern und zumindest einem zugehörigen Ausgleichselement gemäß der obigen Beschreibung bestehen. Diese drei Einheiten sind gleichmäßig über den Umfang des Werkzeugkopfes verteilt, d.h. die zweiten Werkzeugschieber sind in ihren Winkellagen bezüglich der Rotationsachse ebenfalls vorzugsweise jeweils um 120° voneinander beabstandet. Die Anordnung der ersten und zweiten Werkzeugschieber mit dem koppelnden Übertragungselement entspricht dabei im wesentlichen der in DE 44 28 059 A1 gezeigten Anordnung. Zusätzlich sind lediglich die oben erläuterten Ausgleichsgewichte vorgesehen.

Nachfolgend wird die Erfindung beispielhaft anhand beiliegender Figuren beschrieben. In diesen zeigt:

1 eine schematische Draufsicht auf einen erfindungsgemäßen Werkzeugkopf gemäß einer ersten Ausführungsform,

2 eine vergrößerte Detailansicht des Werkzeugkopfes in 1

3 eine schematische Draufsicht auf einen erfindungsgemäßen Werkzeugkopf gemäß einer zweiten Ausführungsform, und

4 eine vergrößerte Detailansicht der Ansicht in 3.

1 zeigt eine schematische Draufsicht auf einen erfindungsgemäßen Werkzeugkopf gemäß einer ersten bevorzugten Ausführungform. Der Werkzeugkopf weist drei erste Werkzeugschieber 2 sowie drei zweite Werkzeugschieber 4 auf. Die ersten und zweiten Werkzeugschieber 2 und 4 sind abwechselnd gleichmäßig über den Umfang des Werkzeugkopfes verteilt, d.h. die Längsachsen der Werkzeugschieber 2 und 4, welche sich radial zu der Rotationsachse R des Werkzeugkopfes erstrecken, sind jeweils im wesentlichen um 60° bezüglich der Rotationsachse R voneinander beabstandet. Zwischen zwei ersten Werkzeugschiebern 2 liegt immer jeweils ein zweiter Werkzeugschieber 4. Die ersten und zweiten Werkzeugschieber sind ähnlich aufgebaut und weisen bevorzugt in wesentlichen die gleiche Masse auf.

Die ersten Werkzeugschieber 2 sind jeweils direkt mit einem Verstellantrieb in Form einer Schubstange 6 verbunden. Die Schubstangen 6 weisen an ihrem Ende eine Schrägverzahnung auf, welche mit einer Schrägverzahnung in den Werkzeugschiebern 2 in Eingriff ist. Auf diese Weise kann eine Linearbewegung der Schubstangen 6 in Richtung der Rotationsachse R des Werkzeugkopfes in eine radiale Verstellbewegung der Werkzeugschieber 2 umgewandelt werden. Dies ist genauer in DE 44 28 049 A1 offenbart.

Die zweiten Werkzeugschieber 4 sind jeweils mit einem zugehörigen ersten Werkzeugschieber 2 über ein Zahnrad 8 gekoppelt. Die Zahnräder 8 sind jeweils mit einer Zahnstange an einem zugehörigen Werkzeugschieber 2 und einem zugehörigen Werkzeugschieber 4 in Eingriff, um diese miteinander zu koppeln. Diese Kopplung bewirkt, daß, wenn ein erster Werkzeugschieber 2 radial auf die Rotationsachse R zu bewegt wird, sich der zugehörige zweite Werkzeugschieber 4 um das gleiche Maß radial nach außen bewegt. Diese Kopplung ermöglicht zum einen eine sehr leichte Zustellung der beiden Werkzeugschieber 2 und 4 über ein gemeinsames Verstellelement, d.h. eine gemeinsame Schubstange 6. Ferner wird durch diese Kopplung ein erster Fliehkraftausgleich zwischen den Werkzeugschiebern 2 und 4 erreicht. Wenn die zwei gekoppelten Werkzeugschieber 2 und 4 radial gleich weit von der Rotationsachse R entfernt sind und im wesentlichen dieselbe Masse aufweisen, heben sich die auf den Werkzeugschieber 2 und die auf den Werkzeugschieber 4 wirkenden Fliehkräfte auf, so daß ein Kräftegleichgewicht herrscht. Dies ist in DE 44 28 049 A1 bereits näher beschrieben.

Wenn jedoch die Werkzeugschieber 2 und 4 aufgrund der radialen Zustellung nicht mehr denselben radialen Abstand von der Rotationsachse R haben, sind die auf sie wirkenden Fliehkräfte nicht mehr gleich groß und gleichen sich somit nicht mehr aus, so daß eine zusätzliche Kompensation erforderlich ist. Diese wird durch Ausgleichseinrichtungen 10 erreicht. Jeder der drei Werkzeugschieber 2 weist eine zugehörige Ausgleichseinrichtung 10 auf, so daß drei Ausgleichseinrichtungen 10 in dem Werkzeugkopf vorgesehen sind.

Die Ausgleichseinrichtungen 10 sind jeweils in den Zwischenräumen zwischen einem Werkzeugschieber 2 und einem Werkzeugschieber 4 angeordnet, in dem sich kein Zahnrad befindet. Dies bedeutet, die Ausgleichseinrichtungen 10 befinden sich immer zwischen zwei nicht miteinander gekoppelten Werkzeugschiebern 2 und 4. Da die drei Ausgleichseinrichtungen 10 sowie die mit diesen zusammenwirkenden Werkzeugschieber 2 und 4 jeweils identisch sind, wird nur eine der Anordnungen bestehend aus den Werkzeugschiebern 2 und 4, Zahnrad 8 und der Ausgleichseinrichtung 10 nachfolgend detaillierter beschrieben.

Die Ausgleichseinrichtung 10 besteht aus einem keulenförmigen Ausgleichsgewicht 12, welches um eine Drehachse D schwenkbar gelagert ist. Das keulenförmige Ausgleichsgewicht 12 weist einen Schwerpunkt S auf, welcher von der Drehachse D beabstandet ist. Die Drehachse D ist radial von der Rotationsachse R des Werkzeugkopfes beabstandet und im wesentlichen parallel zu dieser. Das Ausgleichsgewicht 12 weist eine zu der Drehachse D konzentrische Verzahnung 14 auf, welche mit einem Zahnrad 16 in Eingriff ist. Das Zahnrad 16 ist mit einer Zahnstange (hier nicht gezeigt) an dem Werkzeugschieber 2 in Eingriff. Die nicht gezeigte Zahnstange erstreckt sich parallel zu der Längs- bzw. Bewegungsachse des Werkzeugschiebers 2. Die Längsachse des Werkzeugschiebers 2 verläuft radial zu der Rotationsachse R des Werkzeugkopfes. Auf diese Weise wird das Ausgleichsgewicht 12 über das Zahnrad 16 mit dem Werkzeugschieber 2 gekoppelt. Diese Kopplung bewirkt, daß bei einer radialen Bewegung des Werkzeugschiebers 2 über die nicht gezeigte Zahnstange das Zahnrad 16 gedreht wird und über das Zahnrad 16 das Ausgleichsgewicht 12 um die Drehachse D verschwenkt wird. Zusätzlich ist der Werkzeugschieber 2, wie oben beschrieben, über das Zahnrad 8 mit dem Werzeugschieber 4 gekoppelt, so daß gleichzeitig über das Zahnrad 8, wie beschrieben, der Werkzeugschieber 4 radial verstellt wird.

Wird der Werkzeugkopf um die Rotationsachse R gedreht bzw. rotiert, um eine Bearbeitung durchzuführen, wirken Flieh- bzw. Zentrifugalkräfte auf die Werkzeugschieber 2 und 4 sowie auf das Ausgleichsgewicht 12 radial nach außen. An dem Ausgleichsgewicht 12 wirkt die Fliehkraft in seinem Schwerpunkt S. In 1 findet sich das Ausgleichsgewicht 12 in einer Position, in welcher der Schwerpunkt S und die Drehachse D von einer gemeinsamen radialen Linie r ausgehend von der Rotationsachse R geschnitten werden. Das bedeutet Drehachse D und Schwerpunkt S haben dieselbe Winkelposition bezüglich der Rotationsachse R. Eine auf den Schwerpunkt S wirkende Fliehkraft verläuft somit genau durch den Drehpunkt bzw. die Drehachse D, so daß kein Moment um die Achse D durch die Fliehkraft erzeugt wird. Diese Lage des Ausgleichsgewichtes 12 wird vorzugsweise dann erreicht, wenn die gekoppelten Werkzeugschieber 2 und 4 jeweils denselben radialen Abstand von der Rotationsachse R haben, so daß sich die auf die Werkzeugschieber 2 und 4 wirkenden Fliehkräfte durch die Kopplung über das Zahnrad 8 gegenseitig kompensieren.

Wird einer der Werkzeugschieber 2 und 4 radial nach innen zugestellt, bewegt sich der mit diesem gekoppelte Werkzeugschieber radial nach außen, so daß die auf den Werkzeugschieber 2 und den Werkzeugschieber 4 wirkenden Fliehkräfte nicht mehr identisch sind. Diese Differenz zwischen den Fliehkräften wird durch eine auf das Ausgleichsgewicht 12 wirkende Fliehkraft kompensiert. Bei einer radialen Verstellung des Werkzeugschiebers 2 wird über das Zahnrad 16 das Ausgleichsgewicht 12 aus der zuvor beschriebenen Ausgangs- bzw. Mittellage, in der es kein Moment um die Drehachse D erzeugt, verschwenkt. Wenn das Ausgleichsgewicht 12 aus der in 1 gezeigten Position, d.h. der Mittellage verschwenkt wird, liegt der Schwerpunkt S nicht mehr auf der die Rotationsachse R und Drehachse D schneidenden Radiuslinie r. Das heißt, der Schwerpunkt S hat bezüglich der Rotationsachse R eine Winkelposition, welche von der Winkelposition der Drehachse D beabstandet ist. Somit greift die Fliehkraft an dem Schwerpunkt S um einen Hebelarm beabstandet von dem Drehpunkt D an, so daß die auf den Schwerpunkt S wirkende Fliehkraft ein Moment um die Drehachse D erzeugt. Dieses Moment wird über die Verzahnung 14 und das Zahnrad 16 auf den Werkzeugschieber 2 übertragen, wo es eine in radialer Richtung zu der Rotationsachse R wirkende Ausgleichskraft bildet.

Dies ist in der vergrößerten Detailansicht gemäß 2 deutlicher dargestellt. In 2 ist das Ausgleichsgewicht 12 in einer bezüglich der in 1 gezeigten Position verschwenkten Position dargestellt. Die in 2 dargestellte Position des Ausgleichsgewichts 12 wird erreicht, wenn der Werkzeugschieber 2 radial nach innen, d.h. in Richtung auf die Rotationsachse R zugestellt wird. Eine solche Zustellung wird über die nicht gezeigte Zahnstange auf das Zahnrad 16 und die Verzahnung 14 übertragen, was zu einem Verschwenken des Ausgleichsgewichtes 12 entgegen dem Uhrzeigersinn um die Drehachse D führt. In diesem Zustand liegen der Schwerpunkt S und der Drehpunkt D nicht mehr auf der gemeinsamen Radiuslinie r. Der Schwerpunkt S liegt auf einer Radiuslinie r', welche um einen Winkel von der Radiuslinie r, welche die Winkellage des Drehpunktes D bezüglich der Rotationsachse R kennzeichnet, beabstandet ist. Die auf das Ausgleichsgewicht 12 wirkende und in dem Schwerpunkt S angreifende Fliehkraft verläuft entlang der Linie r' radial nach außen. Diese Fliehkraft greift um den Hebelarm a beabstandet von dem Drehpunkt D an dem Ausgleichsgewicht 12 an. Aus diesem Grund erzeugt die Fliehkraft ein Moment M um die Drehachse D. Dieses Moment M wird über das Zahnrad 16 auf den Werkzeugschieber 2 übertragen. Es erzeugt dabei eine Ausgleichskraft, welche radial nach außen gerichtet auf den Werkzeugschieber 2 wirkt. Auf den Werkzeugschieber 2 wirkt zusätzlich eine durch seine Masse verursachte Fliehkraft. Diese Fliehkraft und die Ausgleichskraft stehen im Gleichgewicht mit der auf den Werkzeugschieber 4 wirkenden Fliehkraft.

Da bei einer radial nach innen gerichteten Zustellung des Werkzeugschiebers 2, wie oben beschrieben, der Werkzeugschieber 4 radial nach außen bewegt wird, erhöht sich bei dieser Zustellung die auf den Werkzeugschieber 4 wirkenden Fliehkraft, während sich die auf den Werkzeugschieber 2 wirkende Fliehkraft verringert. Um diese Differenz zwischen den beiden Fliehkräften auszugleichen ist eine Ausgleichskraft erforderlich, welche radial nach außen gerichtet auf den Werkzeugschieber 2 wirkt. Da das Ausgleichsgewicht 12 in Abhängigkeit von der radialen Bewegung des Werkzeugschiebers 2 verschwenkt wird, ändert sich der Hebelarm a und somit das erzeugte Moment M und die erzeugte Ausgleichskraft. Dabei kann sichergestellt werden, daß die von dem Ausgleichsgewicht 12 erzeugte Ausgleichskraft immer im wesentlichen der Differenz zwischen den auf die Werkzeugschieber 2 und 4 wirkenden Fliehkräften entspricht. Auf diese Weise kann annähernd ein Kräftegleichgewicht zwischen der auf das Ausgleichsgewicht 12 an dem Schwerpunkt S wirkenden Fliehkraft und den auf die Werkzeugschieber 2 und 4 wirkenden Fliehkräfte für jede radiale Position der Werkzeugschieber 2 und 4 erreicht werden.

Der Schwenkwinkel, um den das Ausgleichsgewicht 12 bei radialer Verstellung des Werkzeugschiebers 2 verschwenkt, soll vorzugsweise nicht zu groß sein, da eine radiale Verlagerung des Schwerpunktes S des Ausgleichsgewichtes 12 möglichst gering gehalten werden soll. Eine solche radiale Verlagerung des Schwerpunktes S bewirkt eine Änderung der auf den Schwerpunkt S wirkenden Fliehkraft, welche bei einem zu großen Schwenkwinkel die von dem Ausgleichsgewicht 12 erzeugte Ausgleichskraft verringert oder sogar übersteigt. Bei kleinen Schwenkwinkeln ist die Änderung der radialen Position des Schwerpunktes S jedoch gegenüber der Änderung des Hebelarmes a vernachlässigbar, da die Änderung des Hebelarmes a eine Funktion des Sinus des Schwenkwinkels ist, während die Änderung der radialen Position des Schwerpunktes S eine Funktion des Kosinus des Schwenkwinkels ist. Bei kleinen Schwenkwinkeln kann eine nahezu lineare Änderung der Ausgleichskraft erreicht werden.

Wenn der Werkzeugschieber 4 radial nach innen bewegt wird, in dem der Werkzeugschieber 2 radial nach außen bewegt wird, verringert sich die auf den Werkzeugschieber 4 wirkende Fliehkraft, während sich die auf den Werkzeugschieber 2 wirkende Fliehkraft erhöht. Bei dieser Bewegung verschwenkt das Ausgleichsgewicht 12 ausgehend von der in 1 gezeigten Lage auf den Werkzeugschieber 2 zu. Dabei entsteht ein wirksamer Hebelarm entgegengesetzt zu dem in 2 gezeigten Hebelarm a bezüglich der Radiuslinie r. Auf diese Weise erzeugt die an dem Schwerpunkt S angreifende Fliehkraft ein Moment um die Drehachse D, welches dem Moment M entgegengesetzt gerichtet ist. Es wird somit eine Ausgleichskraft erzeugt, welche auf den Werkzeugschieber 2 radial nach innen gerichtet wirkt. Auch diese Kraft entspricht dabei im wesentlichen der Differenz zwischen den auf die Werkzeugschieber 2 und 4 wirkenden Fliehkräfte. Es kann somit auch in dem Fall, daß der Werkzeugschieber 4 radial nach innen bewegt wird ein entsprechender Ausgleich der wirksamen Fliehkräfte erreicht werden.

Da in dem erfindungsgemäßen Werkzeugkopf die auf die Werkzeugschieber 2 und 4 wirkenden Fliehkräfte gegenseitig und mit Hilfe des Ausgleichsgewichts 12 ausgeglichen bzw. kompensiert werden, sind wesentlich geringere Verstellkräfte zum radialen Zustellen der Werkzeugschieber 2 und 4 erforderlich.

3 zeigt eine schematische Draufsicht auf einen Werkzeugkopf gemäß einer zweiten bevorzugten Ausführungsform. Der in 3 gezeigte Werkzeugkopf entspricht im wesentlichen dem in 1 gezeigten Werkzeugkopf. Insbesondere ist die Anordnung der Werkzeugschieber 2 und 4 mit den dazwischen liegenden Zahnrädern 8 identisch zu der anhand von 1 beschriebenen Anordnung. Lediglich die Ausgleichseinrichtungen 10 sind in dem Werkzeugkopf gemäß 3 anders angeordnet als in dem Werkzeugkopf gemäß 1 und 2. Während im Werkzeugkopf gemäß 1 und 2 die Ausgleichseinrichtungen 10 jeweils direkt auf die ersten Werkzeugschieber 2 wirken, sind die Ausgleichseinrichtungen 10 in 3 so angeordnet, daß sie direkt auf die zweiten Werkzeugschieber 4 wirken. Im übrigen entspricht die Funktionsweise der Ausgleichseinrichtungen 10 der anhand der 1 und 2 erläuterten Funktionsweise der Ausgleichseinrichtungen. Da die drei Ausgleichseinrichtungen 10 identisch sind, wird nachfolgend nur eine Ausgleichseinrichtung 10 im Zusammenwirken mit einem zugehörigen gekoppelten Paar von Werkzeugschiebern 2 und 4 detaillierter beschrieben.

Die Ausgestaltung des Ausgleichsgewichtes 12 mit der Verzahnung 14 und dem Zahnrad 16 entspricht der anhand von 1 und 2 erläuterten Ausgestaltung. In der Ausführungsform gemäß 3 sind das Ausgleichsgewicht 12 und das Zahnrad 16 jedoch spiegelverkehrt zu der Ausgestaltung in 1 und 2 angeordnet. Das Zahnrad 16 greift hier in eine an dem Werkzeugschieber 4 ausgebildete Verzahnung (nicht gezeigt) ein. Diese Verzahnung verläuft im wesentlichen parallel zu der Längsrichtung des Werkzeugschiebers 4, d.h. parallel zu dem Radius der Werkzeugkopfes. Auch in dem in 3 gezeigten Zustand liegen der Schwerpunkt S des Ausgleichsgewichtes 12 und die Drehachse bzw. der Drehpunkt D auf einer gemeinsamen Radiuslinie r bezüglich der Rotationsachse R des Werkzeugkopfes. In diesem Zustand erzeugt eine auf den Schwerpunkt S wirkende Fliehkraft kein Moment um den Drehpunkt D. Diese Lage des Ausgleichsgewichtes 12 wird vorzugsweise dann erreicht, wenn die gekoppelten Werkzeugschieber 2 und 4 jeweils denselben radialen Abstand von der Rotationsachse R haben, so daß sich die auf die Werkzeugschieber 2 und 4 wirkenden Fliehkräfte durch die Kopplung über das Zahnrad 8 gegenseitig kompensieren. Wird einer der Werkzeugschieber 2 und 4 radial nach innen zugestellt, bewegt sich der mit diesem gekoppelte Werkzeugschieber radial nach außen, so daß die auf den Werkzeugschieber 2 und den Werkzeugschieber 4 wirkenden Fliehkräfte nicht mehr identisch sind. Diese Differenz zwischen den Fliehkräften wird durch eine auf das Ausgleichsgewicht 12 wirkende Fliehkraft kompensiert. Dies wird anhand von 4 näher erläutert.

4 zeigt eine vergrößerte Detailansicht des in 3 gezeigten Werkzeugkopfes. Dabei entspricht die in 4 gezeigte Darstellung im wesentlichen der anhand von 2 erläuterten Anordnung, mit dem Unterschied, daß bei der in 4 gezeigten Anordnung die Ausgleichseinrichtung 10 an dem zweiten Werkzeugschieber 4 und nicht wie in 2 an dem ersten Werkzeugschieber 2 angreift. Die Funktionsweise des Fliehkraftausgleiches ist bei der Ausführungsform gemäß 3 und 4 genauso wie anhand der 1 und 2 erläutert. Wenn der Werkzeugschieber 2 über die Zugstange 6 radial nach außen bewegt wird, wird aufgrund der Kopplung durch das Zahnrad 8 der zugehörige Werkzeugschieber 4 um ein entsprechendes Maß radial nach innen auf die Rotationsachse R zu bewegt. Der Werkzeugschieber 4 ist über eine nicht gezeigte Zahnstange bzw. Verzahnung mit dem Zahnrad 16 gekoppelt. Daher führt die Bewegung des Werkzeugschiebers 4 nach innen zu einer Drehung des Zahnrades 16 gegen den Uhrzeigersinn. Durch die Drehung des Zahnrades 16 wird das Ausgleichsgewicht 12 in Richtung des Uhrzeigersinns um den Drehpunkt D verschwenkt. Ein solcher verschwenkter Zustand ist in 4 gezeigt. Der Schwerpunkt S des Ausgleichsgewichtes 12 liegt dabei nicht mehr auf der Radiuslinie r des Drehpunktes D, sondern auf einer Radiuslinie r', welche von der Radiuslinie r um einen Winkel beabstandet ist. Somit entsteht ein wirksamer Hebel a zwischen dem Schwerpunkt S und dem Drehpunkt D für eine an dem Schwerpunkt S angreifende Fliehkraft. Bei Rotation des Werkzeugskopfes um die Rotationsachse R erzeugt somit die auf den Schwerpunkt S des Ausgleichsgewichtes 12 wirkende Fliehkraft ein Moment M um den Drehpunkt. Dieses Moment wird über die Verzahnung 14 und das Zahnrad 16 auf den Werkzeugschieber 4 übertragen. Dabei erzeugt das Moment M an dem Werkzeugschieber 4 eine Ausgleichskraft, welche radial nach außen gerichtet ist. Diese Ausgleichskraft gleicht eine Differenz zwischen den auf die Werkzeugschieber 2 und 4 wirkenden Fliehkräften aus. Diese Differenz zwischen den Fliehkräften entsteht, da sich bei einer radialen Verstellung des Werkzeugschiebers 4 nach innen die auf diesen wirkende Fliehkraft verringert, während sich die auf den Werkzeugschieber 2 wirkende Fliehkraft erhöht, da letzterer sich radial nach außen bewegt.

Umgekehrt erfolgt eine entsprechende Kompensation der Fliehkraft, wenn der Werkzeugschieber 2 radial nach innen zugestellt wird, wobei der Werkzeugschieber 4 über das Zahnrad 8 entsprechend radial nach außen bewegt wird. In diesem Fall verschwenkt das Ausgleichsgewicht 12 aus der in 3 gezeigten Lage gegen den Uhrzeigersinn, so daß ein dem Hebelarm a entgegengesetzter Hebelarm ausgebildet wird, über den die an den die an den Schwerpunkt S angreifende Fliehkraft auf den Drehpunkt D wirkt. Auf diese Weise wird ein dem Moment M entgegengesetzt gerichtetes Moment erzeugt.

Die in 1 und 2 sowie in 3 und 4 gezeigten Ausführungsformen können auch miteinander kombiniert werden, so daß an jedem Paar von Werkzeugschiebern 2 und 4, welche über ein Zahnrad 8 miteinander gekoppelt sind, zwei Ausgleichsgewichte 12 angreifen. Dabei verringern sich die Massen der einzelnen Ausgleichsgewichte um die Hälfte. Es ist ferner denkbar, die Ausgleichsgewichte in die Zahnräder 8 zu integrieren oder mit diesen zu koppeln. Derartige Abwandlungen des erfindungsgemäßen Werkzeugkopfes hängen im wesentlichen von den durch den Werkzeugkopf vorgegebenen Größenverhältnissen ab. Die Ausgleichseinrichtungen 10 können dort angeordnet werden, wo der erforderliche Bauraum in dem Werkzeugkopf zur Verfügung steht. Dabei sollten die Ausgleichseinrichtungen wie auch die Werkzeugschieberpaare symmetrisch über den Umfang des Werkzeugkopfes verteilt werden, damit keine Unwuchten im Werkzeugkopf entstehen.

2, 4Werkzeugschieber 6Schubstange 8Zahnrad 10Ausgleichseinrichtung 12Ausgleichsgewicht 14Verzahnung 16Zahnrad RRotationsachse DDrehachse SSchwerpunkt aHebelarm MMoment r; r'Radiuslinien

Anspruch[de]
  1. Werkzeugkopf insbesondere für Maschinen zur Herstellung von Gewindeanschlüssen an Rohrenden mit

    zumindest einem bezüglich einer Rotationsachse (R) des Werkzeugkopfes radial verstellbaren ersten Werkzeugschieber (2) und einem Ausgleichsgewicht (12) zur Kompensation einer Zentrifugalkraft, wobei

    das Ausgleichsgewicht (12) bezüglich einer Drehachse (D) schwenkbar ist, welche beabstandet zu der Rotationsachse (R) des Werkzeugkopfes ist,

    das Ausgleichsgewicht (12) einen Schwerpunkt (S) aufweist, welcher beabstandet zu der Drehachse (D) ist, so daß zumindest in einem Teil eines Schwenkbereiches des Ausgleichsgewichts (12) die Winkellage (r') des Schwerpunktes (S) von der Winkellage (r) der Drehachse (D) bezüglich der Rotationsachse (R) um einen Winkel beabstandet ist, und

    eine Getriebeeinrichtung (14, 16) vorgesehen ist, welche eine radiale Linearbewegung des Werkzeugschiebers (2) in eine Schwenkbewegung des Ausgleichsgewichts (12) umsetzt.
  2. Werkzeugkopf nach Anspruch 1, bei welchem die Rotationsachse (R) des Werkzeugkopfes und die Drehachse (D) des Ausgleichsgewichtes (12) parallel zueinander sind.
  3. Werkzeugkopf nach Anspruch 1 oder 2, bei welchem die Getriebeeinrichtung ein Zahnradgetriebe (14, 16) ist.
  4. Werkzeugkopf nach einem der vorangehenden Ansprüche, bei welchem an dem Ausgleichsgewicht (12) zumindest ein Zahnradsegment (14) ausgebildet ist und an dem Werkzeugschieber (2) zumindest eine Zahnstange ausgebildet ist, welche mit dem Zahnradsegment (14) zusammenwirkt.
  5. Werkzeugkopf nach einem der vorangehenden Ansprüche, bei welchem zumindest ein zweiter Werkzeugschieber (4) vorgesehen ist, welcher bezüglich der Rotationsachse (R) des Werkzeugkopfes radial verstellbar ist und der mit dem ersten Werkzeugschieber (2) über ein Übertragungselement (8) derart gekoppelt ist, daß eine radiale Verstellung des ersten Werkzeugschiebers (2) eine entgegengesetzt gerichtete radiale Verstellung des zweiten Werkzeugschiebers (4) bewirkt.
  6. Werkzeugkopf nach Anspruch 5, bei welchem das Übertragungselement ein Zahnrad (8) ist und beiden Werkzeugschieber (2, 4) jeweils eine Zahnstange aufweisen, welche mit dem Zahnrad (8) in Eingriff sind.
  7. Werkzeugkopf nach einem der vorangehenden Ansprüche, bei welchem zwischen dem Zahnradsegment (14) und der Zahnstange zumindest ein weiteres Zahnrad (16) angeordnet ist.
  8. Werkzeugkopf nach einem der Ansprüche 5 bis 7, bei welchem der erste Werkzeugschieber (2) direkt mit einem Zustellantrieb (6) gekoppelt ist und der zweite Werkzeugschieber (4) nur indirekt über das Übertragungselement (8) durch den Zustellantrieb (6) bewegbar ist.
  9. Werkzeugkopf nach einem der Ansprüche 5 bis 8, bei welchem das Ausgleichsgewicht (12) über die Getriebeeinrichtung (14, 16) mit dem ersten Werkzeugschieber (2) zusammenwirkt.
  10. Werkzeugkopf nach einem der Ansprüche 5 bis 8, bei welchem das Ausgleichsgewicht (12) über die Getriebeeinrichtung (14, 16) mit dem zweiten Werkzeugschieber (4) zusammenwirkt.
  11. Werkzeugschieber nach einem der Ansprüche 5 bis 10, bei welchem das Ausgleichsgewicht (12) mit dem Übertragungselement (8) gekoppelt ist.
  12. Werkzeugkopf nach einem der vorangehenden Ansprüche, bei welchem das Ausgleichsgewicht (12) derart angeordnet ist, daß es aus einer Ausgangslage bei einer radialen Verstellung des ersten Werkzeugschiebers (2) so verschwenkt wird, daß der Winkel zwischen den Winkellagen (r', r) von Schwerpunkt (S) und Drehachse (D) bezüglich der Rotationsachse (R) zunimmt.
  13. Werkzeugkopf nach einem der vorangehenden Ansprüche, bei welchem drei erste Werkzeugschieber (2) mit jeweils einem Ausgleichsgewicht (12) und einer Getriebeeinrichtung (14, 16) gemäß einem der vorangehenden Ansprüchen vorgesehen sind.
  14. Werkzeugkopf nach Anspruch 13, bei welchem drei zweite Werkzeugschieber (4) vorgesehen sind, die jeweils mit einem der drei ersten Werkzeugschieber (2) über ein Übertragungselement (8) gekoppelt sind.
Es folgen 4 Blatt Zeichnungen






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