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Dokumentenidentifikation DE202005001694U1 16.06.2005
Titel Knickwinkel aus Kunststoff
Anmelder 2H JARA-Profile GmbH & Co. KG, 32584 Löhne, DE
Vertreter Busse & Busse Patentanwälte, 49084 Osnabrück
DE-Aktenzeichen 202005001694
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 16.06.2005
Registration date 12.05.2005
Application date from patent application 02.02.2005
IPC-Hauptklasse E04F 19/04

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf einen Knickwinkel aus Kunststoff mit zwei Schenkelflächen, die aus einer gemeinsamen Ebene in eine relative Winkellage zueinander um eine Knickachse knickbar sind.

Insbesondere aus dem Bau- und Möbelbereich ist es bekannt, Knickwinkel aus Kunststoff zu verwenden, um den Übergang von zwei in einem Winkel zueinander stehenden Flächen abzudecken. Dies kann geschehen, um offene Fugen zu verdecken oder um das Eindringen von Feuchtigkeit, Schmutz und dergleichen in den abgedeckten Spalt zu verhindern. Die Knickwinkel sind entweder als Stangenware in festgelegten Längen oder als Flachmaterial verfügbar, bei dem die Schenkelflächen nachträglich in eine gewünschte relative Winkellage zueinander gebracht werden können, indem die Schenkelflächen zueinander geknickt werden.

Die Schenkelflächen müssen einerseits eine gewisse Härte aufweisen, um dauerhaft ihre Form zu behalten und den optischen Ansprüchen zu genügen. Die Schenkelflächen müssen pflegeleicht und schmutzabweisend sein. Aus diesen Gründen empfiehlt es sich, ein möglichst hartes Kunststoffmaterial als Werkstoff für den Knickwinkel zu verwenden. Andererseits erschwert ein harter Werkstoff jedoch, bei einem fertigen Knickwinkel die Winkelstellung der Schenkelflächen zueinander zu verändern oder bei Flachmaterial überhaupt eine relative Winkellage zueinander herzustellen. Außerdem ist zu berücksichtigen, daß ein harter Werkstoff nach wenigen Knickvorgängen an der Knickstelle zu brechen droht. Da es jedoch sehr häufig vorkommt, daß durch einen Knickwinkel aufeinanderstoßende Flächen nicht genau in einem 90°-Winkel zueinander stehen, hat die nachträgliche Anpaßbarkeit des Knickwinkels bzw. die einfache Einstellung einer gewünschten relativen Winkellage in der Praxis eine große Bedeutung.

Ein weiteres Problem ist in der Transportierbarkeit zu sehen. Sowohl das als Profil ausgebildete Stangenmaterial wie auch das Flachmaterial wird im größeren Längen angeboten, um für jeden Anwendungsfall ausreichend Länge vorzuhalten. Die langen Stangen sind jedoch eher schwierig zu transportieren, ohne daß die Oberflächen verkratzen und verschmutzen. Daneben sind Knickwinkel bekannt, die aus Weich-PVC oder ähnlichem weichem Material bestehen und als Rollenware aus aufgerolltem Flachmaterial angeboten werden. Der verarbeitete Weichkunststoff ist jedoch nicht dauerhaft knickbar, weil der Weichkunststoff dazu neigt, sich immer wieder in die Ausgangsform zurück zu formen. Zudem wird der Weichkunststoff nicht den technischen Anforderungen an die Optik und Oberflächengüte von Hartkunststoffen gerecht.

Demgemäß ist es die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Knickwinkel zu schaffen, der einerseits den optischen und technischen Anforderungen genügt, andererseits jedoch auf einfache Weise auf einen gewünschten relativen Knickwinkel der zwei Schenkelflächen zueinander einstellbar ist. Zusätzlich sollte der Knickwinkel leicht transportierbar sein.

Die Aufgabe wird für einen gattungsgemäßen Knickwinkel gelöst, indem der Knickwinkel im Bereich der Knickachse ein Kunststoffmaterial aufweist, das weicher ist als ein im Bereich der Schenkelflächen verwendetes Kunststoffmaterial. Der Knickwinkel ist aus flachem Material hergestellt aufrollbar, wenn das Kunststoffmaterial eine Dicke von bis zu 2 mm aufweist.

Durch das unterschiedliche Kunststoffmaterial können die Schenkelflächen mit einem Werkstoff hergestellt werden, der den technischen und optischen Anforderungen genügt. Da die Knickstelle sehr klein ist, ist es möglich, in diesem Bereich ein weicheres Kunststoffmaterial einzusetzen, das leichter knickbar ist als das für die Schenkelflächen verwendete Material. Das weichere Kunststoffmaterial neigt aufgrund seiner größeren Flexibilität kaum dazu, im Knickbereich zu brechen. Deshalb kann der erfindungsgemäße Knickwinkel nahezu beliebig oft in der relativen Winkellage der Schenkelflächen zueinander verändert werden, ohne daß dadurch der Knickwinkel unbrauchbar oder zerstört würde. Bei nur 2 mm Dicke kann als Material Hartkunststoff verarbeitet werden, der noch aufrollbar ist. Der aufrollbare Knickwinkel kann insbesondere auch mit den gattungsgemäßen Merkmalen der Ansprüche 1 bis 5 ausgestattet sein.

Ergänzungen und bevorzugte Ausgestaltungen der Erfindung lassen sich der nachfolgenden gegenständlichen Beschreibung, den Merkmalen der Unteransprüche und den beigefügten Zeichnungen entnehmen.

Die Erfindung soll nun anhand von Ausführungsbeispielen näher erläutert werden. es zeigen:

1 einen Knickwinkel als Flachmaterial,

2 einen Knickwinkel in einer 90°-Winkellage der Schenkelflächen zueinander.

In 1 ist ein Knickwinkel 2 zu sehen, der zwei Schenkelflächen 4 aufweist. Die beiden Schenkelflächen 4 werden durch eine Knickachse K voneinander getrennt. Die Knickachse K kann unsichtbar ausgeführt sein, es ist jedoch auch möglich, eine kleine Vertiefung in die Oberfläche des Knickwinkels 2 einzubringen, um dadurch den Knickwinkel 2 leichter knicken zu können.

Im Bereich der Knickachse K ist als Werkstoff ein weicheres Kunststoffmaterial 6 verarbeitet. Im Ausführungsbeispiel erstreckt sich das weichere Kunststoffmaterial 6 nicht bis in den Bereich der sichtbaren Vorderseite, sondern ist nachträglich in eine Rille eingespritzt worden, die beim Extrudieren der aus einem härteren Kunststoffmaterial 8 hergestellten Schenkelflächen 4 freigelassen wurde. Auf einer Oberflächenseite ist der Knickwinkel 2 damit vollflächig aus dem härteren Kunststoffmaterial 8 hergestellt, wodurch eine ansprechende Optik sichergestellt ist. Abweichend vom Ausführungsbeispiel können die beiden Schenkelflächen 4 mit ihren einander zugewandten Stoßseiten auch durchgängig durch ein weicheres Kunststoffmaterial 6 miteinander verbunden sein. Die im Ausführungsbeispiel dargestellte Lösung hat jedoch den Vorteil, daß das weichere Kunststoffmaterial von der Außenseite her nicht sichtbar ist. Damit ist das weichere Kunststoffmaterial keiner Verwitterung ausgesetzt, und das weichere Kunststoffmaterial 6 stört auch nicht die Optik im Einbauzustand des Knickwinkels 2.

Da das härtere Kunststoffmaterial 8 im Bereich der Knickachse K jedoch nur sehr dünnwandig ausgeführt ist, kann dieses an dieser Stelle sehr leicht eingeknickt werden. Durch die Hinterlegung des härteren Kunststoffmaterials 8 mit dem weicheren Kunststoffmaterial 6 fallen die beiden Schenkelflächen 4 jedoch selbst dann nicht auseinander, wenn das härtere Kunststoffmaterial 8 im Bereich der Knickstelle reißen sollte. Auch entsteht im Bereich der Knickstelle in diesem Fall keine Undichtigkeit.

Als geeigneter Werkstoff kann für das härtere Kunststoffmaterial 8 ein Hart-PVC und für das weichere Kunststoffmaterial 6 ein Weich-PVC verwendet werden. Der Werkstoff PVC ist kostengünstig verfügbar, leicht verarbeitbar und in der Pflege anspruchslos. Natürlich können auch andere Kunststoffmaterialien verarbeitet werden, die dem Hart- bzw. Weich-PVC vergleichbar sind.

Um nicht den erfindungsgemäßen Effekt einer leichten Knickbarkeit zu beeinträchtigen, sollte das weichere Kunststoffmaterial 6 eine maximale Härte von 70 Shore aufweisen. Bei Shore-Graden, die über diesem Wert liegen, ist der Knickwinkel nicht mehr leicht knickbar.

Der Knickwinkel 2 kann auch in einer Dicke von bis zu 2 mm pro Schenkelfläche 4 hergestellt werden. Selbst wenn der Knickwinkel 2 aus Hart-PVC hergestellt ist, kann das Flachmaterial immer noch eingerollt werden, ohne daß im Material zu große Spannungen aufgebaut werden.

Wie aus den 1 und 2 ersichtlich ist, befindet sich auf einer gemeinsamen Seite der Schenkelflächen 4 auf jeweils einer Schenkelfläche 4 ein selbstklebendes Klebeband 10. Das selbstklebende Klebeband 10 ist bevorzugt doppelseitig klebend ausgeführt. Mit dem selbstklebenden Klebeband 10 ist der Knickwinkel 2 leicht verarbeitbar, indem die vom Knickwinkel 2 abweisenden Klebeflächen des Klebebandes 10 auf die Flächen aufgesetzt werden, an denen der Knickwinkel 2 anhaften soll.

In 2 ist der Knickwinkel 2 in einer Knickstellung gezeigt, in der die beiden Schenkelflächen 4 in einer relativen Winkellage von 90° zueinander angeknickt sind. Aus der zeichnerischen Darstellung ist ersichtlich, daß insbesondere das weichere Kunststoffmaterial 6 im Rückenbereich der Knickstelle stark gedehnt ist. Durch die höhere Flexibilität des weicheren Kunststoffmaterials 6 bauen sich beim Knicken der Schenkelflächen 4 jedoch keine großen Rückstellkräfte auf, durch die der Knickwinkel 2 wieder zurück in die Ausgangsstellung bewegt werden könnte. Auch müssen keine großen Kräfte aufgewendet werden, um ein härteres Kunststoffmaterial 8 im Bereich der Knickachse K anzubrechen, um auf diese Weise eine relative Winkellage der Schenkelflächen 4 herzustellen. Abweichend vom Ausführungsbeispiel können die Schenkelflächen 4 in jeder beliebigen relativen Winkellage zueinander angeknickt werden. Selbstverständlich ist es auch möglich, eine Schenkelfläche 4 von der Ausgangsstellung als Flachmaterial aus in die andere Richtung zu verschwenken, so daß sich ein Außenknickwinkel an Stelle eines Innenknickwinkels ergibt.

Um eine optische unschöne Schattenfuge zu vermeiden, weist der erfindungsgemäße Knickwinkel 2 an den seitlichen Kanten der Schenkelflächen 4 jeweils eine Abdecknase 12 auf, die um ein geeignetes Maß über die Schenkelflächen 4 hervorsteht. Die Abdecknase 12 ist insbesondere dann vorteilhaft, wenn ein dickeres Klebeband 10 verwendet wird, wie beispielsweise ein aus einem Schaumstoff hergestelltes Klebeband. Solche Klebebänder 10 können Materialstärken von 1 – 2 mm aufweisen. Durch die um die Kante herum geführte Abdecknase 12 entsteht optisch der Eindruck, daß die verwendete Schenkelfläche dicker ist als es der Realität entspricht. Bei einer Materialdicke der Schenkelfläche 4 von 2 mm und einer Dicke des Klebebandes 10 von 1 mm reicht es aus, wenn die Abdecknase 12 um etwa 1 mm über die Schenkelfläche hervorsteht. Hinter der Abdecknase 12 können die Schenkelflächen 4 vergleichsweise dünn ausgeführt werden, so daß zwischen der rückwärtigen Oberfläche der Schenkelflächen 4 und der seitlichen Begrenzung durch die Abdecknase 12 ein Hohlraum entsteht, der nicht mit Werkstoff der Schenkelflächen 4 ausgefüllt zu werden braucht. Dadurch ist es möglich, für die Herstellung der Knickwinkel 2 insgesamt weniger Rohmaterial für eine bestimmte Länge einzusetzen.

Insgesamt kann der erfindungsgemäße Knickwinkel flach gehalten werden, die Dicke D der Schenkelflächen 4 einschließlich der Abdecknase 12 kann beispielsweise ein maximales Maß von 2 mm aufweisen. Im Bereich der Knickstelle reicht es dann aus, wenn das härtere Kunststoffmaterial 8 im Bereich der Knickachse K mit einem Film von einer Stärke von 0,4 mm zwischen den beiden Schenkelflächen 4 ausgeführt wird. Der übrige Querschnitt des Knickwinkels 2 in diesem Bereich kann dann mit dem weicheren Kunststoffmaterial 6 aufgefüllt werden.

Durch die vergleichsweise geringe Dicke D des Knickwinkels 2 ist es möglich, diesen in aufgerollter Form zu verpacken und zu handeln, und zwar auch noch mit einer angeformten Abdecknase 12. Der Vorteil ist darin zu sehen, daß die jeweils erforderlichen Längen an Knickwinkeln 2 von der Rolle passend abgeschnitten werden können. Dadurch wird der Verschnitt vermieden, der bei der herkömmlichen Stangenware anfällt. Wegen der vergleichsweise geringen Dicke des Knickwinkels 2 und der Schenkelflächen 4 entsteht bei der Aufrollung des Materials eine vergleichsweise geringe Spannung, die ein enges Wickeln des Knickwinkels ermöglicht. So ist es ohne weiteres möglich, eine Standardrolle aufzuwickeln, die eine Länge von 150 laufenden Metern an Knickwinkel aufweist.

Der erfindungsgemäße Knickwinkel kann in verschiedenen Abmessungen angeboten werden. Praktisch bewährt haben sich Abmessungen, bei denen jede der Schenkelflächen eine Breite zwischen 20 mm und 50 mm aufweist.

Abweichend von den vorstehend erläuterten Ausführungsbeispielen können die in den unabhängigen Ansprüchen genannten Merkmale miteinander sowie mit den Merkmalen der Unteransprüche in jeder beliebigen Form miteinander kombiniert werden.


Anspruch[de]
  1. Knickwinkel (2) aus Kunststoff mit zwei Schenkelflächen (4), die aus einer gemeinsamen Ebene in eine relative Winkellage zueinander um eine Knickachse (K) knickbar sind, dadurch gekennzeichnet, daß der Knickwinkel im Bereich der Knickachse (K) ein Kunststoffmaterial (6) aufweist, das weicher ist als ein im Bereich der Schenkelflächen (4) verwendetes Kunststoffmaterial (8).
  2. Knickwinkel (2) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das weichere Kunststoffmaterial (6) hinter eine Sichtfläche aus einem härteren Kunststoffmaterial (8) hinterspritzt ist.
  3. Knickwinkel (2) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Knickwinkel (2) auf einer Oberflächenseite vollflächig aus dem härteren Kunststoffmaterial hergestellt ist.
  4. Knickwinkel (2) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß als härteres Kunststoffmaterial (8) Hart-PVC und als weicheres Kunststoffmaterial (6) Weich-PVC verwendet ist.
  5. Knickwinkel (2) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das weichere Kunststoffmaterial (6) eine Härte von bis zu 70 Shore aufweist.
  6. Knickwinkel (2) aus Kunststoff mit zwei Schenkelflächen (4), die aus einer gemeinsamen Ebene in eine relative Winkellage zueinander um eine Knickachse (K) knickbar sind, dadurch gekennzeichnet, daß das Kunststoffmaterial des Knickwinkels eine Dicke (D) von bis zu 2 mm aufweist und in aufgerollter Form handelbar ist.
  7. Knickwinkel (2) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß auf einer gemeinsamen Seite der Schenkelflächen (4) auf jeweils einer Schenkelfläche (4) ein selbstklebendes Klebeband (10) angeordnet ist.
  8. Knickwinkel (2) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die seitlichen Kanten der Schenkelflächen (4) jeweils eine Abdecknase (12) aufweisen, die über die Schenkelflächen (4) hervorsteht.
  9. Knickwinkel (2) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß jede der Schenkelflächen (4) eine Breite zwischen 20 mm und 50 mm aufweist.
Es folgt ein Blatt Zeichnungen






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