PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE202005003675U1 16.06.2005
Titel Isolier-Mehrfachscheibe
Anmelder Saint-Gobain Glass Deutschland GmbH, 52066 Aachen, DE
DE-Aktenzeichen 202005003675
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 16.06.2005
Registration date 12.05.2005
Application date from patent application 08.03.2005
IPC-Hauptklasse C03C 27/12

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf eine Isolier-Mehrfachscheibe mit den Merkmalen des Oberbegriffs des Schutzanspruchs 1.

Bekannt ist aus WO 00/29702 A1 eine Verglasungseinheit mit zwei starren (Glas-) Scheiben und einem geschäumten Abstandhalter, der mit einer trocknungsaktiven Substanz kombiniert ist.

Unter der Internet-Adresse „www.superspacer.com" (Stand Februar 2005) findet sich eine umfangreiche Dokumentation zu solchen Abstandhalter-Materialien. Sie umfassen im Wesentlichen einen Silikonschaum-Körper mit eingebettetem Trocknungsmittel, der dem abgeschlossenen Scheibenzwischenraum zugewandt ist, eine mehrlagige Wasserdampf-Sperre und optional eine Primär- oder Außendichtung aus Polyisobutylen. Dieser Abstandhalter wird als Strang vorgefertigt und an den Kontaktflächen zu den Scheiben der Mehrfach-Verglasung mit einem druckempfindlichen Acrylkleber beschichtet.

Zur Fertigung einer Isolier-Mehrfachscheibe werden die von Meterware abgelängten Stränge aus dem Schaummaterial auf die erste Scheibe entlang deren äußerem Rand aufgelegt, sodann wird die zweite Scheibe aufgelegt, und anschließend werden die Scheiben zum Verkleben miteinander verpresst.

Die einzelnen Abschnitte des Profils werden für die Scheibenecken passend auf Gehrung geschnitten und dann zusammengesetzt. Die Verbindungsstellen werden von außen mit einem zusätzlichen Material verschlossen und durch Kleben abgedichtet. Dieses zusätzliche Material entspricht der im Inneren des Abstandhalter-Profils vorgesehenen Dampfsperre, so dass auch in den Verbindungsbereichen eine hermetische Abdichtung des Scheibenzwischenraums sichergestellt werden kann.

Es ist auch bekannt, Isolier-Mehrfachscheiben mit in situ extrudierten Kunststoff-Abstandhaltern auszustatten.

Gegenüber herkömmlichen metallischen Abstandhalte-Profilen haben diese Kunststoff-Ausführungen eine wesentlich höhere Wärmedämmung; sie werden deshalb auch als „warm-edge"-Abstandhalter bezeichnet.

Insbesondere für Kühltheken und weitere kühlbedürftige Ausstellungsmöbel (Gefriertruhen, Getränkekühler etc.) in Ladengeschäften werden sehr häufig Isolier-Mehrfachscheiben verwendet, um den Energieverbrauch der Kühlaggregate zu verringern. Die hierzu meist verwendeten Glasscheiben aus üblichen Floatglas-Produktionen haben eine zwar geringe, jedoch merkliche Lichtabsorption, die durch die Verdoppelung mehr als 20 % des sichtbaren Lichts betragen kann. Dadurch kann die Durchsicht auf die ausgestellten Waren gehindert sein, oder der Betrachter sieht die Waren oder Verpackungen nicht in den wirklichen Farben. Zwar kann man grundsätzlich auch Kunststoffscheiben, beispielsweise aus Polycarbonat, für diese Zwecke verwenden, jedoch sind diese deutlich kratzempfindlicher als Glasscheiben und werden dann recht bald unansehnlich.

DE 298 19 347 U1 beschreibt neutralfarbige Gläser und Glasscheiben, die sich durch einen sehr geringen Anteil von Eisenoxiden in der Rohstoffmischung auszeichnen. Während normales Silikatglas infolge seines Eisenoxid-Anteils stets einen leichten Grünton hat, der vor allem in der Aufsicht auf die Stirnkanten der Glasscheiben sichtbar wird, sind neutralfarbige Gläser des dort beschriebenen Typs klar durchsichtig. Sie werden auch als „Weißglas" oder als eisenarme Gläser bezeichnet. Sie werden vor allem dort bevorzugt, wo die Kantenfärbung normaler Gläser farblich zu stark mit der Umgebung kontrastiert, oder beispielsweise als Abdeckungen für Solarmodule, bei denen es auf eine besonders hohe Lichttransmission ankommt (vgl. auch EP 1 094 041 B1, die eisenarme Gläser mit lichtstreuender Oberfläche für Solaranwendungen beschreibt).

Die Anmelderin vertreibt unter der Bezeichnung SGG Diamant neutralfarbige Gläser, deren Redoxverhältnis (Verhältnis zwischen FeO und Fe2O3) über 0,4 liegt. Bei hoher Farbneutralität haben diese Gläser eine Lichttransmission von mehr als 91 %.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, eine Isolier-Mehrfachscheibe, insbesondere für die Verwendung in Kühlgeräten zum Ausstellen von gekühlten und/oder tiefgefrorenen Waren, mit geringer Lichtabsorption und hoher Farbtreue in der Durchsicht anzugeben.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß mit den Merkmalen des Schutzanspruchs 1 gelöst. Die Merkmale der Unteransprüche geben vorteilhafte Weiterbildungen dieser Erfindung an.

Demnach wird erfindungsgemäß eine Verbesserung der optischen Erscheinung der Mehrfach-Isolierscheibe erreicht durch die Kombination einer hellen, insbesondere weißen Einfärbung wenigstens der Seite des strangförmigen Kunststoff-Abstandhalters, die zum Scheibenzwischenraum gewandt ist, mit mindestens einer Scheibe aus neutralfarbigem Glas. Bevorzugt werden auch die Kontaktflächen des Abstandhalter-Materials mit den Scheibenflächen hell, vorzugsweise weiß gefärbt. Dies kann durch Verwendung eines hellen / weißen Materials mit transparenten Klebern und/oder durch Verwenden eines hellfarbigen Klebers erreicht werden.

Da durch Streulicht-Einfall immer auch Farbreflexe vom Abstandhalter in die Scheiben eingespiegelt werden, trägt die Hellfärbung stark zu einer optischen Aufhellung der Scheiben bei. Kombiniert mit der neutralen, klar durchsichtigen Glasmasse einer oder beider starrer Scheiben ergibt sich der gewünschte Effekt einer hervorragenden Durchsicht. Man hat eine Lichttransmission der Isolier-Mehrfachscheibe mit zwei jeweils 6 mm dicken Scheiben von 88 % gemessen.

Bei Bedarf und auf Kundenwunsch können natürlich auch andere Scheiben- bzw. Glasdicken, wie 4 oder 5 mm, ggf. auch dickere Scheiben, vorgesehen werden.

Natürlich können die Scheibenflächen zur weiteren optischen Verbesserung noch mit Entspiegelungsschichten versehen werden, die Lichtreflexionen an den Außen- und Innenflächen weitestgehend verhindern.

Eine weitere sinnvolle Maßnahme ist es, in der bevorzugten Anwendung als Sichtscheibe für Kühlvorrichtungen wenigstens eine Scheibenfläche mit einer wärmedämmenden bzw. Infrarotstrahlen reflektierenden Beschichtung auszustatten. Damit lässt sich der Energieverbrauch der Kühlvorrichtung merklich verringern.

Von Vorteil ist es auch, bei derselben Anwendung für Kühlvorrichtung die im Schließzustand zum Kaltbereich gewandte Scheibenfläche mit einer Beschichtung zu versehen, die das Auskondensieren von Feuchte und damit das Beschlagen und Vereisen dieser Fläche verhindert. Man kann damit ggf. auf die bislang sehr verbreitete Beheizung solcher Scheiben verzichten, die den Energiebedarf der Kühlvorrichtung erhöht. Eine solche Beschichtung wird beispielsweise unter dem Namen „SGG Everclear" von der Firmengruppe angeboten, der auch die Anmelderin angehört. Wegen näherer Einzelheiten zu dieser Beschichtung, die auch wärmedämmende Eigenschaften hat, sei auf die einschlägigen Beschreibungen und Prospekte verwiesen.

Dessen ungeachtet können aber auch die erfindungsgemäßen Mehrfachscheiben mit einer Flächenheizung kombiniert werden, die in der Regel eine transparente und elektrisch leitfähige Beschichtung und zwei Sammelleiter beidseits der zu beheizenden Fläche umfasst. An die Sammelleiter wird die Heizspannung angelegt, welche einen die Beschichtung erhitzenden Strom treibt.

Schließlich können eine oder mehrere Scheibenflächen auch mit Dekors, insbesondere durch Siebdrucken, versehen werden, wobei auch hierfür vorzugsweise helle 1 weiße Farben verwendet werden. Mit solchen Dekordrucken lassen sich beispielsweise bei Bedarf die Klebeflächen zwischen dem Abstandhalter und den Scheibenflächen optisch kaschieren, und man schützt zugleich die Klebeverbindung vor der Einwirkung schädlicher Ultraviolett-Strahlen.

Die genannten Beschichtungsvarianten sind zwar für sich jeweils bekannt, ergeben aber dennoch vorteilhafte Ausführungsvarianten der erfindungsgemäß ausgeführten Isolier-Mehrfachscheibe. Sie können selbstverständlich auch miteinander kombiniert werden. Es versteht sich, dass man möglichst farbneutrale Beschichtungen verwendet, um die durch den hellfarbigen Abstandhalter und die besonders klar durchsichtigen Scheiben erzielten optischen Effekt möglichst zu erhalten. Diese Beschichtungen bestehen ihrerseits zumeist aus mehreren übereinander angeordneten Einzelschichten, wobei auf einer exponierten Außenfläche besonders widerstandsfähige Hartbeschichtungen (pyrolytisch aufgebracht, oder durch Sputtern erzeugbare Schichten wie Si3N4 oder dgl.) vorgesehen werden.

Wärmedämmende Beschichtungen umfassen meist wenigstens eine Metallschicht, vorzugsweise aus Silber, die beidseits von Entspiegelungs- und ggf. Blockerschichten eingefasst ist. Wegen näherer Einzelheiten zu solchen Beschichtungen sei auf die umfassende Fach- und Patentliteratur zu Infrarot reflektierenden, beheizbaren, hydrophilen und hydrophoben Beschichtungen verwiesen.

Schließlich lässt sich die Erfindung nicht nur auf ebene, sondern auch auf zylindrisch oder sphärisch gebogene Scheiben anwenden, wobei der plastisch/flexible Kunststoff-Abstandhalter insbesondere dann von Vorteil ist, wenn er entlang einem gekrümmten Verlauf angeordnet werden muss. Bei erhöhter mechanischer Beanspruchung der Isolier-Mehrfachscheibe kann der Abstandhalter auch eine Armierung aus metallischen oder nichtmetallischen hochfesten Materialien enthalten.

Die Isolier-Mehrfachscheiben lassen sich infolge der ästhetisch ansprechenden Gestaltung des Abstandhalters nicht nur mit, sondern auch ohne äußere Rahmen einsetzen, sofern sie mechanisch hinreichend eigenstabil sind. Gerade rahmenlose Mehrfachscheiben ergeben einen sehr transparenten, leichten Eindruck und können zu Warenpräsentationszwecken (Kühlschränke und -theken, Vitrinen etc.) besonders gut eingesetzt werden. Dabei können sie fest eingebaut oder als Zugriffstüren mithilfe geeigneter Beschläge beweglich eingebaut sein. Selbstverständlich werden im Einbauzustand frei liegende Kanten der Scheiben geschliffen und ggf. poliert.

Die Glasscheiben können ohne oder mit Vorspannung ausgeführt werden. Vorgespannte Glasscheiben (Einscheiben-Sicherheitsglas ESG) oder teilvorgespannte Glasscheiben (TVG) haben eine erhöhte mechanische Widerstandsfähigkeit und tragen im Bruchfall zur Verminderung des Verletzungsrisikos bei, da sie keine scharfen Bruchkanten bilden. Man wird sie insbesondere dann verwenden, wenn die fertige Isolier-Mehrfachscheibe ohne gesonderten Rahmen eingebaut werden soll. Die Vorspannung wird in bekannter Weise entweder auf chemischem Wege durch Eindiffundieren zusätzlicher Moleküle in die Glasoberfläche (mit geringer Eindringtiefe) oder thermisch durch Aufheizen der Glasscheiben auf ihre Erweichungstemperatur (etwa 650 °C) und anschließendes schroffes Abkühlen durch Aufblasen von kalter Luft erreicht. In beiden Fällen entstehen an den Außenflächen der Scheiben Druckspannungen. Auch die erfindungsgemäß verwendeten farbneutralen Glasscheiben können mit diesen Verfahren vorgespannt werden.

Als Materialien für den plastischen Abstandhalter lassen sich ganz bevorzugt Silikonschäume des eingangs erörterten Typs, aber auch Polyurethane, thermoplastische Elastomere und dgl. mehr verwenden. Man wird diese Materialien vorzugsweise mit Zusätzen von Trocknungsmitteln vermischen, sowie dem Abstandhalter die an sich bekannte Wasserdampfsperre hinzufügen.

Weitere Einzelheiten und Vorteile des Gegenstands der Erfindung gehen aus der Zeichnung eines Ausführungsbeispiels und deren sich im folgenden anschließender eingehender Beschreibung hervor.

Es zeigen in vereinfachter, nicht maßstäblicher Darstellung

1 eine erste Ausführungsform einer erfindungsgemäßen ebenen Isolier-Mehrfachscheibe in einer Teil-Schnittansicht,

2 eine zweite Ausführungsform einer erfindungsgemäßen gebogenen Isolier-Mehrfachscheibe in einer Teil-Schnittansicht.

Gemäß 1 umfasst eine ebene Isolier-Mehrfachscheibe 1 zwei starre Scheiben 2 und 3 sowie einen generell mit 4 bezeichneten Abstandhalter. Letzterer erstreckt sich umlaufend als Rahmen entlang den äußeren Rändern der beiden starren Scheiben 2 und 3, mit deren Innenflächen er in an sich bekannter Weise adhäsiv fest und dicht verbunden ist. Er umschreibt also einen zwischen den Innenflächen der Scheiben 2 und 3 gebildeten, allseits geschlossenen und abgedichteten Scheibenzwischenraum S. De Außenkanten der Scheiben 2 und 3 sind durch einen C-Schliff entgratet bzw. abgerundet; bei Bedarf können sie auch poliert werden. Letztere Maßnahme wird man vor allem dann treffen, wenn die Scheibenkanten im Einbauzustand frei liegen und nicht von einem Rahmen umschlossen sind. Einerseits werden diese Kanten damit optisch einwandfrei, andererseits erhöht eine hochwertige Oberflächenbearbeitung auch die mechanische Stabilität der Scheibenränder (Minimierung von Anfangsrissen).

Der Abstandhalter 4 besteht im Einzelnen aus einem zum Scheibenzwischenraum S hin orientierten Profilstrang 5 aus einem Silikonschaum, der mit einem geeigneten Trocknungsmittel durchmischt ist. Der Silikonschaum ist weiß durchgefärbt. Zum Außenrand der Scheiben 2 und 3 hin schließt sich an den Profilstrang 5 eine vorzugsweise mehrlagige Dampfsperre 6 an, die das Eindringen oder Eindiffundieren von Feuchtigkeit in den Scheibenzwischenraum S verhindert. Diese Dampfsperre kann durch die Glasscheibe hindurch sichtbar sein und ein optisches Designelement der Scheibe bilden.

Immer noch in dem zwischen den Rändern der Scheiben 2 und 3 gebildeten Randspalt ist schließlich eine Fugendichtmasse 7 angeordnet und mit den Scheibeninnenflächen sowie mit der Dampfsperre 6 adhäsiv verbunden. Sie bildet eine Primärdichtung für den Scheibenzwischenraum.

Ganz bevorzugt ist dieser Abstandhalter 4 nach dem eingangs erwähnten Bautyp „Superspacer" aufgebaut. Zur Herstellung der Klebeverbindungen zu den Scheiben-Innenflächen wird dann ein geeigneter Acrylkleber verwendet. Wie schon erwähnt, können jedoch auch andere geeignete plastische Materialien verwendet werden, sofern diese auch die gewünschte helle Farbgebung aufweisen und sich mit den Scheibenflächen hinreichend dicht und beständig verkleben lassen. Ggf. lassen sich solche klebefähigen Materialien mithilfe einer geeigneten Haftvermittler-Beschichtung („Primer") auch unmittelbar mit den Scheibenflächen hinreichend fest und dicht verkleben.

Wenn der Abstandhalter aus mehreren Abschnitten zusammengesetzt ist, werden die Verbindungsstellen -insbesondere in den Ecken der Mehrfachscheibe- in der eingangs erörterten Weise abgedichtet. Grundsätzlich ist es auch möglich, den Abstandhalter aus einem Stück zu formen, wobei dann nur eine Verbindungsstelle zwischen Anfang und Ende dieses Einzelabschnitts abzudichten ist.

Mindestens eine, bevorzugt jedoch beide Scheiben 2 und 3 bestehen aus einem eisenarmen, farbneutralen Glas, vorzugsweise des bereits erwähnten Typs SGG Diamant. Kombinationen einer solchen Glasscheibe mit einer normalen Glasscheibe oder mit einer Kunststoffscheibe sind jedoch im Rahmen der Erfindung ebenfalls möglich und schaffen auch schon eine Verbesserung der optischen Qualität dieser Isolier-Mehrfachscheibe. Die Glasscheiben können zusätzlich vorgespannt oder teilvorgespannt sein.

Entlang dem äußeren Rand ist auf die Außenfläche der oberen Scheibe 2, die vorzugsweise in Einbaulage die Sichtseite bildet, ein den Abstandhalter-Rahmen überdeckender Farbstreifen 8 aufgedruckt, der ebenfalls aus einer hellen Farbe besteht (hier nur der Sichtbarkeit halber schwarz gezeichnet). Er kann zum optischen Kaschieren der Klebefläche, aber auch zum Schützen des Klebers gegen schädliche Ultraviolett-Strahlen vorgesehen werden. Bevorzugt löst man diesen über der Verklebung vollflächigen Farbstreifen zur Scheibenmitte hin in ein Punktraster oder dgl. auf, um den Farbübergang zur voll transparenten Fläche weniger schroff erscheinen zu lassen. Real ist diese Farbschicht 8 wesentlich dünner, als es zeichnerisch hier darstellbar ist.

Die Außenfläche der unteren Scheibe 3 ist mit einer Beschichtung 9 versehen, welche in an sich bekannter Weise die Bildung von Beschlag und/oder Vereisung auf dieser Fläche selbst dann verhindert, wenn diese im Einbauzustand einem gekühlten oder tiefgefrorenen Raum zugewandte Fläche durch Öffnen dieses Raums der Feuchtigkeit enthaltenden Luft ausgesetzt wird. Diese Beschichtung 9 kann farbneutral ausgeführt werden. Sie kann zusätzlich in an sich bekannter Weise eine wärmedämmende Wirkung haben. Der Sichtbarkeit halber ist diese an sich kontinuierlich-vollflächige Schicht hier als gestrichelte Linie angedeutet. Real ist auch diese Schicht 9 natürlich wesentlich dünner, als es zeichnerisch hier darstellbar ist. Sie ist auch noch dünner als die Farbschicht 8.

2 zeigt eine Isolier-Mehrfachscheibe im Teilschnitt, die mit zwei gebogenen Scheiben 2 und 3 ausgeführt ist. Hier sind als Beispiel beide Außen-Randstreifen der Scheiben mit einer Farbschicht 8 bedruckt. Anstelle einer -hier natürlich auch anwendbaren- Anti-Beschlag-Beschichtung hat man hier auf der Innenfläche der Scheibe 3 eine wärmedämmende, oder Infrarotstrahlen reflektierende Beschichtung 10 vorgesehen. Damit lässt sich der Wärmedurchgang in an sich bekannter Weise deutlich reduzieren. Hinsichtlich der zeichnerischen Darstellung der Beschichtung 10 gilt dasselbe wie für die Schicht 9 in

1.

Diese Beschichtung 10 wird man in dem Klebebereich des Abstandhalters 4 entweder von vornherein nicht aufbringen (z. B. durch Maskieren der entsprechenden Randflächen) oder nach zunächst vollflächigem Aufbringen entlang dem Scheibenrand entfernen, um die Haftung zwischen dem Abstandhalter und der Scheibenfläche nicht zu beeinträchtigen. Diese Maßnahmen sind jedoch an sich ebenfalls allgemein bekannt. Die Beschichtung 10 kann ferner elektrisch leitfähig sein und dann mithilfe von Sammelleitern mit elektrischem Strom beaufschlagt werden, um sie aufzuheizen. Solche Heizungs-Anordnungen sind an sich ebenfalls in mannigfachen Ausführungen bekannt, so dass hier nicht näher darauf eingegangen werden muss.

Der Abstandhalter 4 ist gleich wie in 1 ausgeführt, so dass auf seine Einzelheiten hier nicht mehr näher eingegangen werden muss. Man erkennt jedoch, dass es mit einem solchen plastischen Abstandhalter keine Schwierigkeiten bereitet, die beiden zylindrisch oder auch sphärisch gewölbten Scheiben 2 und 3 dicht und belastbar miteinander zu verkleben.


Anspruch[de]
  1. Isolier-Mehrfachscheibe (1) mit mindestens zwei starren Scheiben (2, 3) aus Glas und/oder Kunststoff, mit einem Abstandhalter (4) aus einem plastischen Material, der mit den beiden starren Scheiben entlang deren Rändern adhäsiv fest verbunden ist und einen nach außen wasserdampfdicht abgeschlossenen Scheibenzwischenraum umschreibt, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens die zum Scheibenzwischenraum (S) hin gewandte Fläche des Abstandhalters (4, 5) hell, insbesondere weiß gefärbt ist, und dass mindestens eine der beiden starren Scheiben (2, 3) aus einem neutralfarbigen, insbesondere eisenarmen Glas besteht.
  2. Isolier-Mehrfachscheibe nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass beide starren Scheiben (2, 3) aus einem neutralfarbigen Glas bestehen.
  3. Isolier-Mehrfachscheibe nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das neutralfarbige Glas ein Redoxverhältnis (Verhältnis der Anteile an FeO und Fe2O3) von mehr als 0,4 aufweist.
  4. Isolier-Mehrfachscheibe nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Abstandhalter (4) mindestens einen Abschnitt eines zum Scheibenzwischenraum (S) orientierten Profilstrangs (5) aus einem hell durchgefärbten Material umfasst.
  5. Isolier-Mehrfachscheibe nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der zum Scheibenzwischenraum (S) orientierte Profilstrang (5) aus einem weiß durchgefärbten Material besteht.
  6. Isolier-Mehrfachscheibe nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Profilstrang (5) aus einem Silikonschaum mit eingemischtem Trocknungsmittel besteht.
  7. Isolier-Mehrfachscheibe nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Abstandhalter (4) eine Wasserdampfsperre (6) umfasst.
  8. Isolier-Mehrfachscheibe nach einem der Ansprüche 4 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass an Verbindungsstellen zwischen den Enden von Abschnitten des Profilstrangs von außen eine Dampfsperre vorgesehen ist.
  9. Isolier-Mehrfachscheibe nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens eine Fläche einer der beiden Scheiben (2, 3) mit einer optisch hoch transparenten Beschichtung (9, 10) ausgestattet ist, die ihrerseits aus einer oder mehreren übereinander angeordneten Einzelschichten besteht.
  10. Isolier-Mehrfachscheibe nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass sie eine Beschichtung (9) mit einem das Beschlagen und/oder Vereisen der beschichteten Fläche verhindernden Aufbau aufweist.
  11. Isolier-Mehrfachscheibe nach Anspruch 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, dass sie eine Beschichtung (10) mit wärmedämmendem und/oder Infrarotstrahlen reflektierendem Aufbau aufweist.
  12. Isolier-Mehrfachscheibe nach Anspruch 9 oder 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, dass sie eine elektrisch leitfähige und über Sammelleiter mit Außenanschlüssen elektrisch beheizbare Beschichtung aufweist.
  13. Isolier-Mehrfachscheibe nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eine Scheibenfläche mit einer Entspiegelungsschicht versehen ist.
  14. Isolier-Mehrfachscheibe nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass auf mindestens einem Teil einer Außenfläche, insbesondere entlang deren äußerem Umfang, eine undurchsichtige Farbschicht (8) vorgesehen ist.
  15. Isolier-Mehrfachscheibe nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass die undurchsichtige Farbschicht (8) ebenfalls hell, insbesondere weiß gefärbt ist.
  16. Isolier-Mehrfachscheibe nach Anspruch 14 oder 15, dadurch gekennzeichnet, dass die undurchsichtige Farbschicht (8) den Bereich der Verklebung zwischen dem Abstandhalter (4) und der Scheibeninnenfläche überdeckt.
  17. Isolier-Mehrfachscheibe nach einem der vorstehenden Ansprüche mit mindestens einer vorgespannten oder teilvorgespannten Glasscheibe.
  18. Isolier-Mehrfachscheibe nach einem der vorstehenden Ansprüche mit einer Transmission für sichtbares Licht von mehr als 80 %, vorzugsweise von mehr als 85 %.
  19. Isolier-Mehrfachscheibe nach einem der vorstehenden Ansprüche in einer Ausführung als feste oder bewegliche Abdeckung für einen Raum zum Aufbewahren und/oder Ausstellen von gekühlten oder tiefgefrorenen Waren.
  20. Isolier-Mehrfachscheibe nach Anspruch 19 mit einer das Beschlagen und/oder Vereisen verhindernden Außenbeschichtung, die in Einbaulage dem besagten Raum zugewandt ist.
Es folgt ein Blatt Zeichnungen






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

Patent Zeichnungen (PDF)

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com