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Polsterelement mit einem Kern, einem Bezug und einer Zwischenlage - Dokument DE19719532B4
 
PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE19719532B4 23.06.2005
Titel Polsterelement mit einem Kern, einem Bezug und einer Zwischenlage
Anmelder F.S. Fehrer GmbH & Co. KG, 97318 Kitzingen, DE
Erfinder Mense, Hubert, 97357 Prichsenstadt, DE;
Weltner, Paul, 97320 Albertshofen, DE
Vertreter Patent- und Rechtsanwälte Böck - Tappe - Kirschner, 97074 Würzburg
DE-Anmeldedatum 09.05.1997
DE-Aktenzeichen 19719532
Offenlegungstag 12.11.1998
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 23.06.2005
Veröffentlichungstag im Patentblatt 23.06.2005
IPC-Hauptklasse B68G 7/02
IPC-Nebenklasse B68G 11/04   B32B 9/02   B29C 67/20   B60N 2/44   

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf ein Polsterelement, insbesondere für ein Kraftfahrzeug, mit einem feuchtigkeitsdurchlässigen Bezug (3), einem Kern (1) und einer dazwischen befindlichen Zwischenlage (4), wobei der Kern (1) aus Gummihaar (8) mit darin eingelagerten Schaumstoffflocken (9) besteht,

Bei Polsterelementen, wie sie beispielsweise als Sitzpolster oder Rückenlehne in Kraftfahrzeugen gebräuchlich sind, ist es zur Erlangung eines hohen Sitzkomforts erforderlich, daß das Polster einerseits geeignete mechanische Eigenschaften aufweist, also hinreichend weich ist und dem Benutzer einen guten Halt bietet, und es andererseits Feuchtigkeit aufnimmt und ableitet, die vor allem durch Transpiration des Benutzers entsteht. Da sich die letztgenannte Anforderung durch Polster aus Kunststoffschäumen mit Kunststoffbezügen allenfalls unvollständig erfüllen läßt, bestehen hochwertige Polster im Stande der Technik aus einem Kern aus Gummihaar, der mit einem feuchtigkeitsdurchlässigen Bezug, etwa einem Textilstoff, überzogen ist. Die Bezeichnung Gummihaar beschreibt dabei ein Vlies oder Gemenge pflanzliche und/oder tierische Fasern, z. B. Wolle, Sisal oder Kokos, die mit Latex übersprüht sind, welches anschließend vulkanisiert wird, so daß ein federnd elastischer Faserverbund entsteht.

Aufgrund der hohen Fähigkeit der Naturfasern zur Wasseraufnahme und der porösen, Zirkulationen ermöglichenden Struktur hat das Gummihaar speziell im Hinblick auf Feuchtigkeitsaufnahme und -transport vorteilhafte klimatische Eigenschaften. Zu ihrer Variation und weiteren Verbesserung sowie zur Anpassung der mechanischen Charakteristika an unterschiedliche Anforderungen ist es darüber hinaus bekannt, daß das Gummihaar Schaumstoffflocken, etwa aus Polyurethan, enthält, welche den Fasern vor der Verklebung mit Latex beigegeben werden. Schließlich befindet sich zwischen Bezug und Kern in der Regel eine Bezugshilfe, vorzugsweise eine Stofflage, welche Relativbewegungen zwischen Kern und Bezug ermöglicht, um eine Faltenbildung beim Gebrauch zu vermeiden.

Obwohl Polsterelemente mit Kernen aus Gummihaar eine wesentlich bessere Feuchtigkeitsaufnahme und – weiterleitung als solche aus Kunststoffen und Kunstschäumen aufweisen, sind ihre Eigenschaften nicht optimal, da der Flüssigkeitsaustausch der Fasern mit der Umgebung durch das sie umhüllende Latex erheblich reduziert wird. Zudem lassen sich die Eigenschaften der gebräuchlichen Kerne aus Gummihaar in ihren mechanischen Eigenschaften nur schlecht auf einen optimalen Komfort des Benutzers abstimmen, da ihre Oberfläche bei ausreichender Fe stigkeit des Polsters zur Abstützung des Benutzers vergleichsweise hart ist und unbequem erscheint. Geeignete elastische Materialeigenschaften sind darüber hinaus zur Erzeugung sogenannter Struktureffekte erforderlich, d. h. mit Hilfe von Nähten oder Absteppungen erzeugten erhabenen oder vertieften Oberflächenbereichen, die ein ansprechendes Aussehen des Polsters hervorrufen. Funktionell bewirkt die Strukturierung u. a. eine Seitabstützung, die insbesondere bei einem Sitz für ein Kraftfahrzeug von Vorteil ist. Schließlich ist selbstverständlich eine gute Verarbeitbarkeit, speziell eine hinreichende Stabilität sämtlicher Komponenten des Polsters notwendig, um seine einfache und preiswerte Fertigung zu ermöglichen.

Ein gattungsgemäßes Polsterelement mit einer oberhalb einer Gummihaarschicht angeordneten Schicht zur Erhöhung der Feuchtigkeitsaufnahme ist aus der DE 93 06 999 U1 bekannt.

Vor diesem Hintergrund hat es sich die Erfindung zur Aufgabe gestellt, ein Polsterelement mit verbesserter Feuchtigkeitsabführung zu entwickeln, dessen Oberfläche vorteilhafte mechanische Eigenschaften aufweist und das aus leicht verarbeitbaren Materialien besteht.

Diese Aufgabe wird bei einem gathungsgemäßen Polsterelement erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die Zwischenlage aus Wolle besteht, das Flächengewicht der Zwischenlage mindestens 900 g/m2 beträgt und die Stärke der Zwischenlage zumindest 10 mm ist.

Die Erfindung geht von dem Gedanken aus, daß ein aus Gummihaar mit Schaumstoffflocken bestehender Kern des Polsterselementes im Mittel eine hinreichende Kapazität für Flüssigkeitsaufnahme und – transport aufweist. Dagegen sind die im Bereich der Körperoberfläche des Benutzers auftretenden, hohen lokalen Flüssigkeitskonzentrationen nicht genügend rasch durch ihn abführbar. Daher wird vorgeschlagen, zwischen dem Kern und dem Bezug eine Zwischenlage anzuordnen, die Feuchtigkeit in besonders hohem Maße aufnimmt sowie weiterleitet und somit ihre rasche Abführung und großflächige Verteilung über die Oberfläche des Kerns bewirkt.

Zu diesem Zweck sind Zwischenlagen aus Wolle geeignet, die sich dadurch auszeichnen, daß die Fasern 60–80% ihres Eigengewichtes an Wasser aufzunehmen vermögen, ohne naß zu wirken. Auch die thermischen Eigenschaften der Wollage sind für ein Polsterelement von Vorteil. Um eine hinreichende Eigenstabilität der Zwischenlage zu gewährleisten, die ihre leichte Verarbeitbarkeit ermöglicht, ist ein zusammenhängendes Wollmaterial erforderlich, vorzugsweise ein Vlies oder Gewebe. Die Stärke der Zwischenlage beträgt mindestens 10 mm, damit neben dem Flüssigkeitstransport senkrecht zur Kernoberfläche auch ein hinreichender, dazu tangentialer Transport erfolgt, der die Flüssigkeit über einen ausgedehnten Bereich der Kernoberfläche verteilt.

Geeignete mechanische Eigenschaften der Zwischenlage werden gewährleistet, indem ihr Flächengewicht bei 10 mm Stärke mindestens 900 g/m2 beträgt. Neben einer guten Eigenfestigkeit der Zwischenlage wird damit erreicht, daß sie eine hohe Elastizität aufweist und nach Verformungen, etwa wenn sich ein Benutzer auf das Polster setzt, wieder ihre ursprüngliche Gestalt einnimmt. Ferner erhöht eine große Faserdichte im Material auch die Kapazität zu seiner Feuchtigkeitsaufnahme. Dennoch sind zur Verformung der Wollschicht geringere Kräfte erforderlich, als zu der des darunter befindlichen Kerns aus Gummihaar und Schaumstoff. Daher erscheint dem Benutzer die Polsteroberfläche ausgesprochen weich, während ihm der härtere Kern eine gute Abstützung bietet. Durch Befestigungen des Bezuges, etwa Nähte, erzeugte Struktureffekte, also Erhöhung oder Vertiefungen der Oberfläche, beschränken sich aus diesem Grund vorwiegend auf die Zwischenlage; sie sind jedoch auf Grund von deren Materialdichte und Elastizität weiterhin auf bekannte Weise herstellbar.

Das erfindungsgemäße Polsterelement zeichnet sich durch eine erheblich verbesserte Feuchtigkeitsabführung und eine erhöhte Weichheit der Oberfläche bei gleichbleibend guter Abstützung aus. Durch das Befestigungsbild des Bezuges erzeugte Struktureffekte sind weiterhin möglich, da die Wollschicht eine gute Eigenelastizität zeigt und ihrerseits durch den elastischen Kern unterstützt ist, bei dem insbesondere die Schaumstoffflocken eine hohe Verformbarkeit und damit eine hebende Wirkung aufweisen. Dabei lassen sich die Eigenschaften des Polsterelementes durch Variation der Dicke der Zwischenlage, die 10 mm übersteigen kann, in weiten Grenzen verändern. Die Verarbeitung der Zwischenlage bei der Polsterherstellung erweist sich aufgrund ihrer guten Eigenfestigkeit als einfach. Zudem kann eine Bezugshilfe entfallen, da die Zwischenlage hinreichende Relativbewegungen zwischen Kern und Bezug gestattet. Schließlich ist es anstelle eines vollständig flüssigkeitsdurchlässigen Bezuges möglich, in Randbereichen, an denen der Körper des Benutzers nicht oder nur kurzzeitig anliegt, optische Verzierungen oder Verstärkungen anzubringen, die feuchtigkeitsdicht sind.

In einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist die Wolle der Zwischenlage vernadelt oder gekrempelt. Somit ist innerhalb der Zwischenlage eine rein mechanische Bindung ohne chemische Bindemittel erzielbar. Auf diese Weise wird eine Verschlechterung der Eigenschaften der Wollfasern durch ein chemisches Bindemittel vermieden, insbesondere eine Reduzierung der Fähigkeit zur Feuchtigkeitsaufnahme oder der Faserelastizität. Als besonders vorteilhaft erweist sich ein vernadeltes Vlies als Zwischenlage, da die Fasern in diesem Fall bevorzugt senkrecht der Oberfläche des Kerns ausgerichtet sind. Im Ergebnis erfolgen Zirkulation und der Flüssigkeitstransport dabei vorzugsweise senkrecht zum Kern, also auf kürzestem Wege von der Körperoberfläche eines Benutzers in den Kern, so daß eine maximale und rasche Feuchtigkeitsaufnahme gewährleistet ist. Ebenso beschleunigt sich auch die Feuchtigkeitsabgabe in die Umgebung, nachdem der Benutzer das Polster verläßt.

Für die Flocken des Kerns sind insbesondere offenporige Schäume geeignet, wobei z. B. Polyurethan einen geeigneten und bewährten Werkstoff darstellt. Ebenso kann es sich bei den Schaumstoffflocken auch um ein Recyclingmaterial handeln, das bei der Wiederverwertung von Bauteilen aus Schaumstoffen anfällt. Der besondere Vorteil eines offenporigen Schaumstoffes besteht darin, daß Feuchtigkeit in das Poreninnere eindringt und teilweise auf deren Oberflächen absorbiert wird. In der Folge nehmen die Schaumstoffflocken pro Volumeneinheit vielfach mehr Feuchtigkeit als das umgebende Gummihaar auf. Somit läßt sich die Kapazität des Kerns für Feuchtigkeitsaufnahme und zum -transport durch Verwendung offenporiger Schäume wesentlich steigern.

Weitere Einzelheiten, Merkmale und Vorteile der Erfindung lassen sich dem nachfolgenden Beschreibungsteil entnehmen, in dem ein Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Polsters anhand der Zeichnung näher erläutert ist. Sie zeigt den Querschnitt durch das Polster in prinzipienhafter Darstellung.

Das gezeichnete Polsterelement, beispielsweise eine Sitzbank für ein Kraftfahrzeug, besteht in seinen wesentlichen Elementen aus einem Kern (1), der in der Regel auf einem Rahmen (2) befestigt ist, wobei ein außenseitiger Bezug (3) den Kern (1) sowie eine darauf befindliche Zwischenlage (4) bedeckt. Sowohl Bezug (3) als auch Zwischenlage (4) können das Polsterelement vollständig oder lediglich teilweise, etwa an seinen Sichtflächen umhüllen. Um eine gute Feuchtigkeitsabführung von der Körperoberfläche eines Benutzers zu gewährleisten, besteht der Bezug (3) aus einem feuchtigkeitsdurchlässigen Material, wobei in Randbereichen, die ein Benutzer lediglich kurzzeitig berührt, auch feuchtigkeitsdichte Teile des Bezuges (3) möglich sind, beispielsweise ein Besatz (5) aus Kunststoff.

Die unter dem Bezug (3) befindliche Zwischenlage (4) besteht aus Wolle, vorzugsweise einem Wollvlies, das eine hervorragende Weiterleitung von Flüssigkeit in den Kern (1) gewährleistet. Das Flächengewicht der Zwischenlage beträgt dabei mindestens 900 g/m2, ihre Stärke zumindest 10 mm. Das vergleichsweise weiche, elastische Material der Zwischenlage (4) stellt eine hohe Bequemlichkeit für einen Benutzer sicher. Durch Nähte oder andere Befestigungsmittel des Bezuges (3) ist die Erzeugung von Vertiefungen (6) der Oberfläche des Polsterelementes möglich, also die Herstellung einer durch Erhöhungen und Vertiefungen strukturierten Oberfläche.

Die Ausschnittsvergrößerung (7) zeigt den inneren Aufbau des Kerns (1), der aus Gummihaar (8) besteht, also durch vulkanisiertes Latex verklebte pflanzliche oder tierische Fasern, in die offenporige Schaumstoffflocken (9) eingelagert sind. In der Folge zeigt auch der Kern vorteilhafte elastische Eigenschaften und ist zur Aufnahme und Weiterleitung der von der Zwischenlage (4) abgegebenen Feuchtigkeit gut geeignet.

Im Ergebnis entsteht ein Polsterelement, das in erheblich verbesserten Maße Feuchtigkeit von der Körperoberfläche des Benutzers abführt, eine hohe Bequemlichkeit bietet und leicht herstellbar ist.


Anspruch[de]
  1. Polsterelement, insbesondere für ein Kraftfahrzeug, mit einem feuchtigkeitsdurchlässigen Bezug (3), einem Kern (1) und einer dazwischen befindlichen Zwischenlage (4), wobei der Kern (1) aus Gummihaar (8) mit darin eingelagerten Schaumstoffflocken (9) besteht, dadurch gekennzeichnet, daß

    – die Zwischenlage (4) aus Wolle besteht,

    – das Flächengewicht der Zwischenlage (4) mindestens 900 g/m2 beträgt

    – und die Stärke der Zwischenlage (4) zumindest 10 mm ist.
  2. Polsterelement nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Zwischenlage (4) ein Vlies oder Gewebe ist.
  3. Polsterlement nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Wolle vernadelt oder gekrempelt ist.
  4. Polsterelemnt nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Schaumstoffflocken (9) offene Poren aufweisen.
  5. Polsterelement nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Schaumstoffflocken (9) aus Polyurethan bestehen.
Es folgt ein Blatt Zeichnungen






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