PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE202005003909U1 23.06.2005
Titel Verbundsicherheitsscheibe
Anmelder GuS Präzision in Kunststoff Glas und Optik GmbH & Co. KG, 32312 Lübbecke, DE
Vertreter Frohoff, D., Dipl.-Ing., Pat.-Anw., 33602 Bielefeld
DE-Aktenzeichen 202005003909
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 23.06.2005
Registration date 19.05.2005
Application date from patent application 09.03.2005
IPC-Hauptklasse C03C 27/12

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Verbundsicherheitsscheibe aus mehreren Glas- und/ oder Kunststoffscheiben, die über transparente Folien und/ oder teilweise mittels Giesharzen unter Wärme- und Druckeinwirkung miteinander verbunden sind und die mit einer in einen Innenraum gerichteten Kunststoffscheibe als Abschlussscheibe versehen ist, die über eine Folie auf einer inneren Scheibe eines als Grundaufbau dienenden Kernverbundes angeordnet ist und mit dieser Folie einen Splitterschutzaufbau bildet.

Solche Verbundsicherheitsscheiben sind bekannt, DE 202 08 085 U1, die aus unterschiedlichen Arten von Glas, etwa Glas gewöhnlicher Zusammensetzung, sog. Floatglas oder aus Borofloatglas bestehen, wobei der Aufbau einer solchen Verbundsicherheitsscheibe sich in einen Grundaufbau und weitere Aufbauten unterteilen lässt, wie etwa einen Heizverbund einer Scheibenheizung, welcher zur Außenseite einer Verbundsicherheitsscheibe hin angeordnet ist oder einen Splitterschutzaufbau, der aus einer Polycarbonatscheibe besteht, die über eine PU-Folie mit der inneren Scheibe des Grundaufbaus verbunden ist. Eine solche Verbundsicherheitsscheibe soll eine maximale Energieabsorption beim Auftreffen eines Geschosses sichern, während dessen die Restenergie durch plastische und elastische Deformation des Kunststoffmaterials aufgenommen werden soll.

Aufgabe der Erfindung ist es, eine Verbundsicherheitsscheibe zur Verfügung zu stellen, die gegenüber den bekannten Verbundsicherheitsscheiben eine erhöhte Beschusssicherheit aufweist. Weiterhin soll ein verbessertes Bruchverhalten erreicht werden, was sich in einer nach dem Beschuss verbleibenden verbesserten Durchsicht der Verbundsicherheitsscheibe manifestieren soll.

Die Lösung dieser Aufgabe erfolgt im Zusammenhang mit den Oberbegriffsmerkmalen des Hauptanspruchs im Wesentlichen dadurch, dass die dem Splitterschutzaufbau zugehörige Folienschicht mehrfach stärker ausgebildet ist, als die übrigen zur Verbindung der einzelnen Scheiben des Grundaufbaus erzeugten Schichten stark sind.

Durch einen solchen neuerungsgemäßen Aufbau der Verbundsicherheitsscheibe wird eine erhöhte Beschusssicherheit erzielt, z. B. gegen Kaliber 7,62 × 54 mm R AP-I und Kaliber 7,62 × 51 mm AP-WC wie auch eine erhöhte Beschusssicherheit gegen Weichkernmunition. Des Weiteren ist die verbleibende Durchsicht nach einem Beschuss erheblich verbessert, da die Sichtbehinderung um die Einschussstelle erheblich kleiner ausfällt als bei den herkömmlichen Verbundsicherheitsscheiben. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass die erfinderische Verbundsicherheitsscheibe diese erhöhte Beschusssicherheit auch in Temperaturbereichen weiter aufrechterhält, die von den in üblichen Beschusssituationen vorliegenden Umgebungstemperaturen deutlich nach oben oder unten abweichen.

Vorteilhafte Weiterbildungen des Gegenstandes der Erfindung ergeben sich mit und in Kombination mit den weiteren Unteransprüchen.

Zum Erhalt der erwünschten Schichtstärke der dem Splitterschutzaufbau zugehörigen Folie ist es besonders vorteilhaft mehrere dünnere Folien unmittelbar übereinander anzuordnen, was auch der Wirtschaftlichkeit der Verbundsicherheitsscheibe zuträglich ist, da weniger unterschiedlich dicke Folien bereitgehalten werden müssen, falls solche Folien in der gewünschten Dicke überhaupt lieferbar oder herstellbar sind. Dass sich neben der Dicke der Folienschicht auch die Mehrschichtigkeit und die unterschiedliche Ausrichtung einzelner Schichten abweichend von ihrer Fertigungsrichtung positiv auf die Beschusssicherheit auswirkt, kann angenommen werden.

Die verwendete Folie besteht vorzugsweise aus einer PU-Folie und der Faktor für die Vervielfältigung der Schichtstärke der dem Splitterschutzaufbau zugehörigen Folienschicht gegenüber den Schichtstärken des Grundaufbaus der Verbundsicherheitsscheibe kann zwischen drei und neun betragen und beträgt bevorzugt Werte zwischen fünf und sieben, bei dem eine höchstmögliche Beschusssicherheit erzielt wird.

Die zwischen den einzelnen Scheiben des Grundaufbaus befindlichen Folien bestehen vorzugsweise aus einer Polyvenylbuterol-Folie (PVB), wo hingegen die zwischen dem Grundaufbau des Kernverbundes und dem Heizverbund angeordnete Folie wieder als Polyurethan-Folie (PU) ausgeführt ist, die zwar gegenüber den Folien des Grundaufbaus ebenfalls deutlich stärker ausgeführt ist, aber doch deutlich dünner bzw. schwächer ist als die dem Splitterschutzaufbau zugehörige Folienschicht, wobei der zugehörige Multiplikationsfaktor hier noch deutlich über zwei liegt, d.h. dass die Folienschicht zwischen Grundaufbau und Splitterschutzaufbau mehr als doppelt so dick ist wie die zwischen Grundaufbau und Heizverbund.

Nachfolgend ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung anhand einer Figur näher beschrieben. Es zeigt:

1 einen stark vergrößerten Teilschnitt durch den Rand einer Verbundsicherheitsscheibe.

Die Verbundsicherheitsscheibe besteht aus einem einen Kernverbund bildenden Grundaufbau 1, aus, von außen nach innen, einer Borofloatglasscheibe 6 und vier nach innen schmaler werdenden Floatglasscheiben 5, wobei sich der letzten Floatglasscheibe 5 des Grundaufbau 1 die dem Splittschutzaufbau 2 zugehörigen Verbindungsschicht 12 und die Polycarbonat-Glasscheibe 9 folgt.

Nach außen hin ist auf der äußeren Borofloatglasscheibe 6 des Grundaufbaus 1 eine Verbindungsschicht 11 aus einer Polyurethan-Folie vorgesehen, der sich eine weitere Borofloatglasscheibe 6, eine Heizfolie 8 und eine abschließende Borofloatglasscheibe 6 anschließt, wobei letztere deutlich dünner ist als die dahinter liegende Borofloatglasscheibe 6, wobei sich solche Scheiben sich aufgrund ihrer besonderen Härte besonders als dauerhaft kratzfeste Außenscheiben eignen.

Die Schichtdicke der dem Splitterschutzaufbau 2 zugehörigen Verbindungsschicht 12 ist im vorliegenden Ausführungsbeispiel etwa 6,5-fach so stark wie die Dicke der Schichten 10 zwischen den Glasscheiben des Grundaufbaus 1 und immer noch mehr als 3-fach so stark wie die Verbindungsschicht 11 zwischen Grundaufbau 1 und dem Heizverbund 3 der Scheibenheizung. Die Verbindungsschicht 12 ist aus zwei übereinandergelegten PU-Folienabschnitten aufgebaut.


Anspruch[de]
  1. Verbundssicherheitsscheibe aus mehreren Glas- und/ oder Kunststoffscheiben, die über transparente Folien und/ oder teilweise durch Giesharze durch Wärme- und Druckeinwirkung miteinander verbunden sind und die mit einer in einen Innenraum gerichteten Kunststoffscheibe als Abschlussscheibe versehen ist, die über eine Folie auf einer inneren Scheibe eines als Grundaufbaus dienenden Kernverbundes angeordnet ist und mit dieser einen Splitterschutzaufbau bildet, dadurch gekennzeichnet, dass die dem Splitterschutzaufbau (2) zugehörige Folienschicht (12) mehrfach stärker ausgebildet ist als die übrigen zur Verbindung der einzelnen Scheiben (5;6) des Grundaufbau (1) erzeugten Schichten (10;11) stark sind.
  2. Verbundsicherheitsscheibe nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zum Erhalt der gewünschten Schichtstärke der dem Splitterschutzaufbau (2) zugehörigen Folie mehrere Folien unmittelbar übereinander angeordnet sind.
  3. Verbundsicherheitsscheibe nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die dem Splitterschutzaufbau (2) zugehörige Folie aus PU-Folie besteht.
  4. Verbundsicherheitsscheibe nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Faktor für die Vervielfältigung der Schichtstärke der dem Splitterschutzaufbau (2) zugehörigen Folienschicht gegenüber denen der Stärke zwischen den Scheiben (5;6) des Grundaufbaus (1) zwischen drei und neun, bevorzugt zwischen fünf und sieben beträgt.
Es folgt ein Blatt Zeichnungen






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

Patent Zeichnungen (PDF)

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com