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Dokumentenidentifikation EP1288881 23.06.2005
EP-Veröffentlichungsnummer 0001288881
Titel Handgefahrenmelder
Anmelder Siemens Building Technologies AG, Zürich, CH
Erfinder Pfenninger, Christoph, 8640 Rapperswil, CH;
Diener, Heinz, 8630 Rüti ZH, CH
Vertreter derzeit kein Vertreter bestellt
DE-Aktenzeichen 50106262
Vertragsstaaten AT, BE, CH, CY, DE, DK, ES, FI, FR, GB, GR, IE, IT, LI, LU, MC, NL, PT, SE, TR
Sprache des Dokument DE
EP-Anmeldetag 03.09.2001
EP-Aktenzeichen 011210507
EP-Offenlegungsdatum 05.03.2003
EP date of grant 18.05.2005
Veröffentlichungstag im Patentblatt 23.06.2005
IPC-Hauptklasse G08B 25/12

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft einen Handgefahrenmelder mit einem Gehäuseboden, einem Deckel und einem Meldereinsatz, welcher eine zerbrechliche Scheibe, eine Leiterplatte, ein Schaltelement und eine Betätigungsmechanik für dieses aufweist.

Derartige Handgefahrenmelder, die beispielsweise in Feuermelde- oder in Notrufanlagen verwendet werden, werden üblicherweise in zwei Ausführungen für direkte und für indirekte Betätigung hergestellt. Beim Meldertyp mit indirekter Betätigung ist die Scheibe einzuschlagen und dann ein Druckknopf zu drücken, und bei dem heute wesentlich weiter verbreiteten Meldertyp mit direkter Betätigung springt beim Einschlagen der Scheibe ein Springknopf durch Federdruck heraus und betätigt dabei einen Schalterknopf des Schaltelements.

Bei einem bekannten Melder des letzteren Typs mit einer abgeschrägten Schaltkulisse ist der Springknopf durch einen federnden Stift verlängert, der an der Glasscheibe anliegt und den Springknopf in der gedrückten Stellung hält, so dass das Schalterknopf in Bereitschaftsstellung gehalten wird. Für die Alarmgebung beim Einschlagen der Scheibe wird der Springknopf durch die Druckfeder herausgedrückt und der Schalterknopf für das Auslösen des Alarmsignals freigegeben. Diese Ausführungsform ist von der Mechanik her, speziell durch die Ausgestaltung des Springknopfes mit dem federnden Stift, sehr kostenaufwendig. Ausserdem ist sie von der Einhaltung relativ enger Toleranzen abhängig und damit aufwändig in der Herstellung.

In der EP-A-0 592 925 ist ein Handgefahrenmelder beschrieben, bei welchem der Springknopf an einem Bedienhebel befestigt ist und zusammen mit diesem von einer Druckfeder gegen die Glasscheibe gedrückt wird. Der Bedienhebel ist an seinem einen Ende drehbar fixiert und trägt an seinem anderen Ende ein federndes Element, welches bei Bruch der Glasscheibe auf einen Schalterknopf drückt. Bei diesem bekannten Handgefahrenmelder befindet sich der Schalterknopf im Normalzustand nicht in der Bereitschaftsstellung, so dass es nicht möglich ist, das einwandfreie Funktionieren der Melder von der Zentrale aus zu kontrollieren. Vielmehr muss jeder Melder vor Ort kontrolliert werden, was die Bedienungs- und Wartungsfreundlichkeit einer mit solchen Meldern ausgerüsteten Gefahrenmeldeanlage sicher nicht verbessert. Der mechanische Aufbau des Melders und seine aus dem Bedienhebel, dem Springknopf, der Druckfeder und dem federnden Element gebildete Betätigungsmechanik sind nicht im Hinblick auf eine kostengünstige Fertigung optimiert.

Durch die Erfindung soll nun ein Handgefahrenmelder der eingangs genannten Art angegeben werden, dessen Funktionsfähigkeit und Einsatzbereitschaft von der Zentrale aus überprüfbar sind, der einen einfachen Ausbau aufweist und der kostengünstig herstellbar ist.

Die gestellte Aufgabe wird erfindungsgemäss dadurch gelöst, dass die Betätigungsmechanik für das Schaltelement durch einen an einem Seitenrand der Scheibe anliegenden Schwenkhebel gebildet ist, welches im normalen Betriebszustand des Handgefahrenmelders auf das Schaltelement drückt und dieses in einer geschlossenen Position hält.

Eine erste bevorzugte Ausführungsform des erfindungsgemässen Handgefahrenmelders ist dadurch gekennzeichnet, dass bei Bruch der Scheibe eine Verschwenkung des Schwenkhebels erfolgt, wodurch das Schaltelement (6) geöffnet wird.

Beim erfindungsgemässen Handgefahrenmelder ist also das Schaltelement im Normalzustand immer eingeschaltet und kann daher von der Zentrale aus einfach auf seine Funktionsfähigkeit überprüft werden. Die Verwendung des Schwenkorgans als Betätigungsmechanik vereinfacht diese ganz ausserordentlich, wodurch sowohl die Material- als auch die Herstellungskosten deutlich gesenkt werden.

Eine zweite bevorzugte Ausführungsform des erfindungsgemässen Handgefahrenmelders ist dadurch gekennzeichnet, dass das Schaltelement auf der Leiterplatte angeordnet ist. Auch die Anordnung des Schaltelements auf der Leiterplatte trägt zur Reduktion der Herstellungskosten bei, weil das Schaltelement bei der Bestückung der Leiterplatte auf diese appliziert werden kann, so dass keine teuren nachträglichen Einbauten erforderlich sind.

Eine dritte bevorzugte Ausführungsform des erfindungsgemässen Handgefahrenmelders ist dadurch gekennzeichnet, dass der Schwenkhebel zweiarmig ausgebildet ist und mit seinem einen Ende an der Scheibe anliegt und mit seinem anderen Ende auf das Schaltelement drückt. Diese Ausbildung des Schwenkhebels und dessen Anordnung am Rand der Scheibe machen die Betätigungsmechanik sehr robust gegenüber Toleranzabweichungen, Verstaubung und anderen potenziellen Störungsquellen.

Vorzugsweise weist das Schaltelement einen gefederten Endschalter auf.

Eine vierte bevorzugte Ausführungsform des erfindungsgemässen Handgefahrenmelders ist gekennzeichnet durch eine Einrichtung zur Auslösung eines Probealarms, welche einen Schalthebel zum Verschieben der Scheibe bis zur Freigabe des Schwenkhebels und ein nachfolgend als Schlüssel bezeichnetes Organ für die Betätigung des Schalthebels aufweist.

Eine weitere bevorzugte Ausführungsform des erfindungsgemässen Handgefahrenmelders ist dadurch gekennzeichnet, dass der Schlüssel von unten in den Melder einsteckbar ist, und dass in einer ersten Einsteckstellung des Schlüssels eine Entriegelung des Schalthebels und beim weiteren Einschieben des Schlüssels in einer zweite Einsteckstellung die Verschiebung der Scheibe erfolgt. Vorzugsweise weist der Schalthebel einen Positionierfinger auf, welcher in der verriegelten Position des Schalthebels an der benachbarten Seitenkante der Scheibe anliegt und beim weiteren Einschieben des Schlüssels von der genannten Seitenkante weg bewegt wird, wobei eine Verschwenkung der Scheibe und die Freigabe des Schwenkhebels erfolgt.

Im folgenden erfolgt eine nähere Erläuterung der Erfindung anhand eines Ausführungsbeispiels und oder einzigen Zeichnung, welche eine schematische Perspektivdarstellung eines erfindungsgemässen Handgefahrenmelders in einer Ansicht von vorne zeigt.

Der Handfeuermelder besteht aus einem Gehäuseboden 1, einem Deckel (nicht dargestellt) und einem Meldereinsatz, welcher eine Seitenwand 2, eine Leiterplatte 3, eine im Abstand von der Leiterplatte 3 gehaltene zerbrechliche Scheibe 4 mit einer bedruckten Schutzfolie 5, ein einen gefederten Endschalter aufweisendes Schaltelement 6 und eine Betätigungsmechanik für dieses aufweist. Die letztere dient dazu, beim Einschlagen der Scheibe 4 das Schaltelement 6 zu betätigen und einen Alarm auszulösen.

Die Betätigungsmechanik ist durch einen zweiarmigen Schwenkhebel 7 gebildet, der mit seinem einen Ende an einem Seitenrand der Scheibe 4 anliegt und mit seinem anderen Ende den Endschalter des Schaltelements 6 drückt, so dass bei intakter Scheibe 4 der durch das Schaltelement 6 gebildete Schalter geschlossen ist. Der nicht dargestellte Deckel, der auf den Gehäuseboden 1 aufgesteckt und an diesem fixiert ist, enthält einen die Scheibe 4 umgebenden Randteil und eine von diesem begrenzte Öffnung, so dass die Scheibe 4 frei zugänglich ist.

Die Scheibe 4 liegt auf im Meldereinsatz vorgesehenen Randleisten auf und ist durch zwei Haltefinger 8 am Meldereinsatz fixiert. Das hat den Vorteil, dass man bei der Installation einer Gefahrenmeldeanlage Meldergehäuse und Meldereinsatz getrennt liefern und den Meldereinsatz in das bereits installierte Gehäuse einbauen kann. Einer der beiden Haltefinger 8 kann schwenkbar ausgebildet sein, um das Einlegen der Scheibe 4 zu erleichtern.

Wenn die Scheibe 4 eingeschlagen wird, geht sie entlang der auf die Folie 5 aufgedruckten Pfeilen entzwei und wird in diesem Bereich nach innen gedrückt. Dadurch wird das obere Ende des Schwenkhebels 7 von der an ihm bei unzerstörter Scheibe 4 anliegenden Seitenkante frei gegeben. Als Folge davon vollführt der Schwenkhebel eine Schwenkung im Uhrzeigersinn und gibt den gefederten Endschalter des Schaltelements 6 frei, wodurch Alarm ausgelöst wird.

Darstellungsgemäss ist der erfindungsgemässe Handgefahrenmelder mit einer Einrichtung zur Auslösung eines Probealarms ausgerüstet. Diese besteht aus einem Schalthebel 9 zur Verschiebung der Scheibe 4 in eine Lage, in welcher der Schwenkhebel 7 freigegeben ist. und aus einem Schlüssel 10 zur Betätigung des Schalthebels 9. Der Schalthebel 9, der einen an der benachbarten Seitenkante der Scheibe 4 anliegenden Positionierfinger 11 aufweist, ist in seiner Normalstellung verriegelt.

Der Gehäuseboden 1 weist eine nutenartige Führung zum Hineinschieben des Schlüssels 10 auf, welche durch eine entsprechende Öffnung in der unteren Seitenwand des Deckels zugänglich ist. Beim Hineinschieben des Schlüssels 10 erfolgt in einer ersten Schlüsselstellung eine Entriegelung und Freigabe des Schalthebels 9, der beim weiteren Hineinschieben des Schlüssels 10 in eine zweite Stellung zusammen mit dem Positionierfinger 11 gedreht wird.

Dadurch wird die Scheibe 4 frei gegeben und kippt um einen als Drehpunkt wirkenden Zapfen 12, wodurch die am Schwenkhebel 7 anliegende Kante der Scheibe 4 vom vorderen Ende des Schwenkhebels 7 weg bewegt wird und dieses freigibt, so dass der Schaltknopf des Schaltelements 6 frei gegeben und Alarm ausgelöst wird. Beim Herausziehen des Schlüssels 10 wird die Scheibe 4 durch den Positionierfinger 11 wieder in ihre normale Betriebsstellung geschwenkt und anschliessend in dieser fixiert.


Anspruch[de]
  1. Handgefahrenmelder mit einem Gehäuseboden (1), einem Deckel und einem Meldereinsatz, welcher eine zerbrechliche Scheibe (4), eine Leiterplatte (3), ein Schaltelement (6) und eine Betätigungsmechanik für dieses aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass die Betätigungsmechanik für das Schaltelement (8) durch einen an einem Seitenrand der Scheibe (4) anliegenden Schwenkhebel (7) gebildet ist, welcher im normalen Betriebszustand des Handgefahrenmelders auf das Schaltelement (6) drückt und dieses in einer geschlossenen Position hält.
  2. Melder nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass bei Bruch der Scheibe (4) eine Verschwenkung des Schwenkhebels (7) erfolgt, wodurch das Schaltelement (6) geöffnet wird.
  3. Melder nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Schaltelement (6) auf der Leiterplatte (3) angeordnet ist.
  4. Melder nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Schwenkhebel (7) zweiarmig ausgebildet ist und mit seinem einen Ende an der Scheibe (4) anliegt und mit seinem anderen Ende auf das Schaltelement (6) drückt.
  5. Melder nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Schaltelement (6) einen gefederten Endschalter aufweist.
  6. Melder nach einem der Ansprüche 1 bis 5, gekennzeichnet durch eine Einrichtung zur Auslösung eines Probealarms, welche ein Schaltelement (9) zum Verschieben der Scheibe (4) bis zur Freigabe des Schwenkhebels (7) und ein nachfolgend als Schlüssel (10) bezeichnetes Organ für die Betätigung des Schaltelements (9) aufweist.
  7. Melder nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Schlüssel (10) von unten in den Melder einsteckbar ist, und dass in einer ersten Einsteckstellung des Schlüssels (10) eine Entriegelung des Schaltelements (9) und beim weiteren Einschieben des Schlüssels (10) in eine zweite Einsteckstellung die Verschiebung der Scheibe (4) erfolgt.
  8. Melder nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Schaltelement (9) einen Positionierfinger (11) aufweist, welcher in der verriegelten Position des Schaltelements (9) an der benachbarten Seitenkante der Scheibe (4) anliegt und beim weiteren Einschieben des Schlüssels (10) von der genannten Seitenkante weg bewegt wird, wobei eine Verschwenkung der Scheibe (4) und die Freigabe des Schwenkhebels (7) erfolgt.






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