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Dokumentenidentifikation DE102004056768A1 30.06.2005
Titel Verfahren zum Ausbilden einer Oberflächenstruktur auf einem dekorativen Laminat
Anmelder Pergo (Europe) AB, Trelleborg, SE
Erfinder Kornfält, Sven, Malmö, SE;
Sjöberg, Ake, Lund, SE
Vertreter HOFFMANN & EITLE, 81925 München
DE-Anmeldedatum 24.11.2004
DE-Aktenzeichen 102004056768
Offenlegungstag 30.06.2005
Veröffentlichungstag im Patentblatt 30.06.2005
IPC-Hauptklasse B32B 27/04
IPC-Nebenklasse B32B 33/00   B29C 59/04   
Zusammenfassung Ein Verfahren zur Herstellung eines dekorativen Laminatbretts, welches zumindest eine mit wärmehärtendem Kunstharz imprägnierte Papierlage beinhaltet. Ein Dekorpapier in Form eines Gewebes oder einer Materialbahn, versehen mit mehreren Dekorabschnitten, von denen jeder ein Dekor eines dekorativen Paneels bilden soll, wird als Oberflächenlage auf einer Basislage platziert und damit durch Pressen unter erhöhtem Druck verbunden. Das Laminatbrett wird dann zwischen mehreren Walzen gewalzt. Die mehreren Walzen weisen zumindest eine Gegenhaltewalze auf einer Unterseite des Laminatbretts auf und mehrere Strukturwalzen auf der Dekorseite des Laminatbretts. Jede der Strukturwalzen hat eine Breite, die geringer ist als 1/3 der Breite des Laminatbretts, wobei jede Strukturwalze zum Prägen eines vorbestimmten Bereichs des Laminatbretts verwendet wird.

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines dekorativen wärmehärtenden Laminats mit einer Oberflächenstruktur, die realistisch zum Dekor der oberen Oberfläche passt.

Mit wärmehärtenden Laminaten beschichtete Produkte sind heutzutage häufig. Sie werden vor allem dort verwendet, wo die Anforderung an den Abriebwiderstand hoch ist, aber auch dort, wo der Widerstand gegen verschiedene Chemikalien sowie Feuchtigkeit erforderlich ist. Als ein Beispiel solcher Produkte können Fußböden, Fußboden-Beadings, Tischoberflächen, Arbeitsflächen und Wandpaneele erwähnt werden.

Das wärmehärtende Laminat besteht oft aus zumindest einer Basis mit einer der Oberfläche am nächsten platzierten Dekorschicht. Die Dekorschicht kann versehen sein mit einem gewünschten Dekor oder Muster. Die häufigsten Muster geben normalerweise das Bild verschiedener Arten von Holz oder Mineralien, wie beispielsweise Marmor oder Granit, wieder. Die Oberfläche des Laminats kann mit einer Struktur während des Laminiervorgangs versehen werden, was das Dekor noch realistischer macht. Pressplatten mit Struktur oder mit Strukturfolien werden oft verwendet, wenn ein solches Laminat hergestellt wird. Eine negative Reproduktion der Struktur in der Pressplatte oder der Folie wird während des Laminiervorgangs in das Laminat hineingedrückt werden.

Die Struktur repräsentiert geeignet Merkmale, die für das Muster charakteristisch sind, das das Dekor in dem Laminat repräsentiert. Die Struktur kann grob gemacht sein, um beispielsweise nur grob planierte Steine zu simulieren, oder glatt mit zufällig verteilten Grübchen und kleinen Rissen, um polierten Marmor zu simulieren. Eine Holzoberfläche wird simuliert, indem die Oberfläche mit zufällig verteilten dünnen, länglichen Einkerbungen versehen wird, die Poren imitieren. Es gibt jedoch einige Schwierigkeiten dabei, eine Übereinstimmung zwischen dem Dekor und der Struktur zu erreichen. Dies beruht hauptsächlich auf der Tatsache, dass das Substrat, das das Dekor hält, einer Anzahl von Behandlungen unterzogen wird, die sein Format unvermeidbar verändern. Das Substrat, das die Oberflächenstruktur trägt, wird nicht der gleichen Formatveränderung unterzogen wie das Dekorsubstrat. Es wird dadurch virtuell unmöglich sein, eine gewünschte Ausrichtung zwischen dem gedruckten Dekor und einer Oberflächenstruktur über die gesamte Oberfläche des hergestellten Bretts zu erreichen.

Es hat bereits lange der Wunsch bestanden, ein dekoratives wärmehärtendes Laminat mit einem Dekormuster beispielsweise mit in unterschiedliche Richtungen gerichteten Dekorabschnitten und mit einer passenden Oberflächenstruktur herstellen zu können.

Gemäß der vorliegenden Erfindung ist dieser Wunsch erfüllt worden, und ein wärmehärtendes Laminat mit einer dekorativen Oberfläche mit einer dazu passenden Oberflächenstruktur ist geschaffen worden. Demzufolge betrifft die Erfindung ein Verfahren zur Herstellung eines dekorativen Laminatbretts. Das Laminatbrett beinhaltet zumindest eine mit wärmehärtendem Kunstharz imprägnierte Papierlage, wobei ein Dekorpapier in Form eines Gewebes oder einer Materialbahn, versehen mit mehreren Dekorabschnitten, wobei jeder Dekorabschnitt dazu vorgesehen ist, ein Dekor eines dekorativen Paneels zu bilden, als Oberflächenlage auf einer Basislage platziert wird und damit verbunden wird durch Pressen unter erhöhtem Druck. So wird ein Laminatbrett hergestellt. Das Laminatbrett wird dann zwischen mehreren Walzen gewalzt. Die mehreren Walzen weisen zumindest eine Gegenhaltewalze auf einer unteren Seite des Laminatbretts auf sowie mehrere Strukturwalzen auf der Dekorseite des Laminatbretts. Jede der Strukturwalzen hat eine Breite, die geringer ist als 1/3 der Breite des Laminatbretts. Jede Strukturwalze wird verwendet zum Prägen eines vorbestimmten Bereichs des Laminatbretts. Die Strukturwalzen sind in einer vorteilhaften Ausgestaltung einstellbar in einer Richtung rechtwinklig zur Zuführrichtung des Laminatbretts. Diese Einstellung wird ausgeführt, um Unterschiede in der Größe des Dekorpapiers kompensieren zu können. Ein solches Dekorpapier wird während seiner Herstellung einer Anzahl von Vorgängen unterworfen, die sein Format auf eine Art und Weise ändern werden, die nur schwer vollständig vorhergesagt werden kann. Es ist wünschenswert, einen automatischen Vorgang zur Anpassung an diese Formatunterschiede in dem Dekor zu verwenden. Demzufolge werden die Strukturwalzen geeignet in der rechtwinkligen Richtung eingestellt, geführt durch Mittel eines Computers, der Daten verwendet, die von dem Dekorpapier des Laminatbretts gewonnen werden, wodurch es möglich wird, eine Prägung in dem Laminatbrett zu erreichen, und zwar mittels der Strukturwalzen, die in Übereinstimmung mit dem Dekor des Dekorpapiers ist. Zumindest eine CCD-Kamera kann zum Gewinnen der Daten verwendet werden, die für das Führen der Strukturwalzen verwendet werden.

Die Strukturwalzen werden vorteilhaft dazu verwendet, die dekorative Oberfläche des Laminatbretts mit ausgenommenen Bereichen zu versehen. Diese ausgenommenen Bereiche simulieren Trennlinien zwischen visuell dargestellten Dekorabschnitten. Aus der vorliegenden Erfindung wird deutlich, dass diese ausgenommenen Bereiche längsverlaufende Linien in dem Laminatbrett bilden können. Wenn solche Linien auch in einer Richtung rechtwinklig zu dieser Längsrichtung gewünscht sind, kann das Laminatbrett zweimal geprägt werden, und zwar einmal wie oben beschrieben und einmal als Wiederholung nach einer Drehung des Bretts um 90°. Das in der vorliegenden Erfindung beschriebene Verfahren wird vorteilhaft dann verwendet, wenn ein Laminatbrett mit einer Oberflächenstruktur versehen wird, die Merkmale, wie beispielsweise Kanten zwischen dargestellten Holzblöcken, Holzstreifen oder Marmorblöcken in einem Blockdesign, simuliert. In diesem Fall können die Strukturwalzen sehr schmal sein und eine fast messerartige Kante haben.

Das Verfahren kann auch dazu verwendet werden, angefaste Kanten an einem Paneel zu schaffen. Es kann außerdem auch verwendet werden, um eine simulierte Fugenlinie zwischen keramischen Fliesen oder einen Gummieinsatz zwischen Holzpanellen zu schaffen. In diesem Fall sind die Strukturwalzen breiter und können sogar mit einer solchen Oberflächenstruktur versehen sein, dass beispielsweise die Textur der Fugenlinie oder sogar eine Holztextur simuliert werden kann.

Die Strukturwalzen können außerdem versehen sein mit einer Pigmentierung an dem Prägebereich, welche Pigmentierung dazu vorgesehen ist, auf die geprägten Bereiche des Laminatbretts übertragen zu werden. Die Pigmentierung wird verwendet, um den Effekt der Prägung zu verbessern.

Es wird sehr bevorzugt, das Prägen auszuführen, während das Laminat noch warm ist. Dies kann dadurch erreicht werden, dass das Prägen direkt nach dem Laminieren stattfindet. Die Oberflächentemperatur des Laminatbretts liegt vorzugsweise oberhalb von 50°C während des Prägens. Es wird auch bevorzugt, die Strukturwalzen aufzuhalten, so dass die Oberflächentemperatur der Strukturwalzen höher ist als 50°C während des Prägevorgangs.


Anspruch[de]
  1. Verfahren zur Herstellung eines dekorativen Laminatbretts, welches Laminatbrett zumindest eine mit wärmehärtendem Kunstharz imprägnierte Papierlage beinhaltet, wobei ein Dekorpapier in Form eines Gewebes oder einer Materialbahn, versehen mit mehreren Dekorabschnitten, von denen jeder ein Dekor eines dekorativen Paneels bilden soll, als Oberflächenlage auf einer Basislage platziert und damit durch Pressen unter erhöhtem Druck verbunden wird, so dass ein Laminatbrett geschaffen wird, wobei das Laminatbrett zwischen mehreren Walzen gewalzt wird, welche mehreren Walzen zumindest eine Gegenhaltewalze auf einer Unterseite des Laminatbretts aufweisen und mehrere Strukturwalzen auf der Dekorseite des Laminatbretts, wobei jede der Strukturwalzen eine Breite hat, die geringer ist als 1/3 der Breite des Laminatbretts, wobei jede Strukturwalze zum Prägen eines vorbestimmten Bereichs des Laminatbretts verwendet wird.
  2. Verfahren nach Anspruch 1, bei welchem die Strukturwalzen rechtwinklig zur Zuführrichtung des Laminatbretts einstellbar sind.
  3. Verfahren nach Anspruch 2, wobei die Oberflächentemperatur des Laminatbretts während des Prägevorgangs oberhalb von 50°C liegt.
  4. Verfahren nach Anspruch 2, wobei die Oberflächentemperatur der Strukturwalze während des Prägevorgangs höher ist als 50°C.
  5. Verfahren nach Anspruch 2, wobei die Strukturwalzen in der rechtwinkligen Richtung geführt durch Mittel eines Computers eingestellt werden, der Daten verwendet, die von dem Dekorpapier des Laminatbretts gewonnen werden, wodurch es möglich wird, eine mittels der Strukturwalzen geschaffene Prägung in dem Laminatbrett zu schaffen, die in Übereinstimmung mit dem Dekor des Dekorpapiers ist.
  6. Verfahren nach Anspruch 5, wobei eine CCD-Kamera zum Gewinnen der Daten zum Führen der Strukturwalzen verwendet wird.
  7. verfahren nach Anspruch 1, wobei die Strukturwalzen dazu verwendet wird, die dekorative Oberfläche des Laminatbretts mit ausgenommenen Bereichen zu versehen, welche ausgenommenen Bereiche Trennlinien zwischen visuell dargestellten Dekorabschnitten simulieren.
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