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Dokumentenidentifikation DE202005004497U1 30.06.2005
Titel Boccia-Bahn
Anmelder Geierhos, Alfred, 86161 Augsburg, DE
Vertreter PATENTANWÄLTE CHARRIER RAPP & LIEBAU, 86152 Augsburg
DE-Aktenzeichen 202005004497
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 30.06.2005
Registration date 25.05.2005
Application date from patent application 19.03.2005
IPC-Hauptklasse A63D 1/00

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Boccia-Bahn nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.

Boccia ist ein Kugelspiel, welches auf einer ebenen und harten Bahn gespielt wird. Die Spielfläche ist nach den Regeln des deutschen Boccia-Verbandes 24 bis 26,5 Meter lang und 3,6 bis 4,5 Meter breit. Auf dieser Spielbahn, welche üblicherweise mit einem körnigem Material wie Quarzsand oder Muschelkalk belegt und randseitig umrandet ist, wird mit Kugeln aus synthetischem Material gespielt, wobei die Spielidee darin besteht, die eigene Kugel näher an eine so genannte Setzkugel (Pallino) zu platzieren als die Gegenpartei. Solange die gegnerische Kugel besser liegt, ist man am Zug. Für jede Kugel, die nach einem Durchgang näher am Pallino liegt, als die beste Kugel des Gegners wird jeweils ein Punkt gewertet. Ein Durchgang ist vorbei, wenn beide Parteien alle Kugeln gespielt haben. Anschließend wird von der anderen Bahnseite das Spiel fortgesetzt.

Zur Durchführung des Boccia-Spiels benötigt man eine geeignete Boccia-Bahn, welche, wie oben erwähnt, vor allem einen Untergrund haben muss, auf dem die Kugel einigermaßen hart liegt, damit sie nicht einsinkt und sicher rollen kann, der andererseits aber nicht so hart ist, dass die Kugel nachdem Auftreffen hüpft oder gar beschädigt wird. Bei bekannten Boccia-Bahnen erfolgt die Gestaltung dieses Untergrundes durch eine so genannte Auskofferung mit Grob- und Feinkies und eine anschließende Bestreuung mit Muschelkalk oder Quarzsand, welcher mit einer Walze festgepresst werden kann. Der Nachteil bei diesen so genannten Naturbahnen besteht darin, dass durch Bewegen des Erdreichs und Ausschwemmungen die Bahnen schnell unahnsehnlich, schief und anderweitig beschädigt werden. Es ist daher ein häufiges Neuanlegen der Bahn bzw. eine erhebliche Wartungsarbeit nötig, um eine funktionsfähige Boccia-Bahn zu erhalten.

Diese Naturbahnen sind für viele Einsatzzwecke nicht geeignet, insbesondere dort, wo niemand für die Wartung der Bahn zur Verfügung steht, beispielsweise in Seniorenheimen oder an öffentlichen Einrichtungen, wo die Bahn einmal angelegt wird und danach in der Regel jahrelang nicht gepflegt oder gewartet wird.

Es besteht daher die Aufgabe, eine Boccia-Bahn so auszubilden, dass sie, nachdem sie einmal angelegt wurde, nur einen minimalen Pflegebedarf hat.

Gelöst wird diese Aufgabe mit dem kennzeichnenden Merkmal des Anspruchs 1. Vorteilhafte Ausbildungen sind den Unteransprüchen entnehmbar.

Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird im folgenden unter Bezugnahme auf die begleitenden Bezeichnungen näher beschrieben. Hierbei zeigen:

1 Eine schematische Draufsicht auf eine Ausführungsform der Boccia-Bahn;

2 Einen Schnitt entlang der Linie A–A aus 1; und

3 Einen Schnitt entlang der Linie B aus 1.

Die in den Figuren dargestellte, erfindungsgemäße Boccia-Bahn besteht aus acht hintereinander verlegten Betonplatten, wobei jede Betonplatte 3,6 × 4 Meter misst. Diese Betonplatten werden nahezu fugenfrei auf Stoß aneinandergelegt, und zwar eine Betonplatte nach der anderen, so dass sich eine Kette von Betonplatten ergibt, wie sie in 1 dargestellt ist. Die Betonplatten sind 5 bis 15 cm stark und an ihrer Oberseite aufgeraut z. B. unter Anwendung des so genannten Besenstrich-Verfahrens, um die Haftfähigkeit des aufzubringenden körnigen Materials zu verbessern.

An ihren Stoßstellen 2 sind die Betonplatten 1, wie es in 3 dargestellt ist, überlappend ausgebildet, d. h. dass die Betonplatten 1 keine ebene Kante, sondern eine Stufe an der Kante zur nächsten Betonplatte aufweisen, wodurch die gestufte Stoßstelle 2 entsteht, wie sie in der 3 dargestellt ist.

Die Betonplatten 1 werden auf festen Untergrund, zum Beispiel Naturerde oder Kies aufgelegt, wobei der Untergrund lediglich plan sein muss. Die Betonplatten 1 können auf diesem Untergrund festzementiert werden, was aber nicht notwendig ist. Ferner können die Betonplatten 1 an ihren Stoßkanten 2 miteinander verbunden werden, zum Beispiel verschraubt, verdübelt oder zementiert, was aber ebenfalls nicht notwendig ist, da die Betonplatten 1 aufgrund ihres Eigengewichts stabil und planeben liegen.

Nach dem Verlegen der Betonplatten zur in 1 dargestellten Struktur werden diese in an sich bekannter Weise mit einem körnigen Material wie Quarzsand oder Muschelkalk bestreut. Dieser Quarzsand oder Muschelkalk wird mit einer Walze eingepresst, so dass eine relativ harte Oberfläche entsteht. Die Haftung des Quarzsandes oder Muschelkalks auf der Oberfläche der Betonplatten 1 wird dadurch gefördert, dass die Betonplatten aufgeraut sind. Es entsteht somit eine möglichst innige Verbindung.

Vorzugsweise weist die Boccia-Bahn Entwässerungsöffnungen auf, welche sowohl an den Enden der Bahn vorgesehen sein können, als auch an den Stoßstellen benachbarter Betonplatten, und zwar vorzugsweise am Rande der Stoßkanten 2. Eine entsprechende, dreieckige Entwässerungsöffnung ist in 1 dargestellt und trägt die Bezugszahl 3. Vorzugsweise ist jedoch nicht nur eine Entwässerungsöffnung 3 vorgesehen, sondern diese Entwässerungsöffnungen 3 befindet sich entlang der gesamten Boccia-Bahn an beiden Seiten. Sie dienen dazu, dass Regenwasser abfließen kann.

In der dargestellten Ausführungsform weist die Boccia-Bahn eine Umrandung aus Holzbrettern 4 auf, wie es an sich bekannt ist. Die Umrandung befindet sich an allen vier Seiten der Boccia-Bahn. Die Holzbretter 4 sind in an sich bekannter Weise entweder mit dem Erdreich oder den Rändern der Betonplatten 1 verbunden, z. B. durch Schraubverbindungen.

An mindestens einer Schmalseite der Boccia-Bahn ist die Umrandung in vorteilhafter Weise als Prallbrett 5 ausgebildet. Hierzu wird ein Rohr 6 auf die Enden der Umrandungsbretter 4 der Längsseiten gelagert und an diesem Rohr befindet sich schwingend das hölzerne Prallbrett 5. Diese Anordnung dient dazu, eine auf das Prallbrett 5 auftreffende Boccia-Kugel leicht zu bremsen, so dass diese am Ende der Bahn liegen bleibt.


Anspruch[de]
  1. Boccia-Bahn mit einer mit körnigem Material belegten Spielfläche und einer allseitigen Umrandung, dadurch gekennzeichnet, dass die Spielfläche durch mehrere, nebeneinander verlegte, planebene Betonplatten (1) gebildet wird, welche mit dem körnigen Material belegt sind.
  2. Boccia-Bahn nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Oberseiten der planebenen Betonplatten (1), z. B. unter Anwendung des Besenstrich-Verfahrens, aufgeraut ausgebildet sind.
  3. Boccia-Bahn nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das körnige Material Quarzsand oder Muschelkalk ist.
  4. Boccia-Bahn nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das körnige Material unter Druck auf die Betonplatten (1) aufgewalzt ist.
  5. Boccia-Bahn nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Boccia-Bahn aus acht hintereinander angeordneten Betonplatten (1) gebildet ist.
  6. Boccia-Bahn nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die planebenen Betonplatten (1) im Bereich der Stoßstellen (2) Entwässerungsöffnungen (3) aufweisen.
  7. Boccia-Bahn nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass sich die Entwässerungsöffnungen (3) jeweils am Rand des Stoßes (2) benachbarter Betonplatten (1) befinden.
  8. Boccia-Bahn nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Betonplatten (1) an jeweils einer der angrenzenden Betonplatten (1) zugewandten Seitenkante eine Abstufung aufweisen, in welche eine entsprechende, umgekehrte Abstufung der gegenüberliegenden Betonplatte 1 eingreift.
  9. Boccia-Bahn nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Umrandung aus Holzbrettern (4) besteht.
  10. Boccia-Bahn nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass an mindestens einer Schmalseite der Umrandung ein schwingend gelagertes Prallbrett (5) angeordnet ist.
  11. Boccia-Bahn nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass das Prallbrett (5) an einem Rohr schwingend gelagert ist, welches auf den Enden der Umrandungsbretter (4) der Längsseiten gelagert ist.
Es folgt ein Blatt Zeichnungen






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