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Dokumentenidentifikation DE69729848T2 07.07.2005
EP-Veröffentlichungsnummer 0000851026
Titel Verfahren und Einrichtung zum Einbringen eines Inertgases in einen Getränkebehälter, insbesondere für Wein, und das Inertgas für diesen Zweck
Anmelder L'Air Liquide, S.A. pour l'Etude et l'Exploitation des Procédés Georges Claude, Paris, FR
Erfinder Gaubert, Guy, 33450 Saint Sulpice et Cameyrac, FR
Vertreter derzeit kein Vertreter bestellt
DE-Aktenzeichen 69729848
Vertragsstaaten DE, ES, FR, GB, IT, PT
Sprache des Dokument FR
EP-Anmeldetag 17.11.1997
EP-Aktenzeichen 974027526
EP-Offenlegungsdatum 01.07.1998
EP date of grant 14.07.2004
Veröffentlichungstag im Patentblatt 07.07.2005
IPC-Hauptklasse C12H 1/14
IPC-Nebenklasse C12H 1/22   A23L 3/3409   A23L 3/3445   

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Einbringen eines Inertgases in einen Behälter für Lebensmittelflüssigkeit, insbesondere für Wein, wobei in den Kopfgasraum des Behälters ein Inertgas, das schwerer ist als Luft, eingespritzt wird und während dieses Einspritzens überschüssiges Gas durch eine Ablassöffnung abgeführt wird.

Im aktuellen Verfahren zum Einbringen eines Inertgases in Weinbehälter erfolgt der Gasdurchfluss in Behältern, die mit einer Öffnung zum Zuführen von Gas, meistens einer seitlichen Abzweigung am Behälterrohr, und einer Ablassöffnung, die in der Mitte der Zugangsöffnung im Behälter angeordnet ist, versehen sind.

In diesem Fall ist es möglich, den Gasdurchfluss auszuführen, indem ein Gas wie z. B. Stickstoff oder ein Gemisch aus Stickstoff/CO2 verdünnt wird.

Dieses Verfahren ist jedoch nicht absolut zufrieden stellend, denn um einen ausreichend niedrigen Restsauerstoffgehalt zu erhalten (normalerweise unter 1%) muss der Gasdurchfluss relativ lange dauern, wobei eine große Menge Inertgas verbraucht wird. Außerdem ist dieses Verfahren ungeeignet, wenn der Behälter oben mit nur einer Öffnung versehen ist, was recht oft der Fall ist.

Ein Behälter mit nur einer Öffnung und einem Argonkopfgasraum ist aus der JP-A-3058778 bekannt.

Die Erfindung hat ein schnelles, zuverlässiges und wirtschaftliches Einbringen von Inertgas in Weinbehälter, auch wenn diese oben nur über ein einzige Öffnung verfügen, zum Ziel.

Zu diesem Zweck stellt die Erfindung ein Verfahren nach Anspruch 6 bereit.

Das Verfahren gemäß der Erfindung kann eines oder mehrere der folgenden Merkmale umfassen:

  • – man reduziert die Bewegungsgeschwindigkeit des Inertgases in der Nähe der freien Oberfläche der Flüssigkeit kurz vor dem Einspritzen;
  • – man misst den Sauerstoffgehalt in dem Kopfgasraum des Behälters und stoppt das Einspritzen, wenn dieser Gehalt unter oder gleich einem vorbestimmten Höchstwert ist;
  • – man verwendet ein Inertgas, das im Wesentlichen 75 bis 80% eines neutralen Gases, insbesondere Argon, und als Rest Kohlensäureanhydrid (CO2) enthält.

Die Erfindung hat ebenfalls eine Einrichtung zum Einbringen eines Inertgases in einen Behälter für Lebensmittelflüssigkeit, insbesondere für Wein, nach Anspruch 1 zum Ziel.

Die Einrichtung gemäß der Erfindung kann eines oder mehrere der folgenden Merkmale umfassen:

  • – das Einspritzrohr umfasst an ihrem unteren Ende einen Gasverteiler;
  • – die Seitenwand ist mit einer zweiten Öffnung versehen, an die ein Sicherheitsventil angeschlossen ist;
  • – das Einspritzrohr hat eine regulierbare Länge;
  • – die Quelle enthält ein Gemisch aus im Wesentlichen 75 bis 80% eines neutralen Gases, insbesondere Argon, und als Rest Kohlensäureanhydrid.

Die Erfindung hat außerdem ein Inertgas für Lebensmittelflüssigkeit, insbesondere Wein, zum Ziel, das in dem Verfahren und der Einrichtung wie oben beschrieben verwendet werden kann. Dieses Inertgas besteht im Wesentlichen aus 75 bis 80% Argon und Kohlensäureanhydrid, vorzugsweise 80% Argon und 20% Kohlensäureanhydrid.

Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nun beschrieben, wobei auf die Begleitzeichnungen verwiesen wird, in denen:

1 schematisch einen Weinbehälter darstellt, der mit einer Einrichtung zum Einbringen von Inertgas gemäß der Erfindung ausgestattet ist; und

2 in größerem Maßstab, teilweise als Längsschnitt, einen Teil der Einrichtung zum Einbringen eines Inertgases darstellt.

Der Behälter 1, der schematisch in 1 dargestellt ist und eine relativ große Kapazität aufweist, beispielsweise 150 hl, umfasst an seinem unteren Abschnitt eine einzige Öffnung 2 mit Gewinde, die normalerweise durch eine herkömmliche abnehmbare Klappe vom Typ Bellot oder dergleichen (nicht dargestellt) versehen ist. Der Behälter enthält eine Weinmasse 3, die inert zu machen ist, wobei ein Kopfgasraum 4 von beispielsweise ein paar m3 erhalten bleibt.

In der Öffnung 2 ist der untere Abschnitt einer Verbindung 5 aus Polyethylen verschraubt, die seitlich mit einem Ablassventil 6 und einem Sicherheitsventil 7 und oben mit einem Inertgaseinlass 8 versehen ist. Letzterer ist mit einer Flasche 9 verbunden, die das Inertgas unter Druck enthält und über eine Leitung 11, versehen mit einem Absperrschieber 12, mit einem Druckminderventil 10 ausgestattet ist. Das Druckminderventil 10 besitzt zwei Stufen, genauer gesagt eine erste Stufe, die den Druck auf ungefähr 3 Bar reduziert, und eine zweite Stufe, die den Druck auf ungefähr 20 mb reduziert (relative Druckwerte).

Ein senkrechtes Verlängerungsrohr 13, das an seinem unteren Abschnitt mit einem Gasverteiler 14 versehen ist, durchquert von unten nach oben die Verbindung 5 und lässt sich mit seinem oberen Abschnitt in den unteren Abschnitt der Gaseinlassöffnung 8 verschrauben. Wie in 1 zu sehen ist, befindet sich der Verteiler 14 genau über der freien Oberfläche 15 des Weins.

Wie detaillierter in 2 zu sehen ist, weist die Verbindung 5 die Form einer umgekehrten Kupelle auf. Ihre Seitenwand 16 ist von zwei diametral entgegengesetzten Löchern 17, 18 für den Anschluss des Ablassventils 6 bzw. des Sicherheitsventils 7 durchbohrt. Ihr oberer Boden 19 ist von einem zentralen Gewindeloch durchbohrt, das den Gaseinlass 8 darstellt. An dieses Loch schließen sich oben die Leitung 11 und unten das obere Ende des Verlängerungsrohrs 13 an.

In dem veranschaulichten Beispiel ist das Verlängerungsrohr 13 in zwei Abschnitten ausgeführt: einerseits einem oberen fixierten Abschnitt 13A aus Polyvinylchlorid (PVC), der mit seinem oberen Ende in den Einlass 8 verschraubt ist und nach unten hin unter der Verbindung 5 hervorsteht, wobei das untere Ende dieses Abschnitts 13A mit einem Gewindeanschlusskragen 20 versehen ist. Anderseits einem unteren austauschbaren Abschnitt 13B, bestehend aus einer flexiblen Röhre, ebenfalls aus PVC, die an jedem Ende mit einer Anschlussvorrichtung 21 mit Rändelmutter 22 versehen ist.

Der Verteiler 14 besteht aus einem PVC-Rohr, dessen Abschnitt 23 durchbohrt ist, dessen unteres Ende mit einer horizontalen Platte 24 mit einer deutlich höheren Oberfläche als der Rohrquerschnitt verschlossen ist und dessen oberer nicht durchbohrter Abschnitt durch den unteren Boden 25 einer Glocke 26 verschraubt ist. Das Rohr 23 endet über dem Boden 25 mit einem Gewindeanschlusskragen analog zum Kragen 20. Der Mantel 27 der Glocke 26 steht über der Platte 24 hervor.

Die Flasche 9 enthält ein Gasgemisch, bestehend aus 80% Argon und 20% Kohlensäureanhydrid (CO2). Das Ventil 7 ist so eingestellt, dass es sich öffnet, wenn ein bestimmter Überdruck und ein bestimmter Unterdruck erreicht sind, zum Beispiel ein Überdruck von 45 mb und ein Unterdruck von 5 mb. Außerdem ist es möglich, über das Ablassventil 6 Luft aus dem Behälter zu entnehmen, um den Sauerstoffgehalt des Kopfgasraums des Behälters zu messen.

Bei Betrieb, wobei der Behälter teilweise in dem oben angegebenen Maß mit Wein gefüllt ist, öffnet man die Ventile 12 und 6. Das Argon/CO2-Gemisch dringt dann über die Leitung 11, das Rohr 13 und den Verteiler 14 in den Behälter ein. Der Gasstrom wird durch den durch das Druckminderventil 10 gesteuerten Überdruck reguliert. Dieser Überdruck beträgt normalerweise ungefähr 20 mb, was eine Leistung im Bereich von 200 l/mn ergibt.

Beim Eintreten in den Behälter verliert das Gas dank des Verteilers 14 den Großteil seiner Geschwindigkeit und setzt sich sanft auf der freien Oberfläche 15 des Weins ab. Die Ansammlung von Gas auf dem Wein führt zu einem Kolbeneffekt, der die Luft über das Ventil 6 herausdrückt.

Eine besonders schnelle Abnahme des Sauerstoffgehalts ist feststellbar, wenn man eine Reihe von Analysen durch Entnahme der Luft aus dem Kopfgasraum über das Ablassventil 6 vornimmt. Außerdem erweist sich das gewählte Gas als polyvalent: sein CO2-Gehalt reicht aus, um die Frische von Weißwein zu konservieren, aber ist schwach genug, um durch Auflösung des CO2 ein „Erhärten" von Rotwein herbeizuführen. Daraus ist natürlich auch zu schließen, dass das betreffende Gas sich ebenfalls zur Konservierung von Roséwein eignet.

Es ist festzuhalten, dass die Anordnung der Verbindung 5 und insbesondere der beiden konzentrischen Passagen, die sie am Einlass und am Auslass des Gasstroms bereit stellt, eine optimale Verwendung des Abschnitts der einzigen oberen Öffnung 2 des Behälters und folglich die Bereitstellung relativ hoher Gasströme ermöglicht.


Anspruch[de]
  1. Einrichtung zum Einbringen eines Inertgases in einen Behälter für Lebensmittelflüssigkeit, insbesondere für Wein (1), umfassend eine Quelle (9) eines Inertgases, das schwerer ist als Luft, eine Gaseinlassöffnung (8) in dem Behälter, die mit dieser Quelle verbunden ist, und eine Ablassöffnung (17) im Behälter, sowie mindestens ein absteigendes Einspritzrohr (13), das mit seinem oberen Ende für den Anschluss an die Einlassöffnung (8) bestimmt ist und das sich bis in die Nähe der freien Oberfläche (15) der Flüssigkeit erstreckt, dadurch gekennzeichnet, dass der Behälter mit einer einzigen Öffnung (2) versehen ist, die sich in seinem oberen Abschnitt befindet, und dass die Einrichtung eine rohrförmige Verbindung (5) umfasst, die sich an die einzige Öffnung (2) des Behälters (1) anpassen lässt und die zwei konzentrische Durchgänge für das Zuführen des Inertgases und für das Abführen des überschüssigen Gases durch die Ablassöffnung bereitstellt, wobei der obere Abschnitt (13A) des Einspritzrohrs (13) von der Seitenwand (16) der rohrförmigen Verbindung (5) umgeben ist, in welcher Seitenwand sich die Ablassöffnung (17) befindet.
  2. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Seitenwand (16) mit einer zweiten Öffnung (18) versehen ist, an die ein Sicherheitsventil (7) angeschlossen ist.
  3. Einrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Einspritzrohr (13) an seinem unteren Ende einen Gasverteiler (14) umfasst.
  4. Einrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Einspritzrohr (13) eine regulierbare Länge hat.
  5. Einrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Quelle (9) ein Gemisch aus im Wesentlichen 75 bis 80% eines neutralen Gases, insbesondere Argon, und als Rest Kohlensäureanhydrid enthält.
  6. Verfahren zum Einbringen eines Inertgases in einen Behälter (1), der eine Lebensmittelflüssigkeit, insbesondere Wein, enthält, von dem Typ, bei dem man in den Kopfgasraum des Behälters ein Inertgas einspritzt, das schwerer ist als die Luft, und man während dieses Einspritzens das überschüssige Gas über eine Ablassöffnung (17) des Behälters abführt, wobei das Inertgas deutlich unterhalb der oberen Wand des Behälters und in der Nähe der freien Oberfläche (15) der Flüssigkeit in den Behälter eingespritzt wird,

    dadurch gekennzeichnet, dass:

    – der Behälter mit einer einzigen Öffnung (2) versehen ist, die sich in seinem oberen Abschnitt befindet;

    – man das Inertgas mit Hilfe eines absteigenden Einspritzrohrs (13), das mit seinem oberen Ende mit der einzigen Öffnung (2) verbunden ist und sich bis in die Nähe der freien Oberfläche (15) der Flüssigkeit erstreckt, einspritzt; und

    – man über eine rohrförmige Verbindung (5) verfügt, die sich an die einzige Öffnung (2) des Behälters (1) anpassen lässt und die zwei konzentrische Durchgänge für das Zuführen des Inertgases und das Abführen des überschüssigen Inertgases durch die Ablassöffnung bereitstellt, wobei der obere Abschnitt (13A) des Einspritzrohrs (13) von der Seitenwand (16) der rohrförmigen Verbindung (5) umgeben ist, welche Seitenwand mit der Ablassöffnung (17) versehen ist.
  7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass man die Bewegungsgeschwindigkeit des Inertgases in der Nähe der freien Oberfläche (15) der Flüssigkeit kurz vor dem Einspritzen reduziert.
  8. Verfahren nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass man den Sauerstoffgehalt in dem Kopfgasraum des Behälters (1) misst und man das Einspritzen stoppt, wenn dieser Gehalt unter oder gleich einem vorbestimmten Höchstwert ist.
  9. Verfahren nach einem der Ansprüche 6 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass man ein Inertgas verwendet, das im Wesentlichen 75 bis 80% eines neutralen Gases, insbesondere Argon, und als Rest Kohlensäureanhydrid enthält.
Es folgen 2 Blatt Zeichnungen






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