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Dokumentenidentifikation DE102004006283A1 14.07.2005
Titel Verfahren und Vorrichtung zur Erzeugung eines gasförmigen Druckprodukts durch Tieftemperaturzerlegung von Luft
Anmelder Linde AG, 65189 Wiesbaden, DE
Erfinder Brox, Andreas, 82538 Geretsried, DE;
Huppenberger, Markus, 83673 Bichl, DE;
Schebesta, Ludwig, 82538 Geretsried, DE;
Schmitt, Christoph, 80686 München, DE
DE-Anmeldedatum 09.02.2004
DE-Aktenzeichen 102004006283
Offenlegungstag 14.07.2005
Veröffentlichungstag im Patentblatt 14.07.2005
IPC-Hauptklasse F25J 3/04
Zusammenfassung Das Verfahren und die Vorrichtung dienen zur Erzeugung eines gasförmigen Druckprodukts durch Tieftemperaturzerlegung von Luft. Ein erster Einsatzluftstrom wird einer ersten Tieftemperatur-Luftzerlegungsanlage, die mindestens eine Trennsäule aufweist, zugeführt. Ein zweiter Einsatzluftstrom wird einer zweiten Tieftemperatur-Luftzerlegungsanlage, die mindestens eine Trennsäule aufweist, zugeführt. Ein erster Flüssigproduktstrom wird aus einer Trennsäule der ersten Tieftemperatur-Luftzerlegungsanlage entnommen, in flüssigem Zustand auf einen erhöhten Druck gebracht und durch indirekten Wärmeaustausch mit einem Wärmeträger-Fluid verdampft und/oder angewärmt und anschließend als ein erster Teil des gasförmigen Druckprodukts gewonnen. Ein zweiter Flüssigproduktstrom wird aus einer Trennsäule der zweiten Tieftemperatur-Luftzerlegungsanlage entnommen, in flüssigem Zustand auf einen erhöhten Druck gebracht und durch indirekten Wärmeaustausch mit einem Wärmeträger-Fluid verdampft und/oder angewärmt und anschließend als ein zweiter Teil des gasförmigen Druckprodukts gewonnen. Der erste und der zweite Flüssigproduktstrom werden vor der Druckerhöhung mindestens teilweise vermischt.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Erzeugung eines gasförmigen Druckprodukts durch Tieftemperaturzerlegung von Luft gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1 beziehungsweise des Anspruchs 7.

Die Grundlagen der Tieftemperaturzerlegung von Luft im Allgemeinen sind in der Monografie "Tieftemperaturtechnik" von Hausen/Linde (2. Auflage, 1985) und in einem Aufsatz von Latimer in Chemical Engineering Progress (Vol. 63, No.2, 1967, Seite 35) beschrieben.

Die Gewinnung eines gasförmigen Druckprodukts durch Druckerhöhung im flüssigen Zustand und anschließende Verdampfung (bei unterkritischem Druck) oder Pseudo-Verdampfung (bei überkritischem Druck) wird auch als Innenverdichtung bezeichnet. Dabei wird mindestens eines der Produkte flüssig aus einer der Trennsäulen einer Tieftemperatur-Luftzerlegungsanlage oder aus einem mit einer dieser Säulen verbundenen Kondensator abgezogen. (Bei einem Zwei-Säulen-System kann es sich zum Beispiel um Stickstoff aus der Hochdrucksäule eines Zwei-Säulen-Systems oder um Sauerstoff aus der Niederdrucksäule handeln.) Dieses Flüssigprodukt wird nun in flüssigem Zustand auf einen erhöhten Druck gebracht, in indirektem Wärmeaustausch mit einem Wärmeträger-Fluid verdampft beziehungsweise (bei überkritischem Druck) pseudo-verdampft und schließlich als gasförmiges Druckprodukt gewonnen. Als Wärmeträger-Fluid können beispielsweise Einsatzluft oder Stickstoff eingesetzt werden.

Die Druckerhöhung in der Flüssigkeit kann durch jede bekannte Maßnahme durchgeführt werden, beispielsweise mittels einer Pumpe, der Ausnutzung eines hydrostatischen Potentials und/oder der Druckaufbauverdampfung an einem Tank. Am häufigsten werden Pumpen eingesetzt. Die "Mittel zur Druckerhöhung" können in einfachsten Fall durch eine einzelne Tieftemperatur-Pumpe gebildet werden. In aller Regel setzt man jedoch zwei oder mehr parallel geschaltete und/oder umschaltbare Pumpen ein, um eine gewisse Redundanz und somit eine deutlich erhöhte Ausfallsicherheit zu erreichen. Üblich sind beispielsweise Pumpen-Paare, bei denen im Normalbetrieb nur eine Pumpe in Betrieb ist. Bei dem Einsatz dreier paralleler Pumpen kann jede der Pumpen auf eine Kapazität von 50 % ausgelegt sein, wobei sich im Normalbetrieb immer zwei der drei Geräte in Betrieb befinden.

Derartige Innenverdichtungsverfahren sind zum Beispiel bekannt aus DE 830805, DE 901542 (= US 2712738/US 2784572), DE 952908, DE 1103363 (= US 3083544), DE 1112997 (= US 3214925), DE 1124529, DE 1117616 (= US 3280574), DE 1226616 (= US 3216206), DE 1229561 (= US 3222878), DE 1199293, DE 1187248 (= US 3371496), DE 1235347, DE 1258882 (= US 3426543), DE 1263037 (= US 3401531), DE 1501722 (= US 3416323), DE 1501723 (= US 3500651), DE 2535132 (= US 4279631), DE 2646690, EP 93448 B1 (= US 4555256), EP 384483 B1 (= US 5036672), EP 505812 B1 (= US 5263328), EP 716280 B1 (= US 5644934), EP 842385 B1 (= US 5953937), EP 758733 B1 (= US 5845517), EP 895045 B1 (= US 6038885), DE 19803437 A1, EP 949471 B1 (= US 6185960 B1), EP 955509 A1 (= US 6196022 B1), EP 1031804 A1 (= US 6314755), DE 19909744 A1, EP 1067345 A1 (= US 6336345), EP 1074805 A1 (= US 6332337), DE 19954593 A1, EP 1134525 A1 (= US 6477860), DE 10013073 A1, EP 1139046 A1, EP 1146301 A1, EP 1150082 A1, EP 1213552 A1, DE 10115258 A1, EP 1284404 A1 (= US 2003051504 A1), EP 1308680 A1 (= US 6612129 B2), DE 10213212 A1, DE 10213211 A1, EP 1357342 A1 oder DE 10238282 A1.

Die Erfindung betrifft insbesondere mehrsträngige Innenverdichtungsprozesse, also solche, bei denen zwei oder mehrere Tieftemperatur-Luftzerlegungsanlagen parallel am gleichen Ort betrieben werden. In vielen Fällen sind die verschiedenen Stränge (trains) untereinander identisch, es ist aber auch möglich, unterschiedliche Tieftemperatur-Luftzerlegungsanlagen auf diese Weise parallel zu betreiben. Die Tieftemperatur-Luftzerlegungsanlagen der Erfindung können zum Beispiel jeweils als klassisches Doppelsäulensystem ausgebildet sein, aber auch als Ein-, Drei- oder Mehrsäulensystem. Sie können zusätzlich zu den Kolonnen zur Stickstoff-Sauerstoff-Trennung weitere Vorrichtungen zur Gewinnung anderer Luftkomponenten, insbesondere von Edelgasen aufweisen, beispielsweise eine Argongewinnung.

Ein Verfahren und eine Vorrichtung der eingangs genannten Art sind aus WO 03016804 A2 bekannt. Hier wird Sauerstoff als Druckprodukt gewonnen. Das flüssige Sauerstoffprodukt jeder einzelnen Tieftemperatur-Luftzerlegungsanlage wird separat mittels einer Pumpe flüssig auf Druck gebracht und verdampft. Das gasförmige Druckprodukt des mehrsträngigen Systems wird schließlich zusammengeführt.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen derartigen Prozess und eine entsprechende Vorrichtung zu finden, die wirtschaftlich besonders günstig sind, insbesondere durch relativ niedrige Anlagekosten und besonders hohe Ausfallsicherheit.

Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, dass der erste und der zweite Flüssigproduktstrom vor der Druckerhöhung mindestens teilweise vermischt werden. Vorzugsweise werden die beiden Flüssigprodukte vollständig gemeinsam auf einen erhöhten Druck gebracht. Hierdurch wird ein Pumpensatz eingespart. Obwohl der Pumpensatz nun die doppelte Kapazität aufweisen muss, ist er kostengünstiger als zwei Sätze einfacher Kapazität. Außerdem wird – bei gleich bleibender Redundanz – die Anzahl sich drehender Maschinen vermindert; dies führt zu erhöhter Ausfallsicherheit und zu verringertem Instandhaltungs- und Wartungsaufwand.

Die Erfindung kann selbstverständlich auch auf Systeme mit mehr als zwei Tieftemperatur-Luftzerlegungsanlagen angewandt werden. Bei einer viersträngigen Anlage kann zum Beispiel das innenzuverdichtende Produkt aus allen vier Tieftemperatur-Luftzerlegungsanlagen zusammengeführt und durch ein gemeinsames Mittel auf erhöhten Druck gebracht werden. Alternativ können sich jeweils zwei Anlagen ein Mittel zur Druckerhöhung teilen.

Im einfachsten Fall werden die beiden Flüssigproduktströme nach ihrem Abzug aus der Trennsäule der jeweiligen Tieftemperatur-Luftzerlegungsanlage in einer Gesamtproduktleitung zusammengeführt und durch diese Gesamtproduktleitung zur Druckerhöhung im flüssigen Zustand geleitet.

Alternativ oder zusätzlich werden die beiden Flüssigproduktströme vor der Druckerhöhung in ein gemeinsames Flüssigkeitsreservoir eingeleitet und von dem aus die Druckerhöhung im flüssigen Zustand beschickt wird.

In vielen Fällen weist das System ohnehin ein derartiges Flüssigkeitsreservoir auf, um bei Ausfall der oder einer der Tieftemperatur-Luftzerlegungsanlagen kurzfristig Produkt durch externe Verdampfung liefern zu können (Notversorgung, Backup-System). In diesem Fall ist es günstig, das für die Innenverdichtung genutzte Mittel zur Druckerhöhung auch für diese Notversorgung zu nutzen. Neben einer besonders hohen Verfügbarkeit bei relativ niedrigen Kosten für Apparatur und Instandhaltung ist dadurch ein kontinuierlicher Betrieb der Pumpen beim Umschalten auf die Notversorgung möglich, und es ergibt sich eine Verringerung der Ansprechzeit der Notversorgung sowie ein geringerer Verschleiß der Pumpen.

Stromabwärts der Druckerhöhung kann das Hochdruckprodukt beispielsweise in separaten Wärmetauschern, beispielsweise in zwei je einer der beiden Tieftemperatur-Luftzerlegungsanlagen zugeordneten Hauptwärmetauscher-System verdampft werden. Hierzu werden aus dem gemeinsamen Produktstrom stromabwärts der Druckerhöhung im flüssigen Zustand ein erster Teilstrom und ein zweiter Teilstrom abgezweigt. Der erste Teilstrom wird in indirekten Wärmeaustausch mit einem ersten Wärmeträger-Fluid-Strom gebracht, der stromabwärts des indirekten Wärmeaustauschs mindestens teilweise in eine Trennsäule der ersten Tieftemperatur-Luftzerlegungsanlage eingeleitet wird. Der zweite Teilstrom wird in indirekten Wärmeaustausch mit einem zweiten Wärmeträger-Fluid-Strom gebracht, der stromabwärts des indirekten Wärmeaustauschs mindestens teilweise in eine Trennsäule der zweiten Tieftemperatur-Luftzerlegungsanlage eingeleitet wird.

Alternativ oder zusätzlich kann das Hochdruckprodukt in einem Wärmetauscher verdampft werden, der beiden Tieftemperatur-Luftzerlegungsanlagen zugeordnet ist, indem der gemeinsame Produktstrom stromabwärts der Druckerhöhung im flüssigen Zustand mindestens teilweise in indirekten Wärmeaustausch mit einem gemeinsamen Wärmeträger-Fluid-Strom gebracht wird, ein erster Teil des gemeinsamen Wärmeträger-Fluid-Stroms stromabwärts des indirekten Wärmeaustauschs in eine Trennsäule der ersten Tieftemperatur-Luftzerlegungsanlage eingeleitet wird und ein zweiter Teil des gemeinsamen Wärmeträger-Fluid-Stroms stromabwärts des indirekten Wärmeaustauschs in eine Trennsäule der zweiten Tieftemperatur-Luftzerlegungsanlage eingeleitet wird.

Die Erfindung sowie weitere Einzelheiten der Erfindung werden im Folgenden anhand der Zeichnungen näher erläutert. Hierbei zeigen:

1 eine erste viersträngige Tieftemperatur-Luftzerlegungsanlage,

2 eine zweite viersträngige Tieftemperatur-Luftzerlegungsanlage und

3 ein Ausführungsbeispiel der Erfindung.

1 zeigt ein System mit vier Tieftemperatur-Luftzerlegungsanlagen (ASU Train 1 bis ASU Train 4; ASU = air separation unit). Jeder dieser vier Stränge weist eine komplette Anlage mit Coldbox, Hauptwärmetauscher, Rektifiziersystem, Leitungen, Maschinen und Ventilen auf. In dem Beispiel sind alle vier Tieftemperatur-Luftzerlegungsanlagen in ihrem Inneren identisch aufgebaut. Das Rektifiziersystem besteht vorzugsweise jeweils aus zwei Trennsäulen, einer Hochdrucksäule und einer Niederdrucksäule, die über einen Hauptkondensator in wärmetauschender Verbindung stehen. Jede der vier Tieftemperatur-Luftzerlegungsanlagen weist ihren eigenen Pumpensatz P1 bis P4 auf. Jeder Pumpensatz weist in den Beispielen drei separate Pumpen auf, die von flüssigem Sauerstoff ("Flüssigproduktstrom") aus der Niederdrucksäule des jeweiligen Strangs gespeist werden. Jede dieser Pumpen hat einen Nenndurchsatz, welcher der Hälfte der Nennproduktmenge an innenverdichtetem Sauerstoff des jeweiligen Strangs entspricht. Im Normalbetrieb laufen pro Pumpensatz P1 bis P4 jeweils zwei Pumpen; die dritte wird eingeschaltet, wenn eine der beiden anderen ausfällt. Alternativ könnten einer, mehrere oder alle Pumpensätze beispielsweise aus jeweils zwei Pumpen bestehen.

Der Austritt jedes Pumpensatzes ist mit dem Hauptwärmetauscher-System der jeweiligen Tieftemperatur-Luftzerlegungsanlage verbunden. Dort wird der auf hohen Druck gepumpte Sauerstoff auf die bekannte Weise entweder verdampft und angewärmt (bei unterkritischem Druck) oder angewärmt (bei überkritischem Druck) und schließlich über die Leitungen G1 bis G4 als gasförmiges Druckprodukt (GOX – gaseous oxygen) abgezogen. Als Wärmeträger-Fluid wird ein Teil der Einsatzluft, Hochdruck-Stickstoff oder ein anderes geeignetes Fluid eingesetzt.

Mindestens zeitweise wird ein Teil des flüssigen Sauerstoffs aus den Niederdrucksäulen der vier Tieftemperatur-Luftzerlegungsanlagen nicht den Pumpensätzen P1 bis P4 zugeleitet, sondern über die Leitungen L1 bis L4 als Flüssigprodukt (LOX – liquid oxygen) abgezogen. Diese Flüssigkeit wird in dem Beispiel der 1 in ein als doppelter Sauerstofftank T1/T2 ausgebildetes Flüssigkeitsreservoir geleitet, das Teil eines Notversorgungssystems (backup system) ist. Das Notversorgungssystem weist außerdem einen weiteren Pumpensatz P5 und einen dampfbeheizten Wasserbadverdampfer V auf. Fällt eine oder mehrere der Tieftemperatur-Luftzerlegungsanlagen ganz oder teilweise aus, wird die fehlende GOX-Produktmenge ergänzt durch Verdampfung von flüssigem Sauerstoff in dem Notversorgungssystem.

In 2 werden nur vier Pumpensätze benötigt an Stelle der fünf Pumpensätze von 1. Dies wird dadurch erreicht, dass Innenverdichtung und Notversorgung in jeder der 4 Tieftemperatur-Luftzerlegungsanlagen integriert sind. Hier wird in jedem Strang der gesamte flüssige Sauerstoff aus der Niederdrucksäule in einen Sauerstofftank T1' bis T4' eingeleitet. Dieser ist mit dem Eintritt des jeweiligen Pumpensatzes P1' bis P4' verbunden. Der Austritt des Pumpensatzes ist einerseits mit dem Innenverdichtungs-Wärmetauscher zur Verdampfung des Drucksauerstoffs gegen das Wärmeträger-Fluid im Normalbetrieb verbunden. Andererseits ist der Austritt jedes Pumpensatzes auch mit je einem Wasserbadverdampfer V1' bis V4' verbunden, mit dessen Hilfe analog zu 1 eine Notversorgung sichergestellt werden kann. Durch diese Integration des Notversorgungssystems in die einzelnen Stränge wird die Zahl der Pumpensätze von fünf auf vier reduziert und die Länge der Flüssigkeitsleitungen stark verkürzt.

Bei dem erfindungsgemäßen Ausführungsbeispiel der 3 werden demgegenüber nur zwei Pumpensätze P1'' und P2'' benötigt. Im Folgenden werden die beiden in der Zeichnung links angeordneten Tieftemperatur-Luftzerlegungsanlagen beschrieben, die beiden rechtsdargestellten sind jedoch identisch aufgebaut. Die Bezugszeichen sind demgemäß bis auf die Indizes identisch.

Der gesamte flüssige Sauerstoff, der in der Niederdrucksäule der ersten Tieftemperatur-Luftzerlegungsanlage (ASU Train 1) von 1 gewonnen wird, strömt über eine erste Flüssigproduktleitung F1 in einen Sauerstofftank T1'', der als gemeinsames Flüssigkeitsreservoir für die erste und die zweite Tieftemperatur-Luftzerlegungsanlage genutzt wird. Demgemäß wird auch der flüssige Sauerstoff aus der zweiten Tieftemperatur-Luftzerlegungsanlage über eine zweite Flüssigproduktleitung F2 in den Tank T1'' eingeführt. Direkt aus diesem Tank wird nun der Pumpensatz P1'' über eine oder (wie dargestellt) mehrere Flüssigleitungen LX1 beschickt, der gemäß der Erfindung gemeinsam für die erste und die zweite Tieftemperatur-Luftzerlegungsanlage genutzt wird. Im Normalbetrieb wird der Hochdrucksauerstoff, der aus dem Pumpensatz P1'' austritt, jeweils zur Hälfte über die Teilstromleitungen TL1 und TL2 zu der jeweiligen Tieftemperatur-Luftzerlegungsanlage zurückgeführt um dort gegen das Wärmeträger-Fluid verdampft und/oder angewärmt zu werden. Das dabei gewonnene gasförmige Druckprodukt verlässt die Tieftemperatur-Luftzerlegungsanlagen über die Leitungen G1 beziehungsweise G2. Im Notbetrieb wird mindestens eine der Leitungen TL1 oder TL2 geschlossen. Die entsprechende Menge an Hochdrucksauerstoff fließt dann zu dem Wasserbadverdampfer V1'' und stellt damit die Notversorgung sicher.


Anspruch[de]
  1. Verfahren zur Erzeugung eines gasförmigen Druckprodukts durch Tieftemperaturzerlegung von Luft, bei dem

    – ein erster Einsatzluftstrom einer ersten Tieftemperatur-Luftzerlegungsanlage, die mindestens eine Trennsäule aufweist, zugeführt wird,

    – ein zweiter Einsatzluftstrom einer zweiten Tieftemperatur-Luftzerlegungsanlage, die mindestens eine Trennsäule aufweist, zugeführt wird,

    – ein erster Flüssigproduktstrom aus einer Trennsäule der ersten Tieftemperatur-Luftzerlegungsanlage entnommen, in flüssigem Zustand auf einen erhöhten Druck gebracht und durch indirekten Wärmeaustausch mit einem Wärmeträger-Fluid verdampft und/oder angewärmt und anschließend als ein erster Teil des gasförmigen Druckprodukts gewonnen wird,

    – ein zweiter Flüssigproduktstrom aus einer Trennsäule der zweiten Tieftemperatur-Luftzerlegungsanlage entnommen, in flüssigem Zustand auf einen erhöhten Druck gebracht und durch indirekten Wärmeaustausch mit einem Wärmeträger-Fluid verdampft und/oder angewärmt und anschließend als ein zweiter Teil des gasförmigen Druckprodukts gewonnen wird,

    dadurch gekennzeichnet, dass

    – der erste und der zweite Flüssigproduktstrom vor der Druckerhöhung mindestens teilweise vermischt werden.
  2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass

    – der erste Flüssigproduktstrom über eine erste Flüssigproduktleitung aus der Trennsäule der ersten Tieftemperatur-Luftzerlegungsanlage abgezogen wird,

    – der zweite Flüssigproduktstrom über eine zweite Flüssigproduktleitung aus der Trennsäule der ersten Tieftemperatur-Luftzerlegungsanlage abgezogen wird,

    – die erste und die zweite Flüssigproduktleitung in eine Gesamtproduktleitung einmünden und

    – der erste und der zweite Flüssigproduktstrom gemeinsam über die Gesamtproduktleitung zur Druckerhöhung im flüssigen Zustand geführt werden.
  3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der erste und der zweite Flüssigproduktstrom in ein gemeinsames Flüssigkeitsreservoir eingeleitet und von dem Flüssigkeitsreservoir aus der Druckerhöhung im flüssigen Zustand zugeführt werden.
  4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass ein Notversorgungssystem zur Verdampfung von Flüssigprodukt aus dem Flüssigkeitsreservoir unabhängig von dem indirekten Wärmeaustausch mit dem Wärmeträger-Fluid vorgesehen ist, wobei dieses Notversorgungssystem über eine stromabwärts der Druckerhöhung im flüssigen Zustand angeordnete Verzweigung mit Flüssigprodukt beschickbar ist.
  5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass

    – aus dem gemeinsamen Produktstrom stromabwärts der Druckerhöhung im flüssigen Zustand ein erster Teilstrom und ein zweiter Teilstrom abgezweigt werden,

    – der erste Teilstrom in indirekten Wärmeaustausch mit einem ersten Wärmeträger-Fluid-Strom gebracht wird, der stromabwärts des indirekten Wärmeaustauschs mindestens teilweise in eine Trennsäule der ersten Tieftemperatur-Luftzerlegungsanlage eingeleitet wird und

    – der zweite Teilstrom in indirekten Wärmeaustausch mit einem zweiten Wärmeträger-Fluid-Strom gebracht wird, der stromabwärts des indirekten Wärmeaustauschs mindestens teilweise in eine Trennsäule der zweiten Tieftemperatur-Luftzerlegungsanlage eingeleitet wird.
  6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass

    – der gemeinsame Produktstrom stromabwärts der Druckerhöhung im flüssigen Zustand mindestens teilweise in indirekten Wärmeaustausch mit einem gemeinsamen Wärmeträger-Fluid-Strom gebracht wird,

    – ein erster Teil des gemeinsamen Wärmeträger-Fluid-Stroms stromabwärts des indirekten Wärmeaustauschs in eine Trennsäule der ersten Tieftemperatur-Luftzerlegungsanlage eingeleitet wird und

    – ein zweiter Teil des gemeinsamen Wärmeträger-Fluid-Stroms stromabwärts des indirekten Wärmeaustauschs in eine Trennsäule der zweiten Tieftemperatur-Luftzerlegungsanlage eingeleitet wird.
  7. Vorrichtung zur Erzeugung eines gasförmigen Druckprodukts durch Tieftemperaturzerlegung von Luft, mit

    – einer ersten Tieftemperatur-Luftzerlegungsanlage, die mit einer ersten Einsatzluftleitung verbunden ist und mindestens eine Trennsäule aufweist,

    – einer zweiten Tieftemperatur-Luftzerlegungsanlage, die mit einer zweiten Einsatzluftleitung verbunden ist und mindestens eine Trennsäule aufweist,

    – einer ersten Flüssigproduktleitung zur Entnahme eines Flüssigprodukts aus einer Trennsäule der ersten Tieftemperatur-Luftzerlegungsanlage, wobei die erste Flüssigproduktleitung über Mittel zur Druckerhöhung im flüssigen Zustand mit einem Wärmetauscher zur Verdampfung und/oder Anwärmung des flüssig auf einen erhöhten Druck gebrachten Produktstroms durch indirekten Wärmeaustausch mit einem Wärmeträger-Fluid verbunden ist,

    – einer zweiten Flüssigproduktleitung zur Entnahme eines Flüssigprodukts aus einer Trennsäule der zweiten Tieftemperatur-Luftzerlegungsanlage, wobei die zweite Flüssigproduktleitung über Mittel zur Druckerhöhung im flüssigen Zustand mit einem Wärmetauscher zur Verdampfung und/oder Anwärmung des flüssig auf einen erhöhten Druck gebrachten Produktstroms durch indirekten Wärmeaustausch mit einem Wärmeträger-Fluid verbunden ist,

    dadurch gekennzeichnet, dass

    – die erste und die zweite Flüssigproduktleitung mit denselben Mitteln zur Druckerhöhung verbunden sind.
  8. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die erste und die zweite Flüssigproduktleitung in eine Gesamtproduktleitung einmünden und über diese Gesamtproduktleitung mit dem Eintritt der Mittel zur Druckerhöhung verbunden sind.
  9. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die erste und die zweite Flüssigproduktleitung mit einem gemeinsamen Flüssigkeitsreservoir verbunden sind und dass das Flüssigkeitsreservoir über eine weitere Flüssigleitung mit dem Eintritt der Mittel zur Druckerhöhung verbunden ist.
  10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 7 bis 9, gekennzeichnet durch ein Notversorgungssystem mit Mitteln zur Verdampfung von Flüssigprodukt aus dem Flüssigkeitsreservoir unabhängig von dem indirekten Wärmeaustausch mit dem Wärmeträger-Fluid, wobei dieses Notversorgungssystem mit dem Austritt der Mittel zur Druckerhöhung im flüssigen Zustand verbindbar ist.
  11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 7 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass

    – der Austritt der Mittel zur Druckerhöhung mit einer ersten und mit einer zweiten Teilstromleitung verbunden ist,

    – die erste Teilstromleitung zu Mitteln zum indirekten Wärmeaustausch mit einem ersten Wärmeträger-Fluid-Strom führt und Mittel zur Einleitung des ersten Wärmeträger-Fluid-Stroms stromabwärts des indirekten Wärmeaustauschs in eine Trennsäule der ersten Tieftemperatur-Luftzerlegungsanlage vorgesehen sind, und

    – die zweite Teilstromleitung zu Mitteln zum indirekten Wärmeaustausch mit einem zweiten Wärmeträger-Fluid-Strom führt und Mittel zur Einleitung des ersten Wärmeträger-Fluid-Stroms stromabwärts des indirekten Wärmeaustauschs in eine Trennsäule der zweiten Tieftemperatur-Luftzerlegungsanlage vorgesehen sind.
  12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 7 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass

    – der Austritt der Mittel zur Druckerhöhung mit einer gemeinsamen Produktstromleitung verbunden ist,

    – die gemeinsame Produktstromleitung zu Mitteln zum indirekten Wärmeaustausch mit einem gemeinsamen Wärmeträger-Fluid-Strom führt und

    – sowohl Mittel zur Einleitung eines Teils des gemeinsamen Wärmeträger-Fluid-Stroms stromabwärts des indirekten Wärmeaustauschs in eine Trennsäule der ersten Tieftemperatur-Luftzerlegungsanlage als auch Mittel zur Einleitung eines Teils des gemeinsamen Wärmeträger-Fluid-Stroms stromabwärts des indirekten Wärmeaustauschs in eine Trennsäule der zweiten Tieftemperatur-Luftzerlegungsanlage vorgesehen sind.
Es folgt ein Blatt Zeichnungen






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