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Dokumentenidentifikation DE102004059624A1 04.08.2005
Titel Verfahren zur Herstellung eines dekorativen Laminates
Anmelder Pergo (Europe) AB, Trelleborg, SE
Erfinder Smith, Patrick, Raleigh, N.C., US;
Hansson, Krister, Trelleborg, SE;
Sjoberg, Ake, Lund, SE;
Larsson, Roland, Trelleborg, SE
Vertreter HOFFMANN & EITLE, 81925 München
DE-Anmeldedatum 10.12.2004
DE-Aktenzeichen 102004059624
Offenlegungstag 04.08.2005
Veröffentlichungstag im Patentblatt 04.08.2005
IPC-Hauptklasse B32B 27/04
IPC-Nebenklasse B32B 33/00   B29C 43/20   C08J 5/18   C08J 7/04   
Zusammenfassung Ein Verfahren zur Erzeugung einer dekorativen Platte, wobei die Platte auf ihrer oberen Oberfläche eine dekorative Schicht und eine Abriebschicht aus Cellulose und einen wärmehärtenden Aminoharz umfaßt. Eine dekorative Platte und eine Abriebplatte werden als Oberfläche auf eine Grundschicht aufgetragen und daran durch Unterdrucksetzen unter erhöhter Temperatur und Druck in einer Laminatpresse gebunden. Die Abriebschicht, die Dekorschicht und die Basisschicht werden zur Bildung eines Stapels von Schichten angeordnet. Der Stapel von Schichten wird in eine Laminatpresse geführt und darin unter Wärme und Druck gepreßt, worin zumindest die obere Oberfläche erwärmt wird. Die dekorative Platte wird von der Laminatpresse gewonnen, woraufhin ein erzwungenes Kühlen der dekorativen Platte initiiert wird, zum Absenken der Oberflächentemperatur der dekorativen Platte.

Beschreibung[de]

Diese Erfindung betrifft ein Verfahren zur Erzeugung eines dekorativen, wärmehärtenden Laminates mit Hilfe einer Laminatpresse.

Produkte, die mit wärmehärtenden Laminaten beschichtet sind, sind heutzutage häufig. Sie werden in erster Linie verwendet, wenn das Bedürfnis für eine Abriebresistenz hoch ist, aber ebenso wenn eine Resistenz gegenüber unterschiedlichen Chemikalien und Feuchtigkeit erforderlich ist. Als Beispiel solcher Produkte können Böden, Bodenleisten, Tischplatten, Arbeitsplatten und Wandpaneele erwähnt werden.

Das wärmehärtende Laminat besteht am häufigsten aus einer tragenden Basis mit einem Dekorblatt und einer oder mehreren Abriebschichten, die nächst zur Oberfläche angeordnet sind. Das Dekorblatt kann mit einem gewünschten Dekor oder Muster versehen sein. Die häufigsten Muster repräsentieren üblicherweise das Bild von verschiedenen Holzarten oder Mineralien, wie Marmor oder Granit. Die Oberfläche des Laminates kann mit einer Struktur während des Laminiervorgangs versehen sein, die das Dekor realistischer macht. Die häufigste Art und Weise für den Erhalt eines solchen Laminates besteht zunächst in der Herstellung des wärmehärtenden Laminates aus einer Anzahl von Papierschichten, die mit Melaminformaldehydharz imprägniert sind, und dann in dem Kleben dieses wärmehärtenden Laminates auf einen Kern aus zum Beispiel einer Faserplatte oder Teilchenplatte. Es ist ebenfalls bekannt, einige wenige Melaminformaldehyd-imprägnierte Papierbahnen zusammen mit Bahnen aus Teilchen- oder Faserplatte durch eine kontinuierliche Laminatpresse zu führen. Das Problem besteht darin, daß das Laminat das Format etwas ändern wird, was Probleme bezüglich Kräuselungen aufgrund von Änderungen des Feuchtigkeitsgehaltes verursacht. Das gleiche Problem tritt beim kontinuierlichen und diskontinuierlichen Verfahren auf.

Gemäß dieser Erfindung wurden die oben erwähnten Probleme gelöst und ein Verfahren zur Erzeugung eines Laminates, das einen Konditioniervorgang einschließt, wurde erhalten. Demzufolge betrifft diese Erfindung ein Verfahren zur Erzeugung eines dekorativen Platte, wobei diese auf der oberen Oberfläche eine dekorative Schicht und eine Abriebschicht umfaßt, wobei die dekorative Schicht und die Abriebschicht Cellulose und ein wärmehärtendes Aminoharz enthalten. Die dekorative Schicht und die Abriebschicht wird als eine Oberflächenschicht auf eine Basisschicht aufgetragen und daran durch Unterdrucksetzen unter erhöhter Temperatur und Druck in einer Laminatpresse gebunden. Die Abriebschicht, die Dekorschicht und die Basisschicht werden so angeordnet, daß ein Stapel von Schichten gebildet wird. Der Stapel von Schichten wird dann in eine Laminatpresse geführt und darin unter erhöhtem Druck und erhöhter Temperatur gepreßt, so daß die unterschiedlichen Schichten aneinander gebunden werden, zur Bildung einer Einheit, wobei durch das Verfahren zumindest die obere Oberfläche erwärmt wird. Die dekorative Platte wird dann von der Laminatpresse gewonnen, woraufhin ein erzwungenes Kühlen der dekorativen Platte initiiert wird, um die Oberflächentemperatur der dekorativen Platte zu senken. Das Kühlverfahren wird möglichst schnell nach dem Laminiervorgang begonnen, um zu verhindern, daß die Wärme in die Basisschicht gelangt. Die Wärme erniedrigt den Feuchtigkeitsgehalt der Basisschicht auf einen Wert, der niedriger ist als der Gleichgewichtsfeuchtigkeitsgehalt während der normalen Verwendung. Die Grundschicht wird natürlich Feuchtigkeit absorbieren, so daß das Gleichgewicht möglicherweise erreicht wird, aber während dieses Verfahrens kann eine unerwünschte Kräuselung der dekorativen Platte auftreten.

Die Basisschicht besteht gemäß den bevorzugten Ausführungsbeispielen aus einer Teilchenplatte, einer mitteldichten Faserplatte oder einer hochdichten Faserplatte mit einer Dicke im Bereich von 3 bis 30 mm. Die Basisschicht wird auf eine vorbestimmte Temperatur vor dem Laminiervorgang vorkonditioniert.

Das Kühlen wird vorzugsweise mit Hilfe des Konvektionskühlens durch Blasen eines Luftstroms über die Oberfläche der dekorativen Platte erzielt. Die Luft im Luftstrom wird geeignet auf einen spezifischen Feuchtigkeitsgehalt und einen spezifischen Temperaturbereich konditioniert. Das Kühlverfahren wird geeignet in ein zweistufiges Verfahren unterteilt, wobei die erste Stufe ein erzwungener enger Hochdruck-Luftstromfluß über die Oberfläche der dekorativen Platte möglichst unmittelbar nach dem Laminiervorgang ist, gefolgt von der zweiten Stufe, die ein langsames Kühlen ist, bei der die zum Kühlen verwendete Luft auf einen spezifischen Temperaturbereich und Feuchtigkeitsgehalt konditioniert wird. Das Trocknen des Laminates unterhalb des Feuchtigkeitsgehaltes für die normale Verwendung wird radikal begrenzt, und einer der Gründe für Probleme bezüglich der Kräuselung der bearbeiteten Produkte kann auf ein steuerbares Niveau limitiert werden.

Gemäß einem Ausführungsbeispiel dieser Erfindung liegt der Druck in der Laminatpresse im Bereich von 5 bis 90 bar, bevorzugt 15 bis 70 bar, während die Temperatur im Bereich von 140 bis 260°C, bevorzugt 160 bis 200°C, ist.

Gemäß einem Ausführungsbeispiel der Erfindung umfassen die dekorativen Platten eine Abriebschicht, die durch zumindest eine Bahn oder ein Blatt aus Cellulose, die mit Melaminformaldehydharz imprägniert ist, aufgebaut ist. Die Abriebschicht kann ebenfalls kleine harte Teilchen aus beispielsweise Siliziumoxid, Siliziumcarbid oder Aluminiumoxid enthalten. Die kleinen harten Teilchen können zum Beispiel in die Pulpe während der Herstellung der Cellulosebahn eingefügt, auf den feuchten Lack während des Imprägniervorgangs gesprenkelt oder in den Lack, der für die Imprägnierung verwendet wird, eingefügt werden. Ebenso ist das Dekorblatt geeignet aus Cellulose erzeugt, die mit Melaminformaldehydharz imprägniert ist.

Die Basisschicht wird geeignet auf einen vorbestimmten Feuchtigkeitsgehalt und Temperatur vor dem Versehen mit einem Dekorblatt vorkonditioniert.

Ebenso werden das Dekorblatt und die Abriebschicht geeignet auf einen vorbestimmten Feuchtigkeitsgehalt und Temperatur vorkonditioniert, bevor sie auf die Basisschicht aufgetragen werden.

Die dekorative Schicht ist geeignet mit einer Oberflächenstruktur versehen. Dies wird geeignet durch irgendeine bekannte Prägetechnik erzielt.


Anspruch[de]
  1. Verfahren zur Erzeugung einer dekorativen Platte, wobei die Platte auf der oberen Oberfläche eine dekorative Schicht und eine Abriebschicht umfaßt, wobei die dekorative Schicht und die Abriebschicht Cellulose und ein wärmehärtendes Aminoharz umfassen, worin eine dekorative Schicht und eine Abriebschicht als Oberflächenschicht auf eine Grundschicht aufgetragen und daran durch Unterdrucksetzen unter erhöhter Temperatur und Druck in einer Laminatpresse gebunden werden, worin:

    a) die Abriebschicht, die Dekorschicht und die Basisschicht angeordnet sind, unter Bildung eines Stapels von Schichten, woraufhin

    b) der Stapel von Schichten in eine Laminatpresse geführt und darin unter erhöhtem Druck und erhöhter Temperatur gepreßt wird, so daß die unterschiedlichen Schichten zur Bildung einer Einheit gebunden werden, wobei durch den Vorgang zumindest die obere Oberfläche erwärmt wird, woraufhin

    c) die dekorative Platte von einer Laminatpresse erhalten wird, woraufhin ein erzwungenes Kühlen der dekorativen Platte initiiert wird, um die Oberflächentemperatur der dekorativen Platte zu senken.
  2. Verfahren nach Anspruch 1, worin die Grundschicht aus einer Teilchenplatte mit einer Dicke im Bereich von 3 bis 30 mm aufgebaut ist.
  3. Verfahren nach Anspruch 1, worin die Grundschicht aus einer mitteldichten Faserplatte mit einer Dicke im Bereich von 3 bis 30 mm aufgebaut ist.
  4. Verfahren nach Anspruch 1, worin die Grundschicht aus einer hochdichten Faserplatte mit einer Dicke im Bereich von 3 bis 30 mm aufgebaut ist.
  5. Verfahren nach einem der Ansprüche 2 bis 4, worin die Grundschicht auf eine vorbestimmte Temperatur vor dem Laminiervorgang vorkonditioniert wird.
  6. Verfahren nach Anspruch 1, worin das Kühlen mit Hilfe von Konvektionskühlen durch Blasen eines Luftstromes über die Oberfläche der dekorativen Platte erzielt wird.
  7. Verfahren nach Anspruch 6, worin die Luft im Luftstrom auf einen spezifischen Feuchtigkeitsgehalt konditioniert wird.
  8. Verfahren nach Anspruch 6, worin die Luft im Luftstrom einen spezifischen Temperaturbereich hat.
  9. Verfahren nach Anspruch 6, worin das Kühlen ein zweistufiges Verfahren ist, wobei die erste Stufe ein erzwungener enger Hochdruck-Luftstrom ist, der über die Oberfläche der dekorativen Platte schnellstmöglich nach dem Laminiervorgang geblasen wird, mit anschließender zweiter Stufe, die ein langsameres Kühlverfahren ist, worin die Luft auf einen spezifischen Temperaturbereich und Feuchtigkeitsgehalt konditioniert wird.
  10. Verfahren nach Anspruch 1, worin der Druck bei der Laminatpresse im Bereich von 5 bis 90 bar, bevorzugt im Bereich von 15 bis 70 bar, ist, wobei die Temperatur im Bereich von 140 bis 260°C, bevorzugt im Bereich von 160 bis 200°C, liegt.
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