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Dokumentenidentifikation DE60104564T2 04.08.2005
EP-Veröffentlichungsnummer 0001349643
Titel RÜCKSPÜLUNG EINES STATISCH BETRIEBENEN HOHLFASERFILTERS
Anmelder Commissariat à l'Energie Atomique, Paris, FR;
Compagnie Générale des Matières Nucléaires, Velizy-Villacoublay, FR
Erfinder BARNIER, Henri, 13100 AIX EN PROVENCE, FR;
GIVAUDAN, Jean, 04220 SAINTE TULLE, FR
Vertreter Henkel, Feiler & Hänzel, 81675 München
DE-Aktenzeichen 60104564
Vertragsstaaten DE, ES, FI, GB, IT, SE
Sprache des Dokument FR
EP-Anmeldetag 04.12.2001
EP-Aktenzeichen 019994201
WO-Anmeldetag 04.12.2001
PCT-Aktenzeichen PCT/FR01/03823
WO-Veröffentlichungsnummer 0002045829
WO-Veröffentlichungsdatum 13.06.2002
EP-Offenlegungsdatum 08.10.2003
EP date of grant 28.07.2004
Veröffentlichungstag im Patentblatt 04.08.2005
IPC-Hauptklasse B01D 65/02

Beschreibung[de]
Gebiet der Technik

Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Rückspülen eines Hohlfaserfilters, das im Frontalmodus bzw. statischen Modus ("mode frontale") arbeitet. Sie betrifft auch eine Filtervorrichtung, die die Anwendung dieses Verfahrens ermöglicht.

Die Erfindung gestattet eine Verbesserung der Leistungen dieser Art von Feststoff-/Flüssigkeits-Trennvorrichtung.

Stand der Technik

Bei der Frontalfilterung einer Feststoffteilchen geringer bis sehr geringer Dimensionen enthaltenden Suspension kann die Trennung von Feststoffen und Flüssigkeit über Filtermedien in Form von organischen Hohlfasern unter der Einwirkung eines ausreichenden Drucks vorgenommen werden, um die Übertragung der Flüssigkeit von außerhalb der Fasern in deren Inneres zu gewährleisten.

Die verwendeten Fasern, die parallel in Bündeln in einem Filterkörper angebracht sind, sind derart angeordnet, dass sie in einem einzigen Kreislauf die Gesamtheit der gefilterten Flüssigkeit zurückgewinnen können. Hingegen verbleiben die sich an der Außenfläche der Fasern abgelagerten Feststoffe an Ort und Stelle, bis ihre Ansammlung zu einem Ladeverlust führt, welcher den Filterdruck mehr und mehr verringert, mit einer folgenden Abnahme der Erzeugung gefilterter Flüssigkeit. Wenn die Erzeugung gefilterter Flüssigkeit eine untere Referenzschwelle erreicht, muss die Rückspülung der Fasern vorgenommen werden. Diese Rückspülung erfordert ein Anhalten des Feststoff-/Flüssigkeits-Trennvorgangs, um eine geeignete Rückspültechnik anzuwenden, die es gestattet, die Oberfläche der Fasern von an dieser abgelagerten Teilchen zu befreien und anschließend aus dem Filterkörper die Gesamtheit der Feststoffe in einem allgemeinen Reinigungsvorgang des Systems auszutragen. Die rückgespülten Fasern sind dann in der Lage, ihre Funktion der Feststoff-/Flüssigkeitstrennung wieder aufzunehmen. Es handelt sich also um einen sequentiellen Funktionsmodus, der eine Filterphase mit einer Rückspülphase und einer Reinigungsphase de Filters verbindet.

Die organischen Hohlfaserfilter werden seit über zwanzig Jahren auf verschiedenen Gebieten, auf denen ein Bedarf an Feststoff-/Flüssigkeitstrennung besteht, eingesetzt. Sie weisen den Vorteil einer großen Filterfläche bei geringer Platzeinnahme auf.

Die organischen Fasern sind in verschiedenen Materialien verfügbar (PVA oder Polyvinylalkohol, PS oder Polysulphon, etc.), und werden durch Filieren bzw. Extrudieren in etwa in den folgenden Abmessungen erhalten:

  • – Außendurchmesser zwischen 0,3 und 3mm,
  • – Innendurchmesser zwischen 0,15 und 2mm,
  • – Länge nach Wunsch bis zu mehreren Metern.

Die Fasern sind in Bündeln mit mehreren tausend Fasern gleicher Länge angeordnet. Sie können an einem Ende festgehalten und am andern Ende, das frei bleibt, verschlossen werden. Sie können auch an ihren beiden Enden, die frei bleiben, festgehalten werden. Die beiden Enden der Fasern können entgegengesetzt sein (gerade Fasern) oder aber auf der gleichen Ebene liegen (U-förmige Fasern).

Die Fasern sind porös mit Porendurchmessern dp, welche das vollständige Auffangen feinerer Partikel ermöglichen, die in dem zu behandelnden Fluid vorhanden sind (typischerweise ist dp größer oder gleich 0,1&mgr;m). In flüssigem Milieu gestattet eine Messung des "Blasenpunktdrucks" den Zugang zu dieser mittleren bzw. Durchschnittsdimension dp, wobei der Blasenpunktdruck umso höher ist, je geringer dp ist.

Die Faserbündel sind in einer Einheit oder parallel in geeigneten Gehäusen oder Filterkörpern angebracht, die ein druckbeaufschlagtes Einleiten (unter oder gleich 3 bar) des zu filternden Fluids von unten oder von oben durchführen können. Die Filterkörper gestatten auch ein Evakuieren bzw. Austragen des gefilterten Fluids, wobei selbstverständlich an dem Filterkörper von seiner Konzeption her eine totale Isolierung des Zuführkreislaufs des zu filternden Fluids und des Austragungskreislaufs des gefilterten Fluids besteht.

Bei niedrigem Referenzwert der Erzeugung von gefilterter Flüssigkeit erfolgt die Rückspülung bei diesem Filtertyp entweder durch Rückeinspritzung von gefilterter Flüssigkeit während einer ausreichenden Dauer, um die Ablösung von Feststoffteilchen von der Oberfläche der Fasern hervorzurufen, oder aber durch Rückeinspritzung von druckbeaufschlagtem Gas während einer äquivalenten Dauer (siehe US-Patent Nr. 4 540 490). Die Rückeinspritzung bedeutet, dass während kurzer Zeit ein flüssiges oder gasförmiges Fluid in umgekehrter Richtung zur normalen Filterrichtung strömt, also vom Inneren der Fasern zu deren Äußerem hin, und zwar unter Einwirkung eines ausreichenden mechanischen Drucks. Im Fall einer Rückeinspritzung von Flüssigkeit kann dieser Druck schwach, mittel oder stark sein. Im Fall einer Rückeinspritzung von Gas (zum Beispiel Luft, Sauerstoff) muss dieser Druck höher sein als der Blasenbildungsdruck der Fasern, der vom Porendurchmesser dp abhängt.

In dem Rückspülungsmodus durch Rückeinspritzung von Gas für einen Filterkörper in Vertikalposition kommt es zu einem Aufsteigen von Gasblasen an der Außenfläche der Fasern, die sich in einer Flüssigkeitsphase befinden, bei der die Feststoffe von der Oberfläche der Fasern abgehoben werden. Die Reinigung des im Filterkörper enthaltenen Feststoff-/Flüssigkeitsgemischs, die der Rückspülphase folgt, wird durch eine vertikale Positionierung des Filterkörpers und durch eine Anbringung der Fasern, bei der nur der obere Abschnitt derselben im Körper gehalten wird und der untere Abschnitt frei bleibt, begünstigt. Diese Art von Reinigung wird durch jegliche andere Montage beeinträchtigt.

Dieser Rückspülmodus muss in einer minimalen Zeit mit schwacher Frequenz durchgeführt werden, wobei eine maximale Beseitigung von an den Fasern abgelagerten Feststoffen ausgelöst wird. Im gegenteiligen Fall kommt es zu einem Produktivitätsverlust und zu einer Restrückspülung, die, wenn sie sich von Sequenz zu Sequenz kumuliert, auf lange Sicht eine chemische Reinigung der Fasern erfordert. Eine solche chemische Reinigung ist umständlich und lässt Sekundärausflüsse entstehen. Die Reinigung ist beispielsweise einmal pro Tag vorzunehmen. Die gesamte Kunst der Bedienungsperson besteht darin, den Filtervorgang (mittels seiner spezifischen Parameter) und die Rückspülung durch Rückeinspritzung gut zu meistern.

Das Anhaften von Teilchen an der Faseroberfläche hängt von zahlreichen Parameter ab. In der Hauptsache sind anzuführen

  • – die Art der Teilchen und die Art der Fasern (Interaktionen Teilchen – Oberfläche),
  • – die Salzhaltigkeit der die Teilchen enthaltenden Flüssigkeit (die geringe Salzhaltigkeit kann das Anhaften von Teilchen an den Fasern begünstigen), oder die spezielle chemische Eigenschaft dieser Flüssigkeit (pH),
  • – der mechanische Druck des Filtervorgangs (erhöhte Drücke begünstigen die Krustenbildung oder das Eindringen von Teilchen in die porösen Fasern).

Das komplementäre Anhaften von Teilchen an der ersten Teilchenschicht, das von den gleichen Parameter abhängt, führt zu einer Struktur vom "Kuchen"-Typ.

Das Austragen von Teilchen oder des an der Oberfläche der Fasern abgelagerten Kuchens ist dabei das Ergebnis von verschiedenen mechanischen Einwirkungen, die auf die Oberfläche der Fasern und auf die erste Teilchenschicht ausgeübt wird, induziert von dem zwangsläufigen Durchströmen eines flüssigen oder gasförmigen Fluids mit anschließendem Aufsteigen von Gasblasen an dem Faserbündel in letzterem Fall.

Das Austragen von Teilchen oder des frakturierten Kuchens bei der Reinigung ist umso wirksamer, je schneller diese erfolgt, und wenn auf der Faserebene eine bestimmte Bewegungsfreiheit herrscht.

Abriss der Erfindung

Die vorliegende Erfindung ist konzipiert worden, um eine besonders wirksame und schnelle Austragung der an der Oberfläche von Hohlfasern abgelagerten Teilchen oder „Kuchen" zu ermöglichen.

Aufgabe der Erfindung ist ein Verfahren zum Rückspülen eines Hohlfaserfilters, das im statischen Modus funktioniert, wobei das Filter einen Filterkörper umfasst, der die Hohlfasern in einer vertikalen Position hält, wobei die zu filternde Flüssigkeit in das Volumen des Filterkörpers von unten eingeleitet wird und das Filtrat aus dem Filter von oben abgeführt wird, wobei das Rückspülverfahren eine Rückeinspritzung (rétro-injection) von Gas in die Hohlfasern umfasst, dadurch gekennzeichnet, dass es auch ein Zirkulierenlassen der Rückspülflüssigkeit in dem Volumen des Filterkörpers umfasst, wobei diese Flüssigkeitszirkulation von oben nach unten im Filterkörper erfolgt.

Vorteilhafterweise besteht das Zikulierenlassen von Rückspülflüssigkeit darin, die in dem Filterkörper verbleibende, zu filternde Flüssigkeit anhand eines parallel zum Filterkörper geschalteten Kreislaufs zirkulieren zu lassen.

Die Rückspülflüssigkeit kann mit einem Durchsatz zirkulieren, welcher das temporäre Mitführen von Blasen des rückeingespritzten Gases in die Hohlfasern ermöglicht.

Vorzugsweise folgt die Rückspülphase auf das Erreichen eines Referenzwerts, der aus einem Durchsatz-Referenzwert einer minimalen Filterung und einem Referenzwert eines kumulierten Filtratvolumens ausgewählt wird.

Gemäß einer speziellen Ausführungsform umfasst die Rückspülphase die folgenden Schritte:

  • – Anhalten des Einleitens von zu filternder Flüssigkeit in den Filterkörper,
  • – anschließende äußere Druckbeaufschlagung des Filters von oben,
  • – anschließende Rückeinspritzung von Gas in die Hohlfasern mit einem höheren Druck als dem Blasenbildungsdruck, und
  • – gleichzeitiges Zirkulierenlassen der Rückspülflüssigkeit.

Das rückeingespritzte Gas kann unter Luft, Stickstoff und den anderen neutralen Gasen ausgewählt werden.

Vorteilhafterweise umfasst das Verfahren einen zusätzlichen Endschritt, der darin besteht, den Filterkörper zu entleeren.

Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist auch eine Filtervorrichtung mit einem im Frontalmodus bzw. statischen Modus betriebenen Hohlfaserfilter, wobei das Filter einen Filterkörper umfasst, welcher die Hohlfasern in vertikaler Position hält, und der Filterkörper Mittel zum Einleiten der zu filternden Flüssigkeit in das Volumen des Filterkörpers umfasst, wobei sich diese Einleitmittel an der Unterseite des Filterkörpers befinden, das Filtermittel zur Austragung des Filtrats und zur Rückeinspritzung eines Rückspülgases umfasst, die sich an der Oberseite des Filterkörpers befinden, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung einen Rückspül-Hilfskreislauf der Hohlfasern umfasst, wobei dieser Kreislauf eine Einleitung der Rückspülflüssigkeit in das Volumen des Filterkörpers von oben sowie seine Austragung aus dem Filterkörper von unten gestattet.

Vorzugsweise sind die Hohlfasern lediglich an ihren oberen Enden festgehalten.

Der Filterkörper kann einen Verteiler aufweisen, der eine Verteilung der zu filternden Flüssigkeit in dem Volumen des Filterkörpers gestattet. Ein solcher Verteiler hat den Vorteil ein teilweises Öffnen des Faserbündels in "Regenschirm"-Form hervorzurufen, was eine homogene Verteilung der in die Fasern eingeleiteten Flüssigkeit begünstigt und eine lokale Ansammlung von Teilchen an einigen peripheren Fasern vermeidet.

Vorzugsweise ist der Rückspül-Hilfskreislauf ein parallel zum Filterkörper geschalteter Kreislauf und kann im Verlauf einer Rückspülphase die zu filternde Flüssigkeit, die im Filterkörper verbleibt, zirkulieren lassen. Dieser Rückspül-Hilfskreislauf kann ein Öffnungs-/Schließventil, beispielsweise mit Membran, umfassen, sowie eine Pumpe, die unter den Pumpen vom Zentrifugaltyp, vom peristaltischen Typ und Wirbelstromtyp ausgewählt werden kann.

Kurzbeschreibung der Zeichnungen

Die Erfindung sowie weitere Vorteile und Besonderheiten sind aus der Lektüre der folgenden Beschreibung besser verständlich, die als Beispiel und nicht-einschränkend gegeben wird, begleitet von den beigefügten Zeichnungen, in denen zeigen:

1 eine schematische Vertikalschnittansicht einer Filtervorrichtung gemäß der Erfindung, in der Filterphase dargestellt, und

2 eine schematische Vertikalschnittansicht der Filtervorrichtung entsprechend der 1, jedoch in der Rückspülphase dargestellt.

Detaillierte Beschreibung einer Ausführungsform der Erfindung

Die in 1 dargestellte Filtervorrichtung umfasst einen Filterkörper 1 in Form eines vertikalen Zylinders, der an seinen Enden geschlossen ist. Sein unteres Ende umfasst eine mit einer Leitung 3 zum Einleiten von zu filternder Flüssigkeit verbundene Öffnung 2. Ihr oberes Ende umfasst eine mit einer Leitung 5 zum Evakuieren bzw. Austragen des Filtrats verbundene Öffnung 4. Die Leitung 5 ist mit einem Ventil 17 versehen. Zwischen dem Ventil 17 und der Austragsöffnung 14 ist eine Leitung 18, die mit einem Ventil 19 versehen ist, mit der Leitung 5 verbunden.

Der obere Abschnitt des Filterkörpers 1 ist mit einer Platte 6 versehen, welche den Filterkörper in eine Austragskammer 7, die in der Austragsöffnung 4 mündet, und in einem größeren Abschnitt 8, der als Volumen des Filterkörpers bezeichnet wird, unterteilt. Die Platte 6 hält ein Bündel von Hohlfasern 9 fest, von denen nur einige dargestellt sind. Die Fasern sind an ihrem unteren Ende verschlossen. Die Außenfläche der Hohlfasern steht so mit der zu filternden Flüssigkeit in Kontakt, welche in das Volumen 8 des Filterkörpers eingeleitet wird, wenn das Einlassventil geöffnet ist. Das Innere der Hohlfasern 9 steht mit der Austragskammer 7 in Verbindung.

Der untere Abschnitt des Filterkörpers 1 umfasst einen Fluidverteiler 11, welcher einen homogenen Flüssigkeitsstrom in den Hohlfasern 9 liefert. Da die Fasern flexibel sind und lediglich an ihrem oberen Ende festgehalten sind, ruft die Strömung der zu filternden Flüssigkeit das teilweise Öffnen des Faserbündels in "Regenschirm"-Form hervor.

Das Filter gemäß der Erfindung umfasst außerdem einen parallel zum Filterkörper geschalteten Kreislauf. Dieser Kreislauf besteht hauptsächlich aus einer Leitung 12, die im unteren Abschnitt mit der Leitung 3 zum Einleiten von zu filternder Flüssigkeit zwischen der Öffnung 2 und dem Einlassventil 10 verbunden ist. Die Leitung 12 ist in ihrem oberen Abschnitt am Filterkörper 1 unmittelbar unter der Platte 6 angeschlossen. Sie ist mit einer Pumpe 13 und einem Ventil 14 ausgestattet. Die Pumpe 13 kann vom Zentrifugaltyp, vom peristaltischen Typ oder vom Wirbelstromtyp sein. Das Ventil 14 ist beispielsweise ein Membranventil.

Eine mit einem Ventil 16 versehene Ausgleichs- bzw. Entlüftungskanalisation 15 ist mit dem oberen Abschnitt des Filterkörpers 1 unmittelbar unter der Platte 6 verbunden. In der Filterphase ist die Pumpe 13 angehalten, und die Ventile 14,16 und 19 sind geschlossen. Bei geöffnetem Ventil 10 wird die zu filternde Flüssigkeit über die Leitung 3 in den Filterkörper 1 eingeleitet. Das aus dem Inneren der Hohlfasern 9 kommende Filtrat mündet in die Evakuierungs- bzw. Austragskammer 7, um über die Leitung 5 ausgetragen zu werden.

Die Reihenfolge der Rückspülung der Hohlfasern kann von zwei speziellen Referenzwerten gesteuert bzw. geregelt werden: einem Referenzwert eines minimalen Filterdurchsatzes oder einem Referenzwert kumulierten Filtratvolumens. Dieser zweite Referenzwert gestattet es, die pro Filterflächeneinheit abgelagerte Feststoffmenge zu bestimmen.

Der eine oder andere der Rückspül-Referenzwerte löst folgendes aus:

  • – das Anhalten der Einleitung von zu filternder Flüssigkeit durch Schließen des Ventils 10,
  • – das Schließen des Ventils 17,
  • – das Öffnen der Ausgleichsleitung des Filterkörpers durch Öffnen des Ventils 16,
  • – das Öffnen des Ventils 19 für die Rückeinspritzung eines Gases (Luft oder Sauerstoff) über die Leitung 18 und des mit der Öffnung 4 verbundenen Leitungsabschnitts 5, wobei das Gas einen geringfügig über dem Blasenbildungsdruck liegenden Druck aufweist,
  • – das Öffnen des Ventils 14 und das Anschalten der Pumpe 13 für das Rezirkulieren des toten Fluidvolumens in dem Filterkörper 1.

Die Rückeinspritzung von Gas und das Rezirkulieren des Fluids sind zwei Vorgänge, die vorteilhafterweise gleichzeitig stattfinden.

Hierbei erfolgt im Filterkörper und in dem Abzweigungskreislauf ein Zirkulieren eines Flüssigkeits-/Feststoff-Gasgemisches. Die Pumpe 13 ermöglicht es, im Filterkörper und bei den Fasern eine mittlere Abstiegsgeschwindigkeit der Flüssigkeit und der Feststoffe von etwa 4 bis 5cm/sec zu erreichen. Im Filterkörper besteht bei den Hohlfasern eine Gasblasenbewegung, die temporär je nach der Größe der Blasen aufsteigend oder absteigend sein kann. Es kommt zu einer Reibung zwischen Teilchen oder zu Schocks zwischen den freien Teilchen und den noch an der Oberfläche der Fasern anhaftenden Teilchen. Hierbei erfolgt eine Bewegung der Fasern untereinander infolge verschiedener Fluidströmungen.

Alle diese Konsequenzen führen zu einem besseren Ablösen von Teilchen von der Oberfläche der Fasern unter der Einwirkung verschiedener Beanspruchungen oder Gradienten infolge der Flüssigkeit und/oder des Gases unter der Einwirkung von interpartikularen Reibungen.

Nach einer ausreichenden Rückspülzeit (einige Minuten) wird die Reinigung des Filterkörpers unter Bedingungen, die dem Fachmann bekannt sind, durch Entleeren des Filterkörpers durchgeführt. Die Filterphase wird nach Auffüllen des Filterkörpers mit der zu filternden Flüssigkeit wieder aufgenommen.

Hinsichtlich der oben erwähnten vorbekannten Rückspültechniken ist anzumerken, dass die Erfindung es ermöglicht, die Häufigkeit der chemischen Rückspülung von einem Tag auf eine Woche auszudehnen, was die Wirksamkeit der Erfindung zeigt.


Anspruch[de]
  1. Verfahren zum Rückspülen eines Hohlfaserfilters, das im Frontalmodus bzw. statischen Modus (mode frontal) arbeitet, wobei das Filter einen Filterkörper (1) umfasst, der die Hohlfasern (9) in einer vertikalen Position hält, wobei die zu filternde Flüssigkeit in das Volumen des Filterkörpers (1) von unten eingeleitet und das Filtrat aus dem Filter oben abgeführt wird, wobei das Rückspülverfahren eine Rückeinspritzung (rétro-injection) von Gas in die Hohlfasern (9) umfasst, dadurch gekennzeichnet, dass es auch ein Zirkulierenlassen der Rückspülflüssigkeit in dem Volumen des Filterkörpers (1) umfasst, wobei diese Flüssigkeitszirkulation im Filterkörper von oben nach unten erfolgt.
  2. Rückspülverfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Zirkulierenlassen von Rückspülflüssigkeit darin besteht, die in dem Filterkörper (1) verbleibende zu filternde Flüssigkeit anhand eines parallel zum Filterkörper (1) geschalteten Kreislaufs (12) zirkulieren zu lassen.
  3. Rückspülverfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Rückspülflüssigkeit mit einem Durchsatz zirkuliert, welcher das temporäre Mitführen von Blasen des rückeingespritzten Gases in den Hohlfasern (9) ermöglicht.
  4. Rückspülverfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Rückspülphase auf das Erreichen eines Referenzwerts folgt, der aus einem Durchsatz-Referenzwert einer minimalen Filterung und einem Referenzwert eines kumulierten Filtratvolumens ausgewählt wird.
  5. Rückspülverfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Rückspülphase die folgenden Schritte umfasst:

    – Anhalten der Einleitung von zu filternder Flüssigkeit in den Filterkörper (1),

    – anschließende äußere Druckbeaufschlagung des Filters von oben,

    – anschließende Rückeinspritzung von Gas in die Hohlfasern (9) mit einem höheren Druck als dem Blasenbildungsdruck, und

    – gleichzeitiges Zirkulierenlassen der Rückspülflüssigkeit.
  6. Rückspülverfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das rückeingespritzte Gas unter Luft, Stickstoff und den anderen neutralen Gasen ausgewählt wird.
  7. Rückspülverfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass ein zusätzlicher abschließender Schritt in der Entleerung des Filterkörpers (1) besteht.
  8. Filtervorrichtung mit einem Hohlfaserfilter, das statisch betrieben wird, wobei das Filter einen Filterkörper (1) umfasst, welcher die Hohlfasern (9) in vertikaler Position hält, und der Filterkörper (1) Mittel zum Einleiten der zu filternden Flüssigkeit in das Volumen des Filterkörpers (1) umfasst, wobei sich diese Einleitmittel (2) an der Unterseite des Filterkörpers (1) befinden, das Filter Mittel (4) zur Austragung des Filtrats und zur Rückeinspritzung eines Rückspülgases umfasst, die sich an der Oberseite des Filterkörpers (1) befinden, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung einen Rückspül-Hilfskreislauf (12) der Hohlfasern (9) umfasst, wobei dieser Kreislauf eine Einleitung der Rückspülflüssigkeit in das Volumen des Filterkörpers (1) von oben und seine Austragung aus dem Filterkörper von unten gestattet.
  9. Filtervorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Hohlfasern (9) lediglich an ihren oberen Enden festgehalten sind.
  10. Filtervorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Filterkörper (1) einen Verteiler (11) umfasst, der eine Verteilung der zu filternden Flüssigkeit in dem Volumen des Filterkörpers gestattet.
  11. Filtervorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Oberseite des Filterkörpers (1) mit einer Ausgleichsöffnung verbunden ist.
  12. Filtervorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Rückspül-Hilfskreislauf ein parallel zum Filterkörper (1) geschalteter Kreislauf (12) ist und im Verlauf einer Rückspülphase die im Filterkörper (1) verbleibende, zu filternde Flüssigkeit zirkulieren lassen kann.
  13. Filtervorrichtung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass der Rückspül-Hilfskreislauf ein Öffnungs-/Schließventil (14) und eine Pumpe (13); umfasst.
  14. Filtervorrichtung nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Pumpe (13) unter den Pumpen vom Zentrifugaltyp, vom peristaltischen Typ und vom Wirbelstromtyp ausgewählt ist.
  15. Filtervorrichtung nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass das Ventil (14) ein Membranventil ist.
Es folgt ein Blatt Zeichnungen






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