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Dokumentenidentifikation DE102004003905A1 11.08.2005
Titel Abgewinkelter Wangenabhalter für die Zahnheilkunde
Anmelder Müller, Peter, Dr.med.dent., 73061 Ebersbach, DE
Erfinder Müller, Peter, Dr.med.dent., 73061 Ebersbach, DE
DE-Anmeldedatum 27.01.2004
DE-Aktenzeichen 102004003905
Offenlegungstag 11.08.2005
Veröffentlichungstag im Patentblatt 11.08.2005
IPC-Hauptklasse A61C 5/12
IPC-Nebenklasse A61C 5/14   
Zusammenfassung Bekannte Wangenabhalter für die Zahnheilkunde aus Stahlblech weisen insbesondere in ihrem Griffbereich tiefe Einrollungen auf, um ein Einschneiden der Ränder des Griffbereiches in die haltende Hand zu verhindern. Unter diesen Einrollungen bilden sich jedoch Schmutzablagerungen, die nur schwer und nicht sicher entfernbar sind.
Um dies zu vermeiden, wird vorgeschlagen, den Wangenabhalter 1 massiv auszuführen mit verstärkten Rändern 6, 7, zwischen denen sich ein dünner Steg 8 erstreckt.
Durch Aussparungen 9 im Steg 8 kann das Gewicht des Wangenabhalters 1 vermindert werden.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen abgewinkelten Wangenabhalter für die Zahnheilkunde.

Bei einer Reihe von Behandlungsmaßnahmen in der Zahnheilkunde ist ein Abhalten der Wange erforderlich, um einen guten Zugang und gute Sicht auf das Operationsfeld zu gewährleisten. Beispiele hierfür sind Präparationen im Ober- und Unterkiefer-Seitenzahnbereich im Rahmen von Füllungsmaßnahmen und Kronen- und Brückenarbeiten, parodontalchirurgische Behandlungen sowie operative Eingriffe. Häufig benutzte Instrumente zum Abhalten der Wange sind der zahnärztliche Mundspiegel, spezielle Wangenhalterspiegel, der Wangenabhalter nach Middeldorpf sowie der Wundhaken nach Roux.

Besonders bewährt hat sich ein abgewinkelter Wangenabhalter, der im angloamerikanischen Schrifttum als Minnesota-Retractor bezeichnet wird. Aufgrund seiner ergonomischen Form und seines geringen Gewichtes erfreut sich dieses Instrument einer zunehmenden Beliebtheit unter Zahnärzten. Vor wenigen Jahren erfolgte eine deutliche konstruktive Verbesserung des Minnesota-Retractors durch Wachtel. Das griffseitige Ende wurde ähnlich dem Wangenabhalter nach Middeldorpf umgestaltet, indem im Griffbereich der Rand des relativ dünnen Stahlbleches, aus dem er besteht, eine zusätzliche Einrollung erfuhr.

Durch diese Einrollung um etwa 180° verbesserte sich zwar die Handhabung des Instrumentes nicht unerheblich. Abgesehen davon, dass diese Formgebung erheblichen Aufwand an Biegewerkzeugen erfordert, entstanden dadurch jedoch zwei lange Rillen, deren Inneres nur schwer von sich in ihnen ablagerndem Schmutz zu reinigen sind. Ein weiterer Schwachpunkt der Modifikation nach Wachtel sind – bedingt durch die Herstellung aus dünnem Stahlblech – scharfkantige Ränder insbesondere auch in dem mit der Wange in Berührung kommenden Abhaltebereich.

Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist daher eine weitere Modifikation des Minnesota-Retractors, die die oben aufgeführten Nachteile nicht aufweist. Auch sollte der Griffteil des Instrumentes konstruktiv so umgestaltet werden, dass das Instrument ermüdungsfrei und ohne einzuschneiden längere Zeit gehalten werden kann. Sie löst diese Aufgabe mit den im Kennzeichen des Hauptanspruches genannten Merkmalen. Weitere vorteilhafte Verbesserungen ergeben sich aus den Unteransprüchen.

In den Figuren der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt. Es zeigen

1 die Seitenansicht des Wangenabhalters;

2 die Draufsicht auf den Wangenabhalter;

3 einen Querschnitt durch den Griffbereich in Ebene A-A der 2;

4 einen Querschnitt durch den Abhaltebereich in Ebene B-B der 2.

Wie aus 1 erkennbar, weist der erfindungsgemäße Wangenabhalter 1 einen Griffbereich 2 auf, der distal in einen Bogen 3 übergeht. Dieser Bogen bewirkt, dass das Instrument bequem und gegen Verrutschen gesichert in der Hand liegt. An den Griffbereich 2 schließt sich eine Abwinkelung 4 an, die einen Versatz eines proximalen Abhaltebereichs 5 bewirkt. Der Abhaltebereich 5 kommt an der Wange zur Anlage und drückt sie vom Behandlungsfeld ab. Wie aus der Draufsicht der 2 ersichtlich, kann sich der Wangenabhalter vom Griffbereich 2 in Richtung auf den Abhaltebereich 5 verjüngen.

Wie aus den Querschnitten der 3 und 4 hervorgeht, besteht der Wangenabhalter 1 aus massivem Material und weist einen hantelförmigen Querschnitt auf bei dem die verstärkten Ränder 6 und 7 durch einen dünnen Steg 8 verbunden sind. Die verstärkten Ränder 6, 7 verhindern ein Einschneiden des Instrumentes sowohl in die haltende Hand im Griffbereich 2 als auch in die Wange im Abhaltebereich 5. Wie aus 4 ersichtlich, liegt der Steg 8 im Abhaltebereich 5 vorteilhafter Weise in Ebene seiner Anlage an die Wange. Gegebenenfalls kann der Steg 8 sogar in Richtung seiner Anlage an der Wange gering ausgewölbt sein.

Wie erkennbar, verjüngen sich die Ränder 6, 7 sowohl im Bogen 3 als auch im Abhaltebereich 5. Durch diese Maßnahme kann das Gewicht des Instrumentes vermindert werden, ohne seine Steifigkeit zu beeinträchtigen.

Eine weitere Möglichkeit, das Gewicht des Instrumentes ohne Einbuße an Steifigkeit zu vermindern, besteht darin, im Steg 8 Aussparungen 9 anzubringen. Die Aussparungen 9 sind bevorzugt kreisrund, sie können aber auch oval, rechteckig mit abgerundeten Ecken oder sonst wie ausgebildet sein.

Die Ausführung des Wangenabhalters 1 aus massivem Material, vorzugsweise aus Instrumenten-Stahl, vermeidet Schmutzrillen im Bereich der Ränder 6, 7 sowohl im Griffbereich 2 als auch im Abhaltebereich 5. Das Instrument ist daher sehr leicht sauber zu halten.

Der erfindungsgemäße Wangenabhalter 1 wird vorteilhaft aus dem Vollen gefräst und anschließend in die abgewinkelte Form gebogen. Es versteht sich aber, dass er auch auf andere Weise hergestellt werden kann, bspw. indem stabförmige Ränder mit einem plattenförmigen Steg verbunden werden, wobei Ränder und Steg verlötet oder verschweißt werden können. Selbstverständlich kann der Wangenabhalter 1 auch bspw. aus steifem Kunststoff einstückig im Spritzgussverfahren gefertigt werden.

1Wangenabhalter 2Griffbereich 3Bogen 4Abwinkelung 5Abhaltebereich 6Rand 7Rand 8Steg 9Aussparungen

Anspruch[de]
  1. Abgewinkelter Wangenabhalter für die Zahnheilkunde dadurch gekennzeichnet, dass er aus einem massiven Stahlkörper mit im wesentlichen hantelförmigem Querschnitt mit verstärkten Rändern (6, 7) und einem die Ränder verbindenden Steg (8) besteht.
  2. Wangenabhalter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass sich die Ränder (6, 7) gegen die Enden des Instrumentes (1) verjüngen.
  3. Wangenabhalter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Steg (8) mit mehreren, über seine Länge verteilten Aussparungen (9) versehen ist.
  4. Wangenabhalter nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Aussparungen bevorzugt (9) kreisrund sind.
Es folgt ein Blatt Zeichnungen






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