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Dokumentenidentifikation DE202005005787U1 11.08.2005
Titel Reitersattel
Anmelder Drews, Christiane, 72213 Altensteig, DE
Vertreter ABACUS Patentanwälte, Klocke, Späth, Barth, 72160 Horb
DE-Aktenzeichen 202005005787
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 11.08.2005
Registration date 07.07.2005
Application date from patent application 11.04.2005
IPC-Hauptklasse B68B 1/02

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft einen Reitersattel mit einem Sattelbaum, der beidseitig auf jeweils einem Sattelkissen aufliegt und von dem Rücken des tragenden Tieres beabstandet ist

Üblicherweise muss ein Reiter aus einer Vielzahl verschiedener Sättel mit dem Sattelbaum fest verbundenen Sattelkissen eine Vorauswahl treffen. Diese bezieht sich meistens auf Form, Farbe oder Marke, wobei die Form sich einerseits nach dem Aussehen und andererseits nach dem Rücken des Tieres, üblicherweise Pferd, richtet. Diese Vorauswahl wird zum Ausprobieren mitgenommen, um an Ort und Stelle die Passform zu überprüfen. Nach einem Probereiten wird dann entschieden, welcher Sattel genommen werden soll, wobei hierbei meistens eine Kompromisslösung in Kauf genommen werden muss. Um den Sattel nach dem Einreiten an den Pferderücken anzupassen, sollte dieser üblicherweise aufgepolstert werden, da sich die Füllung des Sattels durch Druck und Schweiß verändert hat und dadurch die ursprüngliche, teilweise ohnehin ungenügende Passform dann nicht mehr gegeben ist. Häufig wird diese erste, wichtige Maßnahme bereits versäumt.

Für ein erfolgreiches Reiten ist es besonders wichtig, dass einerseits die Verbindung zwischen Reiter und Pferd optimal gewährleistet ist und andererseits auch der Sattel an dem Pferd keine Druckstellen oder andere schmerzende Beschädigungen verursacht. Da jedes Tier einen anderen Rücken aufweist, sollte der Sattel flexibel anpassbar sein. Da sich außerdem auch das Tier ständig verändert, muss auch aus diesem Grund der Sattel immer wieder angepasst werden können. Um dies zu erreichen, ist beispielsweise aus der DE 10 2004 001 620 bekannt, zur Herstellung eines Sattels einen einstückigen Sattelbaum aus einem Vollmaterial herzustellen, wobei die Form des Sattelbaumes an den Pferderücken angepasst wird, indem die Maße des Pferdes zuvor mittels Computer erfasst und die ermittelten Daten anschließend zur Herstellung des Sattelbaumes verwendet werden. Diese Ausgestaltung verlangt, dass einerseits ein aufwändiges Computersystem zur Verfügung steht und andererseits der Rücken des Tieres sich nicht verändert. Dies entspricht jedoch nicht der Realität, so dass im Laufe der Zeit entweder eine aufwändige Neuanpassung oder eine Polsterung unter dem Sattelbaum erfolgen muss.

Ein weiterer Nachteil der bisherigen Sättel besteht in ihrem vielschichtigen Aufbau aus verschiedenen Ledermaterialien oder Lederimitationen. Dadurch wird die Herstellung aufwändig und kostenintensiv, so dass auch aus diesem Grund ein Reiter nicht ohne Weiteres bereit ist, den Sattel nach einer gewissen Zeit zu wechseln, um ihn einerseits wieder an den Pferderücken anzupassen und andererseits eine optimale Verbindung zu dem Pferd zu haben.

Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe zu Grunde, einen neuartigen Sattel vorzuschlagen, der einerseits leicht an die verschiedenen Rückenformen der Tiere und deren Veränderungen anpassbar ist und andererseits den Reiter in optimalem Kontakt mit dem Pferd bringt.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch einen Reitersattel gemäß den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst. Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen sind den Unteransprüchen zu entnehmen.

Gemäß der Erfindung weist der Reitersattel einen Sattelbaum auf, der als einstückiges Kunststoffteil ausgebildet ist, in dem ein Sitzkissen integrierbar ist. Hierzu ist der Sattelbaum zweckmäßigerweise als Spritzgussteil ausgebildet, das aus einem widerstandsfähigen, hoch belastbaren, hitze- und kältebeständigen Polyurethankunststoff besteht, wie er beispielsweise unter dem Markennamen Desmopan® (Marke der Bayer AG, Leverkusen) angeboten wird. Ein derartiger Sattelbaum kann daher kostengünstig hergestellt werden und ist in seiner Form im Wesentlichen unabhängig von dem individuellen Rücken des Tieres.

Dieser Sattelbaum liegt beidseitig auf jeweils einem Sattelkissen auf, an die er mittels Fixierelementen beidseitig jederzeit lösbar befestigt ist. Dies erlaubt den einfachen und schnellen Austausch der Sattelkissen oder auch des Sattelbaums, wenn dies zur Anpassung an die Form des Rückens erforderlich ist. Zusätzlich kann der Sattelbaum eine an sich bekannte geteilte Sitzfläche aufweisen, in die ein entsprechendes Sitzkissen integrierbar ist. Durch die geteilte Sitzfläche wird der Hauptaufsitzfläche des Reiters Rechnung getragen und zusätzlich bewirkt, dass die Wirbelsäule des Tieres auf jeden Fall zur Gewährleistung einer ausreichenden Bewegungsfreiheit frei bleibt. Zusätzlich wird dazu eine bessere Belüftung erreicht und das Wundreiten des Reiters verhindert. Durch entsprechende Materialaussparungen in dem Sattelbaum kann dem Sattelbaum eine entsprechende Flexibilität verliehen werden, die Asymmetrien des Rückens sowie grobe Stöße ausgleichen kann.

Gemäß einer bevorzugten Ausbildung des Reitersattels sind als Fixiermittel im Vorderbereich des Sattelbaumes die Ortspitzen vorgesehen, die vorzugsweise mittels eines Rast- oder Schnappverschlusses mit den Sattelkissen eine kraftschlüssige Verbindung herstellen. Zusätzlich können im hinteren Bereich des Sattelbaumes angeordnete Klettverschlüsse mit den Sattelkissen für eine optimale Fixierung sorgen. Dies gewährleistet eine schnelle Verbindung des Sattelbaumes mit den Sattelkissen und ermöglicht auch leicht den Austausch der Sattelkissen, beispielsweise aus Gründen einer anderen Polsterung, Farbe oder Änderung des Designs.

Vorteilhafterweise weist der Sattelbaum auf der Oberseite eine Ausnehmung zur Aufnahme eines Sitzkissens auf, das beispielsweise ebenfalls mittels eines Klettverschlusses in dieser Ausnehmung fixiert sein kann. Dies ermöglicht die Anpassung des Sitzkissens an die Bedürfnisse und Wünsche des Reiters hinsichtlich Farbe, Material oder Festigkeit.

Für eine zusätzliche Befestigung der Sattelkissen kann gemäß einer weiteren Ausbildung der Sattelbaum am hinteren Ende eine oder mehrere Ausnehmungen zur Aufnahme oder Durchführung der Haltegurte für die Sattelkissen aufweisen, die dann in diesem Bereich miteinander verbunden werden.

Gemäß einer besonders bevorzugten Ausbildung des Reitersattels sind die Sattelkissen einstückig als Formschaumkissen ausgebildet, wobei die Pauschen an der Oberseite der Sattelkissen integriert sind. Dies erfolgt um möglichst wenig Schichten zwischen Reiter und Pferd zu bringen. Zweckmäßigerweise sind die Sattelkissen daher so ausgebildet, dass sie einen im Wesentlichen seitlich des Rückgrates des Tieres am Körper anliegenden Auflagebereich für den Sattelbaum aufweisen, der am vorderen Ende in einen seitlich am Tier anliegenden und nach unten verlaufenden Pauschenbereich übergeht. Dadurch wird eine optimale Polsterung des Sattelbaumes gegen den Rücken des Tieres und eine Abpolsterung des Knies erreicht. Dies bedeutet auch möglichst wenig Schichten und Druckpunkte zwischen Reiter und Tier. Eine Satteldecke ist nicht erforderlich.

Gemäß einer weiteren, bevorzugten Ausbildung sind die Sattelkissen mit einem Bezug versehen, in dem Kunststofffäden zur Reibungserhöhung eingewebt sind.

Der erfindungsgemäß ausgestaltete Reitersattel ermöglicht somit einerseits die optimale Anpassung an die Form des Tieres und darüber hinaus auch eine farbliche Ausgestaltung je nach Wünschen des Reiters. Wie erwähnt, sind die Kissenbezüge mit Effektgarn ausgestattet, so dass verschiedene Reibungen erzeugt werden, die dem Verrutschen des Sattels auf dem Rücken des Tieres entgegenwirken. Die zu dem Tier gewandte Seite kann dunkel gehalten werden und schmutzabweisend sein. Die Sattelkissen werden beim Kauf passend für das Tier ausgesucht und können, sollte es nötig sein, ausgetauscht werden. Die offensichtliche Austauschbarkeit der Sattelkissen soll die Reiter auf die ständige Veränderung ihrer Tiere aufmerksam machen und sie dafür sensibilisieren, dass der Sattel veränderbar ist und immer wieder auf seine Passform hin überprüft werden muss.

Nachfolgend wird die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispiels in Verbindung mit den begleitenden Zeichnungen näher erläutert. Es stellen dar:

1 die perspektivische Ansicht des Sattelbaumes mit den beiden Sattelkissen im nicht verbundenen Zustand;

2 die vergrößerte perspektivische Ansicht des Sattelbaumes mit Sitzkissen.

Der Sattelbaum 1 ist als einstückiges Kunststoffteil ausgebildet und weist eine für einen Sattel übliche, geschwungene Oberflächenform ähnlich wie bei einem Motorrad auf. Der Sattelbaum ist am hinteren Ende zweigeteilt und bildet mit dem Sitzkissen 2 dadurch die wesentlichen Auflageflächen für den Reiter. Am vorderen Ende weist der Sattelbaum 1 Ortspitzen 3 auf, die über nicht dargestellte Rast- oder Schnappeinrichtungen über entsprechende Halte- und Schnappeinrichtungen 11 mit den Sattelkissen 10 in Eingriff gelangt um eine kraftschlüssige Verbindung herzustellen.

Der Sattelbaum 1 weist außerdem im hinteren Bereich Ausnehmungen 4 auf, durch die die Haltegurte 9 der Sattelkissen 10 durchgeführt und dann miteinander verbunden werden. Es ist genauso möglich, eine stirnseitige Vertiefung am hinteren Ende des Sattelbaumes 1 vorzusehen, in der die Haltegurte 9 geführt werden. Im vorderen Bereich des Sattelbaumes sind Halterungen 5 für die Anbringung des Haltegurtes für den Sattel sowie der Steigbügel vorgesehen.

Die Sattelkissen 10 weisen einen länglichen Auflagebereich mit Klettverschlüssen 7 zum zusätzlichen Fixieren des hinteren Bereiches des Sattelbaumes 1 auf, der in die Pauschen 8 zur Kniepolsterung übergeht. Der verbindende Teil 14 dient als Auflage für das Bein des Reiters. Am unteren Ende sind die Haltegurte 9 befestigt.

2 zeigt den Sattelbaum 1 mit dem Sitzkissen 2 sowie der Ausnehmung 12 für die Aufnahme des Sitzkissens 2. Das Sitzkissen 2 ist ebenfalls über Klettverschlüsse 13 in der Ausnehmung 12 fixierbar.


Anspruch[de]
  1. Reitersattel mit einem Sattelbaum (1), der beidseitig auf jeweils einem Sattelkissen (10) aufliegt und von dem Rücken des tragenden Tieres beabstandet ist, dadurch gekennzeichnet, dass der Sattelbaum (1) als einstückiges Kunststoffteil ausgebildet ist, in dem ein Sitzkissen integrierbar ist und mittels Fixierelementen (11) lösbar in Eingriff mit den beidseitigen Sattelkissen (10) gelangt.
  2. Reitersattel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Sattelbaum als Spritzgussteil, vorzugsweise aus einem widerstandsfähigen, hoch belastbaren, hitze- und kältebeständigen Polyurethankunststoff hergestellt ist.
  3. Reitersattel nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass als Fixiermittel im vorderen Bereich des Sattelbaumes (1) die Ortspitzen (3) vorgesehen sind, die vorzugsweise mittels eines Rast- oder Schnappverschlusses (11) mit den Sattelkissen (10) eine kraftschlüssige Verbindung bilden.
  4. Reitersattel nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Sattelbaum (1) auf der Oberseite eine Ausnehmung (12) zur Aufnahme des Sitzkissens (2) aufweist.
  5. Reitersattel nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Sattelbaum (1) am hinteren Ende eine oder mehrere Ausnehmungen (4) zur Durchführung von Haltegurten (9) für die Sattelkissen (10) aufweist.
  6. Reitersattel nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Sattelbaum (1) eine zweigeteilte Sitzfläche aufweist.
  7. Reitersattel nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Sattelkissen (10) einstückig als Formschaumkissen ausgebildet sind.
  8. Reitersattel nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Sattelkissen (10) einen im Wesentlichen seitlich des Rückgrates des Tieres am Körper anliegenden Auflagebereich (6) für den Sattelbaum (1) aufweisen, der am vorderen Ende in einen seitlich am Tier anliegenden, nach unten verlaufenden Polsterbereich übergeht.
  9. Reitersattel nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Sattelkissen (10) mit einem Effektgarn versehen sind, das dem Verrutschen des Reitersattels auf dem Rücken des Tieres entgegenwirkt.
Es folgen 2 Blatt Zeichnungen






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