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Dokumentenidentifikation DE102004001335A1 18.08.2005
Titel Geräteträger für Kleinkläranlagen
Anmelder Ammermann Umwelttechnik GmbH, 26639 Wiesmoor, DE
Erfinder Ammermann, Lüppe, 26639 Wiesmoor, DE
Vertreter Grosse, Bockhorni, Schumacher, 81476 München
DE-Anmeldedatum 08.01.2004
DE-Aktenzeichen 102004001335
Offenlegungstag 18.08.2005
Veröffentlichungstag im Patentblatt 18.08.2005
IPC-Hauptklasse C02F 3/02
Zusammenfassung Geräteträger für Kleinkläranlagen, insbesondere SBR-Kläranlagen, an dem mehrere, insbesondere im Wesentlichen alle Komponenten eines Klärbeckens, -behälters oder Kammer angeordnet werden können, mit einem Standfuß, an dem Befestigungs- und/oder Anschlussmittel für die Komponenten vorgesehen sind, wobei der Standfuß so ausgebildet ist, dass er durch Form- und/oder Kraftschluss in dem Klärbecken oder -behälter gehalten ist.

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft einen Geräteträger für Kleinkläranlagen.

Kleinkläranlagen und insbesondere Kläranlagen, die nach dem SBR-Verfahren (Sequencing Batch Reactor) arbeiten, sind weit verbreitet. Neben einer mechanischen Trennung von Schadstoffen im Abwasser findet in diesen Kläranlagen üblicherweise eine biologische Reinigung und Nachklärung statt, für die unterschiedlichste Komponenten, wie beispielsweise Belüftungskörper, Umwälz-, Schlamm-, Belüftungspumpen und dergleichen erforderlich sind. Üblicherweise werden diese Gerätschaften, Komponenten und Bauteile über Halterungen und entsprechende Befestigungsvorrichtungen direkt in den Kläranlagen, d.h. den Klärbecken bzw. -behältern befestigt.

Durch die Anordnung der Halterungen und Befestigungsvorrichtungen in den Kläranlagen sowie wiederum die Anordnung und Befestigung der Komponenten und Bauteile an den Halterungen und Vorrichtungen, sind hier umfangreiche Montagearbeiten notwendig, die zeitaufwändig und kostspielig sind.

Es ist deshalb Aufgabe der vorliegenden Erfindung eine Vorrichtung zu schaffen, mit der insbesondere Kleinkläranlagen schnell, sicher und kostengünstig montiert werden können.

Diese Aufgabe wird gelöst durch einen Geräteträger mit den Merkmalen des Anspruchs 1. Vorteilhafte Ausgestaltungen sind Gegenstand der abhängigen Ansprüche.

Erfindungsgemäß werden statt vielfältiger Halterungen und Befestigungsvorrichtungen an den Behälterwänden des Klärbeckens bzw. des Klärbehälters bzw. einer Kammer davon ein Geräteträger eingesetzt, der in einfacher Weise in die Klärbecken, -behälter oder -kammern eingesetzt wird und dort durch Form- und/oder Kraftschluss insbesondere durch Gewichtskraft in dem Klärbecken oder -behälter gehalten wird. Der Geräteträger kann zumindest mehrere, vorzugsweise jedoch im wesentlichen alle Komponenten, die in dem entsprechenden Klärbecken oder der jeweiligen Kammer angeordnet werden müssen, aufnehmen oder halten. Damit kann die Montage deutlich vereinfacht werden, da der Geräteträger lediglich in das Klärbecken bzw. in den Klärbehälter eingestellt werden muss und auf die Anbringung der entsprechenden Halterungen oder Befestigungsvorrichtungen verzichtet werden kann.

Entsprechend weist der erfindungsgemäße Geräteträger wenigstens einen Standfuß auf, mit dem der Geräteträger auf den Boden des Behälters oder der Kammer gestellt wird. Da darüber hinaus an dem Geräteträger entsprechende Befestigungs- und/oder Anschlussmittel für das Befestigen und/oder das Anschließen der Komponenten vorgesehen sind, ist die Montage der Komponenten, wie z.B. die Befestigung und/oder der Anschluss von Rohren, Leitungen, insbesondere Pump-, Druck-, Steuerleitungen, elektrischen Leitungen, Signalleitungen, Datenleitungen, Probennahmeeinheiten, Pumpen, insbesondere Mammutpumpen oder Tauchpumpen, Belüftungskörper, Sensoren, Schalter, insbesondere Druck- und Niveauschalter, Sonden oder zusätzliche Halterungen und Stabilisierungselemente einfach zu bewerkstelligen.

Vorzugsweise ist der Standfuß des Geräteträgers bzgl. seiner Form und insbesondere seiner Standfläche und/oder seinen Seitenwänden und/oder seines Gewichts so ausgebildet, dass der Geräteträger ohne weitere Maßnahmen standsicher auf dem Boden des Klärbeckens oder -behälters zum Stehen kommt. Insbesondere kann die Standfläche und/oder Form des Standfußes auf die Form des entsprechenden Klärbeckens oder -behälters angepasst werden.

Vorzugsweise wird der Standfuß als Zylinder, Quader, Kegelstumpf oder Pyramidenstumpf ausgebildet, da diese Formen es erlauben, den Standfuß mit einem entsprechenden Gewicht und einer ausreichenden Standfläche zu versehen und darüber hinaus diese Formen gut in die vorhandenen oder bekannten Klärbecken oder -behälter eingestellt werden können.

Vorzugweise wird der Standfuß aus Beton gegossen, wobei insbesondere zumindest teilweise bestimmte Komponenten, wie z.B. Rohre, Leitungen, insbesondere Pump-, Druck-, Steuerleitungen und dgl. in dem Standfuß integriert bzw. in den Beton miteingegossen werden können. Auf diese Weise ist es in einfacher Weise möglich den Standfuß mit einfachen Mitteln zu schaffen, bei dem jedoch die entsprechenden Anschlussmöglichkeiten für die erforderlichen Komponenten gegeben sind und zwar beispielsweise durch die als Rohrstutzen aus dem Standfuß hervorstehenden Leitungen und Rohre.

Bei einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform besteht der Standfuß aus einer Hülle, insbesondere einer dauerhaft oder lösbar verschließbaren Hülle, in die Mittel zum Beschweren des Standfußes zur Erhöhung der Standstabilität des Geräteträgers, wie z. B. Sand, Kies oder sonstige schwere fließ- oder schüttfähige Massen eingefüllt werden können. Die Hülle wird dabei vorzugsweise aus einem korrosionsbeständigen Material, wie z. B. Kunststoff ausgebildet, welches in dem Medium der Kläranlage nicht korrodiert und somit eine lange Lebensdauer aufweist. Eine entsprechende Kunststoffhülle bietet auch den Vorteil, dass die Öffnung zum Einfüllen der Beschwerungsmittel in einfacher Weise mit einem Deckel aus dem gleichen Kunststoffmaterial verschweißt oder verklebt werden kann. Zudem können auch Komponenten der Kläranlage, wie z. B. Kunststoffrohre und dgl. in einfacher Weise mit der Hülle verbunden werden. Der Herstellungsaufwand und die Herstellungskosten reduzieren sich dadurch in erheblicher Weise, da für die Hülle einfache, leicht verfügbare Bauteile Verwendung finden können, wie z. B. Kunststoffeimer und dgl..

Sofern die Komponenten oder zumindest Teile davon, insbesondere entsprechende Rohre, Pump- und Druckleitungen selbsttragend ausgebildet sind, kann auf weitere Halterungen verzichtet werden, so dass sich der Aufau des Geräteträgers weiter vereinfacht. Besonders vorteilhaft ist es, wenn der Geräteträger bereits sehr viele oder möglichst nahezu alle Komponenten, die in einem Klärbecken oder -behälter vorgesehen werden müssen, vorinstalliert enthält, da dann der Geräteträger mit den entsprechenden Komponenten als komplette Baueinheit in das Klärbecken bzw. -behälter eingesetzt werden kann.

Dies ermöglicht eine weitere Vereinfachung der Montage von Kleinkläranlagen.

Gleiches gilt wenn die Durchführungen oder Ein- und Austrittsöffnungen der Komponenten an der Oberseite des Standfußes vorgesehen werden

Weitere Vorteile, Kennzeichen und Merkmale der vorliegenden Erfindung werden bei der nachfolgenden detaillierten Beschreibung eines Ausführungsbeispiels deutlich. Die beigefügten Zeichnungen zeigen hierbei in rein schematischer Weise in

1 eine Seitenansicht eines erfindungsgemäßen Geräteträgers;

2 eine Schnittansicht des Geräteträgers aus 1; und in

3 eine Draufsicht auf den Geräteträger der 1 und 2.

1 zeigt eine Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Geräteträgers mit einem Standfuß 1 in Form eines kegelstumpfförmigen Betonstativs, bei dem drei alternative Bodenplattenformen 2 eingezeichnet sind. Neben einer flachen Bodenplatte 2 kann je nach Klärbehälter bzw. -becken die Bodenplatte 2 gewellt oder gewölbt als Teilkugel oder Teilzylinder ausgeführt sein. Durch die entsprechende Ausbildung der Grundplatte kann die Standsicherheit des Geräteträgers je nach Form des Klärbeckens oder -behälters, in welches der Geräteträger eingesetzt werden soll, verbessert werden.

Wie durch die strichlinienen Darstellungen der 1 gezeigt ist, oder besser in 2 zu sehen ist, sind in den Standfuß 1, der insbesondere aus Beton gefertigt ist, verschiedene Pumpleitungen 3 und Versorgungsleitungen 4, wie z.B. eine Versorgungsleitung 4 für Arbeitsluft eingegossen. Auch die Steuerleitungen 5 sind zum Teil in den Standfuß 1 bzw. das Betonstativ 1 eingegossen.

Die in den Standfuß 1 eingegossenen Pump-, Steuer- und Versorgungsleitungen 3 bis 5 weisen entsprechende Anschlüsse auf, um entsprechende Komponenten, wie Rohrleitungen, Versorgungsleitungen, elektrische Leitungen und dergleichen (nicht gezeigt) anschließen zu können. Insbesondere sind die Pumpleitungen so ausgeführt, dass entsprechende Rohrstutzen 7 über die Oberseite des kegelstumpfförmigen Standfußes 1 hervorstehen, so dass an diese Rohrstutzen die entsprechenden Rohre bzw. Leitungen angeschlossen werden können.

In einer weiteren alternativen Ausführungsform, die allerdings zeichnerisch nicht dargestellt ist, ist der Standfuß aus einem stabilen, insbesondere korrosionsfesten Kunststoff gebildet, der umfänglich geschlossen ausgebildet ist, jedoch mit entsprechenden Rohren, nämlich Druckrohr für Klarwasser, Druckrohr für Sekundärschlamm, Saugrohr für Klarwasser, Saugrohr für Sekundärschlamm und einem Füllstutzen für die Einfüllung von Sand, Beton oder dgl. Beschwerungsmaterial bestückt sowie mit Leitungen bzw. Rohren für die Luft für einen seitlich bodenseitig angeschlossenen Tellerlüfter (zeichnerisch nicht dargestellt), für Luft für Klarwasserhebepumpe und Luft für Sekundärschlammheber bestückt. Hierfür sind gehäuseseitig entsprechende Öffnungen vorgesehen.

1Betonstativ 2Grundplatte flach 2Grundplatte gewellt 2Grundplatte Teilkreis 3Pumpleitung 4Arbeitsluft 5Steuerleitungen 6Aushebevorrichtung 7Rohrstutzen

Anspruch[de]
  1. Geräteträger für Kleinkläranlagen, insbesondere SBR-Kläranlagen, an dem mehrere, insbesondere im Wesentlichen alle Komponenten eines Klärbeckens, -behälters oder Kammer angeordnet werden können, mit einem Standfuß (1), an dem Befestigungs- und/oder Anschlussmittel für die Komponenten vorgesehen sind, wobei der Standfuß so ausgebildet ist, dass er durch Form- und/oder Kraftschluss in dem Klärbecken oder -behälter gehalten ist.
  2. Geräteträger nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Standfuß (1) bezüglich seiner Standfläche (2) und/oder seiner Seitenwände und/oder seines Gewichts so ausgebildet ist, dass der Geräteträger standsicher auf den Boden des Klärbeckens oder -behälters gestellt werden kann.
  3. Geräteträger nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Standfuß (1) als Zylinder, Quader, Kegelstumpf oder Pyramidenstumpf ausgebildet ist.
  4. Geräteträger nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Befestigungs- und/oder Anschlussmittel Mittel zur Befestigung und/oder zum Anschluss von Rohren, Leitungen, insbesondere Pump-, Druck-, Steuerleitungen (3 bis 5), elektrischen Leitungen, Signalleitungen, Probennahmeeinheiten, Pumpen, insbesondere Mammutpumpen oder Tauchpumpen, Belüftungskörpern, Sensoren, Schaltern oder Halterungen und dergleichen umfassen.
  5. Geräteträger nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass an dem Geräteträger zumindest teilweise die Komponenten (3 bis 5), insbesondere nach Anspruch 4, als Baueinheit vorinstalliert sind.
  6. Geräteträger nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in dem Standfuß (1) Komponenten oder Teile von Komponenten, insbesondere Teile von Leitungen und Rohren, vorzugsweise Pump-, Druck- oder Steuerleitungen (3 bis 5) integriert sind.
  7. Geräteträger nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass an dem Standfuß eine Halte- oder Greifeinrichtung (6), insbesondere eine Zugöse, zum Hochheben und Absenken des Geräteträgers insbesondere im Klärbecken oder -behälter vorgesehen ist.
  8. Geräteträger nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Standfuß (1) gegossen ist, insbesondere aus Beton gegossen ist, wobei zumindest Teile von Komponenten nach einem der Ansprüche 4 bis 6 und/oder die Halte- und Greifeinrichtung nach Anspruch 7 mit eingegossen ist.
  9. Geräteträger nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Standfuß aus einer Hülle gebildet ist, welche eine dauerhaft oder vorübergehend verschließbare Öffnung aufweist, wobei in der Hülle Mittel zum Beschweren des Standfusses aufgenommen sind, die vorzugsweise am Ort der Kläranlage durch die Öffnung in die Hülle eingebracht werden.
  10. Geräteträger nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Mittel zum Beschweren des Standfußes schüttfähige oder fließfähige Massen, insbesondere Sand, Kies oder dgl. sind.
  11. Geräteträger nach Anspruch 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Hülle aus Kunststoff gebildet ist und insbesondere einen Kunststoff-Eimer umfasst.
  12. Geräteträger nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Komponenten oder Teile davon, insbesondere die im Standfuß integrierten Komponenten (3 bis 5), vorzugsweise die Rohre und Pump- und Druckleitungen selbsttragend ausgebildet sind.
  13. Geräteträger nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Standfuß eine Bodenplatte (2) umfasst, die flach, wellig oder gewölbt ausgebildet ist.
Es folgen 2 Blatt Zeichnungen






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