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Dokumentenidentifikation DE102004002095A1 18.08.2005
Titel Variable Treppenrampe zur Erzielung von Barrierefreiheit
Anmelder Manns, Klaus, Dr.-Ing., 56424 Staudt, DE
Erfinder Manns, Klaus, Dr.-Ing., 56424 Staudt, DE
DE-Anmeldedatum 14.01.2004
DE-Aktenzeichen 102004002095
Offenlegungstag 18.08.2005
Veröffentlichungstag im Patentblatt 18.08.2005
IPC-Hauptklasse E04F 11/00
Zusammenfassung Die Erfindung bezieht sich auf eine variable Treppenrampe zur Erzielung von Barrierefreiheit für die Höhenüberwindung im Bereich von Treppen auf einfache und kostengünstige Weise, bestehend aus mittig angeordneten Stufen (1) und beidseitig parallel verlaufenden Rampen (2), die mit Gelenken (3) an durch einen entsprechenden Antrieb heb- und senkbaren, in etwa horizontalen Podesten (4, 5) befestigt sind, dadurch gekennzeichnet, dass sie im Normalfall wie eine statische Treppenrampe zu benutzen ist und im Bedarfsfall auch stark behinderten Menschen zur Höhenüberwindung dienen kann, weil einerseits das Anheben und Absenken der Podeste mechanisch bzw. elektronisch unterstützt wird und andererseits sich die Längsneigung zwischen den Podesten durch das synchrone Anheben des unteren (4) und Absenken des oberen Podestes (5) so reduzieren läßt, dass sie z. B. auch von Rollstuhlfahrern alleine bewältigt werden kann.

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf eine variable Treppenrampe zur Erzielung von Barrierefreiheit für die Höhenüberwindung auf einfache und kostengünstige Weise.

Mit der Einführung des Behinderten-Gleichstellungsgesetzes im Mai 2002 sind öffentliche Baulastträger verpflichtet, alle Bauten barrierefrei herzustellen. Barrierefreiheit in diesem Sinne bedeutet, dass für die Überwindung von Höhenunterschieden nur Rampen in Frage kommen, die eine maximale Längsneigung von 6 % aufweisen sollen und nach 6 m ein Podest von 1,50 m Länge.

Für die Überwindung üblicher Höhendifferenzen von 5 m bedeutet dies, Rampen in einer Länge von ca. 80 bis 100 m. Die Kosten für den Bau einer solchen Rampe belaufen sich auf 250.000,00 bis 500.000,00 EUR.

Alternativ hierzu kommt zur Zeit als mechanische Lösung nur der Bau eines Aufzuges in Frage. Die investiven Kosten sind hier etwas geringer als bei der Rampe. Sie liegen für Aufzugschacht und Mundhaus in der Regel in der Größenordnung von etwa 100.000,00 EUR. Der mechanische Teil des Aufzuges kostet etwa 125.000,00 EUR. Zudem fallen jedoch verhältnismäßig hohe Wartungskosten an. Sie liegen bei etwa 5.000,00 EUR pro Jahr. Hinzu kommt eine ständig vorzuhaltende Rufbereitschaft. Der Einsatz der Rufbereitschaft, der ebenfalls mehrmals im Jahr vorkommen wird, liegt nochmals bei ca. 1.000,00 EUR pro Fall. Weiterhin führen immer wieder vorkommende Störungen bei Aufzügen zu zeitweisen Unterbrechungen der Barrierefreiheit.

Der Erfindung liegt deshalb die Aufgabe zugrunde eine kostengünstigere Lösung für durchgängige Barrierefreiheit, insbesondere auch für weniger frequentierte Bereiche zu finden.

Die Merkmale der Erfindung sind in den Ansprüchen offenbart. Die Funktionsweise und ein Ausführungsbeispiel sind in Zeichnungen dargestellt.

Der größte Teil der mobilitätseingeschränkten Menschen ist durchaus in der Lage, größere Längsneigungen über Treppen oder Treppenrampen zu überwinden. Das gilt für seh- und gehörgeschädigte Menschen, für ältere Menschen, wenn ausreichend Ruhepodeste zur Verfügung stehen, für Kinderwagen, Fahrräder, Tragbahren, teilweise auch für geschobene Rollstühle.

Nicht zutreffend ist dies für Elektrorollstühle sowie insbesondere mit Muskelkraft angetriebene Rollstühle.

Der erfindungsgemäße Gegenstand macht sich zunutze, dass der weitaus größte Anteil der mobilitätseingeschränkten Menschen die Höhendifferenzen über Treppen und Treppenrampenüberwinden können. Aus diesem Grund wird neben einer üblicherweise vorhandenen Treppe (1) eine Treppenrampe (1,2) angelegt. Diese ist vorzugsweise aus Stahl oder anderen geeigneten Materialien. Das Problem für die Rollstuhlfahrer wird so gelöst, dass die Treppenrampe mechanisch veränderbar ist in der Weise, dass die Podeste (4,5) in Verbindung mit den Treppen bzw. Rampenlauf nach oben und nach unten bewegt werden können (2).

Durch mechanische oder elektronische Antriebe wird ein Podest angehoben und das gegenüberliegende Podest abgesenkt. Liegen beide Podeste in etwa auf der gleichen Höhe, kann der Rollstuhl über die verbindende Rampe zum benachbarten Podest bewegt werden. Nun wird dieses Podest angehoben und das korrespondierente Podest abgesenkt.

Der Rollstuhl kann nun das Podest verlassen. Gegebenenfalls muss der Vorgang ein zweites Mal durchgeführt werden, um z. B. eine Höhendifferenz von 5 m zu überwinden.

Diese Einrichtung ist sicherlich wesentlich weniger komfortabel als ein Aufzug. Dafür ist sie aber bei weitem nicht so teuer. Die Kosten werden auf ca. 50.000,00 EUR geschätzt.

Wichtig ist, dass aufgrund der Funktionalität und des günstigen Preises nun auch verhältnismäßig schwach belastete Bereiche, in denen bisher in der Regel nur Treppen vorzufinden waren, barrierefrei hergestellt werden können. Dies war bisher nicht möglich, weil die entsprechenden Maßnahmen zu teuer waren, bzw. das vorhandene Geld nur für wenige Maßnahmen ausgereicht hat. Kosteneinsparung bzw. Realisierungschancen werden damit im Verhältnis 1:10 gesteigert.


Anspruch[de]
  1. Variable Treppenrampe zur Erzielung von Barrierefreiheit, bestehend aus mittig angeordneten Stufen (1) und beidseitig parallel verlaufenden Rampen (2), unten und oben mit Gelenken (3) an in etwa horizontalen Podesten (4,5) befestigt, die durch einen entsprechenden mechanischen oder elektronischen Antrieb synchron heb- bzw. senkbar sind, dadurch gekennzeichnet, dass sie im Normalfall wie eine statische Treppenrampe zu benutzen ist und im Bedarfsfall durch das mögliche Anheben und Absenken der Podeste und der damit verbundenen Reduzierung der Rampenlängsneigung auch stark mobilitätseingeschränkten Menschen, wie z.B. Rollstuhlfahrern zur Höhenüberwindung dienen kann.
Es folgen 2 Blatt Zeichnungen






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