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Dokumentenidentifikation DE102004002127A1 18.08.2005
Titel Verfahren und Vorrichtung sowie Steuerungsprogramm und Computerprogramm-Produkt zur Steuerung einer elektrischen Antriebseinrichtung
Anmelder Brose Fahrzeugteile GmbH & Co. KG, Coburg, 96450 Coburg, DE
Erfinder Woller, Alexander, 97273 Kürnach, DE;
Schiegel, Stefan, 96231 Bad Staffelstein, DE
Vertreter Patentanwälte Kewitz & Kollegen Partnerschaft, 60325 Frankfurt
DE-Anmeldedatum 14.01.2004
DE-Aktenzeichen 102004002127
Offenlegungstag 18.08.2005
Veröffentlichungstag im Patentblatt 18.08.2005
IPC-Hauptklasse H02H 7/085
IPC-Nebenklasse H02P 19/02   B60R 16/02   
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Steuerung der Verstellbewegung einer elektrischen Antriebseinrichtung von Kraftfahrzeugen, insbesondere eines Sitzverstellmotors. Bei dem Verfahren wird die Dauer der Verstellbewegung ermittelt und die Verstellbewegung abgebrochen oder zumindest abgebremst, wenn die Zeitdauer der Verstellbewegung eine maximale Zeitdauer erreicht. Das Verfahren zeichnet sich dadurch aus, dass die maximale Zeitdauer, basierend auf einer ermittelten Messgröße, geändert wird. Die Messgröße betrifft einen Betriebszustand der elektrischen Antriebseinrichtung und/oder des zu verstellenden Bauteils.
Auf diese Weise können Überlastungszustände der elektrischen Antriebseinrichtung selbst dann noch zuverlässig verhindert werden, wenn andere Überlastschutz-Sensoren ausgefallen sind oder die Verstellbewegung relativ leicht- oder schwergängig ist.
Das Verfahren kann als redundante Sicherheitsmaßnahme in Kombination mit anderen Überlastschutz-Maßnahmen eingesetzt werden.
Ein weiterer Gesichtspunkt der Erfindung betrifft eine entsprechende Steuerungsvorrichtung, ein Programm und ein Programm-Produkt.

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Steuerung einer elektrischen Antriebseinrichtung in Kraftfahrzeugen, insbesondere eines elektrischen Sitzverstellmotors, eines Außenspiegels oder dergleichen.

Elektrische Antriebseinrichtungen, insbesondere Elektromotoren, werden in Kraftfahrzeugen in vielfältiger Weise zur Verstellung von Bauteilen verwendet, beispielsweise zum Verstellen der Position eines Fahrzeugsitzes, eines Außenspiegels, einer Fensterscheibe oder dergleichen.

Als Schutz vor einer Überlastung einer elektrischen Antriebseinrichtung ist es bekannt, die Verstellbewegung abzubrechen, wenn mittels eines Temperatursensors festgestellt wird, dass die Temperatur der elektrischen Antriebseinrichtung einen vorgebbaren Maximalwert überschreitet (thermischer Überlastschutz).

Es ist auch bekannt, für eine Verstellbewegung eine maximale, konstante Verstellzeit vorzugeben, bei deren Überschreiten die Verstellbewegung automatisch abgebrochen wird. Auf diese Weise kann verhindert werden, dass ein Elektromotor unbegrenzt weiterläuft und sich überhitzt, beispielsweise wenn die Verstellbewegung beispielsweise einen Anschlag erreicht hat, wenn eine mechanische Blockierung vorliegt oder dergleichen.

Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es deshalb, ein Verfahren und eine Vorrichtung sowie ein Steuerungsprogramm und ein Computerprogramm-Produkt zur Steuerung der Verstellbewegung einer elektrischen Antriebseinrichtung von Kraftfahrzeugen bereitzustellen, womit die elektrische Antriebseinrichtung und/oder das zu verstellende Bauteil noch wirkungsvoller vor einer Überlastung geschützt werden kann.

Diese Aufgabe wird gelöst durch ein Verfahren mit den Schritten nach Anspruch 1, durch eine Vorrichtung mit den Merkmalen nach Anspruch 22, durch ein Steuerungsprogramm nach Anspruch 26 und ein Computerprogramm-Produkt nach Anspruch 29. Weitere vorteilhafte Ausführungsformen sind Gegenstand der rückbezogenen Unteransprüche.

Gemäß der vorliegenden Erfindung wird bei dem Steuerungsverfahren die maximale Zeitdauer der Verstellung basierend auf zumindest einer Messgröße geändert bzw. angepasst. Die maximale Verstellzeit kann so individuell an die tatsächlich vorherrschenden Umgebungsbedingungen angepasst werden.

Bevorzugt betrifft die ermittelte Messgröße einen Betriebszustand der elektrischen Antriebseinrichtung und/oder des zu verstellenden Bauteils. Somit kann die maximale Verstellzeit individuell an die tatsächlichen Betriebs- und Umgebungsbedingungen der Antriebseinrichtung und/oder des zu verstellenden Bauteils angepasst werden, um Überlastungszustände zu vermeiden. Mit dem erfindungsgemäßen Steuerungsverfahren kann die Anpassung nicht nur an langsame Betriebszustandsänderungen oder Drifts der elektrischen Antriebseinrichtung und/oder des zu verstellenden Bauteils vorgenommen werden, sondern auch an schnelle, dynamische Betriebszustandsänderungen der elektrischen Antriebseinrichtung und/oder des zu verstellenden Bauteils.

Bei der Messgröße handelt es sich erfindungsgemäß um ein beispielsweise von einer Steuerungsvorrichtung verarbeitbares, analoges oder digitales Messsignal einer im Kraftfahrzeug auftretenden physikalischen Größe, beispielsweise einer Temperatur oder eines von einem Elektromotor abgegebenen Drehmoments. Bevorzugt ist die ermittelte Messgröße ein Maß für die Leicht- oder Schwergängigkeit der Verstellbewegung des zu verstellenden Bauteils. Erfindungsgemäß kann so die maximale Verstellzeit an die Leicht- oder Schwergängigkeit des zu verstellenden Bauteils angepasst werden. Es hat sich nun herausgestellt, dass eine Leicht- oder Schwergängigkeit des Bauteils nicht zwingend auf eine die mechanische Verstellfunktion verhindernde Betriebsstörung hindeutet. So kann eine Schwergängigkeit auch auf eine vorübergehende niedrigere Versorgungsspannung, beispielsweise hervorgerufen durch eine kalte Autobatterie, hervorgerufen werden. Erfindungsgemäß kann einer solchen Leicht- oder Schwergängigkeit in angemessener Weise Rechnung getragen werden. Wenn beispielsweise ermittelt wird, dass das Bauteil relativ schwergängig ist, was in einer vergleichsweise langsamen Verstellung resultiert, kann die maximale Verstellzeit in angemessener Weise verlängert werden, so dass die Verstellbewegung nicht etwa versehentlich zu früh abgebrochen wird. Wenn hingegen ermittelt wird, dass eine Abweichung von Nenn-Betriebsbedingungen vorliegt und das Bauteil relativ leichtgängig ist, was in einer relativ schnellen Verstellung resultiert, kann die maximale Verstellzeit auch entsprechend verkürzt werden, sodass die elektrische Antriebseinrichtung im Falle einer Betriebsstörung, etwa im Falle einer mechanischen Blockierung der Verstellbewegung, nicht unnötig lange, d.h. über eine maximale Verstellzeit hinaus, betrieben wird.

In entsprechender Weise kann beispielsweise auch Temperaturunterschieden, die in Kraftfahrzeugen am Tag leicht um mehrere 10 Grad variieren können und die Leichtgängigkeit einer Verstellmechanik beeinflussen können, angemessen Rechnung getragen werden.

Bevorzugt wird die zumindest eine Messgröße, auf deren Grundlage die maximale Verstellzeit angepasst bzw. geändert wird, während der Verstellbewegung der elektrischen Antriebseinrichtung und/oder des zu verstellenden Bauteils ermittelt, wenn also die Antriebseinrichtung gerade betrieben und/oder das zu verstellende Bauteil gerade verstellt wird. Selbstverständlich kann die Messgröße auch zeitversetzt, beispielsweise mit konstanter oder variabler Zeitverzögerung, zur Änderung bzw. Anpassung der maximalen Verstellzeit verwendet werden.

Die maximale Zeitdauer kann proportional zu einer Abweichung der ermittelten Messgröße von einem Sollwert geändert oder dann geändert werden, wenn eine Abweichung der ermittelten Messgröße von einem Sollwert einen vorgebbaren Schwellenwert übersteigt. Ein solcher Schwellenwert kann auch in Form eines Parametersatzes einen zeitlichen Verlauf der Sollwerte wiedergeben und in einem Speicher einer Steuerungseinrichtung abgelegt sein.

Der Schwellenwert kann konstant sein, was insbesondere dann zweckmäßig ist, wenn die für eine Verstellung des Bauteils erforderlichen Kräfte über den Verstellweg nicht oder nur unwesentlich variieren.

Der Schwellenwert kann jedoch auch über den maximalen Verstellweg der elektrischen Antriebseinrichtung und/oder des zu verstellenden Bauteils variieren, so dass einer Variation der für eine Verstellung des Bauteils erforderlichen Kräfte über den Verstellweg Rechnung getragen werden kann. Eine solche Variation des Schwellenwerts über den Verstellweg der elektrischen Antriebseinrichtung und/oder des zu verstellenden Bauteils kann beispielsweise in einer Speichereinrichtung der Steuerungseinrichtung abgelegt sein. Die Variation des Schwellenwerts kann im Voraus ermittelt werden, beispielsweise anhand eines Normierungslaufs des zu verstellenden Bauteils oder eines typischen Referenz-Bauteils, oder kann empirisch ermittelt werden, beispielsweise anhand einer Berechnung der Verstellbewegung des Bauteils auf einem Computer, insbesondere mit einer Simulations-Software.

Die maximale Zeitdauer kann während einer Verstellbewegung ständig angepasst bzw. verändert werden, so dass das Steuerungsverfahren zeitnah, gemäß einer besonders bevorzugten Ausführungsform in Echtzeit, auf Veränderungen der Betriebsbedingungen des zu verstellenden Bauteils und/oder der elektrischen Antriebseinrichtung reagieren kann.

Die maximale Zeitdauer kann jedoch auch periodisch bzw. zyklisch angepasst bzw. verändert werden, beispielsweise bei jedem Durchlaufen einer Steuerungsprozedur oder nach einer vorbestimmten Anzahl von Durchläufen.

Als Messgrößen, die den Betriebszustand der elektrischen Antriebseinrichtung und/oder des zu verstellenden Bauteils charakterisieren, um so insbesondere auf eine Leicht- oder Schwergängigkeit der Verstellung rückzuschließen, eignen sich insbesondere eine oder mehrere der nachfolgenden Messgrößen: die Versorgungsspannung der elektrischen Antriebseinrichtung, die Temperatur der elektrischen Antriebseinrichtung, der Strom der elektrischen Antriebseinrichtung beim Ausführen einer Verstellbewegung, das von der elektrischen Antriebseinrichtung aufgebrachte Drehmoment, die erzielte Dreh- oder Antriebsgeschwindigkeit der Verstellbewegung sowie deren zeitliche Änderungen.

Um noch genauer auf den tatsächlichen Betriebszustand der elektrischen Antriebseinrichtung und/oder des zu verstellenden Bauteils rückschließen zu können, können bei dem Verfahren auch mehrere Messgrößen mittels einer Auswertelogik oder dergleichen logisch miteinander verknüpft werden, um eine repräsentative Messgröße zu berechnen, die dann in der vorstehend beschriebenen Weise weiterverarbeitet wird. Insbesondere können die mehreren Messgrößen . zu diesem Zweck mittels einer UND-Verknüpfung oder einer ODER-Verknüpfung miteinander kombiniert werden. So lässt sich auch der Ausfall oder Störungen einzelner Messwandler, die zum Aufnehmen der für den Betriebszustand der elektrischen Antriebseinrichtung und/oder des zu verstellenden Bauteils repräsentativen Messgröße verwendet werden, kompensieren.

Die ermittelte Messgröße kann auch zeitlich integriert oder gemittelt, beispielsweise über eine vorgebbare Anzahl von Messpunkten gemittelt, und zu einer repräsentativen Messgröße weiterverarbeitet werden, die dann in der vorstehend beschriebenen Weise zu einer Anpassung bzw. Änderung der maximalen Verstellzeit herangezogen wird.

Dem Verfahren kann eine anfängliche maximale Zeitdauer fest vorgegeben werden, die beispielsweise in einer Speichereinrichtung einer Steuerungseinrichtung im Voraus abgelegt wird. Diese maximale Zeitdauer kann an Nenn-Betriebszustände, wie diese für die elektrische Verstelleinrichtung und/oder das zu verstellende Bauteil zu erwarten sind oder als ordnungsgemäß bzw. funktionierend im Voraus festgelegt sind, angepasst sein und beispielsweise empirisch, anhand eines Referenz-Bauteils unter vergleichbaren Betriebsbedingungen oder anhand von Simulations-Rechnungen ermittelt werden.

Die anfängliche maximale Zeitdauer kann auch anhand zumindest eines Normierungslaufs der elektrischen Antriebseinrichtung und/oder des zu verstellenden Bauteils bestimmt werden. Bevorzugt erfolgt der jeweilige Normierungslaufs über einen vollständigen Verstellweg der elektrischen Antriebseinrichtung und/oder des zu verstellenden Bauteils. Bei einem solchen Normierungslauf können auch weitere die Leicht- oder Schwergängigkeit der Verstellbewegung charakterisierende Parameter ermittelt werden, beispielsweise in Form von Sollwerten für die zu ermittelnden Messgrößen, von Soll-Zeitverläufen für die zu ermittelnden Messgrößen oder von Schwellenwerten für die zu ermittelnden Messgrößen unter Nenn-Betriebsbedingungen. Die weiteren Parameter sowie die so bestimmte maximale Zeitdauer können in einer Speichereinrichtung der Steuerungseinrichtung abgelegt werden.

Die während des zumindest einen Normierungslaufs ermittelte Messgröße kann eine oder mehrere der nachfolgenden Messgrößen umfassen: die Versorgungsspannung der elektrischen Antriebseinrichtung, die Temperatur der elektrischen Antriebseinrichtung, der Strom der elektrischen Antriebseinrichtung beim Ausführen einer Verstellbewegung, das von der elektrischen Antriebseinrichtung aufgebrachte Drehmoment, die erzielte Dreh- oder Antriebsgeschwindigkeit der Verstellbewegung.

Bei dem vorgenannten Steuerungsverfahren kann die Bestimmung der Verstellzeit der elektrischen Antriebseinrichtung jedes Mal dann neu gestartet werden, wenn die elektrische Antriebseinrichtung und die Verstellbewegung neu gestartet werden, beispielsweise durch erneutes Betätigen eines Schalters oder durch einen erneuten Software-Befehl.

Um jedoch der Tatsache Rechnung zu tragen, dass Benutzer sich häufig iterativ, d.h. durch häufiges und intermittierendes Betätigen eines Schalters, an eine gewünschte Position, beispielsweise Sitzposition, herantasten, kann auch vorgesehen sein, dass die Bestimmung der Verstellzeit der elektrischen Antriebseinrichtung dann nicht neu gestartet sondern vorzugsweise weiter aufsummiert wird, wenn zwischen zwei aufeinander folgenden Betätigungen des Schalters oder zwischen zwei aufeinander folgenden Software-Befehlen eine vorgegebene Mindestzeitdauer nicht überschritten ist.

Da ein Reversieren einer elektrischen Antriebseinrichtung häufig durch Vorgänge nahe von Endstellungen des zu verstellenden Bauteils ausgelöst wird, beispielsweise automatisch bei Auslösen eines Endschalters oder im Falle eines Einklemmschutzes von elektrischen Fensterhebern, kann vorgesehen sein, dass die Bestimmung der Verstellzeit der elektrischen Antriebseinrichtung dann neu gestartet wird, wenn die elektrische Antriebseinrichtung reversiert wird.

Das vorgenannte Steuerungsverfahren kann mit beliebigen anderen Sicherheitsmaßnahmen, die fehlerhaften Betriebszustand, beispielsweise auch eine Überlastung, von elektrischen Antriebseinrichtungen und/oder zu verstellenden Bauteilen verhindern sollen, kombiniert werden. Zu diesem Zweck kann die Verstellbewegung ferner in Abhängigkeit weiterer Parameter oder Messgrößen abgebrochen, unterbrochen, reversiert oder zumindest abgebremst wird, beispielsweise in Abhängigkeit davon, dass ein blockierter Zustand für das zu verstellende Bauteil detektiert wird.

Das vorgenannte Verfahren wird zweckmäßig mittels einer entsprechend programmierten Software realisiert, die bevorzugt von einem Mikroprozessor ausgeführt wird, der in das zu verstellende Bauteil integriert oder diesem zugeordnet sein kann oder der Teil einer zentralen Prozessoreinheit eines Kraftfahrzeugs sein kann. Eine solche Prozessoreinheit kann insbesondere auch als ASIC realisiert sein.

Dementsprechend betrifft ein weiterer Gesichtspunkt der vorliegenden Erfindung auch eine Steuerungsvorrichtung zum Ausführen des vorgenannten Steuerungsverfahrens. Zu diesem Zweck ist zumindest ein Messwandler zum Erfassen der den Betriebszustand der elektrischen Antriebseinrichtung und/oder des zu verstellenden Bauteils repräsentierenden zumindest einen Messgröße vorgesehen, wobei die ermittelte zumindest eine Messgröße zur weiteren Verarbeitung an eine Steuereinrichtung übermittelt wird. Ein weiterer Gesichtspunkt der vorliegenden Erfindung betrifft ein entsprechendes Steuerungsprogramm und ein entsprechendes Computerprogramm-Produkt.

Nachfolgend wird die Erfindung in beispielhafter Weise und unter Bezugnahme auf die beigefügten Zeichnungen beschrieben werden, woraus sich weitere Merkmale, beispielbezogene Vorteile und zu lösende Aufgaben ergeben werden. Es zeigen:

1 ein schematisches Flussdiagramm eines erfindungsgemäßen Verfahrens zur Steuerung der Verstellbewegung eines elektrischen Antriebsmotors;

2 ein schematisches Flussdiagramm einer Prozedur zum Ändern bzw. Anpassen der maximalen Verstellzeit; und

3 in einem schematischen Blockdiagramm eine Vorrichtung zur Steuerung der Verstellbewegung eines elektrischen Antriebsmotors gemäß der vorliegenden Erfindung.

In den Figuren bezeichnen identische Bezugszeichen identische oder im Wesentlichen gleich wirkende Elemente oder Elementgruppen.

Bevor nachfolgend ein Verfahren zur Steuerung einer elektrischen Antriebseinrichtung gemäß der vorliegenden Erfindung beschrieben wird, soll zunächst in Entsprechung zur 1 eine Vorgehensweise gemäß dem Stand der Technik erläutert werden. Bei dieser Vorgehensweise wird, beispielsweise ausgelöst durch Betätigen eines elektrischen Schalters oder durch ein Steuerprogramm, eine Verstellbewegung zum Verstellen des Bauteils ausgeführt. Während der Verstellbewegung wird die gesamte Verstellzeit ermittelt. Zu diesem Zweck kann ein Timer oder dergleichen hochgezählt oder eine Zeitsteuerschaltung betätigt werden, um einen Wert für die aktuelle Verstellzeit auszugeben. Wenn ermittelt wird, dass die aktuelle Verstellzeit nicht größer ist als eine vorgegebene maximale Verstellzeit, so wird die Verstellbewegung weiter ausgeführt. Wenn jedoch basierend auf der aktuell ermittelten Verstellzeit festgestellt wird, dass die aktuelle Verstellzeit größer ist als die vorgegebene maximale Verstellzeit, so wird die Verstellbewegung abgebrochen. Unter dem Begriff "Verstellbewegung abbrechen" sei im Sinne dieser Patentanmeldung verstanden, dass die Verstellbewegung jedenfalls nicht in der bereits eingeschlagenen Richtung der Verstellbewegung weiter ausgeführt wird. Im einfachsten Falle wird die elektrische Antriebseinrichtung angehalten, so dass die Verstellbewegung abrupt abgebrochen wird. Dies kann in gewissen Fällen jedoch zu unerwünschten Betriebszuständen führen oder gar im Konflikt stehen mit Sicherheitsauflagen oder dergleichen, beispielsweise zur Verhinderung eines Einklemmens. Deshalb kann die Verstellbewegung auch so abgebrochen werden, dass die elektrische Antriebseinrichtung reversiert wird, um das zu verstellende Bauteil um eine bevorzugt geringe Wegstrecke in die entgegengesetzte Richtung zu verstellen. Selbstverständlich soll der Begriff "Verstellbewegung abbrechen" im Sinne dieser Patentanmeldung auch den Fall mit umfassen, dass die elektrische Antriebseinrichtung nicht abrupt gestoppt, sondern vielmehr allmählich, beispielsweise gemäß einer Soll-Abbremsfunktion, abgebremst und schließlich angehalten wird.

Bei dem vorgenannten Verfahren zur Steuerung einer elektrischen Antriebseinrichtung gemäß dem Stand der Technik ist die maximale Verstellzeit eine fest vorgegebene Größe, die beispielsweise in einem Speicher einer elektronischen Steuereinrichtung abgelegt sein kann. Diese maximale Verstellzeit kann auch für verschiedene Typen von zu verstellenden Bauteilen, beispielsweise unterschiedlichen Fahrzeugsitz-Typen, oder für verschiedene Komfortfunktionen unterschiedlich vorgehalten und in einem Speicher zur Auswahl durch eine Auswahleinrichtung abgelegt werden.

Anhand der 1 wird nachfolgend ein Verfahren zur Steuerung einer elektrischen Antriebseinrichtung gemäß der vorliegenden Erfindung beschrieben werden. Das Verfahren zeichnet sich dadurch aus, dass die maximale Zeitdauer der Verstellbewegung nicht fest vorgegeben ist, sondern in Abhängigkeit von zumindest einer Messgröße geändert wird. Diese Messgröße betrifft einen Betriebszustand der elektrischen Antriebseinrichtung und/oder des zu verstellenden Bauteils, ist also insbesondere repräsentativ für diesen Betriebszustand, was nachfolgend noch ausführlicher erläutert werden wird.

Gemäß der 1 wird, ausgelöst durch einen Schalter, ein Steuerprogramm oder dergleichen eine Verstellbewegung begonnen. Mit dem Beginn der Verstellbewegung wird auch ein Timer, eine Zeitsteuereinrichtung oder dergleichen gestartet, um die Verstellzeit der ausgeführten Verstellbewegung zu ermitteln. Die Verstellzeit kann kontinuierlich ermittelt werden. Die Schleife gemäß der 1 kann auch periodisch durchlaufen werden und die Verstellzeit kann getaktet, beispielsweise von einer Systemuhr, ermittelt werden. Gemäß der vorliegenden Erfindung wird zusätzlich eine Messgröße ermittelt, die den Betriebszustand der elektrischen Antriebseinrichtung und/oder des zu verstellenden Bauteils betrifft. Anschließend wird anhand eines vorgebbaren Kriteriums bestimmt, ob die Verstellzeit angepasst werden soll oder nicht. Wenn bestimmt wird, dass die Verstellzeit nicht angepasst werden soll, so wird in der bekannten Weise in einem nachfolgenden Verfahrensschritt ermittelt, ob die aktuelle Verstellzeit die maximale Verstellzeit überschritten hat oder nicht. Wenn ermittelt wird, dass die Verstellzeit die maximale Verstellzeit nicht überschritten hat, so springt die Prozedur zurück zu dem Schritt zum Ausführen der Verstellbewegung und wird die vorstehend beschriebene Schleife erneut durchlaufen. Wenn ermittelt wird, dass die aktuelle Verstellzeit die maximale Verstellzeit überschritten hat, so wird die Verstellbewegung abgebrochen, wie vorstehend ausgeführt.

Das Kriterium zum Bestimmen, ob die Verstellzeit angepasst werden soll, kann variabel vorgegeben werden. Beispielsweise kann die Prozedur nur jeweils nach dem n-ten Durchlaufen der Schleife gemäß der 1 zu der Prozedur B gemäß der 2 übergehen, wobei n eine vorgegebene ganze Zahl ist. Oder anhand eines anderen Parameters, der beispielsweise einen allgemeinen Betriebszustand des Fahrzeugs repräsentiert, kann bestimmt werden, dass die Verstellzeit gemäß der in der 2 gezeigten Prozedur eingestellt werden soll. Dieser den allgemeinen Zustand des Fahrzeugs charakterisierende Parameter kann beispielsweise aus auf das Fahrzeug und/oder das zu verstellende Bauteil einwirkende Beschleunigungen abgeleitet werden, beispielsweise, wenn ein Beschleunigungssensor eine Vorunfall-Situation mit hohen Beschleunigungskräften feststellt, die zu einer gewissen Wahrscheinlichkeit dafür führen, dass der Betriebszustand der elektrischen Antriebseinrichtung und/oder des zu verstellenden Bauteils beeinflusst wird. Wenn das zu verstellende Bauteil ein Fahrzeugsitz oder eine Komponente eines solchen Fahrzeugsitzes ist, beispielsweise Rückenlehne, so kann in den Fahrzeugsitz und/oder in die zu verstellende Komponente ein Beschleunigungs- oder Belastungssensor integriert sein, um die auf den Sitz oder die Komponente einwirkenden Beschleunigungen oder Belastungen aufzunehmen. Wenn diese einen vorgegebenen Schwellenwert überschreiten, was als Wahrscheinlichkeitsmaß für einen gestörten Betriebszustand des Fahrzeugsitzes oder dessen Komponente angesehen werden kann, so wird ein Signal erzeugt, so dass die Verstellzeit gemäß der in der 2 gezeigten Prozedur angepasst bzw. verändert wird.

Aufgrund der Anpassung bzw. Änderung der maximalen Verstellzeit kann das erfindungsgemäße Steuerungsverfahren sehr flexibel an gewisse Betriebszustände der elektrischen Antriebseinrichtung und/oder des zu verstellenden Bauteils angepasst werden, etwa dann, wenn die zum Ausführen einer Verstellbewegung benötigte Zeit auf Grund einer Schwergängigkeit eines Getriebes, einer niedrigeren Versorgungsspannung oder dergleichen länger wird, ohne dass im Übrigen eine Störung der Verstellvorrichtung vorliegt. Insbesondere wird erfindungsgemäß verhindert, dass die maximale Verstellzeit zu kurz gewählt wird, was unter gewissen Betriebszuständen ansonsten gar dazu führen könnte, dass die Verstellbewegung zu früh abgebrochen wird.

Wenn in der Prozedur gemäß der 1 bestimmt wird, dass die Verstellzeit angepasst werden soll, so geht die Routine über zu der in der 2 gezeigten Prozedur. Gemäß der 2 wird für die gemäß der 1 ermittelte zumindest eine Messgröße die Abweichung zu einem Sollwert ermittelt. Dieser Sollwert kann beispielsweise in einem Speicher abgelegt sein und charakterisiert den Nenn-Betriebszustand der elektrischen Antriebseinrichtung und/oder des zu verstellenden Bauteils, der beispielsweise im Voraus als funktionsgemäß bzw. einwandfrei festgelegt bzw. vereinbart wurde. Die Abweichung kann anhand eines diskreten Einzelwertes ermittelt werden oder anhand zeitlich oder über mehrere Ausleseintervalle gemittelter Messgrößen oder anhand des zeitlichen Verlaufs der ermittelten Messgröße, der beispielsweise mit einem Soll-Zeitverlauf verglichen wird.

Die so ermittelte Abweichung wird gemäß der 2 mit einem Schwellenwert verglichen. Wenn bestimmt wird, dass die Abweichung kleiner ist als der Schwellenwert, so wird die Prozedur gemäß der 2 abgebrochen und zurückgekehrt zu der Prozedur gemäß der 2, um die Verstellbewegung fortzuführen. Wenn gemäß der 2 bestimmt wird, dass die Abweichung den Schwellenwert überschritten hat, so wird in dem nachfolgenden Schritt die maximale Verstellzeit geändert. Anschließend kehrt die Prozedur zurück zu dem Schritt C gemäß der 1, um die Verstellbewegung fortzuführen.

Die maximale Verstellzeit kann proportional zu der ermittelten Abweichung von dem Schwellenwert geändert werden. Wenn die ermittelte Messgröße eine Schwergängigkeit der elektrischen Antriebseinrichtung und/oder des zu verstellenden Bauteils anzeigt, also die ermittelte Abweichung der Messgröße den Schwellenwert beispielsweise überschreitet, so kann die maximale Verstellzeit proportional zu der Differenz aus der ermittelten Abweichung und dem Schwellenwert erhöht werden. Wenn hingegen die ermittelte Messgröße eine Leichtgängigkeit der elektrischen Antriebseinrichtung und/oder des zu verstellenden Bauteils anzeigt, wenn also beispielsweise die ermittelte Abweichung kleiner ist als der Schwellenwert, so kann die maximale Verstellzeit proportional zu der Differenz zwischen der ermittelten Abweichung und dem Schwellenwert verkürzt werden, um so eine unnötig lange Verstellbewegung im Falle einer Betriebsstörung zu vermeiden.

Selbstverständlich kann die maximale Verstellzeit auch in anderer Weise geändert bzw. angepasst werden. Beispielsweise kann, wenn die Prozeduren gemäß den 1 und 2 periodisch, insbesondere getaktet, durchlaufen werden, die maximale Verstellzeit auch inkrementell geändert werden, um beim erneuten Durchlaufen der Prozedur gemäß der 2 erneut überprüft zu werden. Wenn also die ermittelte Messgröße eine Schwergängigkeit der elektrischen Antriebseinrichtung und/oder des zu verstellenden Bauteils anzeigt, so wird die maximale Verstellzeit inkrementell verlängert. Wenn hingegen die ermittelte Messgröße eine Leichtgängigkeit der elektrischen Antriebseinrichtung und/oder des zu verstellenden Bauteils anzeigt, so wird die maximale Verstellzeit inkrementell verkürzt.

Die Änderung bzw. Anpassung der maximalen Verstellzeit gemäß der 2 kann auch in Entsprechung zu Referenzdatensätzen, die beispielsweise in dem Speicher einer Steuerungseinrichtung abgelegt sind, geändert werden. Auf diese Weise kann erfindungsgemäß eine beliebige, im Voraus festlegbare Anpassung an beliebige Betriebszustände der elektrischen Antriebseinrichtung und/oder des zu verstellenden Bauteils erzielt werden.

Bei der Prozedur gemäß der 1 kann vorgesehen sein, dass die aktuelle Verstellzeit nicht zurückgesetzt wird, wenn der die Verstellbewegung auslösende Schalter innerhalb einer vorgebbaren Zeitdauer nach einer vorherigen Betätigung erneut betätigt wird. Auf diese Weise kann der Tatsache Rechnung getragen werden, dass Benutzer häufig einen eine Verstellbewegung auslösenden Schalter, beispielsweise zur Sitzverstellung, nicht ständig betätigen, sondern vielmehr intermittierend, um sich so an eine gewünschte Position des zu verstellenden Bauteils "heranzutasten". Um ein solches "Herantasten" der Bedienperson an die gewünschte Position des zu verstellenden Bauteils zu detektieren, kann auch eine Fuzzy-Logik, eine neuronale Netzschaltung oder dergleichen vorgesehen sein.

Selbstverständlich können für die Prozedur gemäß den 1 und 2 auch mehrere Messgrößen, welche den Betriebszustand der elektrischen Antriebseinrichtung und/oder des zu verstellenden Bauteils betreffen, verwendet werden. Solche Messgrößen können einzeln gemäß der in den 1 und 2 gezeigten Prozedur verarbeitet werden oder diese können logisch, beispielsweise durch UND-Verknüpfung oder ODER-Verknüpfung, zu einer neuen, errechneten Messgröße verknüpft werden, die dann entsprechend der in den 1 und 2 gezeigten Prozedur verarbeitet wird. Auf diese Weise können auch unterschiedliche Arten von Betriebszustandsstörungen oder signifikante Betriebszustandsänderungen abgefangen werden.

Anhand der 3 wird nachfolgend ein System zur Steuerung gemäß der vorliegenden Erfindung beschrieben werden. Gemäß der 3 wird das zu verstellende Bauteil 3 von einem Elektromotor 2 angetrieben. Elektromotor 2 und zu verstellendes Bauteil 3 sind hierzu über eine Verstellmechanik, ein Getriebe oder dergleichen miteinander gekoppelt. Der Elektromotor 2 weist einen Steuereingang auf, der mit der Steuerungseinrichtung, beispielsweise einer zentralen Prozessoreinrichtung (CPU), verbunden ist. Der Steuerungseinrichtung 1 ist ein Speicher 6 zugeordnet, in welchem Schwellenwerte, Sollwerte für die zu ermittelnden Messgrößen, Soll-Kennlinien oder Soll-Zeitverläufe der zu ermittelnden Messgrößen und dergleichen, wie diese für die Prozedur gemäß den 1 und 2 erforderlich sind, gespeichert sind. Die in dem Speicher 6 gespeicherten Daten können von der Steuerungseinrichtung 1 ausgewählt werden, beispielsweise in Anpassung an den Typ des zu verstellenden Bauteils, und von dieser ausgelesen werden.

Gemäß der 3 sind Messwandler 5a5c vorgesehen, um Messgrößen zu ermitteln, die den Betriebszustand des Elektromotors und/oder des zu verstellenden Bauteils betreffen. Die Messgrößen können kontinuierlich oder getaktet, beispielsweise getaktet durch eine zentrale Zeitsteuerschaltung, ermittelt werden. Die ermittelten Messgrößen können als analoge Signale über Datenleitungen an die Steuerungseinrichtung 1 übermittelt werden. Bevorzugt ist den jeweiligen Messwandlern 5a5c ein A/D-Wandler zugeordnet, so dass die Daten über einen gemeinsamen seriellen Datenbus 4 an die Steuerungseinrichtung 1 übermittelt werden. Die Funktion der Steuerungseinrichtung 1 wird mittels einer geeigneten Software ausgeführt, die in der zentralen Prozessoreinheit des Fahrzeugs oder in einer dezentralen Prozessoreinrichtung abläuft, beispielsweise in einem in das zu verstellende Bauteil integrierten oder diesem zugeordneten Prozessor.

Beispiele für Messgrößen, die erfindungsgemäß zur Charakterisierung des Betriebszustands der elektrischen Antriebseinrichtung und/oder des zu verstellenden Bauteils ermittelt werden, sind: die Versorgungsspannung des Elektromotors 2; die Temperatur des Elektromotors 2; der durch den Elektromotor 2 fließende Strom; das von dem Elektromotor 2 aufgebrachte Drehmoment. Weitere Messgrößen werden dem Fachmann beim Studium der vorliegenden Beschreibung ohne weiteres ersichtlich sein.

Ein ganz besonders bevorzugtes Ausführungsbeispiel gemäß der vorliegenden Erfindung betrifft die elektrisch getriebene Verstellung von Kraftfahrzeugsitzen oder Komponenten von diesen, beispielsweise der Rückenlehne, der Seitenwangen, der Kopfstütze, des Sitzunterteils oder dergleichen. Zur Verstellung kann der Elektromotor über eine vorzugsweise flexible Gewindespindel mit einem in dem Sitz oder in der zu verstellenden Sitzkomponente vorgesehenen Spindelgetriebe verbunden sein. In einem solchen Ausführungsbeispiel könnte der Sensor 5b gemäß der 3 beispielsweise das von dem Elektromotor 2 aufgebrachte Drehmoment oder die Anzahl von Spindelumdrehungen pro vorgegebener Zeiteinheit als Maß für die Geschwindigkeit der Verstellbewegung messen und könnte der Sensor 5a gemäß der 3, der dem zu verstellenden Bauteil zugeordnet ist, die tatsächlich erbrachte Verstellgeschwindigkeit des Sitzes oder dessen Komponente ermitteln.

Um die maximale Verstellzeit individuell auf das zu verstellende Bauteil anzupassen, kann gemäß der vorliegenden Erfindung vorgesehen sein, dass zumindest ein Normierungslauf für das zu verstellende Bauteil ausgeführt wird, anhand dem die unter normalen Betriebsbedingungen zweckmäßige maximale Verstellzeit ermittelt wird. Dies wird nachfolgend anhand der bevorzugten Verwendung der erfindungsgemäßen Steuerungsvorrichtung für eine motorische Sitzverstellung beschrieben werden, wenngleich die vorstehende Erfindung nicht auf diese Anwendung beschränkt sein soll.

Zum Ausführen eines solchen Normierungslaufs wird der Sitz oder dessen Komponente in eine definierte Ausgangsstellung, insbesondere eine Endstellung, gebracht. Diese Ausgangsstellung kann mittels geeigneter Schalter, beispielsweise Endschalter, detektiert werden. Ausgehend von dieser definierten Ausgangsstellung wird der Sitz oder die Sitzkomponente in eine andere definierte Stellung, bevorzugt eine gegenüber liegende Endstellung, gebracht. Diese weitere definierte Stellung des Sitzes oder der Sitzkomponente kann in entsprechender Weise mittels eines Schalters, bevorzugt eines weiteren Endschalters, detektiert werden. Zum Ausführen des Normierungslaufs wird die zugeordnete elektrische Antriebseinrichtung mit einer Geschwindigkeit, wie diese während eines normalen Betriebs vorherrschen soll, insbesondere mit konstanter Verstellgeschwindigkeit, betrieben. Während des Normierungslaufs ermitteln die in der 3 dargestellten Messwandler 5a5c Messgrößen, die den Betriebszustand der elektrischen Antriebseinrichtung und/oder des zu verstellenden Bauteils in geeigneter Weise, wie vorstehend beschrieben, charakterisieren. Aus den so ermittelten Messgrößen und/oder Zeitverläufen der Messgrößen werden Schwellenwerte, Sollwerte der Messgrößen oder Soll-Zeitverläufe der Messgrößen ermittelt. Diese können in dem in der 6 gezeigten Speicher 6 abgespeichert werden. Dieser Normierungslauf kann auch für eine Verstellbewegung in der umgekehrten Richtung durch Reversieren der elektrischen Antriebseinrichtung wiederholt werden. Anhand eines solchen Normierungslaufs kann die maximale Verstellzeit unter Nenn-Betriebsbedingungen festgelegt werden, beispielsweise durch Multiplizieren der für den Normierungslauf ermittelten Gesamtverstellzeit mit einem vorgegebenen Proportionalitätsfaktor.

Mit Hilfe des Messwandlers 5a gemäß der 3 kann während eines Normierungslaufs die Stellung des zu verstellenden Bauteils fortwährend ermittelt werden. Der Gesamt-Verstellweg kann in mehrere Intervalle unterteilt werden und für jedes so festgelegte Intervall kann eine zugeordnete maximale Verstellzeit in der vorstehend beschriebenen Weise ermittelt werden. Gemäß dieser Ausführungsform kann für die Prozedur gemäß den 1 und 2 die maximale Verstellzeit auch jeweils an die aktuelle Position des zu verstellenden Bauteils angepasst werden. Wenn beispielsweise die maximale Verstellzeit für einen vollen Verstellweg des zu verstellenden Bauteils T beträgt und während der Verstellbewegung ermittelt wird, dass sich das zu verstellende Bauteil in dem letzten Fünftel vor Erreichen einer Endstellung des zu verstellenden Bauteils befindet, so kann für dieses Intervall die maximale Verstellzeit auf T/5 gesetzt werden. Diese Anpassung der maximalen Verstellzeit braucht nicht diskret vorgenommen zu werden, wie vorstehend beschrieben, sondern kann auch proportional zu der aktuellen Position des zu verstellenden Bauteils, wie diese von dem Sensor 5a gemäß der 3 ermittelt wird, angepasst werden.

Anstatt einen Normierungslauf vorzunehmen, können Parameter, welche einen normalen Betriebszustand der elektrischen Antriebseinrichtung und/oder des zu verstellenden Bauteils charakterisieren, auch im Voraus ermittelt oder empirisch, beispielsweise durch Berechnen, vorgegeben und in dem Speicher der Steuerungseinrichtung abgelegt werden. Solche Parameter können auch für verschiedene Typen von zu verstellenden Bauteilen oder zu verwendenden Elektromotoren gespeichert werden, die dann nach geeigneter Identifizierung des zu verstellenden Bauteils oder des Elektromotors von der Steuerungseinrichtung ausgelesen und weiter verwendet werden.

Selbstverständlich kann das Steuerungsverfahren gemäß der vorliegenden Erfindung auch als redundantes Sicherheitsmerkmal in Kombination mit anderen Sicherheitsmaßnahmen kombiniert werden. Beispielsweise können als weitere solche Sicherheitsmaßnahme Blockierungssensoren einen blockierten Zustand des zu verstellenden Bauteils ermitteln und dann, wenn ein blockierter Zustand festgestellt wird, die Verstellbewegung abbrechen, beispielsweise durch sofortiges Abbrechen des Motorbetriebs oder durch Reversieren des Motorbetriebs, wie dies beispielsweise von einem Einklemmschutz für Fensterheber bekannt ist. Als weitere solche Sicherheitsmaßnahme kann die Temperatur einer elektrischen Antriebseinrichtung detektiert werden und kann, wenn die detektierte Temperatur einen vorgebbaren Schwellenwert übersteigt, der Motorbetrieb unmittelbar, oder nach Rückkehren in eine Ruheposition der elektrischen Antriebseinrichtung bzw. des zu verstellenden Bauteils, abgebrochen werden (Thermoschutz). Dem Fachmann auf diesem Gebiet werden beim Studium der vorliegenden Beschreibung andere solche weiteren Sicherheitsmaßnahmen ersichtlich sein.

Gemäß einer weiteren Ausführungsform der vorliegenden Erfindung kann die maximale Verstellzeit auch in Abhängigkeit solcher weiteren Sicherheitsmaßnahmen geändert bzw. angepasst werden. Wenn die Steuerungsvorrichtung beispielsweise erkennt, dass eine oder mehrere der vorstehend beispielhaft angeführten weiteren Sicherheitsmaßnahmen vorgesehen und/oder betriebsbereit ist bzw. sind, beispielsweise eine Blockerkennung oder ein Thermoschutz, so kann erfindungsgemäß vorgesehen sein, dass die maximale Verstellzeit verlängert wird, weil man unter normalen Betriebsbedingungen beispielsweise davon ausgehen kann, dass die weitere Sicherheitsmaßnahme (Blockerkennung, Thermoschutz oder dergleichen) im Falle einer Überlastung der elektrischen Antriebseinrichtung und/oder des zu verstellenden Bauteils rechtzeitig ausgelöst wird, oder dass die maximale Verstellzeit weiter verkürzt wird.

Grundsätzlich kann das erfindungsgemäße Steuerungsverfahren auf beliebige zu verstellende Bauteile in Kraftfahrzeugen angewendet werden. Bevorzugt betrifft eine solche motorische Verstellung Komfortfunktionen in einem Kraftfahrzeug, beispielsweise die Verstellung von Sitzen oder deren Komponenten, von weiteren Komfort-Bedienelementen in Kraftfahrzeugen, von Fensterhebern, Schiebedächern, Türen oder dergleichen. Erfindungsgemäß kann die maximale Verstellzeit flexibler an tatsächliche Betriebszustände angepasst werden, was so zuverlässig einer Überlastung von Elektromotoren, mechanischen Verstellvorrichtungen oder zu verstellenden Bauteilen entgegen wirkt.

1Steuerungseinrichtung/CPU 2Motor 3Bauteil 4Bus 5a–5cMesswandler 6Speicher

Anspruch[de]
  1. Verfahren zur Steuerung der Verstellbewegung einer elektrischen Antriebseinrichtung (2) von Kraftfahrzeugen, insbesondere eines Sitzverstellmotors, bei dem die Dauer der Verstellbewegung ermittelt und die Verstellbewegung abgebrochen oder zumindest abgebremst wird, wenn die Zeitdauer der Verstellbewegung eine maximale Zeitdauer erreicht, bei welchem Verfahren die maximale Zeitdauer basierend auf zumindest einer ermittelten Messgröße geändert wird.
  2. Verfahren nach Anspruch 1, bei dem die ermittelte Messgröße einen Betriebszustand der elektrischen Antriebseinrichtung (2) und/oder des zu verstellenden Bauteils (3) betrifft.
  3. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem die maximale Zeitdauer proportional zu einer Abweichung der ermittelten Messgröße von einem Sollwert geändert wird.
  4. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, bei dem die maximale Zeitdauer geändert wird, wenn eine Abweichung der ermittelten Messgröße von einem Sollwert einen vorgebbaren Schwellenwert überschreitet.
  5. Verfahren nach Anspruch 3 oder 4, bei dem der Schwellenwert konstant ist.
  6. Verfahren nach Anspruch 3 oder 4, bei dem der Schwellenwert über einen maximalen Verstellweg der elektrischen Antriebseinrichtung (2) und/oder des zu verstellenden Bauteils (3) variiert, wobei die Variation des Schwellenwerts über den Verstellweg der elektrischen Antriebseinrichtung (2) und/oder des zu verstellenden Bauteils (3) in einer Speichereinrichtung (6) abgelegt ist.
  7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem die maximale Zeitdauer während einer Verstellbewegung permanent angepasst bzw. verändert wird.
  8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, bei dem die maximale Zeitdauer periodisch angepasst bzw. verändert wird.
  9. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem die Messgröße ausgewählt wird aus einer Gruppe von Messgrößen, die umfasst: eine Versorgungsspannung der elektrischen Antriebseinrichtung (2), eine Temperatur der elektrischen Antriebseinrichtung (2), einen Strom der elektrischen Antriebseinrichtung (2), ein von der elektrischen Antriebseinrichtung (2) aufgebrachtes Drehmoment und eine Dreh- oder Antriebsgeschwindigkeit beim Ausführen der Verstellbewegung.
  10. Verfahren nach Anspruch 9, bei dem zumindest zwei Messgrößen logisch miteinander zu einer Messgröße verknüpft werden, insbesondere mittels einer UND-Verknüpfung oder einer ODER-Verknüpfung, die zum Ändern bzw. Anpassen der maximalen Zeitdauer verwendet wid.
  11. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem die Messgröße zeitlich integriert oder gemittelt wird.
  12. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem eine anfängliche maximale Zeitdauer fest vorgegeben wird, insbesondere in einer Speichereinrichtung (6) abgelegt wird.
  13. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 11, bei dem eine anfängliche maximale Zeitdauer anhand zumindest eines Normierungslaufs der elektrischen Antriebseinrichtung (2) und/oder des zu verstellenden Bauteils (3) bestimmt wird, bevorzugt anhand zumindest eines Normierungslaufs über einen vollständigen Verstellweg der elektrischen Antriebseinrichtung (2) und/oder des zu verstellenden Bauteils (3), und bei dem die so bestimmte maximale Zeitdauer in einer Speichereinrichtung (6) abgelegt wird.
  14. Verfahren nach Anspruch 13, bei dem während des zumindest einen Normierungslaufs eine Messgröße ermittelt und zur Bestimmung der maximalen Zeitdauer verwendet wird, die einen Betriebszustand der elektrischen Antriebseinrichtung (2) und/oder des zu verstellenden Bauteils (3) betrifft und mit einem vorgegebenen Parameter verglichen wird, der bevorzugt in einer Speichereinrichtung (6) abgelegt ist.
  15. Verfahren nach Anspruch 14, bei dem die Messgröße ausgewählt wird aus einer Gruppe von Messgrößen, die umfasst: eine Versorgungsspannung der elektrischen Antriebseinrichtung (2), eine Temperatur der elektrischen Antriebseinrichtung (2), einen Strom der elektrischen Antriebseinrichtung (2), ein von der elektrischen Antriebseinrichtung (2) aufgebrachtes Drehmoment und eine Dreh- oder Antriebsgeschwindigkeit beim Ausführen der Verstellbewegung.
  16. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem die Bestimmung der Verstellzeit der elektrischen Antriebseinrichtung (2) neu gestartet wird, wenn ein Schalter zum Betätigen der elektrischen Antriebseinrichtung (2) betätigt wird.
  17. Verfahren nach Anspruch 16, bei dem die Bestimmung der Verstellzeit der elektrischen Antriebseinrichtung (2) nicht neu gestartet wird, wenn zwischen zwei aufeinander folgenden Betätigungen des Schalters eine vorgegebene Mindestzeitdauer nicht überschritten ist.
  18. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem die Bestimmung der Verstellzeit der elektrischen Antriebseinrichtung (2) neu gestartet wird, wenn die elektrische Antriebseinrichtung (2) reversiert wird.
  19. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem die Verstellbewegung ferner in Abhängigkeit weiterer Parameter oder Messgrößen abgebrochen, unterbrochen, reversiert oder zumindest abgebremst wird.
  20. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem die zumindest eine Messgröße auf einem seriellen Datenbus (4) übermittelt wird.
  21. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem die maximale Verstellzeit ferner basierend auf der Detektion einer Überlastung der elektrischen Antriebseinrichtung und/oder des zu verstellenden Bauteils geändert wird, insbesondere basierend auf einer Erkennung einer Blockierung der elektrischen Antriebseinrichtung und/oder des zu verstellenden Bauteils und/oder basierend auf einer Temperatur der elektrischen Antriebseinrichtung und/oder des zu verstellenden Bauteils.
  22. Vorrichtung zur Steuerung der Verstellbewegung einer elektrischen Antriebseinrichtung (2) von Kraftfahrzeugen, insbesondere eines Sitzverstellmotors, welche eingerichtet ist, um die Zeitdauer der Verstellbewegung zu ermitteln und um die Verstellbewegung abzubrechen oder zumindest abzubremsen, wenn die Zeitdauer der Verstellbewegung eine maximale Zeitdauer erreicht, wobei die Steuervorrichtung (1) eingerichtet ist, um die maximale Zeitdauer basierend auf einer ermittelten Messgröße zu ändern.
  23. Vorrichtung nach Anspruch 22, weiterhin umfassend zumindest einen Sensor (5a–c), um die Messgröße für einen Betriebszustand der elektrischen Antriebseinrichtung (2) und/oder des zu verstellenden Bauteils (3) zu ermitteln.
  24. Vorrichtung nach Anspruch 23, bei der der jeweilige Sensor (5a–c) ausgelegt ist, um eine Messgröße oder Messgrößen zu ermitteln, die aus einer Gruppe von Messgrößen ausgewählt ist bzw. sind, die umfasst: eine Versorgungsspannung der elektrischen Antriebseinrichtung (2), eine Temperatur der elektrischen Antriebseinrichtung (2), einen Strom der elektrischen Antriebseinrichtung (2) und ein von der elektrischen Antriebseinrichtung (2) aufgebrachtes Drehmoment.
  25. Vorrichtung nach Anspruch 23 oder 24, welche eingerichtet ist, um zumindest zwei Messgrößen logisch miteinander zu einer Messgröße zu verknüpfen, insbesondere mittels einer UND-Verknüpfung oder einer ODER- Verknüpfung, um die so ermittelte Messgröße zum Ändern bzw. Anpassen der maximalen Zeitdauer zu verwenden.
  26. Steuerungsprogramm, insbesondere Software, dadurch gekennzeichnet, dass es bei Ablauf auf einer Prozessoreinheit, insbesondere einem Mikroprozessor, das Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 21 ausführt.
  27. Steuerungsprogramm mit Programmkode-Mitteln, um alle Schritte des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 21 auszuführen, wenn es auf einer Prozessoreinheit, insbesondere einem Mikroprozessor, ausgeführt wird.
  28. Steuerungsprogramm nach dem vorhergehenden Anspruch, das auf einem maschinenlesbaren Datenträger gespeicheG ist.
  29. Computerprogramm-Produkt mit auf einem maschinenlesbaren Datenträger gespeicherten Programmkode-Mitteln, um alle Schritte des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 21 auszuführen, wenn es auf einer Prozessoreinheit, insbesondere einem Mikroprozessor, ausgeführt wird.
Es folgen 3 Blatt Zeichnungen






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

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