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Dokumentenidentifikation DE102004002339A1 18.08.2005
Titel Reibradgetriebe, insbesondere Toroidgetriebe
Anmelder Bayerische Motoren Werke AG, 80809 München, DE
Erfinder Kress, Thomas, 85221 Dachau, DE
DE-Anmeldedatum 16.01.2004
DE-Aktenzeichen 102004002339
Offenlegungstag 18.08.2005
Veröffentlichungstag im Patentblatt 18.08.2005
IPC-Hauptklasse F16H 63/06
IPC-Nebenklasse F16H 61/00   
IPC additional class // F16H 101:00,15/38  
Zusammenfassung Reibradgetriebe, insbesondere Toroidgetriebe für Fahrzeuge, mit einer ersten Reibrolle bzw. einer ersten Reibrollengruppe und einer zweiten Reibrolle bzw. einer zweiten Reibrollengruppe, die jeweils zur Übertragung eines Drehmoments von einer Antriebsscheibe auf eine Abtriebsscheibe vorgesehen sind, wobei die Reibrollen bzw. die Reibrollengruppen lageverstellbar angeordnet sind. Ferner ist eine erste Abstützeinrichtung vorgesehen, die der ersten Reibrolle bzw. der ersten Reibrollengruppe zugeordnet ist und eine zweite Abstützeinrichtung, die der zweiten Reibrolle bzw. der zweiten Reibrollengruppe zugeordnet ist. Die Abstützeinrichtungen bringen die Abstützkräfte zur Abstützung der von den Reibrollen bzw. von den Reibrollengruppen bei der Drehmomentübertragung ausgeübten Reaktionskräfte auf. Ferner ist eine Regeleinrichtung vorgesehen, welche die Abstützkräfte der Reibrollen bzw. der Reibrollengruppen so regelt, dass die Reibrollen bzw. die Reibrollengruppen in einem kinematisch stabilen Zustand gehalten werden. Die Regeleinrichtung vergleicht Relativstellungen der Reibrollen bzw. der Reibrollengruppen miteinander und, wenn eine der Reibrollen bzw. eine der Reibrollengruppen in bezug auf die andere Reibrolle bzw. in bezug auf die andere Reibrollengruppe eine instabilere Stellung einnimmt, wird die Abstützkraft der instabileren Reibrolle bzw. der instabileren Reibrollengruppe so geregelt, dass ihre Stellung stabilisiert wird.

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft ein Reibradgetriebe, insbesondere ein Toroidgetriebe für Fahrzeuge gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruches 1.

Ein derartiges Toroidgetriebe ist aus der DE 100 47 139 A1 bekannt. Toroidgetriebe weisen bekanntermaßen eine Antriebsscheibe, eine Abtriebsscheibe und mindestens eine, in der Regel aber drei zwischen der Antriebsscheibe und der Abtriebsscheibe angeordnete Reibrollen auf. Bei dem in der DE 100 47 319 A1 beschriebenen Toroidgetriebe ist nur eine Antriebsscheibe und eine Abtriebsscheibe vorgesehen. Der Raum zwischen den beiden Scheiben, d. h. der Bereich, in dem die Reibrollen angeordnet sind, wird auch als „Cavity" bezeichnet. Aus der EP 356 102 B1 ist ein Toroidgetriebe mit zwei solchen Cavities bekannt, wobei jeder Cavity drei Reibrollen zugeordnet sind.

An einer der Antriebsscheiben oder an einer der Abtriebsscheiben ist üblicherweise eine „Normalkrafterzeugungseinrichtung" vorgesehen, welche die Scheiben gegeneinanderdrückt, so dass Drehmoment von der Antriebsscheibe bzw. von den Antriebsscheiben über die Reibrollen auf die Abtriebsscheibe bzw. auf die Abtriebsscheiben übertragbar ist. Die Kraft- bzw. Drehmomentübertragung erfolgt über ein Traktionsöl in den Reibpunkten. Zur Übertragung eines vorgegebenen Drehmoments ist eine Mindestkontaktnormalkraft erforderlich. Prinzipiell wäre es möglich, die Kontaktnormalkraft stationär so zu wählen, dass sämtliche während des Betriebs des Toroidgetriebes auftretenden Drehmomente sicher übertragen werden. Dies hätte jedoch eine permanent überhöhte Kontaktnormalkraft zur Folge, d. h. eine permanente Überpressung der Kontaktpunkte, was sich negativ auf die Lebensdauer der Reibelemente und ungünstig auf den Wirkungsgrad des Getriebes auswirken würde.

Bei Toroidgetrieben sind die Reibrollen üblicherweise drehbar an Rollergabeln gelagert, die jeweils über eine separate Abstützeinrichtung abgestützt sind. Alternativ dazu ist auch eine Anordnung denkbar, bei der die Rollergabeln der Reibrollen einer Cavity an einem gemeinsamen Verstellelement, z. B. an einem gemeinsamen Verstellring angeordnet sind, der durch eine Zentralaktuatorik verstellbar ist. Bei einem Toroidgetriebe mit zwei Cavities kann dann jeder dieser Cavities ein solcher Verstellring zugeordnet sein.

Bei der Drehmomentübertragung entsteht an den Reibrollen jeweils eine Reaktionskraft. Die an den Reibrollen entstehenden Traktionskräfte werden jeweils die durch einen der jeweiligen Reibrolle zugeordneten „Traktionssteller" oder, im Falle einer Zentralaktuatorik, durch einen zentralen Traktionssteller abgestützt. Die an einer Reibrolle entstehende Reaktionskraft korreliert mit dem vom Toroidgetriebe übertragenen Drehmoment und kann als „Tangentialkraft", oder genauer gesagt, als Summe der an der Reibrolle auftretenden Tangentialkräfte interpretiert werden. Die an den Reibrollen entstehenden Tangentialkräfte müssen durch die Abstützeinrichtungen abgestützt werden. Die von den Abstützeinrichtungen aufgebrachten Abstützkräfte müssen also im Gleichgewicht mit den Tangentialkräften sein. Für einen stabilen Betrieb eines Toroidgetriebes ist es erforderlich, dass sämtliche Reibrollen in möglichst der gleichen stabilen Stellung gehalten werden. Unter dem Begriff „gleiche stabile Stellung" ist nicht zu verstehen, dass die Reibrollen räumlich gleich ausgerichtet sind, sondern, dass sie jeweils eine Stellung einnehmen, so dass an den einzelnen Reibrollen jeweils ein gleich großer Schlupf auftritt.

Eine Problematik hierbei besteht darin, dass der an den einzelnen Reibrollen auftretende Schlupf nicht bzw. nicht exakt bestimmbar ist. Versuche haben gezeigt, dass beim Übergang vom stabilen in einen instabilen Betriebszustand üblicherweise nicht alle drei Reibrollen gleichzeitig in einen instabilen Schlupfzustand übergehen, sondern dass zunächst stets immer eine der drei Rollen dazu neigt, aus dem stabilen Betriebszustand „auszubrechen". Bei einem Toroidgetriebe mit zwei Cavities, bei denen die Reibrollen einer jeden Cavitiy durch eine Zentralaktuatorik zwangsgekoppelt sind, tritt das Problem in analoger Weise auf. Hier brechen nicht beide „Reibrollengruppen" gleichzeitig aus, sondern stets eine der beiden Reibrollengruppen geht allmählich in einen instationären Zustand über.

Aufgabe der Erfindung ist es, ein Reibradgetriebe, insbesondere ein Toroidgetriebe zu schaffen, bei dem in einfacher Weise ein „Ausbrechen" einer Reibrolle oder einer Reibrollengruppe aus dem stabilen Betriebszustand erkannt werden kann und die ausbrechende Reibrolle bzw. Reibrollengruppe in einfacher Weise wieder in den stabilen Zustand geregelt werden kann.

Diese Aufgabe wird durch die Merkmale des Patentanspruches 1 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Erfindung sind den Unteransprüchen zu entnehmen.

Die Erfindung geht von einem Reibradgetriebe, insbesondere einem Toroidgetriebe für Fahrzeug aus, das mindestens eine erste und eine zweite Reibrolle aufweist, die jeweils zur Übertragung eines Drehmoments von einer Antriebsscheibe auf eine Abtriebsscheibe vorgesehen sind, wobei die Reibrollen lageverstellbar sind. Die beiden Reibrollen können beide zwischen der Antriebsscheibe und der Abtriebsscheibe angeordnet sein. Alternativ dazu ist jedoch auch ein Reibradgetriebe mit zwei „Cavities" denkbar, d. h. die eine Reibrolle ist einem ersten durch eine Antriebsscheibe und eine Abtriebsscheibe gebildeten Scheibenpaar zugeordnet und die zweite Reibrolle ist einem zweiten durch eine separate Antriebsscheibe und eine separate Abtriebsscheibe gebildeten Scheibenpaar zugeordnet. Das Reibradgetriebe weist also mindestens zwei separat verstellbare Reibrollen bzw. zwei separat verstellbare Reibrollengruppen auf, wobei die Reibrollen einer Reibrollengruppe mechanisch zwangsgekoppelt sind und nur gemeinsam verstellt werden können. Wenn im Folgenden von der „ersten Reibrolle" und der „zweiten Reibrolle" die Rede ist, dann ist dies so zu verstehen, dass die erste und die zweite Reibrolle auch jeweils Teil einer gemeinsam verstellbaren Reibrollengruppe sein kann. Ferner ist eine erste und eine zweite Abstützeinrichtung vorgesehen. Die erste Abstützeinrichtung ist der ersten Reibrolle bzw. der ersten Reibrollengruppe zugeordnet und die zweite Abstützeinrichtung ist der zweiten Reibrolle bzw. der zweiten Reibrollengruppe zugeordnet. Die Abstützeinrichtungen bringen Abstützkräfte auf, um die bei einer Drehmomentübertragung an den Reibrollen entstehenden Reaktionskräfte abzustützen. Ferner ist eine Regeleinrichtung vorgesehen, welche die Abstützkräfte der Reibrollen so regelt, dass die Reibrollen in einem kinematisch stabilen Zustand bleiben.

Der Kern der Erfindung besteht in der Regelung der Abstützkräfte der Reibrollen bzw. der Reibrollengruppen. Konkret geht es darum, dass die Regeleinrichtung „Relativstellungen" der Reibrollen miteinander vergleicht. Wenn eine der Reibrollen in bezug auf die andere Reibrolle eine instabilere Stellung einnimmt, dann wird die Abstützkraft der „ausbrechenden" Reibrolle bzw. Reibrollengruppe, d. h. der instabileren Reibrolle bzw. Reibrollengruppe so regelt, dass sich ihre Stellung wieder stabilisiert.

Vorzugsweise erfolgt die Regelung der Relativstellungen der Reibrollen rein hydraulisch über die Regelung der von den Abstützeinrichtungen aufgebrachten Abstützkräfte. Vereinfacht ausgedrückt erfolgt zwischen den zu überwachenden Reibrollen bzw. Reibrollengruppen ein hydraulischer Wegevergleich. Die Stellungen der zu überwachenden Reibrollen bzw. Reibrollengruppen werden also miteinander verglichen. Wenn eine der Reibrollen bzw. Reibrollengruppen droht, in einen instabilen Zustand „auszubrechen", dann werden die Druckkreisläufe der zu überwachenden Rollen bzw. Rollengruppen automatisch wegabhängig kurzgeschlossen. Das heißt, die Abstützkraft an der aus dem stabilen Betriebszustand ausbrechende Reibrolle bzw. Reibrollengruppe wird zurückgenommen.

Nach einer Weiterbildung der Erfindung ist jeder zu überwachende Reibrolle bzw. jeder zu überwachenden Reibrollengruppe eine Abstützeinrichtung mit einem Doppelzylinder zugeordnet. In der Regel herrscht in einer der beiden Zylinderhälften ein größerer Druck als in der anderen zweiten Zylinderhälfte. Durch die Druckdifferenz zwischen den beiden Zylinderhälften wird die von der zugeordneten Reibrolle bzw. Reibrollengruppe ausgeübte Reaktionskraft abgestützt.

Sobald erkannt wird, dass eine Reibrolle bzw. eine Reibrollengruppe aus dem stabilen Zustand auszubrechen droht, wird die von der zugeordneten Abstützeinrichtung ausgeübte Abstützkraft zurückgenommen. Dies kann beispielsweise dadurch erfolgen, dass der größere der in den beiden Zylinderhälften herrschenden Drücke durch einen „Kurzschluss" mit dem kleineren Druck abgesenkt wird.

Im folgenden wir die Erfindung im Zusammenhang mit der Zeichnung näher erläutert. Es zeigen:

1, 2 den prinzipiellen Aufbau eines Toroidgetriebes in schematischer Darstellung;

3, 4 ein Ausführungsbeispiel gemäß der Erfindung, wobei jeder der dargestellten Reibrollen eine separate Abstützeinrichtung zugeordnet ist;

5-7 ein Ausführungsbeispiel mit zwei Reibrollengruppen, wobei jeder beiden Reibrollengruppen eine separate Abstützeinrichtung zugeordnet ist.

1 zeigt das Grundprinzip eines Toroidgetriebes mit einer „Cavity". Das Toroidgetriebe weist eine Antriebsscheibe 1, eine Abtriebsscheibe 2 und drei dazwischen angeordnete Reibrollen auf, von denen in der hier gezeigten Darstellung nur die beiden Reibrollen 3, 4 dargestellt sind. Die drei Reibrollen sind in Umfangsrichtung um 120° voneinander beabstandet angeordnet. Die Reibrollen 3, 4 sind zur Drehmomentübertragung von der Antriebsscheibe 1 auf die Abtriebsscheibe 2 vorgesehen. An der Antriebsscheibe 1 ist eine Normalkrafterzeugungseinrichtung vorgesehen, die z. B. durch eine Spannhydraulik 5 gebildet ist und die die Antriebsscheibe 1, die Abtriebsscheibe 2 und die dazwischen angeordneten Reibrollen 3, 4 in Axialrichtung zusammendrückt. Die Spannhydraulik erzeugt somit eine Kontaktnormalkraft zwischen den Reibrollen 3, 4 und der Antriebsscheibe 1 bzw. der Abtriebsscheibe 2. Die Kontaktnormalkraft ermöglicht eine Drehmomentübertragung von der Antriebsscheibe 1 auf die Abtriebsscheibe 2. Die Spannhydraulik 5 kann auch an der Abtriebsscheibe 2 angeordnet sein.

2 zeigt eine Reibrolle 3 sowie in Teilschnittdarstellung eine Antriebsscheibe bzw. eine Abtriebsscheibe, die hier mit dem Bezugszeichen 1 bezeichnet ist und an der die Normalkrafterzeugungseinrichtung 5 angeordnet ist. Die Reibrolle 3 ist drehbar an einem Abstützelement 6 gelagert, das mit einem Tangentialsteller 7 verbunden ist. Das Abstützelement 6 hat hier die Form einer „Rollergabel". Der Tangentialsteller 7 ist durch eine Kolben/Zylinderanordnung mit einem ersten Zylindervolumen 8 und einem zweiten Zylindervolumen 9 gebildet. Im ersten Zylindervolumen 8 herrscht ein Druck p1 und ein im zweiten Zylindervolumen 9 ein Druck p2. Die Drücke p1 und p2 werden durch eine Hydraulik 10 gesteuert.

Das vom Toroidgetriebe übertragene Drehmoment korreliert mit den Tangentialkräften, d. h. mit den Kräften, die über die Rollergabeln in die zugeordneten Tangentialkraftsteller 7 eingeleitet werden, wobei in 2 lediglich eine Reibrolle 3 mit ihrer zugeordneten Rollergabel 6 dargestellt ist. Die „Reaktionskraft", die durch den Tangentialkraftsteller 7 abgestützt wird, ist proportional zur Druckdifferenz p2 – p1. Die Hydraulik 10 ist über elektrische Leitungen mit einem Getriebesteuergerät 12 verbunden. Am Tangentialkraftsteller 7 können Drucksensoren vorgesehen sein, welche die Drücke p1, p2 messen und über elektrische Leitungen 13, 14 dem Getriebesteuergerät 12 zuführen. Das Getriebesteuergerät ist über eine elektrische Steuerleitung 15 mit der Normalkrafterzeugungseinrichtung 5 verbunden und steuert die Kontaktnormalkraft Fn.

3 zeigt in stark schematisierter Darstellung ein Ausführungsbeispiel, bei dem drei Reibrollen 1618 vorgesehen sind, die jeweils über eine zugeordnete „Rollergabel" 16a, 17a, 18a mit jeweils einer durch einen Doppelzylinder gebildeten Abstützeinrichtung 1921 verbunden sind. Die Abstützeinrichtungen 1921 weisen jeweils ein erstes Zylindervolumen 8 und ein zweites Zylindervolumen 9 auf, die durch einen Kolben 22 voneinander getrennt sind. Der Kolben 22 ist über eine Kolbenstange 23 mit der zugeordneten Rollergabel 16a bzw. 17a bzw. 18a verbunden.

Ferner sind zwei Regelventile 24, 25 vorgesehen, die bei dem hier gezeigten Ausführungsbeispiel jeweils durch ein Ventilgehäuse 26, 27 und zwei Schiebeelemente 28, 29 bzw. 30, 31 gebildet sind. Die Schiebeelemente 2831 sind jeweils in dem zugeordneten Ventilgehäuse 26 bzw. 27 verschieblich angeordnet. Die Verschiebelemente 28 bzw. 30 weisen jeweils eine Druckkammer 32, 33 auf, in der der Druck p1 herrscht. Die Schiebeelemente 29, 31 weisen zwei in Verschieberichtung voneinander beabstandete Druckkammern 34, 35 bzw. 36, 37 auf, in denen der Druck p2 herrscht.

Die Schieberelemente 2831 sind jeweils mit einem der Kolben der Abstützeinrichtungen 1921 verbunden. Das Schieberelement 28 ist mit dem Kolben der Abstützeinrichtung 19 verbunden. Die Schieberelemente 29 und 30 sind jeweils mit dem Kolben der Abstützeinrichtung 20 verbunden. Das Schieberelement 31 ist mit dem Kolben der Abstützeinrichtung 21 verbunden.

Wie bereits erwähnt sind die Reibrollen 1618. verstellbar angeordnet. Eine Verstellung der Reibrollen 1618 ist durch Verschieben der Kolben der Abstützeinrichtungen 1921 möglich. Im Normalbetrieb herrscht in jeder der Abstützeinrichtungen 1921 die selbe Druckdifferenz p2 – p1, wodurch die bei einer Drehmomentübertragung an den Reibrollen 1618 auftretenden Reaktionskräfte abgestützt werden.

Aus diversen Gründen kann jedoch der Fall eintreten, dass eine der Reibrollen 1618 aus ihrer stabilen Betriebsstellung „ausbricht" und langsam „nach außen wandert", was zur Folge hat, dass sich der Kolben der zugeordneten Abstützeinrichtung „nach oben" bewegt.

4 zeigt einen solchen Fall, bei dem die „mittlere Reibrolle", d. h. die Reibrolle 17 der 3 aus ihrem instabilen Zustand auszubrechen droht. Wie aus 4 ersichtlich ist, verschiebt sich beim Übergang in den instabilen Zustand der Kolben der Abstützeinrichtung 20 relativ zu dem Kolben der Abstützeinrichtungen 19, 21 nach oben. Aufgrund der Relativverschiebung der Reibrollen und der dadurch bedingten Relativverschiebung des Kolbens der Abstützeinrichtung 20 in Bezug auf die Kolben der Abstützeinrichtungen 19, 21 kommt die Druckkammer 34 des Schieberelements 29 in Fluidverbindung mit der Druckkammer 32 des Schieberelementes 28. Analog dazu kommt die Druckkammer 37 des Schieberelementes 31 in Fluidverbindung mit der Druckkammer 33 des Schieberelementes 30. Somit werden die Zylindervolumina 8, 9 der Abstützeinrichtungen 1921 kurzgeschlossen, was dazu führt, dass der Kolben der Abstützeinrichtung 20 durch die an der Reibrolle 17 angreifenden Reaktionskräfte relativ zu den Kolben der Abstützeinrichtungen 19, 20 zurück nach unten gedrückt wird, bis die Kolben der Abstützeinrichtungen 1921 wieder die gleiche Position einnehmen.

Bei der in den 3 und 4 dargestellten Anordnung handelt sich um eine rein hydraulische Regeleinrichtung, welche die Reibrollen 1618 in der gleichen oder einer annähernd gleichen Relativposition zueinander hält. Eine „synchrone Verstellung" der Reibrollen 1618 wird dadurch nicht beeinträchtigt.

Die 57 zeigen eine schematisierte Darstellung eines Toroidgetriebes mit zwei Cavities, d. h. mit zwei Gruppen von Reibrollen. Eine erste Gruppe 38 von Reibrollen ist durch Reibrollen 3941 gebildet, die jeweils verschwenkbar gelagert sind und die über ein Kopplungselement 42 miteinander kinematisch gekoppelt sind. Eine zweite Gruppe von Reibrollen 43 ist durch Reibrollen 4446 gebildet, die über ein Kopplungselement 47 kinematisch gekoppelt sind. Die Kopplungselemente 4247 sind jeweils über einen Hebelmechanismus mit Kolbenstangen 4849 verbunden. Die Kolbenstange 48 ist einer ersten Abstützeinrichtung 50 zugeordnet und die Kolbenstange 49 einer zweiten Abstützeinrichtung 51. Die Abstützeinrichtungen 50, 51 weisen jeweils einen Doppelkolben 52, 53 auf. Ferner ist ein Regelventil 54 vorgesehen, das zwei Schieberelemente 55, 56 aufweist. Das Schieberelement 55 ist mit der Kolbenstange 48 gekoppelt. Das Schiebeelement 56 ist mit der Kolbenstange 49 gekoppelt. Bei einer synchronen Verstellung der Reibrollengruppen 38 bzw. 43 werden die Schieberelemente 55, 56 ebenfalls synchron verschoben. Bei einer asynchronen Verschiebung der Reibrollengruppen 38 bzw. 43 hingegen kommt es zu einer Relativverschiebung der Schieberelemente 55, 56, was in den 6 und 7 dargestellt ist.

Wenn, wie in 6 dargestellt, die Reibrollengruppe 38 instabil zu werden droht und die Kolbenstange 48 relativ zur Kolbenstange 49 „nach oben" verschoben wird, kommt es zu einem Druckausgleich zwischen der Druckkammer 35 des Schieberelements 56 und der Druckkammer 32 des Schieberelementes 55. Die an den Reibrollen 3941 angreifenden Reaktionskräfte drücken die Kolbenstange 48 zurück nach unten, so dass die Reibrollengruppen 38 und 43 jeweils wieder in Synchronstellung gehen.

7 zeigt einen Fall, bei dem die Reibrollengruppe 43 instabil zu werden droht. In diesem Fall verschiebt die Reibrollengruppe 43 allmählich die Kolbenstange 49 nach unten. Dies führt dazu, dass ein Druckausgleich zwischen den Druckkammern 32 und 35 der Schieberelemente 55, 56 stattfindet. Nach einem Druckausgleich werden die Kolben 48, 49 durch die an den Reibrollen angreifenden Reaktionskräfte automatisch wieder in eine Synchronstellung verschoben.


Anspruch[de]
  1. Reibradgetriebe, insbesondere Toroidgetriebe für Fahrzeuge, mit einer ersten Reibrolle (1618) bzw. einer ersten Reibrollengruppe (38) und einer zweiten Reibrolle (1618) bzw. einer zweiten Reibrollengruppe (43), die jeweils zur Übertragung eines Drehmoments von einer Antriebsscheibe (1) auf eine Abtriebsscheibe (2) vorgesehen sind, wobei die Reibrollen (1618) bzw. die Reibrollengruppen lageverstellbar angeordnet sind,

    einer ersten Abstützeinrichtung (1921), die der ersten Reibrolle (1618) bzw. der ersten Reibrollengruppe (38) zugeordnet ist und einer zweiten Abstützeinrichtung (1921), die der zweiten Reibrolle (1618) bzw. der zweiten Reibrollengruppe (38, 43) zugeordnet ist, wobei die Abstützeinrichtungen (1921) Abstützkräfte zur Abstützung der von den Reibrollen (1618) bzw. von den Reibrollengruppen (38, 43) bei der Drehmomentübertragung ausgeübten Reaktionskräfte aufbringen,

    einer Regeleinrichtung (24, 25, 54), welche die Abstützkräfte der Reibrollen (1618) bzw. der Reibrollengruppen (3843) so regelt, dass die Reibrollen (1618) bzw. die Reibrollengruppen (38, 43) in einem kinematisch stabilen Zustand gehalten werden, dadurch gekennzeichnet, dass

    die Regeleinrichtung (24, 25, 54) Relativstellungen der Reibrollen (1618) bzw. der Reibrollengruppen (38, 43) miteinander vergleicht und, wenn eine der Reibrollen (1618) bzw. eine der Reibrollengruppen (38, 43) in Bezug auf die andere Reibrolle (1618) bzw. in Bezug auf die andere Reibrollengruppe (3843) eine instabilere Stellung einnimmt, die Abstützkraft der instabileren Reibrolle (1618) bzw. der instabileren Reibrollengruppe (38, 43) so regelt, dass ihre Stellung stabilisiert wird.
  2. Reibradgetriebe nach Anspruch 1, wobei die Regelung rein hydraulisch erfolgt.
  3. Reibradgetriebe nach einem der Ansprüche 1 oder 2, wobei jede der Abstützeinrichtungen (24, 25, 54) einen Doppelzylinder aufweist, wobei in einer Zylinderhälfte ein größerer Druck (p2) herrscht als in der anderen Zylinderhälfte.
  4. Reibradgetriebe nach Anspruch 3, wobei, wenn eine der Reibrollen (1618) bzw. eine der Reibrollengruppen (38, 43) in einen instabilen Zustand übergeht, die unterschiedlich in den Zylinderhälften herrschenden Drücke (p1, p2) kurgeschlossen werden, so dass die Reibrollen (1618) bzw. die Reibrollengruppen (38, 43) durch die an den Reibrollen (1618) bzw. an den Reibrollengruppen (38, 43) angreifenden Reaktionskräfte wieder in eine einander entsprechende Stellung bewegt werden.
  5. Reibradgetriebe nach einem der Ansprüche 1 bis 4, wobei jeder der Reibrollen (1618) bzw. jeder der Reibrollengruppen (38, 43) eine separate Abstützeinrichtung zugeordnet ist.
  6. Reibradgetriebe nach einem der Ansprüche 1 bis 5, wobei eine Reibrollengruppe (38, 43) jeweils durch mehrere Reibrollen (3941; 4446) gebildet ist, die über eine Kopplungseinrichtung (42; 47) kinematisch zwangsgekoppelt sind.
Es folgen 4 Blatt Zeichnungen






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