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Dokumentenidentifikation DE202005007613U1 08.09.2005
Titel Rohrbogen
Anmelder Rietschle Thomas Schopfheim GmbH, 79650 Schopfheim, DE
Vertreter Prinz und Partner GbR, 81241 München
DE-Aktenzeichen 202005007613
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 08.09.2005
Registration date 04.08.2005
Application date from patent application 13.05.2005
IPC-Hauptklasse F24F 13/10
IPC-Nebenklasse F24F 13/02   F16L 43/00   F16K 15/03   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen Rohrbogen mit einem ersten Rohrabschnitt und einem zweiten Rohrabschnitt, die durch einen bogenförmigen Abschnitt verbunden sind.

In Druckluftanwendungen werden solche Rohrbögen u.a. als Verbindung zwischen einem Gebläse und einem Sammelkanal eines sogenannten Luftversorgungsschranks eingesetzt. In einem Luftversorgungsschrank sind in der Regel mehrere Gebläse, beispielsweise Radialgebläse, vorgesehen. Die Druckluft der einzelnen, parallelgeschalteten Gebläse wird in einem Sammelkanal zusammengeführt und an die einzelnen Verbraucher weitergeleitet.

Bei niedrigem Druckluftbedarf der Verbraucher können ein oder mehrere der parallelgeschalteten Gebläse abgeschaltet werden. In diesem Fall ist es notwendig, daß die Verbindung zwischen dem abgeschalteten Gebläse und dem Sammelkanal geschlossen wird, da ansonsten die Druckluft der eingeschalteten Gebläse über den Sammelkanal und das abgeschaltete Gebläse ausströmt.

Die Erfindung schafft einen Rohrbogen mit einem ersten Rohrabschnitt und einem zweiten Rohrabschnitt, die durch einen bogenförmigen Abschnitt verbunden sind, wobei in den ersten Rohrabschnitt eine Verschlußklappe integriert ist, die zwei halbkreisförmige Flügel umfaßt, welche um einen Bolzen drehbar sind, der sich längs eines Durchmessers des ersten Rohrabschnitts erstreckt. Die Flächen der Flügel erstrecken sich in einer Öffnungsstellung parallel zu einer Rohrachse des ersten Rohrabschnitts und in einer Schließstellung senkrecht zu dieser Rohrachse. Da die Verschlußklappe in den Rohrbogen integriert ist, entfällt der zusätzliche Platzbedarf für den Einbau einer separaten Verschlußeinrichtung. Ferner ist ein Einbau des erfindungsgemäßen Rohrbogens auch unter erschwerten Einbaubedingungen in einem Luftversorgungsschrank erheblich einfacher als der Einbau von zwei separaten Teilen, nämlich einem Rohrbogen und einer Verschlußeinrichtung.

Vorzugsweise sind die beiden Flügel der Verschlußklappe durch eine Schenkelfeder gekoppelt, welche die Flügel in die Schließstellung beaufschlagt. Damit ist gewährleistet, daß sich die Verschlußklappe bei geringem Druckunterschied vor und hinter der Verschlußklappe in ihre Schließstellung bewegt. Gleichzeitig ist die Feder so ausgelegt, daß sich bei einer gebläseseitigen Druckerhöhung sehr leicht die Öffnungsstellung einstellt.

In einer bevorzugten Ausführungsform weisen die Flügel jeweils eine Kontur für die Anlage eines Schenkels der Schenkelfeder auf. Die Schenkelfeder ist damit auf einfache An und Weise in ihrer Lage gesichert, so daß keine weiteren Maßnahmen zur Fixierung der Feder ergriffen werden müssen.

In einer weiteren Ausführungsform weist ein Rohrmantel des ersten Rohrabschnitts innenseitig eine umlaufende Stufe auf an der ein Umfangsrand der Flügel in der Schließstellung dichtend anliegt. Diese Stufe auf der Innenseite des Rohrmantels dient als Anschlag für die beiden Flügel, da sich die Flügel ansonsten über eine Schließstellung der Verschlußklappe hinausbewegen würden.

Die Flügel können angeformte zylindrische Buchsenabschnitte aufweisen, die mit dem Bolzen ein Scharnier bilden. Dies ist eine einfache und reibungsarme Möglichkeit, die Flügel drehbar am Bolzen zu befestigen.

Vorzugsweise wechseln sich die Buchsenabschnitte des einen Flügels mit den Buchsenabschnitten des anderen Flügels längs des Bolzens ab. Auf diese Art und Weise können beide Flügel zuverlässig am Bolzen befestigt werden.

Darüber hinaus ist es möglich, zwischen den einzelnen Buchsenabschnitten Unterlegscheiben vorzusehen. Dies vermindert zum einen die Reibung zwischen den beiden Flügeln und erhöht zum anderen die Dichtigkeit der Verschlußklappe in der Schließstellung. Außerdem können dadurch Herstellungstoleranzen der Buchsenabschnitte kompensiert werden.

Der zweite Rohrabschnitt kann einen Flansch aufweisen, wobei zwischen dem Flansch und dem Rohrmantel des ersten Rohrabschnitts wenigstens ein Versteifungsblech vorgesehen ist. Dieses Versteifungsblech sorgt dafür, daß der Bogenwinkel des Rohrbogens sich auch unter Temperatur- oder Einbaubelastung nicht verändert. Insbesondere bei Rohrbögen mit engen Krümmungsradien, die unterhalb der Normabmessungen liegen, sind derartige Versteifungsbleche vorteilhaft.

Bevorzugt wird der erfindungsgemäße Rohrbogen bei Drücken bis 500 mbar eingesetzt. In diesem Druckbereich hat sich die sehr einfache Konstruktion der Verschlußklappe als besonders zuverlässig erwiesen.

Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung und aus den nachfolgenden Zeichnungen, auf die Bezug genommen wird. In den Zeichnungen zeigen:

1 eine perspektivische Ansicht eines erfindungsgemäßen Rohrbogens in einer bevorzugten Ausführungsform;

2 eine perspektivische Vorder- und Rückansicht eines Flügels; und

3 eine Seitenansicht und eine Draufsicht des Flügels aus 2.

Die 1 zeigt einen Rohrbogen 8, der geometrisch einen geraden ersten Rohrabschnitt 10 und einen geraden zweiten Rohrabschnitt 12 aufweist, die durch einen bogenförmigen Abschnitt 14 verbunden sind. In den ersten Rohrabschnitt 10 ist eine Verschlußklappe 16 integriert, die zwei halbkreisförmige Flügel 18, 20 umfaßt, welche um einen Bolzen 22 drehbar sind, der sich längs eines Durchmessers des ersten Rohrabschnitts 10 erstreckt. Die Flügelflächen der Flügel 18, 20 erstrecken sich in einer Öffnungsstellung parallel zu einer Rohrachse des ersten Rohrabschnitts 10 und in einer Schließstellung senkrecht zu dieser Rohrachse. Die 1 zeigt die Verschlußklappe 16 in ihrer Schließstellung.

Am zweiten Rohrabschnitt 12 ist in der Ausführungsform nach 1 ein Flansch 24 angebracht, der beispielsweise an einem Druckluftanschluß eines Gebläses befestigt werden kann. Vorzugsweise wird der Rohrbogen 8 über den Flansch 24 lösbar befestigt, so daß der Flansch 24 in 1 Bohrungen für eine Verschraubung des Flansches aufweist.

Zwischen dem Flansch 24 und einer Rohrmantelaußenseite des ersten Rohrabschnitts 10 ist wenigstens ein Versteifungsblech 26 vorgesehen, um die Maßhaltigkeit des Bogenwinkels zu gewährleisten. In der vorliegenden Ausführungsform grenzt das Versteifungsblech an den ersten Rohrabschnitt 10, den zweiten Rohrabschnitt 12, den bogenförmigen Abschnitt 14 und den Flansch 24 an und ist mit jedem dieser Bauteile verschweißt.

Im eingebauten Zustand sind die Flügel 18, 20, welche in den 2 und 3 detailliert dargestellt sind, durch eine Schenkelfeder 28 gekoppelt, welche die Flügel 18, 20 in die Schließstellung beaufschlagt. Zu diesem Zweck liegt ein Schenkel der Schenkelfeder 28 am Flügel 18 und der andere Schenkel am Flügel 20 an. Um die Schenkelfeder 28 in ihrer Lage zu sichern, ist in jeden Flügel 18, 20 eine Kontur zur Anlage der Schenkel eingeprägt. Dies erzeugt auf einer Rückseite des Flügels (2, links) eine konkave Vertiefung 30, an der ein Schenkel der Schenkelfeder 28 angreift und auf einer Vorderseite des Flügels (2, rechts) eine konvexe Wölbung 32 aus der Flügelfläche heraus. Eine Federwicklung, welche die beiden Schenkel der Schenkelfeder 28 verbindet, ist so angeordnet, daß der Bolzen 22 sich durch diese Federwicklung hindurch erstreckt.

An den Flügeln 18, 20 sind zylindrische Buchsenabschnitte 34 angeformt, die im eingebauten Zustand mit dem Bolzen 22 ein Scharnier bilden, so daß die Flügel um den Bolzen 22 drehbar sind. Die Buchsenabschnitte 34 sind dabei so an den Flügeln 18, 20 angeordnet, daß sich im eingebauten Zustand die Buchsenabschnitte 34 des einen Flügels mit den Buchsenabschnitten 34 des anderen Flügels längs des Bolzens 22 abwechseln. In der vorliegenden Ausführungsform sind die Flügel 18, 20 dabei so ausgebildet, daß zur Bildung der Verschlußklappe 16 zwei identische Flügel verwendet werden können. Dabei muß ein Flügel bezüglich einer Flächennormalen des Flügels um 180° gedreht werden und mit einem weiteren Flügel in der Ausgangsposition so zusammengeschoben werden, daß der Bolzen 22 abwechselnd durch die Buchsenabschnitte 34 der beiden Flügel geführt werden kann.

Der Bolzen 22 ist in diesem Fall ein Schraubenbolzen, beispielsweise aus Messing, der entlang eines Rohrdurchmessers des ersten Rohrabschnitts 10 durch den Rohrmantel, die Buchsenabschnitte 34 und den Federwickel der Schenkelfeder 28 gesteckt ist. An den Außenseiten des Rohrmantels sind spezielle Anlageflächen für einen Schraubenkopf und eine Schraubenmutter ausgebildet, so daß eine sichere Befestigung des Schraubenbolzens problemlos möglich ist. Zwischen den gegeneinander verdrehbaren Teilen der Verschlußklappe 16 können Unterlegscheiben, vorzugsweise aus Kunststoff, vorgesehen sein, um die Reibung zu reduzieren. Ferner können durch die Unterlegscheiben Herstellungstoleranzen ausgeglichen und eine erhöhte Dichtigkeit der Verschlußklappe erzielt werden. Die Flügel 18, 20, der Bolzen 22 und die Schenkelfeder 28 sind vorzugsweise aus korrosionsbeständigem Material hergestellt.

Im folgenden wird kurz auf die Funktion der Verschlußklappe 16 eingegangen. Bei erhöhtem Druck am flanschseitigen Ende des Rohrbogens drehen sich die Flügel 18, 20 gegeneinander um den Bolzen 22, bis ihre Flügelflächen im wesentlichen parallel zueinander und im wesentlichen parallel zur Rohrachse des ersten Rohrabschnitts 10 sind. Dies geschieht entgegen der Federkraft der Schenkelfeder 28, wobei abhängig von einer Federkonstante der Schenkelfeder 28 gesteuert werden kann, ab welchem Druckunterschied zwischen den beiden Enden des Rohrbogens 8 die Verschlußklappe 16 in ihre Öffnungsstellung bewegt wird. Fällt der Druckunterschied unter diesen Wert, so werden die Flügel 18, 20 infolge der Federkraft so gegeneinander um den Bolzen 22 verdreht, daß die Flächen der Flügel 18, 20 in der Schließstellung in einer Ebene liegen, die im wesentlichen senkrecht zur Rohrachse des ersten Rohrabschnitts 10 ist. Die Flächen der Flügel 18, 20 sind im wesentlichen Halbkreisflächen, welche in der Schließstellung eine Kreisfläche ausbilden, deren Durchmesser nahezu dem Innendurchmesser des ersten Rohrabschnitts 10 entspricht, so daß der Rohrbogen 8 durch die Flügel 18, 20 verschlossen ist. Um ein Weiterdrehen der Flügel 18, 20 zu verhindern, ist an der Rohrmantelinnenseite des ersten Rohrabschnitts 10 eine umlaufende Stufe 38 vorgesehen, an der ein Umfangsrand der Flügel 18, 20 in der Schließstellung dichtend anliegt. Genauer gesagt ist die Stufe 38 ein umlaufender radialer Versatz, an dem ein Dichtrand 36 der Flügel 18, 20 in der Schließstellung anliegt.

Der Rohrbogen 8 mit integrierter Verschlußklappe 16 ist vorzugsweise für Drücke bis 500 mbar ausgelegt, so daß bei einer Herstellung des ersten Rohrabschnitts 10 und der Flügel 18, 20 aus Metall die metallische Dichtung zwischen dem Dichtrand 36 und der umlaufenden Stufe 38 ausreicht. Eine besondere elastische Kunststoffdichtung kann selbstverständlich vorgesehen sein, ist aber nicht zwingend erforderlich.


Anspruch[de]
  1. Rohrbogen (8) mit einem ersten Rohrabschnitt (10) und einem zweiten Rohrabschnitt (12), die durch einen bogenförmigen Abschnitt (14) verbunden sind, wobei in den ersten Rohrabschnitt (10) eine Verschlußklappe (16) integriert ist, die zwei halbkreisförmige Flügel (18, 20) umfaßt, welche um einen Bolzen (22) drehbar sind, der sich längs eines Durchmessers des ersten Rohrabschnitts (10) erstreckt, wobei sich die Flächen der Flügel (18, 20) in einer Öffnungsstellung parallel zu einer Rohrachse des ersten Rohrabschnitts (10) und in einer Schließstellung senkrecht zu dieser Rohrachse erstrecken.
  2. Rohrbogen (8) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Flügel (18, 20) durch eine Schenkelfeder (28) gekoppelt sind, welche die Flügel (18, 20) in die Schließstellung beaufschlagt.
  3. Rohrbogen (8) nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Flügel (18, 20) jeweils eine Kontur für die Anlage eines Schenkels der Schenkelfeder (28) aufweisen.
  4. Rohrbogen (8) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß ein Rohrmantel des ersten Rohrabschnitts (10) eine umlaufende Stufe (38) aufweist, an der ein Umfangsrand der Flügel (18, 20) in der Schließstellung dichtend anliegt.
  5. Rohrbogen (8) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Flügel (18, 20) angeformte zylindrische Buchsenabschnitte (34) aufweisen, die mit dem Bolzen (22) ein Scharnier bilden.
  6. Rohrbogen (8) nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß sich die Buchsenabschnitte (34) des einen Flügels (18) mit den Buchsenabschnitten des anderen Flügels (20) längs des Bolzens (22) abwechseln.
  7. Rohrbogen (8) nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen den einzelnen Buchsenabschnitten (34) Unterlegscheiben vorgesehen sind.
  8. Rohrbogen (8) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der zweite Rohrabschnitt einen Flansch (24) aufweist, wobei zwischen dem Flansch (24) und dem Rohrmantel des ersten Rohrabschnitts (10) wenigstens ein Versteifungsblech (26) vorgesehen ist.
  9. Rohrbogen (8) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Rohrbogen (8) mit integrierter Verschlußklappe (16) für Drücke bis 500 mbar ausgelegt ist.
  10. Rohrbogen (8) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Verschlußklappe durch zwei identisch ausgebildete Flügel gebildet ist.
Es folgen 2 Blatt Zeichnungen






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