PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE102004008184A1 15.09.2005
Titel Luftmassenmesser
Anmelder AUDI AG, 85057 Ingolstadt, DE
Erfinder Beinroth, Tobias, 74906 Bad Rappenau, DE
DE-Anmeldedatum 19.02.2004
DE-Aktenzeichen 102004008184
Offenlegungstag 15.09.2005
Veröffentlichungstag im Patentblatt 15.09.2005
IPC-Hauptklasse G01F 1/704
IPC-Nebenklasse G01F 1/684   G01P 5/00   F02D 41/18   
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft einen Luftmassenmesser (2) für eine Brennkraftmaschine, mit einem von Luft angeströmten oder umströmten Messelement (18) und einer Abschirmeinrichtung (20) zum Schutz des Messelements (18) vor flüssigen oder festen, von der Luft mitgeführten Verunreingungen. Um die Zuverlässigkeit der Messergebnisse des Luftmassenmessers (2) bei hohen Luftströmungsgeschwindigkeiten zu verbessern, wird erfindungsgemäß vorgeschlagen, dass die Abschirmeinrichtung (20) ein bewegliches Abschirmelement (22) umfasst, das in eine Schutzposition vor dem Messelement (18) oder vor einer das Messelement (18) enthaltenden Messstrecke (12) bewegbar ist, wenn die Strömungsgeschwindigkeit der Luft in einem den Luftmassenmesser (2) umgebenden Luftkanal (4) einen vorgegebenen Wert übersteigt, und dass die Bewegung des Abschirmelements (22) zur Ermittlung der Strömungsgeschwindigkeit der Luft und damit der durch den Luftkanal (4) strömenden Luftmenge detektierbar ist.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen Luftmassenmesser für eine Brennkraftmaschine gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1.

Luftmassenmesser dieser Art werden insbesondere zur Messung des Luftmassenstroms der Ansaugluft von Brennkraftmaschinen mit Mehrpunkteinspritzung verwendet und sind zum Beispiel aus der DE 101 54 253 A1, der DE 101 39 529 A1 oder der DE 199 42 502 A1 sowie aus weiteren, in diesen Druckschriften angegebenen Quellen bekannt. Die bekannten Luftmassenmesser weisen unterschiedlich geformte, in Strömungsrichtung der Luft vor einem Messelement des Luftmassenmessers oder vor einer das Messelement enthaltenden Messstrecke starr angebrachte Abschirmelemente auf, welche die Aufgabe haben, im Luftstrom mitgeführte Wassertröpfchen oder Feststoffpartikel zurückzuhalten und/oder abzulenken, so dass diese Verunreinigungen oder darin enthaltene Bestandteile, wie gelöstes Streusalz, nicht bis zum Messelement gelangen und dort das Messergebnis verfälschen können.

Bei den vorgenannten Luftmassenmessern wird der Luftstrom in Abhängigkeit von der Strömungsgeschwindigkeit der Luft vom Abschirmelement unterschiedlich stark abgelenkt und verwirbelt, was ebenfalls zu einer Verfälschung der Messergebnisse des Luftmassenmessers führen kann. Außerdem bewirkt die bei hohen Strömungsgeschwindigkeiten hinter dem Abschirmelement auftretende Turbulenz des Luftstroms, dass ein Teil der von diesem mitgeführten Verunreinigungen trotz des Abschirmelements in die Messstrecke bzw. zum Messelement gelangt und ebenfalls zu einer Verfälschung von dessen Messergebnis führen kann.

Vor dem Aufkommen von Luftmassenmessern zur Messung des Ansaugluftstroms wurden bereits Luftmengenmesser eingesetzt, um die Luftmenge der Ansaugluft zu messen. Diese Luftmengenmesser arbeiteten nach dem Staudruckprinzip, wobei die Auslenkung einer vom Luftstrom beaufschlagten Staudruckklappe mittels eines Drehpotentiometers gemessen und der Messwert an ein Motorsteuergerät der Brennkraftmaschine gemeldet wurde.

Ausgehend hiervon liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, die Zuverlässigkeit der Messergebnisse von Luftmassenmessern der eingangs genannten Art bei hohen Strömungsgeschwindigkeiten zu verbessern.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass das Abschirmelement in eine Schutzposition vor dem Messelement bewegbar ist, wenn die Strömungsgeschwindigkeit der Luft in einem den Luftmassenmesser umgebenden Luftkanal einen vorgegebenen Wert übersteigt, und dass die Bewegung des Abschirmelements zur Ermittlung der Strömungsgeschwindigkeit der Luft und damit der durch den Luftkanal strömenden Luftmenge detektierbar ist.

Der Erfindung liegt der Gedanke zugrunde, die auf dem Messwert des Messelements basierenden Messergebnisse der bekannten Luftmassenmesser bei hohen Strömungsgeschwindigkeiten zur Verbesserung ihrer Zuverlässigkeit durch die Ergebnisse einer Auswertung der Bewegung des Abschirmelements zu ersetzen oder einer Plausiblisierung zu unterziehen. Die Bewegung des Abschirmelements aus einer Ausgangsposition, in der es einen ungehinderten Zustrom der Luft zum Messelement und/oder zur Messstrecke gestattet, in die Schutzposition vor dem Messelement und/oder vor der Messstrecke, dient somit einerseits dazu, das Messelement und/oder die Messstrecke bei hohen Strömungsgeschwindigkeiten vor Verunreinigungen zu schützen, und wird andererseits messtechnisch erfasst und ausgewertet, um einen Messwert für die Strömungsgeschwindigkeit und damit die Strömungsmenge der Luft abzuleiten, wobei dieser Messwert bei hohen Strömungsgeschwindigkeiten entweder für sich die Grundlage für das Messergebnis des Luftmassenmessers bilden oder zur Plausiblisierung des Messwerts des Messelements dienen kann.

Während unterhalb der vorgegebenen Strömungsgeschwindigkeit bei geringen Luftdurchsätzen immer der sehr genaue Messwert des Messelements, d.h. eine Luftmassenmessung, als Grundlage für das vom Luftmassenmesser ausgegebene Messergebnis herangezogen wird, kann das Messergebnis des Luftmassenmessers oberhalb der vorgegebenen Strömungsgeschwindigkeit entweder allein auf einer Auswertung der Bewegung oder aktuellen Position des Abschirmelements beruhen, wobei der Messwert des Messelements in diesem Fall keine Berücksichtigung findet, oder sowohl auf dem Messwert des Messelements und der Auswertung der Bewegung oder aktuellen Position des Abschirmelements, wobei entweder der Messwert durch das Ergebnis der Auswertung oder das Ergebnis der Auswertung durch den Messwert plausibilisiert wird.

Unter Plausilbilisierung soll in diesem Zusammenhang verstanden werden, dass der Messwert des Messelements nur dann zur Berechnung eines Messergebnisses des Luftmassenmessers herangezogen wird, wenn das Ergebnis der Auswertung der Bewegung oder Position des Abschirmelements einen ähnlichen Wert ergibt. Das vom Luftmassenmesser zu einer Motorsteuerung der Brennkraftmaschine übermittelte Messergebnis kann dann entweder der Messwert des Messelements, das Ergebnis der Auswertung der Bewegung oder Position des Abschirmelements oder ein aus diesen beiden Werten berechneter Mittelwert sein.

In bevorzugter Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass die Abschirmeinrichtung ein von der Luft angeströmtes Stellglied umfasst, das zweckmäßigerweise starr mit dem Abschirmelement verbunden ist und zusammen mit diesem verschwenkt wird, wenn der auf das Stellglied auftreffende Luftstrom eine vorgegebene Strömungsgeschwindigkeit übersteigt. Durch das Verschwenken des Stellgliedes und des Abschirmelements wird das letztere in die Schutzposition vor dem Messelement und/oder vor der Messstrecke bewegt. Das Stellglied und das Abschirmelement können dabei sowohl in Form von zwei getrennten Teilen oder einstückig zum Beispiel durch Stanzen und Biegen eines Blechteils hergestellt werden. Eine Auswertung der Bewegung oder aktuellen Position des Abschirmelements im Sinne dieser Erfindung umfasst daher auch eine Auswertung der Bewegung oder aktuellen Position des Abschirmelements.

Die Bewegung oder aktuelle Position des Abschirmelements oder Stellgliedes kann entweder auf direktem Wege mit einem Drehpotentiometer oder einem anderen geeigneten Positionssensor erfasst oder aber auf indirektem Wege ermittelt werden, zum Beispiel durch eine Dehnungsmessung, bei der die unterschiedlich starke Verformung des Abschirmelements bei hohen Strömungsgeschwindigkeiten in der Schutzposition bzw. bei geringen Strömungsgeschwindigkeiten in der Ausgangsposition gemessen und aus dieser Messung auf die Position des Abschirmelements bzw. die Strömungsgeschwindigkeit der Luft geschlossen wird. Der Messwert des Positionssensors oder der Dehnungsmessung kann entweder in einem Mikroprozessor des Luftmassenmessers ausgewertet oder zur Auswertung zu dem mit dem Luftmassenmesser verbundenen Motorsteuergerät der Brennkraftmaschine weitergeleitet werden.

Um zu bewirken, dass das Abschirmelement wieder in seine Ausgangsposition zurückkehrt, wenn die Strömungsgeschwindigkeit der Luft unter den vorgegebenen Wert absinkt, wird es gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung von einem Rückstellglied mit einer Kraft beaufschlagt, die einer Bewegung des Abschirmelements in die Schutzposition entgegen wirkt und das Abschirmelement in seine Ausgangsposition zurückbewegt, wenn die von der Luft auf das Stellglied ausgeübte Anströmkraft infolge des Absinkens der Strömungsgeschwindigkeit der Luft abnimmt. Das Rückstellglied kann zweckmäßig von einer Rückstellfeder oder einem Rückstellgewicht gebildet werden, die/das bei hohen Strömungsgeschwindigkeiten verformt bzw. angehoben wird.

Dieses Rückstellglied kann gleichzeitig auch dazu dienen, ein Flattern des Abschirmelements im Luftstrom zu verhindern. Alternativ kann zu diesem Zweck zusätzlich ein Dämpfungselement vorgesehen sein.

Um zu verhindern, dass auf dem Abschirmelement und/oder dem Stellglied anhaftende Verunreinigungen zu einer Verfälschung des Messergebnisses des Luftmassenmessers führen, sieht eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung vor, dass zumindest die von der Luft angeströmten oder umströmten Teile des Luftmassenmessers eine Oberfläche mit Lotuseffekt aufweisen.

Im folgenden wird die Erfindung anhand zweier in der Zeichnung dargestellter Ausführungsbeispiele näher erläutert. Es zeigen:

1: eine Längsschnittansicht eines von Luft durchströmten Abschnitts eines Luftansaugrohrs einer Brennkraftmaschine mit einem erfindungsgemäßen Luftmassenmesser;

2: eine Querschnittsansicht des Luftansaugrohrs entlang der Linien II-II der 1;

3: eine Längsschnittansicht des Luftansaugrohrs entlang der Linien III-III der 1;

4: eine Längsschnittansicht eines von Luft durchströmten Abschnitts eines Luftansaugrohrs einer Brennkraftmaschine mit einer Abwandlung des Luftmassenmessers aus 1.

Der in der Zeichnung dargestellte Luftmassenmesser 2 dient zur Messung des Luftmassenstroms der durch ein Luftansaugrohr 4 strömenden Ansaugfrischluft einer Brennkraftmaschine (nicht dargestellt).

Der zwischen einem Luftfilter (nicht dargestellt) und dem Eingang eines Abgasladers (nicht dargestellt) am Luftansaugrohr 4 montierte Luftmassenmesser 2 besteht in bekannter Weise im Wesentlichen aus einem außerhalb des Luftansaugrohrs 4 angeordneten Sockel 6 mit elektrischen Anschlüssen zur Verbindung mit einem Motorsteuergerät (nicht dargestellt) der Brennkraftmaschine, einem über den Sockel 6 überstehenden und durch eine radiale Öffnung 8 senkrecht zur Strömungsrichtung (Doppelpfeil S) der Luft in das Luftansaugrohr 4 ragenden Messkörper 10, einer im Messkörper 10 ausgesparten Messstrecke 12 mit einer auf einer Längsmittelachse 14 des Luftansaugrohrs 4 gelegenen und zur. Strömungsrichtung (Pfeil S) entgegengesetzten Eintrittsöffnung 16 und mit einem entlang der Messstrecke 12 innerhalb des Messkörpers 10 angeordneten Messelement 18, sowie einer Abschirmeinrichtung 20 zum Schutz des Messelements 18 vor flüssigen oder festen, vom Ansaugluftstrom mitgeführten Verunreinigungen.

Das Messelement 18 ist ebenfalls in bekannter Weise ausgebildet und kann zum Beispiel nach dem Hitzdrahtprinzip (HLM) arbeiten und einen stromdurchflossenen Hitzdraht umfassen, der von der durch die Eintrittsöffnung 16 in die Messstrecke 12 strömenden Luft umströmt wird und sich in Abhängigkeit von der Masse der pro Zeiteinheit vorbeiströmenden Luft mehr oder weniger stark abkühlt. Diese Abkühlung führt zu einer Veränderung seines elektrischen Widerstandes, der gemessen wird und die Grundlage der Berechnung des Luftmassenstroms bildet. Alternativ kann das Messelement 18 auch nach dem Heißfilmprinzip (HFM) arbeiten und eine dielektrische Membran mit einer Mehrzahl von darauf angeordneten miniaturisierten Widerstandselementen umfassen.

Im Unterschied zu bekannten Luftmassenmessern, bei denen die Abschirmeinrichtung ein starr mit dem Messkörper verbundenes und in einem Abstand vor der Eintrittsöffnung der Messstrecke angeordnetes gitter- oder stabförmiges Abschirmelement umfasst, weist die Abschirmeinrichtung 20 des erfindungsgemäßen Luftmassenmessers 2 ein bewegliches Abschirmelement 22 mit einer aus strömungstechnischen Gründen im Querschnitt konvex gebogenen Außenseite auf, das zusammen mit einem vom Ansaugluftstrom im Luftansaugrohr 4 angeströmten Stellglied in Form eines rechteckigen Segels 24 drehfest mit einer Drehwelle 26 verbunden ist, wobei die Drehwelle 26 entgegen der Kraft einer im Inneren des Messkörpers 10 angeordneten Torsionsfeder (nicht sichtbar) um eine Längsachse 28 des Messkörpers 10 verschwenkbar ist. Außerdem ist die Drehwelle 26 im Inneren des Messkörpers 10 mit dem drehbaren Teil eines Drehpotentiometer (nicht dargestellt) verbunden, dessen elektrischer Widerstand sich in Abhängigkeit von der Drehlage der Drehwelle 26 verändert.

Bei einem geringen Luftdurchsatz durch das Luftansaugrohr 4 und damit bei niedrigen Strömungsgeschwindigkeiten der Ansaugluft werden das Abschirmelement 22 und das Segel 24 von der Torsionsfeder in der in 1 in durchgezogenen Linien dargestellten Ausgangsposition gehalten, in der sich das Abschirmelement 22 seitlich neben dem Messkörper 10 befindet und die Eintrittsöffnung 16 vollständig frei liegt. In der Ausgangsposition ist das Segel 24 schräg entgegen dem Luftstrom ausgerichtet, vorzugsweise unter einem Winkel von etwa 45 Grad zur Längsmittelachse 14 des Luftansaugrohrs 4, so dass es vom Luftstrom ebenfalls etwa unter einem Winkel 45 Grad angeströmt wird.

Wenn der Luftdurchsatz durch das Luftansaugrohr 4 und damit die Strömungsgeschwindigkeit der Luft im Rohr 4 ansteigt, nimmt die von der Luft auf das Segel 24 ausgeübte Kraft ebenfalls zu, bis das dadurch verursachte Drehmoment um die Achse 28 das entgegengesetzt gerichtete Drehmoment der Torsionfeder übersteigt. Sobald dies der Fall ist, werden das Segel 24 und das Abschirmelement 22 entgegen der Kraft der Torsionsfeder in Richtung des Pfeils P in 1 bis in eine in 1 in strichpunktierten Linien dargestellte Schutzposition verschwenkt, in der sich das Abschirmelement 22 in Luftströmungsrichtung vor der Eintrittsöffnung 16 der Messstrecke 12 befindet und diese verdeckt, wodurch der Luftstrom durch die Messstrecke 12 weitestgehend unterbrochen wird. Dadurch wird das Messelement 18 vor Verschmutzung infolge von im Luftstrom mitgeführten Wassertröpfchen, in den Wassertröpfchen gelöstem Streusalz oder festen Schmutzpartikeln geschützt, liefert jedoch keinen verwertbaren Messwert mehr.

Um zu erreichen, dass der Luftmassenmesser 2 trotzdem verwertbare Messergebnisse für die Motorsteuerung liefert, wird die Schwenkbewegung des Segels 24 und des Abschirmelements 22 ähnlich wie die Schwenkbewegung der Staudruckklappe bekannter Luftmengenmesser mit Hilfe des Drehpotentiometers erfasst und ausgewertet, um über. den auf das Segel 24 einwirkenden Staudruck die durch das Luftansaugrohr 4 strömende Luftmenge zu ermitteln. Der bei der Auswertung ermittelte Luftmengenwert wird dann an Stelle des vom Messelement 18 ermittelten Luftmassenwerts an die Motorsteuerung weitergeleitet.

In der Schutzposition ist das Segel 24 infolge der größeren Kraft der Torsionsfeder unter einem Winkel von mehr als 45 Grad zur Längsmittelachse 14 des Luftansaugrohrs 4 ausgerichtet, weist jedoch nun in Richtung des Luftstroms. Wenn in dieser Position der Luftdurchsatz durch das Luftansaugrohr 4 und damit die Strömungsgeschwindigkeit der Luft noch mehr ansteigt, wird das Segel 24 durch die Luftanströmung weiter in Richtung des Pfeils P verschwenkt (nicht dargestellt), wobei die Winkelposition des Abschirmelements 22 weiterhin mit dem Drehpotentiometer erfasst und zur Ermittlung der durch das Luftansaugrohr 4 strömenden Luftmenge an die Motorsteuerung weitergeleitet wird. Das Abschirmelement 22 bewegt sich dabei vor der Eintrittsöffnung 16 etwas weiter in Richtung des Pfeils P, gibt jedoch die Eintrittsöffnung 16 nicht frei, so dass die Messstrecke 12 weiterhin wirksam vor den von der Luft mitgeführten Verunreinigungen geschützt bleibt.

Um zu verhindern, dass sich die vom Luftstrom mitgeführten Verunreinigungen auf dem Abschirmelement 22 und/oder dem Segel 24 ablagern und durch Veränderung der Strömungsgeometrie bzw. durch Vergrößerung des Gewichts des Abschirmelements 22 bei gleicher Luftströmungsgeschwindigkeit zu anderen Drehwinkeln führen, weisen die von der Luft angeströmten oder umströmten Oberflächen des Abschirmelements 22 und des Segels 24 sowie ggf. auch des Messkörpers 18 eine das Anhaften von Schmutzpartikeln hemmende und ihr Abspülen durch Wasser fördernde Nanostruktur auf, die unter der Bezeichnung Lotuseffekt allgemein bekannt ist und daher hier nicht näher beschrieben werden soll.

Im Unterschied zu dem zuvor beschriebenen Luftmassenmesser 2 weist der in 4 dargestellte Luftmassenmesser 2 einen größeren Abstand zwischen der Eintrittsöffnung 16 und dem in die Schutzposition geschwenkten Abschirmelement 22 auf. Dadurch kann ähnlich wie bei den bekannten starren Abschirmelementen in der DE 199 42 502 A1 oder der DE 101 39 529 A1 bei hohen Strömungsgeschwindigkeiten ein Teil der vom Luftstrom mitgeführten Verunreinigungen unter ungünstigen Umständen in die Messstrecke 12 gelangen, wo sie nach und nach zu einer zunehmenden Verfälschung des Messwerts des Messelements 18 führen können. Eine solche Verfälschung lässt sich jedoch erkennen, indem der Messwert des Messelements 18, d.h. den Luftmassenwert, mit dem Ergebnis der Auswertung der Drehbewegung des Abschirmelements 22 und des Segels 24, d.h. dem mittels des Drehpotentiometers ermittelten Luftmengenwert, verglichen und nur dann von der Motorsteuerung verwendet wird, wenn eine Abweichung der beiden Werte ein vorgegebenes Maß nicht übersteigt und der Messwert des Messelements 18 somit einer Plausibilisierung durch die nach dem Staudruckprinzip erfolgte Luftmengenmessung unterzogen worden ist.

Bei Luftmassenmessern nach dem Hitzdrahtprinzip muss das Messelement 18 des Luftmassenmessers 2 aus 4 ähnlich wie die Messelemente bekannter, nach diesem Prinzip arbeitender Luftmassenmesser allerdings häufiger gereinigt werden, indem es bei Temperaturen von mehr als 1000°C freigebrannt wird, was bei dem nach dem Hitzdrehtprinzip arbeitenden Luftmassenmesser 2 aus den 1 bis 3 nicht der Fall ist, da das Messelement 18 infolge seiner nahezu vollständigen Abschirmung bei hohen Luftströmungsgeschwindigkeiten nicht oder nur in sehr geringem Umfang verschmutzt und daher nicht oder nur in sehr großen Zeitabständen gereinigt werden muss.


Anspruch[de]
  1. Luftmassenmesser für eine Brennkraftmaschine, mit einem von Luft angeströmten oder umströmten Messelement und einer Abschirmeinrichtung zum Schutz des Messelements vor flüssigen oder festen, von der Luft mitgeführten Verunreinigungen, dadurch gekennzeichnet, dass die Abschirmeinrichtung (20) ein bewegliches Abschirmelement (22) umfasst, das in eine Schutzposition vor dem Messelement (18) oder vor einer das Messelement (18) enthaltenden Messstrecke (12) bewegbar ist, wenn die Strömungsgeschwindigkeit der Luft in einem den Luftmassenmesser (2) umgebenden Luftkanal (4) einen vorgegebenen Wert übersteigt, und dass die Bewegung des Abschirmelements (22) zur Ermittlung der Strömungsgeschwindigkeit der Luft und damit der durch den Luftkanal (4) strömenden Luftmenge detektierbar ist.
  2. Luftmassenmesser nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Abschirmeinrichtung (20) ein mit dem Abschirmelement (22) verbundenes, von der Luft im Luftkanal (4) angeströmtes Stellglied (24) umfasst.
  3. Luftmassenmesser nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Abschirmelement (20) starr mit dem Stellglied (24) verbunden ist.
  4. Luftmassenmesser nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Abschirmelement (22) schwenkbar ist.
  5. Luftmassenmesser nach einem Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass ein Messergebnis des Luftmassenmessers (2) unterhalb von einer vorgegebenen Strömungsgeschwindigkeit der Luft im Luftkanal (4) auf einem Messwert des Messelements (18) und oberhalb von der vorgegebenen Strömungsgeschwindigkeit auf einer Auswertung der Bewegung des Abschirmelements (22) basiert.
  6. Luftmassenmesser nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass ein Messergebnis des Luftmassenmessers (2) auf einem Messwert des Messelements (18) basiert und dass der Messwert des Messelements (18) oberhalb von einer vorgegebenen Strömungsgeschwindigkeit der Luft im Luftkanal (4) durch eine Auswertung der Bewegung des Abschirmelements (22) einer Plausibilisierung unterzogen wird.
  7. Luftmassenmesser nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Abschirmelement (22) mit einer Kraft beaufschlagt wird, die seiner Bewegung in die Schutzposition entgegen wirkt.
  8. Luftmassenmesser nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Abschirmelement (22) mit der Kraft einer Feder beaufschlagt wird.
  9. Luftmassenmesser nach einem der vorangehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch eine Einrichtung zur direkten oder indirekten Erfassung der Position des Abschirmelements (22).
  10. Luftmassenmesser nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Einrichtung ein Drehpotentiometer oder eine Dehnungsmessvorrichtung umfasst.
  11. Luftmassenmesser nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass von der Luft angeströmte oder umströmte Teile des Luftmassenmessers (2) mindestens zum Teil eine Oberfläche mit Lotuseffekt aufweisen.
Es folgen 2 Blatt Zeichnungen






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

Patent Zeichnungen (PDF)

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com