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Dokumentenidentifikation EP1564026 22.09.2005
EP-Veröffentlichungsnummer 0001564026
Titel Zeichengerät
Anmelder KUM Ltd., County Meath, IE
Erfinder Lüttgens, Fritz Dr., 91054 Erlangen, DE
Vertreter derzeit kein Vertreter bestellt
Vertragsstaaten AT, BE, BG, CH, CY, CZ, DE, DK, EE, ES, FI, FR, GB, GR, HU, IE, IS, IT, LI, LT, LU, MC, NL, PL, PT
Sprache des Dokument DE
EP-Anmeldetag 10.02.2005
EP-Aktenzeichen 050027358
EP-Offenlegungsdatum 17.08.2005
Veröffentlichungstag im Patentblatt 22.09.2005
IPC-Hauptklasse B43L 7/00

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf ein Zeichengerät mit einer aus einer Bereitschaftsstellung in eine Einstichposition bewegbaren Drehspitze zum Zeichnen und Messen von Bögen, Kreisen und/oder Winkeln. Unter Zeichengerät wird hierbei insbesondere ein rechtwinkliges Zeichendreieck oder Zirkeldreieck oder ein Lineal bzw. Zirkellineal verstanden.

Ein derartiges Zeichengerät ist beispielsweise aus DE 36 07 919 C1 bekannt. Es umfasst eine Drehspitzenvorrichtung mit einem Tellerplättchen, welches eine Drehspitze aufweist. Das Tellerplättchen wird an den Flanken eines auf dem Zeichengerät angeordneten Sattelbogens mittels einer Nut- und Federeinrichtung gehalten und kann auf diesem eine Wippbewegung ausführen. Dadurch kann die Drehspitze aufwärts und abwärts, d.h. zwischen einer Bereitschaftsstellung und einer Einstichposition direkt vor der Zeichen- oder Geradenziehkante des Zeichengerätes bewegt werden. Mittels in das Zeichengerät eingebrachten Durchgangslöchern können z.B. Winkel im Schwenkverfahren oder auch Kreise und Bögen gezeichnet werden.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein besonders einfach herstellbares Zeichengerät der eingangs genannten Art bereitzustellen.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch die Merkmale des Anspruches 1. Dazu ist eine die Drehspitze tragende Wippe an das Zeichengerät einstückig angeformt.

In vorteilhafter Ausgestaltung ist auch die Drehspitze wiederum an die Wippe angeformt. Die Drehspitze ist zweckmäßigerweise im Bereich einer Zeichenziehkante des Zeichengerätes vorgesehen und dabei vorzugsweise an das mit der Zeichenziehkante fluchtende Freiende der Wippe einstückig angeformt. Die Wippe wird durch zueinander beabstandet und vorzugsweise parallel verlaufende Gerätefreischnitte oder -ausnehmungen, z. B. in Form von zwei Längsschlitzen gebildet.

Bei der bevorzugten Ausführungsform, bei der die die Wippe bildenden Gerätefreischnitte sich bis zur Zeichenziehkante erstrecken und diese somit quasi einschneiden, ist die lichte Weite der Gerätefreischnitte in diesem Bereich der Zeichenziehkante derart gering bemessen, dass die Wippe gerade noch frei beweglich und damit aus der Bereitschaftsstellung oder Ruheposition in die Funktionsstellung oder Einstichposition der Drehspitze elastisch bewegbar oder verschwenkbar ist. Durch diese möglichst schmale Ausführung der Gerätefreischnittsbreite ist gewährleistet, dass beim Zeichnen eines Striches entlang der Zeichen- oder Geradenziehkante keine Linieneinmuldungen oder -einbuchtungen im Bereich dieser Freischnitte links und rechts der Wippe entstehen.

Durch Anordnung von Durchgangslöchern oder Punkt-Lochreihen entlang der Zeichenziehkante können insbesondere Kreise mit praktisch beliebigem Radius mit ein und demselben Zeichengerät um den den Kreismittelpunkt bildenden Einstichpunkt der Drehspitze gezogen werden. Dabei können links und rechts eines an der Zeichenziehkante vorgesehenen Null- oder Bezugspunktes, an dem die Drehspitze in das Zeichenblatt einsticht, Einstecklöcher für ungerade oder gerade Radien vorgesehen sein.

Zum Zeichnen von Kreisen oder dergleichen wird die elastisch bewegbare oder verformbare, an das Zeichengerät zweckmäßigerweise einstückig angespritzte Wippe durch Fingerdruck oder -betätigung niedergedrückt. Dadurch sticht die senkrecht oder lotrecht zur Geräteebene des Zeichengerätes verlaufende Drehspitze in das Zeichenblatt ein, so dass das Zeichengerät in eine Fixierstellung gebracht wird. Durch Einstecken eines Zeichenstiftes in das gewünschte Einsteckloch im Zeichengerät kann dann in einfacher Art und Weise ein Kreis oder ein Kreisbogen gezeichnet werden. Auch kann in der Fixierstellung eine Winkelgerade entlang der Ziehkante gezeichnet werden.

Die mit der Erfindung erzielten Vorteile bestehen insbesondere darin, dass durch einstückige Anformung einer eine Drehspitze tragenden Wippe an ein Zeichengerät in Form eines Winkeldreiecks, eines Lineals oder einer Maßstabs- und Winkelschablone eine besonders einfache Fertigung des Zeichengerätes im Spritzverfahren bei hoher Funktionalität und einfacher Handhabbarkeit erreicht wird.

Nachfolgend werden Ausführungsbeispiele der Erfindung anhand einer Zeichnung näher erläutert. Darin zeigen:

Fig. 1
in einer Draufsicht ein Winkeldreieck mit einer angeformten elastisch bewegbaren Drehspitzenwippe,
Fig. 2
in einer Darstellung gemäß Fig. 1 ein Lineal mit elastisch verformbarer Wippe,
Fig. 3
einen Auschnitt III aus Fig. 1 in größerem Maßstab mit einer durch Freischnitte gebildeten Wippe mit Drehspitze,
Fig. 4
einen Ausschnitt IV aus Fig. 2 in größerem Maßstab mit elastisch verformbarer Wippe, und
Fig. 5
die Zeichengerätewippe nach Fig. 4 in einer Vorderansicht.

Einander entsprechende Teile sind in allen Figuren mit den gleichen Bezugszeichen versehen.

Fig. 1 zeigt ein Zeichengerät 1 in Form eines Winkeldreiecks mit bezogen auf dessen vergleichsweise langen Zeichen- oder Geradenziehkante 2 mittig vorgesehener Drehspitzenwippe 3. Die Wippe 3 ist einstückiger Bestandteil des Zeichengerätes 1. Sie ist durch zwei sich bis zur Zeichenziehkante 2 erstreckende Gerätefreischnitte 4 gebildet. Die Gerätefreischnitte 4 verlaufen im Ausführungsbeispiel parallel und gemäß Fig. 1 mit über deren gesamter Länge gleicher lichter Weite oder Freischnittsbreite b (Fig. 2).

Vorzugsweise nimmt jedoch die Freischnittsbreite b und damit die lichte Weite der Gerätefreischnitte 4 zur Geräteziehkante 2 hin ab, wie dies in Fig. 2 dargestellt ist. Im vorderen, der Geräteziehkante 2 zugewandten Freischnittsabschnitt 4a ist dabei die lichte Weite b' geringer als die lichte Weite oder Freischnittsbreite b im sich darin anschließenden hinteren, sich in die Geräteebene 5 hineinerstreckenden Freischnittsabschnitt 4b. Die Freischnittsbreite oder lichte Weite b' im vorderen Abschnittsbereich 4a der Gerätefreischnitte 4 ist dabei möglichst minimiert, um eine Linienunterbrechung oder -einwölbung eines entlang der Zeichenziehkante 2 gezogenen Zeichenstriches zu vermeiden. Die lichte Weite b' ist derart bemessen, dass ein Verklemmen oder Verkanten der Wippe 3 beim Verschwenken um die Schwenkachse 6 in Richtung des Schwenkpfeils 7 im Freischnittsbereich durch Aneinanderreiben der durch die Freischnitte 4 gebildeten Freischnittskanten gerade noch zuverlässig vermieden ist.

Am Freiende 8 der Wippe 3 ist vorzugsweise zentriert eine zumindest annähernd senkrecht oder lotrecht zur Geräteebene 5 verlaufende Drehspitze 9 an die Wippe 3 angeformt. Die Drehspitze 9 ist an der der Zeichenebene zugewandten Unterseite der Wippe 3 an diese angeformt und erstreckt sich somit in Richtung auf die Zeichenebene.

Links und rechts benachbart zur Wippe 3 sind im Bereich der Zeichenziehkante 2 eine Anzahl von Durchgangslöcher 10 in das Zeichengerät eingebracht. Diese Durchgangslöcher 10 dienen zur Aufnahme der Spitze eines Zeichenstiftes. Durch Niederdrücken der Wippe 3 mittels Fingerdruck, d. h. mittels des Bedienfingers wird die Wippe 3 um die Achse 6 verschwenkt und dabei elastisch verformt, so dass die Drehspitze 9 in die Zeichenunterlage oder das Zeichenblatt einsticht. Auf diese Weise wird das Zeichengerät 1 auf der Zeichenunterlage fixiert, so dass durch Einstecken des Zeichenstiftes in eines der Durchgangslöcher 10 und durch Verdrehen des Zeichengerätes 1 um den Einstichpunkt der Drehspitze 9 ein Kreis oder Bogen gezeichnet werden kann. Bei Lösen des Fingerdrucks schwenkt die Wippe 3 automatisch federelastisch zurück in die dargestellte Ausgangs- oder Ruheposition.

Bei der Ausführungsform nach den Figuren 2, 4 und 5 erstrecken sich die die Wippe 3 bildenden Gerätefreischnitte 4 nicht durchgängig bis zur Zeichenziehkante 2. Auch ist bei dieser Ausführungsform die Drehspitze 9 zweckmäßigerweise im mittleren Bereich 11 der Wippe 3 angeordnet und dort an diese angeformt. Hierbei ist - ebenso wie bei der Ausführungsform nach den Figuren 1 und 3 - die Dicke d der Wippe 3 geringer als die Gerätedicke D des Zeichengerätes 1 im übrigen, die Wippe 3 umgebenden Gerätebereich. Die Länge L der Drehspitze 9 entspricht dann zweckmäßigerweise der Differenz zwischen der Gerätedicke D und der Dicke d der Wippe 3.

Wie aus Fig. 5 ersichtlich ist, ist die Wippe 3 zweckmäßigerweise in deren mittleren Bereich ausgemuldet, wobei die Mulde 12 auch mit Rippen 13 versehen sein kann. Die Mulde 12 und/oder die Rippen 13 ermöglichen eine besonders vorteilhafte Handhabung beim Niederdrücken der Wippe 3 zum Einstecken der Drehspitze 9 in die Einstechposition.

Durch geeignete Wahl des Gerätematerials, vorzugsweise Kunststoff, durch Bemessung der Materialdicke d der als einstückiger Bestandteil des Zeichengerätes 1 ausgeführten Wippe 3, durch geeignete Anordnung der Freischnitte 4 und/oder durch Auslegung der Freischnittsbreite b, b' der die Wippe 3 zweckmäßigerweise bildenden Gerätefreischnitte 4 kann auf einfache Art und Weise die zum Niederdrücken der Wippe 3 und damit zum Einstecken der Drehspitze 9 in das Zeichenblatt erforderliche, durch Fingerdruck aufzubringende Kraft vorgegeben oder bestimmt werden. Dabei ist die erforderliche Kraft um so geringer, je dünner die Wippe 3 und damit je kleiner die Dicke d der Wippe 3 ist. Zudem wird durch die jeweils bestimmte Dicke d der Wippe 3 auch die Länge L der Drehspitze 9 vorgegeben oder festgelegt.

Die als einstückiger Bestandteil des Zeichengerätes 1 ausgeführte Wippe 3 mit daran angeformter Drehspitze 9 läßt sich im Spritzgußverfahren besonders einfach in einem Arbeitsgang bei der Herstellung des Zeichengerätes fertigen. Durch diese einteilige Ausführung des Zeichengerätes 1 mit elastisch bewegbarer Wippe 3 und daran angeformter Drehspitze 9 ist ein nachträglicher, zeitaufwendiger Zusammenbau eines aus mehreren Einzelteilen bestehendes Zeichengerätes mit Drehspitzenvorrichtung vermieden.

Die Ausgestaltung der Wippe 3 gemäß Fig. 3 kann auch bei dem in Fig. 2 dargestellten Lineal vorgesehen sein. Auch kann die Ausgestaltung der Wippe 3 nach den Figuren 4 und 5 bei dem Winkeldreieck gemäß Fig. 1 vorgesehen sein.

Bezugszeichenliste

1
Zeichengerät
2
Zeichen-/Geradenziehkante
3
Drehspitzenwippe
4
Gerätefreischnitt
4a,b
Freischnittsabschnitt
5
Geräteebene
6
Schwenkachse
7
Schwenkpfeil
8
Freiende
9
Drehspitze
10
Durchgangsloch
11
mittlerer Bereich
12
Mulde
13
Rippe
b,b'
Freischnittsbreite / lichte Weite
d
Dicke der Wippe
D
Gerätedicke
L
Länge der Drehspitze


Anspruch[de]
  1. Zeichengerät (1), insbesondere Zirkeldreieck oder Zirkellineal, mit einer aus einer Bereitschaftsstellung in eine Einstichposition bewegbaren Drehspitze (9) zum Zeichnen und Messen von Bögen, Kreisen und/oder Winkeln,

       gekennzeichnet durch

    eine die Drehspitze (9) tragende, einstückig angeformte, elastisch bewegbare Wippe (3).
  2. Zeichengerät (1) nach Anspruch 1,

       dadurch gekennzeichnet,

    dass die Drehspitze (9) an die Wippe (3) angeformt ist.
  3. Zeichengerät (1) nach Anspruch 1 oder 2,

       dadurch gekennzeichnet,

    dass die Drehspitze (9) im Bereich einer Zeichenziehkante (2) vorgesehen ist.
  4. Zeichengerät (1) nach Anspruch 2,

       dadurch gekennzeichnet,

    dass die Drehspitze (9) an das mit der Zeichenziehkante (2) fluchtende Freiende (9) der Wippe (3) angeformt ist.
  5. Zeichengerät (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 4,

       dadurch gekennzeichnet,

    dass die Wippe (3) durch zueinander beabstandet verlaufende Gerätefreischnitte (4) gebildet ist.
  6. Zeichengerät (1) nach Anspruch 5,

       dadurch gekennzeichnet,

    dass die Gerätefreischnitte (4) zueinander parallel verlaufen.
  7. Zeichengerät (1) nach Anspruch 5 oder 6,

       dadurch gekennzeichnet,

    dass sich die Gerätefreischnitte (4) bis zur Zeichenziehkante (2) erstrecken, wobei die lichte Weite (b) der Gerätefreischnitte (4) im Bereich der Zeichenziehkante (2) auf eine die freie Bewegbarkeit der Wippe (3) zulassende Minimalbreite (b') bemessen ist.
  8. Zeichengerät (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 7,

       gekennzeichnet durch,

    eine Anzahl von entlang der Zeichenziehkante (2) angeordnete Durchgangslöcher (10) zur Aufnahme eines Zeichenstiftes.






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