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Dokumentenidentifikation DE102004011859A1 29.09.2005
Titel Reinigungsvorrichtung für einen Zylinder oder eine Walze
Anmelder Koenig & Bauer AG, 97080 Würzburg, DE
Erfinder Schlegel, Falk, 01737 Tharandt, DE;
Trommer, Gernot, 09125 Chemnitz, DE
DE-Anmeldedatum 11.03.2004
DE-Aktenzeichen 102004011859
Offenlegungstag 29.09.2005
Veröffentlichungstag im Patentblatt 29.09.2005
IPC-Hauptklasse B41F 35/06
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft eine Reinigungsvorrichtung für einen Zylinder oder eine Walze einer Druckmaschine.
Aufgabe der Erfindung ist es, eine bekannte Reinigungsvorrichtung so zu verändern, dass mit einfachen Mitteln in jedem Betriebszustand ein gleichmäßiges Sprühbild realisiert werden kann.
Erfindungsgemäß wird die Aufgabe dadurch gelöst, dass dem Sprührohr (9) mindestens ein zusätzliches Entlüftungssystem (10) zugeordnet ist.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Reinigungsvorrichtung für einen Zylinder oder eine Walze einer Druckmaschine mit mindestens einem sich über die Breite des Zylinders oder der Walze erstreckenden, ein Reinigungsfluid zuführenden Sprührohr, das mit einem Versorgungssystem verbunden ist, welches das Reinigungsfluid dosiert und mittels Druckluft dem Sprührohr zuführt.

Eine derartige Reinigungsvorrichtung ist aus der EP 0 025 806 B1 bekannt. Das Sprührohr erstreckt sich über die Breite eines Tuches, das etwa der Breite des zu reinigenden Zylinders entspricht sowie in oder außer Eingriff mit dem Zylinder gebracht und durch das Sprührohr befeuchtet werden kann. Es ist auch bekannt, dass Sprührohr direkt auf den zu reinigenden Zylinder zu richten. Das dem Sprührohr zugeordnete Versorgungssystem weist einen Zwischenspeicher auf, dem von Dosierpumpen über Leitungen mit Rückschlagventilen, die in Richtung des Zwischenspeichers öffnen, Reinigungsfluid zugeführt wird. Zum Befeuchten des Tuches oder der Oberfläche eines Zylinders wird die im Zwischenspeicher gespeicherte dosierte Menge Reinigungsfluid durch Druckluft aus dem Zwischenspeicher in das Sprührohr transportiert und versprüht. Dabei wird angestrebt, dass ein gleichmäßiges Sprühbild über die Breite des Zylinders realisiert wird, um einerseits zu sichern, dass auf dem Zylinder befindliche Verschmutzungen über die Zylinderbreite gleichmäßig angelöst und damit entfernt werden können, andererseits ein Abtropfen von partiell zu viel aufgesprühtem Reinigungsfluid zu vermeiden.

Die Realisierung eines gleichmäßigen Sprühbildes wird jedoch dadurch verhindert, dass die zwischen dem in dem Zwischenspeicher befindlichen Reinigungsfluid und den Düsen des Sprührohrs befindliche Luftsäule nicht schlagartig über die Düsen evakuiert werden kann. Das führt dazu, dass nahe der Einspeisungen in das Sprührohr das Reinigungsfluid bereits versprüht wird, während entfernt davon das Sprührohr noch entlüftet wird, wodurch insbesondere bei großformatigen Maschinen nur eine ungleichmäßige Benetzung der zu reinigenden Mantelflächen realisiert wird. Zur Beseitigung dieses Nachteils ist es bekannt, unterschiedlich große Düsenbohrungen verteilt über die Breite der Sprührohre vorzusehen. Das führt jedoch zu einem erhöhten Fertigungsaufwand, wobei durch diese Maßnahme nicht sichergestellt wird, dass bei jedem Betriebszustand ein gleichmäßiges Sprühbild realisiert wird.

Aufgabe der Erfindung ist es, eine bekannte Reinigungsvorrichtung so zu verändern, dass mit einfachen Mitteln in jedem Betriebszustand ein gleichmäßiges Sprühbild realisiert werden kann.

Erfindungsgemäß wird die Aufgabe durch eine Reinigungsvorrichtung nach den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.

Durch die erfindungsgemäße Lösung ist es möglich, das Sprührohr beim Zuführen von Reinigungsfluid problemlos zu entlüften, so dass das Reinigungsfluid gleichzeitig versprüht und damit ein gleichmäßiges Sprühbild über das Sprührohr realisiert wird.

Die Erfindung wird an einem Ausführungsbeispiel näher erläutert. In den zugehörigen Zeichnungen zeigen

1 eine schematische Reinigungsvorrichtung mit beidseitiger Zuleitung,

2 eine schematische Reinigungsvorrichtung mit einer einseitigen Zuleitung.

Die in 1 dargestellte Reinigungsvorrichtung ist mit einem Wasserbehälter 1 und einem Lösungsmittelbehälter 2 versehen, denen jeweils eine Dosierpumpe 3 zugeordnet ist. Die Dosierpumpen 3 sind über Druckleitungen 4 mit einem Zwischenspeicher 5 verbunden. In den Druckleitungen 4 ist jeweils ein zum Zwischenspeicher 5 hin öffnendes Rückschlagventil 6 angeordnet. Der Zwischenspeicher 5 ist über eine erste Zuleitung 7 und eine zweite Zuleitung 8 mit einem Sprührohr 9 verbunden, wobei die Zuleitungen 7, 8 stirnseitig an dem Sprührohr 9 angeordnet sind. Beabstandet zu den stirnseitig dem Sprührohr 9 zugeordneten Zuleitungen 7, 8, z.B. in der Mitte des Sprührohres 9 angreifend, ist ein Entlüftungssystem 10 vorgesehen. Das Entlüftungssystem 10 besteht im Ausführungsbeispiel aus einer Entlüftungsleitung 11 großen Querschnitts., die über ein 2-Wegeventil 12 mit einem Speicher 13 in Verbindung steht.

Der Zwischenspeicher 5 ist über eine erste Ventileinheit 14, eine erste Mess- und Regeleinheit 16 sowie ein erstes zum Zwischenspeicher 5 hin öffnendes Rückschlagventil 20 mit einer Druckluftquelle 18 verbunden. Über eine Bypassleitung 19, in der eine zweite Ventileinheit 15, eine zweite Mess- und Regeleinheit 17, ein Ejektor 23, dem ein zweites Rückschlagventil 21 vor- und ein drittes Rückschlagventil 22 nachgeordnet ist, ist die Druckluftquelle 18 außerdem mit dem Zwischenspeicher 5 verbunden. Die Saugseite des Ejektors 23 ist am Speicher 13 angeschlossen.

Die Reinigungsvorrichtung arbeitet wie folgt.

Durch die Dosierpumpen 3 wird eine vorbestimmbare Menge Wasser, Lösungsmittel oder ein Gemisch davon über die Druckleitungen 4 und die Rückschlagventile 6 in den Zwischenspeicher 5 gefördert. Um einen Reinigungsvorgang zu realisieren, d.h. mit dem im Zwischenspeicher 5 deponierten Reinigungsfluid über das Sprührohr 9 ein Reinigungstuch oder einen Zylinder zu benetzen, wird durch Öffnen der ersten Ventileinheit 14 und über das erste Rückschlagventil 20 von der Druckluftquelle 18 Druckluft in den Zwischenspeicher 5 geführt. Durch die Druckluft wird das im Zwischenspeicher 5 deponierte Reinigungsfluid über die Zuleitungen 7, 8 in das Sprührohr 9 geführt, wobei das dritte Rückschlagventil 22 geschlossen ist. Mit dem Öffnen der ersten Ventileinheit 14 wird das 2-Wegeventil 12 geöffnet. Damit kann die vor dem Reinigungsfluid liegende Luftsäule ungehindert über die Entlüftungsleitung 11 und das 2-Wegeventil 12 abströmen und das Reinigungsfluid schlagartig in das Sprührohr 9 geführt werden. Wenn das Sprührohr 9 vollständig entlüftet ist, wird das 2-Wegeventil 12 geschlossen. Das Schließen des 2-Wegeventils 12 wird über ein Zeitglied oder einen in der Entlüftungseinheit 11 positionierten Flüssigkeitssensor 24 initiiert. Nach dem Schließen des 2-Wegeventils 12 wird mittels der Druckluft von der Druckluftquelle 18 das Reinigungsfluid durch die Düsenbohrungen des Sprührohrs 9 versprüht. Da beim Entlüften des Sprührohrs 9 nicht auszuschließen ist, dass Reinigungsfluid von der abströmenden Luft mitgeführt wird, ist der Speicher 13 vorgesehen. Im Speicher 13 wird das Reinigungsfluid gesammelt. Ist die erste Ventileinheit 14 geschlossen, kann die zweite Ventileinheit 15 geöffnet und damit der Ejektor 23 mit Druckluft beaufschlagt und so über die Saugseite des Ejektors 23 das im Speicher 13 befindliche Reinigungsfluid angesaugt und durch das geöffnete dritte Rückschlagventil 22 in den Zwischenspeicher 5 geleitet werden.

Es ist auch möglich, wie in 2 gezeigt, die mit dem Zwischenspeicher 5 verbundenen Zuleitungen 7, 8 etwa mittig am Sprührohr 9 vorzusehen und die Entlüftungsleitung 11 beidseitig in den Endbereichen am Sprührohr 9 anzuordnen. Entsprechend wird dann beim Zuführen des Reinigungsfluids durch die Zuleitungen 7, 8 das Sprührohr 9 durch die auf beiden Seiten angeordnete Entlüftungsleitung 11 entlüftet.

1Wasserbehälter 2Lösungsmittelbehälter 3Dosierung 4Druckleitung 5Zwischenspeicher 6Rückschlagventil 7erste Zuleitung 8zweite Zuleitung 9Sprührohr 10Entlüftungssystem 11Entlüftungsleitung 122-Wegeventil 13Speicher 14erste Ventileinheit 15zweite Ventileinheit 16erste Mess- und Regeleinheit 17zweite Mess- und Regeleinheit 18Druckluftquelle 19Bypassleitung 20erstes Rückschlagventil 21zweites Rückschlagventil 22drittes Rückschlagventil 23Ejektor 24Flüssigkeitssensor

Anspruch[de]
  1. Reinigungsvorrichtung für einen Zylinder oder eine Walze einer Druckmaschine mit mindestens einem sich über die Breite des Zylinders oder der Walze erstreckenden, ein Reinigungsfluid zuführenden Sprührohr, das mit einem Versorgungssystem verbunden ist, welches das Reinigungsfluid dosiert und mittels Druckluft dem Sprührohr zuführt, dadurch gekennzeichnet, dass dem Sprührohr (9) mindestens ein zusätzliches Entlüftungssystem (10) zugeordnet ist.
  2. Reinigungsvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das dosiert in einem Zwischenspeicher (5) deponierte Reinigungsfluid durch mittels einer ersten Ventileinheit (14) steuerbaren Druckluft über beidseitig am Sprührohr (9) angeordnete Zuleitungen (7, 8) zuführbar und das Sprührohr (9) über ein etwa mittig zugeordnetes Entlüftungssystem (10) entlüftbar ist.
  3. Reinigungsvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das dosiert im Zwischenspeicher (5) deponierte Reinigungsfluid durch mittels der ersten Ventileinheit (14) steuerbaren Druckluft über etwa mittig am Sprührohr (9) angeordneten Zuleitungen (7, 8) zuführbar und das Sprührohr (9) über das beidseitig zugeordnete Entlüftungssystem entlüftbar ist.
  4. Reinigungsvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Entlüftungssystem (10) aus mindestens einer mit dem Sprührohr (9) verbundenen Entlüftungsleitung (11) besteht, die mittels eines 2-Wegeventils (12) verschließbar ausgeführt ist.
  5. Reinigungsvorrichtung nach Anspruch 1 und 4, dadurch gekennzeichnet, dass in der Entlüftungsleitung (11) ein Flüssigkeitssensor (24) vorgesehen ist.
  6. Reinigungsvorrichtung nach Anspruch 1, 4 und 5, dadurch gekennzeichnet, dass das 2-Wegeventil (12) mittels des Flüssigkeitssensors (24) betätigbar ist.
  7. Reinigungsvorrichtung nach Anspruch 1 und 4, dadurch gekennzeichnet, dass das 2-Wegeventil (12) durch ein Zeitglied steuerbar ist.
  8. Reinigungsvorrichtung nach Anspruch 1, 2, 3 und 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Zeitglied steuerungsmäßig mit der ersten Ventileinheit (14) verknüpft ist.
Es folgen 2 Blatt Zeichnungen






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