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Dokumentenidentifikation DE102004012009A1 29.09.2005
Titel Antischuppenmittel
Anmelder Wella AG, 64295 Darmstadt, DE
Erfinder Hölzel, Hans, 64407 Fränkisch-Crumbach, DE;
Ringert, Karl-Heinz, 64295 Darmstadt, DE
DE-Anmeldedatum 10.03.2004
DE-Aktenzeichen 102004012009
Offenlegungstag 29.09.2005
Veröffentlichungstag im Patentblatt 29.09.2005
IPC-Hauptklasse A61K 7/48
IPC-Nebenklasse A61K 31/616   A61K 33/30   A61K 31/351   
Zusammenfassung Die vorliegende Erfindung betrifft Mittel, welche in Kombination die Wirkstoffe Acetylsalicylsäure, Zinc Pyrithione und Piroctone Olamine enthalten sowie deren Verwendung zur Behandlung von Schuppen.

Beschreibung[de]

Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist ein Mittel mit reinigenden und pflegenden Eigenschaften enthaltend eine Kombination aus drei Antischuppenwirkstoffen bestehend aus der Kombination Piroctone Olamine, Zinc Pyrithione und Acetylsalicylsäure sowie seine Verwendung bei Schuppenbildungen der haarbedeckten Haut, insbesondere der Kopfhaut.

Eine Vielzahl von Menschen leidet unter Schuppenbildung. Bereits das leichte Erscheinen von Schuppen auf der Kopfhaut und im Haar wird als Zeichen mangelnder Pflege angesehen. Auch der mit einer Schuppenbildung einhergehende Juckreiz der Haut wird als störend empfunden. Da Juckreiz häufig eine Kratzreaktion auslöst, kann es zusätzlich zu Verletzungen der betroffenen Hautareale kommen. Damit verbunden können als weitere Komplikationen Infektionen mit pathogenen Erregern auftreten.

Die in der Regel auf haarbedeckten Hautflächen, insbesondere der Kopfhaut, auftretende Schuppenbildung kann verschiedene Ursachen haben. Normalerweise entstehen Schuppen dadurch, dass die ständig nachwachsende oberste Hornschicht der Epidermis in Form kleinster Schuppen, den Mikroschuppen, abgestreift wird. Bei stark fettender Kopfhaut können Mikroschuppen durch den aus Talgdrüsen der Haarfollikel ausgeschiedenen Talg (Sebum) zu größeren Einheiten verkleben.

In vielen Fällen jedoch verursacht die mikrobielle Besiedlung der betroffenen Haut eine verfrühte und erhöhte Ablösung der obersten Hornschicht in Form von Schuppen. So ist zum Beispiel bekannt, dass der Hefepilz Pityrosporum ovale (syn. Malassezia furfur) die Kopfhaut von Schuppenträgern in signifikant höheren Dichten besiedelt als bei Personen ohne Schuppen (SCHRADER, K. In: Grundlagen und Rezepturen der Kosmetika, Hüthig (Hrsg.), 2. Auflage, 1989, Seite 970).

Pityrosporum ovale bewirkt durch Spaltung des Talges der Haut die Entstehung freier Fettsäuren und Lipoperoxiden und es kommt zur Reizung der Kopfhaut. Dadurch wird die Mitoseaktivität erhöht und es kommt zu einer vermehrten Korneozytenbildung, die eine erhöhte Schuppenbildung bewirkt. Bekannt ist, dass durch Hemmung von Pityrosporum ovale dieser Prozess erst gar nicht in Gang gesetzt wird und die Schuppenbildung ausbleibt.

Die Anforderungen an ein haarkosmetisches Mittel, welches die Schuppenbildung verhindern oder vermindern soll, sind vielseitig. Auf der einen Seite soll die Kopfhaut und damit auch das Haar anhaltend von Schuppen befreit werden. Andererseits soll das Mittel nicht nur für die Kopfhaut verträglich sein sondern auch das Haar soll bei Anwendung eines Antischuppenmittels nicht geschädigt werden und seinen Glanz und seine Kämmbarkeit behalten.

Es sind eine Reihe an haarkosmetischen Mitteln bekannt, die die Schuppenbildung der Kopfhaut verhindern oder vermindern sollen. Derartige kosmetische Mittel stehen entweder als Shampoos, Lotionen oder Haarwasser zur Verfügung.

Im Falle eines mikrobiellen Ursprungs der Schuppenbildung wurde die Anwendung von verschiedenen, speziellen Antischuppenwirkstoffen vorgeschlagen. Solche Antischuppenwirkstoffe sollen die Vermehrung der Mikroorganismen, insbesondere Pityrosporum ovale, auf der Kopfhaut hemmen.

Zu den bekannten Antischuppenwirkstoffen gehören insbesondere die Verbindungen (Bis(1-Hydroxy-2-(1H)-Pyridinethionato)Zink (INCI-Bezeichnung: Zinc Pyrithione, Handelsname: Zinc Omadine) und 1-Hydroxy-4-methyl-6-(2,4,4-trimethylpentyl)-2(1H)-pyridinone, 2-Aminoethanol Salz (INCI-Bezeichnung: Piroctone Olamine, Handelsname: Octopirox). Diese Verbindungen sind bekannt und kommerziell erhältlich. Hierzu kann zum Beispiel verwiesen werden auf „International Cosmetic Ingredient Dictionary and Handbook", Vol. 1–3, Seventh Edition 1997, The Cosmetic, Toiletry, and Fragrance Association, Washington DC. Darüber hinaus sind als weitere Antischuppenwirkstoffe solche aus der Gruppe synthetischer oder chemischer Verbindungen wie beispielsweise Acetylsalicylsäure, Salizylsäure, Schwefel, Teerpräparate, Undecensäurederivate und Hinokitiol und solche aus der Gruppe der Naturstoffe wie beispielsweise Extrakte aus Arnika, Birke, Klettenwurzel, Pappel, Brennessel oder Walnußschale bekannt.

Nachteilig ist jedoch, dass von den genannten Mitteln hohe Konzentrationen eingesetzt werden müssen, um einen schuppenmindernden oder schuppenverhindernden Effekt zu erzielen, wobei als häufige Begleiterscheinung unerwünschte Wirkungen an der Haut und dem Haar auftreten können.

Darüber hinaus besteht ein weiterer Nachteil darin, dass die einzelnen Wirkstoffe keine zufriedenstellende Wirkung erzielen und nicht unerhebliche Nebenwirkungen zeigen können.

Aufgabe der vorliegenden Erfindung war es daher, ein Mittel zur Verfügung zu stellen, welches die vorgenannten Nachteile nicht aufweist und sowohl eine verbesserte schuppenmindernde und schuppenverhindernde Wirkung einer bereits bestehenden Schuppenbildung als auch eine anhaltende vorbeugende Wirkung einer Schuppenbildung entfaltet.

Erfindungsgemäß wurde die Aufgabe gemäß Anspruch 1 gelöst, wonach ein Mittel bereitgestellt wird, enthaltend als Wirkstoffkombination die Verbindungen Acetylsalicylsäure (synonym 2-Acetoxybenzoesäure), Bis(1-Hydroxy-2-(1H)-Pyridinethionato)Zinc (INCI-Bezeichnung: Zinc Pyrithione) und 1-Hydroxy-4-methyl-6-(2,4,4-trimethylpentyl)-2(1H)-pyridinone, 2-Aminoethanol Salz (INCI-Bezeichung: Piroctone Olamine).

Überraschenderweise konnte nämlich festgestellt werden, dass ein Mittel gemäß Anspruch 1 und den weiteren Ausführungsformen gemäß den Unteransprüchen gegenüber dem bekannten Stand der Technik die Bildung von Schuppen besser verhütet oder vermindert oder eine bereits bestehende Schuppenbildung effektiver und nachhaltiger beseitigt oder lindert. Darüber hinaus konnte als weiterer Vorteil festgestellt werden, dass die verbesserte Wirkung sogar bei geringeren Mengen an Einzelwirkstoffen erzielt werden konnte. Dieser mit der erfindungsgemäßen Kombination erzielte Synergismus war nicht zu erwarten.

Das erfindungsgemäße Mittel kann vorteilhaft zur Verhütung der Schuppenbildung oder zur Behandlung (Beseitigung oder Linderung) einer bereits bestehenden Schuppenbildung der Kopfhaut oder anderer haarbedeckter Hautoberflächen (beispielsweise Bartregion, Achseln, Intimbereich) verwendet werden. Vorteilhaft ist dabei auch, dass es nach an sich bekannter Weise auf die Kopfhaut und auf die Kopfhaare bzw. auf die entsprechenden Körperstellen aufgetragen werden und nach relativ kurzer Einwirkzeit gegebenenfalls wieder leicht durch Ausspülen oder Abwaschen entfernt werden kann.

Erfindungsgemäß wird auch die Verwendung des erfindungsgemäßen Mittels zur Beseitigung, Minderung und Verhütung einer Schuppenbildung auf behaarten Körperoberflächen, wie insbesondere Kopfhaut, Bartregion, Achselhöhlen, Intimbereich, umfasst.

In vorteilhafter Weise kann der erfindungsgemäßen Kombination mindestens ein weiteres synthetisches chemisches und/oder natürliches Antischuppenmittel hinzugefügt werden.

Als synthetische chemische Antischuppenmittel kommen beispielsweise in Betracht: Salizylsäure, Schwefel, Teerpräparate, Undecensäurederivate, Hinokitiol, Antibiotika, Antimycotika. Als natürliche Antischuppenmittel sind Extrakte pflanzlichen Ursprungs zu nennen, beispielsweise Klettenwurzelextrakte, Pappelextrakte, Brennesselextrakte, Walnußschalenextrakte, Birkenextrakte, Weidenrindenextrakte oder Arnikaextrakte.

Ein weiterer Gegenstand der vorliegenden Erfindung liegt in der Verwendung einer Kombination bestehend aus den Wirkstoffen Acetylsalicylsäure, Zinc Pyrithione und Piroctone Olamine zur Verhütung oder Verminderung der Schuppenbildung oder zur Beseitigung und Linderung einer bereits bestehenden Schuppenbildung auf behaarten Körperoberflächen, insbesondere auf der Kopfhaut, aber auch zur Herstellung einer Präparation für die Behandlung von Schuppen der Haut, wobei nicht nur die Behandlung bestehender Schuppen, sondern auch die vorbeugende, verhindernde Behandlung mit umfasst wird.

Anhand des an sich bekannten Plattendiffusionstests konnte mit dem Testorganismus Pityrosporum ovale nachgewiesen werden, dass mit der erfindungsgemäßen Kombination Acetylsalicylsäure plus Zinc Pyrithione plus Piroctone Olamine sich ein deutlich größerer Hemmhof ausbildet, als es bei den Einzelwirkstoffen oder bei der Kombination von zwei Wirkstoffen (Acetylsalicylsäure und Piroctone Olamine) der Fall war. Mit der erfindungsgemäßen Kombination ist demzufolge eine gegenüber den Einzelwirkstoffen und Zweierkombinationen stärkere Hemmwirkung einer Schuppenbildung zu erzielen. Darüber hinaus war es überraschend, dass die vergleichsweise stärkere Hemmwirkung mit Wirkstoffmengen erzielt werden konnte, die im Vergleich deutlich unter den Mengen der Einzelwirkstoffe oder einer Zweierkombination lagen.

Insbesondere überraschend war, dass die erfindungsgemäße Kombination auch anderen Kombinationen mit drei verschiedenen Antischuppenwirkstoffen hinsichtlich einer Antischuppenwirkung im Sinne einer synergistischen Wirkung überlegen war, wie eindrucksvoll Tabelle 1 zeigt.

Der mit dem Testorganismus Pityrosporum ovale durchgeführte Plattendiffusionstest ist an sich bekannt. Die folgende Beschreibung soll das Verfahren beispielhaft verdeutlichen:

Beim Testorganismus Pityrosporum ovale syn. Malassezia furfur (Stamm CBS 6000) wurde von einer lyophilisierten Kultur ausgegangen. Vor der Herstellung der Impfsuspension wurde lyophilisiertes Material in Sabouraud-Bouillon mit Olivenöl (Fluka Art. Nr. 75357, Pityrosporum ovale wächst nur mit Ölzusatz) vorkultiviert (48 Stunden, 42°C). Anschließend folgten zwei Passagen auf Sabouraud-4% Dextrose Agar (Merck Art. Nr.5438), auf dessen Oberfläche mit einem Wattestäbchen ein dünner Olivenölfilm aufgetragen wurde. Hierzu wurde aus der bewachsenen Bouillon mittels Wattestäbchen Material von P. ovale entnommen, auf die betreffenden Nährbodenplatten flächendeckend aufgetragen und für 48 Stunden bei 32°C inkubiert. Für die Herstellung der Impfsuspension wurde die Plattenkultur mit 5,0 ml Ringerlösung mit Zusatz von 0,1% Tween 80 (Merck Art. Nr. 822187) abgeschwemmt, mit einer 5 ml Pipette aufgenommen und in ein steriles Reagenzröhrchen pipettiert und gut homogenisiert. Am Photometer wurde auf Extinktion 1,0 (620 nm) eingestellt. Die erhaltene Suspension wurde als Impfmaterial verwendet. 200 ml des genannten Nährmediums wurden mit 0,5 ml dieser Suspension beimpft, gut gemischt, anschließend unter sterilen Bedingungen je 20 ml hiervon in Petrischalen gegossen und erstarren lassen. Pro Platte wurden zwei sich gegenüberliegende Löcher (Durchmesser 8 mm) ausgestanzt und je 0,1 ml einer Shampoobasiszusammensetzung gemäß Beispiel 1 von jeweils Acetylsalicylsäure (1,0% bzw. 0,5%), Zinc Pyrithione (2,0% bzw. 1,0%) und Piroctone Olamine (0,5%) bzw. einer Kombination aus Acetylsalicylsäure plus Octopirox (jeweils 1,0% bzw. 0,5%) bzw. einer Kombination aus Acetylsalicylsäure (1,0%) plus Zinc Pyrithione (1,0%) plus Piroctone Olamine (0,5%) einpipettiert. Die so beschickten Platten wurden bei 32°C für 48 Stunden mit nach oben gerichteten Deckel bebrütet und anschließend die Durchmesser der Hemmhöfe ausgemessen.

Die die nach dem vorstehenden Verfahren erhaltenen Hemmhofdurchmesser (Lochdurchmesser 8 mm) nach dem Plattendiffusionstest mit verschiedenen Stämmen von Pityrosporum ovale (Malassezia furfur) CBS6000 und DSM6170 ergaben, dass die erfindungsgemäße Kombination den Zweierkombinationen und den Einzelsubstanzen weit überlegen war, was sich durch den größten Hemmhofdurchmesser mit der erfindungsgemäßen Kombination zeigte.

Die nachfolgende Tabelle 1 zeigt die nach dem vorstehend beschriebenen Verfahren erhaltenen Hemmhofdurchmesser mit verschiedenen Kombinationen aus drei Einzelwirkstoffen, die mit den verschiedenen Stämmen von Pityrosporum ovale (Malassezia furfur) CBS1878, CBS6000, DSM6170, IHEM3965, IHM3966 erhalten wurden.

Tabelle 1: Durchmesser der Hemmhofzonen in mm, Mengenangabe in Gewichtsprozent bezogen auf das Gesamtgewicht der gebrauchsfertigen Zusammensetzung

In ganz beeindruckender Weise zeigt Tabelle 1 die Überlegenheit der erfindungsgemäßen Kombination aus Acetylsalicylsäure plus Zink Pyrithione plus Octopirox (= Piroctone Olamine) gegenüber den anderen Kombinationen.

Aus den erhaltenen Mittelwerten geht eindeutig hervor, dass die Kombination Acetlysalicylsäure + Zink Pyrithione + Octopyrox (=Piroctone Olamine) mit dem Wert 51,2 allen anderen Kombinationen aus drei Wirkstoffen überlegen ist. Selbst bei geringeren Konzentrationen an Acetylsalicylsäure (0,5 Gew.-%) blieben die Werte konstant.

Die Kombination ohne Acetylsalicylsäure mit 2,0 Gew.-% Zink Pyrithione und 0,5 Gew.-% Octopyrox erbrachte deutlich geringere Hemmhofdurchmesser (nicht gezeigt), so dass der synergistische Effekt von Acetylsalicylsäure in der erfindungsgemäßen Kombination durch diesen Gegenversuch unzweideutig belegt werden konnte.

Die erfindungsgemäßen haarkosmetischen Mittel können in allen gebrauchsüblichen Darreichungsformen vorliegen. Beispielsweise als Shampoos (Antischuppenshampoos), Duschbäder (z.B. Duschgele), Kuren (Antischuppenkuren), Spülungen (Antischuppenspülungen), Haarwässer (Antischuppenhaarwässer), wasserhaltige Haarsprays, Schäume, Gele, Festiger, Deodorantien (z.B. Deo-Stifte), Rasierwässer, Salben oder Cremes.

Bevorzugte Darreichungsform ist ein Shampoo, wobei ganz bevorzugt eine Formulierung auf Basis eines Alkylethersulfates oder eines alkylethersulfathaltigen Tensidgemisches. Als bevorzugte Tenside kommen übliche anionische, amphotere, zwitterionische und/oder nichtionische Tenside in Betracht.

Die betreffenden Zubereitungsformen können in allen für vergleichbare kosmetische Produkte üblichen Behältern abgefüllt und bereitgestellt werden.

Die erfindungsgemäße Kombination der Antischuppenwirkstoffe kann nach bekannten Methoden leicht in jede übliche Basiszusammensetzung für kosmetische oder therapeutische Produkte eingearbeitet werden, wobei eine Wirkstoffmenge zwischen 0,01 und 10,0 Gewichtsprozent (Gew.-%) pro Wirkstoff (Acetylsalicylsäure, Zinc Pyrithione, Piroctone Olamine) bezogen auf das Gesamtgewicht der gebrauchsfertigen Zusammensetzung in Betracht kommt, vorzugsweise in einer Menge von 0,05 bis 5,0 Gew.-% pro Wirkstoff. Die Menge der Kombination aller drei Wirkstoffe in der gebrauchsfertigen Zusammensetzung kann daher in einem Bereich zwischen 0,03 und 20,0 Gew.-%, vorzugsweise zwischen 0,1 und 10,0 Gew.-%, insbesondere zwischen 0,5 und 5,0 Gew.-% liegen, jeweils bezogen auf das Gesamtgewicht der gebrauchsfertigen Zusammensetzung.

Eine solche Zusammensetzung kann mindestens einen weiteren synthetischen chemischen Antischuppenwirkstoffe und/oder einen solchen auf Naturstoffbasis enthalten. Beispielsweise Salizylsäure, Schwefel, Teerpräparate, Undecensäurederivate, Hinokitiol, Extrakte aus Arnika, Birke, Klettenwurzel, Pappel, Brennessel oder Walnußschale. Die Mengen dieser Wirkstoffe können im Bereich zwischen 0,001 und 10,0 Gew.-%, insbesondere zwischen 0,01 und 5,0 Gew.-%, ganz besonders zwischen 0,05 und 2,0 Gew.-% pro Wirkstoff bezogen auf die gebrauchsfertige Zusammensetzung liegen.

Das erfindungsgemäße Mittel kann alle die üblichen und bekannten Zusatz-, Hilfs- und Trägerstoffe enthalten. Beispielsweise Verdickungsmittel wie Bentonit, Fettsäuren, Stärke, Polyacrylsäure und deren Derivate, Zellulosederivate und Alginate; Netzmittel oder Emulgatoren, anionische, kationische, amphotere, zwitterionische oder nichtionogene oberflächenaktive Substanzen (Tenside), beispielsweise Fettalkoholsulfate, Fettalkoholethersulfate, Alkylsulfonate, Alkylbenzolsulfate, quaternäre Ammoniumsalze, Alkylbetaine, oxethylierte Alkylphenole, Fettsäurealkanolamide oder ethoxylierte Fettsäureester; Silikontenside oder Silikonöle (beispielsweise Dimethicone), Alkohole wie Äthanol, Propanol, Isopropanol oder Glycerin; Lösungsvermittler, Stabilisatoren, Duftstoffe bzw. Parfüme, Parfümöle, Farbstoffe (zum Beispiel Naturfarbstoffe oder synthetische, direktziehende Farbstoffe) aber auch Anfärbefarbstoffe (beispielsweise Fluorescein-Natriumsalz), haarkonditionierende und haarpflegende Bestandteile bzw. Pflegestoffe wie kationische Polymere, Lanolinderivate, Cholesterin, Panthothensäure und Betain, Konvervierungsmittel, anorganische oder organische Säuren (zum Beispiel Phosphorsäure, Essigsäure, Milchsäure), Basen, Salze (zum Beispiel Natriumchlorid), Puffer (zum Beispiel Natriumcitrat oder Natriumphosphat), Konsistenzgeber (Cellulosederivate), Lichtschutzmittel bzw. UV-Filter, natürliche, teil- oder vollsynthetische Polymere (wie zum Beispiel Chitosan, FMOC-Chitosan, PVP).

Zu den beispielhaft genannten Zusatzstoffen oder Hilfs- und Trägerstoffen, die in dem erfindungsgemäßen Mittel enthalten sein können, zählen beispielsweise Konservierungsstoffe wie Parahydroxybenzoesäure-Ester in einer Menge von 0,05 bis 2,0 Gewichtsprozent), Benzoesäure und Ameisensäure, fungizide und bakteriozide Wirkstoffe (beispielsweise 2,4,4-Trichlor-2-hydroxyphenylether oder Methylchlorisothiazolinon), Pflanzenextrakte (beispielsweise Brennesselextrakt oder Kamillenextrakt in einer Menge von 0,1 bis 2,0 Gewichtsprozent), Lichtschutzmittel (beispielsweise p-Methoxyzimtsäureisoamylester in einer Menge von 0,01 bis 2,0 Gewichtsprozent), Verdickungsmittel (beispielsweise Cellulose und Ester davon in einer Menge von 0,5 bis 3,0 Gewichtsprozent), Haarpflegestoffe (beispielsweise Apfelwachs, Ilexharz, Lanolin, Bienenwachs, Panthenol, Fettalkohole, Fettsäuren, Triglyceride, Ceramide, Betain, Carnitinester, Aminosäuren, Peptide, Proteine, Vitamine, sowie Mischungen davon in einer Menge von 0,1 bis 2,0 Gewichtsprozenten). Als Vitamine kommen beispielsweise Vitamin C, Vitamin B (Biotin), Vitamin E (Tocopherole) jeweils in einer Menge von 0,001 bis 2,0 Gewichtsprozent in Betracht. Als Proteine kann beispielsweise Keratin in einer Menge von 0,1 bis 4,0 Gewichtsprozent Verwendung finden. Als Aminosäuren seien beispielsweise Cystein oder Alanin in einer Menge von 0,01 bis 0,5 Gewichtsprozent genannt. Als Emulgatoren können insbesondere nicht-ionogene Emulgatoren, beispielsweise Plantacare bzw. Alkyloligoglukosid von Henkel, Düsseldorf, Deutschland, in einer Menge von 0,1 bis 2,0 Gewichtsprozent verwendet werden. Als Lösungsvermittler kommt beispielsweise Cremophore RH 410 bzw. Glycerin-Polyethylenglykoloxystearat von BASF, Ludwigshafen, Deutschland, in einer Menge von 0,1 bis 2,0 Gewichtsprozent in Frage.

Als Silikonöle können die bekannten Produkte verwendet werden, beispielsweise Dimethicone (z.B. Dow Corning 200 Fluids), Phenyltrimethicone (z.B. Abil AV-Typen der Fa. Goldschmidt), Cyclomethicone (z.B. Dow Corning 244 Fluid), Dimethiconol (z.B. Dow Corning 1401), Alkyldimethicone (z.B. Dow Corning 2502 und 2503) oder aminofunktionelle Silikone (z.B. Dow Corning 939 Oder 8220). Die Silikonöle können in Konzentrationen von 0,02 bis 5 Gewichtsprozent, bezogen auf das Gesamtgewicht des Fertigprodukts, verwendet werden.

Die anionischen, kationischen, amphoteren, zwitterionischen oder nichtionischen Tenside können einzeln oder im Gemisch eingesetzt werden.

Als anionische Tenside eignen sich Alkali-, Erdalkali-, Ammonium- oder Alkanolaminsalze von Alkansulfonaten, Alkylsulfonaten und Alkylethersulfaten, die insbesondere 12 bis 18 Kohlenstoffatome im Alkylrest enthalten können, insbesondere die Natrium- oder Triethanolaminsalze von Lauryl- oder Tetradecylethersulfaten.

Betreffend kationische Tenside kommen Fettamine, quartäre Ammoniumverbindungen, beispielsweise Genamin® CTAC bzw. Cetyltrimethylammoniumchlorid (Hoechst, Deutschland), quartäre Verbindungen des Pyridins, des Morpholins oder des Imidazolins in Betracht.

Als nichtionische oberflächenaktive Substanzen können oxethylierte Fettalkohole mit 12 bis 18 Kohlenstoffatomen und mit bis zu 40 Mol Ethylenoxyd pro Mol Fettalkohol eingesetzt werden wie beispielsweise oxethylierter Lauryl-, Tetradecyl-, Cetyl-, Oleyl- oder Stearylalkohol, allein oder im Gemisch, sowie Fettalkohole von oxethyliertem Lanolin oder oxethyliertes Lanolin. Aber auch Fettaminethoxylate, Fettsäurealkanolamide und oxethylierte Sorbitanfettsäureester sind als Tensid oder Tensidgemisch geeignet.

Unter den amphoteren, oberflächenaktiven Substanzen sind beispielsweise die N-Alkylbetaine, die N-Alkylaminobetaine, die N-Alkylsulfobetaine, die N-Alkylaminopropionate, die Alkyldimethylammoniumacetate oder die Fettsäurealkylamidobetaine als geeignete waschaktive Rohstoffe als weitere Komponenten des erfindungsgemäßen haarkosmetischen Mittels zu nennen.

Kationische Polymere sind ebenfalls aus dem Stand der Technik bekannt und kommerziell erhältlich. Es können ein oder mehrere kationische Polymere zugesetzt werden. Geeignet hierfür sind alle kosmetisch akzeptablen, kationisch geladenen Polymere, beispielsweise Luviquat® FC 905 (Copolymer aus Vinylimidazoliummethochlorid/Vinylpyrrolidon bzw. Polyquaternium-16) von BASF, Ludwigshafen, Deutschland, oder Gafquat® 755 N (Copolymer aus Vinylpyrrolidon/Dimethylaminoethylmethacrylat bzw. Polyquaternium-11) von ISP, New Jersey, U.S.A, oder Abil Quat 3272 (diquarternäres Polydimethylsiloxan bzw. Quaternium-80) von Th. Goldschmidt AG, Essen, Deutschland, oder UcarePolymer JR400 (Polyquaternium-10) von Amerchol, New Jersey, U.S.A., oder Cosmedia Guar C 261 (Hydroxypropyl Guar Hydroxypropyltrimoniumchlorid) von Henkel, Düsseldorf, Deutschland, oder Jaguar C13S (Guar Hydroxypropyltrimoniumchlorid) von Rhône Poulenc, Frankreich, oder Merquat 550 (Polyquaternium 7) der Fa. Chemviron SA, oder Lamequat L (Lauryldimonium Hydroxypropyl Hydrolyzed Collagen) der Fa. Grünau/Henkel. Die kationischen Polymere können in Konzentrationen von 0,01 bis 3 Gewichtsprozent eingesetzt werden.

Außer den vorstehend genannten Bestandteilen können die erfindungsgemäßen Haarpflegemittel noch weitere Komponenten enthalten, die in Haarpflegemitteln üblicherweise angewendet werden. Hierzu gehören Konsistenzgeber und Verdickungsmittel wie Agar-Agar, Guar-Gum, Alginate und Xanthan-Gum oder Ester aus ethoxylierten Polyolen und Fettsäuren wie Polyglyceryl(2)polyoxyethylen(4)stearat, Öle und Wachse wie z.B. Triglyceride pflanzlichen oder tierischen Ursprungs, Walrat, Bienenwachs, Montanwachs, Paraffinöle, Vaseline, Wollwachs, Frucht- und andere Pflanzenwachse.

Hinsichtlich der üblichen kosmetischen Zusätze kann überdies auf die dem Fachmann bekannten Publikationen und Monographien verwiesen werden, beispielsweise kann betreffend Shampoozusammensetzungen genannt werden DORNSCH, Andreas, Die kosmetischen Präparate, Verlag chem. Industrie, H. Ziolkowsky KG, Augsburg, Auflage, Band 2, Seiten 212–230, 1992.

Das erfindungsgemäße haarkosmetische Mittel kann einen pH-Wert im Bereich zwischen 1,0 und 9,0, vorzugsweise im Bereich zwischen 4,0 und 7,0, ganz besonders im Bereich zwischen 4,5 und 5,6 aufweisen. Gewünschtenfalls kann für die Einstellung eines physiologisch verträglichen pH-Werts eine geeignete Säure verwendet werden. Hierfür eignet sich der Zusatz von Zitronensäure, Weinsäure, Milchsäure, Adipinsäure, Glyoxylsäure, Glukonsäure, Äpfelsäure oder Phosphorsäure.

Es hat sich hierbei herausgestellt, dass die gewünschte Antischuppen-Wirkung in vorteilhafter Weise zu erreichen ist, wenn das erfindungsgemäße Mittel beispielsweise in Form eines Shampoos bei der Haarwäsche mit der Hautoberfläche des Kopfes in Kontakt gebracht wird. Wenn Haarwässer, Kuren oder Spülungen angewendet werden sollen, wird das entsprechende Mittel täglich oder mindestens einmal wöchentlich über einen Zeitraum von Tagen, Wochen oder Monaten oder fortlaufend angewendet. Die Dauer und Häufigkeit der Anwendung kann mit der Art, Bildung und Stärke der Ausprägung der Kopfhautschuppen zusammenhängen.

Die nachfolgenden Beispiele sollen den Gegenstand der Erfindung näher beschreiben. Die angegebenen Zahlenwerte sind Gewichtsprozente bezogen auf 100% Reinsubstanz.

Beispiel 1: Antischuppenshampoo

Für die erfindungsgemäße Zusammensetzung A kann gegenüber den Vergleichszusammensetzungen B bis F eine deutlich bessere Antischuppenwirkung erkannt werden.

Die Herstellung der vorstehend genannten Rezeptur kann nach an sich bekannten Verfahren erfolgen. Die Rohstoffe sind allgemein bekannt und sind kommerziell erhältlich.


Anspruch[de]
  1. Mittel enthaltend als Kombination die Antischuppenwirkstoffe

    a) Acetylsalicylsäure in einer Menge von 0,01 bis 10,0 Gewichtsprozent, vorzugsweise 0,05 bis 5,0 Gewichtsprozent,

    b) Zinc Pyrithione in einer Menge von 0,01 bis 10,0 Gewichtsprozent, vorzugsweise 0,05 bis 5,0 Gewichtsprozent,

    c) Piroctone Olamine in einer Menge von 0,01 bis 10,0 Gewichtsprozent, vorzugsweise 0,05 bis 5,0 Gewichtsprozent,

    jeweils bezogen auf das Gesamtgewicht der gebrauchsfertigen Zusammensetzung, wobei die Menge der Kombination aller drei Wirkstoffe a), b) und c) in der gebrauchsfertigen Zusammensetzung im Bereich zwischen 0,03 und 20,0 Gewichtsprozent, vorzugsweise zwischen 0,1 und 10,0 Gewichtsprozent, noch bevorzugter zwischen 0,5 und 5,0 Gewichtsprozent, liegt, jeweils bezogen auf das Gesamtgewicht der gebrauchsfertigen Zusammensetzung.
  2. Mittel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass es zusätzlich mindestens ein weiteres synthetisches chemisches oder natürliches Antischuppenmittel in einer Menge von 0,001 bis 10,0 Gewichtsprozent, insbesondere zwischen 0,01 und 5,0 Gewichtsprozent, ganz besonders zwischen 0,05 und 2,0 Gewichtsprozent, enthält.
  3. Mittel nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das weitere natürliche oder synthetische chemische oder natürliche Antischuppenmittel ausgewählt ist aus Salizylsäure, Schwefel, Teerpräparaten, Undecensäurederivate, Hinokitiol, Klettenwurzelextrakten, Pappelextrakten, Brennesselextrakten, Walnußschalenextrakten, Birkenextrakten, Weidenrindenextrakten oder Arnikaextrakten.
  4. Mittel nach Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass es als Shampoo, Duschbad, Duschgel, Gel, Kur, Spülung, Haarwässer, Haarspray, Schaum, Festiger, Deodorant, Rasierwasser vorliegt.
  5. Verwendung einer Kombination bestehend aus den Wirkstoffen

    a) Acetylsalicylsäure in einer Menge von 0,01 bis 10,0 Gewichtsprozent, vorzugsweise 0,05 bis 5,0 Gewichtsprozent,

    b) Zinc Pyrithione in einer Menge von 0,01 bis 10,0 Gewichtsprozent, vorzugsweise 0,05 bis 5,0 Gewichtsprozent,

    c) Piroctone Olamine in einer Menge von 0,01 bis 10,0 Gewichtsprozent, vorzugsweise 0,05 bis 5,0 Gewichtsprozent,

    jeweils bezogen auf das Gesamtgewicht der gebrauchsfertigen Zusammensetzung, wobei die Menge der Kombination aller drei Wirkstoffe a), b) und c) in der gebrauchsfertigen Zusammensetzung im Bereich zwischen 0,03 und 20,0 Gewichtsprozent, vorzugsweise zwischen 0,1 und 10,0 Gewichtsprozent, noch bevorzugter zwischen 0,5 und 5,0 Gewichtsprozent, liegt, jeweils bezogen auf das Gesamtgewicht der gebrauchsfertigen Zusammensetzung, zur Verhütung oder Verminderung der Schuppenbildung oder zur Beseitigung und Linderung einer bereits bestehenden Schuppenbildung auf behaarten Körperoberflächen.
  6. Verwendung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die behaarten Körperoberflächen die Kopfhaut, die Bartregion, die Achselhöhlen oder den Intimbereich, umfassen
  7. Verwendung einer Kombination aus

    a) Acetylsalicylsäure in einer Menge von 0,01 bis 10,0 Gewichtsprozent, vorzugsweise 0,05 bis 5,0 Gewichtsprozent,

    b) Zinc Pyrithione in einer Menge von 0,01 bis 10,0 Gewichtsprozent, vorzugsweise 0,05 bis 5,0 Gewichtsprozent,

    c) Piroctone Olamine in einer Menge von 0,01 bis 10,0 Gewichtsprozent, vorzugsweise 0,05 bis 5,0 Gewichtsprozent,

    jeweils bezogen auf das Gesamtgewicht der gebrauchsfertigen Zusammensetzung, wobei die Menge der Kombination aller drei Wirkstoffe a), b) und c) in der gebrauchsfertigen Zusammensetzung im Bereich zwischen 0,03 und 20,0 Gewichtsprozent, vorzugsweise zwischen 0,1 und 10,0 Gewichtsprozent, noch bevorzugter zwischen 0,5 und 5,0 Gewichtsprozent, liegt, jeweils bezogen auf das Gesamtgewicht der gebrauchsfertigen Zusammensetzung, zur Herstellung einer Präparation für die Behandlung von Schuppen der Haut.
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